[Casa Prudentia] Prudentisch - Duccische - Eheschliessung, Der Komödie erster Teil

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    Es tut nicht wirklich weh, es ist nur recht unangenehm... und anstrengend.


    Albit nahm einen Schluck Saft und lächelte sogleich wieder.


    Ich schätze der junge Priester und nicht der Alte ist dein Bruder? Wie heißt er denn? Hach, so viele Verwandte, die ich alle gar nicht kenne. In Brogilus sind wir die einzigen Duccier. Wobei ich ja eigentlich seit meiner Hochzeit eine Smiphuz bin.


    Albit lachte. Es war schon wirklich verwirrend mit den Familienzugehörigkeiten. Als Sontje dem jungen Mann, Ragin hieß er wohl, vorschlug, er solle doch mit dem Mädchen tanzen, das die Getränke servierte, musste Albit erneut lachen.


    Ich bin mir sicher, dass ihr das gefallen würde. Ich weiß nur nicht, was ihr Herr dazu sagen würde. Das Mädchen ist eine Sklavin, eine Unfreie. Und die Römer haben es nicht so gern, wenn man sich einfach ihres "Besitzes" bemächtigt.


    Das Wort Besitz sprach sie schon fast verächtlich aus. Wie ihre Geschwister war auch sie in der Weise erzogen worden, dass kein Mensch ein Besitz war und auch Unfreie zur Familie gehörten.
    Sie wandte sich Ragin zu.


    Frag ruhig Uhti, ob sie später mit dir tanzt. Sie liebt das Tanzen, musst du wissen.

  • Was nun - von römischer Seite - noch fehlte, waren die notwendigen Opfer, die vor der eigentlichen Verbindung darzubringen war. Alles war soweit auch bereits vorbereitet worden und im Garten des Hauses warteten die benötigten Opfertiere - von Opferhelfern beaufsichtigt - auf ihr Schicksal.
    Da aber - so war Balbus mitgeteilt worden - nach den Auspicien auch die Zustimmung der Germanischen Götter eingeholt werden sollten, wurde mit dem darbringen der Voropfer noch gewartet, bis dies erledigt war.

  • "Meint ihr wirklich? Auf Lokis Hochzeit wollten auch alle Frauen tanzen, aber keine wollte mit mir tanzen. Einzig Marga hatt mich gefragt, aber ich glaube ich war zu betrunken und weis gar nicht mehr ob wir nun getanzt haben oder nicht. Wahrscheinlich hat sie mich über die Schulter geworfen und ins Bett getragen!" Ragin grinste schief und kratzte sich etwas verlegen am Kopf. Er hätte kein Problem damit gehabt, mit der Sklavin zu tanzen, doch sie waren hier bei Römern und da er Witjon keine Schande machen wollte, verwarf er das gleich wieder. Aber dass man ihm offenbar ansah wie scharf er aufs tanzen war, machte ihm schon ein wenig Angst und brachte ihn in Verlegenheit. Jetzt hätte er doch einen Met gebrauchen können.


    "Nene, tanz du nur mit Arbjon. Der passt vom Alter her viel besser zu dir. Er hat dich ja schon auf der letzten Hochzeit in Beschlag genommen. Wenn ihr nicht so nah verwandt wärt..." antwortete er Sontje pampig, auch um etwas von sich abzulenken. Wenn doch nur Axilla da wäre, die hätte sicher mit ihm getanzt. Aber das wäre auch nur als Freund gewesen. Offenbar nahmen ihn die Frauen einfach nicht ernst als Mann. Mit dieser Erkenntnis würde er schon mindestens zwei Met brauchen, wenn sie wieder in der Casa Duccia waren. Dann richtete er das Wort an Albit:


    "Ich weis nicht. Ich glaube ich frag sie lieber nicht. Dann sagt sie doch nur nein und mir wird dann nachgesagt ich würde versuchen wehrlosen Frauen auf Hochzeiten nachzustellen. Oder sie lacht mich am Ende noch aus, was ich armseeliges Würstchen denn überhaupt von ihr will. Da bleibe ich lieber hier und beobachte alles von einem sicheren Platz aus, ohne mich der Peinlichkeit preis zu geben."

