[Clades Vicetia] Die Schlacht bei Vicetia - Die Stellungen der I. und II. Legion

  • "Schilde hoch!!!" gellte es von rechts vorne, wo der Helmbusch des Centurio sich nach links drehte, um seine Männer im Blick zu haben. Schon fast routinemäßig hob Priscus sein Scutum etwas höher und senkte den Kopf dahinter. Nur die Halbkugeln der Helme lugten etwas über den Schildrand hinweg. Mit einem hässlichen "Klong Klong Klong" flogen wieder ein paar der Schleuderbleie gegen die Schilde der Männer. So schnell der Beschuss angefangen hatte, so schnell hörte er auch wieder auf. Die IX. Cohors, die zu einem guten Teil aus Frischlingen bestand, stand in der zweiten Schlachtreihe, flankiert von den erfahreneren Einheiten. So sollten sie langsam an den Gegner gewöhnt werden, ohne die erste Schlachtreihe durch zu frühe Flucht zu gefährden.


    Priscus hatte jegliches Zeitgefühl verloren, es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, seit am Mittag die ersten Truppen des Salinator aufgetaucht waren. Nervös hatte er den Heerwurm gesehen, auch seine Kameraden waren etwas geschwätziger als sonst, was den Centurio wiederum dazu gebracht hatte, für Ruhe zu sorgen. Doch die erste Aufregung war verflogen, es blieb das Gefühl eines Steines im Magen zurück, wie zu viel fettes Essen. Die Kolonnen waren am Fluss entlang marschiert und auch wenn Priscus nicht alles sehen konnte, so war es doch scheinbar so, dass das Ziel der Kolonnen der Norden war. Fast ein wenig enttäuscht hatten die Milites dagestanden, die Hände auf den Schild gestützt und hatten gewartet. Man unterhielt sich leise und immer wieder deuteten die Männer zu den Kolonnen. "Wann fangen sie endlich mit dem Beschuss an?" fragte Macer, der hinter Priscus im vierten Glied stand und zu den Geschützen schielte. Noch machten die Mannschaften keine Anstalt zu feuern. "Sind außer Reichweite," brummte ein älterer Kamerad aus dem letzten Glied nach vorne. Einige Köpfe drehten sich nach dem Mann um. Fast gelassen wirkte Marcus Vibius Pictor, einer der Veteranen. "Die Saubande plant irgend etwas," fügte er wissend hinzu. Priscus verfluchte diese wortkargen Veteranen, aus ihnen bekam man nur schwer etwas heraus, sie teilten nur kleine Bruchstücke ihres Wissens mit den für sie noch feuchten Frischlingen.


    Irgendwann hatte sich dann der Ruf "Schleudern!!!" von Cohors zu Cohors gepflanzt, zwischen den Stäuchern im Vorfeld waren einige Plänkler aufgetaucht und hatten für etwas Unruhe gesorgt. Als dann auch noch der Schwenk der Legion dazu kam, waren die einzelnen Züge etwas ins Stocken geraten, doch nicht ernsthaft. Die vordere Schlachtreihe bekam das meiste ab, nur einige wenige Eicheln waren bis zur IX. hinübergeflogen und ohne viel Schaden anzurichten von den Schilden aufgehalten worden. Wie eben gerade, als wieder ein paar dieser Eier daherschwirrten, kaum zu sehen, aber auf die Entfernung nicht mehr so gefährlich. Nun sahen sie von weitem, wie ihnen genau gegenüber eine Legion in Schlachtaufstellung gerade dabei war, den Übergang über den Fluss zu beginnen. Auch weiter nördlich konnte man Truppenteile erkennen, die sich bereit machten, den scheinbar flachen Fluss zu durchqueren. Langsam wurde es ernst, dachte Priscus. Alle Augen waren auf die Feldzeichen gerichtet, alle Ohren horchten auf Kommandos und Signale der Bläser. Irgendwo schlug die Querstange eines Vexillums gegen den Schaft, alle Nerven waren gespannt.

  • Mit einer Mischung aus Anspannung, Faszination, Ungeduld und Langeweile verfolgte Priscus das Geschehen vor sich. Anspannung, weil es immerhin um nicht weniger ging als Leben und Tod. Faszination, weil er noch nie ein so großes römisches Heer aus dieser Position so beobachten konnte. Ungeduld, weil er kein Zeitgefühl hatte, nicht wusste wie lange sie hier nun schon herum manövrierten und wie lange es noch dauern würde. Und Langeweile, weil er irgendwo recht weit hinten in den eigenen Linien stand und sich hier noch nicht so viel tat, während woanders Truppen abgezogen wurden, Geschosse einschlugen, Befehle gebrüllt wurden oder zumindestens einer mal kotzte. Priscus nutzte die Situation, um die Beine etwas breiter zu stellen und zu pinkeln. Es machte sich bemerkbar, dass er heute morgen viel getrunken hatte. Während der Schlacht hatte er dazu ja auch kaum eine Möglichkeit.

  • Ausgebildet und abgehärtet waren die Pferde. Der Lärm machte ihnen wenig aus. Nicht zu unterschätzen war dagegen die Nervosität der neuen Eques, die sich auf die Pferde übertrug und für Unruhe in den Reihen sorgte. Candidus trat auf der Stelle, schnaubte, zog erbost den Kopf zurück, als sein Nachbar ihm zu Nahe kam. "Ruhig mein weißer." Antias strich sanft über den Hals seines Pferdes. So geordnet ging es bei seiner ersten Schlacht nicht zu. Jetzt verstand er, warum die Römer ihnen damals überlegen waren. Die Ungeduld wuchs. Im Stillen rief er Bendis an. Mars der römische Kriegsgott wurde um Beistand gebeten. Einen Eber wollte Antias opfern, gewannen sie die Schlacht. Und Epona war für ihn als Reiter wichtig. Sie sollte Candidus und ihm Schutz und Kraft gewähren. Ihr versprach er ebenfalls ein reichhaltiges Opfer, kehrten sie lebend und ohne größere Verletzungen vom Kampf zurück. Lucilla und Marei verbannte er aus seinen Gedanken, was ihm sehr schwer fiel. Er musste sich auf den Kampf konzentrieren. Jede Ablenkung hatte fatale Folgen. Die Angst um sie, könnte ihn zögern lassen.

  • In der Vergangenheit war er immer gut zu Fuß gewesen, aber seit ihn dieses Fieber schüttelte, saß er zu jedem seiner Gänge auf, und selbst das konnte er kaum noch aus eigener Kraft. Doch Zeit zum Genesen stand nicht zur Verfügung. Die Schlachtreihen formierten sich und er ließ sich auf seinem Pferd festschnüren, sicherheitshalber. Wie lange ihm noch ausreichend Kraft zur Verfügung stand, wusste keiner zu sagen. Nicht einmal Taira, die ihn zuletzt verpflegt, umsorgt und - so gut es ihr Wissenstand zuließ - auch behandelt hatte. Und zum Schlachtfeld konnte sie ihm kaum folgen. Auch Felix musste hinter den Linien zurückbleiben, denn er brachte sich sonst nur unnütz in Gefahr, ohne irgendeine Hilfe leisten zu können.


