Beiträge von Caius Aelius Archias

    »Quatsch, tut sie nicht«, widersprach Caius und runzelte arg die aelische Stirn.
    »Sie ist vielleicht ein bisschen wütend auf mich, aber das ist bestimmt bald vorbei.« Caius redete sich das selbst ziemlich beharrlich ein, und vielleicht glaubte er das dann ja auch irgendwann.
    »Ich denk, ich geh sie bald mal besuchen«, überlegte er vor sich hin, während Piso noch immer mit den Armen ruderte und plötzlich aufhörte. Caius sah seinen Freund wieder an, diesmal bemitleidend.
    »Heiraten Er blinzelte.
    »Au backe.«


    »Hör mal, überleg dir das. Dieser Kerl ist bestimmt nicht zu unterschätzen. Hinterher lässt der dich noch umlegen, wenn der so besitzergreifend ist, wie du sagst!« Caius nickte wissend. Da kündigte ein Sklave das Eintreffen einiger weiterer Besucher an.
    »Hmh. Komm, Pi. Wir reden später weiter. Jetzt wird erstmal gegessen! Danach sieht alles anders aus...«

    »Denk ich auch. Allerdings lagern die Akten nicht hier, sondern bei seiner Einheit. Würde ganz schön Platz verschlingen, wenn wir das alles hier hätten. Im tabularium ist sicher auch noch was zu finden. Wart mal.... Gaius Iulius Libo...« Caius notierte sich diesen Namen auf einer Tafel und gab Imperiosus dann seine zurück.
    »Da. Ich schick gleich jemanden los, der dir die Unterlagen organisiert und bringt, in Ordnung?« Hier im Archiv hatten sie schließlich nur die Korrespondenzen und die Akten der hier Angestellten in Verwaltung und so weiter.

    »Hier geht es nicht darum was ich will, Germane. Hier geht es darum, was du willst.« Es war Caius ziemlich egal, wer hier welche Briefe sammelte und bearbeitete, es ging darum, dass Vala ohne dieses Dokument nicht auf den Palatin gelassen worden wäre. Aber genau genommen war Caius auch das total egal. Wenn der Kaiser hier gewesen wäre, hätte man dem Kerl vielleicht irgendwas anhängen können, aber Caius beabsichtigte das gerade nicht. Er ignorierte Valas besserwisserische Worte einfach und starrte ihn durchdringend an.
    »Du bist mir egal, Germane. Vollkommen, das solltest du wissen. Was mir nicht egal ist, ist meine Frau, und ich werde alles tun, um sie zu beschützen.« Und Caius meinte alles. Er drehte sich um und ging.


    Und dann traten die Schränke auf Vala zu, um ihn hinauszubegleiten, und dabei waren sie nicht unbedingt die Engelchen in Person. Kurz darauf fand sich Vala auf dem Boden vor der aelischen Haustür wieder. Die Kerle waren nicht besonders zimperlich gewesen.

    »Aber Levi ist kein Leibwächter! Der weiß noch weniger als ich, wie rum man ein Schwert richtig hält!« wandte Caius ein und runzelte die Stirn. Außerdem war er nicht unbedingt kräftig. Eine Wache stellte man sich doch anders vor. Caius zumindest. Es musste ja nicht gleich ein nubischer Knochenbrecher sein. Caius seufzte. Tief.


    Caius sah Axilla jetzt doch wieder an, und dabei fühlte er sich irgendwie bedröppelt.
    »Ich meine«, sagte er ruhig.
    »Ich meine, dass du mich nicht hättest heiraten müssen. Wenn du mich nicht willst. Wenn du dich hier eingesperrt fühlst und so. Wir zanken uns nur noch.« Caius hob die Schultern und musste jetzt wieder wegschauen, weil Axilla weiß wie eine Wand wurde.
    »Oder...ich weiß auch nicht.« Er wollte nicht mehr sagen, was er gerade gedacht hatte, denn eigentlich wollte er nicht mal dran denken. Und gerade sah sie so erschrocken aus, dass es ihm schon gleich wieder leid tat, dass er sie eben so angeflaumt hatte. Er seufte, mal wieder.
    »Axilla.« Ein prüfender Blick.
    »Ich will nicht immer mit dir streiten. Lass uns zusammen wen aussuchen. Einen Sklaven von Silanus oder irgendeinen anderen Iunischen, wenn du willst. Bitte.«

