Beiträge von Herius Claudius Menecrates

    Als der Wunsch nach einer Erfrischung fiel, gab Menecrates durch ein Zeichen einem der Haussklaven zu verstehen, er möge das Gewünschte besorgen. Anschließend nahm er die an ihn gerichteten Wünsche entgegen, wehrte aber die Überbringung der Dankbarkeit ab. Er hob beide Hände und obwohl gerade noch ein kleines Lächeln um seine Lippen spielte, wurde er nun ernst.
    "Die Familie muss immer zusammenhalten", gab er als erste und für ihn wichtigste Lektion fürs Leben weiter. "Nichts hat Vorrang vor der Familie." Dies stellte seine zweite Leitlinie dar. "Es ist also selbstverständlich, dass ich dich aufnehme und fördere." Er wies auf eine Sitzecke, in der um einen Beistelltisch mehrere Korbsessel standen. "Gleiches gilt natürlich auch für die Sklaven. Ich nehme an, sie sind bereits untergebracht." Zumindest erwartete er das selbstständige Organisieren derlei Sachen von seinem Hauspersonal.

    Er ließ sich in einem der Sessel nieder und lehnte sich bequem an. Währenddessen überlegte er, ob er wohl Zeit für Privatpost fand, musste dies aber verneinen. "Lucius, ich wäre dir sehr verbunden, wenn du selbst deine Mutter auf dem Laufenden hältst. Ich stecke aktuell mitten in der Organisation eines Wagenrennens und habe außerdem jeden Tag eine Ermittlungskommission im Haus. Das bedeutet viel Arbeit und Privates steht derzeit weit hinten an. Ich schlage auch vor, ich lasse dich in Ruhe ankommen und selbst bestimmen, wann du für dein Lehrjahr bereit bist. Das eine oder andere werden wir vorher besprechen müssen."


    Eine Haussklavin kam und brachte Getränke der verschiedenen Art. Marcellus würde wählen können.

    Das Feld sprengte in die letzte und entscheidende Runde des Wettkampfes. Bereits auf der Hinstrecke mobilisierten alle Fahrer noch einmal die letzten Kräfte ihrer Pferde. Zunehmend sah es so aus, als wollte jeder einzelne vor allem seinen Platz halten als noch einmal angreifen mit dem Risiko, das Wagnis mit einem Abrutschen zu bezahlen. Aber auf der Rückstrecke konnte sich noch alles ändern und dementsprechend gespannt verfolgten die Zuschauer den Antritt der Gespanne nach dem Umrunden des Obelisken. Die Strecke bis zur Ziellinie lag allen vor Augen, als der Venetafahrer noch einmal alles nach vorne warf. Er rückte an den führenden Sotion heran und beide Gespanne flogen förmlich dem Ziel entgegen. Der Schlussspurt des Blauen reichte der kurzen Strecke geschuldet nicht aus, noch etwas an der Reihenfolge zu ändern.


    Ein Herold verkündete unmittelbar nach dem Einlauf den Sieger:
    "Sieger der diesjährigen Equirria ist: Sotion aus der Factio Aurata. Der Consul gratuliert dem glücklichem Gewinner!"


    Die Glückwünsche überbrachte Menecrates dann noch einmal persönlich. Außerdem überreichte er die Siegprämie.


    Reihenfolge nach Runde sieben - der Endstand:
    1) Sotion AURA
    2) Hamiris VEN
    3) Perikles ALB
    4) Proteneas RUSS
    5) Menekles von Thiria PUR
    6) Syennesis PRAE

    "Mir gefällt deine spontane Idee nach wie vor. Wir müssen nur die praktikabelsten Modalitäten finden." Er warf erneut einen Blick auf die Tafel und begann mit der Äußerung erster Festlegungen.