    Der Legat registrierte das Geplänkel der Gegner in halbwegs wacher Verfassung. Die Überlegung, warum nicht sie als Herausforderer das Plänkeln eröffneten, konnte er nicht für sich zufriedenstellend klären. Er versuchte, sich die Informationen der letzten Stunden und Tage in Erinnerung zu rufen, aber es gelang ihm nur lückenhaft. Die Tribune hatten teils selbstständig handeln müssen. Er hoffte, auf der Grundlage von Befehlen, die vom Feldherrn kamen. Ein Statusbericht wäre hilfreich, doch zunächst musste auf die Situation reagiert werden. Plänkler, die keine Löcher in eine Verteidigungsline rissen, mussten zunächst nicht ernst genommen werden. Sie sollten vermutlich nur die Aufmerksamkeit binden, was andererseits nicht unterschätzt werden durfte.


    Dastehen und abwarten wollte Menecrates nicht. Zumindest die Kämpfer mussten eingeschworen werden. Seine Lippen berührten einleitend die Bucina.


    "Heute stellen sich Roms Weichen und ihr alle beteiligt euch daran." Menecrates' Arm beschrieb einen großen Bogen über den Köpfen der Soldaten. "Gebt euer Bestes, denn etwas weniger wird nicht ausreichen, um den Sieg davonzutragen. Schreibt eine solche Geschichte, die ihr später stolz euren Enkel vortragen wollt. Alle Kraft, aller Mut und Einsatz gilt Rom! Uns die Ehre, Tod dem Gegner!"


    Das Rufen strengte ihn an, er musste mehrfach nach Luft japsen, als er geendet hatte. Dann wandte er sich in normaler Lautstärke an den Stabsoffizier neben ihm.


    "Ist bereits eine Order vom Feldherrn eingegangen? Falls nicht, dann beziehen die Träger der leichten Geschütze Stellung, gedeckt von Schilden. Wollen wir den Schergen Salinators einen gebührenden Empfang bereiten, wenn sie übersetzen. Zumindest möchte ich vorbereitet sein, bis neue Order kommt."

  • | Gaius Verrius Gallus


    Unten am Fluss konnten Gallus und seine Kameraden die Beleidigungen der VIII. nicht hören - zu laut war das Trommeln der Pila auf den Scuta. Allerdings erstarb dieses, als sie endlich am Fluss ankamen, denn auch wenn dieser nicht übermäßig tief war, so musste man doch den passenden Weg durch das kühle Nass finden und die Schilde über den Kopf halten. Tiefer und tiefer ging es hinein, der Verrier stakste wie ein Storch und spürte eine Anspannung, als das Wasser langsam den Oberschenkel hinauf stieg - eigentlich seltsam, dass ihm so ein bisschen Kälte Angst machte, während er in eine blutige Schlacht zog.


    Dann endlich (das Wasser stand bis zum Cingulum Militare) ging es wieder aufwärts und kurze Zeit später reihte der Optio sie wieder in ihre Formation ein, während hinter ihnen die anderen Centuriae der XXV. das natürliche Hindernis überwanden (während die Glückspilze von der XIII. dies gemütlich über die steinerne Brücke nach Vicetia tun konnten). Noch am Ufer brachten die Centurionen dann aber Ordnung in die Schlachtformation: Die Manipel mussten so aufgestellt werden, dass sie jeweils auf Lücke standen - und genügend Platz für die hintere Centuria jedes Manipels ließen.


    Für die Beobachter oben in den Stellungen dauerte all das scheinbar eine ganze Weile, dann aber konnte man deutlich sehen, dass die XXV. - wie auch die anderen Legionen, die es über den Fluss geschafft hatten - eine Acies triplex einnahmen, selbst wenn die Principes-Centuriae noch nicht formiert waren, als die ersten Manipel in den Hagel der Scorpiones und Schützen marschierten.


    Gallus sah, wie neben ihm ein langes Projektil seinen Kameraden durchborte - mitsamt dem Scutum - und schluckte. Jetzt war ihm klar, warum der Centurio darauf verzichtete, eine Testudo zu befehlen. Stattdessen brüllte dieser nur


    "Pergite cursim!"


    und die Einheit begann loszuspurten, um die Distanz zu den feindlichen Stellungen und den gefahrlosen Schussradius des Gegners möglichst schnell zu überwinden. Dennoch brachen immer wieder links und rechts von Gallus Legionäre, die er im Eifer des Gefechts nicht identifizieren konnte, getroffen zu sammen und wurden von ihren Hintermännern ersetzt. Dann standen sie am Graben. Auch hier kam der Sturm nicht zum Halten, denn in der engen Formation drängten sofort Männer nach, sodass der ersten Reihe nichts anderes übrig blieb, als selbst in die Tiefe zu springen. In diesem Augenblick regnete es auch schon Steine und Pila von der erhöhten Brustwehr.


    Gallus blickte um sich: überall schrien Getroffene auf, lagen Männer am Boden - unklar, ob sie nur gestürzt oder von irgendeinem Geschoss niedergestreckt worden waren. Dem Legionär war sofort klar, dass er hier unmöglich bleiben konnte. Zwar konnte er sein Scutum über sich halten, doch mit einem Pilum darin würde er es kaum mehr verwenden können. Also rappelte er sich rasch auf, schleuderte in einem Kraftakt sein Pilum hinauf zur feindlichen Stellung, zog sein Gladius und versuchte, den Wall zu erklettern. Dieser war wie bei einem Marschlager mit Rasensoden bedeckt, sodass seine Kameraden links und rechts immer wieder abrutschten. Doch dank dem Segen des Mars - oder einer Laune Fortunas - gelang es dem Verrier tatsächlich, die wenigen Passus hinauf zur Brustwehr zu überwinden und sah plötzlich in das Gesicht eines überraschten Gegners. Reflexartig sprang er vor und stieß sein Gladius genau zwischen die staunenden Augen. Blut spritzte - der erste Treffer des Tages. Dass es sich hierbei um einen Legionär der II. Germanica handelte, bemerkte er gar nicht...




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  • Ungefähr zeitgleich mit dem Betreten des Wassers durch die Salinatorischen Einheiten kam der Haltebefehl für die centurien der ersten legio bei Licinus an. Die Befehle waren das schlichtmöglichste: Anhalten, schwenken, Wälle besetzen, Feind aufhalten.
    Licinus grinßte säuerlich, dann hob seine Stimme seine Stimme an und donnernde Befehle wurden hörbar:
    "Cohors prima! Coooooonsistite!"


    "Aaaad dextram!"


    "Rauf auf die Wälle!"


