Beiträge von Numerius Hadrianus Capitolinus

    Ich dankte der Dienerin und trat in mein vorläufiges Zimmer ein.
    Im vergleich zu den normalen germanischen Hütten war das Zimmer recht gut eingerichtet und lies eine art von Komfort auf den Besucher wirken


    Ich wusch mich vor dem zu Bett gehen und richtete dann mein Lager her.
    Das bett war weich und ich schlief auch sofort ein als ich mich zur gänze ausgebreitet hatte, denn die Müdigkeit übermannte mich und forderte den Tribut für den anstrengenden Tag.

    Ein glückliches Lächeln schlich sich auf mein Gesicht.


    " Gut. es freut mich das man mir das Vertrauen entgegenbringt diese Aufgabe zu meistern.
    Ich freue mich schon morgen mit der Arbeit beginnen zu können.
    Ich danke euch dafür.
    "


    ich verneigte mich leicht vor der Duccia aber spürte auch gleich die bleierne Müdigkeit die auf mir lastete.


    " Nun, ich ziehe mich dann zurück.
    Wir sehen uns dann morgen früh.
    "

    " Es ist sehr bedauerlich das viele unseres Volkes soviel Leid durch diese uneinigkeiten erleiden mussten.
    Ich habe nie ganz verstanden wieso sich die Stämme dermaßen manchmal bekämpften, denn als Händler musste ich mit beiden Seiten gut zurecht kommen und gute Kontakte pflegen.
    Und habe ich auch stets nur von diesen Übergriffen gehört, nie einen erlebt oder die Auswirkungen gesehen.
    Ich kann dennoch nachempfinden das ihr dies nun als eure Heimat anseht.


    Aber es freut mich das doch einige unseres Volkes den Schritt gewagt, sich in die Römischen Provinzen getraut und niedergelassen haben.
    Vielleicht seh ich ja das eine oder andere bekannte Gesicht wieder, schön wäre es jedenfalls."


    Ich trank meinen Becher leer und schenkte ihn halb nach.


    " Nun beginnt also der neue Weg für mich, mögen die Götter mir gewogen sein, aber nach euren erzählungen könnte ich durchaus Erfolg haben mit meinem Unterfangen, da ich ja nicht der einzige bin und war der es wagte.
    Dies erfreut mich ungemein.


    Aber nun genug der Fragerei, ich denke ich habe nun genug gehört und freue mich darauf mir was neues hier aufzubauen.
    Aber vielleicht habt ihr ja noch eine Frage an mich, denn ansonsten würde ich mich gerne zurück ziehen, der Tag war lang und anstrengend."

    Ich lauschte ihren Ausführungen und genehmigte mir dabei ein wenig Obst und Bier. Als sie endete waren erstmal kaum Fragen über denn wenn ich noch welche hatte, wurden sie direkt mit beantwortet.


    " Habt ihr nie daran gedacht zurück in die Heimat zu gehen, auch wenn es nur für eine weile sei?
    Nun ich meine, ich weiss wie es da ist und ich versteh es durchaus das dieses Leben seine Vorteile hat und wesentlich komfortabler ist, aber ich würde oder werde mit Sicherheit meiner Heimat später einen Besuch abstatten, alleine wegen der Erinnerung willen."


    Der Gedanke an die Heimat betrübte mich ein wenig aber meine entscheidung ist gefallen und nun schwenkte mein Interesse auf unser Volk, ob nochmehr den Weg gewagt haben.


    " Sind noch andere Leute unseres Volkes hierher geflüchtet oder gezogen um wie ich ein neues Leben zu beginnen?
    Wenn ja habe ich bisher keinen gesehen, zumindest in der kurzen Zeit wo ich mich umgesehen habe. "

    Ich nahm den Becher mit Bier und biss in ein stück Fleisch um danach einen Schluck des Bieres zu nehmen.


