Beiträge von Gaius Prudentius Primus

    "Salve Decurio!" begrüßte Gaius recht steif den eingetretenen Offizier. Auch wenn er nun schon einige Zeit bei der Ala diente, viel ihm der direkte Umgang mit älteren Untergebenen immer noch schwer. Der Germanicus war sicher gute 10 Jahre älter als er selbst und seinem Werdegang nach ein erfahrener Soldat. Daher hielt sich der junge Prudentier auch gar nicht lange mit Begrüßungsfloskeln auf sondern kam gleich zum Punkt. "Wann bricht deine Einheit zur nächsten Patrouille auf?

    Soldaten war gut, schließlich war Gaius ja Soldat - mehr oder weniger. War da bei Titus vielleicht ein etwas neidischer Unterton herauszuhören, als er dies berichtete? Vermutlich deutete der junge Prudentier das nur falsch. Als sein Verwandter die Feiern in der städtischen Oberschicht erwähnte, wurde er dann ohnehin wieder davon abgelenkt. "Städtische Oberschicht... soso. Dazu gehören wir nun ja jetzt auch oder? Vielleicht wäre es eine gute Idee selbst eine Feier zu schmeißen, um uns hier ein wenig einen Namen und auf uns aufmerksam zu machen." Und natürlich um Frauen kennenzulernen, die dann praktischerweise zu ihnen kamen. Doch diesen Gedanken ließ er bei seinen Ausführungen weg. "Was hältst du davon? Und wenn es gut geht, dann könnten wir das ja öfter machen. Rauschende Feste in der Casa Prudentier!" sagte er fast ankündigend und machte dabei eine Handgäste, die es wie einen Titel oder eine Überschrift wirken ließ. "Und alle werden sich darum reißen hier bei uns Gast sein zu dürfen." Ja, das würde wohl ziemlich seinen Geschmack treffen. Begeistert von seiner eigenen Idee wartete Gaius die Reaktion seines Gegenübers ab.

    Unter den Gästen die als nächstes Eintrafen war auch Gaius, der nicht viel Mühe hatte sich einen Überblick zu verschaffen. Die Anzahl der Gäste war derzeit noch gut überschaubar, wobei sich hinter ihm schon einige weitere Menschengruppen anschickten den Saal zu betreten. Uniformen waren noch spärlich zu sehen. Es handelte sich hauptsächlich um zivile Kleidung die darauf schließlich ließ, dass es sich Großteils um Bürger oder Beamte handeln musste. Aus seiner Einheit nahm er ebenso keinen weiteren Gast war, was ihm wunderte. Weder sein Präfekt, noch einer der Decurios war unter den Anwesenden. Vielleicht würde ja noch jemand auftauchen.


    So marschierte er einmal auf die Menschengruppe zu, von denen er zumindest einen kannte - seinen Ziehvater Decimus Livianus. Dabei setzte er eine möglichst ernste Mine auf und trat zu der Runde hinzu, die sich bereits gut zu unterhalten schien und grüßte "Salvete!" Seine Vorstellung überließ er dann seinen geschäftig wirkenden Ziehvater, der er ihn vermutlich ohnehin unterbrochen und selbst zu reden begonnen hätte.

    Ein Soldat aus den Schreibstuben der Principia kam an der Unterkunft des Decurios Germanicus Varro vorbei und meldete dem Offizier, dass der Subpräfekt diesen bei nächstbester Gelegenheit in seinem Officium zu sprechen wünschte. Als sein Auftrag damit erledigt war, schlenderte er wieder zurück in Richtung des Verwaltungsgebäudes.

    Die Gens Decius war ihm namentlich bekannt, auch wenn Gaius kein Consular aus ihren Reihen einfiel. Doch wer kannte schon alle Consulare und Senatoren. Der junge Prudentier gewiss nicht und so nickte er, ohne sich weiter Gedanken darüber zu machen, geschweige denn auf die Idee zu kommen, dass es sich in Wahrheit um einen Decimus handeln würde. "Na dann sind wir einmal gespannt auf diesen neuen Statthalter. Ich danke dir. Du kannst nun gehen." Er nickte dem Boten dankend zu und entließ ihn wieder, da dieser bestimmt Besseres zu tun hatte, als hier aufgehalten zu werden. So ein Botenleben war gewiss nicht angenehm, standen sie doch auch ohne lästige Nachrichtenempfänger unter ständigem Zeitdruck. Danach widmete sich auch Gaius wieder seiner Arbeit.