    Die Befehle wurden von den nachgeordneten centurionen übernommen und nach der Drehung massierte sich die Menge der Soldaten entlang des provisorischen Walls. Oben auf dem schmalen Laufgang konnte jedoch nur ein einzelner Mann direkt hinter den pilae muraliae einen festen Stand finden, der Rest drängte sich dahinter und machte sich bereit die Truppen oben mit allem zu versorgen, sowie im Nahkampf Druck aufzubauen.
    Licinus stand vorne rechts in seiner Einheit direkt am Rand und somit neben der carroballista irgendeiner zuvor hier stationierten centuria. Jene war auch bereits von drei Mann besetzt worden und spuckte eifrig ihre tödlichen Geschosse in die feindlichen Reihen.
    "Schneller Männer! Schneller!" spornte Licinus seine immunes an. Die restlichen Männer hatten derweil ihre pila bereits bereitgemacht und Licinus registrierte durchaus, dass keiner seiner Männer Anstalten machte ohne Befehl zu werden.
    Der Feind stürmte derweil auf ihre Stellung zu und als er so nah war, dass Licinus schätzte, er habe die Effektivreichweite erreicht, kam es knapp aus seinem Mund:
    "Mittite! Tollite! Mittite! Tollite! Mittite!"
    Unterbrochen wurde Schnalzen der Befehle und das Surren der pilae immer wieder durch den scharfen Knall des Geschützes neben ihm. Und dann auch durch die Schmerzlaute der Verwundeteten. In schneller Folge verließen ganze Pilensalven die Reihen der ersten centuria, bis die pila ihren weg gefunden und Schilde und Männer des Feindes unbrauchbar gemacht hatten. Dann war der Feind schon nah an der Befestigung und statt eines weiteren tollite tönte es nun aus Licinus Mund:
    "Gladios stringite! Jetzt wird es heiß Männer!"
    Licinus zog sein gladius und machte sich bereit für das Stechen, dass nun folgte. Gleichzeitig regisitrierte er, wie nun auch die pilen der Gegner über seinen Kopf hinwegflogen. Hinter ihm tönten Schmerzlaute, anscheinend hatte es einen seiner Männer getroffen. Mehr als einen vermutlich, aber darum mussten sich nun die capsarii und der optio kümmern.
    Denn direkt vor ihm tauchte nun der erste wirkliche Gegner auf, der sich den Wall hinauf geschafft hatte.
    Licinus Arm schnellte vor, zwischen der Spitzen der muralia hindurch, die Schwertspitze auf das Gesicht des Gegners gerichtet.

  • Der Centurio hatte sich wahrlich zu einer etwas emotionalen Aktion hinreißen lassen. Staunend blickte Artorius und mit ihm seine Kameraden auf den Helvetier, der hinaustrat, dem Feind entgegenblickte und einen Kraftausdruck dem nächsten folgen ließ. Ein Geschoss landete direkt neben dem Centurio, aber zum Glück traf ihn keines. Das hätte den ganzen Mut, den er seinen Männern dadurch wohl machen wollte, wohl sicherlich sofort zerstört, abgesehen davon, dass sie womöglich noch kurz vor der Schlacht ohne seine Führung hätten auskommen müssen. Von daher war dies alles wohl mehr als leichtsinnig, aber letztlich dann doch von Erfolg gekrönt. Regulus konnte über die Kühle des Vorgesetzten jedenfalls nur staunen und die brachiale Botschaft verfehlte ihre Wirkung bei den harten Legionären natürlich nicht. Der Artorier konnte zwar nicht behaupten, dass die Furcht nun einfach so davongeflogen wäre, aber sie war auch gepaart mit hoffnungsvoller Zuversicht.


    Diese hatten dann aber auch bei weitem nicht alle oder womöglich hatten sie einige im Kopf, aber nicht im Magen, der dann doch seine eigene Meinung von den ganzen Geschehnissen hatte. Als Regulus jedenfalls bemerkte, wie sich Madarus die Seele aus dem Leib kotzte, wandte er seine Augen unwillkürlich gen Himmel. Nein, das konnte er sich jetzt nicht auch noch ansehen, zumal er vor diesem Anblick immerhin noch fliehen konnte, während der kurzzeitige Gestank seine Nase ohnehin erreichen würde. Regulus ging davon aus, dass die kleine Ansprache des Centurios wohl die letzte gewesen sein könnte. Noch einmal Roma Victor, dann würde es losgehen. Bloß nicht durchdrehen und würdevoll sterben, das waren wohl die niedrigsten Ziele, die sich der Artorier setzten wollte.

  • Plötzlicher als der Optio erwartet hatte kam nun Bewegung in die Sache und die Befehlsgebenden scheuchten sie auf die Wälle. Offenbar stürmte der Gegner nun den Hügel hoch. Priscus blieb weiter hinten im Glied und trieb die kameraden vor sich her, soweit das überhaupt nötig war. Der Wall gab ihnen Sicherheit, so dass sich zumindest die erfahrenen Kameraden tatsächlich kampfeslustig nach vorne begaben. Den Signifer der Centurie ließ sich etwas zurückfallen, so dass zwei Reihen Soldaten vor ihm standen, er aber noch immer in Rufweite des Centurio war. "Pila nach vorne durchreichen!" rief Priscus derweil von hinten, denn schließlich verlor man nur Reichweite, wenn man aus der letzte Reihe warf. Doch auch der Gegner warf und sorgte damit zumindest für leichtere Verletzungen und ein wenig Durcheinander. "Kaputte Pila nach hinten rausreichen!" wies Priscus an, denn solange noch nicht alle im Nahkampf beschäftigt waren, musste man sich durch den Müll zwischen den Beinen das Leben ja nicht noch schwerer machen als nötig. Zumal man so vielleicht noch das eine oder andere intakte Wurfgeschoss fand, was man zurückwerfen konnte.

  • Als die gegnerischen Legionäre durch den Fluß wateten erkannte Corvinus um welche Legio es sich handelte. Die XXVte... soweit er wusste eigentlich in Carnuntum am Danuvius stationiert. Gar nicht soweit weg vom Heimatort, Poetovio, seiner Familie wo auch noch sein Onkel lebte. Ein Teil von ihm wünschte das hier alles schnell beendet war und sie die XXVte ohne große Verluste besiegen konnten damit diese schnell wieder zurück an den Danuvius kamen und die Barbaren davon abhielten ins Reich einzufallen und bis nach Poetovio vorzustoßen.
    Die Scorpios und kurze Zeit später auch die Manuballistas fingen an zu Feuern und holten ihre blutige Ernte ein. Corvinus hatte seinen Platz in den Reihen seiner Centurie eingenommen. Er hatte sich entschieden sich mitten ins Zentrum zu stellen. Direkt hinter ihm der Signifer und der Cornicen. Kaeso Acutius Fuscus, der Signifer der Centurie und Corvinus alter Stubenältester, hatte ihm auch noch kurz zugezischte was er von der vorherigen Aktion hielt sich freiwillig dem Beschuss auszusetzen. Corvinus war nicht weiter darauf eingegangen und hatte nur kurz genickt. Er hörte aus den Reihen ein paar Kotzgeräusche und auch ihm selber war etwas flau, was er natürlich versuchte niemandem zu zeigen. Zum Glück hatte er nicht viel Zeit für Gedankenspiele. Er gab seinem Optio Titus Calvisius Fabullus und dem Tessarius Iullus Veturius Molliculus noch ein paar Anweisungen. Gleich danach rannten die beiden hinter die Centurie, beide nun mit den langen Stöcken bewaffnet die jeden der versuchte aus der Formation zu fliehen davon abhalten sollte.


    Die Feinde kamen langsam in Reichweite der Pila. Corvinus schickte ein letztes Stoßgebet an Mithras und zog den Riemen unter seinem Kinn noch einmal fest, so fest das er blutig in die Haut schnitt was er aber erst sehr viel später merkte.



    "MILITES.... TOLLITE PILA!"


    "MITTITE!"


    Die erste Salve flog und mehr oder weniger flüssig, aber ohne extra Kommando, bekamen die besten Speerwerfer die natürlich im Moment in den vorderen Reihen standen schnell die Pila der Kameraden gereicht für die nächste Salve.


    "MITTITE!"


