Officium | MFG et SAV - Wegbereitung

  • Nach der Salutatio hatte Flavius Gracchus sich aus dem Tablinum in sein Officium begeben und sich hinter dem schweren, hölzernen Schreibtisch verschanzt. Er war seit vielen Jahren über das Alter hinaus, dass dieses Mobiliar als Bollwerk ihm diente, seine Zweifel ob seiner Tauglichkeit dahinter zu verbergen, doch noch immer schätzte er den Abstand, welchen es zwischen ihn selbst und seine Besucher brachte. An diesem Morgen war der erste Besucher ein gewisser Annaeus Vindex, der sich um eine Anstellung als Aedituus bemühte, und in dieser Angelegenheit einen Brief an das Collegium Pontificum hatte verfasst.


    Ad

    Collegium Pontificum

    Regia Cultus Deorum

    Roma


    Werte pontifices,


    ich bin erst kürzlich in dieser von den Göttern gesegneten Stadt angekommen, konnte aber schon einen Blick auf die Herrlichkeit der hiesigen Bauten werfen, die ohne Frage auch das Auge der Götter erfreuen. Nachdem ich mich nur ein wenig einleben konnte, möchte ich aber auch dieser Stadt dienen.


    Bei meinen Rundgängen fiel mir auf, dass einige der Tempel, so wunderbar sie auch sind, leider schlecht geführt zu sein scheinen. Ich mache niemandem einen Vorwurf, doch habe ich auf meinen Reisen im Osten des Reiches Vieles gesehen und gelernt und bis sicher, dass ich mit diesem Wissen der Organisation und Verwaltung sicherlich zuträglich sein werde.


    Werte Herren, betrachtet dies Schreiben bitte als eine offizielle Bewerbung um eine Position als Aedituus in einem der vielen Tempel dieser wunderschönen Stadt. Gerne würde ich ein persönliches Gespräch mit euch führen, da ich davon ausgehen muss, dass dieser direkte Vorstoß meinerseits einige Fragen aufwerfen wird.


    Hochachtungsvoll und in Erwartung eurer Antwort verbleibe ich damit.

    Vale Bene!


    Servius Annaeus Vindex

    Domus Annaea


    Erst als Ikarus, der Leibdiener und Sekretär Gracchus', den Brief hatte vorgelesen, wurde jener Annaeus in das Zimmer hinein geführt.

    "Salve, Annaeus Vindex. Bitte, nimm Platz"

    , wies der Flavier auf einen der beiden Stühle, welche ihm gegenüber auf der anderen Seite des Tisches standen.

    "Du möchtest also Aedituus im Dienste Roms werden?"

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    PONTIFEX PRO MAGISTRO - COLLEGIUM PONTIFICUM

  • Nach der Aufforderung des Hausherrn nahm ich auf einem der Stühle Platz. Flavius Gracchus saß hinter einem Schreibtisch und wirkte so wie eine unfassbar hohe Autorität - und das war er nunmal auch.

    "Das ist korrekt, ja. Lass mich dir aber zunächst bitte meine Hochachtung aussprechen und mich bedanken, dass du mich empfängt; besonders hier in deinem wunderbaren Hause. Ich bin tief beeindruckt."

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  • Während Gracchus in seinen jüngeren Jahren zwar durchaus dessen gewahr gewesen war, dass die ihm gegebenen patrizischen Voraussetzungen eine große Pflicht gegenüber der Gesellschaft ihm auferlegten, hatte er dennoch Wohlstand und Pracht der flavischen Güter lange Zeit für alltäglich hingenommen. Indes hatte sein Leben ihn längst unzähliger anderer Umstände belehrt, dass er nun dem ihm Gegebenen mit großer Achtsamkeit und Dankbarkeit gegenüber stand, und darob die Worte des Annaeus nicht als Schmeichelei auffasste.

    "Nun, davon abgesehen, dass meinen Pflichten als Pontifex dies inkludieren, gehört es durchaus zu den ersprießlichen Aufgaben dieses Amtes, pfli'hteifrigen Bürgern den Schritt in den Cultus Deorum zu ermöglichen."

    In jedem Falle war dies weitaus erquicklicher als etwa Adoptionsangelegenheiten.

    "Darüberhinaus muss ich gestehen, dass dein Schreiben meine Neugier weckt, denn nur wenige Anwärter auf eine Anstellung im Cultus Deorum bringen bereits eigene Pläne mit. Was ist es also, das du auf deinen Reisen gelernt und das du in die Tempel Roms bringen möchtest?"

