In Abwechslung mit Hinrichtungen, sportlichen und musikalischen Darbietungen sowie Pausen für das leibliche Wohl fanden die Vorläufe zu den Wagenrennen im Circus Maximus statt. Die Reihenfolge der Vorläufe und die Zusammenstellung wurde ausgelost. Was nicht dem Zufall überlassen wurde, war die Tatsache, dass jeweils alle Fahrer einer Factio in einem der Vorläufe starten mussten. Die Herolde erklärten den Zuschauern das System der diesjährigen Rennen.
"Werte Rennfreunde! Wir erleben drei Vorläufe und morgen das Finale. Damit das Finale für ALLE Fans der Rennställe interessant bleibt, soll jede Factio vertreten sein. Das bedeutet, es zieht der jeweils beste Fahrer JEDER Factio ins Finale ein.
Das bedeutet weiterhin, dass allle Fahrer einer Factio in einem Vorlauf starten. Der Beste ist automatisch weiter.
Begrüßt mit uns die Wagenlenker, die mit ihren Gespannen eine Ehrenrunde drehen und sich euch vorstellen wollen!"
Beiträge von Herius Claudius Menecrates
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Etwa mittig der langen Sandbahn hielt der Wagen des Consuls. Mehrere Herolde strömten aus und positionierten sich zu beiden Seiten der Spina und entlang der Bahn. Ihnen lagen die Begrüßungsworte des Ausrichters dieser Spiele vor und sie lasen von Wachstafeln ab, während Menecrates sich große Mühe gab, mit seiner Stimme so viel wie möglich Zuschauer persönlich zu erreichen.
"Werte Ehrengäste, werte Senatoren, meine Freunde und Bürger Roms, all ihr Zugereiste! Ich begrüße euch alle herzlich zu den Ludi Palatini!"
Er hob seine Arme, um einen optischen Gruß zu jenen zu senden, die ihn nicht hören konnten. Es dauerte eine Weile, bis der Jubel abschwoll und Menecrates fortfahren konnte."Es ist so weit, wir erleben in Kürze aufregende Wagenrennen. Drei Vorläufe werden uns begeistern. Zwischen den Läufen werden uns Athleten, Komödianten und verschiedene Hinrichtungen unterhalten. Allem vorangestellt wird die Hinrichtung der Rädelsführerin des letztjährigen Sklavenaufstandes.
Nehmt von meinen Spenden. Lasst euch kulinarisch verwöhnen und gut unterhalten!
Doch nun der Worte genug: Ich erkläre hiermit die Ludi Palatini für eröffnet!"Beifall brandete auf, während diejenigen, die noch saßen, von ihren Sitzen aufsprangen. Unter Jubelrufen zogen die Pferde an und der Wagen des Consuls fuhr an jenen vorbei, die er bisher nicht mit einem Winken begrüßen konnte. Die Herolde platzierten sich an den Stellen, wo entlang der Rennstrecke auch die Schiedsrichter standen. Sie sollten die Vorgänge kommentieren und Ankündigungen machen.
Als der Consul seinen Platz eingenommen hatte, traten die Herolde in Aktion.
"Die Sandbahn betritt nun: Varia - die schlimmste Bedrohung für unser Imperium und unseren Kaiser, angeklagt und zum Tode verurteilt, eskortiert von unseren verlässlichen Soldaten."
Eines der Tore öffnete sich.
Sim-Off: Spenden über die WiSim
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Welche Möglichkeit gibt es, die Aurata spielregelkonform bei den Ludi mit allen ihren Fahrern antreten zu lassen? Livianus ist klar, er ist auch angeschrieben. Und sonst?
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Ich muss das Angebot leider zurückziehen. Tut mir leid.
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Der Titel passt super auch zu meinem Anliegen, daher schreibe ich hier dazu. Ich hoffe, das ist okay!?!
Ich bitte angesichts des Zeitmangels darum, meine Anfrage in diesem Thread vom Narrator zeitnah zu beantworten. Ich habe Livianus mehrfach kontaktiert, zuletzt wegen der Untersuchungskommission. Eine Antwort kam leider nicht.
Da ich aber behaupten kann, zu aktiver Zeit ein recht gutes Verhältnis zum Spieler gehabt zu haben, glaube ich, er könnte mit dem Deal (Lenker gegen "Wachhalten der Aurata" plus Neulenker) einverstanden sein. Parallel dazu schreibe ich ihm trotzdem eine PN.
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Ein Bote gab die Nachricht ab.
