Audienz für die Discipula Vestalis Valeria Maximilla

  • Die Vestalischen Jungfrauen Papiria Occia und Valeria Maximilla wurden von der Palastwache eingelassen und zum Officium geführt, in dem die Audienz stattfinden sollte. Da es zwei Stühle gab, nickte Schwester Papiria der Jüngeren zu, Platz zu nehmen.

    Beide Frauen saßen nun schweigend da, jede in ihre eigenen Gedanken versunken.

    Papiria war strahlte innere Gelassenheit aus, und Maximilla, die in der schweren Tracht mehr als je zuvor wie eine kleine Puppe wirkte, versuchte, es ihr gleich zu tun, obwohl ihr Herz bis zum Halse klopfte.


    In der Stille summte eine Fliege, die versuchte aus einem der verglasten Fenster zu entkommen. Welch törichtes Unterfangen, dachte Maximilla: Es ist wahrscheinlicher, dass sie sich den Schädel einschlägt als dass sie in die Freiheit fliegen kann.


    Papiria Occia tätschelte kurz und beruhigend Maximillas Hand. So warteten sie.

  • Der Herr der Welt ließ die beiden Vestalinnen nicht lange warten. Er hatte sowieso nur einen privaten Brief diktiert, das konnte warten.


    Als er eintrat, nickte er den beiden Jungfrauen respektvoll zu. Als Pontifex Maximus war er für sie verantwortlich und übte die Patria potestas über sie aus. Trotzdem empfand er höchsten Respekt für diese ganz besondere Priesterschaft.


    "Ave, Papiria! Salve, Valeria!" begrüßte er die beiden und nahm Platz. "Was ist geschehen?" fügte er dann an. Worum es ging, lag auf der Hand und war wirklich besorgniserregend!

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  • Ave Pater“, erwiderten beide Vestalinnen den Gruß des Caesar Augustus, der auch der Pontifex Maximus war. Manche Leute glaubten ja auch, sie seien nach der Captio Töchter des Augustus, doch es war eher so, dass sie Töchter des Staates waren, die unter dem Schutz des Kaisers standen. Die Schwesternschaft war viel älter als das Kaisertum.


    Maximilla erinnerte sich gut daran, wie gütig der Kaiser zu ihr gewesen war, als damals ihre Captio besprochen worden war. Und wie sie so stolz und glücklich gewesen war,von der göttlichen Vesta erwählt worden zu sein. Und nun war das der einzige Gedanke, an den sie sich festklammern konnte: Die gütige Göttin machte keine Fehler. Aus irgendeinem Grund musste sie sie in ihren Dienst berufen haben.

    Maximilla wurde nun gewahr, dass beide, der Kaiser und ihre Mitschwester sie ansahen und darauf warteten, dass sie das Wort ergriff. Sie war es gewesen, die den Brief geschrieben hatte.

    Sie sagte:

    „Ich danke dir, dass ich so schnell zu dir kommen durfte. Ich schrieb meinen Brief an dich, weil ich Zeugin von einem großen Unheil wurde: Unsere geliebte Virgo Vestalis Maxima Decima Messalina und ich waren zusammen unterwegs, als sie von einer uns völlig fremden Frau hinterrücks erstochen wurde.

    Es war so unfassbar. Und dann – lag auch die Mörderin plötzlich tot zu meinen Füßen. Ich erinnere mich daran, dass ich ihr zuvor befohlen hatte, mir das Mordmesser zu geben, und sie hat es getan. Und dann dachte ich, dass niemand von diesem Frevel wissen darf, bevor du davon weißt, o Vater. Aber die Geschehnisse … es fühlt sich so seltsam an, als hätte ich den Kopf unter Wasser.“


    Nun warf Schwester Papiria ein: „Aber Schwester Valeria, dein begleitender Liktor an jenem Tag, Caius Lucceius Aterianus hat doch bereits gestanden, dass er die mörderische Frevlerin getötet hat, weil sie sonst auch dich angegriffen hätte. Das hat Lucceius dem Urbaner berichtet, der dich dann im Atrium aufgesucht hatte: Sein Name war Cornicularius Octavius. Er und seine Männer hatten wenig später die Leiche der Mörderin entdeckt.“

