[Officium II] Officium Vicarii Magistris

  • | Tasius


    Zornig sah der alte Rhodier nach diesem Gefühlsausbruch seines Gegenübers ebenjenen an. Er atmete einmal hörbar ein und aus, bevor er ruhig, aber äußerst bestimmt antwortete:
    "Punkt eins. Überdenke deine Lautstärke und dein Auftreten. DU bist hier, weil DU etwas willst, zu dem ICH dir, wenn ich denn will, verhelfen könnte - nicht umgekehrt. Punkt zwei. Opfern solltest du grundsätzlich den Göttern, deinen Ahnen, den Laren und Penaten und so weiter. Ein Kultverein als solcher wird dein Opfer nämlich kaum annehmen können, weil er als solcher weder göttlich ist, noch ein Geisterwesen oder ähnliches." Natürlich wusste Tasius, was der Sergier meinte, aber für eine schöne, dreigliedrige Aufzählung kam ihm diese Spitzfindigkeit gerade recht.
    "Und als Punkt drei habe ich dir gerade zu erklären versucht, dass du heute die Ansichten deines Vaters scheinbar erst begonnen hast wenigstens einmal zu hinterfragen. Morgen...", womit natürlich nicht der Tag selbst, sondern allgemein die nächste Zeit gemeint war, "... wirst du dann wahrscheinlich beginnen auch die Forderungen und Wünsche deines Vater einmal genauer zu betrachten und zu hinterfragen. Um also uns ALLEN jede Menge Aufwand zu ersparen, den wir zweifellos hätten, wenn du heute noch hü und morgen schon hopp sagst, bitte ich dich also nicht nur in meinem, sondern auch in deinem Interesse, dass du dir erst einmal über deine eigenen Wünsche und Vorstellungen klar wirst - nicht hier, nicht heute, sondern ganz in Ruhe." Immer diese übereifrige Jugend, die erst handelte und dann überlegte. Das bezog der Sklave jedoch mitnichten nur auf seinen Gegenüber, sondern auf einen Großteil, praktisch sogar die Gesamtheit der Jugend.
    "Von deinem Opfer will ich dich natürlich nicht abhalten, sondern im Gegenteil hilft es dir ja vielleicht bei deiner Entscheidungsfindung. Bis dahin jedoch habe ich jetzt erstmal noch einen Brief zu schreiben....", wedelte er mit der Wachstafel in der Hand, "... und würde dich daher bitten, wenn du die Tür gleich wieder schließen könntest - von außen. Vale."




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  • Nun gut dann Vale du nervendes Etwas dachte sich Agrippa. Er erhob sich und verließ das Zimmer. Das war doch wirklich das allerletzte gewesen was da abgelaufen war. Was bildete sich dieser Mensch eigentlich ein. Der Zorn der Götter sollte über ihn kommen. Agrippa atmete durch um sich zu beruhigen und zog seines Weges. Im Nachhinein musste er sogar grinsen über die Gesamtsituation. Der Greis hatte ihn nach allen Regeln der Kunst nass gemacht. Agrippa grinste nun erheitert vor sich hin. Man lernt nie aus im Leben und heute war so ein Tag.

  • [Blockierte Grafik: http://i662.photobucket.com/albums/uu347/Kaysepunkt/david_2.jpg%20] | Evax


    Frisch und Fröhlich marschierte der gute Evax direkt zum Büro, wo der gute Tasius immer seinen Dienst tat. Wieder klopfte er an und diesmal wartete er sogar ein oder zwei Sekunden, bevor er die Tür öffnete. "Tasius! Stell dir vor!", schwafelte der Sklave dann sogleich los. "Wir hatten schon wieder besuch, aber diesmal war es kein neues Mitglied, was ich zur dir schicken konnte. Es war die Dienerin einer Vestalin!", das glaubte Evax zumindest und setzte seinen Sensationston fort: "Sie sagte, dass eine Vestalin namens Decima gerne den Kultverein unterstützen würde. Um darüber zu sprechen, wie sie das am besten machen könnte, läd sie einen Verantwortlichen der Societas ins Atrium Vestae ein. Er soll ihr in jedem Fall schriftlich bescheid geben, wann er sie besuchen kommen möchte. Du musst am besten gleich ein Schreiben für den Magister aufsetzen!" Ob sich der gute Evax wohl gleich etwas anhören durfte? Er mochte es ja den Alten ein wenig zu reizen, auch wenn er ihn damit vielleicht noch ins Grab brachte, oder vielleicht gerade deshalb?



