Beiträge von Rediviva Helena

    "Du musst es nicht tun aber dankbar wäre ich dir schon, wenn du meinen Rücken waschen könntest! Um den Rest kümmere ich mich dann selber!"


    antwortete sie schmunzelnd und nahm ein wenig Wasser in ihre Hand, um es sich über die Arme zu reiben.. Es roch gut und war offensichtlich parfümiert.


    "Und wenn du vielleicht auch meine Haare bürsten könntest..."

    Sie versuchte, der Sklavin nicht eine allzu große Last zu sein, doch dass sie stark hinkte ließ sich nicht vermeiden. Verfiucht, sie wusste nicht im Geringsten warum ihr Knöchel so massiv angeschwollen war, doch es war sehr unangenehm.


    Beim Bade angekommen zog sie die Fibel aus ihrer Tunika und ließ diese zu Boden gleiten. Als sie sich des Brustbandes und des Lendenschutzes wie der Sandalen entledigt hatte, trat sie ins warme Wasser und ließ sich völlig hineingleiten. Wie entspannend es war.


    "Es ist ausgezeichnet!"


    brummte Helena wohlig und schloss die Augen.

    Sie blickte ihm kurz nach und wollte sich gerade zum Fenster abwenden, als die junge Sklavin eintrat. Helena lächelte dieser freundlich entgegen und nickte ihr zu.


    "Salve junge Dame! Dann zeig mir einmal wo ich mich zurecht machen kann und hilf mir ein wenig!"

    "Nein, suche du mir nur eine heraus. Hauptsache ich habe etwas frisches zum Anziehen."


    lächelte sie. Für ihren Geschmack beanspruchte sie die Gastfreundschaft doch allzusehr und es war ihr äusserst unangenehm, doch was sollte sie tun? Jetzt konnte sie nur hoffen, dass auch Antonia so klein war wie sie, damit sie auch recht in die Tunika passte. Sie war kleiner als der Durchschnitt.


    "Vielen Dank Constantius, für alles. Du musst allerdings keinen Boten lossenden, denn ich sollte selbst bei nächster Gelegenheit aufbrechen und daheim ankommen!"

    Kann man mir vielleicht auch etwas übersetzen? :)


    Wäre dieses hier:


    Kein Wind ist demjenigen günstig, der nicht weiß, wohin er segeln will.


    Oder das, ich kann mich nicht recht entscheiden :)


    Versäume nicht das kleine Glück, um auf das Große zu warten.


    Edit: Beifügung

    "Es ist ja nicht nur meine Tochter die mich vermissen könnte. Der junge Mann von gestern, Matinius Cicero, der wartet gewiss auch auf mich und fragt sich warum ich die ganze Nacht fort war."


    Sie nickte leicht.


    "Aber wenn es wirklich in Ordnung ist, dan würde ich gerne ein Bad nehmen. Nur sollte ich nicht mehr allzulang warten, der Tag ist arg ausgefüllt, denn in wenigen Tagen geht mein Schiff aus Ostia nach Tarraco."

    "Danke, aber ich möchte keine weiteren Umstände machen. Ihrer waren es bereits genug, bin ich doch nur ein einfacher Gast. Verzeih bitte mein gestriges Verhalten."


    meinte sie etwas förmlich geraten und wandte den Blick wieder ab. Schlimm genug, dass sie sich gehen lassen hatte, aber sie hatte auch noch die Gastfreundschaft aufs äusserste strapaziert und zudem noch einen Mann neben sich liegen gehabt - und Minervina im Stich gelassen.


    "Ich sollte bald nach meiner Tochter sehen..."


    murmtelte sie. Sie strich unwohl über ihre Kleider und richtete sie notdürftig wieder her. Dies hatte gegen sämtliche Sitten verstoßen.

    Gerade hatte sie aufstehen wollen, da sie seine Warnung vernahm. UNd so ließ sie ihre Füße weiterhin knapp vor dem Boden baumeln, strich sich eine Strähne der wirren Haare zurück und blickte zu ihm.


    "Guten Morgen Constantius."


    erwiderte sie mit einem müden Lächeln und zupfte sich ihre Tunika zurecht - wie sollte sie denn nun nach Haus? Sie hatte keine angemessenen Kleider und sah wie durch den Wind aus.


    "Mir geht es wieder etwas besser. Danke."


    folgten die Worte nun etwas bedröppet und sie blickte zu ihrem Fuß, der in eine Wickel gebunden war. Nun, da sich ihre Sinne langsam wieder sammelten, spürte sie auch wieder das leichte Pochen am Knöchel.

    Lange schlief siie und noch immer waren ihre Augen geschlossen, als bereits das Sonnenlicht durch die Fenster fiel. War die Nacht zu Beginn auch anstrengend für sie gewesen, umso ruhsamer wurde sie mit zunehmender Ruhe. Es wurden ihr Träume aus Hispania gesandt, Abwandlungen ihres schweren Abschieds von Metellus und Romanus. Und besonders von Pentesilea. Ach was war sie froh, wenn sie diese drei wiedersehen würde.