    Maximilla dachte angestrengt nach und rümpfte ihre Nase. Doch die Erinnerungen, an diesen Moment dehnten sich unendlich und waren dabei undeutlich wie ein verblasster Traum, so oft sie sie fassen wollte: „Wenn es alle sagen, wird es wohl gewesen sein.“, sprach sie leise:

    „In der Öffentlichkeit weiß niemand etwas davon, dass die Oberste Vestalin gemeuchelt wurde und nicht eines natürlichen Todes starb. Wir haben es bisher geheim halten können. Der Friede mit den Göttern jedoch ….“, sie machte eine hilflose Geste:

    „….ist in großer Gefahr. Und ich, ich hätte nicht einmal jenes fürchterliche Messer an mich nehmen dürfen. Wir Priesterinnen dienen doch der Güte und dem Leben, niemals dem Tod.“


    Sie seufzte und neigte den Kopf, dann erhob sie beide Hände zu einer flehenden Geste:

    „Was soll nun werden, o Pontifex Maximus?“, wisperte sie fast unhörbar.

  • Der Kaiser hörte mit strengem Blick zu. Momentan häuften sich die Hiobsbotschaften.


    Als das Mädchen geendet hatte, fragte er: "Die Cohortes Urbanae ermitteln also? Wer hat sie eingeschaltet?" Wenn sie davon wussten, war es nur eine Frage der Zeit, bis andere davon wussten!

    "Wer war die Mörderin? Wurde ihre Leiche auch den Urbanern übergeben?" kam direkt die nächste Frage. Der Fall musste aufgeklärt werden! Davon hing nicht weniger als die Pax Deorum ab!

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  • "Die Cohortes Urbanae haben sich sozusagen von alleine eingeschaltet.", erklärte Maximilla :

    "Cornicularius Octavius und seine Leute hatten einige unsere Sklaven beim...Aufräumen des Tatortes entdeckt und darauf hin ins Atrium Vestae begleitet.

    Die Mörderin war uns nicht bekannt. Ihre Leiche werden die Urbaner mitgenommen haben, da sie unsere Sklaven an ihrer Entsorgung hinderten - genau weiß ich es freilich nicht. Vielleicht haben sie mittlerweile ja herausgefunden, wer die Frau war.

    Der Cornicularius war sehr diskret und meinte, dass der Bericht dann an dich ginge."


    Maximilla schluckte, als sie an den irren Blick der Attentäterin dachte und wünschte sich, die Urbaner hätten ihren entseelten Leib im Tiber gelassen. Niemand würde der Unheiligen die Begräbnisriten ausrichten, niemand eine Münze mitgeben, und kein Grab würde sie aufnehmen.

    Unter Lebenden und Toten schien sie gleichermaßen verflucht.


    "Die Aeditua Herminia hat Cornicularius Octavius dann noch zum Leichnam der Maxima in die Casa Mamilla geführt. Er wollte die Tatwaffe haben, und später noch wollte ein Miles Medicus vorbeikommen.", berichtete Maximilla weiterhin über die vorgesehenen Ermittlungen der Cohortes Urbanae.


    Papiria Occia schaute etwas missbilligend drein, als sie das hörte, was vermutlich damit zusammen hing, dass der Medicus ein Mann war und auch eine verstorbene Vestalin immer noch eine Vestalin. Zu Lebzeiten hätte sich Decima Messalina nie von Männerhänden berühren lassen. Allerdings waren die Geschehnisse gerade so verquer und außergewöhnlich, und daher hatte es den Urbanern bisher niemand verwehrt.

  • Ein bisschen irritiert schaute der Kaiser drein, als die Valeria vom "Aufräumen" des Tatorts sprach. Es klang unwürdig, eine Virgo Vestalis Maxima auf diese Weise zu entsorgen. Gut, dass die Urbaner dazu gekommen waren!

