Beiträge von Lucius Flavius Serenus

    Was bedeutete jetzt nur das Nicken? Noch eine Ladung Weihrauch? Mußte er was sagen? Aber das war doch eigentlich der Part von Onkel Gracchus. Oder sollte er einige Trauben dazu legen. Na gut. Gegen 2 Anrufungen konnte Apollon ja nichts dagegen haben. Im Gegenteil zwei Flavier bedeutete eine doppelte Chance, dass das Opfer angenommen wurde.


    Zuerst legte Serenus mal noch eine Hand Weihrauch nach. Jetzt konnte er eigentlich nur noch den Altar, Onkel Gracchus und das Opfertier sehen. Dann wiederholte er den Spruch von Onkel Gracchus.


    "Apollon divinus, Aesculapius divinus, wir rufen Euch an und bitten um die Gunst Eurer Aufmerksamkeit!“


    Er legte einen kleinen Klotz Trauben auf den kleinen Altar.


    "Apollon divinus, Aesculapius divinus, unsere Gaben für Euch, dass Ihr unserem Tun Beachtung schenken möget, dass Ihr unsere Bitte erhört und uns Eure Gunst gewährt."


    Erwartungsvoll schaute er seinen Onkel wieder an.

    Serenus war in einer Identitätskrise. Jeder hatte ein Hobby. Nur er nicht. Für die ziegenrennen wurde er langsam zu alt. Er wurde dieses Jahr zehn Jahre alt. Ziegenrennen konnte man höchstens bis 12 Jahre mitfahren. Und Sklaven und Kampfhunde durfte er auch keine züchten. Ohnehin durfte man in der Villa gar nichts. Vielleicht sollte er sich zu Papa nach Mantua absetzen. Aber zuvor würde er sich mit seiner Lieblingstante Leontia beratschlagen. Vielleicht hatte diese ja eine gute Idee. Mit Dido und einem sauber geschrubbtem Nero im Anhang machte er sich auf den Weg.


    Klopf Klopf Klopf

    "Ich bekomme von Papa und Oma zusammen 60 Sesterzen im Monat. Viel zu wenig für so eine teure Stadt wie Roma. Das reicht nie um mir einen kleinen Löwen zu kaufen.


    Die Frage im Tempel lautete: "Wie werde ich, Lucius Flavius Serenus, Imperator anstelle des Imperator und herrsche über das römische Imperiums und das römische Volk, obwohl ich Priester und somit ein Diener der Götter werde.”


    Priester muß ja nicht unbedingt sein. Legatus ist auch nicht schlecht. Es ist immer gut Soldaten hinter sich zu wissen, wenn man nach der Macht greift."

    Serenus hing an der Tür zur Bibliothek ein riesiges Schild auf. Dann ließ er von Sklaven einen riesigen Schreibtisch in die Bibliothek stellen, wo er sich ausbreitete. Einige Büsten wurden aufgestellt, Tinten, Farben, Kreide, Papyrrus, Wachstafeln drauf gestellt. Dabei ignorierte er alle Proteste des Bibliothekars und verwies diesen nur auf das Schild an der Tür. Dann begann er sich munter an seinem neuen Arbeitsplatz einzurichten, während sein kleiner Kampfhund mitten in der Bibliothek auf dem Boden lag und friedlich in der Sonne döste.




    ANWEISUNG VON SENATOR FAVIUS FELIX


    Die Bibliothek ist ab sofort das offizielle Arbeitszimmer von Lucius Flavius Serenus. Wer sich an seinen Schreibtisch setzt oder sein Officium ohne vorheriges Anklopfen betritt bekommt 2 Wochen nur Spinat und Gerstenbrei zu essen und wird in "das Loch" geworfen! HUNDE sind in diesem Officium ausdrücklich erlaubt!


    Gezeichnet: LFS im Auftrag für Onkel Senator Felix



    Sciurus hatte Serenus in der Bibliothek aufgetrieben, was keine sonderlich schwere Aufgabe darstellte. Einige Ausgaben von "Sklave Gaius ist der Beste" verrieten schließlich eindeutig den Eigentümer der Kline, auch wenn Serenus kurz zur Latrine verschwunden war. So mußte Sciurus nur kurz warten.


    Nach einem kleinen Umweg in sein Cubiculum, wo er sich erneut mit der Lyra bewaffnet hatte, kam er wieder ins Offcium von Onkel Gracchus.


    "Salve Onkel Gracchus. Na, wie war ich? Wann kommt der nächste Bewerber, den wir selektieren wollen?"

    "Ja, Tante Leontia."


    Serenus hörte artig auf seine Tante und nahm Nero am Ohr.


    "Komm schon Kumpel, jetzt geht es in den Garten. Dort wirst du gebadet und geschrubbt."


    Willig trottete der riesige Hund neben Serenus her und hinterließ dabei mit jedem Schritt vier farbige Pfotenabdrücke in drei verschiedenen Farben auf dem Weg nach draussen. Am Ende des Raumes blieb er noch einmal kurz stehen, betrachtete amüsiert eine Karrikatur auf der Wand und wandte sich noch einmal zu seinen Tanten um.


    "Tante Leontia, die Karrikatur hier von Tante Antonia würde ich aber auf der Wand lassen. Das Gesicht ist sehr gut getroffen."

    Dann verließ er mit Nero grinsend den Raum. Er hatte Didos Arbeit direkt erkannt. Seine Tanten würden sich jetzt vermutlich fragen, wer der schnelle Künstler unter den vielen Sklaven war. Auf der Wand prangte eine Karrikatur von Tante Antonia mit einem unglaublich dicken Hintern. :P

    Serenus stoppte seine Redefluss.


    Wie "Ja."? Soll ich jetzt Sklaven oder Kampfhunde züchten?"


    Also gesprächig war Onkel Senator Felix ja wirklich nicht. Wie war der Mann nur Senator geworden? Und die Bibliothek sollte sein neues Arbeitszimmer sein. Spitze! Damit hatte er das größte Arbeitszimmer im Haus und der Rest durfte nur rein, wenn er es erlaubte.

    Onkel Gracchus hatte ja eine riesige Hand. Serenus schätzte, daß sein weniger Weihrauch in die Feuerschale bei ihm eine gute Kinderhand voll sein müßte. So nahm Serenus eine volle Hand voll Weihrauch und streute diesen als routinierter Einräucherungsprofi in die Feuerschale. Die Rauchentwicklung ließ die umstehenden Sklaven bereits auf wenige Meter Entfernung verschwinden, aber das Opfertier und Onkel Gracchus waren in dem Rauch noch erkennbar.

    "Salve Tante Antonia! Wie würdest du es finden, wenn wir hier drin alles in Russata-Rot streichen?"


    Zwischenzeitlich hatten sich Serenus, Dido und sogar der Hund mit einem Pinsel bewaffnet und sahen sehr unternehenslustig aus. Letzterer schien den Pinsel aber eher als Stöckchen zu sehen und störte sich auch nicht an der tropfenden Farbe an der Pinselspitze. Ebenso wenig wie Serenus, welcher den Pinsel erst einmal durch den Raum warf, wobei der Pinsel zwar durch die Luft flog, aber auf dem Boden ein interessantes Tropfenmuster hinterließ, welches die Flugbahn bestens verfolgen ließ. Und der Hund rannte begesitert hinterher um den Pinsel zu Apportieren.


