Beiträge von Ioshua ben David

    Widerwillig drängt Rhabos die neue Sklavin in einen kleinen Raum, in dem ein Waschzuber aufbereitet stand, der mit einem seidenen Vorhang vom Rest des Raumes abgetrennt war.


    Mit seinen spärlichen Brocken Latein weist er der Sklavin den Weg. "Da..da.."


    Zwei Sklavinnen füllen die hölzerne Wanne mit Wasser. Der Dampf steigt zur Decke. Zur wohltuenden Entspannung der Haut geben die Sklavinnen einige Tropfen Stutenmilch hinzu.


    "Da..ausziehen !" deutet Rhabos auf die Wanne und eine Sklavin zieht den Vorhang zu, während sich Rhabos die andere der beiden exotischen Schönheiten zur Brust nimmt und damit beauftragt, aus dem Lager frische Kleidung zu holen.

    Ioshua rümpfte die Nase. Hier würde er wohl nichts mehr erreichen. Als gerade ein weiterer Kunde den Laden betrat, kam ihm das gerade recht, sich zu erheben.


    "Nun, ich bedanke mich. Mögen deine Geschäfte stets von Merkur begleitet sein."


    Darauf verabschiedete er sich und verließ den kleinen Laden. Man merkte, daß er leicht angefressen war über den eindeutigen Mißerfolg dieses Gersprächs.

    Ein eiliger Bote brachte ein Transportgut in die hiesige Mansio, mit dem Auftrag jenes auf die Reise gen Mantua aufzugeben.



    M Decimus Livianus
    Legatus Legionis, Legio I
    Mantua, Provincia Italia



    Sei gegrüßt Legat,


    ich schreibe dir, um dir meine Bewunderung entgegenzubringen. Rom hat nicht viele Männer deines Kalibers und es ist bedenklich, daß sie immer weniger werden.
    Doch damit du nicht denkst, ich schreibe nur heiße Luft, lass mich dir sagen, daß ich von deinem Mut und deiner Standfestigkeit im Senat vernommen habe und immernoch beeindruckt bin. So sehr, daß ich nicht umhin komme, dir meine Glückwünsche entgegenzubringen für deine Taten, die du als pflichtbewusster Soldat vor Rom und dem Kaiser stets aufzubringen wußtest.


    Mein Name wird dir unbekannt vorkommen, so nehme ich an, also gestatte mir, daß ich mich dir kurz vorstelle.
    Ich komme aus einem fernen Land. Es liegt jenseits der Grenzen des römischen Imperiums. Das Königreich Tylus wird regiert von seiner Majestät Tiberius Annius Otho I dessen treuer Untertan ich mich nennen darf. Man nennt mich Ioshua Hraluch, königlicher Bezirksverwalter der Ländereien des Königs und ich darf mich rühmen, selbst den göttlichen Imperator mit den Erzeugnissen meiner tylusischen Schneiderei zu beliefern.
    Ich kann mir vorstellen, daß auch du Verwendung für die Produkte tylusischer Handwerkskunst haben dürftest. Unsere technologisch vorangeschrittenen Anlagen machen es uns möglich, in kurzer Zeit große Mengen an Tuniken zu einem erschwinglichen Preis zu produzieren.


    Daher wende ich mich an dich, Legate, in der Hoffnung, daß du zu der Überzeugung gelangst, daß die Einkleidung und Versorgung mit strapazierfähigen Tuniken für das Gros deiner Männer nicht irgendjemanden in die Hände gelegt werden sollte, sondern in die Hände vertrauensvoller und erfahrener Produkteure.


    Als kleines Zeichen des Entgegenkommens lass mir dir diese zwei Amphoren besten tylusischen Weines überreichen.


    Hochachtungsvoll


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    Praetorium Regni Tyli - Ostia



    Dem Brief beigelegt waren zwei Amphoren in einer Holzkiste und zur Sicherheit mit Holzwolle ausstaffiert vor einer Beschädigung auf der langen Reise.


    Sim-Off:

    Normalbrief + Fracht, 55 Sz. überwiesen, WiSim Angebot gemacht. Bitte weiterleiten ;)

    Ioshua nickte.


    "Hör zu, Fenja ! Dir wird es an nichts mangeln und auch sonst wird es dir gut gehen. Das verspreche ich dir. In Tylus hat das Eigentum für uns einen sehr hohen Wert. Wir achten und pflegen es. Führst du dich gut, so wirst du ein angenehmes Leben haben und möglicherweise wer weiß werde ich dir eines Tages die Freiheit schenken.


    Doch fürs erste..."


    Lautstark rief der Herr nach seinem treuen Gehilfen. "Rhabos !!"