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  • Der Pontifex hatte mein Kompliment übergangen, sicherlich weil ich bei weitem nicht der erste war, der von der Pracht des Wohnsitzes der Flavier angetan war. Er kam auch direkt auf den Grund dieses Treffens zu sprechen, was ich zwar als recht ungewohnt empfinde, aber doch sehr zu schätzen weiß.


    "Ich hoffe sehr, dass mein Schreiben nicht allzu forsch war, aber ich war doch ein wenig überrascht als ich einige der Anlagen sah. Ich bin hierher nach Rom gekommen, um Karriere zu machen, um in den ordo senatorius aufgenommen zu werden, aber ich habe mir die Angelegenheit leichter vorgestellt als sie offensichtlich ist. Ich will mich aber gern beweisen und der - ich bitte um Verzeihung - bedauernswerte Zustand einiger Tempel kommt mir dann doch sehr gelegen. Besonders der Tempel des Asklepios... ich meine Aesculapius auf der Insel im Fluss ist weit entfernt vom Glanz vieler anderer Tempel... solcher des Heilers andernorts oder auch nur anderer Tempel hier in Rom."

    Das fängt ja gut an, denke ich. Zeig direkt deine Herkunft auf, Vindex, dann kannst du gleich wieder zurückgehen...


    "In Vorbereitung meiner Pläne habe ich den Osten unseres Reiches bereist und auch einige neuere Ortschaften weiter im Westen und Norden besucht. Die Details mögen oftmals andere sein, doch die Führung eines Tempels, die täglichen Dienste für die Götter, die Gläubigen oder eben auch die Kranken in diesem Beispiel sind in aller Regel ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Athen, Alexandria und Antiochia unterscheiden sich nicht wirklich von Rom bezüglich der internen Strukturen, ebenso wenig die von Pergamon. Und in allen diesen Städten bin ich gewesen, habe hinzugelernt und Wissen angewendet."

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  • Gracchus kannte selbstredend den Tempel des Aesculapius, der auf der Insel im Tiber hinter dem Theatrum Marcelli lag, indes musst er sich eingestehen, dass er seit langem nicht mehr dort gewesen war. Einen Augenblick betrachtete er wenig verwundert diese Feststellung in seinem Inneren, ließ dies doch auf auf sein Wohnergehen schließen.

    "Was genau ist es, das dich am Zustand des Tempels des Aesculapius besorgt?"

    Gerade der Dienst auf der Tiberinsel war letztendlich sehr speziell, galt es doch nicht nur sich um die Verwaltung eines Gebäudes zu kümmern und Hilfestellungen bei Opferungen zu geben, sondern eben auch sich um die Kranken zu kümmern, welche gar im Tempel nächtigten.

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  • "Ich denke, die Leute dort sind schlichtweg überfordert. Das ist nicht zwingend ihre Schuld, denn diese Stadt ist einfach sehr groß und entsprechend viele Kranke gibt es hier, von den potenziellen Verletzungen bei Bauarbeiten einmal abgesehen. Auf dem Tempelvorplatz standen viele Leidende herum und hofften auf Heilung, Händler dagegen, die sie mit Gaben für den Gott versorgen konnten waren kaum anzutreffen."

    Ich hole kurz Luft und fasse alles noch einmal zusammen.

    "Kurzum, Pontifex, ein Kranker schleppt sich nicht durch die halbe Stadt und dabei noch über den Viehmarkt, um alles zu besorgen, was er braucht, um an einem Ort Heilung zu finden, der der schieren Masse nicht Herr werden kann. Askl... Aesculapius nimmt sich aller Kranken an, aber wenn sie nicht zu ihm können, kann ihnen auch nicht geholfen werden."

    Und schon wieder. Vermutlich werde ich mir das nie abgewöhnen können. Aber will ich das? Nein, eher nicht. Ich sollte dazu stehen.

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  • "Die alleinige Zahl an HeiIsu'henden ist fürwahr ein Problem auf der Insel, schlussendlich ist der Raum dort begrenzt."

    Was allfällig auch der Grund war, dass Händler sich dort nicht auch noch zwischen die Kranken wollten drängen, zudem machten sie zweifelsohne besseren Umsatz auf Foren oder in Straßen, wo die Besucher diverser Tempel sie frequentierten.

    "Jemand, der dies alles zu orchestrieren vermag, könnte in der Tat eine Bereicherung sein. Welche Referenzen kannst du vorweisen?*"



    Sim-Off:

    * Ein fiktives Schreiben eines passenden NSC reicht gänzlich.

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  • Besser hätte es nicht passieren können, der Pontifex stellt letztlich genau die Frage, auf die ich vorbereitet war.