    Es krachte furchtbar bei Mensch und Material als der Hund sich seinen Weg bahnte. Obwohl der eine Sklave recht theatralisch mit der Leiter kippte. Aber zumindest war das Chaos anschließend recht farbenfroh.


    "Endlich passiert mal hier was in dieser langweiligen Bude. Das ist echt kühl! Wir sollten mal eine Orgie geben oder ich lade mal all meine Kumpels und ihre Geschwister ein. Und dann veranstalten wir hier mal Ziegenrennen in der Villa und Gladiatorenkämpfe und machen ein großes Feuer im Garten."

    Ich kann mich meiner doofen großen Schwester nur anschließen. Der Praefectus Castrorum Matinius Plautius möge mal sein Postfach leeren.


    Ansonsten kann er schon mal bitte prüfen, ob Mantua Legionäre nimmt, die 139 cm groß sind. Ach ja. Ich bin 16 Jahre alt, falls da ein Gegenargument schon gesucht wird. Meine Sklaven Hannibal und Dido können das bezeugen.

    NEUE AUSGABE DER KULTSERIE „Sklave Gaius ist der Beste“



    Die Sonne war noch nicht aufgegangen, aber in der Villa Flavia ging es im Bereich der großen Porta bereits zu wie in einem Bienenstock.


    Der „rasende Blitz“, die kleinste und leichteste Sänfte aus dem Sänftenpark der Gens Flavia wartete auf ihren Passagier. Bestückt war sie heute mit zwei Trägern vorne, zwei hinten, zwei links, zwei rechts und einer an jeder Ecke. Das hätte eigentlich 12 Träger gemacht, aber dennoch waren es nur
    vier starke Hünen, die so muskelbepackt waren, dass man gar keinen Hals mehr sah.


    Vor, hinter und neben der Sänfte warteten bereits je drei „auffällig unauffällige Begleiter“ in verschiedener Größe und mit unglaublich unscheinbaren Kapuzenumhängen. Laut Hannibal, welcher ebenfalls an der Porta stand und genauso unscheinbar gekleidet war, handelte es sich dabei
    aber um 12 der besten Kämpfer in der Villa. Und alle waren bis an die Zähne bewaffnet, wobei Serenus keine Waffen an ihnen entdecken konnte. Aber vermutlich war das ja der Sinn des Umhanges. Hannibal würde ebenfalls mitkommen und wie immer auf dem Forum oder dem Heimweg verloren gehen. Das passierte jedes Mal, aber er fand zum Glück immer wieder den Weg in die Villa.
    Arcantus war bereits ebenfalls da, bereit die Porta jederzeit zu öffnen.


    Serenus kam in Begleitung von Dido und dem Hund aus der Villa. Er musterte seine Truppe, welche von Mal zu Mal besser geworden war. Zufrieden registrierte er, dass Hannibal den regelmäßigen Ausflug wieder perfekt organisiert hatte. Und diesmal war der Ausflug sogar um zwei Tage vorverlegt worden. Da es heute an den Rande der Subura ging waren auch vier Wachen mehr dabei.


    Und die Truppe wusste auch was von ihnen erwartet wurde: Im Laufschritt von der Villa Flavia zum Forum. Dort fand ein fliegender Wechsel von Serenus aus der Sänfte auf seine Sandalen statt. Dann galt es mittels eines lokalen Informantensystems den Standort von Primus Fantasticus Bombastus zu finden, welcher jedes Mal einen anderen Standort auf dem Forum hatte.


    Primus Fantasticus Bombastus war der Verkäufer der Kultserie „Sklave Gaius ist der Beste“ in Roma, welche alle 14 Tage eine neue Ausgabe in limitierter Auflage herausgab. Die Zahl der Leser hätte die Acta vor Neid erblassen lassen. Vermutlich gab es kein Kind in Roma, ja im ganzen Imperium, welches diese Serie nicht kannte und vorgelesen bekam. Dabei gingen die Verleger sehr geschickt vor. Die Autoren schrieben die Geschichten so, dass die alte Geschichte endete und eine neue Geschichte in derselben Ausgabe begann. Eine Ausgabe hatte zwischen acht und zehn Seiten, hatte eine Auflage von nur ein paar Hundert Ausgaben und wurde von Scribas vom Unikat/Original der Verfassers auf ein so billiges Papyrus kopiert, was bestenfalls ein zweimaliges Lesen erlaubte. Dann fiel die Ausgabe oft auseinander, weil das Papyrus zwischen den Fingern zerbröselte, wenn man nicht besonders acht gab. Aber für 1 Sesterz konnte man nicht wirklich viel erwarten. Dafür bot der Verkäufer eine Zusatzdienstleistung an. Mit jeder gekauften “1 Sesterz-Ausgabe” bekam man eine Quittung. Für nur 3 Sesterzen mehr konnte man die Geschichte von speziellen Scribas des Verkäufers unter Vorlage und Abgabe der Quittung auf hochwertiges Papyrus kopieren lassen. Und auf diese Kopie bekam man einen farbigen Verlegerstempel gestempelt. Das waren dann die letztlich begehrenswerten Exemplare. Natürlich hatte der Verkäufer ein gewissen Kontingent von Kopien meistens schon vorbereitet. Wenn man also frühzeitig kam, dann konnte man beide Ausgaben mitnehmen. Und Serenus kam immer rechtzeitig. Natürlich hätte er auch Sklaven schicken können, aber gewisse Dinge im Leben verlangten direkt nach einem Flavier.


    Serenus bestieg mit Dido die Sänfte, Hannibal nahm Nero an der Leine. Serenus gab Arcantus ein Handzeichen. Die große Porta wurde geöffnet, die Sänfte hochgehoben und schnellen Schrittes ging es vor die Villa. Das Tempo wurde auch sogleich erhöht und im Dauerlauf ging es durch die morgendlichen Strassen Romas in Richtung Forum. Die Sache schien sich herum gesprochen zu haben, denn unterwegs ließ Serenus die Träger und Wachen einen kurzen Sprint einlegen und man überholte mal eben die Sänfte der Gens Glevenus. Diese waren Plebeier und Neureiche, welche sich auch in Baiae eine Villa gekauft hatten. Der pickelige Glevenus Postumus, im Allgemeinen in Baiae von den patrizischen Kindern nur die “Rübennase” genannt, wollte natürlich auch zum Forum, aber in der schwereren Sänfte kam er langsamer voran, obgleich er sogar Ersatzträger dabei hatte.



    FORTSETZUNG FOLGT.

    Serenus war vor den Kopf gestossen und enttäuscht von Onkel Senator Felix. Da hatte er sich tagelang auf das Gespräch vorbereitet. Kluge Sätze und Sprüche überlegt, die schon so reif und erwachsen klangen und dann schmetterte ihn sein Onkel einfach ab.


