• Als sie da so erzählte schien sie kurz traurig zu werden, aber Ragin ging es nicht anders. Er musste an seinen vater denken, den er ja nie kennen gelernt hatte. Er wusste nur, dass er bei einem Angriff von Banditen getötet worden war. Aber war es auch wirklich ehrenvoll gewesen? War sein Vater wie ein Leonidas gewesen, oder war er einer dieser römischen Legionäre gewesen, die halb verhungerte Bauern, Frauen und Kinder abgeschlachtet hatten. Er würde es wohl nie erfahren, aber er wollte einfach glauben, dass Teutomar eher wie Leonidas gewesen war...


    "Das klingt wirklich sehr geschickt von Alexander. Aber ich weis nicht, ob das bei den germanischen Stämmen auch geklappt hätte, die wären sicher zu standhaft gewesen. Ich meine die wollten doch sicher auch frei bleiben und vor allem wollten doch deren Herrscher sicher auch weiter Herrscher bleiben. Und warum haben sich nochmal die ersten Besiegten Alexander angeschlossen? Wirklich um mit ihm gegen die Perser zu kämpfen, oder hat er sich einfach zu Beginn die nicht so mutigen herausgesucht?"


    Von taktischer Schlachteführung hatte Ragin so viel Ahnung wie der Kaiser vom Schippen von Pferdemist. Er war halt bei seiner Mutter groß geworden...
    "Wieso ist es besonders gut in die Mitte zu kommen? Da ist man ja dann von den Gegnern umzingelt!"

  • Ob sich Alexander die Schwachen rausgesucht hatte? Axilla schaute einen Moment verwirrt drein, dann aber erinnerte sie sich daran, dass das sicher nicht jeder wusste. Geschichte war etwas, das man eher unter philosophischen Gesichtspunkten lehrte, nicht für das tägliche Leben. Wahrscheinlich hatten 90% der Einwohner des Imperiums von sowas keine Ahnung, und sie hatte die nur wegen ihrem Vater und ihrem griechischen Lehrer. Und da machte sich eine kleine Erkenntnis in Axilla breit: Sie konnte was. Sie wusste was, das nicht jeder wusste, und konnte es einem anderen beibringen. Sie war doch nicht ganz so nutzlos, zumindest nicht vollkommen. Einen kleinen Moment im hier und jetzt war sie mal wirklich nützlich.
    “Nein, die Perser waren sicher nicht schwach. Die haben lange, lange das meiste von der Welt beherrscht. Wirklich lange Zeit. Aber die haben sich anders verwaltet. So ein bisschen wie die Parther jetzt noch, wenn auch nicht ganz. Also, da gab es einen Großkönig. Bei Alexander hieß der Dareus. Und der herrschte eigentlich über die Könige der einzelnen Länder, die ihm gehörten. Also da gab es dann ganz viele kleine Könige, die hießen Satrapen, und die wurden nur gemeinsam verwaltet und haben an den Großkönig Steuern gezahlt und so. Und das Reich von den Persern war wirklich RIESIG. Wenn da Krieg war, mussten die einzelnen Könige zwar alle Truppen schicken, aber bis die dann da waren, dauerte das halt. Die hatten nicht so wie wir die Legionen, die der Kaiser schicken kann, wenn er will.
    Daher war es den Truppen der Eroberten ja dann nicht so wichtig, ob die nun für die Perser gekämpft haben. Das waren ja nicht alles richtige Perser, sondern auch viele Mysier, Karier, Phrygier, Kiliken und so. Die haben ja immer noch für ihren Herrscher dann gekämpft, nur halt für die andere Seite dann. Und Alexander war ein wirklich großer Mann, der die Menschen um sich herum begeistern konnte.
    Weißt du, er hatte einen Leitspruch. Was er von seinen Männern erwartet hat, das hat er selber auch gemacht mit ihnen. Er ist mit ihnen auch in die Schlacht geritten und auch durchs Heerlager gegangen und alles. Er hat sie wirklich angeführt, nicht nur von hinten irgendwo Befehle gegeben. Er wär auch ein paar Mal beinahe getötet worden.
    Und er muss schon eine tolle Erscheinung gewesen sein, so jung und stark auf Bucephalus…
    Oh, von dem hab ich dir ja auch gar nicht erzählt! Alexanders Pferd hieß Bucephalus. Das konnte nur er allein reiten. Und das war ein riesengroßes Pferd, dass mutig mit ihm überall hingeritten ist. Als Alexander ein Kind war, wollte der Händler das Pferd an Philipp verkaufen, aber keiner konnte es reiten. Und dann ist Alexander zu dem Pferd gegangen, weil er gesehen hat, dass es Angst vor seinem Schatten und dem des Reiters hatte und deshalb so gescheut hat. Er hat es also gedreht, dass es den Schatten nicht sehen konnte, und ist dann mit dem Pferd losgeritten. Und als er es dann gewendet hat, um zurückzureiten, hatte Bucephalos schon soviel Vertrauen zu ihm, um keine Angst mehr zu haben. Da hat Philipp das Pferd dann für seinen Sohn gekauft, für dreizehn Talente Gold!“

