Beiträge von Kaeso Annaeus Modestus

    >Das lächerlichste war, dass die Sache selbst damals schon verjährt war, doch allein die Anschuldigung hat gereicht, um fast meine Kandidatur zu verhindern.<


    meinte Modestus und war sehr froh, dass der Procurator eine für ihn sehr gute Entscheidung getroffen hatte.


    >Darf ich deine Meinung zu der Sache vor dem Senat erwähnen, wenn es wieder um diesen Fall geht? Ich denke dein Wort als offizieller Ankläger des Kaiser hat bei solchen Sachen sicher ein großes Gewicht.<

    >Salve Iuvenalis. In der Tat es ist schon etwas her. Nun es ist ... gewöhnungsbedürftig.<


    antworetete Modestus diplomatisch und lächelte freundlich.


    >Ich habe von Saltius Cilo gehört, dass wir haben endlich genügend Geld zusammen haben, um mit dem Aufstellen der Altäre zu beginnen. Eine erfreuliche Nachricht. Ich denke wir sollten auch ein paar kleine Spiele veranstalten, damit die Öffentlichkeit von unserer Arbeit erfährt. Als Werbung sozusagen.<


    sagte Modestus und verriet dem Tiberier schonmal seine Idee die er später vorstellen wollte.

    >Kurzes Intermezzo würde ich nicht gerade sagen. Immerhin ein ganzes Jahr. Das ist die übliche Zeit für ein Militärtribunat.<


    meinte Modestus und trank erstmal einen Schluck von dem verdünnten Wein.


    >Mit fast 40.000 Sesterzen Gehalt im Jahr kannst du dir das auf jeden Fall leisten.<


    Er selbst verdiente sogar weniger Geld und konnte sich einen Haushalt in Roma leisten. Das sollte also wirklich kein Problem sien.


    >Was ich hier mache? Büroarbeiten und das übliche Training von Offizieren. Nichts allzu interessantes also.<

    >Sehr gut! Ich danke dir, Decimus Matticus. Es geht um eine Angelegenheit, die schon etwas länger zurück liegt. Vor zwei Jahren, als ich mich für das Amt eines Vigintiviri bewarb, brachte ein gewisser Senator namens Octavius Detritus gewisse Anschuldigungen gegen mich vor und reichte eine Klage gegen mich bei der kaiserlichen Anwaltschaft ein. Es handelte sich um einen Verstoß wegen dem Verkauf von Waren ohne Genehmigung als ich noch Duumvir der Stadt Mantua war. Nun ich habe seitdem nichts mehr davon gehört und wollte dich daher gerne fragen wie es mit der Sache aussieht, denn ich möchte bald erneut für den Cursus Honorum kandidieren und man wird mich vieleicht dazu befragen. Ich kann es verstehen, wenn du dich hier aus dem Stehgreif nicht erinnern kannst ...<


    sagte Modestus erst erfreut über den bestandenen Cursus, doch er wurde ernst, denn das Thema, das er danach besprechen wollte für ihn sehr wichtig.

    Während Modestus bei dem Flavier wartete und ein wenig mit ihm plauderte, ging Callicrates zur Porta des Hauses, um seinen Herrn anzumelden.


    >Salve, mein Herr der derzeitige Tribunus Laticlavus der Legio Prima und ehemaliger Vigintivir würde ebenfalls gerne den Consul sprechen, um seine Kandidatur bekannt zu geben.<


    sagte er zu dem Ianitor als er sicher war den Sklaven des Patriziers nicht zu unterbrechen.


    >Richtig erschreckend war die Amtszeit nur für mein Vermögen. Und das obwohl ich jeden in Gold und Silber hätte baden können.<


    meinte Modestus und grinste ebenfalls. Er war mit seinem Posten in der Münzprägeanstalt zufrieden gewesen und wenn er daran dachte, dass es zu den Aufgaben von Aquilius gehört hatte Leute hinzurichten, war er sogar noch erfreuter darüber, dass man ihm die Münze zugeteilt hatte.