    In Gedanken setzte er ihn in der Liste der Lieblingsonkel auf den letzten Platz und damit sogar noch hinter den muffeligen und wortkargen Onkel Milo. Es sollte da noch einen Onkel Aquilius geben, aber der war Serenus in der Villa noch nicht über den Weg gelaufen, da dieser in einem Ort namens Patrosfeta (oder so ähnlich) in Griechenland war. In geheimer Mission für den Pontifex Maximus, was so viel hieß, wie Nachfragen von Serenus blieben unbeantwortet.


    Lieblingsonkel:
    1. Gracchus
    2. Lucullus
    3. Furianus
    4. Milo
    5. Felix
    ?Aquilius?



    “Im Moment habe ich aber keine Leibwächter, Onkel Senator Felix. Meine Leibsklavin Dido, welche ich mal zu einer Amazone ausgebildet wird, ist vier Zentimeter kleiner als ich. Und meinen Kampfhund Nero kann ich nicht überall mit hin nehmen. In Tempel und öffentliche Thermen schon mal nicht. Das ist verboten. Und Papa hat sich auch immer mit Onkel Gracchus und Onkel Aquilius in Griechenland geprügelt und Onkel Milo immer in Baiae verhauen.


    Mein Cubiculum ist vielleicht das Größte in der ganzen Villa, aber ich habe nur 1 Zimmer. Und alle anderen haben noch ein Officium. Soll ich etwa immer in die Bibliothek gehen? Oder darf ich in dein Officium, wenn du nicht da bist? Du bist ja ganz oft auf Sardinien."


    Dann schaute er seinen Onkel entschlossen an und machte ein böses Gesicht, wobei er zusätzlich die Arme vor der Brust verschränkte.


    „Nein! Ich schäme mich nicht für Sesterzen zu arbeiten, denn wenn ich nicht genug Taschengeld bekomme, dann muß ich ja arbeiten. Und überhaupt ist Onkel Furianus doch ein Musterbeispiel dafür, daß auch Patrizier für Geld arbeiten. Der hat ganz viele Aufgaben gemacht, welche normalerweise nur Eques machen, aber keine Patrizier. Und dafür hat er Geld bekommen. Er war Praetor Urbanus. Und Oma züchtet Zierfische, die sie an ihre Klienten verschenkt und an Leute, die lange genug betteln und die sie nicht leiden kann für ganz viele Sesterzen verkauft. Du züchtest Rosen und meine Sklavin Dido hat den Gärtnersklaven Quadratus beobachtet, wie er Ableger von deinen Rosen am Lieferanteneingang verkauft hat. Also verdienst du ja auch Geld. Und Gartenarbeit ist Arbeit. Das ist anstregend. Ich mußte in Baiae einmal als Strafe das Herbstlaub im Garten zusammeln recheln.


    Ich habe mir überlegt, daß ich Sklaven oder Kampfhunde züchte. Aber ich glaube mit Sklaven kann ich mehr verdienen. Zumal wir die ja ohnehin das ganze Jahr über füttern. Das reduziert meine Betriebskosten. Ich nehme unsere Haussklaven wie Sica, Hannibal und Sciurus und paare sie mit den weiblichen Sklavinnen im Haus. Im Ergebnis bekomme ich neue Sklaven in kleiner Stückzahl. Die bekommen das Gütesiegel der Gens Flavia eingebrannt und dann verkaufe ich sie in Roma. Und bekomme ganz viele Sesterzen. In dieser Schriftrolle steht alles drin. Ich habe mir alles genau überlegt und es macht kaum Arbeit, denn ich muß nur die Paare zusammen stellen, die Zucht überwachen und nachher den Verkauf organisieren.”


    Serenus präsentierte seinem Onkel eine Schriftrolle “Wirtschaftslehre für den angehenden Vilicius am Beispiel eines Schafsbetriebes”.


    "Oder vielleicht doch besser lauter kleine Kampfhunde wie Nero?"

    Serenus gab die Lyra an Dido, welche hinter ihm stand. Dann verschränkte er die Arme vor der Brust und sagte patrizisch und bestimmt:


    “Nein! Das werde ich nicht. Ich sehe keinen Grund den gesamten Gesang zehn Mal abzuschreiben, nur weil du dir offensichtlich nicht eine Kopie des Werkes leisten kannst. Diese Aufgabe ist sinnlos und da lerne ich nichts.


    Und was das Höhlengleichnis betrifft, so werde ich Dir diese letzte Frage beantworten.


    Das Höhlengleichnis ist ein bekanntes Gleichnis von Platon. Darin unterhalten sich Sokrates und Glaukon über Menschen, die in eine unterirdische Höhle eingesperrt sind. Die Geschichte ist sehr unlogisch, denn die Menschen sind auf von Geburt an auf Stühle gefesselt. Wie können sich denn dann Muskeln entwickeln oder die Leute etwas essen oder auf die Latrine gehen? Egal, jedenfalls starren sie nur die Wand an, hören alles um sich herum und sehen sonst nur Schatten von Gegenständen auf der Wand, welche ein Feuer hinter ihnen wirft. Die Frage ist halt, wie die Menschen reagieren werden, wenn sie jetzt befreit würden. Würden sie sich in der Höhle umsehen, etwas mit dem Feuer anfangen oder einen steilen Aufstieg aus der Höhle heraus nutzen. Wie würde der ehemalig Gefesselte auf die tatsächliche Umwelt reagieren. Noch so ein unlogischer Punkt. Aufgrund der lebenslangen Gefangenschaft auf dem Stuhl könnte er gar nicht aus der Höhle klettern. Seine nächsten Realitätspunkte wären die Person, die ihn befreit oder der Boden auf den er stürzt, da er seinen Körper nicht kontrollieren kann. Die Frage, was für den Menschen die tatsächliche Wirklichkeit ist stellt sich somit ja gar nicht. Das Gleichnis ist doof. Und selbst wenn würde er den Aufstieg erst nach einer sehr langen Zeit schaffen, denn eine Hauskatze, die immer im Haus gehalten wird traut sich ja auch nicht direkt in den Garten raus. Und anpassen kann er sich an die neue Umwelt auch nicht.”


    Serenus wandte sich an seinen Onkel Gracchus.


    “Den will ich doch nicht als Lehrer. Er kann nur Fragen stellen, aber seinerseits beantwortet er keine. Er hat meinem Gesang nicht zugehört und konnte meine Frage nicht beantworten. Ein guter Lehrer ignoriert nicht die Fragen und Beiträge seines Schülers. Das ist ein Zeichen von Dummheit. Bislang hat er mir nur ein Loch in den Bauch gefragt, aber nicht bewiesen, daß er etwas weiß, was du und ich noch nicht wissen. Ich habe keine Lust mehr. Ich sage Hannibal Bescheid, daß er hier vorbei kommt, ihm eins auf die Nase haut und ihn aus der Villa wirft. Ansonsten bin ich in der Bibliothek und lese etwas bis der nächste Bewerber kommt. Tante Leontia hat mir da ein paar gute Schriftrollen aus den obersten Regalen ausgesucht. Iulius Caesar und Caligula. Ansonsten foltern wir nachher zusammen mit Tante Leontia den neuen Sklaven, diesen Daphus. Der war ungehorsam. Tante Leontia will mir zeigen, wie man das richtig macht. Wir sehen uns beim Abendessen, Onkel Gracchus.”