    Eine unmenschlich hohe Summe. Das konnte man sich auch heute nicht vorstellen, für ein Pferd soviel Geld auszugeben. Axilla blickte Rufus eine Weile von der Geshcichte selbst ganz verzaubert an, ehe sie merkte, dass er ihr ja noch eine andere frage gestellt hatte.
    Eigentlich wollte Axilla sich ungerne hervortun mit ihrem Wissen über Schlachten. Als sie den einen Ausrutscher bei dem Abendessen mit Marcus Achilleos gehabt hatte, hatte Urgulania sie danach sehr komisch angesehen. Mädchen sollten sowas ja nicht wissen. Aber andererseits waren sie ja Freunde, da konnte man sich ja alles sagen. Auch, wenn man Farbe am Ohr hatte.
    “Ähm, also, das mit der Mitte ist taktisch einfach bedingt. Normalerweise war im hintersten Zentrum immer der Befehlshaber zu finden, und wenn dieser fiel, dann war die Schlacht gewonnen. Weil wer soll denn Befehle sonst geben? Wenn es einem also gelingt, den gegnerischen Befehlshaber gefangen zu nehmen oder zu töten, kann man eine Schlacht gewinnen, ohne dass man bis zum letzten kämpfen muss. Das minimiert die Verluste.
    Allerdings ist die Mitte üblicherweise auch am besten gesichert. Bei Alexander stand dort meistens seine Phalanx, und gegen die mit einer Reiterei anzugehen ist schon so verrückt. Ich meine, selbst wenn man die Pferde dazu kriegt, die Phalanx wirklich anzugreifen, sind die doch viel zu gut gesichert und zu dicht aufgestellt und zu schwer gepanzert. Da verletzt man nur die Pferde und kann sie später nichtmehr gebrauchen.“


    Das war jetzt sehr viel gewesen. Axilla brauchte nach soviel reden erstmal wieder was zu trinken.

  • Auch Ragin trank einen großen Schluck. Wie viel Axilla darüber wusste und vor allem wie viel verschiedenen Völker sie kannte, die er noch nie gehört hatte. Andererseits hatte sie vorher sicher auch noch nie etwas von Chauken, Mattiakern und Amisvariern gehört. Aber die Geschichte von dem Pferd gefiel ihm ganz besonders und langsam begann Ragin Alexander wirklich zu bewundern.
    "Das muss sicher ein tolles Pferd gewesen sein. Ich meine ich bin mit Helios ja sehr zufrieden, aber wenn ich das so höre, wäre der sicher toll für unsere Zucht gewesen. Wobei wir ja auch schon sehr große Pferde haben. Aber dass der neben seinen taktischen Kenntnissen auch noch ein Händchen für Pferde gehabt hat, ist schon erstaunlich. Jetzt kann ich schon ein wenig verstehen, dass ihn die Griechen für einen Gott hielten."


    Auch wenn Alexander gegen richtige Götter wie Donar und Teiwatz natürlich nur ein kleines Licht gewesen sein musste.


    "Und das mit der Mitte klingt auch logisch, so verstehe ich das. Du kannst wirklich gut erklären, man könnte meinen du hättest die Taktiken wirklich gelernt oder wärst dabei gewesen."


    Natürlich war beides relativ utopisch, aber es machte wirklich den Eindruck als wüsste sie wovon sie da sprach.

  • Erst verschluckte sich Axilla, dann musste sie auch noch husten. Sie wollte doch nicht, dass man das so bemerkte! Und Rufus meinte auch noch, sie sei gut darin! Das war ja wirklich schrecklich! Ein Mädchen sollte in sowas nicht gut sein. Als sie sich ausgehustet hatte, schaute sie ertappt und verlegen zu Rufus hinüber.
    “Naja, wir sind ja Freunde, nicht? Da darf man sich ja Geheimnisse sagen, oder?“
    Hoffnungsvoll schaute sie zu Rufus hoch. Sie kannten sich eigentlich nicht gut genug für wirkliche Geheimnisse. Aber entweder musste sie ihn jetzt anlügen, oder ihm vertrauen. Und Axilla war schon immer jemand gewesen, der viel zuviel Vertrauen hatte, in alles und jeden, nur nicht in sich selbst.

  • Für Ragin kam der Themawechsel ein wenig überraschend. Wieso ein Gehemnis? Sie waren doch gerade dabei gewesen, dass sie eine gute Lehrerin war und nun kam sie mit sowas an.


