Beiträge von Publius Annaeus Domitianus

    Wie wäre es, wenn sich die Priesterschaft, also der Cultus Deorum damit befasst ? Wäre das nicht eine hervorragende Aufgabe für den traditionsbewussten Staatskult, das Andenken unserer Vorfahren auf diese Weise hochzuhalten und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen ?


    So viel haben die Priester ja auch nicht zu tun, da sich die Opferbereitschaft der römischen Bevölkerung auch in überschaubaren Bereich hält. ;)


    Man könnte es natürlich auch einem bestimmten Collegium zuordnen, aber ich wäre als Priester am Capitol durchaus bereit, da mitzuwirken.

    Gut, ich gebe dir recht, daß die Dokumentationen zT sehr "amerikanisiert" sind, also Hollywood-lastig sind. Ich nehme mal an, das meinst du auch in etwa. Ich weiß nicht, ob du den HistoryChannel kennst, bzw da schonmal reingeschaut hast. Da laufen fast ausschließlich solche Formate - auch Knopp-Dokumentationen - aber vorallem eben viele amerikanische produzierte Dokumentationen. Die sind in dem, was du beschrieben hast, sogar noch ein Stück extremer als die Knopp-Dokumentationen. Aber was solls ? Das ganze ist eben Unterhaltung ? Und die meisten Menschen wollen sich eben unterhalten lassen, wenn sie vor dem Fernseher sitzen, erst recht, wenn die Doku dann auch noch so spät um kurz vor oder nach Mitternacht kommt. Für eine detailversessene Sendung, die womöglich auch noch verschiedene Historiker zu Wort kommen ließe, um - wie es ja oft üblich ist - verschiedene Interpretationen der Geschichte darzustellen, wäre ich zu so einem Zeitpunkt weniger empfänglich, bzw einfach aus dem Grund, weil ich mich draufeinstellen müßte.


    Das ist auch so ein genereller Punkt, der mich an Filmkritik abstrakt gesehen oft stört. Viele Kritiker meinen oft, in ihrer Kritik vorschreiben zu müssen, was der Regisseur wie und warum anders machen müßte, anstatt sich einfach mal zu hinterfragen, was wollte der Regisseur eigentlich überhaupt und wie hat er dies umgesetzt. So etwas ist meiner Meinung auch ein bedeutender Schritt hinsichtlich Medienkompetenz.
    Und diese Kritik trifft natürlich idR bei Filmen auf, die auf realen Begebenheiten basieren - also vorallem (historische) Dokumentationen, aber auch Spielfilm wie bspw der BaaderMeinhoffKomplex (die Kritiker dort haben sich ja geradezu zerrissen, sich damit zu brüsten, die Rolle des Regisseurs hinunterzuspielen). Beim fiktiven Film kommt dies natürlich nicht vor, weil er ein reines Kunstprodukt ist und es hier tatsächlich auf den reinen Geschmack angeht.
    Bei realen Storys gibt es eben eine Realität, die jeder nachrecherchieren kann und daher hat jeder einen anderen Blickwinkel auf die Realität, weshalb die Kritik an der "künstlerischen Freiheit" des Regisseurs umso größer ist.

    Die Sendung läuft gerade auf ZDFinfo. Ganz interessant aufjedenfall.


    Ich finde dieses Knopp-Bashing sowieso unerträglich. Guido Knopp hat es immerhin geschafft durch seine Art Geschichte für ein breites Publikum interessant zu machen, indem er zB stark auf filmische Szenen setzt, etwas, was mittlerweile ja fast jeder Dokumentarfilm macht, zumindest Geschichtsdokumentarfilme.

    "Sic est, so ist es."


    Ich wußte nicht mehr zu sagen und wartete darauf, daß der Pontifex fortsetzte. Auf meinem Weg durch die Stadt hatte ich einige Tempel gesehen. Ihr Zustand war nicht der Beste und auch um die Religiosität in Rom war es nicht gut gestellt, was ich mitbekommen hatte. Es wurde Zeit, daß der Cultus wieder Präsenz zeigte wie zu den guten alten Zeiten der Republik.