    Und schon drehte Serenus sich um und verließ sichtlich schlecht gelaunt das Officium. Kein gutes Omen für den Rest der Bewohner. Insbesondere, da er gerade wieder so in einer Phase war. Dabei war heute gar nicht Spinat- und Gerstenbreitag.

    "Latein ist eine Weltsprache! Wir sind das Imperium! Griechisch ist die Vergangenheit. Sand, Staub und Ruinen. Oder kennst du Spartaner als eine Einheit der römischen Legionen? Natürlich sang Nero auf Latein! Der war schließlich ein Römer!"


    So langsam wurde Serenus böse. Ob Hannibal den neuen Lehrer außerhalb der Villa verprügeln konnte, wenn er artig fragte?


    Serenus räusperte sich. Dann schlug er mehrfach die Lyra an um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
    *SCHRUMM*SCHRUMM*SCHRUMMEL*


    Dann begann er auf Griechisch in seinem unverkennbaren Rhodos-Dialekt zu zitieren.


    Sage mir, Muse, die Taten des vielgewanderten Mannes,
    Welcher so weit geirrt, nach der heiligen Troja Zerstörung,
    Vieler Menschen Städte gesehn, und Sitte gelernt hat,
    Und auf dem Meere so viel' unnennbare Leiden erduldet,
    Seine Seele zu retten, und seiner Freunde Zurückkunft.
    Aber die Freunde rettet' er nicht, wie eifrig er strebte,
    Denn sie bereiteten selbst durch Missetat ihr Verderben:
    Toren! welche die Rinder des hohen Sonnenbeherrschers
    Schlachteten; siehe, der Gott nahm ihnen den Tag der Zurückkunft,
    Sage hievon auch uns ein weniges, Tochter Kronions.
    Alle die andern, so viel dem verderbenden Schicksal entflohen,
    Waren jetzo daheim, dem Krieg' entflohn und dem Meere:
    Ihn allein, der so herzlich zur Heimat und Gattin sich sehnte,
    Hielt die unsterbliche Nymphe, die hehre Göttin Kalypso,
    In der gewölbeten Grotte, und wünschte sich ihn zum Gemahle.
    Selbst da das Jahr nun kam im kreisenden Laufe der Zeiten,
    Da ihm die Götter bestimmt, gen Ithaka wiederzukehren;
    Hatte der Held noch nicht vollendet die müdende Laufbahn,
    Auch bei den Seinigen nicht. Es jammerte seiner die Götter;
    Nur Poseidon zürnte dem göttergleichen Odysseus
    Unablässig, bevor er sein Vaterland wieder erreichte.
    Dieser war jetzo fern zu den Äthiopen gegangen;
    Äthiopen, die zwiefach geteilt sind, die äußersten Menschen,
    Gegen den Untergang der Sonnen, und gegen den Aufgang:
    Welche die Hekatombe der Stier' und Widder ihm brachten.
    Allda saß er, des Mahls sich freuend. Die übrigen Götter
    Waren alle in Zeus' des Olympiers Hause versammelt.
    Unter ihnen begann der Vater der Menschen und Götter;
    Denn er gedachte bei sich des tadellosen Ägisthos,
    Den Agamemnons Sohn, der berühmte Orestes, getötet;
    Dessen gedacht' er jetzo, und sprach zu der Götter Versammlung:
    Welche Klagen erheben die Sterblichen wider die Götter!
    Nur von uns, wie sie schrein, kommt alles Übel; und dennoch
    Schaffen die Toren sich selbst, dem Schicksal entgegen, ihr Elend.
    So nahm jetzo Ägisthos, dem Schicksal entgegen, die Gattin
    Agamemnons zum Weib', und erschlug den kehrenden Sieger,
    Kundig des schweren Gerichts! Wir hatten ihn lange gewarnet,
    Da wir ihm Hermes sandten, den wachsamen Argosbesieger,
    Weder jenen zu töten, noch um die Gattin zu werben.
    Denn von Orestes wird einst das Blut Agamemnons gerochen,
    Wann er, ein Jüngling nun, des Vaters Erbe verlanget.
    So weissagte Hermeias; doch folgte dem heilsamen Rate
    Nicht Ägisthos, und jetzt hat er alles auf einmal gebüßet.
    Drauf antwortete Zeus' blauäugige Tochter Athene:
    Unser Vater Kronion, der herrschenden Könige Herrscher,
    Seiner verschuldeten Strafe ist jener Verräter gefallen.
    Möchte doch jeder so fallen, wer solche Taten beginnet!
    Aber mich kränkt in der Seele des weisen Helden Odysseus
    Elend, welcher so lang', entfernt von den Seinen, sich abhärmt,
    Auf der umflossenen Insel, der Mitte des wogenden Meeres.
    Eine Göttin bewohnt das waldumschattete Eiland,
    Atlas' Tochter, des Allerforschenden, welcher des Meeres
    Dunkle Tiefen kennt, und selbst die ragenden Säulen
    Aufhebt, welche die Erde vom hohen Himmel sondern.
    Dessen Tochter hält den ängstlich harrenden Dulder,
    Immer schmeichelt sie ihm mit sanft liebkosenden Worten,
    Daß er des Vaterlandes vergesse. Aber Odysseus
    Sehnt sich, auch nur den Rauch von Ithakas heimischen Hügeln
    Steigen zu sehn, und dann zu sterben! Ist denn bei dir auch
    Kein Erbarmen für ihn, Olympier? Brachte Odysseus
    Nicht bei den Schiffen der Griechen in Trojas weitem Gefilde
    Sühnender Opfer genug? Warum denn zürnest du so, Zeus?
    Ihr antwortete drauf der Wolkenversammler Kronion:
    Welche Rede, mein Kind, ist deinen Lippen entflohen?
    O wie könnte doch ich des edlen Odysseus vergessen?
    Sein, des weisesten Mannes, und der die reichlichsten Opfer
    Uns Unsterblichen brachte, des weiten Himmels Bewohnern?
    Poseidaon verfolgt ihn, der Erdumgürter, mit heißer
    Unaufhörlicher Rache; weil er den Kyklopen geblendet,
    Polyphemos, den Riesen, der unter allen Kyklopen,
    Stark wie ein Gott, sich erhebt. Ihn gebar die Nymphe Thoosa,
    Phorkyns Tochter, des Herrschers im wüsten Reiche der Wasser,
    Welche Poseidon einst in dämmernder Grotte bezwungen.
    Darum trachtet den Helden der Erderschüttrer Poseidon,
    Nicht zu töten, allein von der Heimat irre zu treiben.
    Aber wir wollen uns alle zum Rat vereinen, die Heimkehr
    Dieses Verfolgten zu fördern; und Poseidaon entsage
    Seinem Zorn: denn nichts vermag er doch wider uns alle,
    Uns unsterblichen Göttern allein entgegen zu kämpfen!
    Drauf antwortete Zeus' blauäugichte Tochter Athene:
    Unser Vater Kronion, der herrschenden Könige Herrscher,
    Ist denn dieses im Rate der seligen Götter beschlossen,
    Daß in sein Vaterland heimkehre der weise Odysseus;
    Auf! so laßt uns Hermeias, den rüstigen Argosbesieger,
    Senden hinab zu der Insel Ogygia: daß er der Nymphe
    Mit schönwallenden Locken verkünde den heiligen Ratschluß,
    Von der Wiederkehr des leidengeübten Odysseus.
    Aber ich will gern Ithaka gehn, den Sohn des Verfolgten
    Mehr zu entflammen, und Mut in des Jünglings Seele zu gießen;