    "Die Cohortes Urbanae werden Diskretion wahren. Ihr werdet in allen Fragen mit ihnen kooperieren!" bestimmte er schließlich. Ob das den kultischen Regeln entsprach, wusste der Augustus nicht, aber dass man die Mörderin identifizieren musste, um eine angemessene Reaktion zu zeigen, lag auf der Hand. "Ich werde die Pontifices einschalten, um zu klären, welche kultischen Folgen dieser feige Mord hat."
    Severus seufzte. Er hatte niemals gedacht, dass er zweimal in seinem Leben die Ermordung einer Virgo Vestalis Maxima hätte erleben müssen. Und schon gar nicht als Pontifex Maximus!

    Aber er musste die nächsten Schritte planen: "Wir werden diese Sache langfristig nicht geheimhalten können. Wir werden ihren Tod also offiziell bekannt geben müssen. Am besten wäre es, wenn wir dann auch schon einen Schuldigen präsentieren können!"

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  • Der Kaiser schaute einen Moment lang irritiert drein, sagte jedoch nichts und fragte auch nicht nach, was Schwester Valeria unter "Aufräumen des Tatortes" genau verstanden hatte. Es war auch nicht leicht zu verstehen, dass sie einen Moment lang gedacht hatte, alles ungeschehen zu machen und die Ordnung wieder herzustellen zu können, in dem sie tat, was sie tat.

    Doch da der Caesar Augustus und Pontifex Maximus nun konkrete Maßnahmen anordnete, nickten beide Priesterinnen eifrig: Ja, die Kooperation hätte schon begonnen, und in der Casa Mamilla wüssten sie Bescheid, dass der Medicus käme.

    In den Händen der Urbaner würde nun liegen, dass ein Schuldiger präsentiert werden konnte. Aber das war Politik, und Maximilla verstand nichts von Politik, aber dass der Friede mit den Göttern wieder hergestellt werden würde, das verstand sie. Die heillose Welt würde wieder heil werden, und dieser tatkräftige Mann, der Auserwählte der Götter,Aquilius Severus Augustus, würde dafür sorgen.

    Valeria Maxilla schloss einen Moment die Augen vor Erleichterung:

    "Ich danke dir, Vater", sagte sie, und dann dachte sie, dass die Heilung nur für alle anderen galt, nicht aber für sie. Sie musste damit leben, sich doppelt schuldig zu fühlen: Weil sie den Mord nicht hatte aufhalten können, doch noch mehr an dem, was danach geschehen war.

    Schwester Papiria tätschelte kurz beruhigend Maximillas Hand. Dann warteten beide Frauen, ob es noch weiteres zu besprechen gab oder ob der Kaiser sie entließ.

  • Die beiden Frauen wirkten zufrieden. Nun wusste auch der Kaiser nicht so recht weiter. Das eine war Politik, das konnte er. Kultische Fragen nicht! "Gibt es noch etwas? Müssen wir noch eine neue Jungfrau als Ersatz finden? Oder die Bestattung planen?" fragte er daher deutlich unentschlossener in die Runde. Das war ja hoffentlich nicht ihre erste Schwester, die im Dienst starb!

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  • Diese Frage beantwortete die Sacerdos Vestalis Papiria. Tatsächlich starben weniger Schwestern im Dienste,als man annehmen mochte, da sie bei ihrer Auswahl gesund sein mussten und körperlich nicht den geringsten Makel aufweisen durften. Und von den Gefahren des Gebärens, das so viele junge Frauen dahinraffte, waren sie naturgemäß befreit:


    "O Vater, eine Vestalin, die der Tod in ihren Dienstjahren erteilt, erhält ein funus publicum, ein Begräbnis auf Staatskosten. Doch im Gegensatz zu dem Gepränge für verdienstvolle Bürger, findet ihr Begräbnis im Geiste der Zurückgezogenheit statt, welches einer Vestalischen Jungfrau ansteht. Keine Soldaten begleiten den Zug, keine Bilder der Ahnen werden gezeigt und natürlich kämpfen keine Gladiatoren.
    Beigesetzt wird sie in unserer gemeinsamen Begräbnisstätte innerhalb des Pomerium. *

    Und dann sollte eine Jungfrau berufen werden. Diese Jungfrau muss allerdings nicht in jugendlichem Alter sein; es schickt sich durchaus, dass ihr Alter dem der Verschiedenen entspricht.**

    Und aus dem Kreise von uns Priesterinnen bestimmst du in deiner väterlichen Weisheit die neue Virgo Vestalis Maxima."