    Ad
    Vigintivir Caius Duccius Callistus
    Basilica Ulpia - Officii Decimv. Lit. Iud.
    Roma
    ITALIA


    Geschätzter Vigintivir,


    ich danke dir für dein Schreiben und möchte dir hiermit mitteilen, dass ich das Erbe meiner Mutter Aelia Vespa annehmen möchte. Ich bitte daher alles notwendige in die Wege zu leiten und verbleibe mit Grüßen aus Germania.


    Vale bene


    Gaius Prudentius Primus


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    Sim-Off:

    Einmal Wertkarte Gens Prudentia - Danke!

    "Oh..." entfleuchte es dem jungen Prudentier mit einer Mischung aus Überraschung und Enttäuschung, als er hörte welcher Arbeit sein Verwandter nachging. Ein Schreiber? Doch gleich darauf erkannte er diesen Fehler und wollte keinesfalls unhöflich sein. Zumindest nicht gleich beim ersten Aufeinandertreffen und nach dieser freundlichen Einladung in dessen... ihren... wie auch immer... das Haus. Er setzte daher gleich wieder ein Lächeln auf und schob hinterher "Nun es ist eine ordentliche Aufgabe und ein guter Einstieg in die Administratio. Man lernt dort gewiss viele wichtige Leute kennen und kann so gute Kontakte knüpfen. Du scheinst mir recht hell zu sein und wirst deinen Weg schon machen." Irgendwie klang er dabei fast wie sein Ziehvater Livianus was irgendwie merkwürdig wirkte, da er weder so sein wollte, noch der Altersunterschied zwischen den beiden jungen Männern so groß war, als das er hier weise Ratschläge von sich geben konnte. Gaius entschied lieber rasch wieder das Thema zu wechseln. "Und was tut sich hier sonst so in Mogontiacum. Gibt es hier hübsche junge Frauen oder schmeißt irgendwer regelmäßig gute Feiern zu denen man eingeladen werden sollte?"

    Die Neuigkeiten, welche der Bote überbrachte waren durchaus interessant. Ein neuer Statthalter war also offensichtlich unterwegs. Das er auch das Kommando über die Legio übertragen bekommen hatte war für die Ala bzw. den jungen Prudentier eher nebensächlich. Schließlich hatte das keinen Einfluss auf sein Einheit. Er nickte dem Boten daher dankend zu."Sind wir noch nicht. aber ich danke dir für diese Mitteilung. Richte den beiden Amtsträgern unseren Dank und unsere Grüße aus." entgegnete Gaius. "Ich nehme an wir werden informiert, sobald man näheres über die Ankunft weiß." stellte er einfach einmal fest im Glauben, dass auch der Bote es nicht besser wusste. Hätte man bereits zu diesem Zeitpunkt mehr Informationen, dann hätte sie der Bote gewiss erwähnt. Doch ein Versuch nochmal nachzuhaken konnte vielleicht nicht schade. "Weiß man denn schon, wer der neue Statthalter wird?"

    Der Schreiber des Subpräfekten nahm den Boten in Empfang und führte ihn weiter in das Officium seines Vorgesetzten. Dort saß Gaius hinter seinem Schreibtisch und kümmerte sich gerade um die Diensteinteilungen der kommenden Woche. Als der Schreiber mit dem Boten im Schlepptau eintrat sah er auf und nickte diesen grüßend zu. "Salve! Was führt dich zu mir?"



    Sorry! Übersehen! :(

    Bei allen Göttern! Das konnte doch einfach nicht wahr sein! Da verdankte er es dem alten Decimer fast ans Ende der ihm bekannten Welt versetzt zu werden, was Anfangs alles andere als in Gaius Sinn gewesen war und nun wo er sich endlich daran gewöhnt hatte und froh über die Situation war, so weit weg von Rom und Livianus zu sein, wurde der Alte doch tatsächlich Statthalter eben jener Provinz. Und schon wieder hatte der junge Prudentier seinen nervigen Ziehvater an der Backe. Mit entsprechend versteinerter Mine stand Gaius bei den Militärs und Honoratioren der Provinz um den neuen Statthalter und die mit ihm angereiste Kaiserin gebührend in Empfang zu nehmen. Bis zuletzt hatte er gehofft das es sich um eine Fehlinformation handelte oder das sein Kommandeur sich einen schlechten Scherz mit ihm erlaubt hatte als es hieß dass Decimus Livianus zum neuen Stadthalter der Provinz Germania Superior ernannt wurde. Doch nun wo er den Alten auf seinem Pferd einreiten sah, traf ihm die Realität wie ein Blitz und alle Hoffnungen waren dahin. Die Götter meinten es wahrlich nicht gut mit ihm und krampfhaft überlegte er für sich, womit er eine solche Bestrafung denn verdient hatte, war hier bisher doch eigentlich alles ziemlich gut gelaufen.