    Daß er zu Rat berufe die hauptumlockten Achaier,
    Und den Freiern verbiete, die stets mit üppiger Frechheit
    Seine Schafe schlachten, und sein schwerwandelndes Hornvieh;
    Will ihn dann senden gen Sparta, und zu der sandigen Pylos:
    Daß er nach Kundschaft forsche von seines Vaters Zurückkunft,
    Und ein edler Ruf ihn unter den Sterblichen preise.
    Also sprach sie, und band sich unter die Füße die schönen
    Goldnen ambrosischen Sohlen, womit sie über die Wasser
    Und das unendliche Land im Hauche des Windes einherschwebt;
    Faßte die mächtige Lanze mit scharfer eherner Spitze,
    Schwer und groß und stark, womit sie die Scharen der Helden
    Stürzt, wenn im Zorn sich erhebt die Tochter des schrecklichen Vaters.
    Eilend fuhr sie hinab von den Gipfeln des hohen Olympos,
    Stand nun in Ithakas Stadt, am Tore des Helden Odysseus,
    Vor der Schwelle des Hofs, und hielt die eherne Lanze,
    Gleich dem Freunde des Hauses, dem Fürsten der Taphier Mentes.
    Aber die mutigen Freier erblickte sie an des Palastes
    Pforte, wo sie ihr Herz mit Steineschieben ergötzten,
    Hin auf Häuten der Rinder gestreckt, die sie selber geschlachtet.
    Herold' eilten umher und fleißige Diener im Hause:
    Jene mischten für sie den Wein in den Kelchen mit Wasser;
    Diese säuberten wieder mit lockern Schwämmen die Tische,
    Stellten in Reihen sie hin, und teilten die Menge des Fleisches.
    Pallas erblickte zuerst Telemachos, ähnlich den Göttern.
    Unter den Freiern saß er mit traurigem Herzen; denn immer
    Schwebte vor seinem Geiste das Bild des trefflichen Vaters:
    Ob er nicht endlich käme, die Freier im Hause zerstreute,
    Und, mit Ehre gekrönt, sein Eigentum wieder beherrschte.
    Dem nachdenkend, saß er bei jenen, erblickte die Göttin,
    Und ging schnell nach der Pforte des Hofs, unwillig im Herzen,
    Daß ein Fremder so lang' an der Türe harrte; empfing sie,
    Drückt' ihr die rechte Hand, und nahm die eherne Lanze,
    Redete freundlich sie an, und sprach die geflügelten Worte:
    Freue dich, fremder Mann! Sei uns willkommen; und hast du
    Dich mit Speise gestärkt, dann sage, was du begehrest.
    Also sprach er, und ging; ihm folgete Pallas Athene.
    Als sie jetzt in den Saal des hohen Palastes gekommen;
    Trug er die Lanz' in das schöngetäfelte Speerbehältnis,
    An die hohe Säule sie lehnend, an welcher noch viele
    Andere Lanzen stunden des leidengeübten Odysseus.
    Pallas führt' er zum Thron, und breitet' ein Polster ihr unter,
    Schön und künstlich gewirkt; ein Schemel stützte die Füße,
    Neben ihr setzt' er sich selbst auf einen prächtigen Sessel,
    Von den Freiern entfernt: daß nicht dem Gaste die Mahlzeit
    Durch das wüste Getümmel der Trotzigen würde verleidet;
    Und er um Kundschaft ihn von seinem Vater befragte.
    Eine Dienerin trug in der schönen goldenen Kanne,
    Über dem silbernen Becken, das Wasser, beströmte zum Waschen
    Ihnen die Händ', und stellte vor sie die geglättete Tafel.
    Und die ehrbare Schaffnerin kam, und tischte das Brot auf,
    Und der Gerichte viel aus ihrem gesammelten Vorrat.
    Hierauf kam der Zerleger, und bracht' in erhobenen Schüsseln
    Allerlei Fleisch, und setzte vor sie die goldenen Becher.
    Und ein geschäftiger Herold versorgte sie reichlich mit Weine.
    Jetzo kamen auch die mutigen Freier, und saßen
    All' in langen Reihen auf prächtigen Thronen und Sesseln.
    Herolde gossen ihnen das Wasser über die Hände.
    Aber die Mägde setzten gehäufte Körbe mit Brot auf
    Jünglinge füllten die Kelche bis oben mit dem Getränke,
    Und sie erhoben die Hände zum leckerbereiteten Mahle. Und nachdem die Begierde des Tranks und der Speise gestillt war,
    Dachten die üppigen Freier auf neue Reize der Seelen,
    Auf Gesang und Tanz, des Mahles liebliche Zierden.
    Und ein Herold reichte die schöngebildete Harfe
    Phemios hin, der an Kunst des Gesangs vor allen berühmt war,
    Phemios, der bei den Freiern gezwungen wurde zu singen.
    Prüfend durchrauscht' er die Saiten, und hub den schönen Gesang an.
    Aber Telemachos neigte das Haupt zu Pallas Athene,
    Und sprach leise zu ihr, damit es die andern nicht hörten:
    Lieher Gastfreund, wirst du mir auch die Rede verargen?
    Diese können sich wohl bei Saitenspiel' und Gesange
    Freun, da sie ungestraft des Mannes Habe verschwelgen,
    Dessen weißes Gebein vielleicht schon an fernem Gestade
    Modert im Regen, vielleicht von den Meereswogen gewälzt wird.
    Sähen sie jenen einmal zurück in Ithaka kommen;
    Alle wünschten gewiß sich lieber noch schnellere Füße,
    Als noch größere Last an Gold' und prächtigen Kleidern.
    Aber es war sein Verhängnis, so hinzusterben; und keine
    Hoffnung erfreuet uns mehr, wenn auch zuweilen ein Fremdling
    Sagt, er komme zurück. Der Tag ist auf immer verloren!
    Aber verkündige mir, und sage die lautere Wahrheit.
    Wer, wes Volkes bist du? und wo ist deine Geburtstadt?
    Und in welcherlei Schiff kamst du? wie brachten die Schiffer
    Dich nach Ithaka her? was rühmen sich jene vor Leute?
    Denn unmöglich bist du doch hier zu Fuße gekommen!
    Dann erzähle mir auch aufrichtig, damit ich es wisse:
    Bist du in Ithaka noch ein Neuling, oder ein Gastfreund
    Meines Vaters? Denn unser Haus besuchten von jeher
    Viele Männer, und er mocht' auch mit Leuten wohl umgehn.
    Drauf antwortete Zeus' blauäugichte Tochter Athene:
    Dieses will ich dir alles, und nach der Wahrheit, erzählen.
    Mentes, Anchialos Sohn, des kriegserfahrenen Helden,
    Rühm' ich mich, und beherrsche die ruderliebenden Taphos.
    Jetzo schifft' ich hier an; denn ich steure mit meinen Genossen
    Über das dunkle Meer zu unverständlichen Völkern,
    Mir in Temesa Kupfer für blinkendes Eisen zu tauschen.
    Und mein Schiff liegt außer der Stadt am freien Gestade,
    In der reithrischen Bucht, all des waldichten Neïon Fuße.
    Lange preisen wir, schon von dein Zeiten unserer Väter,
    Uns Gastfreunde. Du darfst nur zum alten Helden Laertes



    “Onkel Gracchus, wenn er mir nicht mehr zuhört und einschläft, dann werfen wir ihn aber den Löwen vor.”



