Beiträge von Decima Lucilla

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    Original von Decima Valeria


    Lucilla nickt begeistert. "Oh ja, wenn es sich einrichten lässt, dann komme ich sehr gerne nach Colonia. Allerdings weiß ich noch gar nicht, wie die Reise nun weitergeht. Erst einmal ist wohl noch Mogontiacum dran, wobei ich das noch mit Meridius und Mattiacus besprechen wollte. Herrje, die Zeit ist schon wieder viel zu knapp für eine ganze Provinz. Seit unserer Inspektionsreise durch Africa kann ich gar nicht mehr genug bekommen vom durch die Gegend fahren. Ich freue mich schon darauf, wenn Avarus wieder den Postdienst kontrollieren muss, ich werde ihn einfach überallhin begleiten."


    Einen Moment lang scheint es, als hätte Lucilla den Faden verloren, dann aber fällt ihr wieder ein, was sie eigentlich sagen wollte. "Ich muss einfach sehen, wie lange ich noch bleiben kann. Irgendwann muss ich ja auch wieder zurück nach Rom. Nicht, dass ich dort noch viele Verpflichtungen hätte, aber Avarus wartet schon." Genau genommen wartet Arvarus wahrscheinlich schon seit dem ersten Tag nachdem sie Rom verlassen hat. "Außerdem hat die Herreise doch länger gedauert als geplant und ich möchte ungern hier eingeschneit werden. Avarus und ich wollen noch in diesem Jahr heiraten und ich möchte vermeiden, dass er mir nachreisen und mich aus dem Schnee buddeln muss. Wenn du nach Rom kommen könntest, das wäre wundervoll. Ich würde mir so sehr wünschen, dass du unser Opfer übernehmen könntest und es nicht irgendein fremder Sacerdos macht. Wir bemühen uns auch, noch vor dem Schneeeinbruch zu heiraten. Vielleicht schaffst du es nicht mehr zurück nach Germania, dann musst du den Winter über in Rom bleiben." Lucilla zwinkert ihrer Nichte mit einem hintergründigen Lächeln zu.


    Gerade noch rechtzeitig vor Beginn des Opfers kommt der Sklave zurück und reicht nun auch Valeria ein Taschentuch. Das war knapp. Das Opfer verläuft zum Glück gut und Lucilla schaut gebannt auf das Brautpaar. Nur noch wenige Herzschläge, dann ist es soweit. Schon werden die Hände ineinander gelegt, und Lucilla schnieft leise.

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    Original von Decima Valeria


    Endlich kommt der Sklave wieder und reicht Lucilla ein Taschentuch. Erleichtert atmet sie auf und wendet sich Valeria zu. Dann aber wendet sie sich kurz nochmal ab und flüstert dem Sklaven zu, dass er noch ein Taschentuch für Valeria besorgen soll. Sie hebt ihres in die Höhe und erläutert leise: "Taschentücher sind unglaublich wichtig bei Hochzeiten. Ich weiß noch genau, wie es damals bei Livianus und Aemilia war, sie waren so ein schönes Paar." Luiclla schnieft angedeutet und fährt direkt fort. "Hach, wenn das Mercator verfolgt, er wird so glücklich sein. Gerade Magnus, dass er der nächste ist, hätte ich wirklich nicht gedacht. Er war früher immer so zurückhaltend, was Frauen betrifft, und ich weiß, dass viele Mädchen in Tarraco von ihm behauptet haben, er wäre ein echter Stoffel und ganz anders als Meridius, dem alle Mädchen verfallen waren. Dabei redet Magnus nur einfach nicht so viel, naja, und das Soldatenleben entfernt die Männer ja auch immer vom Leben. Aber Britannia hat wirklich Glück mit ihm, ich bin sicher, einen besseren Mann kann sie nicht finden." In dieser Hinsicht ist Lucilla bei all ihren Cousins ziemlich sicher.


    Sie wirft einen zufriedenen Blick auf Magnus und Britannia und erinnet sich dann an die Frage, die Valeria gestellt hat. "Mir geht es gut, danke. Du weißt doch, mir geht es immer gut. Eine Decima lässt so schnell nichts aus den Sandalen kippen, außerdem genieße ich meine Reise sehr. Du darfst es ihm nicht erzählen, aber eigentlich bin ich überhaupt nicht wegen Magnus Hochzeit hier. Ich habe vor einiger Zeit beschlossen, dass ich euch vor dem Winter nun endlich alle mal besuchen muss und war schon auf dem Weg, als ich von seinen Plänen erfuhr." Ihre Augen beginnen zu leuchten und sie fängt an zu schwärmen. "Und ich bin zwar noch nicht lange hier, aber ich liebe dieses Land! Warum schreibt ihr denn nie, dass es hier überhaupt nicht düster und kalt, sondern so wunderschön ist? Tarraco ist eine Wüste dagegen und Rom ein stinkendes Loch. Natürlich möchte ich es nicht missen, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass Avarus und ich uns eines Tages hier zur Ruhe setzen werden, wenn er es möchte." Sie macht eine winzig kleine Pause um Luft zu holen und fährt direkt fort, ohne Valeria die Chance zu einer Erwiderung zu geben. "Nach Rom fragst du? Ach, es ist das übliche, dies und das. Der Aedil, also nicht der jetzige, sondern der aus der Amtszeit vorher, wird verklagt, eine Societas wird wegen Steuerhinterziehung ausgehebelt, jeden Tag findet irgendwo ein anderes Fest statt und ich habe mal wieder die Ludi Romani verpasst. Alles wie immer also. Von der Familie kann ich dir nicht viel erzählen, es ist ja kaum noch einer da und die die es sind gehen alle ihrer Arbeit nach."