    "Aber... das ist doch kein Thema" winkte Gaius die Bedenken seines Verwandten ab. Er selbst war zwar als Subpräfekt keinesfalls ein Großverdiener, aber er verdiente in jedem Fall genug um sich hier auch beteiligen zu können. Und es war ja ohnehin in seinem Interesse. Beim Gedanken daran fiel ihm auf, dass er Burrus gar nicht gefragt hatte, was er genau in der Provinzverwaltung machte. Vielleicht Leiter einer Abteilung oder irgend ein anderes wichtiges Amt? Gaius hatte wenig Erfahrung mit der Hierarchie in den Verwaltungsapparaten der Provinzen und so kam er nicht umher einfach danach zu fragen. "Ich habe vorhin gar nicht gefragt, aber was ist eigentlich deine Aufgabe in der Provinzverwaltung?"

    "So ist es" bestätigte der junge Prudentier die Frage seines Kommandeurs, nachdem er lächelnd zugehört und sich für den Gaststatus im Haus des Iuniers nickend bedankt hatte. "Ich bin in der Casa Prudentia in Rom geboren und nach dem Tod meines Vaters mit meiner Mutter eine Zeit lang in den Palast gezogen. Ihre Familie hatte, wie du vermutlich weißt, einen eigenen Domus dort. An diese Zeit kann ich mich jedoch kaum erinnern. Hin und wieder kommen bruchstückhafte Erinnerungen, aber ich war noch zu klein, als dass es einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hätte. Nachdem meine Mutter Consular Decimus geheiratet hat, sind wir dann in die Casa Decima umgezogen, wo ich dann auch Seiana kennengelernt habe." Dabei blickte Gaius kurz lächelnd zu Seiana. Er erinnerte sich gern an die Zeit mit ihr. Das danach, vor allem nach dem Tod seiner Mutter, nicht mehr ganz so erinnerungswürdig war, ließ er bewusst bei seiner Erzählung weg. Man musste nicht gleich jeden auf den Kopf binden, dass sein Verhältnis zu dem alten Decimer seitdem nicht gerade das Beste war. "Auch meine Familie ist ja sehr mit Tarraco verwurzelt und soweit mir bekannt auch mit euren Familien bekannt. Decimus Livianus und mein Vater waren ja Jugendfreunde und kannten sich noch aus ihrer gemeinsamen Zeit in der Legio IX Hispana und auch mein Großvater war ja viele Jahre in der Provinzverwaltung tätig, ehe er nach Rom ging und den Cursus Honorum beschritt. Ich glaube irgendwann muss ich auch einmal nach Tarraco, um ein wenig auf den Spuren meiner Familie zu wandeln. Bisher hat sich eine solche Gelegenheit nicht ergeben, aber ich bin ja noch jung und wer weiß wohin mich die Zukunft noch führen wird." Gaius lächelte dabei zuversichtlich.

    "So ist es!" bestätigte Gaius die Feststellung seines Verwandten. "Ich glaube nicht, dass die Arbeit im Senat mich auf Dauer Glücklich gemacht hätte, auch wenn es meinem Ziehvater Consular Decimus Livianus lieber gewesen wäre, wenn ich den Cursus Honorum beschritten hätte." Vielleicht war ja auch genau das der eigentliche Grund dafür gewesen, warum sich Gaius gegen eine Karriere im Senat entschieden hatte. Doch wie auch immer, war er mit seiner Entscheidung so bisher sehr zufrieden. Als Burrus schließlich auch auf die Sache mit der Unterkunft einging, schmunzelte auch Gaius erfreut. "Ich danke dir für dieses großzügige Angebot. Das ist in der Tat noch ein Nachteil, der sich spätestens bei meinem nächsten Posten wieder ändern sollte. Denn als Tribunus bei der Legio bekommt man auch ein stattliches Haus in Kastell. Aber bis dahin ist ja noch ein Weilchen hin und so freue ich mich, wenn ich mich zumindest ab und an hierher retten kann, wenn mir in der Castra die Decke auf den Kopf fällt. Natürlich werde ich mich auch gerne bei etwaigen Renovierungskosten beteiligen. Mein Sold als Subpräfekt macht mich zwar nicht reich, aber da ich so gut wie keine Ausgaben habe, bleibt auch einiges über, dass hier sicher gut investiert ist. Natürlich nur wenn dir das recht ist." fügte er noch rasch hinzu. Schließlich wollte er ja den jetzigen Eigentümer dieses Hauses nicht übergehen, auch wenn es genaugenommen sein Haus.... ach egal. Burrus machte eine netten Eindruck. Warum also kleinlich sein. Man konnte froh sein, dass es überhaupt einen Prudentier gab, der sich um dieses Haus im fernen Germanien gekümmert hatte.