Ad
Dominus Factionis Auratae
Marcus Decimus Livianus
Domus Factionis Auratae
Roma
Mein geschätzter Livianus,
ich hatte bisher wenig Glück, dich persönlich anzutreffen, daher denke ich, der Postweg ist effektiver.
Zwar gäbe es einige private und auch politische Themen, die ich sehr gerne mit dir bei einem Becher Wein erörtern würde, doch heute geht es mir ausschließlich um unser beider Aktivität in verschiedenen Factiones.
Sehr zu meinem Bedauern hat die Aurata nicht an dem Wagenrennen während meines Wahlkampfes teilgenommen. Und noch mehr bedaure ich, dass auch zu den Ludi Palatini keine Meldung von Lenkern für die Aurata eingegangen ist.
Nach einiger Überlegung kam mir daher ein Gedanke, der möglicherweise dir und mir weiterhelfen kann.Die Aurata besitzt drei erfolgreiche Wagenlenker, von denen jedoch keiner an seiner Karriere weiterarbeiten kann, da sie nicht starten. Ich bin seit kurzem Mitglied der Praesina und wir besitzen keinen einzigen erfahrenen Lenker.
Ich möchte dich daher - unserer alten Freundschaft willen - um einen Gefallen bitten. Ich würde dir sehr gerne den Lenker Tanco abkaufen.Als Gegenleistung - freilich zusätzlich zu einem von dir genannten Preis - würde ich diejenigen Teile der Aurataverwaltungsarbeit übernehmen, die eine Teilnahme der Fahrer bei Rennen gewährleistet, sodass deine Factio Erfolge verzeichnen kann und in aller Munde bleibt.
Ich sichere dir außerdem zu, einen neuen Lenker auf eigene Kosten für die Aurata zu erwerben, der die Lücke, die Tanco hinterlässt, wieder schließt.Ich wäre sehr erfreut, wenn du mir aus meinem Dilemma helfen könntest und ich möglicherweise aus deinem. Ich erwarte mit Freuden deinen Preis und eine positive Nachricht.
Hochachtungsvoll
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gez. H. Claudius Menecrates
ANTE DIEM XVI KAL FEB DCCCLXVIII A.U.C. (17.1.2018/115 n.Chr.)
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Je näher die Eröffnung rückte umso größer wurde das Gedränge auf den Tribünen. Manch ein verwegener Mann nutzte die Enge und drückte sich fest an die Seite seiner oft unbekannten Nachbarin. Zum Abrücken hatte sie keine Chance: Entweder bremste ihr Nachbar auf der anderen Seite oder sie saß am Ende der hölzernen Sitzreihe. Wer würde wohl mit wem flirten?
Immer noch drängten einfaches Volk, Unfreie und Wohlhabende in dem Circus, hektisch liefen die letzten Vorbereitungen. Auch die Zuschauer wollte sich nicht beruhigen, denn sie hatten schon lange den Spielen entgegengefiebert. Jeder von ihnen sehnte die willkommene Ablenkung von seinem mühsamen Tagesgeschäft herbei.Endlich öffnete sich das mittlere Haupttor des Circus. Aus ihm quoll ein Pulk an Sängern und Musikanten, die den Zug ausgewählter Götterbilder und allen voran eine Büste des Augustus begleiteten. Die Bilder der Götter und die Büste wurden auf Bahren und Thronen getragen, die Attribute der Götter auf kostbaren Wagen gefahren, die von Maultieren, Pferden und Elefanten gezogen wurden. Zahlreiche Priesterschaften begleiteten sie. Statuen, Altäre und die Gestelle wurden zusätzlich auf der Spina platziert, die damit ihre endgültige Ausstattung erhielt.
Ihnen allen folgte der Consul als Ausrichter der Spiele auf einem bunt geschmückten Wagen. Das Gespann bestand aus zweimal vier Pferden - ebenfalls bunt geschmückt. Liktoren und Sklaven befanden sich an seiner Seite. Verschiedene größere und kleinere Preise wurden für die Zuschauer gut sichtbar hochgehalten. Das Publikum erhob sich von den Plätzen, klatschte und jubelte. -
Zitat
Original von Herius Claudius Menecrates
Mir ist nicht klar, ob und wer hier erwartet wird, ob jeder erst über die Hauptwache musst oder ob das ein ausschließlich kaiserinterner Opferakt ist. Es wird zwar von einem öffentlichen Gebäudeteil gesprochen, aber mir zumindest ist das Vorhaben unklar.