    Sim-Off:

    * Quelle
    **LEX IUNIA ET SCRIBONIA DE VESTABLIBUS, doch, anscheinend kein geltendes Recht im IR.

  • "Verstehe." antwortete der Kaiser und nahm sich vor, das Thema mit dem Pontifex pro Magistro zu besprechen. "Gibt es dafür irgendwelche Fristen?"

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  • "Es gibt keine festgelegten Fristen, sondern es ist die göttliche Vesta, die uns leitet, Vater.", erwiderte Schwester Papiria: "So vertrauen wir Virgines Vestales auf deine Weisheit, da wir unter deiner Gewalt stehen und auf die Inspiration der Göttin, die Roma beschützt, dass die Entscheidungen zur richtigen Zeit getroffen werden."

    Die Totenwache dauerte sieben Tage wie bei anderen Bürgern in vergleichbarer Stellung auch, und danach würden die Reinigungsriten und Opfer stattfinden müssen, um die kultische Reinheit wieder herzustellen.

  • "Gut." Der Kaiser war mit dieser Aussage zufrieden. "Dann warten wir auf Vesta." Was immer das hieß.


    Er spielte nachdenklich an seinem Mercurius-Medaillon. Der Gott des Handels war ihm immer näher gewesen als die Herrin des Herdfeuers. "Das heißt ich sollte eine Grabrede vorbereiten und ihr informiert mich, wann und wie das Funus publicum stattfindet. Und ich sorge dafür, dass der Fiscus das nötige Geld locker macht." Er sah zu seinem Privatsekretär, der eine entsprechende Notiz machte. "Oder muss ich noch etwas tun?"

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  • Schwester Papiria schloss kurz die Augen zum Zeichen der Verneinung: "Danke Vater für deine Worte.", sprach sie: "Und wir danken dir dafür, dass du unserer verstorbenen Maxima solch ein großzügiges Begräbnis zukommen lässt. Wir werden dich darüber informieren, wenn der Tag angesetzt ist.", sie zögerte einen Moment, bevor sie noch anfügte:

    "Die Beziehungen unserer Schwesternschaft zu ihrem Vater waren nicht immer gleich intensiv: Es macht mich sehr froh, wie gütig du die junge Discipula Valeria und mich heute aufgenommen hast. Deine Gemahlin, Veturia Serena Augusta, liebt und beschützt uns schon seit langer Zeit. *
    Wir bitten dich in diesen schweren Tagen auch um deinen besonderen Schutz und Beistand. Der Anschlag auf die Maxima hat uns im Mark erschüttert. Vielleicht wäre es möglich, die Anzahl der Liktoren zu erhöhen, die dem Atrium zur Verfügung steht?"



  • Der Kaiser war erleichtert, dass er sich nicht selbst um die Bestattung kümmern musste. Eine Laudatio Funebris würde sich wohl kaum vermeiden lassen, aber immerhin übernahmen die Vestalinnen den organisatorischen Teil, wie es schien.


    Der nächste Schritt traf ihn dann aber wieder so unvorbereitet wie die Nachricht vom Tod der Decima. Liktoren erhöhen war eine schwierige Sache: Immerhin bedeutete die Zahl der Liktoren auch den Rang der begleiteten Person! Soweit er wusste, hatte kaum ein Priester mehr als einen Liktoren. Wenn er da nun die Vestalinnen begünstigte, könnte sich ein Flamen oder dergleichen beschweren... "Die Bestellung eines Liktoren ist nicht so einfach, denke ich. Ich kann aber einige Praetorianer in zivil entsenden, die das Atrium Vestae diskret bewachen und euch begleiten können." schlug er daher vor. Prätorianer waren sowieso effektiver und weniger in die traditionelle Ordnung des Staates eingebunden. Und damit flexibler!