    "Da du es ansprichst, will ich dir dieses Schreiben nicht vorenthalten. Doch zunächst: Ich war in den vergangenen Jahren auf Reisen um das halbe mare nostrum und habe in vielen großen und kleinen Städten des Reiches die Verwaltungsstrukturen studiert und mich in Tempeln und Bibliotheken fortgebildet. Dieses Schreiben allerdings stammt noch aus der Zeit vor dem tatsächlichen Beginn meiner Reise, als ich die Strukturen meiner Heimat kennenlernte und im Asklepios-Heiligtum zu Pergamon aushalf, da wir die Priester und Tempeldiener recht gut kannten. Aber lies bitte selbst."


    Ich reiche dem Pontifex ein altes Schreiben, dessen Papyrus schon bessere Zeiten gesehen hatte. Die Schrift ist aber in tadellosem Zustand.

    Vor euch steht Servius Annaeus Vindex aus Pergamon, der hier bei uns, den Priestern des Asklepios zu Pergamon, aushelfende Tätigkeiten übernommen hat, während er noch ein Schüler war. Zufriedener mit seiner Tüchtigkeit könnten wir keinesfalls sein, denn die Ideen, die er hier implementieren konnte - wir müssen kaum erwähnen, dass wir zunächst nicht vollends überzeugt waren - , haben unsere Aufgaben erleichtert.


    Zu seinen Aufgaben gehörten die Assistenz beim Empfang der Heilsuchenden, bei der Schlichtung von Streitigkeiten der Händler am Heiligtum und allgemeine Hilfsaufgaben. Diese Aufgaben vollführte er nach einer anfänglichen Eingewöhnung an die Gepflogenheiten des Heiligtums mit vollkommender Zufriedenheit des Gottes und unsererseits.


    Sollte sich nun Servius Annaeus Vindex bei euch um eine Position bewerben, so lasst euch sagen, dass es selten einen vertrauenswürdigeren und organisierteren jungen Mann gegeben hat. Er wird euch in keinem Fall enttäuschen und seine Dienste werden dem Allgemeinwohl zuträglich sein oder euren Reichtum mehren, abhängig davon, was euer Begehr sein mag.



    Das Priesterkollegium des

    Heiligtums des Asklepios

    zu Pergamon

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  • Der junge Anneus schien tatsächlich weit herumgekommen zu sein und Bildung war eine vorzügliche Voraussetzung jeglicher Karriere, wie der Flavier befrand. Er reichte das Schreiben an seinen Sklaven Ikarus weiter, welcher das Papyrus sorgsam entrollte und vorzulesen begann. Während er dies tat hob sich für einen kurzen Augenblick Gracchus' linke Braue, dann schürzte er seine Lippen und schlussendlich nickte er.

    "Dies ist in der Tat eine vorzügliche Referenz, und auch der Tempel des Aesculapius scheint der rechte Wirkungsort für dich zu sein. Ich werde deine Causa dem Collegium antragen, sehe indes nichts, was deine Aufnahme in den Cultus Deorum sollte behindern. Du wirst in etwa zwei, drei Tagen eine Na'hricht erhalten."

    Ikarus rollte das Schriftstück wieder zusammen und reicht es Vindex zurück.

    "Eine Frage noch, wer ist dein Patron?"

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  • Ein bisschen nervös hörte ich dem Sklaven zu als er das Schreiben vorlas. Ich hatte es einige Male selbst gelesen und erinnerte mich jedes Mal an die Zeit, die ich damals bei den Priestern verbracht hatte. Und jedes Mal kam ich mir wie ein Heuchler vor, denn ich hatte nicht das Gefühl, dass ich das, was in dem Schreiben stand, so geleistet hatte. Schon, ich hatte einige Änderungen vorgeschlagen, die meinem damals vorlauten Mundwerk entstammten, die dann aber auch teilweise umgesetzt wurden, und ich hatte auch den Händler bei ihren Streitigkeiten geholfen, was aber nur daran lag, dass ich die meisten von ihnen ohnehin über meinen Vater kannte. Aber alles in allem erschien es wie die Taten von einem anderen.


    Als der Sklave geendet hat und mir das Schreiben wieder reichte, meldete sich der Hausherr wieder zu Wort und ich bin glücklich, dass ihm meine Referenzen zusagen. Dennoch, ein Hauch von Zweifel bleibt bei mir.

    "Ich bin dir zu Dank verpflichtet. Ich hätte nicht gedacht, dass mein Brief sich auszahlen würde. Letztlich kam ich erst vor wenigen Tagen hier in Rom an und weiß eigentlich nicht, wie die Dinge hier ablaufen. Auch deswegen habe ich keinen Patron, nein."