    "Nun, was mich am meisten interessiert, wie kommt es das eine Germanische Familie wie die Duccier eine Römische Provinz und die Städte in dieser beherrschen?


    Ist es nicht mehr so das die Römer unserem Volk noch voreingenommen gegenüberstehen? Das wir für sie Barbaren sind ohne zivilisiertes Verhalten?


    Und ich möchte die Struktur der hiesigen Regierung kennen lernen.
    Welche Macht hat die Legion hier?
    Wie die Wirtschaft hier beschaffen ist, denn ich Gedenke später mit einem gewissen Kapital einen Betrieb zu eröffnen.


    Ich hoffe ich löcher euch nicht zuviel mit diesen Fragen."


    Ich lächelte freundlich und griff zu dem Obst.

    Ich setzte mich hin und musste ein wenig über die Bemerkung, das ich heute Abend nichtsmehr tuen kann, schmunzeln.


    "Nun, ich meinte auch nicht das ich heute Abend direkt anfangen wollte."


    Ich hab zwar die Stadt erkundet, also optisch hab ich einiges mitbekommen, sowie geruchstechnisch und akustisch, das Geschrei auf dem Markt. Nun wollte ich mein Wissen über die Geschichte oder Politischen Zusammenhänge stillen.


    "Wenn ihr Zeit habt, Venusia, macht es euch was aus mir ein wenig über die Geschichte und die momentane Situation der Stadt zu erzählen?
    Ich hab heute viel gesehen, doch ausser in Handelsgesprächen und kleine Unterhaltungen, hatte ich nicht viel Gelegenheiten mit jemanden über die Stadt zu sprechen."

    So trat ich in das gemütliche einladende Kaminzimmer ein, schaute mich kurz um und grüßte die Duccia Venusia.


    " Seid mir erneut gegrüßt.
    Ich darf mich nochmals für die Möglichkeit der Unterkunft bei dir bedanken, die du mir bietest.
    Hattest du schon eine Gelegenheit mit dem Legatust zu sprechen?
    Ich würde gerne meine Arbeit so schnell es geht aufnehmen."

    Nach dem gut verlaufendem Gespräch mit der Duccia Venusia begab ich mich in das Stadt innere um mich ein wenig orientieren zu können und um die Stadt kennen zu lernen.


    Auf dem Markt waren viele geschäftige Händler unterwegs und das Geschrei und die Rufe von den Händlern die ihrere Waren feil boten und jenen die gedachten diese zu kaufen liessen mich die ungefähre größe des Marktes erkennen.


    Ich blieb an einem Stand hängen der wie es schien aus dem Nahen Osten kommen musste, oder zumindest aus der Gegend, ich könnt nichtmal sagen welche Sprache der Händler spricht.


    Die Waren die er anbot waren fein verzierte Gefäße, aus Bronze oder nem harten guten Ton. Viele von den Gegenständen kamen mir fremd vor und ich versuchte ins Gespräch mit dem Händler zu kommen, der mich durch ein gutes Römisch erstaunte, was jedoch nciht ganz Aktzent frei war.


    "Seid mir gegrüßt. Sagt mir, wofür sind diese Waren hier, sie sehen sehr schön aus, aber der verwendungszweck erscheint mir Schleierhaft."


    Der Händler grüßte ebenso und sah nach welche Waren ich meinte.


    "Nun, dies sind Gefäße für Weihrauch. Dieses um den Weihrauch, oder besser das Mittel aufzubewahren und dies hier um den Weihrauch zu verbrennen. Ich biete auch vielen guten Weihrauch an in verschiedenen Sorten, soll ich ihnen die Sorten vorführen?"


    Ohne auf eine Antwort zu warten legte er in 4 der kleinen Gefäße, die schon ein wenig geschwärzt waren von innen, kleine runde heisse Kohlen oder etwas der gleichen. Dann kramte er kurz unter der Theke und holte 4 irdene Gefäße hervor wo er mit einem kleinen Löffel jeweils ein wenig rausholte und auf jedes der Kohlen ein wenig gab.
    Er verschloss die Kohlenbehälter und hielt mir das erste hin.