    Die letzten Pila wurden gereicht und weil der Gegner Berg auf musste bekamen sie tatsächlich die Gelegenheit für eine dritte Salve



    "MITTITE!"


    Corvinus hatte kaum das letzte Mittite ausgesprochen, die ersten Gegner waren inzwischen am Fuß des Schanzen angekommen und machten sich auf den Grassodenwall hochzukommen, schrie er:


    "GLADIUS STRINGITE!" und machte den Schritt nach vorne direkt hinter die "Mauer" ihrer Verschanzung. Auch er zog sein Gladius und schob sich noch schnell die Trillerpfeife die an einem Lederriemen um seinen Hals befestigt war zwischen die Zähne.
    Ein schneller Blick nach links und rechts. Soweit er sehen konnte war der größte Teil der gegnerischen Pila in den Wall oder die Verschanzung gegangen. Nur ein paar waren in die Schilde gegangen. Diese wurden schnell getauscht wodurch jetzt natürlich ganz hinten Legionäre waren die keine Scuti mehr hatten. Aber wenn es soweit war das diese kämpfen mussten würden genug Scuti am Boden liegen.


    Dann ging es aber auch schon los. Die ersten Legionäre der Salinatortreuen kamen an und versuchten die Hindernisse zu überwinden. Aus dem Augenwinkel sah Corvinus einen seiner Leute, scheinbar nach einem Kopftreffer fallen. Er selber rammte dem ersten Feind das Gladius in den Leib der, ohne Scutum und damit beschäftigt über den Wall zu gehen, nicht parieren konnte und Blut spuckend wieder nach hinten fiel. Soweit er sehen konnte hielt die Linie stand!
    Die kurze Pause die enstand als die Gegner die die erste Pilumsalve abbekommen hatten abgewehrt waren und die die die zweite Salve geschluckt hatten noch brauchten um hochzukommen nutzte er für einen kurzen Pfiff. Wie hunderte Male geübt, traten die Legionäre aus dem ersten Glied, mit der Ausnahme von ihm selber natürlich nach hinten und die aus dem zweiten Glied vor. Da er damit gerechnet hatte nur zwei Salven Pila werfen lassen zu können waren dies nun seine erfahrensten und besten Männer.

  • Von dem Auftauchen des Legaten bekam Sextus nichts mit. Er selbst lenkte seinen Gaul gerade durch die Reihen der Männer, die nervös darauf warteten, nach vorne durchzurücken und sich dem Feind zu stellen. Der Abzug der Cohorten nach Norden hatte den Feind wohl wie erwartet zum Angriff verleitet, denn in breiter Front rückten die feindlichen Legionen gegen sie vor und deckten die Männer direkt vorne erst mit Bleigeschossen aus Schleudern ein, während sie unaufhaltsam vorrückten.
    Das zottige Vieh zeigte nun doch so etwas wie ein wenig Temperament, denn der Krach der Männer hier und das Stampfen jenseits des Walles ließen es nervös schnauben und leicht von einem Bein aufs andere tänzeln, während es sich auf den festgetretenen Wegen zwischen den Männern langsam vorwärts bewegte. Die Ohren beständig leicht angelegt und mit zitternden Flanken. Sextus hoffte nur, dass es ruhig blieb.


    Es war wohl die Zeit für aufmunternde Worte. Sextus hasste pathetische Reden. Er hatte von seinen Lehrern gelernt, wie man ein Publikum fesselte, die hohe Kunst der Rhetorik, die Zusammenstellung der Sätze, hatte alle Werke dafür eingeprügelt bekommen (wortwörtlich, gab jeder Fehler beim Rezitieren doch einen ordentlichen Schlag mit dem Stock um ihn daran zu erinnern, gründlicher vorzugehen), hatte die Reden von Cicero allesamt gelesen, ebenso die von Seneca und anderer namhafter politischer Größen ihrer Zeit. Allerdings hatte keine dieser ganzen Reden auch nur den Hauch von Bezug zu Situationen wie dieser, wo man einen zu groß geratenen Hund durch eine Horde stinkender, nervöser Männer lenkte, während der Feind den ersten Kontakt am Wall suchte. Sextus hasste Improvisation fast so sehr wie Zeitverschwendung. Aber irgend etwas würde er sagen müssen, um die Gemüter der Männer zu erheben. Und er hatte keine Ahnung von ihnen, was in Gemütern wie diesen vorging, was diese... Plebejer hier erwarteten. Er war es gewohnt, zu vermögenden Männern zu sprechen, die Pfründe zu verteidigen hatten, Ansehen, Familienehre. Die Männer hier waren hier, weil es hier drei geregelte Mahlzeiten am Tag gab und einen besseren Sold als als Tagelöhner, ab und an etwas Beute, am Ende der Dienstzeit vielleicht ein Stück Land, das man sein Eigen nennen konnte. Was sollte er ihnen erzählen von Ruhm und Ehre? Vielleicht gar nichts.


    “Dort drüben, Männer, steht euer Feind. Keine Barbaren aus fernen Ländern, keine Parther, Germanen, Pikten, Dacer oder sonstige Fremdlinge, die von euch und eurem Leben so wenig wissen wie ihr von dem ihren. Nein, es sind Römer wie ihr.
    Was ihre Taten nur umso schrecklicher macht! Dort drüber steht der Abschaum des Imperiums, der römische Frauen und Kinder geschändet und getötet hat, der die Grenzen dieses Reiches, das zu beschützen ihr bei allen Göttern geschworen habt, mutwillig aufgegeben hat, um sich an unserer Heimat, unserer Mutter Roma, zu vergreifen.
    Ich werde euch nicht erzählen, dass es eine Ehre wäre, gegen sie in die Schlacht zu ziehen. Ich werde euch nicht von reicher Beute vorschwärmen oder davon, ihre Frauen zu ficken.
    Die Wahrheit ist, dass wir hier stehen, weil wir keine andere Wahl haben. Ihr seid die wahrhaftesten Männer dieses Imperiums. Wenn ihr weicht, werden diese Bestien dort drüben mit allen Städten Italias dasselbe tun, was sie mit Patavium gemacht haben. Mit euren Familien, euren Nachbarn, euren Verwandten, ja selbst mit den Huren, die euch in Verona das Lager gewärmt haben. Die Händler, bei denen ihr Waren getauscht haben, die Kinder, die euch am Straßenrand zugejubelt und uns noch ein Stück begleitet haben bei unserem Auszug. All diese werden schreiend sterben, wenn ihr weicht.


    Aber ihr werdet nicht weichen! Der Feind hat geglaubt, sicher bis Rom vorrücken zu können, aber wir sind hier. Wir haben die Alpen überquert! Sie haben Brücken vor uns eingerissen, um uns abzuhalten, aber dennoch sind wir heute hier. Sie haben versucht, Spione unter uns zu bringen, aber dennoch sind wir hier. Sie haben versucht, Vincetia einzunehmen, aber wir sind hier. Ja selbst jetzt noch haben sie versucht, uns zu umgehen, aber wir sind hier! Für die Menschen aus Vincetia. Für die Menschen aus Verona. Für die in Roma. Für alle Menschen dieses Imperiums! Für eure Familien!
    Also lasst sie kommen und zeigt ihnen, was der Unterschied zwischen einer Bestie und einem wahren Mann ist! Beweist ihnen, dass jeder von euch mehr wert ist als zehn, als zwanzig von ihnen! Wir werden nicht weichen! Hier ist ihr Weg zuende!
    Für Roma! Für Palma!“


    Sextus hatte keine Ahnung, ob diese Männer hier auch nur den Hauch einer Ahnung hatten, wovon er sprach, und ob es sie auch nur im mindesten interessierte. Zumal die erste Reihe von ihnen schon Befehle anderer Natur zugebrüllt bekam und vermutlich nicht viel von dem überhaupt hörte, was er hier zum besten gegeben hatte. Aber nichts zu sagen war für einen Tribunen eben auch keine Option.