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  • Während Gracchus vielen Glücksuchenden zweifelsohne gegenüber ein wenig reservierter wäre aufgetreten, so hatte der Annaeus durch seine Bildung, und insbesondere die Orte jener Ausbildung bereits einen kleinen Vorteil - allfällig auch durch sein gefälliges Äußeres -, ob dessen der Flavier freimütig war mit seinen Ratschlägen.

    "Nun, die Aufgaben eines Aedituus werden dir zweifelsohne dabei helfen können, in Rom Fuß zu fassen, immerhin wirst du mit vielen Menschen in Kontakt kommen. Sofern du dich indes ernsthaft um den ordo senatorius bemühen mö'htest wird ein Amt allein dir nicht helfen. Jemand wird deinen Namen auf die kaiserliche Liste der Standeserhebungen setzen müssen, darob solltest du deinen Patron sorgsam wählen."

    Vieles in Rom war nur durch den Einfluss eines Patrons zu erreichen, insbesondere jedoch Standeswechsel.

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  • "Mein Verwandter hatte das auch schon angemerkt. Mein Versuch, von der rostra aus einen Patron zu finden, sind aber ohne Erfolg geblieben. Ich hoffe sehr, dass sich dieses Amt als Startschuss erweisen kann."

    Ich überlege kurz, wie meine nahe Zukunft aussehen könnte, komme aber zu keinem gescheiten Schluss. "Worauf sollte man bei der Wahl eines Patrons denn achten, wenn ich fragen darf?"

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  • Gracchus konnte nicht verhindern, dass seine Lippen sich in einem Lächeln kräuselten - nicht spöttisch indes, sondern eher gutmütig.

    "Nun, die Rostra ist nicht unbedingt geeignet, von dort aus einen guten Patron zu finden. In alten Zeiten hättest du ihn allfällig dort oben entdecken können, doch dieser Tage zunehmend weniger."

    Er dachte kurz über die Frage Annaeus' nach, ehedem er fortfuhr.

    "Du solltest similäre gesellschaftspolitische Ansi'hten und Ziele verfolgen wie dein Patron, denn anderenfalls wird er dir kaum bei der Erreichung dieser behilflich sein. Darüber hinaus solltest du nach dem hochmögendsten, reputabelsten und ehrenhaftesten Manne streben, welchen du erreichen kannst. Früher einmal war das Patronats-Klientelverhältnis ein wenig wie unser Verhältnis mit den Göttern - do ut des, ein Bündnis zu gegenseitigem Nutzen. Dieser Tage indes wirst du genügend Männer finden, welche dich als bloße Zierde in den Kreis ihrer Klienten aufnehmen - dir weiterhelfen werden sie im Gegenzug indes wenig. Du solltest dir also einen Patron wählen, welcher ein Interesse an deiner Zukunft hegt - im besten Falle aus altruistischem Antrieb zum Wohle Roms, im schlechtesten Falle aus Eigennutz, um sich zur Blüte deiner Karriere deiner Stimme im Senat zu ver..gewissern."

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  • "Ich hatte gehofft, ich könnte einen glücklichen Treffer landen, denn das Forum war an dem Tag einigermaßen gut besucht und die Rostra im Zentrum der Aufmerksamkeit. Es sollte wohl so einfach nicht sein."


    Ich seufze kurz.


    "Pontifex, erlaube mir, ein wenig direkter zu sein. Kennst du einen solchen potenziellen Patron? Bist du vielleicht selbst ein solcher? Ich möchte keineswegs erneut zu forsch erscheinen, aber ich ich bin weit gereist und nun am Ende der Reise, aber nicht am Ende meiner Ziele angekommen. Um diese Ziele zu erreichen, muss ich allerdings weiter aufsteigen und ich möchte das lieber schneller als langsamer tun. Möglicherweise bin ich, meiner Jugend sei das dann geschuldet, ungestüm, doch ich suche auch die Herausforderung."

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  • "Ich möchte gerne annehmen, dass ich hochmögend, reputabel und ehrenhaft bin. Dies über mich selbst zu urteilen möchte ich mir indes nicht anmaßen, darob wirst du diese Frage anderen stellen müssen."
    Einen gewissen Einfluss immerhin konnte Gracchus nicht leugnen.
    "Darüberhinaus hege ich durchaus ein Interesse an vielverspre'henden Klienten, nicht meinetwegen, sondern um die Zukunft Roms zu gestalten. Welchen Patron ich dir empfehlen kann, oder ob gar unsere gesellschaftspolitischen Ansichten sich ver..einbaren lassen, dies vermag ich indes nur zu beantworten, so du mir deinen Standpunkt darlegst. Was sind diese Ziele, welche du erreichen willst?"