    "Jede Factio ist gehalten, ihren jüngsten Fahrer anzumelden, um das Rennen als Nachwuchsrennen deklarieren zu können. Damit haben wir eine Altersobergrenze festgelegt, die zwar variabel, aber vermutlich für alle akzeptabel ist. Ich halte es darüber hinaus für notwendig, eine Untergrenze festzulegen, denn zum Beispiel bei der Praesina befinden sich zwei Fahrer im Kader, die zum Nachwuchskader gehören. Der eine ist bisher nur bei einem Freundschaftsrennen gestartet, wo es um nichts ging und bei einem weiteren Rennen gegen seine eigenen Rennstallgefährten. Der andere ist über Trainingsrennen noch gar nicht hinausgekommen. Mir ist das Risiko zu groß, derart Unerfahrene in ein Feld zu schicken, bei dem jeder einzelne ein erbitterter Gegner ist. Auf frühzeitige Todesfälle kann ich gerne verzichten."
    Er studierte die Tafel erneut und las laut vor.
    "Der Jüngste der Russata ist elf Rennen gefahren, der Jüngste der Albata sieben, der Jüngste der Aurata vier, der Jüngste der Veneta sieben, der Jüngste der Purpurea ... tja, sind alle gleichalt und liegen zwischen drei und sechs Rennen und bei der Praesina wäre der Jüngste erst ein Trainingsrennen gefahren." Er blickte auf.


    "Wie gesagt, sowohl vom Alter, er ist fünfzehn, als auch von der Erfahrung, werde ich diesen Nachwuchsfahrer gewiss nicht fahrlässig gefährden. Ich schlage vor, eine Mindestanzahl von vier absolvierten Rennen muss der gemeldete Fahrer aufweisen. Drei würde auch noch gehen, fünf wäre zu viel."


    Nun studierte er Flavius' Gesicht, um die Antwort vorab zu erraten.

    Die bisherigen Schilderungen halfen dem Consul wenig, diesen Tolmides richtig einschätzen zu können. Er sollte angeblich von den Aufständischen niedergeprügelt worden sein, andererseits verfügte er über weitreichende Einblicke und gleichzeitig war er untergetaucht - ais welchen Gründen auch immer. Eine Befragung konnte sich als Nullnummer herausstellen, aber sie barg die Chance auf neue Informationen.
    Die Aussicht, eine gänzlich neutrale Person befragen zu können, befürwortete er ebenfalls, sofern eine solche ermittelt werden konnte.


    "Dann schlage ich vor, wir schließen die heutige Sitzung mit dem Auftrag an dich, Tiberius, nach Möglichkeit sowohl eine neutrale Person der Subura als auch jenen Tolmides ausfindig zu machen und uns zu präsentieren. Vielen Dank, meine Herren!"


    ____________________________________



    Der nächste Arbeitstag der Kommissionsmitglieder begann mit einer Neuauflage des Themas 'Erste Anzeichen für den nahenden Aufstand'. Nach der Befragung der Varia verglich der Consul zu Hause angekommen noch einmal die Aussage mit dem bisher festgehaltenen Datum.


    "Meine Herren, ich begrüße euch. Bevor wir unser Tagesgeschäft in Angriff nehmen, möchte ich noch einmal zurück zu einem alten Thema. Mir sind im Anschluss an die Befragung der Varia Unstimmigkeiten in Bezug auf das erste Glimmen der Unruhen vor der Eskalation aufgefallen. Nach wie vor halte ich die Ermittlung dieses Zeitpunktes für wichtig, weil die Stimmung in Rom zu dieser Zeit ausschlaggebend für die Entscheidung vieler Bewohner war, sich dem Aufstand anzuschließen.


    Halten wir noch einmal fest: Für den Ausbruch des Aufstandes haben wir mit der Ausrichtung der Flavischen Spiele ein unverrückbares Datum.

    Sim-Off:

    Ich meine, erst ab hier lief es an.

    Nach Aussage der Varia begannen ihre Taten etwa ein halbes Jahr zuvor.

    Sim-Off:

    Hier


    Wir haben allerdings ..."
    Er nahm die bereitgelegte Tafel zu Hand, "... dieses Datum notiert." Er hielt die Tafel hoch und tippte auf sie.

