• Wie es auch sein Neffe Meridius vor einiger Zeit machen musste, lies Mercator die Familie hier im alten Tablinum versammeln um sich von ihnen schweren Herzens zu verabschieden. Während Gallus die Familie zusammentrommelte setze er sich noch einmal hin und lies seinen Blick durch den Raum schweifen. Oft hatte er hier gesessen, wenn er nach hektischen Tagen die Ruhe sucht. Und ruhig war es auch an diesem Tag. Er atmete tief durch und wartet auf das Eintreffen der Familienmitglieder…..

  • Gallus hatte mich gerufen und mit mitgeteilt dass ich doch bitte ins Tablinum komme sollte.
    Ich klopfte an der Türe und trat ein.
    Vater sass auf einem Stuhl, sein Kopf ein wenig gesenkt.
    Er wirkte sehr nachdenklich und ein wenig bedrückt.


    "Vater, hier bin ich. Du hast uns rufen lassen?"

  • Auch Lucilla betrat das Tablinum, nachdem sie von Gallus benachrichtigt worden war. Neben ihrem Onkel war auch Martinus schon anwesend. Sie grüßte die beiden, neugierig, um was es bei dieser Familienversammlung gehen mochte.

  • Alle wahren hier und schauten Mercator erwartungsvoll an. Er wusste nicht recht wie er anfangen sollte. Ziemlich zögernd und stotternd begann er zu reden und entschied sich es kurz und schmerzlos raus zu sagen.


    „Meine Lieben, ich habe euch kommen lassen um euch mitzuteilen, dass ich Tarraco verlasse und nach Rom gehen werde. Ich wurde vom Kaiser in den Ritterstand erhoben und werde am kaiserlichen Hof den Posten des Magister Officiorum übernehmen.“


    Mercator wartete die Reaktionen der anderen ab bevor er weiter sprach…..

  • Erstaunt dass vater nach Rom gehen würde senkte ich ein wenig meinen Kopf. Es war ein grausamer Gedanke so weit von vater getrennt leben zu müssen.
    Doch wollte ich es mir nicht richtig ankennen lassen wie sehr es mich betrübte dass er weg von Tarraco gehen wird.

    "Ich gratuliere Dir, Vater! Herlichen Glückwunsch!
    Ich bin sehr stolz auf dich!"


    Ich war gespannt was da noch kommen würde.
    Plötzlich warfen sich so viele Fragen auf.
    Wer wird denn dann unsere Familie leiten? Meridius war doch auch fort, und Livia war ebenfalls in Rom. Auch Livianus war in Numantia stationiert. Mir lief es ein wenig kalt den Rücken herunter bei diesem gedanken.

  • Lucilla strahlte übers ganze Gesicht. Vom Kaiser in den Ritterstand erhoben und an den kaiserlichen Hof gerufen! Welch eine Ehre für ihren Onkel.


    "Das ist wahrlich eine fabelhafte Nachricht, Onkel."


    Dann jedoch wurde ihr bewusst, was dies bedeutete. Rom war weit weg. Dies hatte sie selbst erleben müssen. Und kaum war sie hier, schien ihre ganze Familie nach Rom zu gehen.


    In ihrer Freude getrübt fuhr sie fort: "Doch es ist sehr schade, dass du Tarraco dafür verlassen musst."

  • "Ja, da führt kein Weg dran vorbei. Aber keine Angst, ich werde euch sicher so oft wie möglich besuchen kommen."


    Mercator schaute Lucius an.


    "Mein Sohn! Solange bis Meridius oder dein Onkel Proximus zurück kommen übertrage ich dir die Führung der Gens. Pass bitte auf alle auf und nimm dich vor allem Maximian an.“

  • Ein wenig überrascht dass mir diese ehrenvolle Aufgabe übertragen wurde sagte ich:


    "Vater, es ist mir eine Ehre diese Aufgabe übernehmen zu dürfen.
    Ich werde mich sorgfältig und gewissenhaft darum kümmern."