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  • "Ich nehme dann vermutlich korrekt an, wenn ich deine Worte richtig deute, dass du mich als potenziellen Klienten ansiehst. Die Zukunft möchte ich allerdings gestalten, doch niemals ohne nicht auch die Vergangenheit und die regionalen Eigenarten zu bedenken. Ich bin einen weiten Weg gegangen, bis ich letztlich hier ankam. Meine Heimat in Asia habe ich dabei bereitwillig hinter mir gelassen, um gestärkt zurückzukehren. Mein Ziel, das mich auf meiner Reise angetrieben hat, ist es die Provinz dort neu zu ordnen und den alten Glanz wiederherzustellen. Das geht in keinem Fall natürlich ohne den Einfluss und die Stellung hier in Rom."

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  • "Ich schließe es zumindest nicht aus"

    , bestätigte Gracchus die Annahme des Annaeus. Ein unbekannter Niemand, der gerade erst sich hatte aufgemacht, eine Aufgabe in Rom zu übernehmen, gehörte nicht unbedingt zu des Flaviers präferiertem Klientel. Doch die Worte des jungen Mannes - eine umfassende Bildung, ausreichend Mittel für ausgedehnte Reisen durch das Imperium und der Antrieb, eine Provinz zu gestalten - sprachen nicht nur für eine passable Herkunft, sondern ebenso für eine Verve, welche Gracchus gefiel.

    "Bis zum Proconsul Asias ist es ein weiter und zweifelsohne auch nicht einfa'her Weg, indes ist es eine hehre Ambition."

    Gracchus lehnte sich zurück und blickte in die blauen Augen Vindex'.

    "Ich möchte dir einen Vorschlag machen. Ich werde im Collegium Pontificum dafür Sorge tragen, dass du als Aedituus in den Cultus Deorum auf..genommen und dem Tempel des Aesculapius auf der Tiberinsel zugewiesen wirst. Du wirst diese Aufgabe ausfüllen und dir derweil einige Zeit nehmen, Rom kennenzulernen und dich nach einem geeigneten Patron umzuhören. Wie bereits erwähnt, du solltest mit dessen politischen und gesellschaftlichen Behufen und Überzeugungen konform gehen. Ich bin nicht unbekannt in Rom, es sollte dir also ein lei'htes sein herauszufinden, ob ich dieser Patron für dich sein kann oder ob es einen anderen Mann gibt, welcher diese Rolle besser wird ausfüllen."

    In ersterem Falle würde der Flavier sich selbstredend vorbehalten auch den Annaeus noch einmal einer Prüfung zu unterziehen, doch zumindest wäre er sodann gewiss, dass dieser seine Grundeinstellungen teilte.

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  • Ich betrachte Gracchus einen Moment lang und denke über den Vorschlag nach. Es scheint nicht nur vernünftig zu klingen, sondern auch zu sein, denn schließlich kenne ich hier in Rom bisher nur wenige Menschen und sollte daher vielleicht keine voreiligen Entscheidungen treffen, wenn sich Wahlmöglichkeiten bieten.


    "Ich... denke, dass ist ein mehr als akzeptabler Vorschlag. Für alle Beteiligten. Ich wollte dich keineswegs unter Druck setzen, aber du hast natürlich vollkommen Recht, dass es viele geeignete Patrone gibt, die ich aber allesamt noch nicht kennengelernt habe. Ich werde mich daher umhören." Nach einer kurzen Pause fahre ich fort. "Und für die Aufnahme in den cultus deorum werde ich mich bei dir und den Göttern bedanken und niemanden enttäuschen. Ich bin sicher, dass ich den Tempel zu einem neuen Höhepunkt führen kann."

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  • Ein leichtes Schmunzeln kräuselte Gracchus' Lippen bei dem Gedanken daran, dass ein flavischer Pontifex und Consular sich durch eine Patronatsanfrage unter Druck könnte gesetzt fühlen. Annaeus Vindex hatte in Rom zweifelsohne noch viel zu lernen.

    "Nun, dann bin ich gespannt auf dein Wirken und wünsche dir dabei viel Erfolg."

    Das Gespräch war damit beendet, Gracchus verabschiedete den jungen Annaeus, welcher sodann von einem Sklaven wieder zurück zum Ausgang wurde geleitet.

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