IX - Senator (plebejisch)

  • Senatoren gehören zur absoluten Elite des Imperium Romanum und genießen höchstes Ansehen. Neben dem gesellschaftlichen Vorrang haben sie aber auch großen politischen Einfluss: Im Senat beraten sie den Kaiser bei politischen Entscheidungen, als Magistrate verwalten sie die Hauptstadt des Reiches und als kaiserliche Amtsträger leiten sie Behörden, Militäreinheiten und ganze Provinzen. Die Laufbahn eines Senators gehört zu den längsten und aufwändigsten, bietet dafür aber vielfältige Möglichkeiten.



    Voraussetzungen


    Um Senator zu werden ist das römische Bürgerrecht Voraussetzung. Außerdem steht diese Karriere nur Männern offen. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, sich als Sohn oder Enkel eines Senators in einem Stammbaum zu platzieren.



    Einstiegsmöglichkeiten


    Um den Cursus Honorum, die senatorische Ämterlaufbahn, beginnen zu können, musst du dem Ordo Senatorius angehören. Diesen vererben Senatoren automatisch an ihre Kinder und Enkel, sodass diese Voraussetzung für Sprösslinge senatorischer Familien automatisch erfüllt ist und sie üblicherweise bereits mit etwa zwanzig Jahren in den Cursus Honorum einsteigen. Vorher absolvieren sie meist eine literarisch-rhetorische Ausbildung, möglicherweise auch eine Bildungsreise (mit Vorliebe in den griechischsprachigen Osten) und leisten ein einjähriges Tirocinium Fori, eine Art "Praktikum" bei einem befreundeten Senator, bei dem sie erste Einblicke in die Welt der Reichspolitik und Verwaltung gewinnen.


    Formelle Voraussetzung für den Einstieg ist schließlich noch der Erwerb des Sim-Off-Kurs Politik. Für militärische Ämter muss später noch der SimOff-Kurs Militär I vorliegen. Für die Ernennung zum Senator benötigst du schließlich zwei Grundstücke.


    Erwerb des Ordo Senatorius:


    Wer nicht das Glück hat, direkt als Sohn oder Enkel eines Senators einzusteigen, kann den Ordo Senatorius aber auch vom Kaiser verliehen bekommen. Besonders gute Chancen darauf haben Mitglieder des Ordo Equester (d. h. Söhnen und Enkeln von Equites), deren Vorfahren sich ja schon um das Imperium verdient gemacht haben. Auch das Engagement als Decurio in einer der anderen Städte des Reiches oder in den stadtrömischen Kultvereinen kann sich aber günstig auswirken. Ebenso werden Personen bevorzugt, die weitere männliche Verwandte im Ordo Senatorius vorweisen können. Unverzichtbar ist schließlich die Fürsprache einflussreicher Personen (etwa eines Patrons).


    Empfehlung

    Da die Senatskarriere recht anspruchsvoll ist und die Unterstützung anderer Spieler für die Wahlen zum Cursus Honorum sehr nützlich ist, ist es sinnvoll bereits vor deiner Karriere zu zeigen, dass du ein verlässlicher Spieler bist, indem du dich vor der ersten Kandidatur bereits einige Zeit im IR aktiv zeigst. Dafür bietet sich etwa eine ausgesimmte Ausbildung, insbesondere das Tirocinium Fori an.


    Unmittelbar vor der Kandidatur solltest du außerdem bei den wichtigsten Senatoren "Klinken putzen", um diese bereits vor deiner Kandidaturrede im Senat für dich zu überzeugen.



    Karriereweg


    Das Grundgerüst einer Senatskarriere bildet der Cursus Honorum: Dessen Ämter, die in der richtigen Reihenfolge bekleidet werden müssen, weisen jedem Senator seinen Rang zu: so sind Consulare (ehemalige Consuln) die angesehensten Senatoren, während ein bloßer Quaestorier (ehemalige Quaestoren ohne ein weiterführendes Amt) generell weniger bedeutend eingeschätzt wird. Jedes Amt wird regulär ein SimOn-Jahr (d. h. 4 RL-Monate) bekleidet. Bevor dann das nächsthöhere Amt erreicht werden kann, musst du ebenso lange Zeit pausieren.


    Die Wahlen zu diesen Ämtern, die Sim-On durch den gesamten Senat erfolgen, werden im IR durch das RPG-Wahlsystem simuliert. Dabei müssen durch einen möglichst engagierten Sim-On-Wahlkampf mindestens 50% der Stimmen gewonnen werden, was mit Hilfe von verschiedenen Sim-On-Aktionen erreicht werden kann.


    Zwischen und nach diesen Magistraturen bekleiden Senatoren aber oft weitere Ämter, die je nach persönlichem Rang und Nähe zum Kaiser immer anspruchsvoller und angesehener werden. Allerdings ist es ebenso möglich, diese Zeit als Privatmann zu nutzen - ein Senator kann schließlich auch ohne Amt im Senat Politik machen oder im Privaten Allianzen schmieden.