    Gaius kam der Einladung sich zu setzen sehr gerne nach und bekam nur aus dem Augenwinkel mit, dass die hübsche junge Verwandte seines Präfekten auf diesen zuging statt sich zu ihnen zu setzen und kurz ein paar Worte mit ihm wechselte. Als der Prudentier sich gesetzt hatte, kam sie dann schließlich auch zu ihm, entschuldigte sich und kündigte überraschend an, sich wieder zurück zu ziehen. Sichtlich enttäuscht nickte der junge Mann verständnisvoll. "Auch mich hat es sehr gefreut." gab er verdutzt zurück, da es in der Tat sehr kurz gewesen war. "Vale Caerellia." brachte er noch heraus, doch ehe er noch etwas anfügen konnte wie etwa, dass man sich ja vielleicht bei anderer Gelegenheit nochmal sehen könnte, war die hübsche Iunierin mit dem engelsgleichen Gesicht auch schon auf den Weg nach draußen.


    Da es wohl unangebracht gewesen wäre ihr lange hinterher zu starren, wandte sich Gaius der Gastgeberin zu, deren Frage noch nicht beantwortet war. "Erst seit ein paar Tagen*. Ich könnte also noch nicht einmal behaupten, dass ich mich schon eingelebt habe. Umso schöner ist es daher für mich auch hier so etwas wie Verwandtschaft zu haben. Da fühlt man sich gleich weniger alleine." sagte er ziemlich offen zu Seiana und dachte dabei nicht daran, dass auch sein Vorgesetzter daneben saß. Vor einem anderen hätte er das so offen nicht zugegeben. Schließlich wollte man als junger und aufstrebender Mann nicht zugeben, dass einem die große weite Welt manchmal wohl doch etwas zu groß wurde, wenn man das erste Mal so ganz auf sich alleine gestellt und weit weg von Zuhause war. Doch Seiana gegenüber konnte und wollte er ehrlich sein. "Ein sehr schönes Zuhause habt ihr euch hier geschaffen." sagte er zum Gastgeberpaar und sah sich dabei auch noch einmal im Raum um."Eure Kinder müssen hier sehr glücklich aufwachsen. Es ist bestimmt ganz anders als in einer Großstadt wie Rom groß zu werden."


    Sim-Off:

    * Die Einladung spielt ja in der Woche bei meiner Ankunft, auch wenn im RL schon einige Zeit vergangen ist

    Die Verwunderung war wohl beiderseitig, denn auch Gaius hatte nicht ausgerechnet gedacht hier in Germanien auf einen Verwandten zu treffen. Dennoch freute er sich über diese Tatsache und folgte aufmerksam den Ausführungen des Rotschopfs. In der Provinzverwaltung arbeitete er bei einem gewissen Duccius Marsus, der noch dazu ein Freund seines Vaters gewesen sein soll. Da er sich an seinen Vater kaum noch erinnern konnte, wusste er natürlich auch nichts über dessen Freude. Dennoch wollte er diesen Namen und die damit verbundene Information im Hinterkopf behalten. Vielleicht würde sich ja einmal ein aufeinandertreffen mit dem Duccier ergeben, der aus einer wichtigen und angesehenen Familie hier in Germanien stammte. Soviel zumindest wusste Gaius von den Ducciern, die hier auch den letzten Statthalter gestellt hatten. "Ja, in der Tat war mein Vater hier einige Zeit Praefectus, nachdem er sich ex caligae in den Ritterstand gearbeitet hatte. Du scheinst dich gut mit unserer Familiengeschichte auszukennen." freute sich der junge Prudentier über das Wissen seines Verwandten. "Und nun bin auch ich hier, wenn auch nur als Subpraefectus. Aber ich denke es ist ein guter Einstieg in die Militia Equestris und mit Iunius Seneca als Kommandeur scheine ich es gut erwischt zu haben. Lediglich meine Unterkunft in der Castra lässt sehr zu wünschen übrig. Aber auch das werde ich überstehen. Dir scheint es hier ja sehr gut zu gehen." stellte er fest und ließ seinen Blick dabei über das nett eingerichtete Atrium schweifen.