    Zeitpunkt der Entstehung:
    ANTE DIEM V KAL AUG DCCCLXVII A.U.C. (28.7.2017/114 n.Chr.) oder wenig früher


    Anzeichen
    Morde mit individueller Täterhandschrift (Siegelringe im Hals)


    Welche Aussage beinhaltet diese Täterhandschrift?



    "Das ist nicht nur ein wenig unstimmig, das stimmt überhaupt nicht. Ein halbes Jahr ist die Hälfte meiner Amtszeit. Die Spiele lagen in etwa in der Mitte meiner Amtszeit, also mussten die ersten Morde am Anfang meiner Praetur gelegen haben." Er ließ die Erkenntnis nur kurz wirken, dann richtete er den Blick auf den Tribun. "Petronius, ließe es sich einrichten, in den polizeilichen Akten noch einmal nach der Aufnahme von Morden um diesen früheren Zeitraum herum suchen? Vielleicht standen den Kohorten dort Zeugen zur Verfügung, die uns heute nützlich sein können."

    Sim-Off:

    Die CU hat beim ersten Mord ermittelt und es gab Zeugen.

    Menecrates, der soeben nach einem heruntergefallenen Griffel angelte, richtete sich auf und drehte sich zur Tür.
    "Marcellus also", erwidert er mit einem Lächeln. "Ja, er wird bereits erwartet", fügte er an, aber mehr in Richtung des jungen Mannes, der noch weitgehend verdeckt stand, als zu Magrus. Er legte den Griffel zur Seite und schritt Richtung Tür. Als er freie Sicht hatte, grüßte er direkt.
    "Willkommen Lucius! Lass uns ins Atrium gehen, dort vergesse ich eher die Pflichten und kann mich ganz auf dich konzentrieren. Wie steht es um deinen Hunger und deinen Durst?" Währenddessen überlegte er, wie wohl die genaue bezeichung ihrer Verwandtschaft lautete. Fest stand, Marcellus war der Enkelsohn seines Lieblingsbruders.


    Sim-Off:

    Wir sind bereits ins Atrium geschoben worden. ;)

    Es entsprach nicht Gepflogenheiten in der Villa Claudia, dass jemand unaufgefordert Arbeits- oder Schlafräume betrat. Bei diesen Räumen handelte es sich um private Rückzugsorte, die nicht der gesamten Familie uneingeschränkt zur Verfügung standen. Gerade wenn der Hausherr arbeitete, wollte er nicht gestört werden und falls dies unumgänglich war, wollte er selbst entscheiden, wann er Einlass gewährte. Dementsprechend verärgert blickte er von seiner Arbeit auf, als die Tür aufgestoßen wurde. Gezeter, das durch die verschlossene Tür drang, ging dem Treiben voraus.
    Menecrates kam nicht dazu, sich zu äußern, weil das Auftreten seines Leibwächters eher Anlass zur Sorge bot. Er senkte das Schreibgerät und legte es im Zeitlupentempo auf der Tischplatte ab. Sein Blick hing an Marco, der Morrigan ungewohnt zügig ins Zimmer schob und begann, sie zu entkleiden. In dem Maße, wie Morrigans entblößter Oberkörper sichtbar wurde, legte sich Menecrates' Stirn in Falten, bis ihm schlagartig der Zweck der Aufführung bildhaft vor Augen stand. Er starrte auf das Brandzeichen, als auch Faustus ungefragt das Arbeitszimmer betrat.
    Noch bevor Menecrates sich fassen konnte, warf sich Morrigan auf den Boden. Was sie sagte, stand für ihn in keinem Zusammenhang mit dem soeben Gesehenen. Ihn beschäftigte die Frage, woher plötzlich dieses Brandmal kam.


    "Kann mir das irgendwer erklären?!", fragte er in gereiztem Tonfall. Er blickte von Marco zu Faustus, wobei sich sein Zorn auf das Brandmal richtete und nicht auf die Personen. "Ich möchte, dass du aufstehst, Morrigan", fügte er deswegen in gemilderten Tonfall an.