  • Auch Witjon atmete erleichtert auf, als der Augur den guten Willen der Götter verkündete. Die römischen Götter blickten offenbar wohlwollend auf diese Verbindung, hoffentlich würden die seinen das ebenso sehen. Er nickte Balbus freundlich zu und dankte ihm, dann wandte er sich Callista zu, die ihn ansprach.


    Zitat

    Original von Prudentia Callista
    "Schau mal Witjon, da ist deine Familie." sagte sie fröhlich und wartete darauf, dass er sie begrüßen würde.


    Und genau das tat Witjon. Er schenkte seiner Braut ein Lächeln, als sie seine Hand drückte und ging dann los, seine Familie zu begrüßen. Damit ließ er sich allerdings nicht zu lange Zeit, denn Verus wollte mit der Zeremonie beginnen. So kam er dann nach einigen Umarmungen und Wangenküssen zu seiner Braut zurück.
    Zunächst wandte er sich der Gesellschaft zu, die sich eingefunden hatte, seiner Vermählung beizuwohnen.
    "Holde Damen, hohe Herren, Verwandte, Freunde, Bekannte, ich freue mich aufrichtig euch heute hier begrüßen zu dürfen. Wen ich noch nicht persönlich begrüßen konnte, den heiße ich hiermit herzlich willkommen in der Casa Prudentia! Hört, der Augur hat das Wohlwollen der Götter Roms festgestellt, mit dem diese auf die Verbindung der Gentes Prudentia und Duccia herabblicken! So wollen wir nun fortfahren und den Segen der Götter meiner Ahnen erbitten. Für alle unsere römischen Gäste möchte ich diesen Vorgang kurz näher erläutern:
    Es werden Wodan, Frigg, Donar und Freya angerufen, also die wichtigsten göttlichen Wesen, die wir anbeten. Sie sollen ihren Segen geben und so der Vermählung Fruchtbarkeit und Dauer geben. Dann werden die Geister der Natur um ihren Beistand gebeten und zuletzt die Ahnen des Brautpaares. Ich möchte dies vorweg nehmen, da die Gebete in der Sprache meiner Ahnen gehalten werden und die meisten römischen Gäste wohl leider nichts verstehen werden. Nundenn, wollen wir endlich beginnen."

    Er nickte seinem Vetter Verus zu und nahm dann wieder seinen Platz neben Callista ein, deren Hand er nahm. Trotz seiner Nervosität strahlte der junge Duccier nach außen hin Selbstbewusstsein aus und bewies ein sicheres Auftreten trotz völliger Unsicherheit.

  • "Es tut nicht weh und ist trotzdem anstrengend? Wie kannst du denn überhaupt schlafen?" fragte Sontje neugierig, aber auch um ihr Wissen aufzufrischen oder auf neueren Stand zu bringen. Man erzählte sich ja sovieles.. aber ob es wahr war wusste nur die Quelle selbst. Diese Quelle saß gerade direkt bei ihr und wusste genauestens Bescheid. "Ja, der jüngere ist mein Zwillingsbruder." erwiderte sie nickend. "Er heisst Phelan. Ihr seid aus Brogilus? Das ist weit weg von hier.. oder? Na.. dann lassen wir die Finger von dieser unfreien Frau, wenn sie schon wem gehört."


