Beiträge von Manius Tiberius Durus

    Durus nahm wortlos den Brief entgegen und sah kurz auf, als er zu dem Satz mit dem Für-Quintus-Sprechen gekommen war. Offensichtlich vertraute Quintus diesem Freigelassenen im höchsten Maße. Aber das war für ihn kein Problem - von einem dahergelaufenen Ex-Sklaven würde er sich kaum hereinreden lassen.


    "Danke, du kannst dich entfernen - der Maiordomus wird dir einen Schlafplatz zuweisen."


    Er legte den Brief zur Seite und sah noch einmal auf.


    "Oder gibt es noch etwas?"

    Durus wollte gerade antworten, als es an der Tür klopfte. Durus rief ein


    "Herein!"


    und fragte sich, wer ihn so früh am Morgen störte. Dann antwortete er, ehe die Tür sich öffnete.


    "Heute Nachmittag. Aber ich bleibe nicht besonders lange - eher ein kleiner Besitz-Antritts-Besuch. Wie lange genau, kann ich noch nicht sagen."


    Als er das gesagt hatte, bemerkte er, dass alles sehr vage und nicht gerade einladend wirkte. Deshalb fügte er hinzu:


    "Wenn es diesmal schwierig ist, könntest du mich auch demnächst nach Misenum begleiten - dort habe ich in jedem Falle etwas mehr Zeit."


    Sim-Off:

    war eig. meine Erklärung für die Abwesenheit, wenn auch unnötigerweise ;)

    Zitat

    Original von Quintus Tiberianus Cato
    Ich trat nach einem kurzen Moment des Zögerns ein. Mir war wirklich nicht wohl bei dem Gedanlen daran, welche Rolle mir mein Patron zugedacht hatte, denn er hatte mir eine Menge Verantwortung zu gedacht, mehr als mir gefiel, aber auch mehr, als manch anderen von höherem Stand gefallen würde.

    "Senator Tiberius Durus, ich habe eine Nachricht von meinem Patron, Tiberius Vitamalacus, für dich."


    Ich war mir nicht sicher, ob er überhaupt wusste, wer ich war.


    Durus wusste tatsächlich nicht, wer dieser Bursche war, der hier in sein Tablinium schlich. Offensichtlich ein Bote...also lehnte er sich zurück und harrte der Dinge, die da kommen würden. Vermutlich ein Brief aus Parthia...


    "Dann berichte."


    antwortete er folglich.

    Der tiberische Reisewagen hielt vor dem Anwesen, an dessen Pforte bereits ein großes Aufgebot an Sklaven wartete. Jeder trug seine beste Kleidung - schließlich wollte man dem ankommenden neuen Herrn imponieren!


    Doch dieser entstieg kommentarlos dem Gefährt, ignorierte den Spalier und wandte sich direkt an seinen Vilicus Naso. Über die Lage, Fruchtbarkeit, Ausstattung und Freizeitmöglichkeiten plaudernd verschwanden beide im Haus und die Sklaven machten sich wieder an die Arbeit.


    In den folgenden Tagen durchwanderte Durus ausgiebig die Ländereien, die zu seiner neuen Villa gehörten. Hier und da sprach er auch mit dem ein oder anderen Sklaven, sodass er ein gutes Bild von seinem Neubesitz erhielt.


    Sim-Off:

    bin bis Sonntag weg!

    | Lydas


    Am Ofen hatte Lydas die Aufsicht. Ursprünglich hatte er als Sekretär gearbeitet, doch da er eine zu große Klappe hatte, hatte sein ehemaliger Herr ihn als Arbeitssklaven verkauft. Jetzt stand er Tag und Nacht neben eine glühend heißen Ofen und koordinierte die Tragesklaven - beziehungsweise er half den schmächtigen Gestalten, ihren Korb in den Feuerschlund zu leeren.


    Diesmal entdeckte er wieder ein neues Gesicht und lächelte sofort.


    "Oh, wer bist du denn? Hat der Alte wieder 'mal Frischfleisch gekauft?"


    kaum hatte er dies gesagt, begann er zu husten - eine Rauchschwade war aus dem offenen Ofen gekommen.





    SKLAVE – GENS TIBERIA

    | Canis
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    Offensichtlich interessierte es diesen kleinen...kleinen... - Canis kam überhaupt kein passendes Wort dafür in den Sinn - nicht. Er hatte alles wie immer gemacht, aber jetzt...


    "Pass du auf, wo du deine Drecksgrabscher hintust!"


    erwiderte er, denn er roch den rauchigen Geruch der Hypokausten-Sklaven, die wohl einen der anstrengendsten Arbeiten im Hause verrichteten.





    SKLAVE – GENS TIBERIA

    Durus saß auf der Verteidigerbank und lauschte den Worten seines Klienten. Hatte der Alte zu Beginn noch ebenso gebrochen gewirkt wie im Kerker, wo Durus ihn besucht hatte, schien er nun seine Energie zurückgewonnen zu haben und wetterte gegen den Imperator, die Verwaltung, selbst gegen seine Verbündeten.