    Völlig entzückt schaut Lucilla der Opferzeremonie zu. Das kleine weiße Lamm ist das perfekte Hochzeitslamm und nach dem Schnitt fließt eine Menge Blut - ein gutes Zeichen. Als der Priester die Eingeweide untersucht, hält sie gebannt die Luft an und als er endlich die erlösenden Wort spricht, fängt sie an nervös an sich herumzunesteln. Wo hat sie nur das Taschentuch hingesteckt? Die Ehezeremonie ohne Taschentuch würde sie nicht überstehen. Unauffällig winkt sie ihrem Sklaven und weist ihn leise an, sich dringendst auf die Suche nach dem Tuch zu machen. Wenn er es bis zur Hälfte der Opferung nicht aufgetrieben hat, dann soll er ihr notfalls eine Serviette aus dem Triclinium klauen, hauptsache sie würde sich später nicht ihr Makeup verwischen.

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    Original von Venusia Duccia Britannia
    Venusia war ein wenig überfahren von Lucillas Rede, die bis zu ihrem Ende kaum eine Pause machte. Wenn sie aus Rom kam, hatte sie wirklich eine lange Reise hinter sich und auch freute sich Venusia ein wenig, dass sie recht begeistert von der Provinz schien.
    Wir können dies sehr gern später nachholen. Dann ist sicher der bessere Zeitpunkt.
    Mit einem Lächeln hatte sie weiter zu gehört.
    Solltest du gern eine Stadtführung wünschen und du dich noch ein paar Tage hier aufhälst, ann ich dies gern übernehmen. Ich komme zwar nicht hier aus der Stadt, sonder leben in Mogontiacum, aber ich kenne mich hier auch recht gut aus.
    Irgendwie beschlich sie das Gefühl, dass dies sehr lustig werden könnte.


    "Oh ja," Lucillas Augen leuchten bei Britannias Angebot auf. "Eine Stadtführung würde ich wirklich sehr gerne machen. Ich werde sowieso eine Weile in Germania bleiben, nach Confluentes werde ich auch noch nach Mogontiacum reisen, die dortige Verwandtschaft besuchen. Zeit habe ich wirklich mehr als genug und was ich bisher von dieser Provinz gesehen habe ist wirklich wundervoll. Ich kann überhaupt nicht verstehen, wieso sie in Rom einen so schlechten Ruf hat."


    Langsam werden die Gäste mehr und Lucilla lächelt dem Brautpaar nochmal zu. "So, nun will ich euch aber nicht länger in Beschlag nehmen, die übrigen Gäste sollen schließlich auch ihren Spaß haben."

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    Original von Primus Decimus Magnus
    "Genaueres erzähl ich dir später oder Morgen beim Essen!" zwinkerte ich ihr zu.
    ...
    "Venusia, darf ich dir meine Cousine, Lucilla vorstellen!"
    ...
    Dann zu Lucilla "Lucilla, meine Braut Venusia Duccia Britannia!"


    Ah ja, Ausflüchte. Die arme Frau hat also noch keine Ahnung, auf was sie sich einlässt. :D


    Mit einem warmen Lächeln wendet sich Lucilla der Braut zu, von der unter dem Schleier leider nicht viel zu sehen ist. Eines von Lucillas größten Lastern ist die Neugier und nicht zu wissen, wie die künftige Frau ihres Cousins aussieht, ist schon belastend. Aber wenn Magnus sie gern hat und sie heiratet, dann ist es eh egal, wie sie aussieht, dann kann sie schließlich nur eine nette Person sein.


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    Original von Venusia Duccia Britannia
    Venusia hatte die Begrüßung mit einem inneren Lächeln ein wenig mitverfolgt.
    Salve Lucilla. Es freut mich dich kennen zu lernen.
    Noch war das Namen merken nicht wirklich anspruchsvoll, war sie bisher die erste Unbekannte Person hier in diesem Raum. :)


    "Salve, Britannia. Es freut mich auch sehr, dich kennen zu lernen. Die Begrüßung zur Aufnahme in die Familie spare ich mir aber für später auf, wenn es dann wirklich so weit ist." Eine herzliche Umarmung würde sie mindestens über sich ergehen lassen müssen. "Hach, das ist so aufregend. Ich bin wirklich aus allen Wolken gefallen, als ich von eurer bevorstehenden Hochzeit erfahren habe. Trotzdem freue ich mich sehr für euch. Stammst du hier aus Confluentes? Ich hatte leider noch keine Gelegenheit viel von der Stadt zu sehen, wir sind erst gestern Abend angekommen, aber allein dass die Stadt direkt am Rhenus liegt ist wunderbar. Ein herrlicher Fluss!" Ein weiteres Laster Lucillas ist es, dass sie immer etwas zu viel redet, wenn sie aufgeregt ist. Aber noch sind nicht so viele Gäste da, als dass sie die Braut nicht kurz für sich in Beschlag nehmen könnte.