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  • | Tasius


    Der alte Rhodier, der hier in der Domus quasi die Stellung hielt, hatte gerade einen Boten mit dem Wandteppich nach Ostia in die Spur geschickt, damit das Ding, welches der Sklave noch immer für übertrieben hielt, den iulischen Magister auch erreichte, bevor der aufbrechen würde zum Augustus Cornelius oder Cornelius Augustus oder Augustus Cornelius Augustus oder so. Denn hieß dieser neue erste Mann Romas nicht seit kurzem Appius Cornelius Palma Augustus und füllte zudem das Amt des Imperator Caesar Augustus aus? Ob ihn dies nun aber automatisch zum Imperator Caesar Augustus Appius Cornelius Palma Augustus machte? Von dessen Frau jedenfalls hatte Tasius ähnliche Späße à la Augusta Sentia Laevina Augusta bislang noch nicht gehört, wie ihm ebendies auch aus Valerianus' Zeiten eher fremd schien.
    "Nein... Ich meine: Herein, wenns kein Sergius ist.", antwortete der Tabularius unerfreut und hoffte in der Tat, dass speziell dieser Sergius Agri..cola oder Agrippa oder wie der hieß, erst nach dem von ihm groß angekündigten Opfer wieder hier aufschlagen würde. Doch der alte Rhodier hatte seinen Satz noch nicht einmal beendet, da stand bereits dieser... Gallier im Raum und schwafelte wild los. Mit finsterer Miene betrachtete Tasius diesen Barbaren, bis der endlich seine Klappe hielt.
    "Ich muss gar nichts! Und insbesondere nichts, was du mir meintst befehlen zu können!", schlug der Alte überraschend kräftig mit der flachen rechten Hand auf den Schreibtisch, sodass es ordentlich knallte. Er mochte zum Gehen ein drittes Standbein brauchen und auch bei weitem nicht mehr der Schnellste sein. Doch ansonsten funktionierte beim ihm alles noch ganz gut - insbesondere sein sturer Drang nach Unabhängigkeit, den er in diesen Gemäuern selbst römischen Bürgern gegenüber gerne mal zeigte.


    "Darüber hinaus weiß ich ja nichtmal... Also ich meine, kann eine Frau überhaupt Mitglied sein?", stellte er, nachdem er sich wieder beruhigt hatte, eine Frage, auf die er keine Antwort erwartete - nicht von diesem Evax. Auf die Idee, dass der das vorletzte Wort auch als zwei Worte auffassen könnte, kam der anständige Tabularius natürlich nicht.
    "Denn zwar ist auch diese Claudia Arachnia ein Teil dieses Kultvereins, aber sie ist immerhin eine Claudia - und eine Patrizierin obendrein.", erklärte er zögerlich. Den Fall irgendeiner Octavia hatte er nicht im Kopf, wobei ja sowieso manche Grenzen in der Vergangenheit einfach ungefragt überschritten wurden, wenn man nur an den peregrinen Namen Dontas - oder wie er heuzutage hieß: Verginius Tricostus - dachte.
    "Heißt es nicht sogar in der Satzung, der neuen wie alten, dass ein Soldalis nur jeder ehrenhafte römische Bürger werden kann? Von ehrenwerten römischen Bürgerinnen jedenfalls würde ich zum ersten Mal etwas hören.", nörgerlte er also weiter und ahnte nicht, dass gerade dieser Iulius Dives derzeit wohl kaum abgeneigt wäre eine Vestalin in die Societas Claudiana et Iuliana aufzunehmen. Woher auch sollte der Rhodier ahnen, dass nach dem ersten auch der zweite iulische Magister in eines der stadtrömischen Priesterkollegien aufgenommen werden wollte und dafür derzeit wohl jede Unterstützung gebrauchen könnte, derer er habhaft werden konnte. Und gerade ein gutes Wort einer Vestalin machte sich bei einer Bewerbung da ja sicherlich nicht schlecht...