    Gehn und fragen; der jetzt, wie man sagt, nicht mehr in die Stadt kommt,
    Sondern in Einsamkeit auf dem Lande sein Leben vertrauret,
    Bloß von der Alten bedient, die ihm sein Essen und Trinken
    Vorsetzt, wann er einmal vom fruchtbaren Rebengefilde,
    Wo er den Tag hinschleicht, mit müden Gliedern zurückwankt.
    Aber ich kam , weil es hieß, dein Vater wäre nun endlich
    Heimgekehrt; doch ihm wehren vielleicht die Götter die Heimkehr.
    Denn noch starb er nicht auf Erden der edle Odysseus;
    Sondern er lebt noch wo in einem umflossenen Eiland
    Auf dem Meere der Welt; ihn halten grausame Männer,
    Wilde Barbaren, die dort mit Gewalt zu bleiben ihn zwingen.
    Aber ich will dir anitzt weissagen, wie es die Götter
    Mir in die Seele gelegt, und wie's wahrscheinlich geschehn wird;
    Denn kein Seher bin ich, noch Flüge zu deuten erleuchtet.
    Nicht mehr lange bleibt er von seiner heimischen Insel
    Ferne, nicht lange mehr, und hielten ihn eiserne Bande;
    Sinnen wird er auf Flucht, und reich ist sein Geist an Erfindung.
    Aber verkündige mir, und sage die lautere Wahrheit.
    Bist du mit dieser Gestalt ein leiblicher Sohn von Odysseus?
    Wundergleich bist du ihm, an Haupt und Glanze der Augen!
    Denn oft haben wir so uns zu einander gesellet,
    Eh' er gen Troja fuhr mit den übrigen Helden Achaias.
    Seitdem hab' ich Odysseus, und jener mich nicht gesehen.
    Und der verständige Jüngling Telemachos sagte dagegen:
    Dieses will ich dir, Freund, und nach der Wahrheit, erzählen.
    Meine Mutter die sagt es, er sei mein Vater; ich selber
    Weiß es nicht: denn von selbst weiß niemand, wer ihn gezeuget.
    Wär ich doch lieber der Sohn von einem glücklichen Manne,
    Den bei seiner Habe das ruhige Alter beschliche!
    Aber der Unglückseligste aller sterblichen Menschen
    Ist, wie man sagt, mein Vater; weil du mich darum befragest.



    Serenus endete. Er hasste diese Stelle und war versucht den Griechen mit seiner Lyra zu verhauen. Seinem Lieblingsonkel würde er nie etwas antun. Dido schied auch aus, blieb der Sklave im Raum oder der Grieche. Wann immer Oma ihn bestraft hatte, gab es Villa-Arrest und er musste diese Passage abschreiben. Bestimmt 100.000 Mal hatte er sie in seinem kurzen Leben abgeschrieben. An manchen Tagen sogar zweimal. Wieder und wieder, immer nur diese Passage. Vermutlich hätte er sie auch noch im Schlaf aufsagen können. Und bei dieser Passage hatten ihn die beiden Hauslehrer auch geschlagen. Serenus Laune wurde zunehmend schlechter. Er war in der Stimmung etwas kaputt zu machen oder Tante Leontias Katze zu ärgern oder noch besser die Sklaven zu scheuchen. Und der erste Sklave, der ihm vor der Tür über den Weg lief würde 10 Tage nur Spinat und Gerstenbrei zu essen bekommen! Ja, sein Wort war Gesetz in der Villa und wo es endete würde zur Not Tante Leontia dann den Befehl geben. Er war schließlich der Lieblingsneffe von ihr, ihr Spatz. Normalerweise würde er sich an Onkel Gracchus wenden, aber der schien von dem Hauslehrer schon etwas erschöpft zu sein. Das konnte Serenus gut verstehen.


    “Nun, Theodorus. Jetzt habe ich mal eine Frage an dich. Welche Farbe hatten die Sohlen von Athenas Sandalen?”


    Wie lange wohl die Löwen der Gens Flavia schon nichts mehr gefressen hatten? Serenus war sich sicher, daß es welche in der Villa gab, obgleich er sie noch nicht gefunden hatte. Aber es sollte da einen Ort geben, welcher "das Loch" genannt wurde. Ein Tabu-Ort für ihn, wie auch die Sklavenquartiere. Das schrie geradezu nach einem Besuch bei dem nächsten Regentag. Dummerweise schienen Sciurus, Sica und Hannibal es immer zu riechen, wenn er dort mal auftauchen wollte und passten ihn ab. Also würde es eine Nachtexpedition geben, denn zumindest Hannibal und Sica waren mit Vorsicht zu genießen. Der eine war der Hausverwalter und war Herr über die Einkaufsliste. Und Hannibal war immer noch der Sklave von Papa in letzter Instanz. Da wußte man nie ganz genau, ob er nicht petzte.

    Serenus ahnte langsam, daß dies der neue Hauslehrer sein sollte. Das wäre dann Nummer 1 in Roma und Nummer 8 insgesamt, wobei zwei ja bedauerliche Unfälle erlitten hatten. Da konnte er nichts dafür.
    Beide waren sie sehr böse zu Serenus gewesen und hatten ihn geschlagen. Einer hatte sich danach so dafür geschähmt, daß er im Beisein von Polarus, dem riesigen Leibwächter und Gladiator vom Oma, freiwillig über die Klippen von Baiae gesprungen war. Dummerweise war gerade Ebbe und so war er unsanft unten auf den Steinen aufgeschlagen.
    Der andere war von Agrippa, dem Vater seines jetzigen Hundes Nero, erledigt worden. Dabei hatte der Kampfhund nach dem ersten Hieb noch ganz laut als Warnung geknurrt. Als der Lehrer dann ein zweites Mal zuschlag, hatte Agrippa ihn angesprungen und ihm die Kehle durchgebissen, bevor Serenus oder seine Amme Poppea dem Hund Einhalt gebieten konnten. Na ja, das hätte ohnehin wenig gebracht, denn der hörte hauptsächlich auf Oma und Polarus und auf Serenus nur, wenn er wollte. Oma war danach sehr, sehr böse gewesen. Natürlich nicht auf den Hund, sondern auf den Umstand, daß der Hauslehrer mit durchbissener Kehle durch die halbe Villa lief und alles mit Blut vollsaute. Er hatte keine Ahnung was aus dem Lehrer wurde, aber danach hatte Polarus immer auf Serenus bei den Unterrichtsstunden aufgepasst und der Familienhund war in der Zeit bei Oma gewesen.