    »Also denkt man erst nach, ordnet dann seine Gedanken, zum Beispiel bei einem Schläfchen. Schmuck und Eleganz ist aber doch eigentlich eher hinderlich?« Caius zuckte mit den Schultern.
    »Auswendig lernen ist in Ordnung, das kann ich.« So mehr oder weniger jedenfalls. Caius seufzte leise.
    »Das Halten ist dann schon wieder was anderes. Ich kann vor vielen Leute einfach nicht reden. Da sind dann alle Worte weg, die ich mir vorher ausgedacht hab, verstehst du?« Caius machte eine bedauerliche Grimasse und zuckte mit den Schultern.

    »Nein, das ist alles. Am besten machst du dich gleich auf den Weg. Hier, die Tafel kannst du mitnehmen, damit man dir glaubt. Ich gehe fast davon aus, dass die blöd machen da in der Verwaltung. Besser, du hast was in der Hand dann.« Damit drückte Caius seinem Sklaven die Tafel in die Hand und nickte Perisander zu.

    Am besten tut ihr so, als wär ich gar nicht da.
    Weil: Ich bin fast gar nicht da, und wenn doch, hab ich irgendwie nicht so die rechte Lust zum Schreiben. Mal sehen, ich hoffe, dass sich das bald ändert.

    Caius rutschte ächzend in seinem Sessel herum und hatte irgendwann endlich eine angenehme Position gefunden. Perisander verstand er ohne Probleme, auch wenn der Griechisch sprach. Da half es ihm, dass er einige Jahre im griechisch verwalteten Alexandrien in der Verwaltung gearbeitet hatte.
    »Also ein Buch übers Reden?« halte Caius nach und sah Perisander ein wenig verwundert an. Eins übers Lesen hätte er ja noch verstanden...
    »Und was schreibt er so? Cicero? Ich hab das nie gelesen«, sagte Caius leichthin und zuckte mit den Schultern Hätte er besser mal.

    »Also, pass auf. Ich hab hier so eine ziemlich unverschämte Anfrage bekommen.« Caius zeigte dem Sklaven die Wachstafel.
    »Mal ganz abgesehen davon, dass ich ganz bestimmt nicht springe bei dem Tonfall, hab ich keine Lust, da aufzulaufen und dann weggeschickt zu werden, weil der PU nicht da ist. Ich möchte, dass du da hingehst und um einen Termin bittest. Und bei dem Termin selber kommst du dann auch mit.«

    Nicht besonders gut gelaunt kam Caius heute am Abend aus der Kanzlei und suchte nach Perisander. Weil es naheliegend war, versuchte er es zuerst mal in der Sklavenunterkunft. Er klopfte, weil sich das so gehörte, und machte dann die Tür auf.
    »Peri.... Salve Gaius, hast du Perisander gesehen?« fragte Caius und sah fragend den schon etwas älteren Sklaven an, der bejahte und weiter nach hinten deutete.
    »Danke.« Caius ging hinein und bis zu Perisanders kleinem Reich.
    »Na, Perisander. Alles klar soweit? Hör zu, ich habe da einen Auftrag für dich«, begann er.

    Caius war gerade dabei, ein paar Stapel umzuschichten, als es klopte und kurz darauf Imperiosus in der Tür stand, der ihn hochoffiziell ansprach.
    »Öhm, hallo Imperiosus«, grüßte Caius ganz normal zurück, war ja sonst keiner da außer den paar Archivarsklaven.
    »Na dann zeig mal her«, sagte er und nahm den Brief entgegen, um ihn zu lesen. Aha, eine Versetzung. Caius ließ das Dokument sinken und sah Imperiosus an.
    »Du brauchst die Akte von diesem Iulius Libo?« fragte er.

    Caius ärgerte sich zwar über Valas Spitze, aber nur kurz. Ging ihn einen feuchten Kehricht an, was er auf einer Hochzeit noch gewesen war und was nicht. Der Kerl würde sich noch wundern. Vielleicht sollte er ihm als Drohung erstmal den kleinen Finger der rechten Hand abhacken lassen? Caius gefiel die Vorstellung außerordentlich gut, auch wenn ihn das ein wenig wunderte, immerhin war er sonst niemand, der Gewalt sonderlich mochte. Er bleckte die Zähne zu einem knappen Grinsen und ging auf diese Worte nicht ein, wohl aber auf die letzten.