    Ragin meldete sich zu Wort. "Klar meine ich es wirklich so. Vergiss deine bisherigen Misserfolge und suche dir jemandem zum Tanzen. das kann doch nicht so schwer sein.. finde ich. Aber wenn du so mies denkst, dann ist es schwer." Sie lächelte. "Wieso? Was wäre wenn wir nicht so eng verwandt wären? Vergiss es, Ragin, er ist Soldat und darf nicht heiraten. So schade es auch ist... ich versuche mich damit abzufinden." Sie stand auf, nahm Ragin spontan in den Arm und legte ihre Hände auf seine Schultern. "Geh und frag die jüngere Schwester.. sonst tanze ich mit dir!" drohte sie freundschaftlich und zwinkernd. "Es geht nur um ein einziges Wort.. und ich glaube nicht, dass die Frauen so schlimm über dich denken. Ich denke, sie freuen sich, wenn sie nicht dumm rumstehen und zugucken müssen. Schau.. sie haben das gleiche Problem in sich wie du."

  • Nachdem seine Braut ihn auf das Eintreffen seiner Sippe aufmerksam gemacht hatte, begrüßte Witjon seine Familie freudenstrahlend. Es wurde Umarmt, einander die Hände gereicht und fröhliche Worte ausgetauscht. Besonders seine Mutter und seine Schwestern hieß Witjon mit Freuden willkommen in der Casa seiner Braut. Er hatte die quirlige Truppe zwar schon ein paar Tage zuvor bei ihrer Ankunft in der Casa Duccia begrüßen können, doch die Zeit war rar gewesen und so freute er sich umso mehr, heute seine Hochzeit mit seinen engsten Familienangehörigen feiern zu können. Sontje wurde ebenso herzlich gedrückt und Witjon bekam Ragins Worte über die Frauen und das Tanzen mit. Daraufhin grinste er nur breit und stupste Uhti, seine jüngste Schwester, an die Schulter. "Sag an Uhti, würdest du später mit meinem ansehnlichen Vetter Ragin hier tanzen?" Er drehte seine Schwester und deutete auf den jungen Duccier, der nun vermutlich im Boden versinken wollte, doch das war Witjon egal. Der Pimpf, der so viel gewachsen war, brauchte ein Erfolgserlebnis um sich nicht wieder total abzuschießen und dafür wollte er sorgen.
    Uhti derweil schmunzelte verlegen und musterte Ragin offen. Witjon stieß Ragin an und warf einen kurzen grinsenden Blick zu Sontje. "Immerhin ist der junge Mann hier in bester Verfassung und muss doch das Tanzen üben, nicht wahr?" Uthi nickte und erwiderte fröhlich: "Japs, ich tanz mit dir, Ragin." Sie grinste und hibbelte ein wenig herum, denn das war ja nun schon ganz schön aufregend für die kleine Germanin. Daraufhin sah Witjon sein Werk als erfüllt an und wandte sich an seine Schwester Albit. "Albit, übertreib's heute nicht, ja?" Er zwinkerte ihr zu und schenkte dann noch seiner Mutter ein liebevolles Lächeln. Der traten beinahe die Tränen in die Augen - und das obwohl die Zeremonie ja noch nicht einmal richtig begonnen hatte!! "Ich freu mich ja so für dich, mein Junge!" Witjon hätte beinahe die Augen verdreht, beherrschte sich jedoch und streichelte der Mutter nur sanft den Arm. "Ja Mutter, es ist ein großer Tag. Ich werde jetzt wieder zu meiner Braut nach vorne gehen, wir wollen weitermachen." Hoffentlich würde dieser Sauhaufen während der Zeremonie wenigstens ruhig sein, die Auspizien waren offenbar genauso interessant gewesen wie die Misthaufen, die sich in der Gosse türmten. Kein Wunder, dass hier in den hinteren Reihen so viel gequatert wurde. (:P)

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    Zitat

    Original von Duccia Vera
    "Es tut nicht weh und ist trotzdem anstrengend? Wie kannst du denn überhaupt schlafen?" fragte Sontje neugierig, aber auch um ihr Wissen aufzufrischen oder auf neueren Stand zu bringen. Man erzählte sich ja sovieles.. aber ob es wahr war wusste nur die Quelle selbst. Diese Quelle saß gerade direkt bei ihr und wusste genauestens Bescheid.


