Valetudinarium - Krankenhaus

  • Einen Augenblick später gesellte sich ein gewaltig abgerissener und genauso stinkender Lurco zu ihnen. Er grüßte Ramnus mit einem knappen Nicken und einem freundlichen Grinsen, dennoch sah man ihm die Müdigkeit an.


    "Soweit alles gut bei Dir Scato? Mir ist schlecht durch die Kloake und den Rauch, hast Du irgendwas gegen Übelkeit? Sag jetzt nicht waschen, dass hatte ich eh vor nach dem Besuch bei Dir. Und hast Du Zeit? Der Grund für das Gespräch ist eigentlich hinfällig, ich möchte es Dir trotzdem erzählen.


    Ramnus was machst Du hier? Du stehst wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Solltest Du nicht im Bett liegen oder so etwas in der Art? Trotzdem schön Dich zu sehen. Du hast Dich wacker geschlagen... nun und Tarpa auch. Gleich was die Statuten des Kampfes sagen, Du bist für mich der Sieger. Immerhin war Deine Wut auf ihn rechtschaffen.


    Keine Ahnung wie lange Du noch Schräglage hast und hier im Valetudinarium bleiben musst, aber sobald Du zurück bist, siehst Du, dass unsere Wand jetzt den Göttern geweiht ist. Sei froh dass Du hier warst, dass was da im Einsatz los war, kannst Du Dir nicht vorstellen.


    Aber wie es zu den Sklavenaufständen kam, kann ich mir persönlich nun sehr gut vorstellen. Bei einem bin ich mir ganz sicher, wäret den Anfängen. Aber das ist jetzt das Ende und zwar vom Arbeitstag, den Rest des Tages haben wir für heute frei.


    Mal sehen was noch auf mich zukommt, ich bekomme noch zu Recht die Rübe abgerissen. Schön wäre es, wenn mir dabei nicht schlecht wäre", grinste er schief.

  • Scato war erleichert, Lurco zu sehen. Dann besorgt, weil ihm schlecht war. Dann wieder erleichtert, weil er noch rumblödeln konnte. Trotzdem starrte Scato ihm genau ins Gesicht, um seine Mimik und vor allem die Augenbewegungen zu überprüfen. Dabei drängelte er Ramnus beiseite, der sich über Lurcos Zuspruch ziemlich freute.


    "Mir geht`s gut, meinte Scato, "und ich habe gerade ein wenig Zeit, aber guck mal in den Spiegel, du siehst grauenvoll aus. Gegen Übelkeit habe ich leider nichts, das musst du dann den Medi fragen. Falls du eine Rauchvergiftung hast, werden sie dich für ein paar Tage viel liegen und viel trinken lassen. Viel frische Luft durch ein geöffnetes Fenster tut wohl auch gut. Mehr kann man nicht machen, zumindest weiß ich nichts. Unsere Mahlzeiten sollten wir vorerst außerhalb der Stube zubereiten, draußen auf dem Hof irgendwo, und nicht am Zimmerofen. Bis sich alle erholt haben bleibt das Feuer im Raum aus. Die Penaten müssen eine Runde schlafen."


    Das zu befehlen, nahm er sich einfach mal heraus. Schaden konnte es in jedem Fall nicht. Er klopfte Lurco mit der flachen Hand auf die Brust.


    "Du kannst von Glück reden, dass ich nicht gesehen habe, wie du losgezogen bist, um die Lupos zu retten! Ich hätte dich nicht in das Flammenmeer gehen lassen. Aber wo es nun schon mal passiert ist ... bin ich froh, dass du den Mann da rausgeholt hast."


    Den Namen ließ Scato unerwähnt. Niemand brauchte zu wissen, dass er Python kannte.


    "Auch wenn man dir dafür die Rübe abreißen sollte, für mich bist du ein Held, genau wie der Vigiltribun, der noch mal rein ist und jeder andere, der sich an der Aktion beteiligt hat. Für unseren ersten Großeinsatz war das richtig gut, finde ich. Und jetzt setz dich irgendwo hin, wenn dir schon schlecht ist. Und du gehst ins Bett, Ramnus! Abmarsch!"