    "Natürlich kannst du mir ein Geheimnis anvertrauen. Ich habe dir schließlich das Schwert meines Vaters anvertraut."


    Hatter er beim ersten Mal nicht Sax gesagt? Nun vielleicht dachte sie ja es wäre eine Kriegsbeute von einem römischen Soldaten. Ja, ganz gewiss glaubte sie das sogar. Er war schon ein Meister der Tarnung! Aber vielleicht konnte er ihr das ja auch anvertrauen, wenn sie ja Freunde waren...aber doch wohl besser nicht. Sie waren ja Freunde, weil sie dachte er sei ein Römer und kein Germane. Nein, das würde er lieber noch ein wenig für sich behalten.


    "Keine Angst, dein Geheimnis ist bei mir so sicher wie..." Ja, wie was eigentlich? Beinahe hätte er gesagt: Wie im Schoß der Venus, aber er war sich nicht ganz so sicher ob das ein treffender Vergleich gewesen wäre, denn sein Wissen über die römischen Gottheiten waren nicht ganz so gut. Oder wäre Iuno passender gewesen? Welche war nochmal die, für die sein Vetter Phelan betete? Ach verdammt, diese Namen konnte sich doch niemand merken! "...als wäre es mein eigenes und ein Leben würde davon abhängen!"

  • Oha, das war aber ein gewagtes Versprechen! Axilla schaute Rufus einen Augenblick sehr bohrend an, aber der schien das durchaus ernst zu meinen, was er sagte. Trotzdem zögerte sie. Sie mochte ihn, er war der erste Freund, den sie hier hatte. Nagut, sie mochte auch Anthi und auch trotz allem Timos noch sehr gerne, und sie verstand sich gut mit Nikolaos und auch mit Cleonymus und trotz allem auch wieder – oder noch? – mit Marcus Achilleos. Aber einen wirklichen Freund hatte sie eigentlich noch nicht gehabt, nicht jemandem, mit dem sie wirklich Geheimnisse teilen konnte. Und das erforderte jetzt schon ein großes Vertrauen für sie, zu wagen, ihm das zu erzählen. Vielleicht mochte er sie dann nicht mehr, wenn er hörte, was für eine komische Erziehung sie genossen hatte? Immerhin war das nicht das, was man von einem Mädchen aus gutem Hause erwartete. Ganz und gar nicht, sie sollte viel eher andere Dinge besser können als taktische Schlachtplanung.
    Ein wenig unruhig rutschte sie daher auf ihrem Sitz herum und kaute kurz auf der Unterlippe, wie sie es immer machte, wenn sie nervös wurde. Sie wollte Rufus als Fruend nicht verlieren. Aber nun hatte sie schon damit angefangen, da konnte sie jetzt nicht „Ach, nichts“ sagen, das würde er dann ja merken, dass sie ihm nicht genug vertraute. Und das wäre wohl auch nicht gerade der Freundschaft zuträglich. Axilla überlegte noch kurz, dann fasste sie sich ein Herz. Ihr Vater hatte schließlich keinen Feigling großgezogen, und wenn sie einen Fehler begangen hatte, ihm da zu vertrauen, würde sie dafür auch geradestehen. Die Iunier standen immer für ihre Fehler gerade.
    Sie schaute noch einmal kurz zu Leander, der noch im Hintergrund stand. Aber der durfte es auch wissen. Er wusste von all ihren schlimmen Fehlern, da war sich Axilla sicher. Er hatte sie gefunden, nachdem sie Silanus weggeschickt hatte, hatte ihr geholfen, damit sie zu Timos zum fest gehen konnte, hatte ihre schlimmste Verzweiflung miterlebt, als sie sich nicht hatte selbst töten können. Er war ein vertrauenswürdiger Sklave und ihr treu ergeben.