    Albit lachte erneut. Dies war zwar erst ihr erstes Kind, aber mittlerweile hatte sie "den Dreh raus", wie man so schön sagte.


    Wenn es strampelt, nimmt es mir manchmal die Luft, oder mir wird ein wenig übel. Außerdem zieht das Gewicht ganz schön an meinem Rücken. Es ist ein wenig, als würdest du stundenlang zwei volle Eimer Wasser vor dir hertragen. Ja, so eine Schwangerschaft ist ganzschön anstrengend, aber es ist auch etwas ganz Besonderes, zu spüren, wie in dir ein neues Leben wächst. Schlafen ist gar nicht so problematisch, solange ich nicht auf dem Rücken liege. Das scheint für das Kind eher unangenehm zu sein.


    Ihr Bruder kam herüber und begrüßte sie, vermittelte noch schnell einen Tanz zwischen Uhti und Ragin und hatte dann noch einen gutgemeinten Rat auf den Lippen.

    Zitat

    Original von Numerius Duccius Marsus
    "Albit, übertreib's heute nicht, ja?"


    Übertreib du es lieber nicht, mein Bester. Vergiss nicht, dass ich schon verheiratet und seit geraumer Zeit schwanger bin. Ich weiß schon, wieviel ich mir zumuten kann. Du aber solltest heute die Finger lieber vom Met lassen, sonst wirst du nicht mehr in der Lage sein, deine Ehe auch zu vollziehen.


    Albits Worte ließen Uhti prusten und kichern...

  • Das Nicken von Witjon war das Signal.


    Verus trat wenige Schritte vor die beiden, dort war ein kleiner Tisch aufgebaut. Auf dem zwei Kohlepfannen und eine Schale mit Wasser standen. Des Weiteren lagen einige Kräuter bereit und sowie ein paar Werkzeuge, die Phelan schon bald brauchen würde. Auf die Kohlepfannen legte er jeweils eine Art nach innen gewölbte Teller mit kleinen Löchern. Dort hinein streute er aus der Höhe ein paar Kräuter, die er einen Tag vorher in den Wäldern Mogontiacums gesammelt hatte. Diese Kräuter sollten zum einen mit ihrem Aroma die Anwensheit der göttlichen Geister stärken, zum anderen sollten sie das Wasser weihen. Langsam verbrannten die Kräuter und die Düfte schwebten und verteilten sich um die Gemeinschaft herum.
    Dann drehte er sich dem Brautpaar zu und erhob seine Hände und schaute Richtung Himmel.


    "Ihr Götter! Ich bitte euch, hört uns mindere Wesen an, wir erflehen eure Aufmerksamkeit. Ihr Geister Asgards und Midgards, hört uns an."


    Er nahm einen kräftigen lauten Atemzug bei geschlossenen Augen. Er sog die Düfte ein, er sollte das Mittel sein, über das die Götter ihre Anwesenheit ausstrahlten.


    Dann schüttete er die beiden Teller, auf denen jetzt die Asche der Kräuter ruhten, in die Schale mit Wasser und rührte mit einem Zwei um. Wieder drehte er sich zu dem Brautpaar.


    "Wodan, oh höchster Göttervater. Diese beiden Menschen brauchen dich, sie brauchen deine göttliche Weisheit. Schenke ihnen deinen Segen, so dass sie nie den Kopf in jeglichen Situationen verlieren, sondern immer mit weisen Taten klären. Mächtiger Wodan, schau auf uns herab denn wir rufen dich an! Wir rufen dich an!" Jetzt besprenkte er mit dem getränkten Zweig die Brautleute.


    "Frigg, Göttermutter, auch du sollst Wachen über diese jungen Geschöpfe. Schenke ihnen deine stetige Fürsorge, auf das dieser Bund früchte tragen möge. Hohe Frigg, schau auf uns herab denn wir rufen dich an! Wir rufen dich an!" und wieder besprengte er die beiden mit dem geheiligten Wasser.


