Beiträge von Tilla Romania

    Viel getrunken? Tilla schüttelte den Kopf. Sie fühlte sich ganz wohl, auch wenn der nervige Schluckauf nicht aufgeben und weggehen wollte. Hicks Caelyn war es egal wer sie war? Das war neu. Und lächelte bei Caelyns Aufmunterung, dass sie keine dumme Nuss war.


    Entweder Caelyn wusste schon was das für ein Fest gewesen war oder sie hatte selbst schon so eines gefeiert. Tilla blieb nichts anderes übrig als zu nicken. Für heute reichte mit Lügen. Doch.. das haben wir gefeiert. Ich bin nur dazugestoßen. Da hab ich zum ersten Mal getrunken. Von den Flaviern waren auch welche dabei. Fiona auch. erklärte Tilla ihr und zog die Ältere mit sich. Da vorne hatte sie einen 'Kellner' gesehen. Mit einem unschuldigen Lächeln nahm sie dem zwei Becher ab und reichte einen davon an ihre Begleitung weiter.


    Hicks Komm.. gehn wir raus. Das wird mir jetzt zu eng.. Tilla lies Caelyns Hand los und bugisierte sich selbst in den Garten hinaus. Oh.. wow. Ob die hier auch einen Kletterbaum hatten? Ihr fiel das blonde Mädchen wieder ein. Hicks Nun wünschte sie sich, sie hätte diese angeprochen. Vom Becher nippend begutachtete sie die grünen Becher und blieb beim Klang zweier gute bekannter Stimmen abrupt stehen. Sei leise. Lausch mal.. forderte sie Caelyn auf und deutete den Weg hinunter. Hinter der nächsten Wegbiegung mussten Ursus und Cadhla sein. Hicks Tilla schlug die Hand vor den Mund, um den Laut abzudämpfen.

    Und ob sie was getrunken hatte!! Zwei Becher Rotes! Sehr lecker! erwiderte Tilla. Wobei sie vom zweiten Becher gar nicht soviel getrunken hatte... oder? Caelyn wusste schon mal Bescheid. Und Cadhla würde sie dann wieder in den Arm nehmen. Wo steckte sie denn? Ja, ich heisse Tilla. Aber Caro hört sich schön vornehm an. Er ist ein Flavier und ich nur eine dumme kleine Nuss mit der er ganz bestimmt nicht reden würde, wenn er wüsste wer ich wirklich bin.Hicks


    Wieso verflixt noch mal wusste Caelyn nichts von der Feier im Garten? War sie da nicht dabei gewesen? Oder war sie erst Tage später in die villa gekommen? Tilla konnte sich gar nicht mehr so genau errinnern. Schlag auf Schlag war das gewesen mit den Sklaven die sie einzuführen hatte in den Haushalt der aurelii. Da konnte keiner behaupten Tilla tat nichts. Hicks Sie kräuselte die Nase, winkte ab und überlegte, wie sie Caelyn ablenken konnte. Ach, vergiss es. Da war neulich eine Feier. Du warst noch gar nicht bei uns. Jetzt musste sie dafür sorgen, dass Caelyn genau wie Ursus 'nichts' wusste.


    Hicks. Caelyn gleich schielte sie zu Luca und Fiona rüber. Och menno Mensch, was hab ich davon, wenn er sich um meinen Becher kümmert? Komm... ich hab Durst. Tilla fasste nach der Hand der Keltin und zog sie mit sich ein paar Schritte fort. Einfach weil sie nicht ertragen konnte mit anzusehen, dass der dunkle Schopf Lucas so nahe bei Fionas rothaarigem Schopf war. Wo war der nächste servierfreudige Mensch? Hicks.

    Jaaa... ganz viel Wasser. erwiderte Tilla eifrig nickend. Und davor weisse Berge mit spitzen grünen Stengeln. Wie Grashalme aber viel größer. So groß wie mein Ellenbogen. Tilla deutete die Größe des Dünengrases an und sah Siv an. Verstand sie jetzt? Oder besser ein Bild malen? In Farbe. Oder sollte sie mit Siv auf einem Pferd reitend ausbüchsen und mit ihr den Weg zum Meer suchen? Das wäre bestimmt ein tolles Abenteuer. Dann könnten sie zu einem nahegelegenen Wald reiten. Einen neuen Baum aussuchen. In dessen Astgabeln schlafen. Am nächsten Morgen vom Rauschen der Blätter, gar dem Wind geweckt werden. Vielleicht kam dann dieses seltsame Tier vorbei? Sie steckte sich die Nüsse in den Mund, während sie vor sich hin träumte, diesem Tagtraum nachhing.