Bevor es übersehen wird, hole ich es noch mal vor. -
Mehrere Opfertiere mussten begutachtet werden, was längere zeit in Anspruch nahm. Nach einer gefühlten Ewigkeit erklang das sehnlichst erwartete "Litatio" . Das Fleisch wurde zerteilt, den Göttern geopfert und ein Teil an Priester und Anwesende verteilt.
Ein wichtiger Schritt an diesem Tag lag hinter dem Consul, ein weiterer wartete noch auf ihn: der Gang zur Tiberinsel. Abschließend wollte Menecrates dem Veiovis und dem Aesculapius in ihren jeweiligen Tempeln gedenken.Er blickte zu Faustus, der ihn sicherlich begleiten würde, ebenso vermutlich der Quaestor Consulum.
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Zeitgleich wurden Götterstatuen und Bilder vom Capitol in Richtung Circus Maximus getragen oder gefahren und auf der Spina platziert. An jedem ihrer Enden standen drei Malzeichen in Form eines Kegels aus vergoldeter Bronze, so auch heute.
Nach und nach füllten sich die Ränge im Circus. Männer und Frauen saßen gemischt. Es herrschte eine fiebrige Stimmung auf den Rängen. Manche Gäste verweilten zwar noch in den Tavernen, in der Nähe der Eingänge, und labten sich an den kostenlos bereitgestellten Erfrischungen und Kleinspeisen, aber auch sie nahmen bald die Plätze ein, ebenso das Preisgericht.
Die besten Plätze in unmittelbarer Nähe zur Rennbahn standen den Senatoren und Rittern zur Verfügung. Hier reichte es, kurz vor beginn der Eröffnung zu erscheinen, weil niemand um die Plätze kämpfen musste. Die Loge des Kaisers stand im Augenblick noch leer. Bei dessen Erscheinen würde sich die Menge von den Plätzen erheben und jubeln, Tücher schwenken und Grußworte rufen.Der Consul, als Ausrichter der Ludi, befand sich bereits vor Ort. Eine spürbare Aufregung hielt ihn gefangen, obwohl er äußerlich ruhig wirkte.
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Die Mundwinkel des Consuls zogen sich nach oben und das Grinsen wurde breiter und breiter. In seinem Kopf reifte ein Plan und er freute sich bereits auf die Umsetzung.
"Du holst mir Marco und Cara. Dann treffen wir uns im kleinen Tablinum."Sim-Off: weitere Infos per PN
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"Kein Befehl, eine Frage", erwiderte Menecrates, drehte sich vollends zu Magrus um und musterte ihn. "Kannst du ein wenig schauspielern? Ich meine nicht, jemanden im wirklichen Leben veralbern, sondern auf einer Bühne in eine Rolle schlüpfen und vor Zuschauern spielen."
Falls der Sklave auch nur ansatzweise jemand anderen darstellen konnte, wäre das nicht nur hilfreich, sondern sicher ganz unterhaltsam. Der Consul wartete gespannt auf die Antwort. -
Hallo alle miteinander,
es gibt offensichtlich kaum eine Familie, die beste Voraussetzungen mitbringt.
Ich habe mal in unserem Stammbaum gestöbert und könnte eine Notlösung anbieten. Wir sind allerdings Patrizier.Mutter ist ein NSC.
Vater wäre Claudius Gallus. Der könnte (daher die Bezeichnung Notlösung) auch aus dem Exil geholt werden, aber nur, wenn die Erwartungen an seine Schreibfreude weniger groß sind.Es gibt einen schreibfreudigen Opa.

Außerdem zwei Geschwister, die noch nichts von einem dritten Kind wissen. Eine Schwester ist im Exil, ein Bruder ist inaktiv.
Eine bereits gestorbene Tante war ebenfalls Vestalin.Falls das hilft...
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Bereits seit Anbruch der Dämmerung liefen Herolde durch die Straßen der noblen und auch der armen Viertel. In leichten Abwandlungen riefen sie die Bürger auf, zum Circus Maximus zu kommen.
"In weniger als fünf Stunden beginnt die spektakulärste Massenunterhaltung, die es je im Imperium gab: sechs Hinrichtungen von Schwerverbrechern - unter anderem durch wilde Tiere, drei Vorläufe bei den Wagenrennen, ein Finalrennen und diverse Theateraufführungen - verteilt auf vier Tage.
Bürger Roms, was wollt ihr mehr? Eilt herbei, ergötzt euch an den Rennen und fallt in den Begeisterungstaumel. Unterstützt eure Factio, setzt auf eurer Lieblingspferd oder auf euren Favoriten und nutzt die Chance auf einen Gewinn!ES GIBT AUßERDEM KOSTENLOS WEIN, BROT UND KLEINE HAPPEN!"