    >Nun ich wollte sowieso nicht beim Militär bleiben. Ich bin zu sehr Beamter und Politker. Aber ich kan verstehen, was du meinst. Mir ging es ähnlich als ich noch in Mantua Duumvir war. Auch wenn Mantua nur eine kleine Stadt ist, damals wäre ich Duumvir geblieben, selbst wenn man mir den Posten eines Comes und eine ganze Regio angeboten hätte.<


    meinte Modestus und schwelgte ein wenig in Erinnerungen. Ja damals in Mantua. Das waren noch Zeiten gewesen. Er und Hortensius Aegrotus waren die unangefochtenen Herren von Mantua gewesen, was sie aber nie ausgenutzt hatten. Aegrotus war zu reich und Modestus zu ehrgeizig gewesen.


    >Och ich habe schon ganz andere Dinge gehört. Was Auszeichnungen angeht. Aber was solls. Vor dem Senat werde ich wohl nicht besonders mit meiner Arbeit bei der Prima glänzen können, aber irgendwie werde ich die notwendigen Stimmen schon auftreiben.<


    >Ein Posten in Roma? Dann bliebe nur etwas bei den Vigilen, wenn er eine Beförderung möchte. Subpraefectus oder Praefectus Castrorum wäre wohl das Naheliegendste. Wobei Subpraefectus besser wäre. Danach wäre ein eigenes Kommando drin.<


    überlegte Modestus laut. Die Ränge kannte er noch gut vom Examen Primum. Außerdem wurde Mann in einem Legionslage recht oft damit konfrontiert.


    >Eine gute Idee. Der Pfahl versteht es einfach nicht einen guten Kampf zu liefern. Jetzt brauchen wir nur noch zwei Holzgladii.<


    meinte Modestus mit gespieltem Ernst. Dann sah er sich auf der Trainingsanlage nach den Holzgladii um. Hier irgendwo würden sicher einige aufbewahrt werden, doch Modestus wusste nicht wo.

    >Danke.< antwortete Modestus und nahm den Prüfungsbogen und setzte sich. Dann begann er sich die Fragen durchzulesen...


    Als Modestus endlich fertig war stand er von seinem Platz auf und gab seine Aufgaben bei dem Magister ab. Er hatte fast die gesamte ihm zur Verfügung gestellte Zeit ausgenutzt und nun hoffte er, dass er die 500 Sesterzen nicht verschwendet hatte und er die Prüfung bestanden hatte. Besonders die dritte Frage hatte ihm Magenschmerzen bereitet, denn die Antwort wollte ihm einfach nicht mehr einfallen. Am Ende hatte er einfach einen Schuss ins Blaue gewagt.


    >Magister, wenn ich dir noch eine private Frage stellen dürfte... du bist doch auch Procurator a cognitionibus oder nicht?<



    [SIZE=7]SimOff: Wenn schon Prüfungsatmosphäre dann auch bei der Abgabe ; )[/SIZE]

    >Florus mag für Ritter und Plebejer ein guter Patron sein, aber nicht für jemanden der im Ordo Senatorius ist und bald Senator werden möchte. Das Problem ist, dass er mir nicht helfen kann und im Senat für mich vorsprechen kann. Er müsste erst seinen eigenen Patron darum bemühen.
    Doch ich war auch teilweise selbst schuld daran. Ich war damals noch neu und habe einem Patronat zugestimmt, obwohl ich mir nicht sicher war was genau ich einmal werden wollte. Aber es ist nicht nur das.
    Es gibt auch andere, wenn auch nicht sehr bedeutungsvolle Kleinigkeiten, die zu dieser Entscheidung beitgetragen haben. Zum Beispiel bin ich heutzutage der Meinung, dass Patronate innerhalb einer Familie unnütz sind. Ich würde jedem meiner Verwandten unterstützen, wenn er mich um Hilfe bittet. Ohne ein Patronat. Wozu auch? Es ist immerhin die Familie.
    Aber was mich schließlich dazu bewogen hat, das Patronat zu beenden hat mit der Factio Albata zu tun. Du weißt wie wichtig mir Wagenrennen und die Factio ist und ich denke du wirst das vieleicht verstehen können. Ich bin schon länger bei den Weißen aktiv und hatte mich auch sehr für die Factio eingesetzt. Ich war zum Beispiel in Germania und organisierte die Teilnahme unserer Fahrer an einem Rennen dort. Nun wurde aber mein Verwandter Annaeus Varus von Florus zu seinem Stellvertreter gemacht. Er war vorher nicht einmal Sodalis! Florus muss in ihn ein großes Vertrauen setzten wenn er ihm so eine Stellung anvertraut. Vertrauen, das er wohl nicht in mich setzt, denn ich war schon Jahre dabei! Aber dies war wie gesagt eher der Auslöser.<