    Dann wurde mir bewusst dass Vater, so wie es aussah, sehr bald schon nach Rom reisen wird.


    "Vater, wann wirst du die Reise nach Rom antreten? Kann ich dir behilflich sein Vorbereitungen dafür zu treffen? Kann ich dir etwas helfen?"

  • Maximian war der Neuigkeit seines Großonkels mit erfreutem Gesichtsausdruck und Glückwünschen gefolgt. Er verbot es sich, Mercator die Frage zu stellen, ob er ihn nicht vielleicht mitnehmen wollte. Nicht für immer, aber für ein paar Monate in Rom hätte Maximian viel gegeben. Dennoch befürchtete er, dass das nicht möglich gewesen wäre. Sein Vater wäre wahrscheinlich nicht sonderlich erbaut gewesen, wenn Maximian sich in der Weltgeschichte herumtrieb, aber nicht lerne Tarraco als seine neue Heimat anzusehen.


    So lächelte er nur, wenn auch ein bissl mit leicht gedrückter Stimmung und verfolgte weiterhin.

  • Mit dem Brief von Meridius in der Hand zog ich mich ins Tablinum zurück um ein Antwortschreiben aufzusetzen.



    Lieber Meridius!


    Ich danke Dir im Namen aller Familienmitglieder für Deine Grüsse und Deine Nachricht aus Numantia.


    Obwohl wir uns alle über den Wetterumschwung sehr freuen, sehen wir dies leider auch mit einem weinenden Auge da nun der Feldzug gegen Sertorius weitergehen wird.


    Wir alle beten für Euch, im speziellen für Dich, Livianus, Primus und Proximus dass Euch die Götter beistehen mögen und Ihr siegreich aber gesund und unversehrt nach Hause kehren werdet.


    Lieder muss ich Dir mitteilen dass sich Dein Scriba hier nicht mehr hat blicken lassen. Mir persönlich war es seit wich wieder hier bin nicht möglich ihn kennenzulernen.
    Vielleicht solltest Du Dich wirklich nach einem neuen Scriba umhören.
    Sollte ich Dir dabei irgendwie behilflich sein können so lass es mich bitte wissen.


    Um Dich auch in Punkto Tempelbau auf den Stand der Dinge zu bringen, so kann ich Dir mitteilen dass die Tempelweihe soeben erfolgt und die Grundsteinlegung bevorsteht.
    Das Bauvorhaben sollte also bis zu Eurer triumphalen Rückkehr fertiggestellt sein.


    Bitte passt gut auf Euch alle auf, mögen Euch die Götter beistehen!


    Vale
    Lucius Decimus Martinus




    Ich legte die beiden Briefe im Tablinum zur Archivierung ab.

  • Ich folgte meinen neuen Herrn. Nun war ich gespannt, welche Aufgaben ich zu erledigen hätte. In der Zwischenzeit schaute ich, diesen riesigen Raum an.

  • Ich verbeugte mich und sprach zu meinen Herrn.

    "Wie ich bereits am Markt erwähnt habe, werter Herr. Bin ich mit den sieben freien Künsten vertraut. Des weiteren habe ich ein wenig Erfahrung im Ackerbau, besonderes Augenmerk wäre der Weinanbau."

  • Meridius dachte nach.


    "Ach ja, stimmt, du sagtest es bereits."


    Er blickte ihn an.


    "Würdest Du Dir zutrauen meinen Sohn zu unterrichten? Ich denke zwar immer noch daran, einen griechischen Lehrer zu verpflichten, doch bis sich einer findet, der meinen Ansprüchen genügt, könntest Du das doch machen, oder?"

  • "Decimus Maximian ist siebzehn Jahre alt."


    Meridius blickte den Sklaven an. Er schien nicht viel älter zu sein.


    "Nun, ich rede offen. Ich habe erst vor kurzem erfahren, dass ich einen Sohn habe. Dort wo er vorher lebte, hat er mit Sicherheit nicht die Ausbildung erhalten, die der Sohn eines Senators üblicherweise erhalten sollte."

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!