    Leider war dieser Tagtraum viel zu kurz. Siv riss sie mit ihrer Frage heraus. Tilla lächelte und nickte. Das ist dein Name. Siv Eisenherz. versuchte Tilla zu erklären, nahm die Berührung wahr, die Siv ihr gab. Sie freute sich, dass diese Geste der Älteren gefiel, wiederholte die Geste ganz langsam mit der anderen Hand noch einmal, beinahe spiegelbildlich zu Siv. Tilla saß ja auf dem Ast ihr gegenüber.


    Klopfen.. gehört dazu. Klopfen im Herz. Starkes Klopfen. Schöne Geste. Nur für dich. fügte sie immer noch lächelnd hinzu. Nahm das Lächeln der anderen in sich auf und rutschte langsam näher, umarmte Siv ganz vorsichtig, um sie nicht mit einer unbedachten Bewegung vom Ast zu werfen. Auch wenn Siv erst wenige Stunden hier zugegen war, Tilla fühlte sich bei ihr und ihrer Nähe pudelwohl. Und das wollte was heissen. Sonst war sie schüchtern, scheu. Irgendwie immer auf dem Sprung. Löckchen Tilla nahm eine Strähne ihres dunklen Haars, zwirbelte diese um den Zeigefinger und liess die Strähne vom herabsinkenden Finger gleiten. Das war ihre Namensgeste.

    Sie war so mit Zählen der viereckigen Dinge beschäftigt, dass sie die Frau ein wenig zu spät wahrnahm. Tilla erhob sich eilig und nahm den Kerzenkorb in die Hand. Sie konnte nicht erzählen... aber woher konnte die Frau das auch wissen? Den mitgebrachten Korb ganz fest am Henkel haltend, trat sie ein und entschloß sich einfach zu handeln. Zeigend zu zeigen wofür sie hierher gekommen war, wofür man sie beauftragt hatte.


    Zielstrebig ging sie auf die wenigen Kerzenhalter zu, tauschte die abgebrannten Kerzen gegen neue Kerzen aus. Ignorierte die Öllampen, weil sie immer noch Angst hatte, sich an ihnen zu verbrennen. Die abgezählten Truhen und Kisten umkurvte Tilla mit flinken Füßen und blieb schließlich still stehen. Langsam wanderte ihre Hand zum Mund, verschloß diesen. Tilla schüttelte gleichzeitig den Kopf. Dann'malte' sie eine unsichtbare Tafel in die Luft und tippte nun stetig nickend mit einem unsichtbaren Griffel da drauf, schrieb scheinbbar etwas drauf. Ich bin stumm... aber ich kann schreiben.

    Sie wurde von Caelyn gestoppt und blieb vor ihr stehen. Hicks. Hatte sie etwa alles mitbekommen? Um so besser. Lippenkauend sah sie die Ältere an und erwiderte gebärdend. Nichts geht mehr. Ich habe dir doch erzählt, dass ich Luca erzählt hab, dass ich Caro heiße. Und was macht Fiona? Hicks. Sie ruft mich zu sich und nennt mich vor ihm Tilla. Ausgerechnet dann wenn Luca dabei ist. Und Luca glaubt jetzt auch noch, dass ich eine echte Aurelierin bin! Aber nein. Fiona ist noch nicht fertig. Hicks. Sie fing wieder an von den Toten und dem Feuer zu reden... vom Fest. Na toll, jetzt weiss es neben dominus Ursus noch eine Person was an dem Abend im hortus geschah. Damit war alles umsonst die Klappe zu halten und zu schweigen! Hicks.


    Tilla drehte sich ein bisschen um, um zu schauen, was die beiden machten. Luca kniete vor Fiona, sammelte die Scherben ihres Bechers auf und Fionas gesicht war beinahe so rot wie ihre Haare. Sie hatte ja schon ein bisschen mehr getrunken, deshalb kam ihr das so vor, dass das Rot so leuchtete. Hicks. Ich habe mir so Mühe gegeben, dass er mich sieht und was ist? Luca kniet jetzt vor ihr... und kümmert sich um sie. Tilla schob die Lippen vor, wischte eine vorwitzige Träne weg, die über ihre Wange rollen wollte. Blöder Luca.Hicks. Blöder Schluckauf. Sie sah sich nach etwas trinkbarem um. Am besten noch einen Becher Met. Ich werd am besten nie erwachsen. fügte sie hinzu, sah Caelyn ganz verstimmt an.

