Beiträge von Valentin Duccius Germanicus

    Er verharrte noch eine Weile so und sah dann zu Marcia. "Hier schon lange nicht mehr. Aber wir Germanen haben eine etwas Andere Einstellung zu den Göttern und können ihnen überall solche Opferungen geben. Wir sperren sie nicht in Tempel wie die Römer," aber er zwinkerte ihr freundlich dabei zu.
    "Wenn Du an unsere Götter glauen würdest, würde ich Dich bitten eine Zeremonie mit mir gemeinsam abzuhalten. Aber ich nehme nicht an, dass Du Dir das vorstellen kannst, als Römerin, oder?"

    "Einst, als die Römer hier noch nicht waren, wurde hier alles zelebriert, was das ansässige Dorf an Zeremonien hatte: Opfer, Anbetungen, Schwüre, Urteile. Siehst Du den Stein dort? Er ist ein Opferstein."
    Er ließ sie los und legte den Beutel ab, holte von dem Essen heraus und auch etwas Met, ging dann zu dem "Altar" und legte das Essen hin, übergoss es mit dem Met und sprach laut:
    "Heilir Æsir, heilar Ásynjur, og öll ginnheilög go !


    Den Rabengott ruf´ ich
    und alle Berater,
    Odin und alle
    Asen und Vanen:
    Gewährt und Weisheit
    und heilsames Wirken,
    Rede und Rat
    und richtige Runen,
    Heil allen, die hier sind,
    und Heil ihren Sippen."

    "Sicher, ich werde meine Scriba anweisen dies mit einem Schreiben an den dortigen Magistraten zu senden. Wenn Du mit ihr wegen der Kursunterlagen gesprochen hast, richte ihr doch bitte aus, dass sie zu mir rein kommen möchte. Ich danke Dir," sagte er freundlich.

    Aus der Taberna kommend waren sie ein ganzes Stück gegangen, ehe sie nun endlich an diesem Ziel ankamen. Er war schon lange nicht mehr hier gewesen. Zu lange! Es war was Besonderes für ihn hier immer gewesen. Aber irgendwie plagte ihn das schlechte Gewissen. Doch er nahm sich vor, wo er es ihr nun zeigte, dass er dies bald ändern würde. Er würde regelmässiger hier her kommen. Regelmässiger wieder seinen wahren Traditionen nachgehen. Und wenn es nur war, um seinen Geschwistern näher zu sein. Aber nein, eigentlich war es auch, um sich selber wieder näher zu sein.
    Er hielt immer noch in der einen Hand den Beutel und in der Anderen die ihrige. Sein Lächeln galt ihr, als er sich ihr zuwandte und er sah sie an, ehe er mit dem anderen Arm ausholte. "Dies, Marcia," sagte er sanft und ehrfürchtig. "Ist eine alte heilige Stätte der Germanen."

    Er nickte nur zu seiner ersten Bemerkung und lächelte dann bei der Zweiten. "Gut, dann werde ich Dir die Kursunterlagen vom Cursus de Rebus Germanorum zukommen lassen. Am Besten Du gehst nachher noch einmal bei meiner Scriba vorbei und fragst sie. Sie hat eine Abschrift. Ich denke, damit wirst Du schon viel anfangen können. Und wenn Du damit durch bist, dann komm wieder und wir unterhalten uns darüber."

    Er sah sie noch einen Moment an und lächelte. "Wenn Du zu einem längeren Spaziergang bereit bist, dann zeige ich Dir etwas," sagte er sanft und nahm das Essenpaket und den verschlossenen Krug Met entgegen. Dann erhob er sich und zog sie sanft auf. "Komm, lass uns gehen," lächelte er.

    "Nun," schmunzelte er. "Du kannst nicht verhehlen, dass es lange her ist. Und ja, so reingehauen, das hab ich das letzte Mal bei meinem Sohn gesehen, als er hier das erste Mal ankam." Aber dann schüttelte er den Kopf. "Eigentlich erinnere ich mich nur an früher. Als wir alle noch Kinder waren, im Dorf."

    Es war ein angenehmes Gefühl ihre Haut so unter seinen Fingern zu spüren und er lächelte dabei. Als sie ihn so fragte, nickte er und ließ, ein wenig widerwillig, ihre Hand los um in seine Tasche zu greifen und ein paar Sesterzen hervorzukramen, die er auf den Tisch legte. Die Bedienung war eilfertig bei ihnen. Soll ich etwas einpacken? Fürs Officium? Er wusste natürlich, wer er war und Valentin nickte einfach nur. Man konnte sicher eine Art Picknick irgendwo machen, zur Not. Die Bedienung verschwand noch einmal mit den Sachen und er wandte sich ihr wieder zu, sa sie an und lächelte. "Hast Du einen Wunsch wohin?"