    Zur Unterstreichung seiner Worte zeigte er mit dem Finger in Richtung der entsprechenden Tür. Was Lurco mit einer von den Göttern geweihten Wand meinte, konnte Scato sich nicht so recht vorstellen. Noch mehr bemalte Teller?

  • Lurco tat was Scato ihm geraten hatte uns setzte sich hin. Dabei merkte er erst, wie erschöpft er wirklich war, jetzt wo die Last von ihm abfiel und er nicht mehr funktionieren musste. Er betrachtete Scato und schmunzelte ihn kopfschüttelnd an.


    "Ein Held? Danke für die lieben Worte, ich glaube Du bist der Einzige der es so sieht. Aber was spielt das auch für eine Rolle? Wichtig ist nur, dass der Mann gerettet wurde und hoffentlich wieder gesund wird. Der Rest wird sich ergeben Scato, vermutlich die Latrine. Sei es drum, ein geringer Preis für ein Leben. Es ging dem Optio sicher darum, dass ich seinen Befehl nicht befolgte. Das hätte ich gemusst. Er muss wissen wo seine Leute sind und das wusste er bei mir nicht mehr. Zwar habe ich Kyriakos Bescheid gesagt und er sollte Dir Bescheid geben, aber das ist sicher im Eifer des Gefechts untergegangen. Von daher verstehe ich die Rüge unseren Optio.


    Was ich nicht verstanden habe ist wie jeder das Subjekt sieht. Und weshalb es derartigen Ärger machen darf, keiner schritt ein. Ich hatte vor in den Sack zu hauen Scato, ich hatte überlegt Meldung zu machen und zu kündigen. Das wollte ich mit Dir bereden. Als der Optio Kyriakos schlug und irgendwie das Chaos losbrach. Ich habe meine Meinung geändert, als er dem Kerl verziehen hat. Das war selbstlos und sowas muss man anerkennen. Also habe ich gedanklich meinen Bericht an den Centurio zerrissen. Das wollte ich ihm noch gesagt haben. Unabhängig von der Rüge versteht sich.


    Und deshalb kann ich mich auch nicht hinlegen. Nachher denken alle ich drücke mich vor den Konsequenzen. Ich kann mich später immer noch hinlegen Scato. Geht schon noch. Das der Herd eine Weile aus bleibt, ist eine gute Idee", stimmte Lurco zu und lehnte sich an die Wand.


    Kaum die Augen geschlossen war er eingeschlafen.

  • Scato kam nicht mal dazu, auf das Gequassel zu antworten. Kaum hatte Lurco fertig gesprochen, fielen ihm im Sitzen die Augen zu und er war im Reich der Träume. Ein Anstupsen zeigte keine Wirkung. Scato ließ ihn daher vorsichtig in eine liegende Position gleiten und positionierte ihm die Arme und Beine auf eine Weise, die er für bequem hielt. So lag Lurco nun, als würde er für einen Bildhauer posieren.


    "Kündigen ... dir huste ich was, wenn du wieder gesund und munter bist", murrte Scato leise.


    Was den Akt, sich hinzulegen, mit einem Drücken vor irgendwelchen Konsequenzen zu tun haben sollte, wusste Lurco allein. Scato blieb im Wartebereich, bis auch der letzte Miles vom Personal des Valetudinariums hineingebeten worden war. Ihm fielen zu diesem Zeitpunkt selbst fast die Augen zu. Die Ausrüstung musste er dann auch noch reinigen ... zunächst aber würde er nach dem letzten Sorgenkind Tarpa sehen. So atmete er tief durch und schwang die Arme, um den Kreislauf wieder in Gang zu bringen und stapfte zunächst zur Baracke VII, um etwas zu holen, ehe er sich auf den Weg zum Carcer machte.


