hortus et peristylium

  • "Nein...hilfe!!!" lachte und gackerte sie, dann lies sie sich ins Gras fallen und zog ihn dabei mit sich, da er das Gleichgewicht verlor. Schnell drehte sie sich mit ihm und hatte nun wieder die Oberhand.


    Flink wie ein Wiesel packte sie seine Handgelenke und drückte sie auf den Boden. "Festgenagelt" stellte sie fest.
    "Nun kannst du versuchen dich wieder herauszuwinden, aber ich sag es dir gleich, du wirst keine Chance haben!" grinste sie verwegen.

  • Meridius schmunzelte. Sein Sohn schien sich in der Botanik gut auszukennen.


    "Maximian. Als angehender Feldherr sollte man wissen, wann man verloren hat und welche Schlacht man besser nicht schlägt. Also ergieb Dich, lass Dir die Bedingungen diktieren und komm mal hierher..."

  • Rummsend und lachend landete Maximian mit Alessa am Boden und als er gerade nach Luft schnappte, um seinen Bauch ein wenig zu entkrampfen, hatte sie ihn schon festgenagelt und sah ihn triumphierend an.


    "He, du hast geschummelt! Äääh... die Sonne hat mich geblendet!", versuchte er sich schelmisch grinsend rauszureden. Wenn er ernsthaft gewollt hätte, wäre er frei gekommen. So aber zappelte er nur ein wenig und als er die Stimme seines Vaters hörte, ließ er selbst das bleiben und seufzte theatralisch der Siegerin entgegen.


    "Also gut... Ich gebe mich geschlagen", sagte er und ließ die Hände rumflattern. Doch das Grinsen blieb.

  • Triumphierend grinste auch sie ihn an. Als Meridius seinen Sohn dann zu sich rief, lies Alessa locker.
    Sie beugte sich noch vor und gab Maximian einen flüchtigen Kuss, dann stand sie auf und ging mit ihm zu Meridius hinüber.
    Ihr atem wurde langsam wieder ruhiger und sie lies sich auf die Bank sinken, auf der ihre beiden Verwandten saßen.


    "Das war ein Spaß" bemerkte sie und lächelte gelassen.

  • Er hatte sich aufgerappelt und war ihr gefolgt, nicht ohne ihr nochmal schnippisch in die Seite zu zwicken und sich diesmal ohne darauf aufmerksam gemacht zu werden die Tunika richtete und sich Kieskrümel abklopfte.
    Auch er setzte sich und grinste noch vor sich hin.


    "Mach dich auf was gefasst, du...", raunte er gefährlich und lustig zugleich und wandte sich dann seinem Vater zu.


    "Ein Feldherr gibt sich nicht so einfach geschlagen, richtig?"

  • Meridius lachte.


    "Nein, Feldherren geben sich nicht leicht geschlagen. Aber kämpft man gegen einen ehrenhaften Feind, kann eine Kapitulation manchmal sinnvoller sein, als unterzugehen."


    Meridius blickte erst seinen Sohn und dann seine Cousine an.


    "Was hast Du heute den ganzen Tag gemacht?"

  • Untergehen?, dachte Max und gluckste leise. Wenn er nur richtig gewollt hätte, wäre Alessa diejenige gewesen, die um Aufhebung der Kampfhandlungen gebeten hätte.
    Schließlich verlor er aber wenn überhaupt gegen seine Großcousine am liebsten, dass er es einfach dabei bewenden ließ. Einfach mit einem frechen Grinsen zu ihr.


    "Abgesehen von dieser schmachvollen Niederlage? Ich war in der Therme, habe mich dort ein wenig körperlich ertüchtigt und hinterher meine Rechenkünste geübt, als ich über den Markt gelaufen bin. Und dann habe ich noch einigen Frauen nachgestellt."


    Er schmunzelte schelmisch und machte wieder einmal nur allzu deutlich, dass der Ernst des Lebens irgendwie bisher an ihm vorübergezogen war.

  • Meridius musste sich innerlich eingestehen, dass sein Sohnemann mehr von ihm in sich trug, als ihm lieb sein konnte. Er lachte kurz und lehnte sich dann zurück.


    "Hast Du schon einmal ein wichtiges Werk gelesen?"