    Der Consul nickte zum Zeichen, dass er Tiberius' und Petronius' Wortmeldungen verstanden hatte und sich beiden Männern anschloss, Tolmides vorzuladen. Da allerdings sah er ein Problem. Zunächst wandte er sich aber an die Zeuginnen.
    "Wir danken für die Aussagen und ihr seid hiermit entlassen."


    Er wartete, bis die Frauen die Tür hinter sich schlossen, bevor er das erkannte Problem anging.
    "Uns wurde eine Magda benannt. Allerdings weiß ich nicht, ob es Sinn macht, sie ausfindig zu machen. Ich erwarte, um ehrlich zu sein, nicht allzu viel Neues mehr von Zeugen, die weitgehend unbeteiligt waren. Dieser Tolmides erscheint mir aber interessant, weil er offensichtlich über andere Einblicke verfügt. Allerdings sehe ich mich außerstande, ihn einzuladen, weil er untergetaucht ist und somit keine feste Adresse hat. Tiberius", der Consul blickte zum Trecenarius, "du verfügst doch sicherlich über Möglichkeiten."


    Die Unterstellung beinhaltete eine Frage und dementsprechend erwartungsvoll schaute Menecrates den Tiberier an.

    Die Zuschauer folgten in unterschiedlicher Weise den Vorgängen im Sand. Während die einen atemlos und in Erstarrung der Dinge harrten, feuerten andere das Geschehen lautstark an. Je näher die Raubtiergruppe dem Käfigrund kam umso weiter rückten die Verurteilten nach hinten, bis das Gitter jeden weiteren Rückzug unterband. Dem Unausweichlichen bewusst, sanken viele in den Sand und begannen zu beten. Das nahm der Aktion die Dramatik, weswegen Helfer die Männer und Frauen von außen durch das Gitter stachen. Alle rückten ein Stück ab, einige wandten sich um. Die Unruhe übertrug sich auf die Löwen, die beide ihr Tempo beschleunigten, um dann in der Mitte des Käfigs zu verharren. Ihr Kopf senkte sich und ihr Blick wurde lauernd.
    Es musste sich um ein Brüderpaar handeln, zumindest wirkten sie eingespielt. Während der eine frontal auf die Gruppe zuschlich, beschrieb der anderen einen Bogen und näherte sich den Verurteilten seitlich. Die Löwen brauchten keinen Blick der Verständigung, um gemeinsam anzugreifen. Sie verharrten nur kurz, dann spannten sich ihre Muskeln und beide sprangen zugleich auf die in vorderster Reihe Stehenden. Schreie erklangen, viele Gefangene wichen zur noch freien Seite aus, zwei lagen am Boden und versuchten die Reißzähne in hilflosen Gesten abzuwehren. Während einer alsbald erschlaffte, weil der Löwe einen Kehlbiss setzte, begann der andere Löwe, sein Opfer seitlich aufzureißen.
    Der Blutgeruch lockte den Tiger an.

    Die Sonnenstrahlen erwärmten die Luft und ermutigten einige Vögel, mit vorfrühlingshaftem Gezwitscher zu beginnen. Im nahen Umfeld des Marsfeldes hörte man sie nicht, die Zuschauer überstimmten sie. Der Kampf um Platz zwei und drei ging in eine neue Runde. Der führende Sotion schien ungefährdet, weil Hamiris und Perikles sich vollständig auf den Zweikampf konzentrierten. Die Ablenkung nutzte der Vierte im Feld aus, aber Proteneas vermochte es nicht, an den Streithähnen vorbeizukommen. Wie es schien, lagen sowohl die Erfahrung der Fahrer als auch die Kondition der Pferde im Gleichgewicht, weswegen sich das Ringen über die gesamte Runde hinzog. Zumindest eingangs der letzten Runde lag das Gespann des Blauen eine Nasenspitze vorn.


