Durus saß da und hörte ein wenig ungläubig die Worte seines Freundes Furianus. Offensichtlich hatten sie sich ein wenig entfremdet, dass dieser ihm jetzt in den Rücken fiel. Er hätte ruhig betonen können, dass er die Angelegenheit mit dem Kommando nicht abgesprochen hatte, doch sich direkt gegen ihn auszusprechen? Das fand er doch etwas ärgerlich.
Das Übrige hingegen war mehr oder weniger berechtigt. Natürlich hätte Durus niemals so undiplomatisch so viele Namen genannt, sondern wäre allgemeiner geblieben, aber dennoch musste er nun eine Lanze für seinen Freund brechen.
"Ich sehe keinen Grund, warum er die Würde des Senat beschmutzt. Ich kann mich ebenfalls an keine Beweise für eine fingierte Abrechnung oder falsche Berichte erinnern - vielmehr ist es so, dass du diese Zweifel geäußert hast. Damit sind sie nicht automatisch wahr. In dubio pro reo ist auch hier unumstößlicher Rechtsgrundsatz! Abgesehen davon halte ich es für höchst unwahrscheinlich, dass kein Beamter oder Offizier sich dahingehend beim Imperator Caesar Augustus als obersten Proconsul gemeldet hätte, wenn dem so wäre. Ich verbitte mir also diese Polemik.
Ich stimme zu, dass seine Kritik ein wenig harsch ist, dennoch kann ich verstehen, dass er sich beleidigt fühlt durch die Behandlung durch den Senat, die statt zu fragen lieber wilde Mutmaßungen anstellt, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen.
Schließlich muss ich noch einmal unterstreichen, dass ein Quaestor nicht geeignet ist, einen Proconsul zu kontrollieren, wie auch ein Centurio wohl kaum einen Legatus Legionis kontrollieren kann. Es gibt auch im Zivilbereich eine strikte Befehlskette und wenn er etwas zu verbergen hätte - was er zweifelsohne nicht hat - dann könnte er den Quaestor mit Leichtigkeit davon fernhalten. Wenn es begründeten Zweifel an seiner Amtsführung gäbe, könnte einzig ein Corrector oder ein Legatus Augusti Klarheit schaffen. Es ist also genauso sein Recht, gegen die Entsendung eines Quaestor Provincialis in seine Provinz zu sein, wie es du im letzten Jahr warst."