• Lurco nickte zustimmend zu den Worten vonSaturninus.

    "Da sind wir wieder bei Romulus und Remus. Kurzum verärgert nie den Mann mit dem Schwert in der Hand", warf Lurco ein.

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    CORNICULARIUS - TRIBUNI COHORTIS URBANAE

    KLIENT - LUCIUS ANNAEUS FLORUS MINOR

  • Mārcus Cōnservātor ist mit seinem Cousin Lūcius Florus Minor zur Casa Ultrāmontāna des Valerius Flaccus gegangen. Auf dem Weg dahin hatten sie unterschiedlichste Themen gestreift und je näher sie der Casa Ultrāmontāna kamen um so mehr gingen sie auf das Thema des Abend ein: Recht.


    Mit Florus zusammen betrat er gerade noch rechtzeitig den Raum, in welchem der Gastgeber des heutigen Tages eingeladen hatte. Mārcus stellte fest, dass schon Meinungen und Ansichten ausgetauscht wurden und gesellte sich neben seinen Cousin ebenfalls auf einen Platz in der hinteren Ecke.


    Mit seinen Augen begann er den Raum zu erfassen und die Anwesenden unauffällig zu beobachten. Ja, Recht ist schon ein Sache für sich. Haben und bekommen sind nochmal zwei dazu. , dachte sich Mārcus, während die Anwesenden ihre Ansichten austauschten.

  • Mit dem Senator Annaeus war noch jemand anderes dazu gekommen, den Tiberius jedoch nicht kannte. "Willkommen mein Freund." Sicher würde er der Senator seinen Begleiter beizeiten vorstellen. Einstweilen:

    "Gut. Lassen wir Romulus und Remus fürs erste dort wo sie sind." sagte Tiberius und fuhr dann fort: "Wir haben uns jetzt zuerst die Arten von Normen und Gesetzen angesehen und uns auch ein bisschen über die Geschichte und die Philosophie und Theorie unterhalten.

    Springen wir doch mal ins kalte Wasser. Wir haben uns bereits ansatzweise mit dem Recht des Staates beschäftigt. Doch in aller Welt bekannt und berühmt ist unser Recht, mit dem wir die Beziehungen unter den Privaten regeln. In der Tat ist es denke ich nicht zu hoch gegriffen, das wir kein anderes Gemeinwesen kennen, das jemals einen vergleichbaren Standard und eine vergleichbare Qualität des Rechts erreicht hat, als das unsere. Die Griechen mögen sich auf die Theorien des Staates verstehen, die Ägypter mögen die Kunst der Verwaltung zur Meisterschaft gebracht haben. Aber das Recht des Privaten ist unsere Domäne, auf welche wir stolz sein können.

    Lass uns für unsere Zwecke heute abend ohne Umschweife eine verbreitete, grobe Einteilung zugrunde legen und unser Recht in das Recht der Personen, der Sachen und der Obligationen unterteilen und hier mit den Personen beginnen.


    Vieles von dem was das Recht der Personen angeht, ist uns aus dem Alltag so geläufig, dass wir gar nicht groß darüber nachdenken. Wie wir Personen in unserem Gemeinwesen in verschiedene Gruppen einteilen zum Beispiel?"

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    KLIENT - MANIUS FLAVIUS GRACCHUS

  • Mārcus dachte über die Frage nach. Personen ... Eine wechselnde Begrifflichkeit, da Personen erstmal Menschen sind oder sein können , sinnierte er. Er ging in Gedanken die ihm geläufigen Darlegungen durch, sortierte sie, um sich im Anschluß daran kurz zu räuspern. Damit machte er deutlich, dass er zu diesem angebrachten Punkt sich zu äußern gedenkt. Gleichzeitig räumte er damit auch etwas Zeit demjenigenbein, der sich früher artikulieren will.


    Nachdem es jedoch nicht so aussah, hob er an: "Valerius Flaccus,"(*) schlaff, gar schlapp wirkte der Gastgeber auf ihn nun nicht gerade, "Ich bin Annaeus Cōnservātor und begleite meinen Cousin Annaeus Florus Minor. Wenn du, Valerius Flaccus, gestattest lege ich meine Gedanken dar." Mārcus wartete einen kurzen Moment, bevor er fortfuhr. "Jede Person ist ein Mensch. Jede Person findet sich in einer Gruppe wieder. Den verschiedenen Gruppen sind unterschiedlich Attribute, auch mehrere möglich, zugeordnet. Jeder Mensch kann verschiedenen Gruppen zugehörig sein. Davon zu unterscheiden ist die Sache, die auch eine Person sein kann, aber dann nur einer Gruppe zugehörig ist. Gruppen bieten so eine verständliche rechtliche Sicherheit in Bezug innerhalb ihrer selbst und als Gruppe einer anderen Gruppe gegenüber. Davon unberührt bleibt die soziale Mobilität von Personen innerhalb der Gruppen oder über Gruppen hinweg. Folglich kann man zu dem Schluss kommen, dass Gruppen auch die soziale Stellung innerhalb eines übergeordneten Ganzen widerspiegeln.", beendete Mārcus seine Darlegungen.