    "Donar, oh starker Donar. Deine göttliche Stärke ist gefragt, da du der stärkste bist und so soll Witjon ebenfalls von jener gesegnet sein. Auf das er seine Frau immer beschützen mag. Leite ihn durch ihr neues Leben und führe seine Hand mit deiner Macht. Stärkster Donar, Herr der Blitze, schau auf uns herab denn wir rufen dich an! Wir rufen dich an!" eins, zwei, drei mal schleuderte der junge Gode das Wasser.


    "Freya, oh barmherzige Freya, erhöre meine Worte. Lege deine schützende Hand über Callista. Sorge für ihre Gesundheit, behüte sie vor jeglichem Übel und sicherer die Nachkommenschaft ihrer Kinder. Habe immer ein wachsames Auge auf sie. Freya, oh barmherzige Freya, schau auf uns herab denn wir rufen dich an! Wir rufen dich an!"
    das letzte Mal besprengte er die beiden mit dem Wasser. Danach löschte er die Flammen in den Kohlepfannen. Nachdem die Asche etwas abgekühlt war, benetzte Phelan seine Daumen mit eben jener und Schritt zu dem Brautpaar. Gleichzeitig schreib er den beiden das germanische Wort 'rhainin' auf die Stirn. Es bedeutete Reinheit, die Reinheit, mit der sie jetzt den heiligen Bund der Ehe eingehen konnten und sollten. Die Zeremonie schloss der junge Gode mit gefaltenen Händen und einem Lächeln, welches den beiden Brautleuten galt.

  • Crista liess Callista von dannen ziehen als diese ihre neue Famillie begrüßen ging und liess sich von Nanta berichten was so vor sich ging. Callista würde sicher nicht sogleich wieder zurückkehren.. also machte Crista sich mit Nantas Hilfe am angebotenen Buffett und an den gereichten Getränken gütlich. Beide Frauen zogen sich in eine schattige Sitzecke mit Korbstühlen zurück. Zufrieden mit sich erfrischte Crista sich am Imbiss samt Getränken und wusste nicht was sie als Blinde sonst noch hier hielt. Einerseits war es zu früh zum gehen anderseits wollte sie auch nicht länger bleiben als nötig. Eine blöde Zwickmühle.. wieder einmal.

  • "Aber du würdest es tun, wenn es gehen würde? Was an ihm gefällt dir denn an ihm so besonders?" Vielleicht würde er so erfahren können, was die Frauen an Männern toll fanden. Dann würde er sich danach richten können. Das man sich gut verstand konnte es nicht sein, das hatte er selbst schon herausgefunden.


    Dann tippte er ihr mit dem Zeigefinger auf die Nase. "Na bevor ich mit dir tanze, da frage ich glaube ich doch lieber Uhti. Dass du mir immer mit solchen drakonischen Strafen drohen mussten" antwortete er grinsend und strackte ihr die Zunge heraus. "Aber vielleicht kannst du sie ja nachher mal ganz unauffällig fragen ob sie sich vorstellen könnte mit mir zu tanzen. Du weist ja, so unter Frauen. Aber sag bloß nicht dass ich dich geschickt habe oder sowas."

  • Auch ich hatte mich mittlerweile bei Marsus´ Hochzeit eingefunden. Und viel Aufsehen zu erregen betrat ich die Casa Prudentia und gesellte mich unter die Hochzeitsgemeinde.
    So langsam hatte ich mich an die germanischen Sitten und Bräuche gewöhnt, so das es doch kein ganz unbekanntes mehr für mich war, eine germanische Eheschließung.