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    Original von Primus Decimus Magnus
    Ich sah mich um "Lucilla? Bist du es wirklich....?"


    Ich streckte meine Arme aus und ging auf sie zu "Schön, dich zu sehen, Lieblingscousine!" grinste ich übers ganze Gesicht.


    "Ja, ich bin es wirklich." Grinst sie noch immer breit. "Du glaubst doch nicht, dass ich mir die Hochzeit von meinem Lieblingscousin entgehen lasse!" Nun gibt es keine Halten mehr für Lucilla, sie umarmt Magnus und drückt sich fest an ihn. Dann tritt sie ein Stück zurück und mustert ihn. "Gut schaust du aus, wie ein richtiger Bräutigam. Ich freue mich so sehr für dich! Ich hab es fast nicht glauben können, als Livianus mir davon erzählt hat. Warum hast du nicht schon zur Verlobung geschrieben? Wolltest du uns überraschen? Das ist dir wirklich gelungen!"


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    Original von Decima Valeria
    "Lucilla!" rief sie erfreut und umarmte ihre 'Verwandte' herzlich. Daneben stand Magnus. Ihn lächelte Valeria an und reichte ihm die Hand, denn ihn kannte sie bedauernswerterweise so gut wie gar nicht.
    "Magnus! Heute ist euer großer Tag. Vielen Dank für die Einladung", sagte sie.


    Ein Decima kommt selten allein, so ist es schon immer gewesen und so wird es immer sein. [ Obwohl sich das reimt sei jedem selbst die Entscheidung überlassen, ob das gut ist. :]] Lucilla umarmt Valeria freudig, in diesem Moment sind alle Zweifel und die Worte des Sklaven aus Mantua vergessen. Eine Hochzeit ist eh kein Ort, um solchen Dingen auf den Grund zu gehen. "Valeria, wie schön dich zu sehen!"


    Sie beugt sich wieder etwas näher zu Magnus hin und senkt ihre Stimme. "Bitte stell mir deine Braut vor. Ist sie nett? Wie habt ihr euch kennengelernt? Weiß sie überhaupt, worauf sie sich mit einem Decima einlässt oder sollte ich sie vorher noch aufklären?" Ein verschmitztes Grinsen ziert nun wieder Lucillas Gesicht.

    Die Schleife, welche der Tabellarius am Vorabend erwähnt hat, ist tatsächlich nicht zu übersehen. Lucilla beschwert sich, dass sie wieder zurück reisen oder noch schlimmer, mitten nach Germania Magna, dass das doch sogar ein Blinder an der Sonne sieht, die nun nicht mehr rechts von ihnen, sondern direkt vor ihnen ist, doch man versichert ihr dass alles seine Richtigkeit hat und der Rhenus sich nunmal nicht an die Wünsche der Menschen nach einer direkten, geraden Verbindungsstraße hält. Der Weg schlängelt sich hier eng am Fluss entlang was zur Folge hat, dass sie kaum eine Siedlung passieren und man den Eindruck gewinnen könnte, nun tatsächlich in der leeren, unwirtlichen Provinz angekommen zu sein, als die Germania immer abgesiegelt wird. Trotzdem kann Lucilla noch immer nichts entdecken, was ihr die Freude an der Schönheit der Landschaft verderben könnte. Die Weinreben, die sich auch hier noch immer an den Hängen emporziehen sind schon mit den bunten Blättern des Herbstes gespickt und im Licht der Sonner ergibt sich daraus ein wunderbar farbenprächtiges Bild. Der Rhenus reflektiert die Sonne ebenfalls und manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, dass unter der Oberfläche Goldschätze lauern, so funkelnd glitzert die Wasseroberfläche an manchen Stellen.


    Gegen Nachmittag dann öffnet sich das enge Tal zu einer Ebene hin, zumindest auf der den Reisenden gegenüberliegenden Seite des Rhenus, dort wo der Zufluss namens Laugona sein eigenes Tal mitbringt. Auf ihrer Seite des Rhenus dagegen ragen die Hügel um so steiler auf und dies bleibt noch eine ganze Weile so, bis sich dann auch hier das Land vor ihnen öffnet. Nun dauert es nicht mehr lange und das kleine Städtchen Confluentes kommt in Sicht. Leider bleibt ihnen nicht mehr viel Zeit, die Stadt zu erkunden, denn bis die Mansio gefunden ist, dämmert es bereits. Lucilla verabschiedet sich von Livianus, welcher zu seinen Soldaten zurückkehrt und macht es sich in der Mansio bequem. Hoffentlich würde sie die Nacht über gut schlafen können, die Aussicht darauf, nicht nur die ganze Verwandtschaft wieder zu sehen, sondern auch gleich noch Magnus Hochzeit beizuwohnen ist einfach zu aufregend.