  • Er hatte schon ein bisschen was gelesen, damals in der Schule, auf die ihn sein Ziehvater geschickt hatte. Doch hatten sie sich dort auf nur wenige Texte beschränkt. Die ein oder andere Textpassage hatte er auch auswendig lernen müssen und das häufiger, als seine Mitschüler. Er hatte zu gern gestört und sich so manches mal den Zorn des Lehrers dafür "verdient". Ob der Erinnerung kratzte er sich am Hinterkopf.


    "In Valencia habe ich vor einigen Jahren Homers Ilias, Ovids Heroides und einen Teil seiner Metamorphosen und ein paar Ausschnitte aus Vergils Werken gelesen."

  • "Oh je...", sagte Max promt heraus und machte große Augen, während er auf Jagd nach irgendwelchen verbliebenen Versen ging. Zuerst kamen ihm nur einzelne Fetzen in den Sinn, doch dann formten sich wieder logische Texte zusammen. Manche schneller, manche nur zäh. Je nachdem, wie sie ihm damals gefallen hatten.


    "Heimwärts kehrten die Führer des Heer's; Dampf steigt von Altären,
    Göttern der Heimat wird feindliche Beute geweiht.
    Tempel beschenken die Fraun zum Dank für der Männer Errettung,
    Diese besingen den Sieg über der Troer Geschick.
    Würdige Greise befällt und zitternde Mädchen ein Staunen,
    An des Erzählenden Mund schwebet das horchende Weib
    Mancher erläutert der Schlacht wildtobendes Drängen am Schänktisch,
    Pergamum's ganzes Gebiet malt er mit wenigem Wein.
    "Hier floß Simois' Strom, dort lag die sigëische Landschaft,
    Ragend empor stand hier Priamus' Königspalast.
    Dort des Achilles und dort des Ulysses Zelte gewahrt man,
    Hier hat Hector's Rumpf jagende Rosse geschreckt."


    Er sah seinen Vater fragend an. Erkannte er die Stelle?


    "Ovids Heroides", sagte er und erinnerte sich, dass das sein Lieblingstext gewesen war. Dann legte sich seine Stirn in Falten, als er wieder nach Worten suchte.


    "Und aus Vergils Bucolica müsste gewesen sein:


    Dann, wenn dich zum Mann gemacht das gekräftigte Alter,
    läßt auch der Schiffer freiwillig das Meer, die segelnde Fichte
    tauscht nicht Waren mehr aus: überall trägt alles die Erde.
    Nicht mehr duldet der Boden die Hacke, der Weinberg die Sichel,
    jetzt -


    Wie es weitergeht, habe ich schon vergessen. Aber einen Textausschnitt weiß ich noch ganz genau. Den hat uns unser Lehrer merhmals niederschreiben lassen, bis wir ihn im Schlaf hätten aufsagen können:


    Das Viele, das Ganze ist nur dies Eine, hervorgebracht von dem Sohn,
    der allen Wesen der Same des Seins; doch du bist die keimende Kraft;
    in diesem und aus ihm wird alles erzeugt, was der göttlichen Keimkraft entströmt,
    und in diesen Samen kehrt alles Gezeugte und aus ihm Erzeugte zurück."


    Max nickte und war doch erstaunt, was noch vorhanden war. Eigentlich hatte er sich immer als ziemlich liderlichen Lerner in Erinnerung gehabt.

  • Meridius hörte die Verse und schloss die Augen. Es klang gut den eigenen Sohn zu hören. Dann, als jener geendet hatte, wandte er sich wieder an ihn.


    "Ich werde zusehen, dass ich einen Paedagogen für Dich auftreiben kann. Du kannst Deine Zeit sicher gut nutzen. Oder zumindest einen Mentor, falls nichts anderes möglich ist. Was hälst Du von Vinicius Hungaricus? Er ist ein angesehener Jurist..."

  • Alessa fühlte sich von Meridius angesprochen und antwortete ihm mit einem freundlichen Lächeln.
    "Ich war heute bei Didia Sinona. Sie meinte es wäre kein Problem, dass icih zu Vater reise und für eine Weile bei ihm bleibe, bis es ihm besser geht. Sie bot mir sogar an bei den Reisevorbereitungen zu helfen." erklärte sie und lächelte erneut.

  • Als ich so durch die Casa ging um Meridius den Breif zu überbringen sah ich ihn gemeinsam mit Alessa und Maximian im Garten stehen.