    Ein komischer, sehr merkwürdiger Geruch umfing mich, irgendwie angenehm und so testete ich die ersten 3 Sorten.
    Bei der 4ten wurde mir irgendwie übel und ich musste mich entschuldigend von dem Stand entfernen und lies somit den Händler ein wenig grinsend zurück um den Markt und die Stadt weiter zu erkunden.

    Ich war nun doch sehr überrascht über das Angebot in ihrer Casa zu wohnen.
    Da die Taberne auf kurz oder lang ein wenig ungemütlich werden würde, war ich geneigt das Angebot anzunehmen.


    "Ich danke euch für eurer großzügiges Angebot und nehme es dankend an.
    Ich werde euch nicht zur Last fallen.
    Wo soll ich dann heut Abend hinkommen um mein Zimmer zu beziehen?
    Ich wollt jetzt dann die Stadt ein wenig erkunden."

    Es bedrückte mich ein wenig das Venusia wegen diesen Konflikten zwischen den Stämmen vertrieben wurde.


    "Nun, solch Überfälle und Kämpfe kamen in den letzten Jahren leider häufiger vor, ich wurde zu meinem Glück bisher verschont, dennoch fühle ich mit euch.


    Nun dann will ich euch nicht länger aufhalten so das ihr baldigst mit dem Legatus ins Gespräch kommt und ich meine Arbeit beginnen kann."


    Ich erhob mich, verneigte mich leicht und Schritt zur Tür um noch kurz inne zu halten da mir ein weitere anliegen bewusst wurde.


    "Ich wohne momentan in der Taberna Mogontiaci, nun da ich nicht wirklich auf längere zeit in einer Taberna wohnen will, wen könnte man eventuell auf ein Quattier ansprechen?"

    Welch Überraschung.
    Damit hät ich nicht gerechnet, weder das sie Amsivarierin ist, noch das die mir beigebrachten Höflichkeitsformeln gegenüber Römern überzogen sind.
    Scheinbar hat mir da jemand einen Bären aufgebunden und bei dem Gedanken wie dies alles gewirkt haben muss, musste ich ein wenig lachen.


    "Da bin ich wohl jemanden aufgesessen, mit diesen Höflichkeitsformeln.
    Aus welcher Gegend der Amisia stammt ihr denn und wieso musstet ihr das Gebiet verlassen wenn ich fragen darf.


    Darf ich aus euren Worten schliessen das ich die Stelle als Agrimensor bekomme?"


    Nun entspannte ich mich ein wenig, denn das Gespräch bewegte sich in vertrautere Ebenen.

    Ich war nun doch ein wenig verblüfft über das scheinbare Interesse an meiner Geschichte, so überlegte ich erst ein wenig aber fing dann an zu erzählen.


    "Ich lebte einst nahe der Amisia und gehöre zu dem Stamm der Amsivarier des südlicheren Gebiets.
    Ich war dort ein Händler in meinem in meinem Dorf und galt als einer der Gelehrten in der Gegend da ich des Schreibens, Rechnens und Lesens mächtig bin.
    Leider reicht das nicht aus um durch einen harten Winter zu kommen und da ich kein Farmer bin war es oft sehr schwer satt zu werden.
    Nun ich erhoffe mir hier eine bessere Zukunft als die die ich in meinem Dorf hätte.


    Genügen euch diese Informationen Herrin ?"

    Ich setzte mich und lauschte dem was die Duccia mir zu sagen hatte.


    "Ja Herrin, ich bin des schreibens mächtig und auch das Rechnen beherrsche ich. Früher war ich in Germanien ein Händler und auch dort ist es sehr nützlich schlauer als die anderen zu sein und besser rechnen zu können.


    Welch Fragen wollt ihr mir stellen, ich werde sie versuchen zu beantworten, Herrin."