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  • [Blockierte Grafik: http://i662.photobucket.com/albums/uu347/Kaysepunkt/david_2.jpg%20] | Evax


    Gleich schlug dem Ianitor der Wind entgegen. Tasius musste 'gar nichts'? Dass ein Sklave überhaupt nicht muss, wäre ihm wirklich neu gewesen, liegt es in der Natur der Sache, dass ein Sklave gehorchen musste. Nun gut, sicher musste er nicht auf die Anweisungen oder nennen wir es besser 'Empfehlungen' eines anderen Sklaven hören, aber so grundlegend konnt man das wohl nicht sagen. "Hast du mir denn gar nicht zugehört? Sie hat nur gesagt, dass sie die Societas gern unterstützen würde! Von Mitglied werden war noch gar nicht die Rede!" Der alte hatte offenbar schon starke Probleme mit seinen Ohren oder er ging prinzipiell davon aus, dass jeder immer gleich Mitglied werde wollte der hier auftauchte. "Vielleicht möchte sie uns ja einfach nur etwas spenden oder hat noch andere Ideen, wer weiß?"


    Und was erzählte der alte Tattergreis da von in der Satzung geschriebenen 'Bürgerinnen' und 'Bürgern'? Der arme senile Mann kam wirklich manchmal auf komische Ideen. Evax konnte ja nicht ahnen, dass die Menschen vielleicht mal in ferner Zukunft wirklich Wert darauf legen sollten, mit weiblichen und männlichen Formen angesprochen zu werden, dagegen wirkte dieses Argument für ihn jetzt recht zweifelhaft. Wenn explizit nur von 'männlichen' Bürgern die Rede war, dann wäre das wohl eher ein Argument, soweit das jedenfalls der Gallier durch seine bescheidenen Satzungskenntnisse beurteilen konnte. "Und du solltest dieses Vestalinnen besser nicht minder schätzen!", sprach er insbesondere noch einmal mit Bezug darauf, dass ein anderes weibliches Mitglied wohl immerhin Patrizierin war. "Die Römer halten sehr viel von ihrem komischen Vesta-Kult." Evax war eigentlich fern davon mit Tasius über Dinge zu sprechen, für die sie eigentlich nicht die letzte Kompetenz hatten, nun gut, vor allem wohl Evax nicht. Er war zwar nicht der dümmste Sklave, aber eben doch nur ein Ianitor. "Also sage ich dir einfach mal, wenn du schon nicht musst, dann wäre es wohl dennoch klug, den Magister so schnell wie möglich in Kenntniss zu setzen!"



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  • | Tasius


    Aus schmalen Augen musterte der alte Rhodier seinen Gegenüber. Beinahe wäre ihm nach den Ausführungen des Ianitors der nicht vorhandene Kragen geplatzt! Da wollte ihn ein Gallier, ein Barbar allen ernstes darüber aufklären, was wann klug wäre und was nicht?! Der Mann hatte Glück, dass der Tabularius zuvor noch ein anderes Schlüsselwort aufmerksam zur Kenntnis genommen hatte.
    "Eine Spende sagst du?", meinte er mehr überlegend als wirklich fragend. Denn das käme Tasius in der Tat recht gelegen, konnte er diese Weinplürre, die er hier zu trinken bekam, doch wirklich nicht mehr sehen. Vielleicht würde nun bei einer Spende ja auch etwas mehr Komfort für ihn abfallen? Möglich immerhin wäre es ja, auch wenn der Sklave wohl eine ziemlich gute Begründung dafür bräuchte, um seinen Wunsch auch irgendwie durchdrücken zu können.