    Der Grieche da, dieser Theodorus, hatte Angst vor seinem kleinen Hund. Solche Leute waren Serenus schon mal suspekt. In der Villa hatte keiner Angst vor seinem Hund. Weder Tante Leontia, noch Onkel Gracchus, ja nicht mal seine Schwester Arrecina. Der ein oder andere konnte Nero nicht sonderlich leiden, aber die waren bestimmt nur neidisch, weil sie keinen so tollen Hund hatten. Und immer wieder fanden sich alte Sandalen edler Machart zum Apportieren, ohne daß jemand Anstoss daran nahm, wenn Nero damit auftauchte und ihnen was fehlte.


    Andererseits schien der Grieche hartnäckig zu sein und gab nicht gleich auf. Das sprach ja wieder für ihn. Ein echter Römer stellt sich jeder Herausforderung hatte Papa immer gesagt. Das schien sich der Grieche auch zu Herzen zu nehmen und wollte den Posten unbedingt haben. Oder er brauchte dringend Geld. Ja, Taschengeldsorgen konnte Serenus auch gut verstehen. So ein kleiner Löwe als nächste Wunschanschaffung bei ihm war teuer.


    “Moment! Ich gehen nur mal ganz schnell meine Lyra holen.”


    Und schon war Serenus aus dem Officium, sprintete in sein Cubiculum, schnappte seine Lyra und war wieder zurück, bevor der Grieche "Theodoros, Sohn des Iosephos von Alexandria", sagen konnte. Gut, daß das Officum nahe bei dem Cubiculum von Serenus lag.


    Zeit dem Griechen mal richtig auf den Zahn zu fühlen. Zuerst etwas die Gemüter beruhigen und dann zuschlagen. Serenus lächelte seinen Onkel verschwörerisch an. Na ja, es war eher das bösartige Lächeln eines Neunjährigen.


    *Schrumm*Schrumm*Schrumm* erklang das Instrument. Dann erhob Serenus seine helle, klare Stimme (der Stimmbruch ließ noch auf sich warten).


    Sim-Off:

    *



    Nun sag´, mein Freund, siehst du denn nicht
    den Federkiel mich führen?
    Graziös geschwungen ist´s Gedicht;
    zum Höchsten soll´s mich küren.


    Nun sag´, nun sag´, es nagt an mir -
    ich fühl´ mich gar geschoren.
    Die Hitze peitscht mich wie ein Tier,
    und sengt an meinen Ohren!


    Vom Marmorthron erheb´ ich mich,
    und schweb´ zu jenem Meere,
    das züngelnd rot den Blüten glich,
    die ich als Dichter ehre.


    Nun sag´, mein Freund, wie stell´ ichs dar,
    kann ich den Geist erfassen?
    Das Feuer rät zur Eile gar;
    es frisst sich durch die Massen.


    Nun sag´, erzähl´, ich halt´s nicht aus -
    die Leier soll erklingen.
    So brennt bereits doch jedes Haus,
    was magst du sie nicht zwingen!


    Es knarzt, es ächzt, es tanzen sie,
    die Flammen schaffen Leben.
    Was sagst du nichts! Die Poesie
    hat dir dies doch gegeben."


    *Schrumm*Schrumm*Schrumm*



    So! Zeit für den Gnadenstoss!



    *Schrumm*Schrumm*Schrumm**Schrammel*Schrammel*Schrammel*


    “OH Roma du stehst in Flammen!
    OH liebliches Feuer!"


    Schrumm*Schrumm*Schrammel*Schrammel*


    "OH Flammen in der Nacht!
    Brenne oh brenne mein Roma,
    damit Nero dich neu erschafft!"


    *Schrammel*Schrammel*Schrumm*


    OH Meer der Flammen! Oh welch Schönheit in dieser Nacht!
    Roma du herrliche Stadt, für die Götter bist du gemacht!”


    *Schrumm*Schrumm*Schrumm**Schrammel*Schrammel*Schrammel*



    Vor der Tür begann der Hund zu heulen. Serenus stoppte seinen Gesang. Der Grieche wirkte irgendwie etwas blass ... und geschockt. Und er schien zu wanken. Serenus wandte sich an seinen Onkel Gracchus.


    “Onkel Gracchus! Theodoros von Alexandria scheint hart im Nehmen zu sein. Er ist nicht weggelaufen. Ich denke der ist gut, den nehmen wir, auch wenn er so sonderbar spricht. Aber erst einmal nur zur Probe. Und es wäre schön, wenn wir nicht nur Homer lesen würden. Den durfte ich schon ganz oft lesen ... zweimal. Als ob die nur Homer kennen und noch nie etwas von “Sklave Gaius ist der Beste” gehört haben. Und Philosophie möchte ich nur, wenn ich darüber auch laut streiten darf. Und nicht nur immer die Meinung haben muß, die der Lehrer hat. Dann ist Philosophie doof. Ganz besonders mag ich Geographie. Soll ich noch einmal singen um seine Hartnäckigkeit für dich weiter zu prüfen?”


    :P


    Sim-Off:

    Onkel Gracchus! Den nehmen wir! Die Beiträge könnten anstrengend zu werden, also bitte nicht mehr als 3 Unterrichtseinheiten die Woche. Dein Lieblingsneffe Lucius.



    „Der Fürst der Dichter für euch Griechen mag Homer gewesen sein, aber für uns Römer ist es eindeutig Kaiser Nero. Homer war nur ein Mensch, aber Nero war ein Gott, welcher uns seine Werke hinterlassen hat. Welcher Dichter hat, um seiner Vision für ein perfektes Gedicht zu genügen, Teile von Roma niedergebrannt und dabei das Feuer so leidenschaftlich besungen? Nero! Und nebenbei hat er es dabei den Christenverbrechern noch gezeigt, was Sache ist. Das konnte Homer nicht. Daher schafft der nur Platz Zwei.“


    Serenus Stimme war erfüllt von der Begeisterung eines Jungen für ein Vorbild. Nero stand bei Serenus ähnlich hoch im fanatischen Begeisterungslevel wie die Factio Russata und der „verhüllte Flavier“ und Oma.

    Zitat

    Original von Flavia Leontia
    Wohlwollend sah Leontia, dass auch ihr kleiner Neffe schon in seinem zarten Alter der Leidenschaft zum Sammeln schöner Marterinstrumente verfallen war. Es war ja auch eine Liebhaberei, die viel Freude machte. "Mein neuer Eunuche? Nun ja, eigentlich will ich nicht, dass er beschädigt wird. Er dient ja nicht zuletzt auch dekorativen Zwecken…" - Salambo, die gerade dem Händler aus einem Lederbeutel Münzen auf den Tisch zählte, merkte auf, und ein hoffnungsfroher Blick streifte ihre Herrin.


    "Such dir doch lieber einen von denen dafür aus.", schlug Leontia vor, und machte eine unbestimmte Geste zu den Trägersklaven. War ihr nicht gerade vorhin einer von ihnen ziemlich naseweis vorgekommen? Nur welcher? - "Also gut…", seufzte sie schließlich, und sah nachsichtig auf ihren süßen Neffen hinunter. Wenn er unbedingt etwas zu Spielen haben wollte… Sie konnte ihm einfach nichts abschlagen."Du darfst dir Daphnus ausleihen, wenn du magst, Serenus. Und wenn er sich schlecht benimmt - aber nur dann - darfst du ihn auch züchtigen. Aber nicht, das ihn entstellt, das musst du mir versprechen." Und schmunzelnd bat sie sich aus: "Sieh also davon ab, ihm die Nase zu brechen, mein Spätzchen."