    Die Reihenfolge nach Runde sechs:
    1) Sotion AURA
    2) Hamiris VEN
    3) Perikles ALB
    4) Proteneas RUSS
    5) Menekles von Thiria PUR
    6) Syennesis PRAE

    Die Pflicht lenkte am heutigen Tag die Schritte des Consuls in das Senatsgebäude. Gleichfalls sorgte das von ihm selbst auferlegte Leistungssoll dafür, sich nochmals vor das Gremium zu stellen, um den einmal in Angriff genommenen Vorstoß zur gesetzlichen Regelung von Wagenrennen irgendwie zu einem Ende zu bringen. Er wirkte ein wenig gelangweilt, aber nicht Langeweile, sondern Ernüchterung füllte ihn aus. Beim Sortieren der Unterlagen blickte er nicht auf. Als er die Stimme erhob, klang das Gesagte wie beiläufig, so als würde es sich um abgenutzte, stets wiederkehrende Formulierungen vor Gericht handeln, die der Vortragende nur herunterratterte, aber nicht mehr bewusst vortrug.


    "Werte Senatoren, wir haben uns heute zusammengefunden, um im zweiten Anlauf ein Regelwerk für Wagenrennen aufzustellen. Das Ganze wird in zwei Schritten ablaufen."
    Plötzlich wurde ihm bewusst, dass der Saal eine Vielzahl an Senatoren barg, die entmutigt wie er, lustlos wie er und resigniert wie er, trotzdem regelmäßig hierher kamen, um der Pflichterfüllung gerecht zu werden - auch wenn sie ihre Stimme seit Monaten oder Jahren nicht mehr erhoben. Sie verdienten es nicht, dass er sie in wenig wertschätzender Weise behandelte. Er atmete einmal durch und richtete seinen Blick auf all jene Verstummten, als er fortfuhr.


    "Je nachdem, wie wir heute vorankommen, wird der Paragraf vier noch heute oder erst morgen besprochen. Er beinhaltet die Verträge bei Wagenrennen, die Leistungspflichten und die Entschädigung.
    Wir beginnen mit den Paragrafen eins bis drei. Wie ihr seht, lasse ich bereits den Entwurf verteilen. Außerdem wird er vorgetragen."


    Für den Vortrag hatte sich der Consul einen Helfer zur Seite gestellt. Dadurch blieb ihm Zeit, die Reaktionen der Senatoren detailliert wahrzunehmen.


    Gesetz zu Wagenrennen und deren Durchführung


    § 1 Wagenrennen
    (1) Wagenrennen werden mit speziell umgebauten Streitwagen durchgeführt, die mit zwei (Biga) oder vier ( Quadriga) Pferden bespannt und von einem Wagenlenker geführt werden. Die Wagen sind besonders für diese Art der Bewegung gebaut und ausgestattet.
    (2) Sie werden in einer speziell vorbereiteten Örtlichkeit durchgeführt, die gesondert gesichert und kreis- oder ellipsenförmig ist.
    (3) Ein Wagenrennen (Missus) besteht grundsätzlich aus sieben Runden (Curricula, je ca. 1200m) um die Wendepfeiler (Metae). Ein Wagenrennen hat einen Sieger, der grundsätzlich eine entsprechende Ehrung durch den Veranstalter erhält.


    § 2 Öffentliche Wagenrennen
    (1) Als öffentliche Wagenrennen gelten jene Veranstaltungen, die auf Veranlassung eines Magistraten, dem Imperator Caesar Augustus, des Senates oder einer anderen öffentlichen Stelle durchgeführt werden.
    (2) Öffentliche Wagenrennen können an einen durchführenden Veranstalter vergeben werden. Dieser ist durch einen Veranlassenden zu autorisieren und öffentlich zu benennen.
    (3) Die Kosten trägt der Veranstaltende.
    (4) Öffentliche Wagenrennen sind in öffentlichen Arenen durchzuführen.
    (5) Der Veranstalter haftet für Schäden.