    »Quarto, sagst du?« Caius tat, als müsste er sich stark erinnern, wer das war, bis ihm die Eingebung zu kommen schien.
    »Oh, ach, meinen Vetter meinst du? Wie schade. Der ist nicht im Haus, wie halb Rom auch bekannt ist. Vielleicht ist diese Information auch nicht in das Kellerloch vorgedrungen, aus dem du gekrochen bist. Vielleicht war dir das aber auch bekannt und du wolltest nur schnell und einfach an den Prätorianern vorbeikommen, um dein Werk zu vollenden? Genau genommen stehst du übrigens vor Quartos Stellvertreter. Urkundenfälscher.« Caius grinste erneut.

    Caius war während seiner ganzen Zeit hier vielleicht viermal in der Bibliothek gewesen. Nicht zum Lesen, sondern weil er jemanden gesucht hatte. Insofern war das heute wohl eine Premiere, als er zum ersten Mal direkt die Bücherei ansteuerte und nicht an der Tür vorbei ging, sondern sie auch aufmachte und reinspazierte. Genau genommen suchte er auch wieder jemanden, den er auch fand.


    »Ach, Perisander, irgendwie wusste ich, dass du hier steckst«, sagte er grinsend und ließ sich dicht bei dem Sklaven in einen Sessel fallen.
    »Was liest'n da?« wollte er wissen.

    Caius verstand sie einfach nicht. Sie wollte nicht mal kuscheln! Was hatte er ihr denn getan? Bei ihren Worten versteifte er sich. Dann schob er sie von sich hinunter und stand auf. Ihm war das alles zu viel. Axilla schien streiten zu wollen. Und wenn Caius in diesem Moment gewusst hätte, dass sie sich nur bei ihm so abstrus verhielt und bei alle anderen Kerlen Roms glücklich und niedlich und schüchtern gab, dann hätte er sie einfach stehen gelassen und wär in sein Zimmer gegangen, um da zu leiden und zu überlegen, was er tun sollte. So aber wusste er davon nichts, und deswegen versuchte er irgendwie, die Situation doch noch hinzubiegen. Axilla aber machte ihm das nicht besonders leicht. Er war nun schon zu zwei Kompromissen bereit gewesen, sie zu nicht einem einzigen. Wie sah das denn aus, wenn eine Frau ihrem Mann auf der Nase rumtanzte?


    »Das seh ich nicht so. Warum kannst du nicht mal ein einziges Zugeständnis machen, Axilla?« fragte er sie. Ihm war's doch egal, wen sie mitnahm, solange es nicht ein Hänfterling war, der noch jünger als sie war und nicht wusste, wo bei einem Dolch vorne und hinten war? Er hatte Perisander gekauft, damit sie Gesellschaft hatte. Er schickte ihr Leibwächter mit. Er dachte doch nur an sie und ihre Sicherheit! Da war vielleicht ein klein wenig Eigennutz dabei, aber warum musste Axilla auch so doof sein und das wahre Gesicht des Germanen nicht erkennen? Ihm fielen Serranas Worte wieder ein, und er schob sie weg. Wenn sie ihn, Archias, doch auch so verteidigen würde, dachte er bitter.


    »Das ist gar nicht gemein, das ist die Wahrheit, Axilla. Und so behandle ich dich gar nicht. Und wütend bin ich auch nicht. Ich hab Angst um dich, darum, dass es so bei dir weitergeht, wie es bei ihm aufgehört hat. Aber das willst du ja gar nicht verstehen. Wieso denn auch? Du denkst lieber an dich und daran, wie sehr sich dein Leben verändert hat. Dass du eingesperrt bist, dass ich dich einsperre. Du siehst nicht, dass es mich krank macht vor Sorge, wenn du die Wachen wieder abgehängt hast und noch nicht wieder zu Hause bist von...was auch immer. Ich will ja gar nicht wissen, was du machst, vielleicht triffst du dich wieder mit diesem Germanen und erzählst mir das nicht, weil du Angst hast, ich könnte ihn umbringen.« Und der Gedanke wurde immer interessanter. Caius wandte sich um. Er konnte sie dabei nicht ansehen, aber vielleicht würde sie trotzdem merken, welche Probleme er mit den Worten hatte.
    »Du hättest mich nicht anlügen brauchen. Ich hätte dich nicht geheiratet, wenn du nein gesagt hättest. Ich mein, für mich ändert sich nichts. Aber so geht das nicht weiter. Wir müssen irgendwie eine Linie finden, oder...« Aber daran dachte er nicht. Er wollte nämlich nicht.