    Salve! erwiderte sie in Ermangelung einer Saturnalien Geste und nahm sich eines der Gebäckstücke mit Apfel. Oh.. verflixt! Wir haben nämlich auch einen neuen Sklaven vom Marktplatz bekommen. Ich hab ihn mit der 'Katze' verwechselt. Sie hatte wohl zu viel getrunken. Hicks. Zwischen Micipsa und Sertorio bestand ein himmelweiter Unterschied. Nämlich im Aussehen. Der eine hell, der andere dunkel.


    Hallo. begrüßte sie Fiona lächelnd, freute sich über ihren Gruß. Tilla sah Luca verdutzt an. Vor Luca hiess sie 'Caro Mioben'... und jetzt nannte der junge Mann sie 'Tilla Aurelia'. Woher wusste der jetzt ihren wahren Namen? Hatte wer geplaudert? Bridhe hatte das Spiel am Marktpatz mitgemacht. Blieb nur noch Fiona. Forschend sah sie die Ältere an, die wohl auch gerade bemerkte, was sie da angerichtet hatte. Tilla trat einige Schritte zurück. Das war jetzt ganz schon blöd.


    Luca rief sie mit ihrem Decknamen her und sie wurde von ihm mit ihrem Namen angesprochen. Nein, Tilla selbst war ganz schön blöd. Wie hatte sie davon ausgehen können, dass das 'Spiel' nicht auffliegen würde? Inzwischen ging es ums Samhain-Fest. Wie die Sprache darauf gekommen war, wusste sie durch Fionas Versprecher. Auch in ihrer Erklärung ging es wieder um die Toten. Von denen hatte sie in ihrem Leben genug gesehen. Mensch, wäre sie doch besser nicht hierher gekommen, um zu sehen, wie es Luca ging. Und vor allem.. wie stand sie denn jetzt vor Luca dar? Du bist ganz schon blöd, Fiona. rutschte es aus Tilla raus. Da... für dich. Mit der anderen Hand schüttete sie den restlichen Met über Fionas Kleidung. So! Tilla liess den Becher fallen und drehte sich um, drängelte sich zwischen die Menschen durch.

    Tilla war wieder nach der Einführung Sertorios in die Räumlichkeiten einmal mehr mit der Aufgabe betraut worden die Kerzenhalter aufzufüllen und abgebrannte Kerzen mitzubringen. Auf leisen Sohlen schlich sie durch die vielen Räume der Villa und erledigte ihre Aufgabe mehr oder minder erfolgreich. Köchin Niki hatte ihr wieder etwas Interessantes verraten. Die ältere Frau wusste, dass eines der Schlafräume, die bisher leergestanden hatten, wieder hergerichtet worden war. Aber wer diese Räume nun bewohnte, wusste sie noch nicht. Ob jemand hinter der Tür anwesend war, wusste sie ebenfalls nicht. Sie hörte nichts von drinnen. Leise drückte sie die Tür auf und spähte durch einen schmalen Spalt hinein. Es war eine Frau. Sie stand am offenen Fenster. Was machte sie da? Tilla ging in die Knie, spähte neugierig hinein und stellte den Kerzenkorb neben ihren Füßen ab. Soviele Kisten und Truhen auf einem Fleck hatte sie auch noch nicht gesehen. Tilla fing an die Truhen, die sie von ihrem Platz an der Tür aus sehen konnte, abzuzählen... eins.. zwei.. drei..

    Sie trank noch einige Schlucke vom ihrem Getränk darauf hoffend, dass das Hicks wieder weggehen würde, wenn sie nach dem Schlucken die Luft anhalten würde. Aber nein.. Hicks war selbst nach dem Ausatmen noch da. Warum hatte sie angefangen davon zu trinken? Nun war es zu spät. Plötzlich rief eine ihr bekannte Strimme einen ihrer Decknamen in ihre Richtung. Tilla sah auf und spähte zu Luca. Na endlich.. er hatte sie bemerkt. Sie lächelte und strebte eililg auf ihn zu. Ihre Schritte wurden langsamer als er zu gestikulieren anfing.


    Fiona stand immer noch bei ihm. was war denn los? Hallo Fiona. begrüßte sie die rothaarige ältere Frau. Das Tablett schien von Lucas Arm runterzurutschen. Wäre doch schade, um das Essen. Tilla streckte ihre Arme aus, packte das Tablett und stellte es einfach neben sich auf den Boden ab. Hej, Luca. begrüßte sie ihn, nichts davon ahnend, dass ihr Decknamen-Spiel aufgeflogen. Wie geht es dir? Du hast mich gar nicht gesehen wie ich an dir vorbeigegangen bin. Eigentlich würde sie gerne was anderes 'erzählen', aber sie war enttäuscht, dass er so lange für eine Begrüßung gebraucht hatte. Jedenfalls schien das Gestikulieren das 'Hicks' abzulenken, oder? Hast du schon gehört, wir haben die 'Katze' bekommen. Also ich meine sie.. ah nein, er ist bei uns im Haus. Sie trank einen Schluck und bereute es sogleich. Hicks. Errötend, mit roten Wangen, sah sie Luca betreten an.