    Natürlich, bei dem Stichwort Corduba fiel auch bei dem Pontifex der Groschen. Dieser Moloch namens Rom war also immernoch sensationslüstern. Doch was erwartete dieser Mann ? Daß ich, Publius Annaeus Domitianus, Sacerdos und treuer Priester des Allmächtigen, Drahtzieher dieses Aufstandes gewesen sein soll und nun ungeschoren und unverfroren hier auftauche, um um meine Wiedereinsetzung in den Cultus Deorum zu bitten ?


    Doch ich antwortete wahrheitsgemäß.


    "Auf indirekten Wege, Pontifex. Ich war zu eben jener Zeit Priester am Capitol. Durch meinen Einsatz - und mit der Hilfe einiger einflussreicher Freunde Cordubas - konnten die baetischen Truppen informiert werden, welche sich letztlich den Aufständlern in den Weg stellten." sagte ich nicht ohne eine Spur von Stolz.


    "Ich sagte gegen die Drahtzieher des Aufstandes vor Gericht aus, hier in Rom."


    Ich erinnerte mich gut daran. Es war meine bisher einzige Reise nach Rom und mit der erneuten Ankunft in Rom spielte sich alles vor meinem geistigen Auge ab. Aufeinmal meinte ich auch den Pontifex hier zu erkennen, nämlich als den Verteidiger jenes unrühmlichen Appius Helvetius Sulla, dieses kranken Wahnsinnigen, der mehrere tausend Männer und Frauen auf seinem Gewissen hatte. Ich mußte mich beherrschen, keinerlei mimische Regung in meinen Gesichtsmuskeln zu offenbaren. Aber schließlich war man in Rom besonders stolz auf seine Justiz und die gestattete eben jedem Angeklagen, seien seine Taten auch noch so schändlich die Hilfe eines Advocatus in Anspruch zu nehmen. Nichtdestotrotz war es mir unbegreiflich wie ein Priester sich dazu befleißigen konnte, derart niedere Tätigkeiten in der Iurisprudenz anzunehmen.

    Ich wunderte mich, als mich dieser Sklave quer durch die ganze Villa und die reichhaltigen Kostbarkeiten, mit denen das Haus und seine Bewohner zu glänzen wußten, führte und betrat schließlich einen Raum, nachdem der Sklave mich angewiesen hatte, die Schuhe auszuziehen, der einer privaten Badeanstalt glich. Ein sehr merkwürdiges Verständnis hatte dieser Priester einen Besucher zu empfangen. Nun, es gab zwar nichts Ästhetischeres als einen nackten menschlichen Körper, der in der Hitze seines eigenen Saftes all die Alltagserlebnisse und Ärgernisse ausschwitzte, sozusagen einer Art spirituellen Reinigung, trotzdem war mir etwas unkomfortabel. Eine Schweißperle bildete sich auf meiner Stirn.


    "Publius Annaeus Domitianus, ehemaliger Priester aus Corduba, in der Region Baetica."


    Der Pontifex wußte sicher damit etwas anzufangen. Baetica, die Heimat der Ulpier, außerdem waren die Narben der Revolte gerade erst verheilt.


    "In der Regia des Cultus Deorum konnte man mir nicht weiterhelfen, daher schickte man mich zu Dir, pontifex pro magistro ! Ich bin gekommen, um die Wiederaufnahme in den Cultus Deorum der Stadt Rom zu bitten und mich einer Aufgabe zuzuführen."

    Natürlich um eine Angelegenheit den Cultus Deorum betreffend. Ich dachte daran um wieviel einfacher es noch früher gewesen war. Heutzutage mußte man sich mit lästigen Türstehersklaven herumschlagen, die sich trotz ihrer unbedeutenden Stellung wie ein König fühlten.


    "Es geht um den Cultus Deorum, Sklave. Ein Priester der Regia schickte mich hierher. Lässt du mich nun zu ihm ?"

