III - Bürgerlicher Berufssoldat

  • Bürgerliche Berufssoldaten dienen in den Legionen des Exercitus Romanus, dessen Herz sie als schwere Infanterie bilden. Dank ihrer guten und regelmäßigen Bezahlung genießen sie in der einfachen Bevölkerung ein gewisses Ansehen und stehen dort über den Auxiliarsoldaten. Somit können sie aber auch in jeder Einheit dienen, in die ein Peregriner Berufssoldat eintreten kann.



    Voraussetzungen


    Als bürgerlicher Berufssoldat benötigst du den Status eines Civis. Der Militärdienst steht nur Männern offen, die beim Eintritt ins Militär jünger als dreißig Jahre sind (Eintrag im Charakterblatt <30).



    Einstiegsmöglichkeiten


    Römische Bürger dienen in der Regel in den Legionen oder in den Cohortes Urbanae. Hier muss man sich einfach am Eingang des Stützpunktes melden und wird dann ins Rekrutierungsbüro geführt. Vor der Einstellung erfolgt dann eine Musterung im Lazarett, die Ausstattung in der Waffenkammer und die Vereidigung auf den Kaiser. SimOn-Voraussetzung für die Einstellung sind entsprechend ein Alter von unter dreißig Jahren (die Dienstzeit dauert SimOn 20 Jahre), körperliche Fitness und eine rudimentäre Lesefähigkeit.


    Um sich später für besondere (und höhere) Aufgaben zu qualifizieren, können aber weitere Fähigkeiten wie Buchhaltung, ein bestimmtes Handwerk o.ä. nützlich sein (evtl. auch nachgewiesen durch Sim-On-Kurse).



    Karriereverlauf


    Empfehlung

    Wenn deine ID eine sichere Anstellung sucht und zumindest am Anfang gerne einen Vorgesetzten mit klaren Befehlen hat, dann ist der Weg zum Militär genau richtig. Gleichzeitig gehst du aber auch eine enge Bindung zum Militär ein - ein Austritt und Wiedereintritt oder eine Beurlaubung für politische Tätigkeiten sind kaum möglich. Erst wenn dich deine Karriere bis zum Centurio geführt hat, kannst du dir Hoffnung auf einen erfolgreichen Einstieg in eine politischen Karriere nach deiner Entlassung machen.


    Für Patrizier und Senatorensöhne ist der Dienst als einfacher Soldat, vor allem außerhalb der Legionen, absolut unüblich.


    Ein Bürgersoldat verpflichtet sich beim Militär prinzipiell auf 20 Dienstjahre. Danach hat er die Möglichkeit, seinen Dienst freiwillig zu verlängern, kann aber auch ein Entlassungsgeld erhalten und die Armee verlassen.


    Regel

    Möchte deine ID die Armee nach weniger als 3 RL-Monaten Dienstzeit als normaler Soldat verlassen, so ist dies nur auf dem Weg einer unehrenhaften Entlassung möglich. Diese führt nicht zu einer Abfindung, jedoch zu einem entsprechenden Eintrag im Werdegang.


    Möchte deine ID die Armee nach 3 bis 6 RL-Monaten Dienstzeit verlassen, so ist dies zusätzlich zum unehrenhaften Weg auch auf ehrenhafte Weise möglich. Dazu muss eine gesetzeskonforme Begründung für eine vorzeitige Entlassung gefunden werden (z.B. eine schwere Verletzung), die im Charakterblatt vermerkt wird. Die ID erhält dann bei der Entlassung eine Abfindung. Unabhängig von der Art der Entlassung wird bei einer Dienstzeit von 3 bis 6 RL-Monaten die Altersangabe im Charakterblatt um eine Stufe gegenüber dem Alter zum Einstellungszeitpunkt erhöht.


    Grundausbildung:


    Deine ID wird zunächst als Rekrut aufgenommen und durch den vorgesetzten Offizier ausgebildet. Dabei wirst du einerseits sportlich gedrillt, lernst andererseits aber auch den Umgang mit der Waffe, das Exerzieren und theoretische Kenntnisse über das römische Militär.


    Entscheidest du dich in dieser Zeit, die Armee doch wieder zu verlassen, gilt dies weder als ehrenhafte noch als unehrenhafte Entlassung und ist weder mit einer Abfindung noch mit einem besonderen Eintrag im Werdegang oder Charakterblatt verbunden.


