"Na dann wäge ich mich ja in Sicherheit, wenn du mich denn schon so gut kennenlernen willst. Die anderen Kandidaten wären damit aus dem Rennen."
Nun hatte sie sich doch verplappert. Ein kleiner Triumph war Furianus in diesem Augenblicke sicher.
"Na dann wäge ich mich ja in Sicherheit, wenn du mich denn schon so gut kennenlernen willst. Die anderen Kandidaten wären damit aus dem Rennen."
Nun hatte sie sich doch verplappert. Ein kleiner Triumph war Furianus in diesem Augenblicke sicher.
Er lächelte.
"Dies musst du schon selber herausfinden, Claudia."
Und dieser herbe "Schlag" ließ ihn sich wieder ein Stück weiter von ihr entfernen.
"Wenn du die Wahrheit hören willst, dann sage ich: mitunter."
Er ging wieder zu seiner Kline und nahm Platz.
"Natürlich solltest du wissen, dass ich noch andere Qualitäten besitze als charmant zu sein."
"Freut mich. Ein strakes Reich braucht einen starken Kaiser."
Mit diesen Worten erhob er sich und nahm sich die Kanne mit Wein, goß Beiden nach.
"Eigentlich ist diese Arbeit eines Sklaven würdig, doch kann ich wie bereits erwähnt nicht lange liegen."
Lächelnd stellte er die Kanne ab und bückte sich dann zu Claudia.
"Außerdem erfasse ich durch verschiedene Betrachtungsweisen deine Schönheit umso mehr."
Frauen zu bezirzen gefiehl ihm außerordentlich, besonders bei dieser.
Amüsiert lächelte er.
"Wenn das so ist, dann würe ich dies gerne miterleben."
Sagte er mit einem Zwinkern. Die Vorstellung daran entlockte ihm ein weiteres Lächeln.
"Aber leider ist es mir ja verwehrt jenem Ereignis beizuwohnen. Doch wie geht es unserem Pontifex Maximus? Es kursierten die Gerüchte er sei in letzter Zeit krank gewesen."
Diesen Gerüchten glaubte Furianus nie, doch war schien sich dieses verfestigt zu haben. Wahrheit fehlte Rom, das stellte er auch schon fest, leider.
Eine Olive bahnte sich ihren Weg zu seinem Mund.
"Eine gute Einstellung, CLaudia. Meine Bewunderung zu dir wächst stetig."
Er nahm sich auch einige Trauben, blickte sie dabei lächelnd an.
"Auf der Rostra geschehen Dinge, denen eine Frau doch lieber nicht ausgesetzt werden dürfte. Verschiedene Gruppierungen disputieren um Beschlüsse, Gesetze und manchmal auch nur um im Munde des Pöbels zu sein. Wahrlich keine gute Umgebung für eine Frau."
Gerade wollte er sagen "Hilf mir dabei." Unterliess diese Bemerkung jedoch. Es war wohl nicht angebracht.
"Du hast Recht, Claudia."
Er streckte sich ein wenig und nahm einen weiteren Schluck.
"Interessierst du dich für die Politik?"
"Gut, hier sind Decken, Leitern, Äxte, Hakenstangen und Eimer. Das Feuer wird nicht groß sein, sodass du die Siphones nicht brauchen wirst."
Gerade wollte er den Befehl zum Anzünden geben, als er sich noch umdrehte.
"Ahja, dir stehen 10 Männer zur Verfügung. Ich will Einsatz sehen, die führst."
Mit einem Ruck seines Armes schnellten die 10 Männer zum Probaten und erwarteten weitere Befehle von ihm. Sogleich wurde das Feuer entzündet.
Und Furianus begab sich ein Stück weiter zurück, um alles besser überblicken zu können.
Mit einer lässigen Handbewegung deutete Furianus auf das Holzhaus.
"Dies ist deine Prüfung, Probatus. Solltest du sie mit meiner Zustimmung schaffen, so wirst du in die Einheit aufgenommen. Deine Zeiten als Probatus werden dann bäldigst vorbei sein."
Er hilet kurz inne.
"Solltest du es jedoch nicht schaffen, so glaube mir, bei den Göttern werde ich dich plagen und quälen."
Ein wenig Angst half immer, spornte sogar an.
Ein Grinsen durchzog sein Gesicht.
Diese Frau war voller Überraschungen. Und das gefiehl ihm.
"Ich verstehe."
Nickte er und machte sich an eine lukanische Wurst, die auch sofort verschlungen wurde. Müde war er keinesfalls, doch überkam ihn ein leichtes Gähnen.
"Auf der Kline zu liegen macht mich des Abends immer schläfrig. Ich muss mir diese Angewohnheit wohl abschaffen."
Sicherlich kein gutes Konversationsthema, doch fiehl ihm im Moment nichts Besseres ein.
Furianus musterte ihn noch mit einem strengen Blick.
"Wie ich hörte hast du dich des Nachts aus der Casta entfernt. Dies darf nicht wieder vorkommen. Und Trunkenheit wird hier schon gar nicht geduldet! Ist das Klar?!"