    “Mein Vater hat mir das beigebracht.“
    Vorsichtig schaute Axilla zu Rufus auf, ob sie schon Anzeichen der Empörung sehen konnte, während sie den Satz kurz sacken ließ. Aber er sprang nicht auf oder schaute sie an wie eine Aussätzige, also schluckte Axilla und redete weiter.
    “Ich hab ja keine weiteren Geschwister, weil meine Mutter… also, sie war schon immer sehr kränklich und… naja, ich war halt das einzige Kind, das alt genug wurde, du verstehst? Aber Vater hat gesagt, dass das nichts macht, dass er das nicht nur seinem Sohn alles beibringen würde, sondern dass sein Kind sein Kind sei. Und es egal wäre, dass ich ein Mädchen bin, weil ich bin deshalb ja nicht dumm oder so. Und dann hat er mir das alles beigebracht, so Geschichte und Schlachten und wieso welche Taktik gut war und welche schlecht und reiten und wie man eine Rüstung richtig anlegt und wie man im Wald Feuer macht und wie man mit dem Schwe… ähm, also, ich meine, er hat mir halt vieles beigebracht, was Mädchen jetzt nicht können sollten.“
    Jetzt hatte sie beim Sprechen doch die Knie angezogen und sich so unbewusst in eine Selbstschutzhaltung gebracht, die ihr mehr Sicherheit gab. Sie fühlte, wie zerbrechlich ihr kleines Glück doch bisher gewesen war, und die Haltung gab ihr ein bisschen Sicherheit wieder. Axilla hatte ja sonst auch nichts, woran sie sich hätte halten können. Ihre Familie war klein und zerstreut, Urgulania hatte sehr selten Zeit wegen ihren Ämtern und war die einzige in der Nähe. Silanus war weg und hatte sich noch nicht gemeldet, und sonst wusste sie nur von einem Cousin, den sie aber auch noch nie gesehen hatte und auch nichts von ihm wusste. Und sonst hatte sie gar nichts.
    “Aber er war ein tugendhafter Mann und der beste Vater, den man sich vorstellen kann!“ schob sie noch hinterher, ehe Rufus noch den Fehler beging, ihren Vater zu kritisieren. Darauf würde sie nämlich nicht gut reagieren, das wusste sie. Alles andere könnte sie verkraften, aber in Bezug auf ihren Vater war sie sehr dünnhäutig.

  • Ragin hatte sonst was erwartet, aber er fragte sich immernoch ein wenig wann jetzt eigentlich das Geheimnis kommen würde. Gut, es war nicht üblich Frauen in Kriegstaktiken zu unterrichten, aber was sollte daran negativ sein? Und auch bei ihnen durften die Frauen lernen zu reiten und mit einem Schwert umzugehen, wenn sie das wollten. Wotans Töchter, die Walküren, waren ja auch furchtbare Kämpferinnen, wenn man den Geschichten Glauben schenkte, was Ragin natürlich tat.


    "Und was genau davon soll ich jetzt für mich behalten? Ich dachte jetzt du sagst irgendwas schlimmes, aber das sind doch alles gute und nützliche Sachen. Man sollte sich doch nicht schämen für Sachen die man kann, schon gar nicht wenn sie einem von seinen Eltern beigebracht wurden. Ich schäme mich ja auch nicht, weil ich viele Geschichten und Sange erzählen kann, die mir meine Mutter beigebracht hat. Solange du nicht der Legion beitreten willst, kann ich daran nichts schlimmes erkennen. Mein Vater hat mir nichts beibringen können..."


    Jetzt war ihm das herausgerutscht, dabei hatte er darüber gar nichts sagen wollen.
    "...aber dafür freue ich mich jetzt besonders, wenn du mir etwas über Taktiken und Schlachtengeschichten beibringen kannst."


    Eigentlich war er schon ein wenig geknickt. Nicht weil er Axilla ihren Vater nicht gönnte, aber es erinnerte ihn daran, dass er seinen Vater nicht gekannt hatte, oder nur so früh in seinem Leben, dass er sich nicht an ihn erinnern konnte. Also lächelte er ihr einfach aufmunternd zu, auch wenn ihm innerlich gar nicht danach war.

  • Im ersten Moment wusste Axilla gar nicht, was sie da sagen sollte. Sie saß mit offenem Mund an, als Rufus so tat, als wäre das das Natürlichste der ganzen Welt. So als sollte das jedes Mädchen am besten lernen. Sie starrte ihn an. Und starrte ihn an.
    Und starrte ihn an.
    Dann wurde sie sauer.
    “Du denkst wohl, dass ich einen Scherz gemacht habe?“
    Anscheinend nahm Rufus sie nicht für voll. Das war die einzige Erklärung, die Axilla hatte. Normalerweise hätte er vollauf empört sein müssen, oder entsetzt, oder zumindest betroffen und erschreckt oder irgendwas. Aber er freute sich darüber! Axilla fühlte sich nicht ernst genommen, und das mochte sie nicht. Sie hatte ihren ganzen Mut zusammennehmen müssen, um ihm das zu sagen, und er ging einfach drüber weg, als wäre nichts, als wär das gar nicht schrecklich unpassend. Bei ihm klang es fast so, als sollte sie das aller Welt auf die Nase binden, dass sie das konnte, weil sie da stolz drauf sein sollte.
    “Du nimmst mich gar nicht ernst…“ warf sie ihm schmollend und gekränkt vor. Ihre Füße wanderten noch ein wenig mehr zu ihrem Gesäß, als sie die Beine mehr anzog und sich ein wenig einigelte. Damit sah sie zwar auch nicht unbedingt erwachsener aus, aber sie hasste es, wie ein Kind behandelt und nicht für voll genommen zu werden. Vor allem von einem Freund.