    Zum Glück ist Lucilla furchtbar aufgeregt, denn ansonsten wäre sie vielleicht etwas müde. Am Vorabend war sie mit Livianus erst in Confluentes angekommen, als es schon dämmerte und sie haben gerade noch die Mansio für die Übernachtung gefunden. Heute morgen dann musste dann alles so schnell gehen - dass Hochzeiten aber auch so früh beginnen müssen. Doch die Aufregung hat dafür gesorgt, dass Lucilla ihren Sklaven herumgescheucht hat und sie letztlich mindestens ebenso gut aussieht, wie sonst auch wenn es in Rom auf eine Festivität geht. Sie trägt das dunkelgrüne Kleid mit dem feinen Blättermuster und der matt blaugrauen Palla, welches sie in Mantua extra noch anfertigen lassen hatte. Ihr Haar ist kunstvoll geflochten und gesteckt und mit zierlichen Spangen gespickt, die passend zum Kleid mit grünen Steinen verziert sind. Ihre Füße stecken in den neuen Sandalen, die natürlich ebenfalls farblich auf das Kleid abgestimmt sind. Ein bisschen kalt findet es Lucilla schon, aber sicher gewöhnt man sich nach einer Weile in dieser Gegend daran und währen der Hochzeit würde es mit den vielen Gästen sicher eh noch wärmer werden.

    Zum Frühstück hat sie kaum einen Bissen herunterbekommen, vor ihrer eigenen Hochzeit kann sie nicht nervöser sein. Zum Glück wusste der Stationarius der Mansio, wo die Casa Duccia in Confluentes zu finden ist und so kommt sie schließlich, begleitet von zwei Sklaven an. Livianus hatte sich mit seinen Legionären am Vorabend wieder abgesetzt, vermutlich hatten sie vor der Stadt wieder ihre Gräben gegraben und sich verschanzt - bei den Göttern, Lucilla ist froh, kein Soldat zu sein. Sie hatten vereinbart, sich auf der Hochzeit wieder zu treffen und Lucilla hofft, dass Meridius Magnus noch nicht erzäht hat, dass sie kommen würde.


    So erscheint sie, wie sie hofft ganz unverhofft, von einem Bediensteten geleitet im Atrium des Hauses. "Salvete, ich hoffe, ich bin nicht zu früh." grüßt sie breit grinsend die erst wenigen Anwesenden, von denen einer ihr Lieblingscousin und eine die unverkennbar an dem rötlichen Schleier zu erkennende Braut ist. Es kostet sie einiges an Überwindung, nicht direkt auf Magnus zuzustürmen und ihn zu umarmen. Zu lange hat sie ihn schon nicht mehr gesehen.

    Eine Nacht verbringen sie in Boudobriga, Livianus mit den Soldaten außerhalb, Lucilla mit den Sklaven innerhalb der Stadtmauern. Sie fragt sich ernsthaft, wofür die Leute eine Stadtmauer brauchen. Auf der einen Seite nur ringsum Hügel von denen herab ein Angriff wohl nicht so einfach wäre, ganz davon abgesehen dass dahinter nur römisches Gebiet liegt, auf der anderen Seite der breite Rhenus, bei dem es ihr völlig unmöglich erscheint, dass er heimlich von den wilden Germanen überquert werden könnte, vor allem, das sie zurvor die Limes-Grenze dazu überschreiten müssten.


    Am Abend sitzt Lucilla mit einem Tabellarius des Cursus Publicus vor der Mansio, welche direkt am Rhenus liegt und schaut begeistert auf den Fluss hin. Auch wenn sie schon seit einiger Zeit keine Praefecta mehr ist, ihr Name ist dennoch in den Mansiones bekannt und wie Fortuna es so wollte verbringt ein römischer Tabellarius auf der Rückreise von Bonna ebenfalls die Nacht in der Stadt und den sie noch von ihrer Zeit beim Cursus Publicus kennt.


    "Das kann ich mir nicht vorstellen." gibt sie gerade zurück. "Wie soll so ein breiter und so schnell dahinfließender Fluss zufrieren?"
    "Wenn ich es dir sage, ich habe es schon oft genug erlebt. Hinter Boudobriga verläuft der Rhenus in einer Schleife, dort ist die Strömung nicht so stark und unter dem Eis fließt er auch eh immer weiter. Er friert ja nicht bis zum Boden zu, aber bis zu einer Handbreit oder einem Fuß kann es schonmal passieren. Man kann dann von einer bis zur anderen Seite hinüberlaufen."
    "Faszinierend." Lucilla strengt ihre ganze Vorstellungskraft an, doch so recht vorstellen kann sie es sich trotzdem nicht. In Tarraco frieren im Winter kaum die Pfützen zu und hier sollen ganze Flüsse vereist sein?
    "Und im Frühling, wenn der Schnee schmilzt und die Zuflüsse des Rhenus das Wasser aus den Hügeln bringen, dann überschwemmt alles."
    "Ach? Hier auch?" Sie schaut zur Mansio hin. Zugegeben, die Stadt liegt nicht gerade hoch.
    "Manchmal schon. Aber zu dieser Zeit war ich zum Glück noch nie hier unterwegs."
    "Mhm." Sie grübelt vor sich hin. "Sieht man hier oft Germanen? Also so richtig wilde?"
    Der Tabellarius lacht. "Nicht wildere, als die Römer, die hier wohnen."

    Der Rhenus schlängelt sich in großen Biegungen dahin und Lucilla kann sich noch immer nicht satt sehen. Es sieht aus, als hätten die Götter für den Fluss extra eine Schneise durch das ansonsten erhöhte Land geschlagen. Bald macht der Fluss eine Biegung und schlängelt sich auf der ihnen gegenüberliegenden Seite um eine scharfkantige Felsnase herum.