    Regel

    Die senatorischen Ämter sind oft auch mit SimOff-Aufgaben zur Entlastung der Spielleitung verbunden. Du solltest diese mindestens ebenso gewissenhaft erfüllen wie die SimOn-Aufgaben des jeweiligen Amtes!


    Empfehlung

    Du solltest nur dann für ein Amt kandidieren, wenn es absehbar ist, dass Du die ganze Amtsperiode über auch Zeit hast, die Pflichten und Aufgaben des Amtes auszufüllen. Außerdem ist es sinnvoll, sich bereits im Vorfeld Projekte zu überlegen (z.B. öffentliche Spiele, Gesetzesvorhaben, Bauprojekte o.ä.), die du in der Kandidaturrede ankündigen und dann während der Amtszeit umsetzen kannst.


    Einstiegsämter:


    Wenn du zum Senator ernannt wirst, musst du in der Regel schon einen Teil der Karriere hinter dir haben: Den Einstieg dafür bildet das Vigintivirat, wo du jeweils einem höherrangigen Magistrat zugeordnet bist und eine spezielle Aufgabe innerhalb der stadtrömischen Administration übernimmst. Welchen Posten genau du erhältst, bestimmt allerdings der Senat - auch wenn du bei deiner Kandidaturrede eine Präferenz nennen darst: Dem Praetor assistierst du als Triumvir Capitalis beim Strafvollzug und als Decemvir Litibus iudicandis bei der Abwicklung von Erbschaften, dem Aedil als Quattuorvir Viis in Urbe purgandis bei der Straßenreinigung oder dem Censor, der zugleich der Kaiser ist, als Triumvir Aere Argento Auro flando ferunde bei der Münzprägung.


    Danach müssen plebejische Anwärter für den Senat ihren Militärdienst im Rahmen eines Tribunats (d. h. als Offizier) ableisten. Dieser dauert in der Regel ein SimOn-Jahr und wird auf Antrag durch den Procurator ab Epistulis zugeteilt.


    Anschließend folgt die Quaestur, die ähnlich wie das Vigintivirat in verschiedene Aufgabenbereiche unterteilt ist und vom Senat zugeteilt wird: Der Quaestor Urbanus verwaltet den Reiseverkehr. Der Quaestor Consulum dient den Consuln, der Quaestor Principis dem Kaiser und der Quaestor pro praetore einem Statthalter als Assistent.


    Nach dieser Magistratur kann der Kaiser dich zum Senator ernennen. Voraussetzung dafür ist der Besitz zweier Grundstücke, aber auch Fürsprecher am Kaiserhof (sofern du nicht persönlich mit dem Kaiser oder einflussreichen Beamten befreundet bist).


    Empfehlung

    Betrachte den Weg zum Senator bereits als Teil deiner Karriere und nimm dir dafür Zeit. Auch wenn du in diesen Ämtern meist keine aufsehenerregenden Leistungen vollbringen kannst, kannst du bereits in dieser Phase Kontakte knüpfen und durch gewissenhafte Aufgabenerfüllung deine Zuverlässigkeit unter Beweis stellen.


    Weitere Ämter im Cursus Honorum:


    Nach der Ernennung zum Senator ist eine Kandidatur als Aedilis Plebis oder Aedilis Curulis möglich. Als solcher ist man für die inneren Angelegenheiten der Stadt Rom zuständig (Marktaufsicht, öffentliche Spiele etc.) und hat besonders die Möglichkeit, sich durch beeindruckende Spiele einen Namen zu machen. Alternativ kann auch das Volkstribunat bekleidet werden, das eine stolze Tradition hat, durch den Einfluss des Kaisers aber relativ machtlos ist. Trotzdem besteht hier die Möglichkeit, sich als Patron der einfachen Bevölkerung in Szene zu setzen.


    Der nächste Schritt ist die Praetur, die für die stadtrömische Justiz verantwortlich ist und für Aufsteiger, die nicht schon in eine Senatorenfamilie geboren sind ("homines novi"), bereits eine hohe Ehre darstellt.


    Die Spitze der Senatskarriere ist schließlich das Consulat, bei der du als formelles Staatsoberhaupt fungierst und alle übrigen Magistrate kontrollieren kannst. Dieses Amt erreichen aber meist nur Angehörige der angesehensten Senatorenfamilien, die sich herausragend um den Staat verdient gemacht haben.


    Empfehlung

    Im Laufe deiner Karriere solltest du deine ID angemessen altern lassen: Ein Consul unter 30 Jahren ist ebenso unpassend wie ein erst 20-jähriger Quaestor oder Aedil. Da gerade nach der Aedilität außerdem interessante Ämter außerhalb des Cursus Honorum winken, ist es sinnvoll, sich danach auch diesen Posten zuzuwenden, ehe man sich an den höchsten Staatsämtern versucht.