    Erstmal sagte Axilla gar nichts, und dann sagte sie, dass sie nicht wieder zurück wollte. Das war nicht unbedingt das Patentrezept, das Caius eigentlich am liebsten gewesen wäre. Er drehte den Kopf, um Axilla wieder anzuschauen, aber die sah nun die Rüstung an. Caius folgte ihrem Blick und richtete ihn auf den gehärteten Ledertorso, obwohl er ihn gar nicht sah. Und sie klang so unglücklich, dass es ihm regelrecht die Kehle zuschnürte. Caius schob die Unterlippe nach links, dann nach rechts, dann biss er sich drauf.


    Und dann schlang er seine Arme um Axilla und zog sie einfach zu sich ran und auf seinen Schoß. Einen Moment lang sagte er gar nichts und legte nur die Stirn an ihren Kopf. Dann seufzte er.
    »Ich möchte, dass du dich hier wohl fühlst. Bei mir«, sagte er.
    »Ich weiß, dass dir das mit den Wächtern nicht gefällt. Aber mir gefällt es nicht, wenn du nur mit Levi herumspazierst. Du kannst doch hingehen, wo du möchtest, ich will dich gar nicht einsperren oder so, das ist doch Quatsch. Dann nimm doch einfach noch Perisander mit. Oder Firas, oder....irgendwen, Axilla. Ich weiß nicht, was ich machen würde, wenn....« Caius zuckte unbeholfen mit den Schultern. Axilla war jetzt die Frau eines Aeliers, und damit bot sie Angriffsfläche. Vielleicht nicht direkt für den Kaiser, aber doch schon für dessen Familie. Und damit doch schon auch irgendwie für den Kaiser selbst. Caius' Augenbrauen hatten sich zusammengeschoben, und so gern er aber auch scherzte, so ernst war ihm das hier.


    »Ich finde es gut, wenn du eine Arbeit findest, ich würd dir sogar dabei helfen, wenn du mich lässt. Du bist kein Heimchen, das mag ich doch an dir. Ich glaub, eine Frau wie....wie Iunia Serrana würde mich zu Tode langweilen.« Caius seufzte. Hoffentlich verstand Axilla, was er damit meinte. Er drückte sie ein wenig an sich.
    »Seit ein paar Wochen hast du was. Und ich find nicht raus, was es ist und wie es besser wird. Das mit Leander war schlimm, ja. Ich muss die gaze Zeit dran denken was passiert, wenn das bei dir damit weitergeht. Wer würde denn nur nen Sklaven umbringen, verstehst du? Aber das hatten wir schon, ich will's nicht wieder aufwärmen. Ich würd mir nur wünschen, dass du mich verstehst.« Caius seufzte wieder und sah Axilla treuherzig an. Das Schlimmste war auch noch, dass sie ihm gar nichts mehr von sich erzählte.

    »Achja? Interessant«, entgegnete Caius auf die Bemerkung, er würde seine Arbeit als öde beschreiben. Das hatte er schließlich nicht gesagt. Es war Arbeit, die gemacht werden musste, und im Vergleich zu dem beim CP war sie nicht so anspruchsvoll. Aber der kleine Octavier schien einem gern das Wort im Mund zu verdrehen, wie sich kurz darauf herausstellen sollte.