    Man sah es Gaius regelrecht an, dass er sich sehr über dieses Wiedersehen freut und auch über die familiären Stimmung, die dieses Treffen hatte, auch wenn es eigentlich gar nicht seine richtige Familie war. Man begann natürlich mit den anwesenden Damen. Als nächstes wandte er sich daher an die kleine Silana und ging vor ihr gleich ohne große Scheu oder sich darüber Gedanken zu machen was sein Kommandeur darüber denken konnte auf die Knie und nahm ihre kleine Hand. "Hallo! Ich bin Gaius. Es freut mich dich kenne zu lernen." Mit Kindern konnte er eigentlich recht und er mochte sie auch. Vielleicht lag es auch daran, dass seine eigene Kindheit ebenso noch nicht all zu lange her war. Als sich die Kleine scheu lächelnd hinter ihren Vater versteckte, zwinkerte er ihr Gaius noch einmal mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen zu und erhob sich dann wieder um auch das weitere Familienmitglied zu begrüßen, welches anwesend war.


    Er wandte sich daher an Caerellia, die ihm zu seiner Überraschung als ausgesprochen hübsche Cousine des Präfekten vorgestellt wurde. Sie hatte volle Lippen und ein engelsgleiches Gesicht, dass von ungewöhnlich grauen Augen geziert wurde. Eine wahre Schönheit, die wohl kaum viel jünger oder älter als er selbst sein musste. Auch sie bekam ein strahlendes Lächeln zu Begrüßung. "Salve! Ich bin wie gesagt Gaius und freue mich natürlich auch sehr darüber dich kennen zu lernen." Als ihm nach einem kurzen Moment der Ablenkung durch das hübsche Mädchen bewusst wurde, dass immer noch sein Präfekt daneben stand und es vielleicht nicht all zu gerne sah, wenn sein neuer Untergebener seiner jungen Cousine schöne Augen machte, räusperte sich Gaius kurz und nahm wieder einen ersten Gesichtsausdruck ein, ehe er sich schließlich wieder an den Iunier wandte, der unter anderem auch seinen neuen Hasenstall von Unterkunft ansprach. "Das konnte ich Praefectus. Natürlich ist es keine Casa Decima, aber es wird schon reichen und seinen Zweck erfüllen." log er glatt und ohne mit der Wimper zu zucken über seine Zufriedenheit mit dieser besseren Sklavenunterkunft. Denn die Sklaven in den besseren Häusern Roms lebten vermutlich komfortabler als er hier. Es war daher vermutlich besser das Thema wieder auf etwas anderes zu lenken, ehe ihm doch noch irgendeine Aussage entglitt. Er setzte daher wieder ein freundliches Lächeln auf. "Und nochmals vielen Dank für diese Einladung. Es freut mich wirklich sehr."

    Weder das Eine noch das Andere schien für Gaius eine gute Nachricht zu sein. Der Präfekt wollte sich von ihm durch einen Plan führen lassen? Gaius hatte keinen Plan und auch keine Idee davon, was hier auf ihn zu kam. Natürlich kannte er Gefechtstaktiken und Schlachtkommandos, aber alles nur aus der Theorie und aus seinen Büchern. Noch nie hatte er selbst eines dieser Kommandos ausgegeben oder sich eine Taktik unter Einsatzbedigungen ausdenken müssen. Papier war immer recht geduldsam und vor allem konnte man eine falsche Taktik notfalls einfach wegstreichen und von vorne beginnen. In einem Übungsgefecht sah das schon ganz anders aus. Eine falsche Entscheidung konnte über Sieg und Niederlage entscheiden und er wollte sich schließlich nicht so kurz nach seiner Ankunft vor seiner neuen Einheit zum Affen machen. Doch sein Kommandeur wahr wohl fest davon überzeugt, dass der junge Prudentier diese Übung leiten sollte und diese auch "ausgezeichnet" erledigen würde. Für Widerworte blieb da nicht wirklich viel Spielraum. Gaius nahm es daher einfach einmal so hin und nickte nur bejahend.