    Carcer - Der Prügelknabe >>

  • Knapp eine Stunde später wachte Lurco auf und schreckte hoch. Scato war verschwunden und er war tatsächlich eingeschlafen. Zu seinem Leidwesen stank er immer noch bestialisch. Er kämpfte sich auf die Beine, streckte sich ausgiebig und verkniff es sich, sich am Sack zu kratzen. Gähnend verließ er das Valetudinarium und begab sich zu den Thermen um den Dreck, Ruß und Gestank loszuwerden. Von dort aus ging er frisch wie ein neuer Mensch auf direktem Weg zurück zu ihrer Baracke VII.

  • << Carcer - Der Prügelknabe


    Scato lungerte wieder mal "zufällig" im Valetudinarium herum. Sein auserkorener Lieblings-Miles-Medicus, Sextus Velanius Fenestella, der die fragwürdige Ehre genoss, von ihm zur Befriedigung der medizinischen Neugierde herhalten zu dürfen, musste sich nach den Wochen des Löcherns inzwischen fühlen wie ein Käse. Allerdings musste man dem jungen Mann zugute halten, dass er sich Mühe gab, während des Betriebes im seit einiger Zeit scheinbar chronisch unterbesetzten Valetudinarium auch noch Zeit für Scato zu finden, der manchmal wie Schleppscheiße an ihm klebte und offenbar ein Faible für möglichst große Wunden hatte, die es allerdings in der Castra Preaetoria selten gab. Wenn, dann handelte es sich in der Regel um Verletzungen, die bei den täglichen Kampf- und Leibesübungen entstanden waren.


    Anders sah das bei dem Mann aus, der gerade eher hineingeschliffen als geführt wurde, auch wenn er tapfer einen Fuß vor den anderen setzte. Scato erstarrte, als er Tarpa sah. Im Licht sah der Kamerad noch schlimmer aus, als es im Carcer den Anschein gemacht hatte. Sofort verwandelte sich der Kamerad in Scatos Geist in einen Patient.


    "Mensch, Tarpsi, du siehst grauenvoll aus", stellte er fachmännisch fest.


    "Ja, Mann", tönte heiser die Antwort. "Hol jetzt bloß keinen Spiegel."


    Tarpa hatte die Augen gegen das Licht zusammengekniffen. Sein Gesicht war nicht nur bärtig, sondern auch kreideweiß, schweißnass und verquollen. Netterweise war Fenestella gleich zugegen und zeigte Cerretanus und Lurco, wo ein freies Bett war, so dass Tarpa nicht erst im Wartebereich herumsitzen musste. Scato legte rasch eine dicke Wolldecke auf das Bett, damit das frische Bettzeug nicht sofort eingesaut war. Danach wurde Fenestella leider schon wieder anderswo gebraucht. Es war doch zum Mäusemelken, Tarpa sah nach Scatos Meinung aus, als ob er gleich starb und niemand hatte für ihn Zeit! Auch Cerretanus musste schon wieder fort, wobei der auch nichts weiter für Tarpa hätte tun können, er war Optio und nicht Optio Valetudinarii.


    "Wir machen die Erstbehandlung jetzt selber", entschied Scato. "Ich werde schon nichts noch kaputter machen, als es schon ist. Inzwischen weiß ich bisschen was und hier habe ich Licht und ganz andere Möglichkeiten als im verdammten Carcer, wo ich außer Essen nichts mit reinnehmen durfte. Lurco, du assistierst mir. Hol einen Zuber her und befüll ihn mit handwarmem Wasser. Ich organisiere derweile den anderen Kram. Tarpa, du machst gar nichts, bleib einfach da liegen. Wir kümmern uns schon."


    Das musste man sonst bei bei dem arbeitsfreudigen Burschen dazu sagen, der maßgeblich dafür verantwortlich war, dass in ihrer Stube immer beste Ordnung herrschte. Er antwortete aber nur mit einem zustimmenden "Hm-hm", und schlief ein.

  • "Zuber mit Handwarmen Wasser, kommt sofort", bestätigte Lurco, vergewisserte sich kurz dass Tarpa auch liegen blieb und eilte sofort los. Lurco griff sich den erstbesten Zuber und schleppte ihn in das Krankenzimmer von Tarpa. Nachdem das vollbracht war, begann er so schnell wie möglich, den Zuber Eimer um Eimer mit handwarmem Wasser zu füllen. Ganz voll machte er ihn nicht, denn es musste ja immer noch Tarpa hineinpassen.