    Doch als das Licht den Raum erhellte, verfinsterte Dunkelheit ihre Träume und sie sah Blut, viel Blut. Und ein schmerzverzerrtes Gesicht, welches sie über alles liebte - Maximus. Mit einem leisen Schreckenslaut riss sie die Augen auf. Sie bemerkte, dass sie sich an der Bettdecke festkrallte. Und nun, da sie des warmen Sonnenlichts gewahr wurde, wurde sie auch der Umgebung und des Mannes an ihrer Seite gewahr. Sie wusste erst nicht, wo sie war und nur langsam kehrten die Erinnerungen zurück. Und ebenso schwand auch die Angst, einen Fehler begangen zu haben. Leise schwang sie ihre Beine über die Bettkante. Sie hatte Kopfschmerzen, einen verdammt flauen Magen und ihr war noch immer schwindlig, auch wenn es besser war als noch den Abend zuvor.

    Langsam wurden ihre Züge noch etwas entspannnter, denn der sie übermannende Schlaf war wie Balsam. Sie selbst hatte sich nicht eingestehen wollen, dass sie vielleicht auch einfach zuwenig schlief - ob es auch daran lag? Ihr Atem wurde immer ruhiger und tiefer, je länger sie auf ihrem Lager ruhte.

    Längst war Helena in eine traumlose Dunkelheit hinübergeglitten. Schon seit Wochen hatte sich dieser Zusammenbruch angekündigt, doch nachdem es die letzten Tage wieder besser aussah, hatte sie gedacht, sie habe es ohne größere Krise überstanden.


    Ihre Hände waren sehr kühl, ihr ganzer Körper war recht kühl und ihr Fußgelenk begann mittlerweile anzuschwellen. Heute schien Fortuna nicht besonders gut auf sie zu achten. Ihr Kopf legte sich leicht zur Seite und wenn sie noch immer sehr blass war, denn die Schmerzen wurden nicht geringer, so wurde ihr Gesicht dennoch etwas friedlicher.

    Sie verspürte nur ein heftiges Schmerzen in ihrem Fuß, ansonsten war alles um sie herum schwarz. Woher kam diese Dunkelheit? Ihr Kopf sank weit in den Nacken, während sie auf seinen Armen ruhte. Zunehmend driftete sie ab und nur aus sehr weiter Ferne konnte sie seine Stimme vernehmen.


    "Schon... ordnung!"


    brachte sie unter starken Mühen hervor. Sie versuchte die Augen wieder zu öffnen, doch es schien ihr hoffnungslos.

    Sie nahm seine Worte nur halb wahr, was sie ein wenig traurig stimmte. Sie hatte sich den Abend anders vorgestellt. Gleich in Hispania würde sie einmal mit Romanus darüber reden, sie konnte nicht alle über diesen Zustand unaufgeklärt lassen.


    "Ich... vielleicht hast du Recht..."


    murmelte sie. Sie richtete den Blick zielstrebig nach vorn, doch diese Zielstrebigkeit verlor sich rasch wieder und plötzlich hatte sie das Gefühl dass sie in ein tiefes Loch treten würde. Der Boden war plötzlich weg. Und so verschätzte sie sich völlig und knickte mit dem rechten Fuß hart um. Doch dies geschah so unerwartet, dass sie es nicht schaffte, Halt zu suchen...

    Sie versuchte in möglichst aufrechter Körperhaltung dahinzuschreiten, denn sie wollte auf keinen Fall irgendeine Art von Schwäche zeigen. Doch dankbar stützte sie sich dennoch an seinem Arm.


    "Es geht, danke dir!"


    brachte sie lächelnd heraus. Doch ihre Beine wackelten doch beachtlich unter ihren Schritten und jeder Schritt zeichnete sich schmerzlich in ihrem Gesicht ab, welches immer weiter erblasste.


    "Es wird Zeit, dass es wieder Sommer wird. Ich vermisse die richtig warme Sonne."


    versuchte sie das Thema zu wechseln.

    Sie biss sich etwas bedrückt auf die Lippe und wandte den Blick zur Seite. Sie hatte ihn nicht so vor den Kopf stoßen wollen, natürlich meinte er es nicht böse.


    "Es tut mir leid, ich habe es nicht so gemeint..."


    Sie ergriff mit einem schmalen Lächeln seine Hand. Zwar hatte sie sich gerade erst wieder hingesetzt, doch dass er ihr nun doch den Wunsch gewährte hinauszugehen, stimme sie wieder freundlicher. Kurz verhärtete sich ihr Griff, als sie stand, da ihr für den Bruchteil einer Sekunde schwarz vor Augen wurde, doch lockerte sie ihn dann wieder.


    "Wo entlang?"

    Helena spürte wie es ihr langsam aber sicher zu bunt war. Ja, sie war eine Frau und gerade auch eine geschwächte Frau - aber sie war ebenfalls Pontifex und würde so nicht mit sich reden lassen.


    "Das einzige was ich möchte ist ein paar Schritte machen und die nächtliche Luft genießen, dass kann ja nicht zuviel sein. Und wenn ich auch gern Gesellschaft hätte, wenn es sein muss tu ich dies auch allein."