  • Ragin schaute ganz erstaunt aus der Wäsche, denn so eine Reaktion hatte er nicht erwartet. Wie konnte sie denken, dass er sie nicht ernst nahm, schließlich hatte sie ihm ja gerade so viel über Alexander erklärt. Wie er da so nachdachte, schute er sie einfach einmal ein paar Augenblicke an, bevor er etwas sagen konnte.


    "Also ich nehme dich schon ernst...nun weil was du mir eben so alles erklärt hast...habe ich was Falsches gesagt, was dich beleidigt hat? Wenn du magst, kann ich das auch ganz schlimm finden, dass du sowas weist und kannst. Aber eigentlich find ich das wirklich nicht schlimm, warum denn auch?" maulter er nun doch ein wenig gekränkt.


    Was hatte sie denn nur? Er hatte ihr gesagt, dass er das nicht störend fand, und sie war eingeschnappt. Ob sie vielleicht aus seinem Zögern endlich geschlossen hatte, dass er doch kein Römer war? Oder hatte er sich anderweitig verraten? Vielleicht hatte er auch irgendwelche Römerdinge vergessen, die man bei sowas halt so zu machen hatte. Ragin wusste es einfach nicht.

  • Jetzt maulte er sie auch noch an! Grummelnd schaute Axilla zu Rufus hinüber. Männer verstanden manchmal aber auch gar nichts! Als ob Frau eine andere Sprache sprechen würde, die bei den Männern nur bruchstückhaft noch ankam!
    “Ich will nicht, dass du das schlimm findest, nur weil ich sage, dass das schlimm ist“, schimpfte sie noch immer eingeschnappt zurück. “Ich will…“ Ja, was denn eigentlich? Eigentlich war es ja gut, dass er das nicht schlimm fand und deshalb nicht gleich die Freundschaft aufkündigte. Aber er war so ganz anders als alles was sie gewohnt war. Und das, nachdem sie nun schon fast ein Jahr unter Griechen lebte, die allesamt jeder auf seine Art merkwürdig und seltsam waren.
    “…ich will, dass du ganz ehrlich zu mir bist und mir ganz ehrlich sagst, was du denkst. Du musst das nicht gut finden, weil das ist nicht gut. Ich meine, welches römische Mädchen kann schon sowas? Ich sollt viel lieber sticken und weben können und richtig gastgeben und kochen und all das! Also… du kannst mir doch nicht sagen, dass das in Mogontiacum so anders ist? Ich meine, ich kenn außer dir keine germanischen Römer, aber ich meine… du hast doch Bürgerrecht! Das heißt doch, du bist auch römisch? Ich meine… ich will, dass du ganz ehrlich bist.“
    Und noch ein wenig mehr vergrub sich Axilla in der Umarmung ihrer Knie. Sie verstand das alles nicht, das war so seltsam wie sonst nichts auf der Welt.

  • "Aber das hab ich doch!" platzte er noch heraus, als ihm klar wurde was sie noch gesagt hatte. Germanischer Römer. Sie hatte ihn also doch durchschaut, und das obwohl er sich solche Mühe gegeben hatte als römischer Römer durchzugehen. Aber jetzt wusste er wenigstens wohin der Hase lief.



    "Auch liegt es daran, weil ich gar kein richtiger Römer bin? Kannst du mir deswegen nicht glauben wenn ich etwas zu dir sage? Ja, ich bin ein Barbar, wie ihr uns so schön nennt. Ob ich jetzt die römische Staatsbürgerschaft habe, oder nicht, ich bin ein Amisvarier. Und wir Wilden haben kein Problem damit, wenn unsere Frauen schlau sind, reiten und sich verteidigen können. Und deswegen finde ich es ganz und gar nicht schlimm, was dein Vater dir beigebracht hat. Meine Cousinen können nämlich alle reiten!"


    Seine Stimme war traurig, denn er wähnte die kurze freundschaft mit Axilla schon an ihrem Ende. Daher nahm er jetzt auch eine ähnliche schmollende Haltung ein wie sie. Wahrscheinlich würde sie den Wilden vor sich jetzt gleich aus dem Haus werfen lassen, oder sogar schlimmeres. Schließlich hatte er nicht vergessen, was die Römer Sveija angetan hatten.

    "Ich dachte wir wären Freunde."
    brummelte er noch vor sich hin.