    "Jössas, schau mal, Ambrosius! Was für ein gewaltiger Felsen da aus dem Fluss wächst. Da bleibt nur noch ganz schön wenig Wasser zum manövrieren. Hier verunglücken sicher viele Transportschiffe auf ihrem Weg. Hach, da oben würde ich gerne mal sitzen, die Aussicht muss herrlich sein."


    Lucilla blickt verträumt hinauf zu dem Felsplateau und sie weiß nicht, was es bedeuten soll, doch eine traurige Stimmung überkommt sie und Gedanken, die wie ein Märchen aus alten Zeiten klingen, kommen ihr in den Sinn. "Wenn die Luft kühl ist und es dunkelt, der Rhenus ruhig dahinfließt und die Gipfel der Berge im Abendsonnenschein funkeln, dann würde ich dort oben sitzen, mein goldenes Geschmeide blitzte und ich kämmte mir mein braunes Haar mit einem goldenen Kamm und sänge ein Lied dabei mit einer gewaltigen Melodie. Der Schiffer in seinem kleinen Schiff würde dies mit wildem Weh ergreifen, er schaute nicht auf die Felsenriffe, sondern nur zu mir herauf in die Höh. Die Wellen würden sie am Ende verschlingen, den Schiffer und seinen Kahn, und all das hätte nur ich mit meinem Singen getan."


    Es schaudert Lucilla und sie blickt dem merkwüdigen Ort noch nach, bis der Fluss eine erneute Biegung macht und der Fels hinter den Hügeln verschwindet. Sie wendet ihren Blick nach vorn und entdeckt schon wieder neues. "Schau da Ambrosius, ein Plateau auf halber Höhe des Hanges. Wenn das nicht so nah am Limeswall wäre, dann könnte man da wunderbar eine Villa hinbauen mit Blick auf den Rhenus. Ach, was rede ich, einen ganzen Palast könnte man da hinstellen. Und gleich dort hinten, da könnte man nochmal einen hinstellen. Die Villen und Paläste könnten sich hier den Rhenus entlang beinahe jagen - wie Katz und Maus!"



    In Memoriam: Heinrich Heine

    Hinter Bingium verengt sich das Land und führt die Reisegruppe in das Tal des Rhenus zwischen Hügeln hindurch. Rechts und links des Flusses schieben sich die Hügel der Mittelgebirge Germanias empor, manchmal so steil, dass man kaum dort hinauf gelangen kann, und trotzdem scheinen viele Hänge kultiviert zu sein.


    "Ist das Wein?" fragt Lucilla erstaunt. "Doch, ganz sicher, das ist es." Aufgeregt deutet sie die Hänge hinauf. "Oh, einer dieser Hänge muss den Germanica gehören. Hier irgendwo kommt der Wein von Avarus her." Sie stiert aus dem Fenster hinaus, suchend, als würden in den Hügeln Schilder stehen, die den Besitzer der Weinranken, den Namen des Hanges oder des aus den Trauben gewonnenen Weins ausweisen. Da dies ein dummer Gedanke ist - wer käme schon auf die Idee zwischen den Weinstöcken Schilder aufzustellen - schaut Lucilla bald wieder auf der anderen Seide der Reisekutsche hinaus. In diesem Momemnt wünscht sie sich, dass ihr das Reiten nicht so zuwieder ist, wie es dies ist, denn gern würde sie jetzt den Weg entlang auf einem Pferd sitzen, wo sie jederzeit nur den Kopf zu drehen bräuche, um alles ringsum zu sehen.


    "Schau mal Ambrosius! Eine Insel mittem im Rhenus!" Sie lacht vergnügt. "Da könnte man wunderbar eine Villa draufbauen. Na gut, eine Villa vielleicht nicht, aber eine kleine Casa sicher. Dann könnte man immer den Schiffen winken, die auf dem Fluss rechts und links vorbeiziehen." Sie blickt auf der anderen Seite des Rhenus die Hänge hinauf und überlegt bei sich, ob dort auf der anderne Seite schon das wilde Germanien beginnt. Doch soweit sie es von der Karte in Erinnerung hat, sollte dort oben irgendwo der Limes verlaufen.

    Maximus Decimus Meridius,
    Regia Legati Augusti pro Praetore, Mogontiacum


    Salve lieber Bruder,


    Mitten aus dem unglaublich schönen Germania schreibe ich dir heute. Wir - Livinaus, eine halbe Legion und ich - sind schon in Borbetomagus, allerdings wird uns die Zeit knapp. Ihr braucht daher nicht auf uns zu warten um nach Confluentes zu reisen, wir reisen von hier aus direkt dorthin weiter und treffen uns dann alle zu Magnus Hochzeit.


    Bis bald (und dieses mal ist es nicht nur eine Floskel)!


    Deine Schwester,
    Lucilla

    Die Zeit fließt dahin wie der Rhenus, welcher sie die Strecke über begleitet. Zum Glück sind die Mutationes an dieser gut ausgebauten Römerstraße zahlreich, so dass die Soldaten in ihren kleinen, eilig aufgebauten Lagern schlafen, Lucilla sich jedoch die Nächte in mehr oder weniger bequemen Betten leisten kann. Von Noviomagus aus reist die Gesellschaft nach Borbetomagus, wo sie eine Rast einlegen. Die Reise dauert bereits einige Tage und die Zeit bis zur Hochzeit von Magnus wird knapp.