    Zusätzlich ließ er es außerdem nicht aus, den Iudex Prior zu beleidigen und damit auch nur jedes Fünkchen von Wohlwollen zu zerstören. Dennoch...irgendwie beeindruckten die Worte des Sulla den Tiberier. Genaugenommen war es tatsächlich so, dass der Kaiser über jedes Recht erhaben war. Aber war er nicht vielleicht zu mächtig? Diese Gedankengänge wurden jedoch jäh vom Erscheinen des ersten Zeugen, einem Niemand aus der Provinz unterbrochen. Die Aussagen, die dieser zu Protokoll gab, waren ebenso undeutlich wie subjektiv, sodass Durus eigentlich erwartete, dass Sulla diese Anschuldigungen zerpflückte, wo er doch einen so gebildeten Eindruck machte.
    Aber wieder enttäuschte ihn sein Klient. Ohne auch nur eine Frage zu stellen ließ er es zu, dass der nächste Zeuge geladen wurde - und zugleich Durus' letzter Klient.


    Was nun kommen würde, fand Durus äußerst interessant.

    Da Strabo keine Anstalten machte, das Plädoyer an sich zu reißen, erhob sich Durus erneut. Nachdem er seine Ruhe wieder gefunden hatte, hatte er ein wenig nachgedacht, was wohl tatsächlich hinter diesem Aufstand steckte und dass der Proconsul offensichtlich doch eine wichtige Rolle spielte. Ein paar Notizen und...fertig war die Abschlussrede.


    "Verehrte Iudices, verehrte Accusatio, verehrte Zuhörer,


    zum Ende dieser Verhandlung möchte ich noch einmal der Anklage wiedersprechen und darauf hinweisen, dass Pompeius Strabo um eine Audienz gebeten hat, um den Augustus selbst von seiner Reue zu überzeugen.


    Im Laufe der Verhandlung wurde wohl klar, dass dieser Fall - so eindeutig er wirken mag - in keinster Weise seperat zu betrachten ist, sondern vielmehr aus den verschiedenen Umständen heraus, die in Hispania herrschen, ergeben hat.


    Selbstverständlich steht zweifelsfrei fest, dass der hier Angeklagte diese furchtbaren Taten, die das ganze Imperium Romanum in Schrecken versetzt haben, begangen hat. Auch steht fest, dass dies auch nicht durch die mögliche Unfähigkeit der Provinzführung zu rechtfertigen ist.


    Dennoch endet dieser Prozess mit einer neuen großen Unsicherheit, die den Senat und das Volk von Rom möglicherweise noch längere Zeit beschäftigen werden. Als Advocatus von Pompeius ist es wohl meine Pflicht, seinem letzten Wunsch um die Klärung der Zustände in Hispania nachzukommen und bei der Aufdeckung der Unregelmäßigkeiten mitzuhelfen.


    Daher bleibt mir nur noch zu sagen: Das Urteil darf gefällt, jedoch nicht beiseite gelegt werden."


    Zuletzt sah er zu Strabo, wie dieser wohl sein Plädoyer aufnehmen würde, dann ging sein Blick über die Menge hinauf zur Richterbank. Der Praefectus war nun an der Reihe.

    Durus saß an seinem Platz und hörte sich die Ausführungen seines alten Freundes an. Selbstverständlich hatte er daran nichts auszusetzen - außer vielleicht...


    Er erhob sich und wählte die förmliche Anrede.


    "Senator Flavius, ich hätte eine Frage:


    Ist es nicht unglaublich schwierig, das Brot aus allen Bäckereien unseres gewaltigen Reiches zu beschaffen? Schon allein der Verwaltungsaufwand wäre gewaltig.


    Vielmehr würde ich vorschlagen, einige Bäckereien mit entsprechenden Kapazitäten in den Händen von römischen Bürgern die Lieferrechte zu überlassen. Römisches Brot für römische Bürger!


    Nun war es an Durus, zu ersehen, wie sein Änderungsvorschlag aufgenommen werden würde.

    Auch Durus war sofort aufgesprungen, als Avarus die neue Kunde verbreitet hatte. Daraufhin hatte er ein wildes Gespräch mit seinem Nachbarn begonnen, das alle möglichen Möglichkeiten für den Hintergrund jenes furchtbaren Verbrechens erörterte.


    Erst als der Consul eingeschritten und Octavius Victor das Wort ergriffen hatte, kam Durus zum Schweigen und lauschte interessiert, dann bestürzt. Auch er sollte offensichtlich einer Überwachung der Cohortes Urbanae unterliegen. So viele Soldaten hatten die Stadtwachen doch gar nicht! Und schon brach eine heiße Diskussion los, die Durus gespannt verfolgte. Zu seinem Nachbarn tuschelte er


    "Wenn der Praefectus alle Honorationen der Stadt kontrolliert, verfügt er über verdammt viel Macht...er könnte den Kaiser gar nicht mehr zurückkommen lassen..."

    Nachdem der kleine Sklave verschwunden war, staunte Durus über die Fähigkeiten von Albina - er hätte dieses horazische Gedicht nicht aus dem Gedächtnis rezitieren können! Aber er hatte sich ja auch weniger der schönen Kunst denn der politischen Literatur gewidmet. Als sie fragte, antwortete er prompt.


    "Von mir aus kannst du das gern tun. Ich werde mir das ganze Gut ansehen müssen und den ein oder anderen Verwaltungskram machen müssen, aber zum einen werde ich mich sicher auch erholen und dich gern ein wenig näher kennen lernen und zum andern gibt es dort sicher auch für eine junge Dame vieles zu tun."


    Tatsächlich fiel Durus an dieser Stelle auf, dass er herzlich wenig über seine Verwandten wusste.