    Ursus hatte eine akzeptable Lösung. Sie musste also nur Brix ansprechen und ihn bitten. Damit konnte sie sich arrangieren. Danke.. ich zeige dir später die Ninchen. bedankte sie sich und nickte noch einmal zu den Aufgaben, die er ihr erneut auftrug. Danach wandte sie sich wieder zur Tür, wo Sertorio bereits stand und zog die Tür hinter sich zu. Abermals deutete sie in die Richtung des Bades. Da lang... Unterwegs trafen sie auf Brix. Somit konnte Tilla einen kleinen Teil ihrer Aufgabe bei ihm abgeben. Erleichtert nicht in die Schlafräume der Männer gehen zu müssen, führte sie Sertorio weiter. Vor der Tür deutete sie auf ihn und auf die Tür. Du kannst bestimmt gut alleine baden. Ich warte vor der Tür und schiebe dir die Kleidung durch sobald Brix da war. schlug Tilla vor und nahm auf der Sitzbank vor dem balneum Platz.

    Sie nickte eifrig. Ich freue mich auch. Ja, du hast.. ähm, ihr habt recht. Die Babys sind noch zu klein. Erst später.. da brauchen sie viel Platz. dann sind sie so groß wie die Maman. erwiderte sie gebärdend und nickte nochmal. Dass Sertorio mit den Schultern gezuckt hatte, hatte sie wahrgenommen. Mhm.. wieder einer der sich nicht für die Kaninchen interessierte. Dafür hatte sie dominus Ursus. Schweigend musterte sie Sertorio aus den Augenwinkeln. Ursus hatte ihn also schon informiert und bat sie auch noch mit dem Neuen zusammenzuarbeiten. Na.. wenn das mal gut ging.


    In Ordnung. erwiderte sie schlicht, da sie auch ihren Teil losgeworden war, also das was sie derzeit beschäftigte. Tilla trat zurück zur Tür und öffnete sie. Das der Neue, wie Brix es sagen würde, 'müffelte', hatte sie auch schon festgestellt. Also erstmal zu den Baderäumen... Da lang. Zum Baderaum. Ihre Hand zeigte zu einem der Gänge und sank wieder hinab. Tilla ist etwas eingefallen.. sie kann ihm doch keine Frauenkleider geben.


    Sie drehte sich zu Ursus um, stampfte mit dem Fuß auf den Boden auf, um seiner Aufmerksamkeit sicher zu sein. dominus? Die Kleidung für ihn? Wie besorgen? Ich kann.. doch nicht DA rein. In deren Räume zum Schlafen. Zu den Truhen. Die anderen, die ich ebenfalls herumführte, waren Frauen. Ich weiss nicht.. wie? Hilfesuchend sah sie Ursus an, trat von einem Fuß auf den anderen. Im Bad von uns. In den Truhen sind Frauenkleider, weil so viele Frauen hier sind. versucht sie noch den Umstand zu erklären, der ihr auch erst jetzt auffällt.

    Irgendwann hatte sie genug vom Ball aus Pflanzenfasern. Es war ein schönes Objekt. Gerne wollte sie wie von ihrem Herrn vorgeschlagen mit ihrem Geschenk und mit den anderen spielen. Still packte sie den Ball wieder in das blau Tuch ein, welches sie von Marcus bekommen hatte und spähte unter der Tischdecke hervor und zu den Anwesenden hinauf. Immer noch waren sehr viele Leute anwesend. Tilla merkte, dass sie Durst hatte und krabbelte unterm Tisch hervor, um sich von dessen Tischplatte einen gefüllten Becher Met zu nehmen.


    Vom Trinkgefäß nippend sah sie sich im Gehen um, um Überblick über die Grüppchen zu verschaffen. Bridhe stand bei Severus, ebenso wie Minna und Siv. Cadhla war nicht mehr da.. ebenso dominus Ursus. Bei Prisca stand ein ihr unbekannter Mann. Noch ahnte sie nicht, dass dieser Caius Flavius Aquilius derjenige sein würde, der in den nächsten Tagen zu Pferd vor dem Haus der Aurelier auftauchen würde.