    Mannschaftsränge:


    Nach Abschluss der Grundausbildung wirst du zu einem normalen Soldaten befördert. Nach einiger Zeit kannst du bereits in diesem Rang bereits eine Spezialistenfunktion wie die eines Schreibers, Sanitäters oder Trompeters übernehmen. Dadurch wirst du vom schweren Arbeitsdienst befreit und genießt entsprechend höheres Ansehen innerhalb deiner Einheit.

    Ein weiterer Karriereschritt kann der zum Sesquiplicarius sein, der neben seiner Spezialistenfunktion bereits einen höheren Sold erhält - entweder als Krankenpfleger oder als Kompanieschreiber. Ebenso ist es bei entsprechender Eignung möglich, als Eques in die Legionsreiterei zu wechseln.


    Unteroffiziersränge:


    Nach längerer Dienstzeit können engagierte Soldaten schließlich zum Optio (Legionsreiterei: Duplicarius) befördert werden. Als solche können sie wiederum entweder Spezialisten-Aufgaben wie die eines Arztes oder eine Leitungsfunktion in der Verwaltung übernehmen oder dienen als Stellvertreter oder Ordonnanz eines Offiziers. Diese Posten bilden außerdem die Voraussetzung, um in einen Offiziersrang aufzusteigen.


    Neben den Optionenrängen gibt es außerdem noch die Möglichkeit, als Feldzeichenträger der jeweiligen Centuria eingesetzt zu werden. Dieser Rang genießt innerhalb der Einheit höchstes Ansehen, weshalb er in der Regel auch die Soldkasse verwaltet. Der Träger des goldenen Legionsadlers wird deshalb sogar ähnlich wie ein Centurio besoldet und ist an der Verwaltung der Legionskasse beteiligt. Da es auf diesen Posten allerdings weniger möglich ist, Kommando-Erfahrung zu sammeln, haben diese Unteroffiziere geringere Chancen zum Centurio aufzusteigen. Entsprechend finden sich hier vor allem solche Männer, die sich zwar als Mannschaftssoldaten bewährt haben, ohne aber die Eignung zur Offizierslaufbahn zu besitzen.


    Über geeignete Kontakte und eine passende familiäre Herkunft kann es einzelnen IDs in Ausnahmefällen auch gelingen, als Seiteneinsteiger direkt als Unteroffizier (z.B. Optio) in die Armee aufgenommen zu werden. Dazu ist die ID aber vom Wohlwollen des zuständigen Kommandeurs abhängig und muss damit rechnen, von den Kameraden in der Einheit als unfähiger Schnösel abgestempelt zu werden. Wenn Angehörige der höheren Schichten überhaupt die Karriere eines Berufssoldaten ergreifen, ist dies ein üblicher Weg, so die harte Grundausbildung und die Infanterie allgemein zu meiden und sich sofort als Unteroffizier oder Offizier der Reiterei zuzuwenden.


    Offiziersränge:


    Die Spitze der Karriere eines einfachen Soldaten bildet das Centurionat mit dem Kommando über achtzig Soldaten. Diese Position erreichen nur die wenigsten Soldaten, die dann oft bereits ihre reguläre Dienstzeit hinter sich haben. Dafür genießen sie hohes Ansehen - sowohl bei ihren Untergebenen, die oft ihre Züchtigungsgewalt fürchten, als auch bei den Stabsoffizieren, die ihre Erfahrung schätzen.


    Empfehlung

    Ein Offizier unter dreißig Jahren ist eher unglaubwürdig, sofern er nicht als Quereinsteiger mit guten Kontakten schnell in diesen Rang gelangt ist. Denke also daran, deine ID entsprechend ihrem Rang altern zu lassen!


    Empfehlung

    Militärische Kommandos bedeuten für den Spieler auch Sim-Off-Verantwortung, da die untergebenen Spieler stark von ihrem Vorgesetzten abhängig sind. Entsprechend ist hier kontinuierliche Aktivität nötig, meist werden auch Spielimpulse von den Vorgesetzten erwartet. Bevor du dich auf eine solche Stelle bewirbst, solltest du dies bedenken. Wenn du temporär oder längerfristig keine Zeit für einen solchen Kommandoposten hast, solltest du in Absprache mit dem Legionskommandeur entweder eine Spezialistenaufgabe übernehmen (d.h. das Kommando über Untergebene abgeben) oder aus dem Dienst ausscheiden.