  • Ich stand gerade ein wenig wie ein Ochse vor dem Scheunentor, da ich nicht genau wusste, auf was unser Magister nun herauswollte, daher hob ich die Hand und fragte nach: " Meinst du damit den Unterschied zwischen Personen, die auf Grund von Geschlecht oder Alter oder Geistesschwäche unter tutela, Vormundschaft, stehen oder nicht;

    die aus verschiedenem Stand, die auch unterschiedlich behandelt werden

    oder den Unterschied zwischen so etwas wie einer fundatio, einer Stiftung beispielsweise eines Erblassers, die einen Treuhänder hat, und einem Menschen?"

    "Jede Person ist ein Mensch.

    Der Begleiter von Annaeus Florus Minor sprach nun - ah, nun wusste ich es, es war jemand aus meines Patrons weitverzweigter Verwandtschaft, und ich fragte gleich :

    "Jede Person ist ein Mensch, ist dem immer so? Ich habe gerade Ärger mit einer Reederei, die mir keinen Schadensersatz für einen ertrunkenen Sklaven bezahlen möchte, und sie tritt mir gegenüber wie eine Person auf."


    Ich bat darum, den Begriff "Person" zu definieren und hielt meinen Stilus bereit.

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  • ..., und ich fragte gleich :

    "Jede Person ist ein Mensch, ist dem immer so? Ich habe gerade Ärger mit einer Reederei, die mir keinen Schadensersatz für einen ertrunkenen Sklaven bezahlen möchte, und sie tritt mir gegenüber wie eine Person auf."


    Ich bat darum, den Begriff "Person" zu definieren und hielt meinen Stilus bereit.

    "In deinem Fall, geschätzter Fūrius Sāturnīnus, ist die Reederei bloß Subjekt, welches sich durch eine Person artikulierte. Dein Sklave ist keine Person, sondern eine menschliche Sache. Sonst könntest du auch nicht einen Schadenersatz für eine Sache versuchen geltend zu machen. Sklaven werden erst durch Freilassung zu Personen.", erwiderte Mārcus. Er lehnte sich leicht zurück, um die Reden und Gegenreden der anderen Teilnehmer abzuwarten.

  • "In deinem Fall, geschätzter Fūrius Sāturnīnus, ist die Reederei bloß Subjekt, welches sich durch eine Person artikulierte. Dein Sklave ist keine Person, sondern eine menschliche Sache. Sonst könntest du auch nicht einen Schadenersatz für eine Sache versuchen geltend zu machen. Sklaven werden erst durch Freilassung zu Personen.", erwiderte Mārcus. Er lehnte sich leicht zurück, um die Reden und Gegenreden der anderen Teilnehmer abzuwarten.

    " Danke für deine Antwort, o Annaeus Conservator.", sagte ich zu dem Unbekannten, und da mir auch seine gesellschaftliche Position unbekannt war, war ich lieber sehr höflich:

    "Den Sklaven hätte ich auch nicht für eine Person gehalten, ich meine im philosophischen Sinne durchaus, aber nicht im rechtlichen.", fügte ich an; auch ich hielt es mit der Stoa, die in geistigen Belangen die Gleichheit der menschlichen Wesen postulierte, solange sie meine Bequemlichkeit nicht allzu sehr beeinträchtigte:

    "Ich dachte eher, dass die Reederei eine Person sein könnte, oder ob es immer einen Menschen braucht, der eine Institution verkörpert." Auch ich wartete nun auf die Reden der übrigen.

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    KLIENT - LUCIUS ANNAEUS FLORUS MINOR

  • "Man könnte durchaus eine Reederei oder auch eine Behörde als eine Person betrachten. Denn als Gesamtkonstrukt hat sie doch ähnliche Rechten und Pflichten, jedenfalls was den geschäftlichen Rahmen anbelangt. So hat sich ein Privatmann genau wie die Reederei oder Behörde an Abmachungen, Zahlungsfristen und Termine zu halten. Somit könnte man die Reederei durchaus als Person bezeichnen. Nur im angewandten Recht ist die Reederei und Behörde allerdings eine Person. Jeder Träger von Rechten und Pflichten kann als Person definiert werden.


    Ein lebender, atmender Mensch hingegen ist selbstverständlich eine Person. Er ist ebenfalls Träger von Rechten und Pflichten und eine tatsächliche in physischer Form erscheinende Person. Dies ist die Reederei oder Behörde nicht. Schließlich kann nicht die Reederei oder die Behörde einen Raum betreten, wir hingegen schon. Eine Person wie die Reederei wird durch alle Personen repräsentiert, die ihr angehören oder sie gesetzlich vertreten.


    Kurzum wir unterscheiden zwischen einem Menschen der Träger von Rechten und Pflichten ist, welcher als Person anzusehen ist und einer Institution die ebenfalls Träger von Rechten und Pflichten ist. Auch sie wird als Person gewertet.


    Ein Sklave mag ein Mensch sein, da er aber kein Träger von Rechten oder Pflichten im üblichen Sinne ist, ist er zwar Mensch aber keine Person", legte Lurco seine Ansichten dar.

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