    “Wir sollten Meridius einen Brief schicken und direkt nach Confluentes weiter reisen. Der Rhenus macht bei Mogontiacium einen Knick, allerdings gibt es eine Straße, die sich von hier aus vom Rhenus entfernt und erst in Bingium wieder dem Fluss angleicht. Diese Straße ist zwar etwas kleiner als diejenige, auf der wir die ganze Zeit reisen, aber das Land ist eben und wir sollten keine Schwierigkeiten haben. Ich würde mir niemals verzeihen, wenn wir zu Magnus Hochzeit zu spät kommen würden!“ erläutert sie ihrem Cousin beim Essen und zeichnet eine stilisierte Karte der Wege auf. Da auch Livianus die Hochzeit seines Bruders um nichts in der Welt verpassen möchte, beschließen sie den von Lucilla vorgeschlagenen Weg zu nehmen. Immerhin würden eh alle Decima in Confluentes zusammen kommen, also würde Lucilla keinen deswegen später sehen als geplant.


    Nach der kurzen Rast gibt Lucilla in der örtlichen Mansio einen Brief an ihren Bruder auf, dann setzt sich der Trupp wieder in Bewegung. Sie biegen auf die kleine Straße nach Bingium ab und Lucilla wendet ihre Aufmerksamkeit wieder der Landschaft zu.

    Nachdem sie eine Kleigkeit gegessen hat, steht Lucilla energisch auf. "Ich muss mir ein wenig die Beine vertreten. Diese ganze Rumsitzerei tut mir nicht gut. Ich bleibe in der Nähe. Gaius, Caius, ihr kommt mit." Die beiden Sklaven nicken und begleiten Lucilla ein Stück in den Wald hinein.


    "Ist das herrlich hier! Ich weiß überhaupt nicht, wieso alle Welt behauptet, Germania wäre so ein düsteres Land. So viel wunderbares, saftiges Grün wie hier gibt es nirgendwo in Hispania. Überall blühen Blumen und es kommt mir so vor, als würde es hier auch viel mehr Schmetterlinge geben. Aber das kommt vielleicht nur daher, weil es in Rom so wenige davon gibt. Trotzdem, jeder Baum scheint hier, als könnte man ein Baumhaus darauf bauen und darin wohnen ..." Sie spazieren eine Weile schweigend durch den Wald und Lucilla zieht die Luft und die Gegend mit jedem Atemzug tief in ihre Seele ein. Die Aussicht, mit Avarus eines Tages in diesem Land zu leben, ist plötzlich gar nicht mehr so schrecklich. Nun würde es nur noch darauf ankommen, wie die Märkte im Vergleich mit Rom oder Tarraco mithalten können.


    Schließlich bleibt Lucilla stehen. "Wir sollten zurück zum Wagen. Wenn wir uns etwas sputen, können wir am Abend noch in Noviomagus sein."
    Gaius nickt. "Wenn wir dort den kleinen Weg nehmen, dann müssten wir am Wagen rauskommen, Herrin."


    Gesagt, getan. Doch der Wagen kommt nicht in Sicht. Gaius schaut sich verwirrt um. "Im Schwarzwald wird uns keiner finden."
    "Wir aber auch nicht." wirft Caius ein.
    "Wie!"
    "Wir haben uns verlaufen."
    "Trottels." Lucilla verdreht die Augen und weist auf einen schmalen Weg. "Wir sind überhaupt nicht im Schwarzwald, der ist auf der anderen Seite des Rhenus. Außerdem müssen wir nur da entlang." Wenige Minuten später erreichen sie die Lichtung, auf welcher der Wagen steht und die Legionäre gerade dabei sind, alles zusammen zu packen.


    Kurz darauf sitzt Lucilla wieder im Reisewagen und die Fahrt entlang des Rhenus nimmt ihren Lauf.



    In Memoriam: Arthur v. Taxis

    Endlich werden die Gerüchte über Germania ein Stück verständlicher. In der Ferne kommen dunkle Hügel in Sicht. "Was ist das?" fragt Lucilla aus dem Wagen hinaus einen der Sklaven. Der zuckt nur mit der Schulter. Lucilla rollt mit den Augen. "Dann find es heraus." Der Sklave läuft eilig am Wagen vorbei nach vorne und Lucilla schüttelt den Kopf. "Was ein unfähiges Personal. Ich hätte mir jemanden mitnehmen sollen, der sich hier auskennt." Natürlich hat sie Livianus dabei, aber der reitet immer irgendwo zwischen seinen Legionären und ist mit seiner Aufmerksamkeit die ganze Zeit über in der Gegend um Gefahren frühzeitig zu erkennen. Ein Soldat ist eben immer ein Soldat, immer in Kampfbereitschaft und immer einsatzbereit, ganz egal, wie schön die Gegend um ihn herum ist, und natürlich um so mehr, wenn er als wertvolle Fracht seine Lieblingscousine zu begleiten hat.