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    Wie befohlen und auch normal in der Schlachtaufstellung stand Optio Titus Calvius Fabullus zusammen mit dem Tessarius der IVten Centurie der IIten Cohorte der Legio Secunda hinter selbiger.
    Beide Männer trugen die langen Stöcker die normal waren bei einer Schlacht um die Legionäre zu überzeugen lieber in der Schlacht zu bleiben die... nun ja überzeugt werden mussten.


    Der junge Centurio Helvetius Corvinus hatte ihm noch ein paar Anweisungen gegeben für den nicht unwahrscheinlichen Fall seines Todes, die Centurionen hatten ja in jeder Schlacht immer einen sehr hohen Blutzoll zu zahlen und Corvinus war vorne in der Mitte der Centurie gegangen, bevor er ihn nach hinten geschickt hatte.


    Dort angekommen kam Fabullus gerade pünktlich um die Ansprache des Tribuns zu hören. Er war keineswegs ein einfacher Straßenjunge oder Bauernlümmel der gerade mal alleine die Notdurft verrichten konnte aber das Gerede von wahrhaften, wahrhaftesten und solchen Männern war ihm doch ein wenig zu hoch.
    Noch bevor der Tribun ganz geendet hatte schien es vorne auch schon loszugehen. Die ersten Kommandos kamen und die ersten Pila flogen. Auch Fabullus hatte die paar ganz frischen oder nervösen Kotzen hören und machte sich bereit. Und tatsächlich nachdem die zweite Salve Pila geworfen wurde und einer der ganz jungen sein Scutum abgeben musste für eine Mann der weiter vorne stand und sein Schild durch ein feindliches Pilum verloren hatte machte anstalten rückwärts zu gehen. Einen schnellen Schritt dahin und ein kräftiger Tritt in den Hintern beförderte ihn wieder ins Glied.
    "Seh ich das nochmal wird es mehr als ein Tritt!" gab er dem Mann zu verstehen.

  • Der See. Draußen in den Wäldern, ungefähr zwei Stunden zu Fuß entfernt vom duccischen Gehöft vor den Toren Mogontiacums. Sonnenlicht brach sich dem Wasser, brachte es zum Glitzern, so stark, dass es blendete auch nur in die Richtung zu sehen. Sachter Wind kräuselte die Oberfläche und setzte sie in Bewegung, ließ winzige Wellen über die Wasserfläche tanzen, bis sie ans seichte Ufer schwappten und nur gelegentlich an den paar verstreuten Felsen brachen. Das Rauschen der Blätter. Und Wärme auf der Haut. Wärme von den Sonnenstrahlen. Wärme von dem Mädchen neben ihm. Hadamar grinste selbstgefällig vor sich hin und drehte den Kopf in ihre Richtung, um sie zu küssen. Aber als sich ihre Lippen leicht öffneten, taten sie das nicht, um seinen zu begegnen, sondern um irgendetwas zu sagen. Ficken! perlte aus ihrem Mund, aber so fasziniert er auch vom Anblick ihren strahlenden Lippen war – und viel mehr noch von dem ihres restlichen, absolut formidablen Körpers –, so irritiert war er auch. Nicht wegen dem Wort. Nichts gegen eine Frau, die wusste, was sie wollte, und die, die das so forsch einforderten, hatten in der Regel auch einiges zu bieten. Es war der Klang der Stimme, der irgendwie nicht so recht zum Rest passen wollte. Und als Hadamar, immer mehr irritiert, innehielt in der Bewegung, um zu verstehen was sie noch sagte...


    ...waren es plötzlich gar keine Worte mehr. Es war eine regelrechte Kakophonie aus dem Gebrüll unzähliger Stimmen und dem Geklirr unzähliger Waffen, und der Lärm schlug ihm mit aller Macht um die Ohren. Am deutlichsten in all dem drang die Stimme des aurelischen Tribuns zu ihm durch, der gerade eine Rede schwang, einige Reihen hinter der vordersten Frontlinie, für die es schon anfing zur Sache zu gehen. Hadamar hätte sich so gerne weiter in dem Tagtraum verloren. So gern. Noch nicht mal den Kuss hatte er bekommen, und dabei wäre der ja nur der Anfang gewesen. Ein freier Nachmittag am See mit einem hübschen Mädchen, da war eine Menge drin, und das mehr als einmal.
    Aber einmal des Lärms wieder gewahr geworden, war es völlig unmöglich, wieder abzutauchen. Nicht einmal in diesen Tagtraum. Ganz davon abgesehen, dass er wusste, dass er sich das gar nicht mehr leisten konnte. Nicht jetzt. Genau genommen hätte er gar nicht erst anfangen dürfen mit dem Tagtraum, aber er hatte vor der Wahl gestanden, entweder das zu tun, oder irgendetwas sehr viel unangenehmeres – kotzen, zum Beispiel, oder sich bepinkeln, irgendwie so was –, in dieser Phase, als sie nichts anderes mehr zu tun gehabt hatten als darauf zu warten, dass es los ging. Hadamar hatte das Gefühl gehabt, absolut fehl am Platz zu sein. Wenn er wenigstens nicht der einzige Frischling gewesen wäre... aber in seiner Centurie gab es sonst keinen. Nicht in der Prima. Es gab schon einige, die keine größere Schlachterfahrung, aber alle hatten sie schon Blut im Kampf geschmeckt, und das nicht in einer simplen Tabernenschlägerei. Er musste sich nicht umsehen um zu wissen, dass er der einzige war, dessen Gesichtsfarbe einen leicht grünlichen Anflug zeigte. Und er wusste diese Dinge nicht zuletzt deswegen so gut, weil er das in den letzten Tagen immer wieder unter die Nase gerieben bekommen hatte, von den Soldaten seiner Centurie, was mehr als alles andere zeigte, dass er trotz aller kleinen Verbesserungen und Fortschritte immer noch nicht wirklich angekommen war als Optio. Zumindest nicht als Optio der Prima. Was mit ein Grund war, warum er so still war, warum er nicht rumbrüllte wie manche andere. Die Soldaten, die ihm unterstanden, wussten hier eh alle alles besser als er. Womit er sich hatte hervortun können, seit er Optio geworden war, waren sein Einsatz gewesen, sein Ehrgeiz, der erwacht war, sein Grips – aber hier zählte vor allem Erfahrung, und die hatte er einfach nicht.
    Aber das alles spielte jetzt keine Rolle mehr. Die vorderen Reihen hatten die Gelegenheit genutzt, Pilum um Pilum loszuwerden, während die Lücken derer, die schon gefallen waren, geschlossen wurden, eine nach der anderen. Und umso mehr rückten auch sie vor, sie und die weiteren Centurien, die direkt hinter der vordersten Frontlinie positioniert waren, um dann massiv vorzurücken, wenn der Feind es geschafft hatte, die hastig gebauten Wälle zu überwinden – und die Schlacht ernsthaft begann. Hadamar betete nur zu den Göttern, dass der endlose Drill wirkte und er alles, was er gelernt hatte, auch in so einer Schlacht noch ohne nachzudenken tun würde, tun könnte, so wie es die anderen erzählt hatten – wenn sie einen mal aufbauen wollten.