    Geschafft von der Schlepperei und Rennerei bezog er wieder neben Tarpa Stellung und wartete ab, was Scato vor hatte.


    "Wasser ist da", teilte er Scato mit.

  • Einer der häufigsten Fehler war, dem Patienten zu viel Arbeit abzunehmen, damit es schneller ging oder auch aus falsch verstandener Fürsorge. Aktivierung hieß das Zauberwort, der Leitspruch lautete: Hilf ihm, es selbst zu tun. Tarpa musste aktiv werden, auch wenn er sich elend fühlte. Nur so wurde verhindert, dass es mit ihm allzu weit abwärts ging. Die meisten unterschätzten, wie rapide ein körperlicher und geistiger Verfall vonstatten ging, wenn sie nicht gefordert wurden. So half Scato seinem Kameraden zwar nach dem Auskleiden in den Zuber und reichte ihm den Lappen, aber den Rest musste Tarpa allein erledigen. Nur bei der böse aussehenden Wunde half er ihm, die Kruste aufzuweichen und sie zu lösen, so dass das Übel darunter austreten konnte. Mit Tüchern saugte er alles auf, bis nur noch reines Blut heraussickerte. Als das so weit geschafft war, bat er Lurco, ihm dabei zu helfen, Tarpa wieder aus dem Zuber steigen zu lassen. Nach dem Abtrocknen reichte er ihm eine frische Tunika, die Tarpa umgeschlagen tragen sollte, so dass der Oberkörper frei blieb. Sauber und nun deutlich menschlicher aussehend kuschelte Tarpa sich ins Bett ein, bis über den Bauch zugedeckt. Trotzdem sah er noch komisch aus mit dem Bart.


    "Sobald es dir besser geht, rasierst du dich", entschied Scato. "So kannst du nicht rumlaufen, sieht unmöglich aus. Gepflegt wirst du dich besser fühlen." Außerdem wollte er den originalen Tarpa wiederhaben, auch wenn er um zwei Zähne ärmer war.


    "Hm-hm", machte Tarpa, ohne die Augen zu öffnen.


    "Du bist jetzt gereinigt und deine Wunde auch. Die Medis werden sie vielleicht noch mal mit Essig spülen wollen oder mit Urin, damit sie wirklich sauber ist. Ob sie die noch nähen oder was damit geschieht, weiß ich allerdings nicht."


    "Hm-hm."


    "Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, sie legen frisches grünes Laub darauf mit einem Verband, so dass der nicht festklebt. Richtig gewählt helfen die Blätter. Bis ein Medi oder Capsi oder wer auch immer kommt, drückst du dieses Tuch drauf, damit sich nicht wieder irgendwelche Säfte in der Wunde ansammeln. Das Tuch saugt sie auf. Sonst sieht der Medi die Wunde nicht."


    Da Tarpa nun endgültig eingeschlafen zu sein schien, platzierte Scato das zusammengelegte Tuch auf seiner malträtierten Brust und legte Tarpas Hand drauf, so dass er es selber festpresste. Man nahm Gesundheit immer als etwas Selbstverständliches an. Dass sie das nicht war, daran wurde Scato einmal mehr erinnert. Er drückte aufmunternd Tarpas Schulter, auch wenn dieser es nicht merkte. Dann räumte er den Raum auf, warf die verkrustete Tunika in den Müll, genau wie das vollgesogene Tuch, brachte den Rest in die Wäsche und half Lurco, den Zuber zu leeren und fortzubringen. Zu guter Letzt trocknete er noch den Boden. Als sie Tarpa allein ließen, schlief er immer noch tief und fest. Allerdings sah er dabei mittlerweile recht zufrieden aus.

  • Lurco beobachtete Scato wie er Tarpa verarztete. Alles was sein Kumpel tat, sah sehr gut aus. Er bemühte sich um Tarpa und schien auf einiges eine Antwort zu haben, wovon er selbst nichts wusste. Das Einzige was er wusste war, dass Wunden von innen nach außen verheilten und man deshalb manche Wunden nicht verschließen durfte.