    Stabsposten:


    Unter den Centurionen einer Legion herrscht eine gewisse Hierarchie, an deren Spitze der Kommandeur der ersten Centurie, der sogenannte Primus Pilus, steht. Er erhält ein wesentlich höheres Gehalt und gehört als Berater des Legaten in taktischen Fragen direkt dem Stab einer Legion an. Dieser Rang ist den erfahrensten und dienstältesten Centurionen vorbehalten, die oftmals weit länger als die vorgeschriebenen zwanzig Jahre gedient haben.

    Ein weiterer Rang, der bürgerlichen Berufssoldaten offensteht, ist der Praefectus Castrorum, dem die Verwaltung der Legion und die Versorgung der gesamten Einheit anvertraut ist. Dieser Posten bildet in der Regel den Abschluss einer langen und erfolgreichen Militärkarriere und zugleich das Sprungbrett in den Ritterstand.


    Empfehlung

    Stabsposten erhalten nur die dienstältesten Centurionen. Entsprechend solltest du in einem solchen Rang mindestens >40, besser >50 in deinem Charakterblatt angeben.


    Cohortes Praetoriae:


    Die Prätorianer stellen als kaiserliche Garde eine Elite-Einheit innerhalb des Exercitus Romanus dar. Entsprechend nehmen sie keine Rekruten auf, sondern suchen sich ihre Angehörigen aus den besten Soldaten aller Einheiten zusammen. Um zu ihnen zu gelangen, musst du zu den Besten deiner Einheit gehören und dich möglichst durch gute Kontakte zu Angehörigen dieser Einheit oder zum Kaiserhof empfehlen. Dafür winkt hier eine höhere Besoldung und eine verkürzte Dienstzeit von nur sechzehn Jahren.




    Entwicklungsmöglichkeiten


    Nach Ablauf der Dienstzeit von 20 Jahren erhält der Berufssoldat ein stattliches Entlassungsgeld, das sich nach seinem Rang berechnet und ihm den Aufbau einer bürgerlichen Existenz ermöglichen soll. Danach kann er entweder seinen Dienst nochmals verlängern oder ins zivile Leben zurückzukehren.


    Regel

    Möchte deine ID die Armee nach mehr als 6 RL-Monaten Dienstzeit verlassen, so ist dies durch eine reguläre ehrenhafte Entlassung möglich. Die ID erhält dann eine Abfindung. Ihre Altersangabe im Charakterblatt wird ggf. so angepasst, dass sie die Ableistung der vollen Dienstzeit passend wiedergibt.


    So kann er sich nach seiner ehrenvollen Entlassung als Privatmann in einer Stadt niederlassen (oft sein Heimatort oder der Garnisonsort seiner letzten Einheit). Hier kann er sich mit Hilfe des Entlassungsgelds eine neue Existenz aufbauen (etwa als Geschäftsmann) und sich als Bürgerlicher Kommunalpolitiker engagieren.


    Da viele Soldaten bereits in der Verwaltung ihrer Einheit eingesetzt waren (teilweise werden sie auch schon als Soldaten in die Provinzverwaltung abkommandiert), können viele aber auch direkt als Verwaltungsbeamter in ihrer Provinz oder Kommune einsteigen, wobei sie als Offiziere und Unteroffiziere häufig direkt in mittlere oder höhere Positionen gelangen.


    Alternativ kann ein Veteran sich schließlich auch sofort wieder verpflichten und seine Militärkarriere als Bürgerlicher Berufssoldat fortsetzen, wobei er entweder auf seinem alten Posten bleibt oder in Stabspositionen aufsteigt (etwa als Praefectus Castrorum oder Primus Pilus).


    Wer es im Laufe seiner Dienstzeit zum Centurio gebracht hat, erhält mit Ausscheiden aus der Armee ein stattliches Entlassungsgeld, das teilweise in Form eines Grundstückes ausgezahlt werden kann. Diese Veteranen können dann durch einflussreiche Fürsprecher zum Ritter aufsteigen. Aufgrund ihrer militärischen Erfahrung und des in der Regel vorangeschrittenen Alters (mindestens >40) überspringen sie meist die erste Stufe der Militia Equestris.