    Und da vorne.. da stand Luca mit Fiona. Auf keine ihrer Aktionen hatte er reagiert. Hatte er sie schon wieder vergessen? Wahrscheinlich. Sie war auch nur eine dumme kleine Sklavin, die nun mal nicht sprechen konnte. Tilla ging weiter. bemerkte abseits am Rand stehend einen älteren Mann (Sciurus). Neben ihm stand ein Mädchen (Dido). Wie sie wohl hiess? Nur kurz ruhte ihr Blick auf dem Kind mit den hellen Haaren. Tillas Füße trugen sie weiter. Sie hatte keine guten Erfahrungen mit Kindern gemacht außer mit Nero. Selbst dieser schien nicht da zu sein, ebensowenig seine Mutter, die Königin der Nacht. Aber sie war hier... mit vielen Leuten die sie kannte und nicht kannte. Aus Tillas Mund entwich ein leises Seufzen. Sie drehte um und machte sich auf den Rückweg, blickte zu Luca rüber und nippte am Met. Vielleicht sollte sie lieber zurück zur villa gehen? Hicks.

    Sie wurde aufgestöbert und benachrichtigt, so schnell wie möglich bei Ursus aufzutauchen. Tilla verzog das Gesicht. Allmählich wurde es doch zu dumm. Warum immer sie? Schon wieder ein Neuer? Nunja, die meisten Begegnungen waren bisher immer recht interessant abgelaufen. Warum nicht auch diese? Kurz überprüfte sie ihr Aussehen und den Sitz ihrer wie immer tannengrünen Kleidung bevor sie anklopfte und nach der Erlaubnis eintrat. Schon nach wenigen Schritten blieb sie schräg neben der Tür stehen, blickte Ursus an. Salve. Was kann ich tun? begrüßte sie ihn schlicht.


    Warum waren nicht einmal Cadhla oder Siv bei ihm? Tilla krauste nachdenklich die Nase, fragte sich wohin die beiden jungen hellhaarigen Frauen entschwunden waren. Sie hatte heute morgen bei dem Verteilen der täglichen Aufgaben nicht so genau zugehört, weil die Kaninchen endlich ihre Jungen bekommen hatten. Vier Babys! Das musste sie ihm unbedingt erzählen!! Wisst ihr was, dominus? Ein Lächeln huschte über ihr sonst so ernstes Gesicht und ihre dunklen Augen funkelten auf. Die Babys sind da! platzte es aus ihr heraus. Drei schwarze und ein weisses Kaninchen! Der Stall im Garten muss vergrößert werden. Die Eltern brauchen viel Heu und Stroh! Freudig strahlte sie den ihr noch unbekannten Sertorio an. Vier Babys! wiederholte Tilla. Und sooo klein. Sie deutete die Länge ihrer Hand an, wollte deutlich machen wie groß die neugeborenen Ninchen waren.

    Jo, den Beutel kannte er. Das stumme Mädchen konnte sich an den Diebstahl errinnern, als ob er gestern erst stattgefunden hätte. Sie liess sich nach ihrer kleinen Vorführung rittlings auf dem Balken nieder an dem das Seil mit dem Beutel hing und liess die Beine runterhängen. Tilla saß nahe genug dem Seil, um es aufzuknoten, wenn er es erhascht hatte. Der große Blonde konnte ziemlich gut klettern, befand sie und sah ihm genau zu. Sie sah, dass seine Hände nicht nach dem extra angebrachten Halteseil griffen. Lobend klatschte sie lächelnd in die Hände, als er den Beutel, der ihm gehörte wieder in den Händen hatte. Da rutschte Severus auch schon ab. Sie drückte mit den Füßen das Halteseil ihm entgegen. Doch zu spät!! Er fiel runter!!


    Tilla sprang eilig auf und balancierte zu den Balken die hinunter zum Heuboden führten und wartete recht angespannt ab, was nach dem Verfliegen der Staubwolke passieren würde. Da.. endlich tauchte er wieder auf. Ganz erschrocken sah sie ihn forschend an. Alles in Ordnung? Wenn er schon so niesen konnte... musste es wohl so sein. Trotz des Schreckens verzogen sich ihre Mundwinkel nach oben. Tilla grinste, schüttelte den Kopf und lachte lautlos über den Mann, der nun tief im Heuboden steckte. Sie knotete die Tafel vom Seil ab und band das Seil an dem Balken fest, wo sie draufsaß. Da.. schwing dich rauf. Nun hast du deinen Münzbeutel wieder. Erzählst du mir jetzt eine Geschichte? fragte sie langsam gebärdend, erinnerte ihn an seine Idee. Von dem der auf seinem Wagen über die Wolken fährt und den Hammer schwingt. Himmel und Erde erbeben und Donner grollen lässt. Thor, den Wettergott, der den Donner macht? Ah, warte... ich zeige dir was. Tilla wandte sich ab, kletterte in die Schatten hinein und brachte einen Weidenkorb mit. Aus diesem holte sie eine kleine leere vasenähnliche Amphore heraus, die sie zur Polsterung in dunkle Tüchern eingeschlagen hatte. Auf dieser pechschwarzen Amphore war ein eingeritztes Bild zu sehen, wie sie eben beschrieben hatte. Die weissen Linien des schwarz übermalten Tongefäßes schienen zu leuchten. Das ist er doch, oder?

