Beiträge von Alypia Plinia Ocellina

    Mit langsamen Bewegungen streichelte ich Donna und genoß den warmen Pferdegeruch. Pferde hatte ich immer schon geliebt, seit ich ein kleines Mädchen gewesen war.


    "Das tut mir leid für Dich, das dein Vater nicht hier ist. Sicher vermißt Du ihn, oder ? Wer ist das denn unten gewesen, eine Verwandte ?"


    Ich wurde leicht rot, hatte ich mich doch nicht einmal vorgestellt. Vielleicht würde sich später die Gelegenheit dazu ergeben.


    Länger konnte ich jedoch nicht darüber nachdenken, denn Manyana holte ein Schwert aus dem Schrank.
    Gut das ich gerade nicht in einen Spiegel sah, sicher stand ich mit offenem Mund da.


    "So ein großes Schwert und das hast Du selber gemacht und kannst damit auch noch kämpfen ?"


    Bewundernd schaute ich Manyana einen Moment lang an. Sie war so ganz anders, als alle Mädchen die ich kannte.


    Lachend setzte ich mich aufs Bett.


    "Ich mache nichts wirklich etwas besonderes. Ich bin gerne mit meiner Cousine Aquilia zusammen, du hast sie ja in der Therme kurz gesehen. Und dann bin ich gerne draußen und auch in der Stadt unterwegs."


    Dann glitt ein stolzes Lächeln über mein Gesicht.


    "Ich bereite mich gerade darauf vor Vestalin zu werden."

    Aquilia fand doch einfach immer die richtigen Worte.


    Freudestrahlend lächelte ich sie an.


    "Ich empfinde es genauso wie du Aquilia."


    Die trübe Stimmung schien verschwunden zu sein, jedenfalls für den Moment.
    Mein Blick fiel auf etwas glitzerndes.


    "Schau mal, da vorne ist ein kleiner Bach. Ob da wohl Fische drin sind ?"

    Gespannt folgte ich Manyana auf ihr Zimmer und riss die Augen auf.


    Da stand tatsächlich ein Pferd mitten im Zimmer und was für ein Schönes.


    "Das gibt es ja gar nicht. Deine Donna ist ja einfach himmlisch."


    Vorsichtig ging ich näher an die Stute heran und streckte dann ein wenig zaghaft die Hand aus, um diese zu streicheln.


    "Merkt das denn niemand, das sie hier bei dir ist ? Mein Vater würde mir das sicherlich nicht erlauben."

    Erfreut sah ich, das Manyana mir die Tür öffnete.


    Ich umarmte sie ebenfalls, dann hielt ich ihr die Blumen hin.


    "Hier für dich, die habe ich auf dem Weg hierher gepflückt."


    Wir gingen langsam hinein und Manyana flüsterte mir etwas zu. Überrascht schaute ich sie an. Das konnte ich doch nicht richtig verstanden haben ?
    Leise antwortete ich ihr:


    "Du hast dein Pferd auf deinem Zimmer ? Habe ich das richtig verstanden ?"


    Ich mußte grinsen, da ich dies Manyana durchaus zutraute, auch wenn ich sie noch gar nicht lange kannte.

    Ebenso ernst blickte ich zurück.


    "Natürlich bleibt dieses Gespräch unter uns. Auf mich kannst du dich doch verlassen. Komisch ist es aber schon, das du gar nichts mehr hörst. Vielleicht ist er ja verreist."


    Als Aquilia ihren Kopf an meine Schulter lehnte musste ich lächeln.


    "Du Aquilia, habe ich dir eigentlich schon einmal gesagt, das du für mich wie eine Schwester bist ?"

    Vieles hatte ich erwartet, aber dieses nicht.


    "Aquilia, das tut mir so leid für dich."


    Ich umarmte meine Cousine und sah ihr dann in die Augen.


    "Aber du glaubst doch nicht ernsthaft das dein Vater dich verstoßen hätte ? Niemals ! Sicher wäre er sehr wütend gewesen, aber er liebt dich doch über alles."


    Mein Glaube an den Zusammenhalt unserer Familie war unerschütterlich. Solche Gedanken waren mir bis dahin völlig fremd gewesen.