    Tarpa ließ sich widerstandlos verarzten. Selbst wenn er hätte Widerstand leisten wollen, er war bei Sacto nicht nur zweckslos, Tarpa war in seinem Zustand absolut machtlos.


    Scato umwirbelte seinen Patienten und spannte ihn in die Behandlung mit ein. Er selbst musste nichts tun, er war Zuschauer und wartete ab, bis Scato mit seiner Behandlung fertig war. Danach räumte er auf, Lurco packte bei dem Zuber sofort mit an. Tarpa war eingeschlafen und sah wesentlich besser aus, vor allem entspannter. Scato drückte ihm beruhigend die Schulter und Lurco tat es ihm gleich.


    Gemeinsam verließen sie Tarpa. Lurco knuffte Scato freundschaftlich.


    "Du warst gut Scato, besser als gut. Tapra hat Dir einiges zu verdanken, vielleicht sogar alles. Lange hätte er mit der Wunde nicht mehr durchgehalten in seinem Zustand. Wenn jemand Medicus werden sollte, dann Du. Du hast ein Händchen dafür und man sieht, dass Dir das was bedeutet", sagte Lurco stolz.

  • << Eine kleine Nachtübung


    Scato brachte den betrunkenen, verschwitzten und sandverschmierten Stilo ins Valetudinarium. Der Kamerad torkelte im Gang von einer Wand zur anderen. Als er einen Moment stillstehen sollte, damit Scato ihn anmelden konnte, wankte er vor und zurück und stolperte immer wieder. Immerhin hatte er sich auf dem Exerzierplatz nicht übergeben, also war zu hoffen, dass er es auch hier nicht tat. Und er jammerte nicht, obgleich ihm augenscheinlich kotzübel war, das tat keiner von denen, die Centurio Maro durch die Ausbildung geprügelt hatte. Scato überließ Stilo der Obhut des medizinischen Personals, sagte seinem Kumpel Sextus, der hier arbeitete, kurz Salve und verschwand in den Thermen.


    Der gruslige Aushang >>

  • << Der gruslige Aushang


    "Na, mein lieber Stilo, wie geht es dir?" Scato schaute so freundlich, dass Stilo ein Stück zurücktaumelte.


    "Wiessso?", lallte er argwöhnisch. Ihn verstörte zudem, dass Scato ein Handtuch und eine strigilis mit Salbgefäß bei sich trug. Stilo stellte fest, dass das Zeug ihm gehörte! Was machte Scato mit seinen Badesachen?


    Scato legte ihm in falscher Freundlichkeit die Hand auf die Schulter. "Weil du jetzt mit deinem Capsarius mitkommen darfst. In die Therme. Ins Frigidarium. Ich habe den Auftrag, dich binnen einer Stunde wieder fit zu machen. Und du wirst mir keine Schande bereiten."


    "Cap...sssarius?", wiederholte Stilo. "Na dann ... Glückwunsch."


    Diesen denkwürdigen Tag würde Stilo seinem Kameraden nicht mal im besoffenen Zustand ruinieren. Und so torkelte er entegenkommender Weise in Schlängellinien in Richtung seines Bestimmungsorts.


    Thermen >>

  • << Die neue Station - Im Lichte des Infernos


    "Vooorsichtig, ganz laaangsam!"


    Scato lotste die beiden Träger im Schneckentempo durch die Türen und Gänge, damit sie keinesfalls mit der Trage irgendwo anstießen. Er machte sich große Sorgen darum, dass Cerretanus eine verletzte Wirbelsäule haben konnte. Das Personal des Valetudinariums erkannte den Ernst der Lage und Cerretanus bekam sofort ein Zimmer zugewiesen. Zwei Capsarii eilten herbei und lotsten sie dorthin. Cerretanus wurde samt der Trage auf dem Bett abgelegt, die beiden Langhölzer kurzerhand mit großen Messern abgeschnitten, so dass nur noch die Plane unter ihm lag. Diese zog man nun hervor.