  • "Zwei volle Eimer Wasser tragen.." Sie versuchte sich das Gewicht vorzustellen, dass sie dies tragen würde. "Das ist schwer sowas..." meinte Sontje schliesslich. "...aber aus zwei vollen Wassereimern wird kein Kind draus. Man geht auf eine einsame Wiese, trifft sich mit jemandem und dann kommt man zurück und wartet darauf, dass die Übelkeit kommt und der Bauch sowie Brüste anschwellen." So ihre Vorstellung vom Schwanger werden und -sein, das man dabei aber schlecht schlafen konnte, hatte sie gar nicht daran gedacht. "Du wirst auch dann schlecht schlafen, wenn dein Kind erst einmal da ist. Das wacht jede Nacht auf und schreit nach Mutterwärme und Milch."


    Marsus war derweil dazu gekommen und schien sich ebenfalls auf Ragin und sein nicht-tanzen können oder wollen eingeschossen zu haben. "Ja, du hast recht.. ohne Erfahrung in dieser Sparte geht gar nichts." erwiderte Sontje und beantwortete seine Frage wegen und nach Arbjon. "Mir gefällt an Arbjon, dass er verwegen und gefährlich aussieht, sich unter dieser Tarnung aber ein freundlicher netter Mann verbirgt, der es versteht zu tanzen und zu unterhalten. Er weiss sehr viel und respektiert einen, er kann besorgt und fürsorglich sein, er beobachtet gut und hat Gefühle.." fiel Sontje nacheinander ein. Da war ihr aber ganz schön viel für eine erste Begegnung aufgefallen... nur leider.. leider war er Soldat! Es hätte sicherlich zwischen ihnen gefunkt, wenn sie dies nicht gewusst oder erfahren hätte.


    Sie musste spontan lachen, stupste Ragins Seite an. "Der Auftrag ist leider bereits erledigt worden. Marsus hat Uhti gefragt. Nun zeig dich mit ihr auf der Tanzfläche. Du wirst dich nicht blamieren.. vertrau dir selbst ein bisschen mehr!" spornte sie den jungen Mann an und entdeckte diesen Mann. Verfolgte er die Duccier oder wer war das nochmal gewesen? Sontje meinte Maecenas. "Witjon... guck mal, der ist wieder da." Sie machte ein besorgtes Gesicht und wünschte keinen Ärger, zumal sie Phelans Stimme hörte, der die Zeremonie begonnen hatte. Sontje schwieg und betete die Gebete für das Brautpaar mit.

  • Eila war mit den anderen Duccii eingetroffen und hatte sich wie so oft in letzter Zeit eher etwas zurückgehalten. Sie konnte nicht wirklich sagen, was mit ihr los war aber irgendwie hielt sie momentan eine stetige leichte Traurigkeit gefangen. Vielleicht aufgrund der vielen Veränderungen, vielleicht aufgrund ihrer neuen Verpflichtungen, vielleicht auch einfach ohne einen bestimmten Grund.


    Auf alle Fälle hatte sie sich für Witjons Hochzeit ebenso wie die von Loki vor kurzem schön herausgeputzt. Für beide Anlässe hatte sie sich neue Kleider von ihrem frischverdienten Geld gekauft. Am heutigen Tag trug sie ein Kleid aus feinem dunkelgrünem Stoff mit hellgrünen und cremefarbenen Verzierungen. Ihre langen Haare trug sie anders als die meisten römischen Frauen offen.


    Nachdem sie dem Geschehen vorläufig still gefolgt war, trat sie nun zu näher zu den anderen Duccii hin. Sontje und Ragin schienen sich wie so oft zu bekabbeln und lächelnd schritt sie auf diese zu. "Na, was treibt ihr zwei schon wieder?" fragte sie dann amüsiert.

  • Eigentlich war sie aber schon auf dem Weg aus dem Gesicht in Richtung Ohren gewandert, als Sontje angefangen hatte von anschwellenden Brüsten zu sprechen und Ragin sein Wasser, von der er gerade trank, ausgeprustet hatte. Danach hatte er dann gehustet als hätte er sich verschluckt, damit es nicht so auffiel.