    Ich ging auf sie zu


    "Salve zusammen!
    Entschuldigt doch bitte meine kurze Störung.
    Meriidus, darf ich dir diesen Breif geben der soeben für dich abgegeben wurde?"


    Ich reichte ihm den Brief.........



    Maximus Decimus Meridius,
    Casa Decima, Rom
    Italia


    Lieber Bruder,


    Am späten Vormittag des heutigen Tages ist Onkel Proximus ins Elysium gegangen.
    Die Bestattung wird gemäß den alten Riten in sieben Tagen sein, ich werde mich um alles kümmern, bis ihr Zuhause eintrefft.


    Lucilla
    Tarraco, ANTE DIEM III ID AUG DCCCLV A.U.C.


    .......und blieb wartend stehen.

  • Mattiacus hatte die ganze Szene beobachtet.


    "Die Verse sitzen aber noch bei euch beiden sehr gut. Bei mir ist eher ein Sieb im Kopf. Ich bin immer wieder nachschauen."


    Wie schön es doch war jung zu sein. Er war zwar erst Anfang 22, merkte aber doch das er kein Junge mehr war. Genauso hatte er auch mit seinen Brüdern gespielt, bis die einen zum Heer oder wie er in die Verwaltung gingen.


    Martinus trat hinzu und übergab ihm einen Brief.


    "Martinus, schön dich zu sehen. Was bringst du uns für Neuigkeiten ?"

  • Zitat

    Original von Decima Alessa
    "Ich war heute bei Didia Sinona. Sie meinte es wäre kein Problem, dass icih zu Vater reise und für eine Weile bei ihm bleibe, bis es ihm besser geht. Sie bot mir sogar an bei den Reisevorbereitungen zu helfen." erklärte sie und lächelte erneut.


    Meridius lächelte.


    "Ja, das wird das beste sein. Wenn Du nach Tarraco fährst kannst Du sicher auch den einen oder anderen Brief befördern."


    Dann erschien Martinus und gab ihm einen Brief.


    "Ich danke Dir."


    Meridius nahm ihn entgegen und redete weiter.


    "Wie läuft es bei Dir, Cousin? Kriegst Du im Palast alles hin?"

  • Zitat

    Original von Marcus Decimus Mattiacus


    Martinus trat hinzu und übergab ihm einen Brief.


    "Martinus, schön dich zu sehen. Was bringst du uns für Neuigkeiten ?"


    "Salve Mattiacus!
    Ich weiss nicht was in dem Brief steht. Ich las lediglich dass er an Meridius adressiert ist und schon war ich unterwegs ihm den Brief zu überbringen.
    Was gibt es bei dir neues? Wie ist der Stand der Dinge in dem Strafverfahren mit dem du zur Zeit beschäftigt bist? Ich hoffe alles läuft nach deinen Vorstellungen?"


    Dann blickte ich zu Meridius.


    "Ja, danke, so weit dürfte alle laufen.
    Es ist zwar ein wenig mehr zu erledigen als ich mir dachte aber es macht mir grossen Spass und ich bin mit Freude am Werk."


    Da Meridius nichts weiteres wegen dem Brief erwähnte machte ich mir weiters keinerlei Gedanken......

  • "Ach ja, das Strafverfahren..."


    Meridius schmunzelte.


    "Um welchen Fall handelt es sich nocheinmal? Ich verdränge solche Fälle immer sofort. Ich entsinne mich an meinen Auftritt vor Gericht, als Verteidiger einer Attentäterin. Äusserst dubiose Gestalt. Sie wollte unbedingt schuldig gesprochen und hingerichtet werden. Der schwerste Fall, den ich je zu lösen hatte..."

  • "Ich vertrete zur Zeit Curio vor Gericht wegen Beleidigung gegen Messalina. Das Verfahren wurde gerade eröffnet. Soviel ist noch nicht passiert. Aber ich glaube es wird ein langwiriges Verfahren, viel Politik spielt dort rein und das ist nie gut, wenn es um die Gerechtigkeit geht. So schnell werde ich Hispania wohl nicht wiedersehen....." Mattiacus seufzte ein wenig.

  • "Ein Liebespaar wird aus den beiden keines mehr..."


    Meridius lachte und blickte zu Alessa.


    "Wann wirst Du reisen, meine liebe Cousine?"


    Er genoss dieses Zusammensein aller sehr.

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