    "Optio?", fragte Scato besorgt, um zu schauen, ob er inzwischen wieder zu sich gekommen war, während die Capsarii des Valetudinariums herumwuselten, alles vorbereiteten und ihren Vorgesetzen informierten. Tarpa und Quietus wurden weggeschickt und auch Scato würde man gleich nicht mehr hier haben wollen.

  • Zuerst konnze man nur ein leises Stöhnen vernehmen. Unmerklich wendete sich der Kopf wenige Haarbreit zur Seite, gleichzeitig öffneten sich die Augen des Furiers. Aber nur für einen Wimpernschlag.
    So lag er nun da, mit geschlossenen Augen und stöhnend.


    " Welcher Hornichse hat mir eine Ratte in den Mund gestopft?" Appius schätzte und versuchte seinen Rachen feucht zu bekommen.


    " Du kann von Glück reden dass ich momentan etwas unbeweglich bin, Scato. Denn wenn ich könnte.....den Tritt nimmt dir keiner ab welchen du kassiert hättest."


    Wieder ein Schmatzen.

  • "Es war nur zu deinem Besten", behauptete Scato.


    Dann betrat zum Glück der Optio valetudinarii den Raum. Mamercus Cincius Serranus ließ sich von Scato eine kurze Beschreibung der Ereignisse geben, wobei er durch keine Regung erkennen ließ, was er davon hielt. Das machte Scato nun doch langsam nervös. Cerretanus schien inzwischen Durst zu haben, doch bevor sein Optio-Kollege nicht das Signal dazu gab, konnte Scato ihm nichts zu Trinken geben.


    "Was nun?", fragte Scato, als er es nicht mehr aushielt.


    "Das wirst du mir sagen", erklärte Serranus. "Du warst oft genug hier, hast mein Personal beobachtet und gelöchert, jetzt möchte ich sehen, ob du dir auch etwas gemerkt hast oder mich nur nerven wolltest. Damit du kein Unheil anrichtest, werde ich dabei bleiben. Du kannst die beiden Capsarii als Assistenten einsetzen, wenn du es für nötig hältst. Also. Wie gehen wir nun vor?"


    "Den Patienten ruhig stellen." Was Scato auch etwas unkonventionell, aber erfolgreich getan hatte. "Den Kopf beim Lagern oder Transport mit dem Halsschienengriff stützen." Was Scato getan hatte.


    Serranus nickte. "Und wir beruhigen den Patienten, wenn er bei Bewusstsein ist. Also, Optio, du bist hier in guten Händen. Wir werden dich jetzt auf Verletzungen und Funktionseinschränkungen untersuchen. Kleine Lähmungen oder Taubheitsgefühle sind in den meisten Fällen reversibel, mach dir keine Sorgen, sollten wir da Stellen finden, die im Moment nicht tun, was sie tun sollen. Wichtig ist, dass du nicht zusammenzuckst oder dich heftig bewegst. Melde dich, wenn es weh tut oder dir schlecht wird. Wir werden ganz vorsichtig vorgehen und bei Schmerzen aufhören. Scato, beginne oben. Vorsichtig und langsam."


    Scato hatte so eine Untersuchung schon einmal beobachten dürfen, so dass er weitestgehend wusste, wie er vorgehen musste. Er nahm eine Hand von Cerretanus und zwirbelte jeden Finger einzeln. "Merkst du alle Finger?" Das Gleiche wiederholte er an der anderen Hand. Dabei warf er rückversichernde Blicke zu Serranus.


    "Augen zum Gesicht des Patienten", korrigierte Serranus. "Ich melde mich schon."


    So blickte Scato wieder zu Cerretanus und wartete auf dessen Rückmeldung.


    Sim-Off:

    Der Optio valetudinarii wird mit freundlicher Genehmigung durch mich mitgespielt. Sollte das nicht in Ordnung sein, bitte kurz per PN melden.

  • " Zu meinem Besten. Natürlich." Murrend blickte er die beiden Männer abwechselnd an. Ohne sich wirklich rühren zu können war er der Willkür des Mediziners ausgesetzt.