    »Der Kaiser ist mein Vetter«, bemerkte Caius trocken. Was für eine idiotische Frage, ob er da Kontakt mit ihm hatte! Auf den Seitenhieb mit der Arbeit ging er gar nicht weiter ein, im Gegenteil. Er erhob sich.
    »Du solltest das nächste Mal deine Hausaufgaben machen und dir die Ohren waschen, bevor du mich besuchen kommst und seltsame Fragen stellst, Quästor. Ich habe nicht von Ernenneungswünschen gesprochen, sondern von den Vorschlägen, die du haben wolltest. Dummerweise hast du vergessen zu erwähnen, welcher Art die Ernennungsvorschläge denn sein sollen. Militärisch, zivil, Stand oder ordo betreffend... Und ich habe ein klein wenig zu viel zu tun, um das tabularium auf gut Glück zu durchstöbern. Zumal die Sache mit den Ernennungen eh anders läuft, wie du dann vielleicht auch nicht weißt.« Caius legte den Kopf schräg.
    »Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest? Ich habe da noch einen Termin, der nicht warten kann.« Sprach's und ließ den Octavier kurzerhand mit dem Schreiber allein, bevor der noch einen weiteren Piep sagen konnte. Das Geschäft, dass Caius meinte, fand anschließend auf der Latrine statt.

    Für einen verlausten Germanen war dreiunddreißig sicher ein hohes Alter, aber es konnte eben nicht jeder ein drahtiger Bursche Anfang zwanzig sein. Und Caius konnte schließlich nichts dafür, dass er Zeit seines Lebens nicht für jedes noch so winzige Hühnerbeinchen mit knurrendem Magen durch die Wälder hatte laufen müssen. Vielleicht war der Germane auch nicht so ganz auf den Kopf gefallen und merkte nun, dass er sich in einer Sackgasse befand. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn an der porta sorgte inzwischen ein Mann vom Fach dafür, dass der hohe Gast so lange blieb, wie Caius es wollte.


    »Ja«, knurrte Caius kalt.
    »Dein Glück. Und dein Glück ist es auch, dass du nicht neben ihm in der Gosse liegst, du elender Bastard. Von mir aus kannst du noch so klug daherreden, ich weiß, was Sache ist. Auch wenn Axilla es nicht tut.« Caius knirschte angespannt mit den Zähnen. Dea Dia, wir gern hätte er den Kerl gleich hier und jetzt mit seinen eigenen Händen erwürgt... Vielleicht hatte Piso doch recht und niemand würde überhaupt merken, wenn Caius da die Finger im Spiel hatte. Er könnte es auf einen Sklaven schieben...oder den Duccier beschatten und dann niedermachen lassen. Aber Axilla würde es wissen, und sie würde ihm wohl nicht verzeihen. Was nur bedeutete, dass Caius rein gar nichts machen konnte. Außer darauf zu warten, dass der Germane einen Fehler beging, den Axilla mitbekam. Nur glaute Caius, dass er viel zu geleckt und gerissen war, um einen solchen Fehler zu begehen.


    »Ich sage dir nur eins, und ich sage es dir nur einmal.« Caius löste eine Hand und zeigte auf Vala.
    »Halt dich von meiner familia fern. Lass Axilla in Ruhe. Ich bin ein Vetter des Kaisers, Germane, und ich glaube nicht, dass du dich wirklich mit mir anlegen willst. Wenn du mir keinen Grund lieferst, werde ich einen finden, dich zu deinen Barbarengöttern zu schicken. Ich habe Geld und ich habe Beziehungen. Lass sie in Ruhe.« Caius glaubte, dass er selbst noch nie etwas so ernst gemeint hatte wie das hier. Er blinzelte einige Male und stierte den Duccier weiterhin an. Seine Hand kribbelte. Als wollte sie unbedingt ins Gesicht des Ducciers. Und es kostete Caius eine enorme Anstrengung, ihr nicht einfach ihren Willen zu lassen.

    Vala wartete eine Weile. Und zwar, während Caius um die Ecke im Gang stand und ebenfalls wartete. Und nachdachte. Das war vielleicht etwas unüberlegt gewesen, aber das waren solche Dinge ja meistens bei ihm. Irgendwie musste er sich da etwas am Riemen reißen und mal länger nachdenken vor solchen Aktionen. Irgendwann stieß er sich von der Wand ab und spazierte ins atrium, direkt auf den Germanen zu.


    »Na so ein Zufall«, bemerkte er trocken und blieb einen Meter vor dem Duccius mit verschränkten Armen stehen. Caius hielt sich nicht mit Freundlichkeiten auf
    »Weißt du, ich hab mich schon die ganze Zeit gefragt, ob du es zu Ende bringen willst. Nachdem du mein Kind getötet und meine Frau am Leben gelassen hast, meine ich. War das ein Versehen oder etwa Absicht?«