    "Wie hattest du erzählt, hieß diese Vestalin gleich? Decima Ves..tina? Oder einfach nur Decima?", erkundigte er sich dann. Denn woher sollte er wissen, ob es nicht wohlmöglich mehrere decimische Vestalinnen gab? Immerhin sprach man hier nicht von irgendeiner Gens, sondern von den Decimern, die unter der Herrschaft des Vesculariers vermutlich am meisten von diesem profitiert hatten - Stichwort: Prätorianerpräfekt. Ja selbst die Iulier konnten da, wie sich Tasius natürlich neugierig informiert hatte, mit einem gewählten Vigintivir und einer Ernennung zum Urbanertribun kaum mithalten. Schön, dieser Iulius Crassus, der ja auch Mitglied dieser Societas war, arbeitete seit Salinator auch in der kaiserlichen Kanzlei. Doch da gab es bestimmt auch noch mindestens einen Decimer, der sich ebenfalls dort ein Plätzchen unter dem Vescularier gesichert hätte. Ganz bestimmt...
    "Ach, und hat diese Dienerin der Vestalin vielleicht auch irgendwelche terminlichen Präferenzen angegeben oder ist diese Decima da wirklich ganz und gar flexibel?", hakte er dann noch nach und überging stillschweigend den Fakt, dass er jetzt wohl vermutlich doch dem Iulier nach Ostia schreiben würde.




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  • [Blockierte Grafik: http://i662.photobucket.com/albums/uu347/Kaysepunkt/david_2.jpg%20] | Evax


    "Sie sagte einfach nur 'Vestalin Decima'. Ich glaube ja nicht, dass es da mehrere aus einer Gens gibt. Immerhin gibt es doch nur... 5...7... naja, jedenfalls nicht mehr als 10 Vestalinnen. Und nicht jede wird einen Brief von der Societas erwarten!" Selbst für eine bevorteilte Gens, wie den Decimern wäre es wohl kaum möglich gewesen gleich mehrere Frauen in den Dienst der Vesta zu stellen. Immerhin dienten sie ja auch 30 Jahre und mehr und von daher hatten einige ihren Platz sicher schon lange bevor der Vescularier an die Macht kam. Die Priesterinnen der Vesta konnte ja selbst ein Vescularius nicht beliebig austauschen, gleichwohl er sie ernennen musste.


    Für den Gallier war das jedenfalls alles unproblematisch. Bedenkenlos ging er davon aus, dass ein solcher Brief schon irgendwie ankommen würde. Nach einem Termin hätte er vielleicht noch fragen sollen, aber da hatte diese Dienerin wirklich keine Angaben gemacht. "Nein, keinerlei Präferenzen. Am elegantesten wäre es wohl, wenn der Magister selbst einen Vorschlag machen würde, den die Vestalin dann bestätigen kann", kam er gleich wieder mit einem klugen Ratschlag um die Ecke. Davon hatte der Gallier an diesem Tag offenbar genug. "So, das war dann aber auch alles, was ich dir zu berichten hatte. Ich muss jetzt wieder meinen Aufgaben nachgehen!" Oder ein Nickerchen machen. Wer wusste schon immer so genau, was der gute Evax den lieben langen Tag trieb, wenn er nicht gerade eine Tür öffnen musste?



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  • | Tasius


    Der alte Rhodier winkte uninteressiert ab. Ihm waren die Vestalinnen bisher eigentlich relativ egal gewesen, weshalb er sich nicht besonders mit ihnen befasst hatte. Für 'seine' griechische Hestia gab es seines Wissens nach ja auch nicht soein komisches Tamtam, wie es die Römer hier um diese Vesta veranstalteten. So also nahm er lediglich zur Kenntnis, dass die Vestalin offenbar keine Terminwünsche hatte.
    "Ja, du kannst dann gehen. Aber mach die Tür hinter dir zu, denn es soll hier auch Leute geben, die RICHTIG arbeiten und jetzt einen Brief nach Ostia aufsetzen... wollen.", murrte Tasius und konnte sich gerade noch rechtzeit davon abhalten zu sagen, dass er den Brief gar aufsetzen müsste. Wenig später begann er dann zu schreiben (und dabei gelangweilt zu murmeln):
    "Tasius grüßt seinen... den... Ach, nix Herr! Er grüßt Iulius Dives, den stellvertretenden Magister der Societas Claudiana et Iuliana... ..."