    " Machen wir es kurz und schmerzlos" norgelte Appius weiter." Ich spüre alle meine Gliedmaßen, sehe gut, höre gut. Und wenn der Schmerz im Rücken nicht wäre könnte ich noch andere Dinge zeigen um zu bestätigen dass es mir gut geht."


    Während der Medicus nun liebevoll das Händchen des Optios befummelte starrte dieser Scato an.


    " Wie sieht es bei der Station aus? Wie geht es den anderen? Und steht schon fest wie viele Verluste wir zu beklagen haben?"

  • Scato ließ sich nicht beirren. Er freute sich, dass er den wehrlosen Optio verarzten durfte und davon würde er auch Gebrauch machen. So strich er mit der flachen Hand die Innenseiten von Cerretanus` Armen entlang, von der Schulter bis zu den Handflächen, die er am Schluss krabbelte. Die gleiche Prozedur wiederholte er - nachdem er Cerretanus die Caligae augezogen hatte - bei den Beinen und Füßen. Er drückte ihm jeden Zeh einzeln und strich dann die weiche Seite der Beine entlang, um am Ende die Füße zu kitzeln.


    "Ich hab keine Ahnung, was in der Station los ist", plauderte er derweil. "Du warst nicht lange bewusstlos, nur ein paar Augenblicke. Danach sind wir gleich aufgebrochen. Tote Kameraden habe ich keine gesehen und auch keine Schwerverletzten, möglicherweise hat es nur die Arbeiter erwischt. Ramnus hält die Stellung und Lurco ermittelt schon wieder. Der kann nicht mal mit Rauchvergiftung auf dem Arsch sitzen bleiben, der Mann."


    Und Cerretanus genau so wenig, der war ebenfalls nach dem Sturz wieder losgestiefelt, nur um erneut umzufallen.


    "Vielleicht sollte ich Hand- und Fußfesseln mit in die Capsa packen. Ist dir schlecht? Hast du Kopfschmerzen? Schwindelgefühl?"


    Scato hob einen Zeigefinger und bewegte ihn vor den Augen des Optio hin und her, um zu schauen, ob er den Blick auf etwas fixieren konnte.

  • Ein Glück für Scato, Appius war nicht kitzlich. Er spürte zwar dass der junge Capsarius mit seine Fingerspitzen über die Fuß Sohlen strich aber eine Überreaktion blieb aus. Nur ein leicht krümmen der Zehen war zu verbehmen.


    " Nein. Keine Kopfschmerzen, kein Schwindelgefühl. Zumindest nicht bis du etwas von Fesseln gequasselt hast. Ich glaube nicht daß das zur Ausstattung eines Capsarius gehört."


    Er blickte Scato fragend an.


    " Vllt sollte ich anschliessend in die Therme gehen und mich dort ordentlich durchkneten lassen. Das soll ja Wunder wirken so eine Massage. Oder?"

  • " Und was heisst hier...Lurco ermittelt schon wieder? Ich dachte eindeutig gesagt zu haben ich will gewisse Menschen hier haben. Und das Gesindel vor Ort soll befragt werden. Wo rennt der Kerl rum?"


    Ruckartig versuchte sich der Furier aufzurichten was nicht sonderlich erfolgreich gelang. Wieder machte ihm ein stechender Schmerz im Rücken eine Strich durch die Rechnung. Fluchend sank er wieder zurück und funkelte Scato böse.

  • "Jaaa, aber ich muss die Wirbelsäule vorher ansehen. Die Massagemenschen da sind schließlich kein medizinisches Personal. Die können nur kneten und sonst nichts."


    Das war Scato auch noch nicht, aber fast. Als Cerretanus andeutete, dass er ggf. doch bald Capsarius werden könnte, musste Scato die Lippen aufeinander pressen, um nicht vor Freude zu strahlen. Und scherzen konnte Cerretanus auch schon wieder.


    "Einmal auf den Bauch drehen, bitte", wiederholte Scato, der unbedingt noch die Wirbelsäule des Optios untersuchen wollte, auch wenn das bisherige Ergebnis ihn zuversichtlich stimmte.


    "Tarpa und Quietus sind draußen, meinst du die?"

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