    Ja.. ich mag blau.. wie Wasser.
    Zusammen mit Siv servierte sie das Obst und zog sich soeben zurück, als Niki hereinkam. Nanu... Marcus kam nicht her? Tilla hatte nicht viel Zeit über diese Bekanntmachung durch den einen Sklaven nachzudenken. Sie musste servieren. Nachdenken und gleichzeitig servieren vertrug sich nicht. Wieder einmal ganz still geworden konzentrierte sie sich auf das, wofür sie hier war. Doch mit halbem Ohr lauschte sie dem was gesprochen wurde... bekam nur wenige Wortfetzen mit. Mit eine kleinen Weinamphore, weil die großen zu schwer waren, trat Tilla zu den liegenden Personen und schenkte auch dem 'Sänger' ein. Immer noch wusste keiner, das sie ihn mit diesem Spitznamen getauft hatte. Leise ging sie sie wieder zurück an ihren Platz, sah zu, wie die Erwachsenen aus Essen stürzten, während ihr eigener Magen sehnsüchtig aufbrummelte. Tilla legte die Hände auf den Bauch und atmete tief durch.

    Sie schüttelte den Kopf, beäugte die weissen Vögel, die nun einen Namen von Hektor bekommen hatten. Nee, du, ich kenne diese Vögel nicht. bestätigte sie noch einmal ernsthaft den Kopf schüttelnd. Der Sand ist deshalb nicht dabei, weil er nicht mit den Fischen mitkommen kann. Er muss hier bleiben. spekulierte sie weiter und grinste. Hört sich gut an, ne? Genau.. du hast völlig recht. Der Sand ist einfach da, Sand lässt den Sand nicht alleine. Tilla folgte der Deutung Hektors und machte große Augen, während sie aus der Hocke heraus wieder aufstand.


    Was ist denn das?? Von einer Burg hatte sie wie von den Möwen auch noch nicht gehört. Kommst du? Ich mag mir das mal angucken. Beim Rundumblick sah sie auch die flavischen Sklaven, die da und dort Wache hielten. Gab es hier irgendeine Gefahr, die ihr nicht bekannt war? Doch Neugierde und Forscherdrang siegte über mulmiges Bauchgefühl. Sie ergriff Lunas Leine ein wenig fester und näherte sich mit der Stute diesem Sandgebilde. Immer darauf gefasst, dass einer der ihr unbekannten Sklaven sie wieder verscheuchen würde. Woher dieser Gedanke kam, wusste sie nicht. Tilla beugte sich zu den glatten Sandflächen, berührte sie sachte. Ein paar Sandkörner krümelten runter... das war alles.


    Langsam richtete Tilla sich wieder auf, sah Hektor an. Wie passiert das? Das Bauen? Luna schnaubte. Tilla streichelte ihren weichen Hals, sog ganz tief die salzige Meeresluft ein. Sie sah sich noch einmal um und entdeckte ihre Herrin, die soeben auf die Brandung zulief. Mit offenem Mund sah Tilla ihr beim Rennen zu. Die ältere Frau hatte plötzlich andersfarbige Kleidung an. Was macht sie denn? Sie deutete auf Prisca, wendete zugleich deren Namensgebärde mit dem Armreif an. Auch Luna wurde unruhig, schnaubte noch einmal. Tilla konnte das Kribbeln im Nacken nicht mehr ignorieren. Da ist was... im Busch... nein.. Sie sah nochmal auf das Meer hinaus. .. im Wasser! Die schwarze glänzende Haifischflosse versank soeben unter der Oberfläche. Da! Sie hob den Arm zu spät, um noch auf die markante Flosse deuten zu können.