    §3 Nichtöffentliche und private Wagenrennen
    (1) Als private Wagenrennen gelten alle nicht öffentlichen Wagenrennen.
    (2) Diese Wagenrennen sind durch den Praefectus Urbi oder einen seiner Vertreter genehmigungspflichtig. Sie dürfen nicht in öffentlichen Arenen durchgeführt werden.
    Außerhalb Roms sind sie nicht genehmigungspflichtig.
    (3) Diese Wagenrennen müssen in sicheren, wohl errichteten Anlagen betrieben werden, die dem Standard eines Rennens entgegenkommen.
    (4) Der Veranstalter haftet für Schäden.

    Nach der weitgehend langweiligen vierten Runde folgte ein nennenswerter Anzug des weißen Fahrers. Perikles zog das Tempo derart hoch, dass keiner der anderen mithalten konnte. Es stellte sich die Frage, wer seine Plätze trotz des Angriffs halten konnte und wer sich geschlagen geben musste. Proteneas, der Fahrer aus der Russata, musste bereits auf der ersten Strecke der Runde fünf seinen Rang aufgeben. Es entspannte sich daraufhin ein Zweikampf zwischen dem angreifenden Perikles und dem verteidigenden Hamiris um den zweiten Platz. Beide Fahrer trieben ihre Pferde zu Höchstleistungen an, was zwei Runden vor dem Ziel das Risiko der Kraftverschwendung barg. Der Glückliche am Ende fuhr in weißer Farbe. Blau rutschte ab. Der Vorsprung des führenden Sotion aus der Aurata reichte aus, um seinen Platz halten zu können und auf den hinteren Plätzen passierte nichts.


    Die Reihenfolge nach Runde fünf:
    1) Sotion AURA
    2) Perikles ALB
    3) Hamiris VEN
    4) Proteneas RUSS
    5) Menekles von Thiria PUR
    6) Syennesis PRAE

    Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus
    Nicht einmal die volle Besetzung des Curus Honorum war ihm geläufig, doch zumindest die Ämter der um ihn her Anwesenden, so dass Consul Claudius in zweierlei Hinsicht für den Beginn gepflegter Konversation sich anbot. Der Flavier hob darob sein Glas mit Wein und prostete Menecrates zu.
    "Auf diese neuerliche Verbindung der Claudia und Flavia, möge sie gedeihlich und fru'htbar sein. Wie ich hörte verläuft das Amtsjahr unter deiner Ägide überaus erfolgreich, Consul Claudius."
    Tatsächlich hatte Gracchus kaum davon gehört - im Grunde nur jene Details, welche Minor bei seinem Besuch in Baiae hatte erwähnt -, doch wäre es anders gewesen, so hätte Prisca am vorigen Abend zweifelsohne ihn vor einem Fauxpas gewarnt.


    War es Silanas Ellenbogen, der ihn gerade in die Seite traf oder machte ihn irgendein anderer darauf aufmerksam, dass ihm gerade zugeprostet wurde? Der Consul blickte sich suchend um, denn er wollte nicht als unhöflich gelten, nur weil er gedanklich wo anders weilte. Sein Blick streifte den Vater seines Quaestors und obwohl schon an ihm vorbei, glitt er wieder zurück. Er verstand die Geste mit dem erhobenen Becher und bemerkte den auf ihn gerichteten Blick, bevor Worte seine Vermutung endgültig bestätigten. Einen Becher hielt Menecrates nicht, er grüße mittels Kopfnicken zurück.
    "Ja, es sind gute Verbindungen zwischen unseren Gentes und auch diese möge unter dem Seegen der Götter stehen."