    Und auch die zweite Nachricht klang aus seiner Sicht ein wenig verwunderlich. Sofern er den Lageplan richtig im Kopf hatte, welche man ihm in der Castra vorgelegt hatte, lag die Legio VIII über einen Tagesritt von Mogontiacum entfernt. Wie sollte der fremde Legat dann hier groß mitkommandieren, ohne seine eigene Einheit zu vernachlässigen. Und dieses Risiko würde wohl kein Kommandeur eingehen. Auf dem Papier sah daher alles recht schön und einfach aus, aber ob es tatsächlich auch in der Praxis so einfach umzusetzen war? Doch da Gaius sich bereits einmal in ein Fettnäpfchen gesetzt hatte und sich vom Legionstribun belehren lassen musste, beließ er es diesmal dabei seine Gedanken dazu für sich zu behalten. Für den jungen Tribunus Laticlavius war dies jedenfalls eine ziemlich große Herausforderung, der er hoffentlich gewachsen war. Doch Gaius hatte nicht lange Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn schon wurde er von eben diesen Angesprochen. Decimus Massa... ja, diesen würde er ohnehin gerne kennenlernen. Er nickte daher "Natürlich Tribunus. Ich freue mich darauf."

    Aufmerksam hörte Gaius dem rothaarigen jungen Mann zu und nahm dabei auch bei der angebotenen Sitzgruppe platz. Fabius und Drusilla, das sagte ihm was. Sein Großvater war also der Onkel der Mutter.... dann war er also.... sein Großcousin? Ja, das konnte hinkommen. Großcousin Burrus also und kein Hochstapler. Wobei diese roten Haare seines Wissens nach schon eher untypisch für die Prudentier waren. Aber vielleicht war es nur eine Laune der Götter gewesen, den jungen Verwandten damit auszustatten. "Dann bist du also mein Großcousin, wenn ich mich nicht vertan habe. Es freut mich dich kennenzulernen.... ähm.." Ja wie war den nun eigentlich sein Cognomen gewesen? Hatte Gaius ihn überhört oder hatte er ihn noch nicht gesagt. "Ja... wobei ich dich schon einmal gesehen habe. Im Officium eines Tribuns bei der Legio. Da bist du kurz vorbei gekommen und hast etwas gebracht. Bist du bei der Legio?" Wobei er keine Rüstung getragen hatte. Er war doch nicht etwa ein Botenjunge? Vielleicht war er auch ein Schreiber? Aber hey! Er war ein Prudentier! Da hätte ihn sein Vater doch gewiss einen besseren Job verschaffen können. Oder stand es tatsächlich so schlimm um das Ansehen der Familie? Hatte Gaius seinen Posten nun erhalten weil er der Sohn des Prudentius Balbus war oder nur aufgrund der guten Kontakte des alten Decimers. Bisher war er von Ersterem ausgegangen, doch nun stellte er dies doch ein wenig in Frage. Gespannt wartete Gaius daher auf die Antwort des Rotschopfs.

    Als Gaius endlich dem Hausherren hier gegenüberstand wurde er sichtlich überrascht, da er den Jungen kannte. Das war doch dieser Typ, der bei der Besprechungbei der Legio kurz im Zimmer des Tribuns aufgetaucht war und irgendwas vorbeigebracht hatte. Diese Roten Haare! Er war es ganz sicher. Dieser Burrus war wohl kaum Älter als er selbst und irgendwie hatte diese ganze Situation doch etwas merkwürdiges an sich. Dennoch versuchte er einen möglichst freundlichen, wenn auch sehr skeptischen, ersten Eindruck zu hinterlassen. "Salve. Ich bin Gaius Primus, ebenfalls aus der Gens Prudentia. Ich wurde vor kurzem von Rom hier her nach Mogontiacum versetzt und habe erfahren, dass es hier noch Prudentier geben soll. Anscheinend habe ich einen gefunden." soviel einmal zur Einleitung und Vorstellung. Nun hieß es diesem Prudentier auf den Zahn zu fühlen, ob er tatsächlich der war, für den er sich ausgab. Schließlich konnte bald jemand sagen, dass er ein Prudentier war. Es gab ja nicht viel, womit man dies auch beweisen konnte. "Ich bin der Sohn des Balbus und Enkelsohn des Commodus. Und woher stammst du bzw. wer sind deine Eltern?" Vielleicht konnte ihm ja die Nennung der Eltern oder Großeltern dieses jungen Mannes dabei helfen herauszufinden, in welchem Verwandtschaftsverhältnis sie zueinander standen. Oder unter umständen kannte Burrus seinen Verwandtschaftsgrad zu Gaius Vater oder Großvater und es konnte daher abgeleitet werden. Gespannt musterte er das angebliche Familienmitglied und war auf dessen Antwort gespannt.