    Tilla spürte, das sie nicht mehr soviel Bewegungsfreiheit hatte und hätte sich gerne, wenn sie die Kraft dazu gehabt hätte, sich freigestrampelt. So aber blieb sie weiterhin fiebernd ganz still unter der Decke liegen. Das Weinen stellte sie auch bald wieder vor Erschöpfung ein. Ihr wurde zudem von Siv das Gesicht abgetupft, was sie aber nur daran merkte, dass ein trockenes Tuch über ihr Gesicht fuhr. Im Fieberschlaf hielt Tilla das für die Flügel der zurückgekehrten Möwe, die sich mit diesem Streicheln für das plötzliche Verschwinden entschuldigen wollte. Ein kurzes Lächeln huschte über Tillas Gesicht und verschwand wieder.
    Jetzt bin ich nicht mehr allein, dachte sie im Schlaf und drehte sich, immer wieder in den Bewegungen innehaltend, Siv zu. Sie hatte es geschafft. Irgendwie war ihre Hand nach draußen auf die Bettdecke gelangt. Tillas Hand suchte den verschwundenen 'Zipfel', an dem sie sich während dem 'Fliegen' festgehalten hatte. Ob Hektor die Bewegung sehen würde? Sie wusste nicht mal, dass er es war, der sie getragen hatte. Dass auch Cadhla anwesend war und fiebersenkende Mittel beschaffte. Kaum war das kühlende Tuch auf ihrer Stirn, zog Tilla es wieder runter. Das war vielleicht unangenehm kalt und feucht. M.. Mö.. we...? hauchte sie stimmlos, hielt wieder, sich nun von Siv wegdrehend, nach der imaginären Möwe Ausschau.

    Der Ball wurde ihr aus den Händen genommen und Tilla verfolgte ganz genau, was Marcus damit tat. Doch er tat gar nichts. Dafür bewegte er seinen Mund, um ihr begleitet von einem Lachen zu antworten und zu erklären. "Natürlich weiß ich es, Tilla, sonst hätte ich es dir nicht geschenkt." Aha.. hatte er auch mal so ein rundes Ding gehabt? Solche Fragen tauchten oft spontan auf und verschwanden zu schnell um wirklich bewusst erfasst zu werden. "Das ist ein Ball. Zu Hause kannst du die anderen fragen, ob sie Lust haben, mal mit dir zu spielen. Es macht Spaß, du wirst sehen. Man kann hin und her werfen oder mit dem Fuß spielen, da gibt es eine Menge Varianten. Und die Glöckchen kannst du dir an den Knöchel binden, wenn du möchtest, dann gehst du auf dem Markt nicht verloren." Aha, wieder etwas schlauer, wieder etwas gelernt. Ein Ball für zu Hause, die villa Aurelia. Tilla fühlte sich bei seinen letzten Worten ein wenig verletzt. Die Glöckchen konnte sie auch gleich wie ein Hund um den Hals binden.


    Den unschönen Gedanken verbergend nahm sie den Ball wieder entgegen, drückte ihn fest an sich. Danke. Jetzt weiss ich was das ist. Vielleicht findet sich wer zu diesem 'Spiel'. Sie wollte ihn fragen, ob er denn auch mal mit ihr spielen würde, aber dominus Ursus forderte auch seine Aufmerksamkeit. Tilla verbeugte sich noch einmal vor dem soviel Älteren und strebte wieder zu Fensterbank zurück. Das tönerne Pferd war noch da, wartete mit erhobenen Kopf auf sie. Behutsam breitete sie den blauen Stoff auf der Fenstermauer aus und tat alle erhaltenen Geschenke dort hinein. Zusammen mit dem blauen Beutel suchte sie sich an einen neuen Rückzugsort, versuchte sich unauffällig zu verhalten. Ganz so wie auf der Straße zwischen all den Passanten. Tilla versteckte sich unter einem Tisch, dessen halbwegs herunterhängende Tischdecke sie verbergen würde. Den Ball zog sie wieder aus dem Beutel heraus, befühlte und betrachtete ihn ausgiebig, rollte das neue Spielzeug hin und her. Ein seltsames Gefühl dies zu tun. Das Wort 'Spielen mit Ball' war Tilla in ihrem bisherigen Leben nicht bekannt.

    Na also. Siv hatte verstanden. Also langsamer gebärden. Tilla zwinkerte auf ihr Grinsen zaghaft zurück. Ja, den Himmel. Viele Farben.. kann er zeigen. versuchte sie es nochmal verständlich zu erklären. Hmm.. Schnee war also was anderes als Regen und kam wie der Regen vom Himmel. Tilla hob die Augenbrauen und merkte sich das neue Wort. Wieder still egworden sah sie Siv beim Nüsseknacken zu, nahm die weichen nussigen Kerne entgegen, um abermals zu probieren. Vielleicht kannte noch jemand aus dem Haus das Wort? Fragen würde sie ganz bestimmt. Vielleicht konnte man ihr auch bei dem Rätsel der Köchin Niki helfen. Was war das bloß nur für ein Tier? Ein Mensch? Mit Hörnern? Hmm... Nüsse essende Menschen? Das konnte ja auch sein... oder?