    sagte Modestus und überlegt ob er nicht etwas vergessen hatte, doch im Moment erinnerte er sich an nichts. Es fiel ihm nichts mehr ein, also wartete er wieder ab. Dann betrachtete er kurz die Pflanzen in dem Garten, um sich etwas zu beruhigen.

    Nach seinem Gespräch mit Purgitius Macer, kam Modestus wieder in Begleitung seines Sklavenjungen Callicratus zum Haus des Consuls. Er trug noch immer seine beste Toga, die angemessen für den Besuch bei einem Consul war. An der Porta wartete schon ein anderer Mann. Nach kurzem erkannte er seinen früheren Kollegen Flavius Aquilius und begrüßte ihn freundlich.


    >Salve, Flavius Aquilius. Möchtest du auch deine Kandidatur bekannt geben?<


    fragte er den Flavier obwohl die Antwort auf der Hand lag.

    >Mein Tribunat ist schon fast am Ende angelangt. Zu den kommenden Wahlen für den Cursus Honorum möchte ich kandidieren also auch wieder in Roma sein.<


    meinte Modestus und schenkte zwei Becker ein. Den einen Becher reichte er Varus, den anderen behielt er.


    >Du suchst eine Wohnung? Florus hat doch in Roma eine ganze Villa. Ich glaube da könntest du ohne Probleme unterkommen. Außerdem verdienst du als Praefectus Vehicolorum mehr als genug für ein ordentliches Haus mit Sklaven.<

    >Nun neben deinem Ädilat hattest du aber auch noch einige andere wichtige Positionen inne. Und im Senat schätzt man deine Meinung. Außerdem verstehst du es dich für deine Klienten einzusetzten.<


    meinte Modestus, um dem Senator zu verdeutlichen warum er ihn gewählt hatte und nicht um ihm zu schmeicheln. Er war erleichtert, als der Senator doch so positiv reagierte. Hoffentlich würde das anhalten.


    >Nein hat er nicht. Ich war ehemals sein Klient. Doch ich habe diese Verbindung vor geraumer Zeit beendet. Es war eine schwere aber leider überfällige Entscheidung.<


    antwortete er dem Senator auf die Frage zu Florus.


    >Ich weiß, dass dir Treue sehr wichtig ist. Ich kenne die Geschichte von dir und Titus Decimus Verus. Diese Entscheidung gegen Florus habe ich nicht leichtfertig getroffen.<

    Man hatte Modestus noch rechtzeitig von dem Treffen informiert, weshalb er seinen Besuch bei der Schola Atheniensis mit der Vollversammlung verbinden konnte. So kam er also zum Haus in dem die Treffen der Germanitas Quadrivii sich immer traff. Als Promagister war er selbstverständlich auch recht pünktlich. Soweit es eben bei dem knappen Zeitplan, den er sich für seinen Aufenthalt in Roma erstellt hatte, möglich war. Er sah sich in der Halle um und begrüßte schon einige Mitglieder, die schon vor ihm angekommen waren. Den Magister sah er noch nicht. Auch der recht bekannte matinische Senator war noch nicht angekommen. Er plauderte also noch ein wenig mit den schon Anwesenden, während er auf die anderen Männer wartete.

    >Naja es gibt schlimmeres als im Herzen der Welt zu leben. Ich soll etwas von mir erzählen? Nun ich bin mittlerweile Tribunus Laticlavus. Formell der zweithöchste Offizier dieser Legion. Aber nicht mehr lange und ich werde nach Roma zurückkehren. Wenn es mir geling Quästor zu werden könnte ich bald im Senat sitzen.<


    meinte er schmunzelnd. Und bot seinem Verwandten mit einer Handbewegung einen der Stühle vor seinem Schreibtisch an.