    Er wusste nicht einzuschätzen, ob der Consular Flavius die Bemerkung über das aktuelle Amtsjahr nur aus Höflichkeit nachschob oder ob Interesse dahinter stand. Die beiden Männer schritten selten auf gleichen Wegen und der Kontakt gestaltete sich eher dürftig. Umso mehr wog die positive Darstellung der Amtszeit.
    "Insgesamt bin ich zufrieden, aber besser geht es immer", erwiderte er freundlich. "Die Ludi Palatini haben mir viel abverlangt, während dein Sohn für mich eine wahre Freude ist. Ein junger Mann, der sich vortrefflich entwickelt hat. Ich wäre stolz auf einen solchen Sohn."
    Da Silana in seinem Rücken stand und er sich für den Anrempler bedanken wollte, trat er zur Seite und gab den Blick auf seine Enkelin frei. "Das ist im Übrigen die Schwester der Braut, meine Enkelin Silana.
    Silana, das ist der Vater von Gracchus Minor."
    Eine Erklärung musste er nicht anfügen, es lagen genügend Begegnungen der freiwilligen und unfreiwilligen Art zwischen Silana und Minor vor.

    Die Wolkendecke riss auf und die Sonne versandt einzelne Strahlen zur Erde. Sie entschädigte für das, was an Spannung auf der Bahn fehlte. Diese Runde ereignete sich nichts außer dem halten des jeweiligen Platzes. Hamiris zeigte besonders wenig Anstrengung, fiel auch ein kleines Stück zurück, aber sein Vorsprung reichte aus, um den zweiten Platz zu halten. Auf den hinteren Rängen bemühten sich alle Fahrer, den Rückstand zur Spitze zu verkürzen. Menekles rückte sichtlich auf Perikles auf und Syennesis versuchte, das Tempo mitzuhalten. Vielleicht brachte die nächste Runde mehr Spannung in den Lauf.


    Die Reihenfolge nach Runde vier:
    1) Sotion AURA
    2) Hamiris VEN
    3) Proteneas RUSS
    4) Perikles ALB
    5) Menekles von Thiria PUR
    6) Syennesis PRAE

    Der Consul wunderte sich ein wenig, warum einzelne Factiones - zuletzt als recht lautstark aufgefallen - dieses Mal eher unscheinbar blieben. Natürlich konnte dies am aktuellen Platz des zugehörigen Fahrers liegen, obwohl ein guter Fan auch dann anfeuerte, wenn alle Hoffnung bereits am Boden lag. Möglicherweise fröstelte der eine oder andere Zuschauer und bekam deswegen keinen Laut heraus.
    Er blickte zu den Rängen, wo er die Unterstützer des grünen Rennstalls wusste. Von ihnen erhoffte er sich Stimmung, was er durch ein aufmunterndes Kopfnicken andeutete.
    "Flavius Minor, Faustus, welches des Gespann wird nach eurer Einschätzung als erstes durch das Ziel fahren?"


    Während er den Männern Zeit für Überlegungen einräumte, verfolgte er das Geschehen auf der Bahn. Perikles, der Verlierer der zweiten Runde, schien sich gefangen zu haben und machte Boden gut. Er attackierte Menekles, der sich lange zur Wehr setzte, doch kurz vor dem Ende der dritten Runde musste der den Weißen ziehen lassen.


    Die Reihenfolge nach Runde drei:
    1) Sotion AURA
    2) Hamiris VEN
    3) Proteneas RUSS
    4) Perikles ALB
    5) Menekles von Thiria PUR
    6) Syennesis PRAE

    Schlauer wurde der Consul durch die Antwort nicht. Er befragte hier auch eine Sklavin und nicht seinen Sekretär, daher konnte er nachvollziehen, dass Daten wenig im Mittelpunkt der Taten gestanden haben. Er drehte sich zu den Kommissionsmitgliedern um und fragte sie in gesenktem Tonfall.
    "Ich habe die Aussage so verstanden, dass tatsächlich die Morde der Auftakt waren. Demnach müssten wir unseren bisher angenommenen Zeitpunkt des ersten Schwelens nicht nach vorn versetzen, zumal die Befragte auch kein Datum benennen kann. Sieht das jemand anders?" Er blickte von einem zum anderen. "Stellen sich sonst noch irgendwelche Fragen?"