  • Das war jetzt wirklich viel. Jetzt feindete er sie auch noch richtig an! Unterstellte ihr ganz furchtbare Dinge! Konnte sie doch nichts dafür, dass er Germane war! Und überhaupt, sie hatte doch sowas gar nie gesagt! Noch nichtmal gedacht!
    Nachdem Axilla ihren Mund wieder zubekommen hatte und tief Luft geholt hatte, war sie jetzt dran mit Schimpfen.
    “Das hab ich doch überhaupt gar nie gesagt! Ist mir doch egal, ob du Amivianer bist! Meinetwegen kannst du auch Gallier oder Thraker oder Atlanter sein!
    Hatte sie die letzten wirklich gesagt? Egal, sie war grade in Fahrt, da machte Axilla sich über mystische Sagenmenschen nur peripher Gedanken.
    “Ich hab nie gesagt, dass ich dich für einen Wilden halte. Bis eben hast du dich wie ein ganz normaler Mensch verhalten! Aber offenbar ist es wohl bei euch auch üblich, den Gastgeber anzubrüllen, vielleicht sollte ich den Präfekten noch vorwarnen.“
    Das das jetzt eben gemein war, wusste Axilla, und sie fühlte sich auch augenblicklich danach furchtbar schlecht deswegen. Aber andererseits war sie zu wütend, um sich zu einer Entschuldigung durchzuringen.
    “Bei den Römern ist sowas eben nicht üblich. Und entschuldige bitte vielmals, dass ich angenommen habe, dass deine Familie so vornehm und angesehen ist, dass ihr eben keine Wilden seid und du auch so erzogen worden bist wie jeder andere römische Bürger auch.“
    Nachdem sie beim Streiten ihre Haltung wieder weitestgehend geöffnet hatte, sackte sie nun wieder in sich zusammen und igelte sich ein. Seine letzten Worte hatten sie vor allem getroffen, denn sie sagten ihr doch, dass sie ja doch keine Freunde waren. Man konnte eine Freundschaft eben nicht mal so eben von jetzt auf gleich auf der Straße schließen. Vielleicht sollte sie sich von ihren kindischen Träumereien da verabschieden und endlich erwachsen werden. Erwachsene suchten sich freunde nach politischen Gesichtspunkten, und nicht, um jemanden zum Reden zu haben. Vielleicht sollte sie damit mal anfangen, um ihrer Familie endlich mal Ehre zu machen.
    “Das dachte ich auch…“ murmelte sie zurück und blickte starr zur Seite. Sie würde Rufus nicht die Genugtuung geben, sie auch noch zum Weinen gebracht zu haben. Eine Römerin heulte nicht vor anderen, niemals. Aber wenn sie ihn jetzt ansah, war sie sich ihrer selbst nicht ganz sicher.

  • "Wenn man seinen Gästen immer vorwirft sie seien Lügner, dann muss man auch damit rechnen eine entsprechende Antwort zu erhalten. Der Praefect weis wie man sich seinen Gästen gegenüber benimmt und beleidigt sie nicht, nachdem sie ihm ihre Meinung gesagt haben! "


    Sie war offenbar doch nur eine dieser arroganten Römerinnen die sich für was besseres hielten! Hätte er ihr bloß niemals die Wahrheit gesagt. Wenn man es bei den Römern zu was bringen wollte, dann ging das wohl wirklich nur mit Lügen und das schon auf einem solch niedrigen Niveau. Was die römer wohl unter dem begriff Freundschaft verstanden?

    "Siehst du das sage ich doch! Hätte ich nur gesagt, dass ich so ein Mannweib wie dich ganz furchtbar finde! Aber Lügen war leider nicht Bestandtteil meiner Erziehung!"


    Ragin war aufgesprungen und sein Kopf war jetzt ganz rot angelaufen, denn was seine Ehre und seine Familie betraf war er sehr empfindlich.

  • “Tut mir leid, Gästen Honig ums Maul schmieren kam in taktischer Schlachtenplanung leider nicht vor! Du sagtest doch, du findest das ganz toll!“
    Mannweib… hielt er sie also doch für so furchtbar, wie sie von Anfang an gedacht hatte. Bestimmt war das mit seinen Cousinen auch nicht richtig. Grade eben hatte er ihr ja seine wahre Meinung darüber offenbart, sonst hätte er sie so nicht genannt in diesem abwertenden Tonfall. Von wegen und, er fände das ganze ganz toll.
    Jetzt wurden ihre Augen doch feucht, und wütend wischte Axilla die aufsteigenden Tränen einmal weg. Allerdings bedachte sie dabei ihre tintenbeschmierten Hände nicht und bekam etwas Tinte in die Augen, was brannte und sie kurz scharf die Luft einziehen ließ. Jetzt tränten ihre Augen nur mehr und nicht weniger, was sie noch viel wütender machte. Dabei war sie gar nicht wirklich wütend auf Rufus, als vielmehr auf sich selber. Sie war gemein geworden, das wusste sie, und sie sagte Dinge, nur um ihm weh zu tun. Sie wusste, dass das schlimm war und ihr Vater sie so ganz bestimmt nicht erzogen hatte. Und sie hasste sich selbst dafür, so zu sein. Aber trotzdem konnte sie jetzt nicht zurück.
    Sie sah kurz zu Rufus, der stand und einen vor Wut ganz roten Kopf hatte. Das war ihre Schuld. Hätte sie doch einfach ihre große Klappe gehalten! Andauernd brauchte sie ihr Mundwerk in Schwierigkeiten. War wohl ein Fehler gewesen, sich ihm anzuvertrauen. Sie hatte es gewusst, dass sie sowas nicht sollte. Am besten, sie schloss all das wieder ganz tief in sich ein und redete nie wieder über sowas, dann gab es auch keine Chance, dass ihr jemand deshalb weh tun konnte. Wenn sie sich nur lange genug einredete, dass es da nichts gab, dann würde sie es vergessen und dann wäre auch jeder Schmerz weg.
    Mit tonloser Stimme wandte Axilla leicht den Kopf ihrem Sklaven zu. “Leander, ich glaube, unser Gast möchte gehen. Bringst du ihn bitte noch zur Tür? Ich werde jetzt baden gehen, ich hab Tinte im Auge…“
    Sollte sich Rufus nur nicht einbilden, sie heule seinetwegen. Auch wenn es so war, aber das sollte er auf gar keinen Fall denken.