    "Wie, Witjon hat schon gefragt?" Ragin wich fast das gesamte Blut aus dem Gesicht. Dann lächelte er aber. "Und sie hat ja gesagt?" stellte er eine rhetorische Frage und winkte Uhti zu. Dann kam aber Eila zu ihnen und irgendwie fühlte sich Ragin ertappt, obwohl er ja gar nichts getan hatte.


    "Wir unterhalten uns nur übers Tanzen. Tanzt du auch gerne?" Blöde Frage, alle Frauen tanzten gerne, aber etwas geistreicheres war ihm einfach nicht eingefallen.

  • Nachdem Verus nun auch die germanischen Götter für die Hochzeit vorbereitet hatte, stand nun ein weiterer römischer Programmpunkt an. Eigentlich sogar einer der wichtigsten, denn nun würden die Opfer an jene Göttinnen und Götter folgen, die für das Gelingen einer Ehe wichtig waren.


    Einige Sklaven bereiteten den Bereich hinter dem Impluvium vor, wo die Opfer dargebracht werden sollten. Sie bereiteten einen kleinen Altar und breiteten auf dem Boden einige große Tücher auf, die den Boden zumindest ein wenig vor dem Blut der blutigen Opfer schützen sollten.
    Ein Opferhelfer, ebenfalls ein Import aus Rom, kümmerte sich um die Voropfer, die die Aufmerksamkeit der Götter erwecken sollten. Als dies erledigt war, zog sich der Helfer einige Schritte in den Hintergrund, denn nun war es an den Brautleuten die Opfer für Iuno, Tellus und Ceres sowie Pilumnus und Picumnus durchzuführen.

  • Lando beobachtete das Prozedere aufmerksam, aber kritisch. Dass die römischen Götter zuerst angebetet wurden, ließ er einfach mal durchgehen, auch wenn ihm das garnicht in den Kram passte. Was ihm auch zu denken gab, war die Anrufung der Götter innert steinerner Wände, etliche Goden würden sich bei dieser Vorstellung wahrscheinlich im Grabe umdrehen, wären sie nicht allesamt vorher schon verbrannt worden. Allerdings tröstete es ihn darüber hinweg, dass Phelan sich durchaus souverän in der Anrufung gab, und Witjon als Ubier würde sich wahrscheinlich kaum darüber beschweren. Und sowieso: Witjon! Er hatte sich einen Bart stehen lassen... oder zumindest etwas, was durchaus mit viel Mühe mal ein Bart werden würde. Lando hegte auf einmal wieder Hoffnung, dass aus dem Jungen doch nochmal ein vernünftiger Nachfahr Wolfriks würde.
    Also ließ Lando die Zeremonie unkommentiert, warf seiner Braut einen undeutlichen Blick zu, und zwang Vala und Rodrik, die im Hintergrund wieder irgendwelche Faxen machten, mit einem energischen zur Ruhe.


    "Und watt kütt no, Arbjon?", raunte Lando seinem ubischen Vetter zu, als wieder ein Schritt in der Zeremonie abgeschlossen schien, und wieder etwas kam, das er nicht kannte.

  • "Das Opfer.", raunte Vala, der das ganze sehr viel pragmatischer sah als Lando. Sowieso schien sein Vetter eine Beziehung zum Reich zu haben, die sich Vala nicht ganz erschloss. Einerseits diente er treu und zuverlässig, wohl aus Dankbarkeit, wie Eila es ihm mal erklärt hatte, andererseits versuchte er, den kulturellen Einfluss des römischen Reiches weitgehend aus den Mauern der Casa zu verbannen. Was ihm auch recht gelungen war, musste Vala zugeben. Das beschränkte wohl den Kulturschock auf ein Minimum, besonders wenn man zuhause war.


    Vala beobachtete die Vermischung germanischer und römischer Riten mit wachem Interesse. Lando hatte wohl darauf gepocht, und Witjon nicht widersprochen, und Balbus wohl ebenso, schließlich ging es hier um die Verbindung zweier Familien, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Vala freut sich, und das aus rein politischem Kalkül, war es doch wichtig zu zeigen, dass die Gens nicht nur in germanischen Kreisen zu verheiraten war.