  • Mit ein paar weiteren Frischlingen stand Regulus relativ weit hinten, doch in Anbetracht des zahlenmäßigen Vorteils des Gegners brauchte er sich wohl keine Hoffnungen zu machen, dass die Schlacht schon vorbei wäre, wenn sein Einsatz gefordert wurde. So konnte er auch der Rede des Tribuns folgen... noch eine Rede. Zuvor hatte der Legat und der Centurio noch einige Worte an die Männer gerichtet und die einzigen, auf die der junge Legionär wirklich etwas gab, waren die seines Centurios, zumal dieser patrizische Tribun ohnehin noch nicht allzu lange auf seinem Posten saß und gerade einfache Legionäre wie Regulus, mit diesem überhaupt nichts anfangen konnten. Nein, da zählte dann doch der Centurio, der zwar auch noch nicht lange diesen Rang hatte, aber immerhin schon lange in der Legion verwurzelt und bekannt war. Er war auch einfach näher an seinen Männern, weshalb man ihm ein größeres Vertrauen entgegenbrachte, als irgendeinem Patrizier, der sich erhoffte, dass die vielen einfachen Plebeier ihm die Haut retten würden. Es gab eben keine charismatische Persönlichkeit an der Spitze, kein Alexander, kein Caesar, für die man blind in den Tod gegangen wäre, ganz abgesehen davon, dass diese Ansprache des Tribuns für den Geschmack des Artoriers auch noch viel zu lang war. Man musste ja aufpassen, dass der Feind sie nicht schon überrannt hatte, bevor die letzten Worte gesprochen waren.


    Die Konzentration musste jetzt auf dem Feind liegen, denn das Herz schlug höher in Anbetracht der Tatsache, dass dieser nun offen auf ihre Stellungen losschlagen würde. Alles war in Position und Regulus verkrampfte sich förmlich mit seinem Scutum. Die erste Salve mit dem Pilum wurde vorbereitet, das Kommando des Centurios erfolgte und die ersten Wurfgeschosse wurden auf den Feind niedergelegt. Regulus wusste nun, dass er sich im Grunde schon mitten im Geschehen befand. Schnell reichte er nach der ersten und nach der zweiten Salve seine Speere nach vorne. Er blickte auf die erfahrenen Werfer, die ihre ganze Kraft in den Wurf hineingaben. Regulus selbst gehörte noch nicht zu diesen guten Kämpfern mit dem Speer, zumal seine Ausbildung am Pilum leider nur sehr sporadisch stattfand und vor dem Abmarsch nicht ganz zu Ende geführt werden konnte. Hier konnte er nur dadurch seinen Beitrag leisten, dass er das Wurfgeschoss möglichst schnell weiterreichte.


    Doch man konnte natürlich nicht immer nur austeilen, sondern musste auch einstecken, denn schon kamen die gegnerischen Speere geflogen, die jedoch teilweise durch den Wall abgefangen werden konnten. Hier war der Vorteil zweifellos auf ihrer Seite. Immerhin waren aber auch ein paar Pila hinübergekommen und setzten sich in den Schilden einiger Kameraden fest. Regulus verbiss sich daraufhin in seinen Schild. Bloß nicht gleich am Anfang durch einen Speer draufgehen, waren seine einzigen Gedanken. Doch so sehr er auch an seinem Schild hing, er musste ihn nun tatsächlich für einen Kameraden abgeben, dessen Schild unbrauchbar geworden war. Diese verfluchten Pila bekommt man ja auch einfach nicht mehr heraus. Danach fühlte sich der Artorier ziemlich nackt, geradezu hilflos. Ohne Schild auf dem Schlachtfeld lebte es sich einfach gefährlich. Er konnte nur hoffen, später, wenn er kämpfen müsste, schnell ein Scutum aufsammeln zu können, ansonsten hätte er sicher kaum Überlebenschancen. Der Schweiß rann ihm bereits jetzt von der Stirn, an zurückweichen hätte er jedoch nicht denken können, so wie einer seiner Kameraden, der wohl unbewusst einige Schritte zurückmachte und daraufhin den Tritt des Optios zu spüren bekam. Anschließend befand sich dieser wieder direkt neben Regulus. "Weiter hinten sind wir auch nicht sicherer", sprach er zu diesem, ohne ihn anzusehen, den Blick stattdessen ganz nach vorne zu den ersten Reihen gewandt. "Entweder wir sterben jetzt im Kampf oder ein paar Minuten später. Ich glaube, die wenigen Minuten lohnen sich nicht", so seine üblich pessimistische Einschätzung der Dinge, die dem Kameraden nicht unbedingt weiterhelfen musste. Innerlich haderte der Artorier immer noch damit, dass er sich noch irgendwie ein Scutum besorgen musste.

  • Mit Tränen in den Augen von der nicht unerheblichen Anstrengung des Kotzens raffte Sönke sich wieder auf als ihm einer seiner Mitsoldaten an die Schulter packte... er bekam es gerade noch hin dem Evocatus halbwegs dankbar zuzunicken, dann ging alles auch schon auf einen einzigen Schlag los: der Legat hielt eine Rede (bekam er kaum mit), der Tribun ebenso (kaum zu verfehlen) und der Feind krachte mit einer Gewalt an ihre Verschanzungen, dass selbst einige Reihen weiter hinten Sönke erschrocken zusammenfuhr. Schreckstarr blickte er nach vorne und sah, wie die Soldaten oben auf dem Wall Pilum um Pilum ins nicht zu erblickende Heer des Gegners warfen, und kurz danach tauchten auch liensten auch schon die ersten Köpfe, die eindeutig nicht zu ihnen gehörten (weil sie in die falsche Richtung guckten) zwischen den Scuta hervor.
    Die ersten Schmerzensschreie gehörten den Göttern sei dank dem Gegner, allerdings ließ es nicht lange auf sich warten und der erste Mann ihrer Centurie kippte wortlos nach hinten und verschwand zwischen den ihn umgebenden Männern... aus denen sofort einer nach oben trat, gestützt und gedeckt von einem seiner Hintermänner.


    Hatte Sönkes Geist gerade noch schiere Angst erfüllt, verfiel er nunmehr in eine Art regungsloses Staunen. Erst als der Artorier neben ihm sich zu Wort meldete, durch das Geschrei und den Krach vorne an der Front kaum zu verstehen, wandte Sönke sich diesem mit offen stehendem Mund und blickte ihn an, als hätte er den Verstand verloren: "Ich will aber nicht sterben."
    Sowieso: so einen Spruch hätte er von einem Veteran wie dem Centurio (immernoch ein Arsch, auch wenn einer, der sie am Leben zu halten hatte!) erwartet, aber nicht von einem Frischling wie dem Artorier. Wo der das her hatte? Sönke hatte nicht einmal die Muse sich darüber gedanken zu machen, zu sehr war er damit beschäftigt durch gegnerische Pila unbrauchbar gemachte Scuta von diesen zu befreien und wieder nach vorne zu reichen.
    "Das hast du schon, Barbarensohn...", grinste einer der älteren, betont raubeinigen Veteranen zu ihm herüber, bevor er ihm ein verbogenes Pilum reichte, "...du bist gestorben, als du in die Legion eingetreten bist. Und je schneller du das einsiehst, desto einfacher wird es hier für dich... hier, nimm das und tritt es gerade.."
    Immernoch ziemlich dumm dreinschauend und mit offenem Mund nahm Sönke das Pilum an, hielt es so, dass der Bogen nach oben schaute und trat ohne nachzudenken mehrere Male drauf. Dann wurde er nach vorne geschoben... weil wieder einer ihrer Leute wieder in einem erstickten Schrei umfiel und von seinen Kameraden nach hinten gezogen wurde. "Ich soll hier nur die Pila geradetreten..." , entwich es Sönkes Mund bevor er wusste was er da eigentlich sagte, "...ich soll da eigentlich gar nicht hin."