    Amüsiert und doch den Worten gegenüber ernst nickend, nahm nun auch er etwas und eine Weile geht das Essen der drei schweigend von statten. Schliesslich ist er fertig und beobachtet schweigend Aulus. Sein Blick mustert ihn und er versucht sich an die Zeit früher zu erinnern, als Kinder. Ein leises Lächeln huscht über seine Lippen.

    "Und ich?" Er schmunzelte. "Was ich sehe, stillt meinen Hunger mehr als genug. Was ich fühle, meinen Durst." Er griff wieder nach ihrer Hand und hielt sie leicht, streichelte mit dem Fingerknöchel über ihre Handinnenfläche und lächelte auf eine seelige Art.

    Er reichte ein paar Tafeln rum, auf denen eine was zu tun wäre Liste zu finden war.


    "Nun denn, Herrschaften: Wer meldet sich zu den offen stehenden Punkten?"



    Einladungen an die Germanen - Duccia Britannia & Prudentius Commodus
    Einladungsschreiben aufsetzen - Duccius Germanicus (zu klären wäre noch an wen das alles gehen soll)
    Plakate und Aushänge verfassen - Duccius Germanicus
    Gespräche und Einladungen an die Factiones - ?
    Organisation des Wagenrennens - ?
    Einkauf der "Spenden ans Volk" und Verteilung - ?
    Organisation der Spiele vor Ort - ?


    Sim-Off:

    Narratorposts - ?



    "Sollte noch wem was einfallen: Nur zu!
    Wichtig sind momentan vor Allem die Einladungen der Factiones!!!"

    Er wusste, dass sie beobachtet wurden. Sie saßen gut versteckt in einer ruhigen Ecke und kaum einer kümmerte sich um sie, bis auf die Bedienung, die ihnen immer wieder einen amüsierten Blick zuwarf. Aber das war ihm völlig egal. In diesem Moment zählte nur sie. Selbst die Schmerzen, die Desideria hinterlassen hatten schienen für den Augenblick wie weggewischt, wie auch die Leere. Ohne ein Wort zu sagen, machte er noch einen Happen fertig und reichte ihr diesen ebenfalls, während sein Daumen weiter über ihre Hand strich.

    Er nahm etwas von dem Schafskäse mit der Hand und legte es auf eine dünne Scheibe Fleisch und rollte es zu einem kleinen Happen, den er dann zu ihr rüberreichte. Die ganze Zeit hielt sein Blick den ihren, während sich seine Hand ihrem Mund näherte.

    Die Rechte ließ er widerspruchslos frei, doch die linke hielt er fest. Sanft nur, aber dennoch nicht locker lassend hielt er diese fest und sah ihr weiter in die Augen. "Meinst Du, wir können auch jeder nur mit einer Hand essen?" fragte er schmunzelnd und strich ihr mit seinem Daumen über die Hand.

    Er schmunzelte nur und nickte. "Wartet einen Moment, ich denke, Marga wird schon einiges vorbereitet haben. Vrederuna hat bestimmst nicht verschwiegen, dass wir Besuch haben," zwinkerte er. Und als wäre das ihr Stichwort gewesen, klopfte es an die Tür, welche sich kurz danach öffnete und Marga und Vrederuna trugen ein paar Platten kalten Fleisches, Brot, Schafskäse, lukanische Würste, gekochte Eier, Garum und noch mehr Met herein. Ein kurzer Blick auf Aulus, ein Lächeln und beide verschwanden wieder. "Als hätte ich es gewusst," murmelte er grinsend. "Also dann, wohl bekomms!"

    Da sich scheinbar kein Anderer berufen fühlte...
    "Nun, werte Curiakollegen: Die Wahl ist beendet. Eine Woche verstrichen, bis auf eine Stimme alle abgegeben. Die Stimmenauswertung ergab 5 Stimmen für Duccia Britannia und somit zu 100% der abgegebenen Stimmen gewählt."
    Er sah seine Cousine strahlend an. "Ich nehme an, Du nimmst die Wahl an? In dem Fall gratuliere ich Dir aufs Herzlichste!"