  • Als Vala für ihn antwortete, nickte Arbjon einfach nur.


    Alrik hat recht, jetzt folgen Opfer zu ehren der Götter, damit sie die Ehe nicht nur gut heißen sondern auch in Zukunft über sie wachen...


    Und sehr viel leiser fügte er hinzu:


    Römische Götter sind halt sehr bestechlich...


    Und grinste breit. :D

  • Irgendwie wirkte Ragin von Eilas Frage etwas überrascht. Sie wusste zwar nicht, was die beiden wirklich besprochen hatten, aber es störte sie auch nicht. Immerhin machten die beiden ohnehin gemeinsam irgendwelchen Blödsinn und Eila fand es schön, dass sie so unbeschwert waren.
    Tanzte Eila gerne? Das war ein gute Frage... Sie hatte das auf Lokis Hochzeit das erste Mal seit langem wieder getan und ja, es hatte ihr durchaus gefallen. Tanzen befreite die Seele irgendwie von ihren belastenden Gedanken. Beim Tanzen fühlte man sich frei...etwas, was Germanen generell sehr hoch schätzten.
    "Ja, ich denke schon. Geht das nicht den meisten so?" Sie überlegte einen Moment. "Die Zeremonie scheint euch ein wenig zu langweilen, wenn ihr jetzt schon wieder nur ans tanzen später denkt, oder?" grinste sie dann.

  • Ragin überlegte kurz bevor er antwortete.

    "Also ich tanze gerne. Nachher werde ich mit Arbjons Schwester Uhti tanzen, da freue ich mich schon drauf. Hoffentlich mache ich auch alles richtig und trete ihr nicht auf den Fuß!"


    Dann zuckte er ein wenig entschuldigend mit den Schultern.


    "Weißt du, wir waren ja schon auf der Verlobung und dann war auch noch die Hochzeit von deinem Bruder. Ich glaube kaum, dass noch etwas interessantes kommt, das wir noch nicht gesehen oder gehört haben. Und getanzt hab ich schließlich noch nicht...also na ja du weißt schon. Ich freu mich ja, dass Witjon so ne tolle Frau bekommt, aber momentan ist es mir wichtiger endlich eine Tanzpartnerin zu bekommen als genau zuzuhören. Sonst denekn noch alle ich würde die Frauen erschrecken, weil keine mit mir tanzt. Und wenn sich so ein Ruf erstmal festsetzt, wird man ihn wohl nicht so schnell wieder los. Wenn du magst würde ich mich freuen, wenn wir auch einmal zusammen tanzen. Ich glaub wenn ich mit dir, Sontje und Uhti getanzt habe, werden die anderen ganz schön neidisch werden."


    Da musste er breit grinsen und wandte sich dann an Sontje.

    "Ich glaube ich muss erst von dir bestraft werden, bevor ich mit Uhti tanze."


    Wenn das so klappte würde er gleich mit drei unverheirateten hübschen Frauen nacheinander tanzen. Dann würden ihn sicher auch die anderen frauen mit ganz anderen Augen sehen, vor allem wenn er sich gut dabei anstellte. Allerdings haztte er das letzte Mal vor gut zwei jahren getanzt-mit seiner Mutter. Aber das musste er ja niemandem auf die Nase binden.


    Dann fiel ihm aber noch etwas ein: Er hatte Eila noch gar nicht ihr Geschenk gegeben:


    "Ach ja das hätte ich beinahe vergessen: Ich habe dir aus Alexandria etwas mitgebracht. Also dir und Sontje, aber ihr hab ich es schon gegeben. Es ist echte ägyptische Schminke! Wenn wir nachher wieder zurück kommen geb ich sie dir gleich. irgendwie ist das in den letzten Tagen wohl etwas im Met untergegangen."

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