    Zivile Nebenämter:


    Neben den Magistraturen können Senatoren auch bestimmte Ämter innerhalb der kaiserlichen Verwaltung bekleiden. Dies sind in erster Linie Curatorenposten, bei denen du an der Spitze bestimmter Verwaltungszweige stehst: Als Curator Aquarum bist du für die Wasserversorgung der Stadt Rom, als Curator operum publicorum für die öffentlichen Bauten, als Curator Viarum für das italische Straßennetz und als Curator Rei Publicae für die Beaufsichtigung der italischen Städte zuständig. Letzterer Posten steht normalerweise nur ehemaligen Praetoren offen, die übrigen können auch ehemalige Aedile/Volkstribune bekleiden. Um berufen zu werden ist aber in jedem Fall eine gute Beziehung zum Kaiser notwendig, der diese Curatoren ernennt.


    Die angesehensten Posten, die nur für Consulare offen stehen und auch militärische Aufgaben umfassen sind schließlich der Praefectus Urbi und der Legatus Augusti pro Praetore, wobei letzterer auch durch gewesene Praetoren bekleidet werden kann. Beide dienen als allgemeine Stellvertreter des Kaisers in ihrem Amtsbezirk: Der Legat in seiner Provinz, der Präfekt für das Stadtgebiet Roms. Dafür sind sie dem Kaiser direkt verantwortlich und stehen als Vorgesetzte über allen kaiserlichen Amtsträgern des jeweiligen Bezirkes.



    Alle diese Posten sind prinzipiell unbefristet, allerdings erwartet der Kaiser bzw. der vorgesetzte kaiserliche Stellvertreter regelmäßig Berichte über den jeweiligen Amtsbereich.


    Empfehlung

    Auch wenn diese Posten unbefristet sind, solltest du immer wieder selbst überprüfen, ob du noch Zeit und Lust hast, den verliehenen Posten auszufüllen. Sofern du selbst um Entlassung bittest wird dir eine Amtsniederlegung auch nicht hinderlich sein, wenn du später denselben oder einen anderen Posten wiederaufnehmen möchtest.


    Militärische Nebenämter:


    Auch die berühmten römischen Legionen werden von Senatoren kommandiert. Die Legati Legionis werden vom Kaiser als Oberbefehlshaber ernannt, der dazu normalerweise ehemalige Praetoren mit möglichst viel militärischer Erfahrung erwählt. Der Legatus Augusti pro Praetore ist schließlich auch der Oberkommandeur aller in seiner Provinz stationierten Truppen und kann im Auftrag des Kaisers auch selbst Feldzüge durchführen. Zusätzlich untersteht ihm außerdem häufig eine der stationierten Legionen direkt. Um ein Kommando zu erhalten, muss der SimOff-Kurs Militär II absolviert werden.



    Religiöse Nebenämter:


    Auch die höchsten Priesterämter der Stadt Rom werden vornehmlich von Senatoren oder Angehörigen senatorischer Familien bekleidet. Das höchste Ansehen genießen dabei die Pontifices, die den Senat in religiösen Angelegenheiten beraten. Ihnen folgen die Auguren, die Quindecemviri Sacris faciundis, die Septemviri Epulones und die Haruspices, die jeweils bestimmte Bereiche des Staatskultes übernehmen. Für diese Positionen ist jeweils der SimOff-Kurs Religion II erforderlich.


    Abgesehen vom Pontifikat können diese Ämter auch zusätzlich zu anderen Posten oder Magistraturen bekleidet werden. Dasselbe gilt für die Mitgliedschaft in Kultvereinen. Für Plebejer stehen hierbei etwa die Augustales, die Germanitas Quadrivii, die Luperci oder die Societas Claudiana et Iuliana zur Verfügung. Ein Engagement in diesen Vereinigungen belegt die eigene Religiosität und erhöht damit das Ansehen gegenüber den Standesgenossen.


    Empfehlung

    Die Collegia in Rom kooptieren ihre Mitglieder, d.h. sie wählen sie eigenständig. Entsprechend sollte man sich ihren Mitgliedern beliebt machen, wenn man dort ebenfalls einen Platz ergattern möchte.



    Entwicklungsmöglichkeiten


    Da die Senatorenlaufbahn die höchste Laufbahn im Imperium ist, gibt es von deren Spitze keine Aufstiegsmöglichkeiten (die Position des Kaisers wird immer durch einen NSC der Spielleitung besetzt!). Ebenso ist für Senatoren, aber auch deren Söhne ein "Abstieg" in die Ritterkarriere unüblich.


    Da viele Senatoren allerdings enge Beziehungen zu ihren Heimatgemeinden halten (bzw. den Herkunftsorten ihrer Familie) und etwa als deren Patrone gegenüber dem Kaiser fungieren, ist es durchaus möglich nach dem Ende der Karriere in die Heimat zurückzukehren und dort seinen Lebensabend zu genießen. Unter Umständen können dann auch noch einige kommunale Ämter übernommen werden.