    Nach einer Weile kommt der Sklave wieder in Sicht, er steht am Wegesrand und warte auf den Wagen. "Es ist der schwarze Wald, Herrin, silva nigra genannt. Ein unwegsames Gelände, von dichten Wäldern bedeckt und von wilden Tieren bewohnt. Wegelagerer und Räuber hausen darin, es ist ratsam einen großen Bogen darum zu machen."
    "Das ist der schwarze Wald? Kein Wunder, dass er so heißt, er sieht tatsächlich so aus. Aber wenn ich mich recht an die Karte erinnere, dann müssen wir dort zum Glück nicht durch." Fasziniert schaut Lucilla zu den dunklen Hügeln hin und kann ihren Blick kaum davon abwenden.


    Eine Weile später hält die gesamte Reisegruppe, um im Schatten einer Lichtung in einem kleinen Wald eine Rast einzulegen und etwas zu Essen. Wieder einmal zeigt sich der Vorteil von Legionären als Reisebegleitern, denn so professionell, wie sie sich direkt häuslich einrichten, Wachposten aufstellen und die Lichtung in ein halbes Lager verwandelt, vermag das sicher sonst keine Gruppe.

    Es ist nicht zu fassen. Immer tiefer dringt die Reisegruppe nach Germania vor und trotzdem ist es weder kalt noch dunkel. Im Gegenteil - es wird immer grüner! "Ich kann es nicht glauben!" regt sich Lucilla auf. "Wie kann man nur so ein Bild von einer so schönen Provinz verbreiten! Das ist eine Ungeheuerlichkeit! Schau dich um, Ambrosius! Siehst du hier irgend etwas, was nicht schön ist? Alles ist so lebendig grün, von einem viel schöneren Grün als in Hispania! Diese dichten Wälder, die fruchtbaren Felder, der klare Rhenus, ständig sieht man irgendwelches Wild am Wegesrand, meine Güte, wenn ich es nicht besser wüsste, dann würde ich sagen, wir nähern uns dem Elysium!"


    Schon seit Stunden ist Lucilla dabei, alles was sie sieht zu kommentieren. Grüne Wiesen, Blätterwald, Blumen, den Rhenus, Bäume, Felder, Grashalme, Steine, Hügel, Gehöfte und alles, was sich sonst neben dem Weg sehen lässt. Man könnte glauben, sie ist in einen Rausch verfallen und womöglich ist sie das sogar - in einen Germaniarausch. Jahrelang hat sie geglaubt, dass in Germania die halbe Zeit des Jahres Schnee liegt, es die andere Zeit regnet und stürmt, dass es eisig kalt ist und höchstens so hell wie in einem Tempel, in dem nur eine einzige Öllampe brennt - und dabei erschließt sich ihr nun ein Land, das ihr schöner als Hispania und Italia gemeinsam vorkommt. Einzig, dass sie noch keine wirklich große Stadt oder einen Markt gesehen haben, trübt das wunderbare Erscheinungsbild dieser Provinz ein wenig.

    Germania - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten - oder so. Das ist es also nun und Lucilla ist mittendrin, statt nur dabei. Zusätzlich hat sie auch noch die Alpen überquert und das war unglaublich. Sie hat nicht gedacht, dass es hinter diesen riesigen Bergen überhaupt noch eine Welt gibt, denn so ähnlich könnte sie sich das Ende der Welt vorstellen - mit einem großen Gebirge außen herum, damit man nicht hinunterfällt. Natürlich ist das ein dummer Gedanke, wo doch jeder weiß, dass die Welt kein Ende hat, aber das bewahrt Lucilla trotzdem nicht davor ihn zu denken - denn eine endlose Welt kann sie sich auch nicht vorstellen. Doch dass in den Alpen hinter jedem Berg ein noch größerer Berg auftaucht, das hat sie ziemlich beeindruckt. Sie hat sich gar nicht genug satt sehen können, aber irgendwann wurden die Berge dann wieder kleiner als die vorherigen, das Land wurde hügeliger, dann alsbald flacher und endete schließlich in Augusta Raurica an einem Fluss, dem Rhenus.


    "Diesem Fluss werden wir jetzt bis nach Mogontiacum folgen." erklärt Lucilla ihrem Sklaven Ambrosius. "Es kommt mir vor, als würde ich diese Strecke wie meine Schmuckschatulle kennen. Zuerst kommt ein ziemlich gerades Stück bis nach Argentorate, dann geht es bis nach Noviomagus. Anschließend macht der Fluss ziemlich viele Biegungen, zum Glück verläuft er in fast ebenem Land, so dass die Straße nicht seinem Lauf folgen muss. Nach Borbetomagus folgt dann schon gleich Mogontiacum. Zu Magnus reisen wir dann noch weiter bis Confluentes, auch einfach immer nur dem Fluss entlang. Dieses Stück verläuft der Rhenus aber durch eine enge Schlucht, der Weg folgt seinem Lauf und ist ziemlich kurvig. Erst ein Stück hinter Confluentes geht es wieder in eine Ebene. Hach, ich bin schon so aufgeregt, sicherlich ist alles ganz anders, als es auf dem Pergament aussieht. Allerdings müssen wir jetzt auf der Hut sein, hinter Augusta Raurica beginnt das düstere Germania. Halte also immer die Fackeln und die dicken Mäntel bereit."