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Mir ist nicht klar, ob und wer hier erwartet wird, ob jeder erst über die Hauptwache musst oder ob das ein ausschließlich kaiserinterner Opferakt ist. Es wird zwar von einem öffentlichen Gebäudeteil gesprochen, aber mir zumindest ist das Vorhaben unklar.
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Der zweite Tag der Ludi Palatini wurde gleichzeitig auch als Festtag der Iuno gefeiert. Für die große Mutter gab es in Rom unzählige Tempel, auch wenn ihr am häufigsten im capitolinischen Tempel neben Iuppiter und Minerva gehuldigt wurde. Bereits zweimal ehrte der Consul in der näheren Vergangenheit die Schutzgöttin der Kaiserin - beide Male im Zusammenhang mit der capitilinischen Göttertrias. Mit einem solchen Opfer begann seine Amtszeit und auch das neue Jahr feierte er im Tempel auf dem Capitol.
Der heutige Tag galt einzig Iuno und da die Frauen - ehrbare, verehelichte und jungfräuliche - Trägerinnen des Kultes der höchsten römischen Göttin waren, nahm Menecrates nicht an den Opferungen im Tempel teil. Er hatte allerdings für einen der speziellen Iuno-Tempel das Opfertier gestiftet, eine weiße Kuh. Und er wollte im Anschluss an die Opferung die Mädchenchöre im Amphitheatrum Novum auftreten lassen, sodass die Ehrungen nicht nur auf die Tempelstätten begrenzt blieben.Im Iuno-Tempel am Circus Flaminius - in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dianatempel - herrschte seit der Dämmerung reges Treiben. Jeder Tempel besaß zum Teil eigene Rituale, je nachdem, ob sie Iuno Regina, Iuno Lucina, Iuno Sospia, Iuno Moneta, Iuno Curritis oder einer anderen Iuno huldigen wollten. Auch die Festtage und die heiligen Tiere unterschieden sich zum Teil.
Hier und heute stand eine weiße Kuh mit goldenen Hörnern bereit. Gut möglich, dass außerdem ein Mutterschaf geopfert wurde. Das entzog sich jedoch der Kenntnis des Consuls. Menecrates überließ den Frauen die Durchführung der Zeremonie im Tempelbereich, erwartete aber - wie abgesprochen - die Mädchenchöre im Theatrum. -
Ein Atemstoß der Überraschung entfuhr Menecrates' Mund, als er die Worte Tiberius' hörte. Der Offizier sprach Inhalte an, die - so dachte der Consul - noch nicht spruchreif waren. Ob dem so war oder nicht, wusste er nicht zu beurteilen. Er sprach nicht täglich mit dem Kaiser. Aus einem dringenden Bedürfnis heraus, versuchte er abzulenken.
"Tiberius, meintest du, du dienst dem Kaiser nicht NUR als Ermittler? Oder wolltest du tatsächlich ausdrücken, dass du nicht als Ermittler tätig warst oder bist?"
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Da die Absprache länger zu dauern schien und der Consul schon seit Stunden auf den Beinen stand, suchte er sich einen Platz. Zwischenzeitlich sitzen schätzte selbst er und so ließ er sich mit einem wohligen Seufzer nieder.
"FALLS die Todesart durch ein Urteil definiert war, was ich weder weiß noch glaube, spielt das keine Rolle mehr." Es sah so aus, als würde er weiter ausholen müssen, doch dann stockte er. Sein beliebter Grundsatz, sich stets der Wahrheit zu bedienen, leistete ihm keinen guten Dienst, sollte er ihn anwenden. Er konnte unmöglich Interna zur Sprache bringen, die der strengen Geheimhaltung unterlagen. Er wählte daher eine Halbwahrheit und hoffte, es würde halbwegs glaubhaft klingen."Der Tatbestand ist erwiesen und lautet in allen Fällen: Mord. Die reguläre Strafe laut § 73 unseres Codex Iuricialis ist der Tod. Ich denke, im Falle dieses Aufstandes ist es für die Art der Hinrichtung nicht von Relevanz, wie viele Morde der einzelne begangen hat oder wie grausam die jeweiligen Morde waren. Abgesehen davon, dass dies im Nachhinein kaum zweifelsfrei zu klären ist bzw. war."