    Na, das war mal ein Empfang. Der Sklave hielt wohl nicht viel von guten Sitten, was den Empfang der Besucher an der Haustür anging. Normalerweise spiegelte das Verhalten der Sklaven ja direkt auf den des Besitzers.


    "Ein Diener des Cultus Deorum wünscht Deinen Herrn, den Pontifex Pro Magistro Tiberius Durus, zu sprechen."

    Zitat

    Original von Medicus Germanicus Avarus
    Wenn es dir zu finster ist, dann kannst du einfach unter Profil -> Einstellungen edditieren ... deinen Persönlichen Style wählen. ;)


    Hat aber den Nachteil, daß dann alle anderen Styles auch überschrieben werden.


    Wenn es aber zu dunkel ist, kann man auch mal an seinen eigenen Bildschirmeinstellungen was drehen und es auf diese Weise aufhellen.

    Die Villa des Pontifex auf dem Esquilinus. Das Gebäude wirkte prachtvoll und pompös und stellte dem Anwesen des Kaisers sicher in nichts nach. Ein Zypressenhain versteckte weite Teile des Anwesens, welche aussahen als wäre die letzte Restaurierung vor 100 Jahren geschehen. Alter Glanz fiel auf das Gebäude, welcher langsam am zerbröckeln war. Ich erinnerte mich dem Namen nach an jenen berühmten Consul Tiberius Lucidus, einst Statthalter der Provinz Hispania. Doch seit jenen Tagen mußt das tiberische Geschlecht keinen ähnlich großen Mann hervorgebracht haben. Ohne Frage war ein Pontifex ein wichtiger und vertrauensvoller Posten, doch im Gefüge des Cultus Deorum war er auch nur ein kleines Rädchen in dem mächtigen Apparat.


    Ich klopfte lautstark und mehreremale, in der Hoffnung, jemand hinter der Tür würde dessen gewahr.


    Ich ärgerte mich, daß ich diesen Besuch auf mich nehmen mußte und meine Zeit verschwendete. Ich kannte den Pontifex nicht, konnte aber nur vermuten, daß er selbstverliebter Zögling patrizischen Geschlechts war, der sich nur zu gern selbst feiern ließ. Daher verlangte er wohl auch, daß jeder, der was von ihm wollte, ihn aufsuchen mußte wie ein Untertan seinen König, gnädig dabei um eine Audienz zu bitten.


    Da der Türsteher auf sich warten ließ, klopfte ich erneut.

    Sim-Off:

    Ist es nicht Jacke wie Hose, wo ich nun poste ? ;)
    btw ich finde das Prinzip, daß Priester offenbar mittlerweile dazu in der Lage sind, von zu hause aus, den römischen Kult zu pflegen, viel moderner, als man vielleicht denken mag. Für gewöhnlich trifft man einen Priester nicht in seinen eigenen vier Wänden, sondern auf dem Forum oder den Tempeln ? Wer bin ich, daß ich einen Pontifex in seinem Haus aufsuche ? Und ein Bittsteller bin ich auch nicht.


    Keinen diensthabenen Priester ? Was war nur aus Rom geworden, o tempora, o mores ! Ich verdrehte die Augen. :rolleyes: All diese Pracht, doch der Staatskult verlotterte. Angesehene Pontifices gaben sich offenbar lieber den privaten Orgien in ihren Privathäusern hin als den täglichen Opferdienst zu vollziehen. Und dabei hing doch von ihrem Einsatz und ihrem Dienst das Wohl und Wehe des Imperiums ab. Ich konnte nur ahnen, welche Einstellung der neue Kaiser zur Religion hat. Als Soldatenkaiser und ehemaliger Legat waren ihm alle Götter abgesehen von Mars sicherlich egal.


    "Nun, vielen Dank. Ich werde gucken, ob ich den Pontifex in seiner Villa erreiche."