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  • Während das Atrium von einem Helvetius und einem Sergius 'unsicher gemacht' wurde, unterhielt sich in seinem Officium der bereits früher hier eingetroffene Dives mit seinem Sklaven Tasius. Dabei ging es zunächst um die Frage des Geschenks für den Kaiser. Der alte Rhodier seinerseits hielt einen Wandteppich nämlich nach wie vor für hinausgeworfenes Geld und wollte selbst nach einer längeren Erklärung nur äußerst wiederwillig einsehen, dass es mitunter ganz eventuell unter diversen Umständen vielleicht doch sinnvoll sein könnte dem Cornelier auch im Namen der Societas Claudiana et Iuliana ein Präsent zum Herrschaftsantritt zu überreichen.


    "Nachdem wir das nun geklärt haben, gibt es sonst noch irgendetwas, das du dir im Zusammenhang mit diesem Kultverein unbedingt von der Seele reden willst?", erkundigte sich der Iulier mit süffisantem Unterton und zog seine linke Augenbraue ein Stück weit nach oben. Da sagte der mürrische Tabularius seinerseits natürlich nicht nein, denn beschweren konnte er sich fast immer:
    "In der Tat. In der Tat. BELÄSTIGT wurde ich hier! Irgendein Sergius Agri..cola oder Agrippa oder so ähnlich hat mir hier aufgelauert - gleich ZWEIMAL!", beschwerte er sich.
    "Dabei hat er förmlich UNENTWEGT von seinem Vater, irgendeinem gewöhnlichen Centurio, und dessen fragwürdigen Ansichten erzählt, hat den PRAETORIER Sergius Catilina - keine Ahnung, ob der zu seinen Ahnen gehört oder nicht - dafür als bodenlos DUMM beschimpft und MICH am Ende unseres Gesprächs sogar noch frech ANGESCHRIEN, um seinem Beitrittwunsch mehr Ausdruck zu verleihen!", berichtete Tasius entrüstet weiter.
    "Außerdem schrie er, dass er im Namen der Societas Claudiana et Iuliana ein Opfer darbringen wolle. Und als ich ihn bei unserem zweiten Treffen am nächsten Tag - ganz zuvorkommend - genau auf diesen FESTEN Wunsch angesprochen habe, ist er gleich wieder PAMPIG zu mir geworden! ... Und ich vertrete DICH hier immerhin!", erinnerte er sich. Er konnte diesen Sergier noch förmlich hören mit seinem 'Dann verabschiede ich mich und so weiter und so fort.' Fast bedauerte es der alte Rhodier ein wenig, dass er nur neutral 'Vale' gewünscht hatte und nicht ähnlich arrogant 'Vale... und so weiter und so fort.'


    "HAHAHA...", begann der Iulier unterdessen vergleichsweise laut loszulachen, sodass man ihn folglich auch durchaus bis ins Atrium hören könnte. Diese Geschichte amüsierte ihn absolut köstlich! So dauerte es auch einige Zeit, bis er sich wieder eingekriegt hatte.
    "Das ist nicht lustig!! Da solltest du unbedingt etwas machen, damit solche Leute, die nur sagen können wollen, dass sie hier Mitglied sind, hier nicht mehr herkommen wie die Fliegen!", forderte Tasius in bösem Ernst.
    "Die MISSBRAUCHEN den guten Namen des Vereins - und damit nicht zuletzt DEINEN Namen!", appellierte der Sklave und schlug verärgert einmal kräftig mit seinem Gehstock auf den Boden.
    "Tasius, Tasius, Tasius...", schüttelte Dives noch immer grinsend den Kopf. "... Niemand hat behauptet, dass es einfach wäre meinen Platz hier warmzuhalten..." Aber zum Glück wäre der Iulier ja nun bald wieder öfter hier.

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