    >Darf ich dir etwas zu trinken anbieten?<


    fragte er danach noch und ging zu zu dem kleinen Beistelltischen auf dem wie immer Wein und Becher standen.

    >Ja das hat man mir auch schon erzählt. Das ganze ist eine Farce. Er hat mich vor die Wahl gestellt mein Tribunat im meinem Officium oder wie ein richtiger Soldat zu verbringen. Hätte ich gewusst, dass er mit Soldat Legionär und nicht Tribun meint, hätte ich das Officium vorgezogen.<


    meinte Modestus und hieb wieder auf den Balken ein. Langsam kam er ins schwitzen und auch seine Arme wurden immer schwerer. Deshalb steckte er das Gladius in die Scheide, stellt den Schild ab und nahm den Helm vom Kopf um sich den Schweiß vom Gesicht zu wischen.


    >Eigentlich wollte ich etwas darüber erfahren wie man Männer kommandiert. Anfangs vieleicht eine Centurie beim Exerzieren anführen. Und am Ende vieleicht eine ganze Kohorte in einem Manöver. Natürlich hätte ich mir bei solch einer Aufgabe gerne noch eine kleine Auszeichnung verdient. Eine Phalera mit der ich mich vor dem Senat rühmen könnte, abere das alles hat sich sowieso erledigt. Ich werde bald wieder nach Roma reisen und dieses Kapitel meines Lebens für immer schließen. Das Militär kann mir gestohlen bleiben. Am 19. des Monats ist es soweit. Punktlich zu den Wahlen in Roma werde ich abreisen. Ich will schließlich Quästor werden. Und was planst du für dein weiteres Leben, Centurio? Primus Pilus? Praefectus Castrorum?<


    meinte Modestus und lächelte am Schluss sogar noch. Dann setzte er den Helm wieder auf und zog sein Gladius wieder.


    >Und was planst du für dein weiteres Leben, Centurio? Primus Pilus oder sogar Praefectus Castrorum? Oder willst du noch höher hinaus?<


    fragte er den Flavier ernst. Irgendwie mochte er den Mann und vieleicht konnte er beim Legaten noch ein gutes Wort für ihn einlegen. Soweit sich der Legat überhaupt um seine Meinung kümmerte.

    >Ja, ich hoffe dass Felix und Fortunatus in den nächsten Jahren in die Riege der großen Fahrer aufsteigen. Die Beiden hätten durchaus das Format dazu. Sie waren damals ja immerhin ein Geschenk des Kaisers an die Factio.<


    sagte Modestus und wollte nun zu seinem Anliegen kommen.


    >Aber wenn du gestattest würde ich nun auf den eigentlichen Grund meines Besuchs zu sprechen kommen. Ich möchte dich bitten, mich als deinen Klienten aufzunehmen.<


    begann Modestus ersteinmal langsam um ruhig. Er wollte den Senator nicht überrumpeln und mit vielen Details überfahren, weshalb er nach der Bitte ersteinmal schwieg. Er wusste nicht ob es Macer bekannt war, dass er früher der Klient von Florus gewesen war, doch zur Not würde er es gleich selbst ansprechen. Dass ein Klient seinem Patron fest vertrauen konnte, war nach der Meinung von Modestus glundlegend. Daher sah er auch keinen Sinn darin Macer irgendetwas zu verheimlichen. Angespannt wartete er auf die erste Reaktion des Purgitiers.

    >Tribunus Laticlavus.<


    meinte Modestus schmunzelnd, stand auf und lief um den Tisch herum, um seinen Verwandten zu begrüßen.


    >Salve Varus. Übrigens Glückwunsch zu deinem neuen Amt. Ich habes von einem der Sklaven aus der Casa gehört. Aber sag warum kommst du in mein Officium und nicht in mein Haus? Bist du wegen dem Aushang hier?<

    Sein Tribunat neigte sich nun dem Ende zu, weshalb er mit dem Legaten sprechen musste. Daher kam Modestus zum Officium des Tiberius Vitamalacus und klopfte an. Zum 19. Tag des Monats musste er wieder in Roma sein, denn die Wahlen den die Wahlen für den Cursus Honorum standen an und Modestus wollte für das Amt eines Quästors kandidieren.