Er verkaufte die Aussage - abgesehen vom Paragrafen - als sein Gedankengut. Das fand er weitgehend unproblematisch. Bliebe noch der Rest, den er erläutern musste."Die öffentliche Hinrichtung dient zu mehr als nur der Urteilsvollstreckung. Sie soll der Unterhaltung zu den Spielen dienen." Keine Lüge kam über seine Lippen, aber eine Halbwahrheit. Die Hinrichtungen dienten einem weit höheren Zweck als nur der Unterhaltung.
"Ich habe die Zustimmung unseres Kaisers eingeholt und möchte dem Volk Abwechslungsreiches und Spannungsgeladenes zu den Spielen bieten. Du gibst mir doch sicherlich recht, dass spätestens bei der dritten Hinrichtung durch Löwen die Spannung bei den Zuschauern sinkt." Der Consul schickte ein Stoßgebet gen Himmel und bat alle verfügbaren Götter darum, den Quaestor einsichtig werden zu lassen und keine weiteren Fragen zu stellen."Was wäre nach deiner Einschätzung eine für die Zuschauer aufregende Art der Hinrichtung?"
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Die Abläufe bei Opferungen erfuhr ein Patrizier bereits in jüngster Kindheit. Die verschiedenen Opferungen unterschieden sich zumeist nur durch den Ausführenden und die speziellen Gaben. Sicherlich variierte auch der Ort. Die weitgehende Eintönigkeit durfte jedoch niemals eine innere Gleichgültigkeit nach sich ziehen, denn das würde den Opferablauf stören und im schlimmsten Fall die Götter von der Annahme des Opfers abhalten bzw. sogar erzürnen.
Obwohl Menecrates seit der Amtsübernahme überdurchschnittlich vielen Opferungen beigewohnt oder sie gar selbst ausgerichtet hatte, bestand am heutigen Tag keinerlei Gefahr einer inneren Gleichgültigkeit. Im Gegenteil: Nachts erschien ihm die Göttin. Entgegen anderer Träume gehörte dieser zu den angenehmen. Leider verblassten die Trauminhalte schnell und so konnte er die Erscheinung nicht mehr ausreichend erinnern. Sie stand aber als verschwommenes Abbild vor seinem Auge, als er im Tempel die Gebete murmelte.Für Menecrates stand die Annahme des Opfers außerfrage. Er glaubte sogar an die Anwesenheit Concordias. Sie zupfte bereits vor dem Betreten des Tempels an seiner Toga und wiederholte es beim Betreten des Vorplatzes. Sie strich mittels Windhauch durch sein Haar wie die Hand einer Mutter, die mit einem Lachen die Haare ihres Sohnes verwirbelte. Spielte Concordia etwa mit ihm? Er musste den Stoff der Toga erneut über das Haupt ziehen, während er die makellose Kuh begutachtete. Ein Lächeln legte sich auf seine Lippen - ein wunderschönes Tier für eine überaus wichtige Göttin.
Nach dem Entkleiden und Weihen der Kuh ergriff der Consul das Wort.
"Concordia, Herrin über die Eintracht und Einigkeit. Dir zu Ehren und zu deiner Freude ist diese Kuh. Mögest du durch dieses Festopfer geehrt werden, mögest du geehrt werden durch den vorherigen Weihrauch. Lass uns deine Gunst und dein Wohlwollen angedeihen. Schenke dem römischen Reich Zusammenhalt und Eintracht. Erweise uns die Gnade und nimm dieses Opfer an." -
Die Ludi Palatini begannen mit dem Festtag der Felicitas. Während der Consul der Göttin der Fruchtbarkeit und des glücklichen Erfolgs, des guten Gelingens und der Glückseligkeit
ein Opfer im Heiligtum am Capitolhügel darbrachte, fanden parallel dazu Opferungen am Altar zu Ehren des Numen Augusti statt. Die Spiele der nächsten Tage standen ganz im Namen Augustus und sie begannen an diesem 17. Januar mit den Opferungen durch die Pontifices, die Auguren, die Quindecemviri und die Septemviri an jenem Altar.Der Consul respektierte die ersten beiden Tage der Ludi als reine Opfertage, wo weder Hinrichtungen stattfinden durften noch Wagenrennen vom Ehrentag ablenken sollten. Der heutigen Opferung sollten unbeschwerte Festlichkeiten auf dem Marsfeld folgen. Es würde außerdem eine erneute Volksspeisung bis in den Abend hinein geben, bevor der kommende Tag ganz im Zeichen der Iuno stehen würde. Auch dieser Festtag würde mit Andacht begangen werden und erst der dritte Tag der Spiele bot dem Volk die lang ersehnte Zerstreuung im Circus Maximus.