    Nachdenklich ihren Bissen runter schluckend nickte Tilla Siv zu. Wohin ging man zum Meer? Achso. Ja. Viel Wasser.. ohne Ende.. ist Meer. Davor ist.. eine weisse.. hm.. Fläche.. ganz weich. Sie überlegte und fuhr fort. Nochmal.. davor.. vor dem weiss.. geht es rauf.. und wieder runter.. dann ist man da.. am viel Wasser.. am Meer. Sie meinte die Dünen, kannte das Wort jedoch nicht. Tillas Wortschatz war wirklich nicht sehr groß, beschränkte sich eher auf das was sie an Namen und Bezeichnungen kannte und mit Gebärden ausdrücken konnte. Ich weiss den Namen. Hektor heisst er. Immer bei Prisca und doch nie da. Für die Herrin benutzte Tilla das fiktive Heraufschieben eines schweren Armreifs auf das eigene Handgelenk. Das war die Namensgebärde für Prisca. Für Siv hatte sie des übrigen auch eine Namensgebärde erfunden. Das.. dein Name... mit Händen.. Mit einer Hand. Tilla rückte auf dem Ast vor, tippte Sivs linke Schulter mit geballter Faust zweimal an und legte ihre nun flache Hand auf Sivs Herz. Siv Eisenherz. gebärdete sie scheu lächelnd Sivs Namensgebärde, spürte deren Herz klopfen und hoffte selbst, dass sie ihr nicht zu arg nahe trat.

    Ihre Hand löste sich von dem kleinen zerknüllten Knäuel Stoff, an dem sie sich die ganze Zeit festgehalten hatte, während sie zu 'fliegen' schien. Jetzt waren sie wohl gelandet und sie durfte sich ausruhen. Eine Stimme sprach zu ihr... sie verstand ein paar Wortfetzen die aber auch schon wieder im Schlaf versanken. Warum nur war ihr so warm? Mit der Hand schob sie die Bettdecke ein wenig zurück und blieb mit der Handfläche auf ihrem Brustkorb liegen, der sich hob und wieder senkte. Wo war die Möwe hin? Im Fieberschlaf 'sah' sie sich nach allen Seiten um, wälzte sich vom Rücken zuerst nach rechts, dann nach links auf die andere Seite zu Cadhla hin. Durch die Anstrengung atmete sie wieder schneller, pustete eine Strähne, die auf ihrer Nase gelandet war, mit ihren Atemzügen auf und nieder. Der von Cadhla geflochtene Zopf war noch vorhanden, löste sich nur an den Seiten auf. Tillas Haare waren einigermassen trocken. Im Nacken wegen dem Fieber schon wieder nassgeschwitzt. Liebe fliegende Möwe, wo bist du hin? fragte sich das fiebernde stumme Mädchen, begann stumm im Schlaf zu weinen.

    Sie sah auf, als sie angesprochen wurde und entdeckte dominus Marcus in der Nähe. Hoppla... ihn hatte sie irgendwie ganz vergessen. Mit einem Nicken rutschte sie von der Fensterbank und lief ihm entgegen. Mit leicht schiefgelegtem Kopf blickte sie verwundert zu ihm auf. Noch ein Geschenk? Für sie? Zwei Päckchen? Mit einer kurzen angedeuteten Verbeugung nahm sie die Päckchen entgegen. Wieder war die beruhigende Farbe Blau vorhanden. Tilla lächelte, knüpfte das Band drumherum auf und lugte hinein. Was waren denn das für seltsame Laute, die da an ihr Ohr drangen? Sie griff hinein und brachte alle drei Glöckchen hervor. Oh! Ein wunderbares Geschenk.


    Genau richtig. Danke!! bedankte sie sich bei Marcus und lächelte breit. Sie legte die Glöckchen wieder hinein und griff nach dem anderen Ding. Und was war das? Mit verwunderten Blick in den Augen betrachtete sie den Ball von allen Seiten, wusste nicht, dass es ein 'Ball' war. Was ist das? fragte sie deshalb fragend, wusste nicht so recht mit dem runden Ding etwas anzufangen. Ich weiss es wirklich nicht. beteuerte sie zusätzlich mit ernstem Blick. Was macht man damit? Weisst du es? Tilla spürte unter den Fingerkuppen die Fasern, die um den Ball herumgeschlungen waren. Sie reckte den Ball auf ihrer Hand balancierend Marcus entgegen. Ursus stand neben ihr, hielt ebenfalls Marcus etwas entgegen. Bekamen Männer wie Marcus jetzt auch ein geheimnisvolles Kästchen wie Herrin Aurelia Prisca?