  • Honig ums Maul schmieren! Pah, wie sollte denn das gehen, da war ja lauter Tinte, schoss es ihm durch den Kopf. Aber er war jetzt zu zornig um noch groß zu reden. Sie schmiss ihn wirklich raus! Das war ein wahres Hohnlied auf das Wort Gastfreundschaft! Sie hatte Recht damit gehabt: Von so etwas hatte sie ganz sicher keine Ahnung. Wenn Ragin so mit seinen Gästen umgesprungen wäre, hätten ihn wohl erst Albin und dann Marga übers Knie gelegt. Und dann begann diese römische Ziege auch noch an zu heulen! Aber diesem Versuch ihm Schuldgefühle zu bereiten würde er keine Gelegenheit geben. Tinte ihm Auge...sicher...und Ragin war römischer Kaiser!


    Aber sein Zorn wurde jetzt kalt und hart, denn das hatte er in seiner Jugend schon gelernt: Rumbrüllen half nie etwas. So antwortete er mit kühler aber ätzender Stimme: "Ich finde den Weg selbst. Man geleitet nur Gäste zur Tür..."


    Mit diesen Wort stapfte er los. Bei den Göttern er würde ihr nicht die Freude machen, sich rausschmeißen zu lassen! Er wollte selbst gehen und der alte Sklave würde ihm sicher nicht folgen können. Ragin war kurz davor vor Wut zu platzen, und das hätte dann wohl das Fass zum Überlaufen gebracht. So riss er dann die Tür auf, stürmte wutschnaubend auf die Straße und machte sich auf den Weg in die Stadt. Wohin, das wusste er selbst noch nicht so genau.

  • Axilla schaute Rufus einfach hinterher, während Leander sich noch mühte, dennoch dem Wunsch seiner Herrin nachzukommen und ihm hinterhereilte. Allerdings hörte Axilla da auch schon die Tür und zuckte bei dem Rums zusammen. Mit staksigen Bewegungen kam sie aus ihrem Korbsessel und stand auf. Im Moment fühlte sie sich grässlich. Oder besser gesagt, sie fühlte sich nicht. Da war gar nichts, als hätte sie eigentlich gar keinen Körper. Es fühlte sich alles nur schwer an und leer.
    Sie räumte fein säuberlich alles zusammen. Die Tinte wurde wieder mit dem Wachspfropfen verschlossen. Durch ihre Hände angewärmt verformte sich das Wachs leicht und ließ sich so leicht biegen, dass die Tinte wieder abgedichtet war. Die Feder wurde ein paar mal über das nutzlos gewordene Papyrus gezogen, um die Resttinte darauf loszuwerden und dann vorsichtig hingelegt. Anschließend rollte Axilla das Papyrus ein. Die ganze Zeit tränten ihre Augen fürchterlich. Natürlich nur wegen der Tinte. Gerade da kam Leander wieder zu ihr.
    “Herrin, lass mich das doch machen. Herrin Axilla? Komm, geh ins Balneum, Herrin, du bist ganz mit Tinte verschmiert. Ich räume hier auf.“
    Axilla ließ sich von Leander nicht helfen und ruckte unwillig mit dem Papier. Ihre Lippen verzogen sich zu schmalen Linien, als sie vor sich hin ins nichts starrte.
    “Ich bin wirklich so furchtbar, nicht? Vater wäre furchtbar enttäuscht von mir…“
    Sie schaute zu ihrem Sklaven hinüber, der sie ganz hilflos anschaute und nicht wusste, was er ihr sagen sollte. Aber natürlich, er konnte ihr ja auch nicht recht geben, sie war ja seine Herrin, aber genau deshalb konnte er ihr ja auch nicht widersprechen. Axilla ließ den Kopf sinken und gab Leander tonlos die improvisierte Karte. Sie war so furchtbar, und ihr Vater wäre schwer enttäuscht von ihr, das wusste sie selber. Dafür brauchte sie nicht noch die Zustimmung ihres Sklaven.
    Wie neben sich stapfte Axilla schlurfend zum Balneum, um sich ausgiebig zu waschen. Die Tinte musste von ihr runter, dann würden auch ihre Augen aufhören, zu tränen.