Diese Saufenbolde in der Rüstungskammer machten ihm schon damals zu schaffen. Wiederholen sollte sich das nicht.
Kannst die Castra verlassen, aber nicht in der Nacht, da du ja Dienst haben könntest. Außerdem schläft man im Lager.
Furianus lachte.
"Nun, meiner Meinung nach arbeitet sie. Sogar nicht schlecht."
Er trank noch einen Schluck.
"Nehme ich richtig an, dass es in deinem Hause ungehorsame Sklaven gibt?"
Mit einem Lächeln wandte er sich an sie.
"Motivation? Inwiefern?"
Und ein Schluck des Vinums folgte, wobei er sie interessiert ansah, nicht aus den Augen verlor.
Früh am nächsten Morgen machte sich der Optio Flavius in alter Frische auf den Übungsplatz auf.
Die Sonne schien sperrlich durch die Wolkenmauer und leichter Nebel herrschte an jenem Tag.
Mit einem langen Atemzug sog Furianus diese Frische auf, strich sich durch die Haare und klopfte sich sachte mit seinem Optiostock auf die Handfläche seiner rechten Hand.
Probatus Didianus ließ sich wohl viel Zeit und dies verschlechterte Furianus`Laune umso mehr.
Der Platz war leer und still, ein provisorisches Holzhaus wurde schon am Vortag aufgebaut. Verkleidet mit Holzpanellen und im Inneren Stroh, stand dies Haus zu Übungszwecken. Auf eine Siphone verzichtete Furianus, da der Probatus sowieso mit den einfach Gerätschaften hantieren müsste, da er noch relativ frisch in diesem Gefilde war.
Die Schläge auf seine Handfläche wurden immer heftiger und Zorn breitete sich allmählich aus.
ZitatOriginal von Marcus Claudius Arbiter
Neue Kunde kommt vom Forum Romanum. Die Stimmenauszählung der Curusus-Honorum-Wahlen waren beendet. Für meine Neffen, Claudius Vesuvianus hatte es für den Moment leider nicht gereicht. Eine Stichwahl wird die Entscheidung bringen. Aber Furianus kann man gratulieren. Ich suche ihn in der Menge und trete zu ihm hin.
"Furianus, ich gratuliere Dir zu Deinem glänzenden Sieg. Es ist ein wichtiges und großes Zeichen, dass gerade Du", und dabei senke ich die Stimme, "als Patrizier", wonach die Lautstärke wieder einen normalen Status einnimmt, "ein derart gutes Resultat einfahren konntest."
Ein Sklave unterrichtete Furianus schon früh von dieser erfreulichen Kunde und er stand nun grinsend mit dem Becher in der Hand. Besann sich dann aber wieder als ihn ein älterer Herr ansprach.
"Ich danke euch..."
Den Namen wusste er nicht.
"Sicher, ich bin mir dessen bewusst. Und natürlich schmeichelt mir dies Ergebnis nicht ungemein. Ich muss zugeben, dass ich selbst ein wenig verblüfft war, als ich es erfuhr, es war so unerwartet, so unglaubwürdig."
Verwundert blickte Furianus auf, als er gerade etwas essen wollte.
"Was veranlasst dich zu solch einer Annahme?"
Und er biss in einen Huhnschenkel hinein, der heute wieder vorzüglich schmeckte.
Besorgt schüttelte er bei ihrer Antwort den Kopf.
"Ich hoffe doch, dass es dir wieder gut geht. Der Winter hier ist zwar nicht mit dem in Britannia zu verlgeichen, doch sollte sich solch eine zieliche Frau wie du hüten."
Dabei strich er ihr sanft über die Schulter, wandte sich dann aber kurz zu der Sklavin zu.
"Nein, du kannst gehen."
Sagte er kalt.
Ob er ihr die erste Aussage so ganz glauben konnte wusste er nicht so recht, verdrängte jene Gedanken aber sogleich und lehnte sich auf den Ellebogen.
"Natürlich. Als Queastor habe ich wohl viel zu tun, Liebes. Ich bin ein wenig enttäuscht dich nicht auf der Sponsalia von Flavius Gracchus und Claudia Antonia gesehen zu haben."
Die Skavin müsste wohl im nächsten Augenblick erscheinen, hoffte er zumindest.
Furianus`Lächeln verflog sogleich.
"Ein Optio untersteht dem Centurio und leitet die Ausbildung der Soldaten."
Dann blickte er zum Eingang und wunderte sich warum die Sklaven heute so lange brauchten.
"Wenn das so ist."
Gab er leise zurück und man konnte sehen, dass ihm das Thema recht egal zu sein schien. Es war eher die Tatsache sich mit ihr unterhalten zu können, die ihn dazu bewog.
"Wusstest du denn schon, dass ich nun Optio bin? Ein wirklich amüsanter Posten diese Rekruten zu scheuchen."
Den unangenehmen Teil dieser Tätigkeite ließ er weg. Dies war ein Tag des Feierns und Unangenehmes hatte keinen Platz.