    „Ich habe dann alles, was ich für heute wollte, Tante Leontia. Wir können wieder in die Villa zurück. Es sei denn wir kaufen mir noch einen kleinen Löwen oder gehen noch etwas Essen. Glaubst du Onkel Gracchus wird böse, wenn er die ganzen Rechnungen bekommt? Sollen wir ihm nicht was mitbringen? Eine Schriftrolle oder einen Musikanten, der ihm was vorspielt? Oder einen kleinen Löwen. Der wird ihm sicher auch gefallen.“

    "Salve Hannibal! Ich habe zwei Aufgaben für dich.


    Die erste Aufgabe: In 15 Tagen kommt Cornelius Brutus meinen besten Freund Cornelius Cicero besuchen. Und der ist immer noch böse auf uns, weil wir ihn letzten Sommer mit sechs Kindern gleichzeitig verhaut haben. Jetzt will er uns einzeln verhauen. Er ist groß und schwer und kann gut ringen, aber er ist schlecht im Faustkampf. Ich habe Onkel Senator Felix gefragt, ob er mich im Faust- und Dolchkampf ausbildet, immerhin ist er ein ausgebildeter Soldat in der Classis gewesen, aber er will nicht. Onkel Gracchus will auch nicht mit mir üben, denn er hat Angst daß er ebenfalls ein blaues Auge kassiert.“


    Serenus deutete auf sein blaues Auge.


    „Dido kennt viele gemeinen Tricks und kann gut raufen, aber es fehlen irgendwie die richtigen Grundlagen, so von Anfang an, wie im Ringen. Wie gut bist du im Faustkampf? Kannst du mir das beibringen? Ansonsten will ich, daß du mir einen sehr guten Kampflehrer besorgst. Papa ist ja leider in Mantua und kommt die nächste Zeit nicht mehr zu Besuch."

    „Klasse! Natürlich bin ich dabei, wenn das nächste Mal ein Opferschnitt gemacht werden muß. Hat Tante Antonia nicht vielleicht Kopfschmerzen, Bauchweh oder ist sonst jemand krank in der Villa? Dann können wir gleich weiteropfern und üben.“


    Aufmerksam beobachtete Serenus die Vorbereitungen. Das war alles sehr spannend. Da machte es auch gleich gar nichts mehr aus, daß er heute Abend wieder mit seinem Hund in die Thermen mußte, wenn das Blut in alle Richtungen nur so spritzte.


    „Also für mich sieht das Tier gut aus. Aber wieso muß man bei den Ständen rund um die Tempel aufpassen? Verkaufen die zu Wucherpreisen gerne zweite Wahl? Bleiben die makellosen Tiere während des Opfers ganz artig. Also wenn ich Baiae in der Villa geschlachtet wurde, dann muß es bei den letzten Tieren immer ein Drama gewesen sein, die zum Metzger zu bewegen, währen die ersten Tiere ganz artig mitgingen. Das hat uns die Köchin und der Koch erzählt. Zu denen hatten Arrecina, meine Freunde und ich immer ein ganz besonders gutes Verhältnis. Bis auf die Spinat- und Gerstenbreitage.
    Muß es eine Togafalte sein oder reicht auch eine Kaputze vom Umhang? Und wann fangen wir endlich an?“


    Serenus entnahm eine Hand voll Weihrauch aus einer Dose. Im Einräuchern hatte er schon Erfahrung.

    Serenus hörte Onkel Gracchus aufmerksam zu. Onkel Gracchus war sehr schlau. Fast so schlau wie Oma und Papa. Nur in Griechisch war sein Papa dumm, aber das machte nichts, denn einfache Soldaten kommandierte man natürlich auf Latein. Und er hatte als Kind nie Zeit gehabt Griechisch zu lernen, weil er auf Onkel Gracchus und einen Onkel Aquilius aufpassen mußte, damit die niemand verhaut.


    Eine Bibliothek gab auch in der Villa. Das war fein. Dann konnte er bei schlechtem Wetter oder am Abend auch dort ab und an mal stöbern. Bibliotheken waren voller Geheimnisse, wie die Heizungsanlage der Villa. Unter seinem Bett in seinem Cubiculum war auch ein Einstieg und wartete auf eine Entdeckungsreise.
    Auch nahm er sich vor mal die genannten Werke bei Gelegenheit zu studieren. Ja, bei Gelegenheit, Langeweile oder schlechtem Wetter.


    Nachdem Onkel Gracchus dann endlich mal wieder auf die Prophezeiung zurück kam, zückte Serenus die Wachstafel von der Sibylle.



    "Ich und Dido waren bei der Sibylle in deren Tempel und haben zuerst für einen Wucherpreis einen ganz speziellen Weihrauch kaufen müssen. Dafür ist mein ganzes gespartes Geld drauf gegangen. Und jetzt habe ich nichts mehr. Und bis das nächste Taschengeld von Oma und Papa kommt, werde ich als Bettler in der Subura sitzen müssen. Bei Arrecina kann ich mir ja nichts leihen. Die ist auch immer abgebrannt. Oder will nichts rausrücken. Bekomme ich von Dir eigentlich auch Taschengeld, Onkel Gracchus?
    Jederfalls hat die Sibylle meine Frage beantwortet. Aber trotz des teuren Weihrauches verstehe ich nicht, was die Götter mir sagen wollen. Und da dachte ich an dich und Onkel Lucullus und die vielen Schriftrollen in der Bibliothek. Wenn wir den Spruch nicht zusammen gedeutet bekommen, dann müssen ich und Dido eine Katze hier in der Villa fangen, deren Bauch aufschneiden und ein Katzenorakel befragen. Da könnten wir dich als Eingeweideleser auch gut brauchen. "




    Kein einzelner kann einzeln werden aus sich selbst heraus,
    Denn nur die graue Eminenz verleiht diese Macht, und unendliches Leid.
    Nur dem, der den Sand in den Kopf steckt,
    werden die Körner aus den Ohren rieseln,
    Doch Sand führt zu Dürre und Einsamkeit.
    Wer ist er, der ganz oben steht, wer ist er, der die Murmeln dreht?
    Hast du weiße Rosen, die sollen rot blühen,
    So musst du dich um einen Topf mit roter Farbe bemühen.
    Lirum, larum, Löffelstil, wer drüben sitzt, der ist zuviel.
    Husche, husche tiefe Nacht, so hat er sich davongemacht,
    In verwunschenen Ruinen liegt die Eitelkeit tief begraben,
    Nur wer die Hände verschließt, den erschlagen die Gaben.
    Es ist nicht immer so, wie es geschrieben steht,
    Selbst dann nicht, wenn der Hauch der Geschichte darüber weht.
    Trage die Zukunft in dir, denn es gibt nicht Hoch oder Tief
    Auch der an der Spitze weckte einst den Hund, der vorher schlief.
    Strebe einsam, strebe sacht,
    Denn Götter werden nicht geboren,
    Götter werden nur gemacht.