    Jener kam sofort herbeigeeilt, als er seinen Namen in so eindringlicher Form vernommen hatte. Unterwürfig trat er auf den Bezirksverwalter und hatte dabei mißtrauisch die neue Sklavin im Blick.


    "Rhabos, sorg dafür, daß Fenja gebadet wird und besorg ihr anständige Kleider aus dem Warenbestand, eine Seidentunika und eine Palla, im grünlichen Gewand. Geh' "


    Rhabos hörte die Worte und durfte innerlich geflucht haben. Jetzt sollte er den Dienstboten für diese neue Sklavin spielen. Immerhin war er kein Sklave, sondern freier Tylusier und mit der Oberaufsicht über die tylusischen Betriebe betraut.


    Er grummelte irgendwas in sich hinein. "Ja, Herr." Dann drehte er sich zu der neuen Sklavin um und wies ihr unzweideutig an, mit ihm zu kommen. Was sein Herr an dieser fand, war ihm ein Raetsel.

    Ioshua nahm einen Schluck und atmete aus. "Bene."


    Dann sah er zu dem Duccier. Es war ja nicht so, als ob er nicht drängte. Sein Aufenthalt hier in Germanien war begrenzt und er hätte gerne Ergebnisse. Doch er beschloss nicht weiter darauf einzugehen.


    "Gut. Ich hoffe, du wirst mir deine Entscheidung so rasch als möglich kundtun, und bedenke den Nutzen, den du daraus gewinnst."

    Der Mann, der sie gekauft hatte, ein Exot aus fernen Landen, nicht frei von fiskalischer und politischer Macht, erwartete sie bereits in seinem Zimmer, in dem er es sich auf einem breiten Stuhl bequem gemacht hatte.


    Als die Sklavin hereingebracht wurde, winkte er sie mit der Hand zu sich.


    "Ich bin dein neuer Herr. Wie heißt du ? Verstehst du mich ?" sprach Ioshua in seinem akzentlastigen Latein.

    Ioshua zahlte den Sklavenhändler aus und wies zwei kräftige Burschen, die Ware abzuholen und auf den Wagen zu schaffen. Sie würden noch heute zurück nach Mogontiacum reisen.


    Sim-Off:

    überwiesen


    Dann sah er zu dem Comes, jenem hohen Beamten, die er so knapp überstochen hat. Mit beinahe entschuldigender Geste sah er zu ihr herüber und zuckte dabei die Schultern.

    "Du mißverstehst mich. Es geht nicht um deine Geschäfte und deine Handelsbeziehungen, die du führst. Das sei dir selbstverständlich weiterhin freigestellt.


    Es geht um eine reichsweite Vereinigung einflussreicher römischer und tylusischer Händler, die durch ihr Gewicht entscheidend Einfluss auf die Senatspolitik in Rom nehmen können im Interesse eines freien und ungehinderten Handels."


    Sim-Off:

    Das ganze ist quasi schon ein Vorgriff auf WiSim 2, wenn sie dann kommt, aber ich denke, es schadet nicht, bereits jetzt damit zu beginnen. ;)


    Er wußte, daß es in Rom ernsthafte Bestrebungen gab, den Handel mit dieser Provinz massiv zu unterbinden. Schon jetzt war das Angebot germanischer Erzeugnisse auf römischen Märkten geringer geworden. Doch dieses Druckmittel anzuwenden, um ihn zu überzeugen, hielt er nicht für opportun. Er hoffte, daß er von sich den Nutzen einer solchen Vereinigung würde erkennen können, den eben jene mitbringen würde.


    "Namhafte tylusische Handelsgenossenschaften und vermögende hispanische Großimporteure haben bereits zugesagt. Ich hoffte auch hier in Germanien Verbündete zu gewinnen."

    Als Ioshua seine Reise eines Tages fortsetzte und darunter auch ins benachbarte Confluentes kam, wohnte er einer Sklavenversteigerung bei. Interessiert, was der hiesige Markt versprach, begutachtete er die Angebote.


    Diese eine Sklavin hatte es ihm angetan und er beschloß kurzerhand mitzubieten.


    "350 Sz."

    "Das bliebest du auch, ohne Frage. Deinen Betrieb würdest du weiterhin eigenständig handeln. Doch bedenke den Vorteil, den du daraus ziehst, wenn du durch billigere Produktion andere Anbieter ausstichst.


    Die genauen Kooperationsvereinbarungen zu verhandeln darum bin ich."


    Er hatte sich die mögliche Summe gut überlegt, vielleicht würde sie ja zugänglicher, wenn man konkrete Zahlen anbot.


    "Ich könnte mir einen Einstieg bei 500 Sz. vorstellen." machte er ein erstes Gebot.