  • Soweit Corvinus es sehen und beurteilen konnte lag ein gutes Dutzend Gegner tot vor dem Wall und ungefähr die doppelte Anzahl war mehr oder weniger schwer verletzt zurückgeschlagen worden. Diesen Überblick verschaffte er sich in einem kurzem Moment in dem kein Gegner direkt auf ihn eindrang. Corvinus selber lief eine ordentliche Portion Blut aus dem Mund. Er hatte, während er mit dem letzten Gegner gerungen hatte, von der Seite einen ordentlichen Schlag auf den Cassis bekommen und sich dabei auf die Zunge gebissen. Sowas blutete ja nun mal stark, da fiel die Schramme an seinem Kinn, die von seinem zu festem Helmriemen kam gar nicht mehr auf.
    Doch dann war die Ruhe auch schon wieder vorbei und der nächste Gegner versuchte über den Wall zu kommen. Der Pechvogel hatte kein Scutum und konnte daher zwar Corvinus Gladiusstich mit seinem noch abwehren aber das von Legionär Vedius Rullus, der neben Corvinus stand, nicht mehr. Tief drang es in die Schulter des Mannes und er ließ sich zurückfallen.
    Corvinus spuckte das Blut aus was sich inzwischen in seinem Mund gesammelt hatte und blickte kurz nach hinten. Genau zählen konnte er natürlich nicht aber er würde schätzen das grob ein Contubernium seiner Centurie tot oder verletzt ausgefallen war.
    Plötzlich ließ der Druck etwas nach und schnell machte Corvinus den Grund dafür aus. Durch die Verluste eh schon schwer getroffen hatte die Centurie die angriff gerade ihren Centurio verloren. Sein Gladius war im Oberschenkel eines seiner Leute stecken geblieben. Dies hatte Legionär Philogenes genutzt. Eigentlich hätte Corvinus ihn dafür in den Arsch treten können das dieser nicht mit seinem Gladius zustach sondern hackte. Aber sie hatten Glück gehabt und wahrscheinlich aus einem Reflex heraus hatte der feindliche Centurio versucht das Gladius mit der Hand abzuwehren. Die Klinge war ihm zwischen Mittel- und Ringfinger in diese gefahren und hatte sie bis zum Handgelenk gespalten. Diese Verletzung brachte den Centurio dazu sich zurück zu ziehen. Auch der Rest seiner Centurie, größtenteils ohne Scutum, entschied sich daraufhin erstmal etwas langsamer zu machen um der nachfolgenden Centurie Zeit zu geben nachzurücken. Immerhin hattenn diese ja auch wieder ihre Scuti.
    Ein schneller Blick von Corvinus reichte um zu erkennen das wieder genügend Pila für ein Salve zusammen waren.


    "MILITES.... TOLLITE PILA!"


    "MITTITE!"


    brüllte er wieder und spuckte dabei ordentlich Blut von seiner Zunge aus.

  • | Gaius Verrius Gallus


    Der Erfolg von Gallus währte nicht lange - zwar traf er einen, aber das Ausweichen vor einem anderen Schlag brachte ihn aus dem Gleichgewicht, er verlor sein Scutum und rutschte den Hang hinab, gleich zwei Kameraden mitnehmend. Unsanft landete er auf dem Rücken und es schepperte gewaltig - der Grund war, dass er auf einem toten Kameraden gelandet war. Ehe er sich aufrappeln konnte, sah er auch schon ein Pilum auf sich herabkommen - und konnte sich geradeso zur Seite wälzen, sodass die Spitze sich in den leblosen Leib des Kameraden bohrte.


    Einen Moment überlegte der Verrier, einfach liegenzubleiben und sich totzustellen, doch dann musste er daran denken, dass ihn dasselbe Schicksal ereilen konnte wie das des toten Kameraden. Außerdem erkannte er das erschrockene, starre Gesicht jetzt - es war Caius aus dem Contubernium von nebenan! Der Kerl hatte sie regelmäßig im Marschlager mit Jonglierkünsten unterhalten und konnte außerdem täuschend echt die Stimme des Feldherrn immitieren - oder hatte gekonnt... Diese verdammten Hunde, denen die Bedrohung von außen nicht reichte! Warum mussten diese Rebellen auch noch unter den Römern ein Blutvergießen anzetteln?


    Wütend griff er sich das nächstbeste Scutum und begann wieder, den Hang hinaufzuklettern und wich einem herabfallenden aus - ob der tot oder lebendig war, wusste er nicht. Allerdings konnte er sehen, dass es ein wenig entfernt ein paar Kameraden gelungen war, die Brustwehr zu überklettern und nun in einer etwas angenehmeren Position zu kämpfen - außerdem füllte sich der Graben unter ihm langsam mit Toten und Verwundeten, sodass die ununterbrochen heranrückenden frischen Truppen kein ganz so hohes Hindernis mehr überwinden mussten...




    [Blockierte Grafik: http://s1.directupload.net/images/121009/ws2zk94k.png]

  • Die Pilumsalve gab der Centurie vor der IVten den Rest. Eh schon stark getroffen und Centuriolos traf ein Pilum den Optio der gerade den Befehl übernehmen wollte in den Oberarm seines Schwertarmes und schaltete diesen aus. Sie zogen sich zurück. Natürlich hieß das nicht das es vorbei war denn nur ein paar Meter hinter Ihnen folgte die nächste Centurie. Zwar auch schon Verluste durch den Beschuss der Scorpiones und Manubalistas davon getragen aber noch alle mit Scutum. Dafür hatte die IVte kein mehr für eine weitere Salve. Außerdem gab Corvinus per Pfiff mit seiner Trillepfeife das Kommando das die vorderste Reihe wieder wechselte. Das waren zwar die erfahrensten seiner Männer aber es ging nicht anders. Die ersten beiden Reihen hatten 4 Pilumsalven geworfen und eine komplette feindliche Centurie abgewehrt. Die brauchten einen Moment Ruhe. Jetzt standen quasi die "mittleren" seiner Jungs vorne und dahinter dann die ganz frischen. Keine besten Voraussetzungen für die Abwehr einer frischen Feindcenturie und ohne vorherige Pilumsalve. Aber er brauchte die Veteranen noch wenn es richtig eng wurde.
    Corvinus schielte kurz in Richtung des Tribuns ob von dort vielleicht der Befehl kam das eine andere Centurie ihren Platz einnehmen sollte aber das sah erstmal nicht so aus. Für eine Sekunde blickte Corvinus sehnsüchtig den Hügel rauf wo die beiden Cohorten abgezogen waren. Hoffentlich würden diese fehlenden Männer hier nicht den Ausschlag geben.
    Doch zu mehr Gedanken kam er nicht. Zum einen war die neue Centurie heran und zum anderen sah er links von sich das bei der Nachbarcenturie es dem Feind gelungen war auf einem gutem Stück die Schanzungen zu überwinden.
    Er sagte nach hintem zu Fuscus seinem Signifer
    "Behalt das im Auge und wenn es schlimmer wird sag mir Bescheid!"