  • Natürlich begleitete er den alten Sklaven ins Tablinum. Dort lag Axilla auf einer Cline und las in einem Buch. Und zwar nicht in irgend einem, sondern in dem das er ihr geschenkt hatte. Normal wäre er jetzt wohl zu ihr hingeschlichen und hätte sie erschreckt, aber danach war ihm im Moment irgendwie nicht.


    Also setzte er eine gespielt freudige Miene auf und sprach sie an.


    "Salve Axilla. ich hoffe das Buch gefällt dir."


    Etwas blöderes war ihm gerade nicht eingefallen.

  • Ein bisschen überrascht war Axilla schon, Rufus so schnell wiederzusehen. Immerhin waren sie nur einen Tag vorher ausreiten, und sie hatte gedacht, dass er an der seltsamen Situation länger zu knapsen hatte. Sie selber fühlte sich jetzt noch ein wenig komisch, wenn sie ihn so ansah, und deshalb legte sie auch gleich das Buch weg und stellte sich vernünftig und wie es sich gehörte hin, um ihn zu begrüßen.


    “Salve, Rufus. Ähm, Ragin, mein ich.”
    Sie stand einen Augenblick nur unschlüssig da, ehe ihr seine Frage wieder in den Sinn kam, die sie ja gar nicht beantwortet hatte.
    “Oh, ja. Ich mag Homer gern. Und auf Latein versteht man alles, in ionisch ist das manchmal ein bisschen schwer.“
    Ihre Abschrift, die sie daheim gehabt hatte, war auf ionisch gewesen und Iason hatte sie damit gequält. Dafür war dann das Versmaß melodischer, allerdings war das bei so einer Geschichte ja nebensächlich. Sie war schließlich kein Dichter, der auf Kunstfertigkeit achtete, sondern mehr Genießerin, die auf Inhalt achtete.
    “Ähm, willst du was trinken?“ erinnerte sie sich an ihre Manieren.

  • "Nein danke, sehr nett, aber ich bin nicht durstig."


    Ragin hatte das Buch auch gelesen, ebenfalls in Latein. In Koiné hätte er es wohl gerade noch hinbekommen, aber Ionisch verstand er kaum. Was trinken wollte er nicht, aber gleich auf den Punkt zu kommen traute er sich auch nicht.


    "Das Buch ist toll. Wo bist du denn gerade? Also ich find ja Achilles toll. Aber eigentlich ist ja Odysseus der Beste, weil er so schlau ist. Da kann ich mich nie so genau entscheiden. Der eine ist ein großer Kämpfer und der andere ist ein kluger Kopf. Na ja, am Ende gewinnt der Listigere, also der hat die entscheidende Idee. Ich hoffe ich verrate nicht zuviel, aber du kennst das Buch ja schon."


    Ragin setzte sich ihr gegenüber auf eine Kline und spielte nervös mit seinen Fingern. Ein wenig war ihm schon schlecht und seine Kehle war trocken. Er hätte doch etwas zum Trinken nehmen sollen, aber jetzt hatte er schon nein gesagt. Zumindest war das Buch ein gutes Thema um das Unvermeidbare vor sich her zu schieben.

  • Irgendwie schien Rufus sehr nervös zu sein, und Axilla glaubte nicht, dass er wirklich mit ihr über das Buch reden wollte. Aber als andere Möglichkeit fiel ihr nur ein, dass er noch einmal mit ihr über die Situation im Schlamm reden wollte. Das allerdings wollte sie tunlichst vermeiden, also vermied sie es, in diese Richtung auch nur zu denken und ging stattdessen voll auf das Buchthema ein.
    “Oh, noch nicht so weit, noch fast am Anfang. Ist noch nichtmal Patroklos tot.
    Ich mag ja am liebsten Hektor. Ich sollte ja eigentlich sagen, Aeneas, immerhin war er Stammvater der Römer und Sohn der Venus, aber… ich mag Hektor lieber. Der ist so gut und aufrecht und edel, und ein toller Soldat und treuer Sohn. Auch wenn er dann von Achilles erschlagen wird und dass er Patroklos erschlagen hat nicht so gut war. Aber… den mag ich trotzdem am liebsten.“

    Axilla setzte sich auf die Cline Rufus schräg gegenüber und begann ihrerseits auch nervös mit den Händen zu spielen. Er war ja sicher nicht gekommen, um mit ihr über Literatur zu sprechen, aber sie hoffte, er sagte jetzt nichts Dummes wegen der Sache im Schlamm.

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