    "Du hast dich sicher richtig verhalten. Wenn dein Herz sich für Vesta entschieden hat, dann ist es auch besser für Alexander, das ihr euch nicht mehr sehen könnt."


    Was sollte ich meiner Cousine noch Tröstendes sagen ? Mir selbst kamen ja schon die Tränen, wenn ich die Geschichte bloß hörte.


    "Sieh uns bloß an, wir weinen gleich noch um die Wette. Bestimmt fängt es auch noch an zu regnen."


    Scherzend sagte ich diese Worte und versuchte Aquilia ein wenig aufzuheitern, aber wirklich fröhlich klangen meine Worte nicht.

    Ego, Alypia Plinia Ocellina, deos deasque imperatoremque romae in omnibus meae vitae publicae temporibus me culturum, et virtutes romanas publica privataque vita me persecutorum esse iuro.


    Ego, Alypia Plinia Ocellina religioni romanae me fauturum et eam defensurum, et numquam contra eius statum publicum me acturum esse, ne quid detrimenti capiat iuro.

    Fröhlich stimmte ich in das Lachen meiner Cousine mit ein.


    "Das war wirklich eine Verrückte. Und wir werden schon einen zuverlässigen Begleiter finden, wir könnten ja einmal mit der ganzen Familie hier draußen sein, es wird sich schon finden."


    Meine übermütige Stimmung verflog genauso schnell, wie sie gekommen war, als ich Aquilias Gesicht bei ihren letzten Worten sah.


    "Was ist denn nur geschehen ?"


    Ich hatte nicht fragen wollen, nun tat ich es doch.

    Mir schien als würde Aquilia kurz zögern, bevor sie mir die Antwort gab, doch ich fragte nicht nach, wenn sie reden wollte, dann würde sie wohl hoffentlich zu mir kommen.


    "Ein Grund mehr für mich war, das du auch Vesta dienst."


    Ein Vogel flog direkt über unseren Köpfen hinweg.


    "Es ist so schön hier draußen, irgendwann sollten wir mal ein Picknick machen."

    Ich hakte mich bei meiner Cousine unter.


    "Meinst du, das auch ich Vestalin werden möchte ?"


    Lächelnd schaute ich sie an.


    "Den Wunsch hatte ich schon lange, ich war mir aber nie sicher, ob es wirklich das Richtige für mich ist. Genauso habe ich mir immer eine Familie gewünscht, deshalb habe ich gezögert."


    Ein wenig nachdenklich fuhr ich fort.


    "Doch jetzt weiß ich, es ist das Richtige für mich. Wie ist es denn bei Dir ?"

    Für einen Moment schien mir Aquilia so traurig. Ich beschloss, wenn es die Gelegenheit ergab, sie danach zu fragen. Hier war bestimmt nicht der richtige Ort dafür und auch nicht die passende Zeit.


    "Dann lass uns losgehen."


    Sim-Off:

    okay, ich komme hin

    Aquilia war immer so lieb. Ich war so froh, das sie meine Cousine war.


    "Na gut, dann machen wir es so. Bald werden wir ja hoffentlich den gleichen Weg haben."


    Darauf freute ich mich schon sehr, das auch ich hoffentlich bald eine Vestalin sein würde.

    "Ja das war sehr unheimlich. Wer das wohl gewesen ist ? Die Frau schien verrückt zu sein."


    Ich wollte gar nicht mehr darüber nachdenken, ob mein Verdacht wohl war gewesen ist.


    "Ich würde gerne mit dir spazierengehen. Manyana hat mir einen Brief dagelassen. Sie wartet an der Großen Eiche. Sollen wir dort hingehen ?"

    Geschockt sah ich, das die Frau völlig bekleidet ins Wasser sprang.


    Schnell schwamm ich zum Beckenrand, wo ich sah das Manyana mir auf einer Liege einen Brief dagelassen hatte.


    Ich stellte mich neben meine Cousine.


    "Ich glaube wir gehen jetzt wohl besser und zwar schnell. Das ist doch ein ... "


    Ich wagte es nicht wirklich auszusprechen.