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  • Schwester Papiria blinzelte den Kaiser an, bevor sie den Kopf etwas senkte und sprach: " Praetorianer ...hmm, das sind ja...nun stattliche Erscheinungen, die eventuell.......hmmm, also es wäre gut, wenn es ältere Veteranen wären. Mindestens vierzig, besser fünfzig Jahre alt Zumindest wenn sie das Atrium Vestae selbst betreten und die Priesterinnen begleiten.

    Es ist nicht so, dass wir den Anblick von Männlichkeit nicht gewöhnt sind; immerhin stehen uns im Circus Ehrenplätze in vorderster Reihe zu, aber nicht der Schatten eines Verdachtes darf...du verstehst.

    Bisher ist es so, dass das Atrium Vestae tagsüber für Besucher geöffnet ist, und dass wir darauf verzichtet haben, Leibesvisitationen durchzuführen, doch angebracht der veränderten Lage... Schwester Valeria sagte, die Mörderin der Maxima habe sie angesehen, als würde sie uns alle hassen, könnte auch das angebracht sein. Vielleicht gibt es noch mehr Feinde des Menschengeschlechts wie diese Täterin da draußen.

    Wir danken für deine Großzügigkeit, Vater. Unter dem Schutz der Praetorianer werden wir uns sicherer fühlen."


    Maximilla hörte ihren Namen und schaute auf. Wieder war sie abgedriftet in jenes Grau, indem Erinnerungsfetzen und Geräusche sie umgaben. Sie schalt sich und zwickte sich heimlich kräftig in den linken Unterarm, doch das Gefühl ließ nicht nach. Das war beängstigend, da der Dienst an Vesta ihre volle Konzentration erforderte, und sie zwickte sich gleich noch mal.

  • Wäre die Situation nicht so ernst gewesen, hätte der Kaiser wahrscheinlich verschmitzt gegrinst, als die Vestalin auf das Verführungspotential seiner Garde anspielte. Er persönlich fand zwar auch manche ältere Veteranen noch recht knackig. Aber er nickte.


    "Na, vielleicht war es auch schlicht eine Einzeltäterin." versuchte er dann die beiden Schwestern zu beruhigen. "Bis dahin werde ich einige Männer abstellen, die euer Atrium bewachen."

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  • Maximilla wunderte sich, dass die ältere Vestalin sich noch Sorgen um die Sittsamkeit der Schwestern machte. War nicht durch jenes Prodigium, jener Bluttat, der Friede mit den Göttern selbst zerbrochen? Was wog da der Anblick von Soldaten, mochten sie auch in stolzer Jugendkraft stehen?


    Die Gegenwart des Caesar Augustus beruhigte derweil Schwester Papiria; vielleicht würden er in seiner Eigenschaft als Pontifex Maximus gar die Sybillinischen Bücher konsultieren, um zu erfahren, welche Sühne zu tun war oder die Götter würden sich ihm auf andere Weise kundtun, da war sie wesentlich zuversichtlicher als die junge Schwester Valeria:

    "Eine Einzeltäterin - vielleicht.", sagte sie: "Aber so wie ein faules Ei andere Eier verdirbt, so ist die Brut dieser Frevler in unserer Stadt erstanden und hat die Reinste der Reinsten dahingestreckt. Wo dieser Hass geboren wurde, gibt es noch andere, die hassen, dessen bin ich mir sicher. Wir danken dir, Vater für deinen Schutz."


    "Bitte lass uns wissen, Vater, was getan werden wird, um unsere Götter wieder auszusöhnen.", bat nun Schwester Valeria den Caesar Augustus, und Schwester Papiria nickte dazu. Auch nach der angemessenen Trauerzeit für die Vestalis Maxima würde eine Zeit ernster Besinnung im Atrium Vestae regieren, und selbst die kleineren Vergnügungen der Vestalischen Jungfrauen wie gemeinsame Essen würden strengem Dienst, vermehrtem Studium und einer, wenn überhaupt möglich, noch eifrigeren Befolgung aller Vorschriften weichen.

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