Beiträge von Albin

    Er glotzte den Mann eine Sekunde lang ungläubig an, bevor er zu einer scheltenden, Soldat oder nicht, Antwort ansetzte: "Die meisten unserer Gäste ziehen es vor ihre Pferde nicht mitten auf der Straße stehen zu lassen. Aus diesem Grund besitzt die Hros ein paar Boxen die ausschließlich für Gäste, respektive deren Pferde, reserviert sind. Dort wirst du dein Pferd finden..."


    Dass Albin den jungen Mann nicht bei der Hand nahm, um ihn zu den neuen Ställen der Hros zu führen war auch alles, als er an dem Soldaten vorbeischritt und ihn wieder durch den Garten der Casa zu den Gebäuden der Hros zu bringen...

    Nachdem er quasi die komplette Casa-Baustelle nach dem Römer abgesucht hatte, stolperte Albin schließlich durch das große Tor nach draußen und sah wie der Terentier hilflos um sich blickend auf der Straße stand.


    "Ah, da bist du ja,...", atmete der alte Mann erleichtert auf, "Du kannst doch nicht einfach so weglaufen! Dieses Haus ist RIESIG! Selbst ich verlaufe mich immer noch darin!"

    Wenige Sekunden nachdem der Römer gegangen war, erschien Albin wieder im Arbeitszimmer. Fragend sah er Venusia an: "Wie jetzt? Isser schon wech? VERDAMMT. Wie will der Kerl dann in dieser Baustelle überhaupt rausfinden???"


    Laut fluchend machte der alte Mann auf dem Absatz kehrt und eilte durch die Casa, um irgendwo den Römer zu finden, der sich hier selbstständig gemacht hatte...

    Mit verwirrtem Ausdruck kam Albin nach draußen gestolpert, und sah Dagny und Irminar fragend an: "Hey, ihr beiden. Habt ihr einen Römer gesehen? Schwarze Haare, ziemlich groß für einen Römer, und mit weniger Blech behangen als alle anderen seines Volks?"


    Gehetzt blickte er sich auf dem Hof um, überall standen noch Baustoffansammlungen und anderer Kram herum, doch nirgendswo war Terentius zu finden.. schließlich hielt er es nichtmehr aus auf die Antwort zu warten, hastete weiter und fluchte dabei lauthals rum...


    "Einmal nicht aufgepasst, schon geht einer stiften... RÖMER."

    "Dein Cousin? Das dürften entweder Brandinar sein, oder Irminar. Arbjon gäbe es auch noch, aber der ist in Confluentes. Gero ebenso. Und ich glaube dass Brandinar auf dem Weg nach Hispania ist... aber Irminar? Frag mich nicht, versuchs mal im Garten!"


    Er sah sie mit gütigem Lächeln an, er verstand wie es ihr ging, war er doch überrascht gewesen zu erkennen dass die Familie seiner alten Herren noch lebte.

    Albin sah sie mit mildem Tadel an...


    "Du erinnerst dich nicht an mich, junge Dagny. Aber ich mich an dich. Allerdings warst du damals noch in Windeln, als ich dich zum letzten Mal sah... ich bin Albin, ich habe damals deiner Familie gedient, und ich tue es heute noch. Und wie ich sehe bist du gewachsen."

    Albin verschloss wieder sorgsam die Tür, damit Venusia und der Römer nicht weiter gestört wurden, und sah die junge Dame mit einer Mischung aus Neugier und Tadel an.


    "Anklopfen scheint nicht einer deiner Tugenden zu sein, junge Dame.", dann bemerkte er dass er das Mädchen noch nie zuvor in der Casa gesehen hatte, "Aber, wen habe ich hier eigentlich vor mir?"

    Albin glotzte erst einen Moment lang irritiert... wie jetzt? Im Arbeitszimmer standen Wein, Wasser und sogar eine kleine Kanne mit Met herum, damit es etwaigen Gästen an nix mangelte, und dann wollte dieser Römer MILCH????
    Resignierend seufzte Albin auf, und machte sich auf den Weg in die Küche, um dort etwas Milch mit Honig zu organisieren. Aber vielleicht hatte der Terentier ja auch Halsschmerzen, oder schlimmere Wehwehchen... wer wusste das bei diesen Römern schon?


    Schließlich kam er wieder in das Arbeitszimmer, überreichte dem Terentier die Tasse und schenkte dann Dagmar Wasser mit Honigwein ein. Dann sah er den Tiegel und die Amphore, und schaute kritisch... die kamen definitiv nicht aus der Hros Duccia... Er warf Dagmar einen undeutbaren Blick zu und verzog sich dann wieder in die hinterste Ecke des Raumes, und von dort darauf zu warten dass etwas geschah, wobei er sich Gedanken darüber machte warum ein Römer etwas verschenkte was man nebenan im Überfluss bekam. Aber vielleicht war das die Art der Römer?
    Das war es!
    Die Römer schwammen derart im Überfluss, dass sie sich einfach gegenseitig Dinge schenkten die man schon lange hatte, einfach weil man sich nichts schenken konnte, was man eigentlich noch nicht hatte, weil man ja schon alles hatte, was man sich schenken konnte! Und da man ja der Höflichkeit etwas schenken MUSSTE, schenkte man halt etwas, was man schon hatte, auch wenn das geschenkte eigentlich geschenkt war weil man es ja schon hatte.

    Wieder war es der alte Albin, der die Tür öffnete. Wieder war es dieser Römer, welcher vor der Tür stand. Das einzige was anders war, war die Tonnage an Eisen, die der Soldat spazieren trug. Positiv überrascht hob Albin eine Augenbraue.


    "Terentius Primus, wie ich sehe ergeht es dir gut! Schön zu sehen.", er warf einen typisch misstrauischen Blick vor die Türe, und erstarrte als er sah dass da ein Pferd angebunden stand. Erst wusste er nicht was zu tun, besann sich dann aber doch auf die Normen der Höflichkeit: "Komm doch herein. Liege ich richtig in der Annahme, dass du zur Herrin Venusia möchtest?"


    Er nahm sich vor das Pferd von der Straße zu holen um es in den Gästestall der Hros zu bringen.

    "Wenn ich ehrlich bin, war sie ein Traum im Vergleich zu den Jahren davor.", meinte Albin traufreudig, aber lächelnd.. es war wirklich wie im Flug vergangen, wenn man beachtete dass Albin die ganze Zeit ein Ziel vor den Augen hatte, für dass sich diese Strapazen lohnten.

    Widerwillig sah Albin die Waffen an, hatte er in den letzten zehn Jahren doch Grund genug bekommen jedwede Art von Gewalt abzulehnen. Doch seine Pflicht gegenüber der Familie wog stärker, und so streckte er langsam seine Hände aus: "Ihr könnt sie ruhig mir überlassen. Ich werde sie euch dann zurückbringen, sobald ihr vorhabt das Haus wieder zu verlassen."

    Leicht schmunzelnd führte Albin den römischen Soldaten in das Kaminzimmer, und bot ihm an auf einem Stuhl zu warten (er suchte extra den stabilsten aus damit er nicht unter dem ganzen Blech zusammenkrachte) während er die Herrschaften, im Detail Duccia Venusia und Decimus Magnus, verständigte dass ein Gast eingetroffen war.


    "Hier, bitte!"