    Es behagte mir überhaupt nicht, die Villa dieses Mannes aufzusuchen. In Corduba, ja jenem von allen Göttern verlassenen Ort, an dem sich vor knapp zwei Jahren die Republikaner niederließen, zeigten die Priester noch Präsenz in der Öffentlichkeit. Sie bewachten die Tempel und hatten ihre eigenen Officien, die sich direkt an den Kultbezirk anschlossen.

    Leider hatte der aus Cordoba stammende ehemalige Duumvir von Tarraco und Priester viel zu viel Respekt und Achtung vor dem dreifachen Consular, welcher mit seiner Sänfte mit 16 numidischen, schwarzhäutigen Sklaven und einer eigenen Praetorianergarde wie sie Angehörigen des Kaiserhaus zustand anrückte, um jenen direkt anzusprechen, sofern er nicht von dem Senator aufgefordert wurde, geschweige denn daß die grimmigen Schwarzkittel ihn überhaupt in die Nähe der Sänfte gelassen hätte, er - wie er da ohne Schmuck und pompösen Aussehen in einer einfachen Tunika gekleidet - auf dem Forum stand und der Veranstaltung beiwohnte, so daß sich für den Umstehenden eine wohl interessante Diskussion nicht einstellen mochte.

    Wir sollten uns nicht vor den Fakten die Augen verschließen, daß der Cursus Honorum ausgedient hat. Er ist ein Relikt uralter Zeiten. So sehr man sich auch die Ursprünge der Republik zurückwünschen mochte, sie kehrt nicht wieder zurück. Längst haben des Kaisers Beamten die Regierungsgewalt inne. Das mußte auch ein Aelius Quarto einsehen, der als angesehener Consular immerhin ein ranghohes Mitglied der kaiserlichen Verwaltung war und zudem der Bruder des Imperators.


    Es wäre an der Zeit, mit diesem CH aufzuräumen, anstelle dem Senat seine liebgewordenen Traditionen zu belassen. Letztlich ist auch nur der Senat das, was er ist, eine liebgewordene Fassade zur Aufrechterhaltung des Scheins einer längst untergegangenen Republik.


    An die
    Sedes administrationis Italiae
    Rom


    Betr.: Gesetzliche Kriterien der Betriebsgründung



    Salve,


    hiermit ersuche ich um Informationen hinsichtlich der rechtlichen Beschränkungen des Führen eines Gewerbes durch Angehörige des Cultus Deorum. Inwieweit gibt es hier Einschränkungen oder ist es möglich für jene ein Gewerbe ihrer Wahl zu führen ?


    Vale


    Annaeus

    Sim-Off:

    "das administrative Zentrum des Cultus Deorum"
    >> Zitat aus der Forenbeschreibung.


    Ich wunderte mich, daß ein Ianitor in der Kleidung eines Priesters herumlief und dachte daran, ob so etwas nicht ein Frevel sein mochte. (:P)


    Was wußte ich, wo irgendeine Villa Tiberia eines Pontifex pro Magistro sein mochte.


    "Dann führe mich doch bitte zu einem anderen verantwortlichen Priester, der gerade Dienst hat."


    Rom war rießig und verfügte über eine Priesterschaft von ein paar Hundert Geistlichen. Irgendwer würde schon für ihn zu sprechen sein.

    Ich hatte Rom erreicht. Welche Pracht, diese Tempel und all sakralen Kultweihestätten stellten als bisher gesehene in den Schatten. Wenn man davon redete, daß Rom die Herren der Welt seien, so mußte man letztlich vollends überzeugt sein beim Anblick dieser Bauten. Kein noch so provinzieller Tempel konnte da mithalten. Der weiße Marmor leuchtete und blendete die Augen.
    Die Regia war ein säulenumrandeter Bau. Ein großes Eingangsportal führte herein und dahinter saß an einer Empfangstheke ein Schreiber, möglicherweise ein einfacher Priester. Ich grüßte ihn.


    "Salve sacerdote ! Ich bin Publius Anneus Domitianus, ein Priester aus dem fernen Cordoba und ich ersuche hiermit Aufnahme in die Priesterschaft der Urbs. Könnt ihr mir weiterhelfen ?"