    Obwohl es immer wieder so aussieht, als würde der Weg zwischen den Bergen enden ist dies natürlich nicht der Fall. Die Reise mit den Legionären jedoch ist auch so anstrengend genug, denn im Gegensatz zu Lucilla, die gerne gemütlich mit vielen Pausen reist, können die Soldaten fast in einem fort den ganzen Tag durchreiten. Irgendwann erwischt sich Lucilla dabei, wie sie sich Gedanken darüber macht, dass diese Reiter alle ziemlich knackige Hinterteile haben müssen und dass sie bei der nächsten Rast mal darauf achten muss. Sobald sie sich des Gedankens bewusst wird, schießt ihr sofort die Röte in die Wangen und sie zieht ihren Kopf schnell aus dem Fenster zurück in den Reisewagen, wo sie keiner sehen kann.


    Auch in der Nacht müssen Abstriche gemacht werden. Natürlich bauen die Legionäre direkt ein kleines Lager auf, aber im Gegensatz zu ihren abenteuerlustigen Brüdern und Cousins, welche dieses Leben reizen mag, findet Lucilla nichts an einem Feuer, über dem in einem kleinen Topf, der gleichzeitig Trinkgefäß ist (natürlich nicht dann, wenn er zum Kochen verwendet wird), ein matschiger Brei für das Abendessen zubereitet wird. Das war unter anderem auch einer der Gründe, weshalb Lucilla über Gallien reisen wollte, denn dort ist die Strecke besser mit Mutationes bestückt, welche man in den Alpen nur selten findet.


    Zumindest jedoch kann sie mit der Bewachung durch die Legionäre beruhigt schlafen und so geht die Reise am nächsten Tag einigermaßen ausgeschlafen weiter in Richtung Curia. Bald würden sie die Provinz Germania erreichen.


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    Von Mantua aus zieht der nun nicht mehr ganz so kleine Reisetross in Richtung Norden. Livianus will tatsächlich quer durch die Alpen reisen, es wäre zu dieser Jahreszeit immerhin völlig ungefährlich, und was bleibt Lucilla schon übrig als ihm zu vertrauen. Außerdem reisen viele Tabellarii über die Alpen und zurück, also würde sie das schon auch noch schaffen.


    "Sind wir bald da?"
    "Nein."
    Lucilla grummelt.


    Etwas später.
    "Sind wir bald da?"
    "Nein."
    Lucilla verdreht die Augen.


    Noch etwas später, aber nicht viel.
    "Sind wir bald da?"
    "Ja."
    "Tatsächlich?"
    "Nein."
    Lucilla seufzt.


    Irgendwann gibt sie es auf. Sie sitzt im Reisewagen, zieht sich ihre Palla über den Kopf und tief in die Stirn und versucht ein wenig zu schlafen.


    Eine ganze Weile später bleibt der Wagen mit einem Ruck stehen. Lucilla schreckt aus dem Dämmerschlaf hoch und hängt ihren Kopf aus dem Fenster. "Bei den Göttern! Wir sind ja schon mittendrin! Warum weckt mich denn keiner?!" Mit großen Augen schaut sie in die Landschaft, von der jedoch nicht viel zu sehen ist. Denn die Landschaft hört in einigen hundert Passus einfach auf wo sie an einem gewaltigen Berg endet. Auch voraus versperrt ein Berg den Weg und auf der anderen Seite sieht es nicht besser aus. "Atemberaubend!" Lucilla starrt immer noch nach draußen auf die Berge der Alpen, als die etwas trägen Pferde den Wagen wieder anziehen und die Fahrt weitergeht. "Aber wohnen wollte ich hier nicht, man ist ja völlig eingeengt. Sicher schlägt das aufs Gemüt."

    Es waren einige Tage vergangen, nachdem Lucilla samt ihres Reisewagens im Lager der Legio I angekommen war. Nun ist es Zeit, Abschied zu nehmen. Lucilla fällt das natürlich nicht schwer, denn der einzige, von dem sie sich nur schwer trennen würde, ist Livianus und der reist mit ihr mit. Samt der halben Legion - wie es Lucilla scheint. Sie hat natürlich keine Ahnung, wie groß eine Legion eigentlich ist und es bleiben eine Menge Soldaten im Lager zurückbleiben, aber die Sodaten der Turma, die ihren Reisetross nun begleiten sind ihr schon viel zu viele. Nur gut, dass sie in ihrem Reisewagen sitzt und sich von diesen ganzen Legionären nicht stören lassen muss. Ein weiterer Vorteil ist außerdem, dass man mit so einer Truppe keine Probleme auf engen Straßen mit Gegenverkehr hat - gegen eine Legion würde sich kein Wagen stellen, und auch Räuber würden schlechte Karten haben.


    Wenn Ambrosius dann mundfaul werden würde, dann könnte sich Lucilla auch immer einen Legionär neben den Wagen holen und sich mit diesem unterhalten. Natürlich hat sie nicht viel Hoffnung, dass dabei viel herauskommt, aber ein Versuch ist es allemal wert.


    Ungeduldig blickt sie aus dem Reisewagen heraus, ob es an der Spitze des Zuges nicht endlich vorwärts geht. Und tatsächlich, nur wenige Minuten später setzt sich alles in Bewegung und Lucilla rückt samt ihrer halben Legion ab - und samt der von Livianus natürlich auch. :]


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