    In der Sekunde danach rammte sein Scutum aber schon gegen das eines Gegners.
    Wo auch immer Corvinus diesen Gedanken her hatte aber er kam ihm.
    Er spuckte dem Gegner das Blut was sich inzwischen schon wieder in seinem Mund gesammelt hatte und nutzte diese Chance um den für kurze Zeit "geblendeten" wieder über die Schanzungen zu drücken.

  • Wie bis jetzt üblich geschah alles ganz schnell, der Gegner Griff an, wir reagierten und einen Augenblick später machte sich der Feind daran unsere Stellungen zu erstürmen. Die Befehle des Centurios wurden immer wieder durch ein Surren der Pilawürfe unterbrochen.
    aber der Feind war nicht blöd, er hatte auch Pilas, welcher er nun einsetzte.


    Jetz wurde es ernst. Der Centurio hatte den ersten Feind vor sich, und der Junge Optio zog bereits die ersten Verwundeten nach hinten...

  • Den Wunsch des Madarus zu leben, kommentierte der Artorier kaum noch. Für einen kurzen Augenblick wandte er seinen Blick von der Front ab und starrte in das Gesicht des Marius und machte dabei ein völlig ausdrucksloses Gesicht. Nein, der Ausdruck den Tod nicht wichtig zu nehmen, so dass er so locker darüber sprechen konnte, war mit dem Gerede der Veteranen nicht vergleichbar. Diese faselten davon sowieso zu sterben, weil sie so unheimlich abgebrüht waren und es in irgendeiner Weise auch eine lässige Einstellung war, die man mit den Jahren so an den Tag legte. Dagegen erwuchsen die Worte des Artoriers mehr aus einer schwellenden Depression, die sich über Wochen des schwersten Marschierens, des sinnlosen Kriegstreibens und der nun angebrochenen unmittelbaren Todesgefahr, gebildet hatte. Nein, wenn der Veteran vom Tode sprach, so konnte man sich immer noch sicher sein, dass dieser immer noch alles dafür tun würde, damit dies nicht geschah, doch was war mit dem Artorier? Musste man nicht schon fast Angst haben, dass er sich nicht gleich ohne Kampf ins feindliche Schwert stürzte, ohne sein eigenes überhaupt erhoben zu haben? Nur kurz hatte er sich Madarus zugewandt, anschließend hatte er wieder den üblichen Tunnelblick nach vorn.


    Und wieder wurde eine Reihe ausgetauscht und Regulus rückte weiter nach vorne, die vorderste Front nun immer näher vor Augen. Nur noch eine Frage der Zeit, bis er selbst an der Reihe wäre. Beim Feind hatten schon Centurio und Optio dran glauben müssen, man hätte sich ja fast Mut machen können, wenn dies nicht immer noch der Anfang gewesen wäre. Vorne war schon alles mit Blut getränkt und wer genau hinsah, konnte sogar den Centurio damit spucken sehen. Es schien als hätten sie an diesem Ort das Tor zur Unterwelt weit geöffnet und es wäre im Grunde nur noch ein Schritt bis dorthin.

  • Und es schien als ob sich das Tor zur Unterwelt wenig später auftat.
    Die beiden Centurien waren unter halbwegs gleichen Bedingungen zusammengestoßen. Die Salinatortreue war frisch und nur durch Verluste duch den Beschuss leicht geschwächt, hatte ihre Scuti nicht durch Pilumsalven verloren und nur das Problem das sie den Hang hoch und jetzt über die Schanzungen drüber mussten.
    Die Palmatreue Centurie um Corvinus hatte schon ordentlich gekämpft, einige Verluste an Toten und Verwundeten erlitten und noch den Vorteil das sie hinter den Verschanzungen standen und verteidigten.


    Mit Wucht waren die beiden Einheiten zusammengestoßen.
    Corvinus hatte durch eine List den ersten Gegner wieder "ins Tal" geworfen. Sich gleich danach aber lange mit einem Gegner beschäftigen müssen. Ein Veteran der XXVten den Corvinus nicht einfach so besiegen konnte durch Kraft oder Körpergröße. Er wurde etwas abgedrängt und es stand auf Messers Schneide wer den Kampf gewinnt. Schließlich wurden die Würfel geworfen und eine Entscheidung gefällt. Der Feind rutscht auf etwas Blut zur Seite und es entstand eine Lücke. In diese stach Corvinus sein Gladius und traf den Mann schwer, wahrscheinlich tödlich. Im Fallen schlug er zwar noch mit Wucht sein Scutum auf Corvinus Knie was in Folge anschwoll aber blieb dann liegen.


    Corvinus sah sich um, überall war ein Hauen und stechen, an mehreren Stellen waren Feinde über die Verschanzungen gekommen. Seine Legionäre machten sich ganz gut aber an den Gesichtern der Feinde konnte Corvinus sehen das die feindliche Centurie natürlich ihre Veteranen ganz vorne gehabt hatte.
    Plötzlich fiel ihm ein Wanken des Feldzeichen seiner Centurie auf. Durch seinen Zweikampf war er etwas von seinem Signifer abgedrängt worden. Natürlich versuchte der Gegner nun Fuscus zu Boden zu bringen. Eben war der letzte Mann vor Fuscus zu Boden gegangen und stand nun gleich drei Gegnern gegenüber. Wenn der Signifer fiel und damit das Feldzeichen wäre hier an dieser Stelle wohl der Durchbruch erreicht. Etwas was Corvinus natürlich verhindern wollte. Er stürmte die paar Schritt zu der Vierergruppe, stieß dem einen das Gladius in den Rücken und warf sich dann auf die anderen beiden. Dummerweise saß sein Gladiusstich nicht wirklich sondern blieb nur in den Lamellen der Schulter von dem Mann hängen. Daduch verlor Corvinus es aus den Händen und prallte nur noch gegen einen der anderen beiden.
    Es entstand ein Knäul aus drei Leibern die sich auf dem Boden liegend wanden und aufeinander einschlugen.
    Schließlich, alle drei ohne Gladius und Scutum in der Hand kamen sie zum liegen. Ganz unten ein relativ kleiner Legionär aus der XXVten. Auf ihm lag Corvinus. Auf diesem wiederrum saß der Legionär der XXVten der Corvinus Gladius in der Schulter hatte. Das einzig gute daran war das Corvinus im Hintergrund sehen konnte das Fuscus nun nur noch einen Gegner hatte mit dem er hoffentlich fertig wurde.


    Corvinus musste sich nun jedenfalls um eigene Probleme kümmern. Der Mann hinter ihm zerrte mit ganzer Kraft an seinem Helm. Da Corvinus diesen eh schon zu eng mit dem Lederriemen unter seinem Kinn festgemacht hatte versperrte ihm das nun endgültig den Mund. Er spürte wie der Riemen nun wirklich tief ins Kinn einschnitt und es fühlte sich so an als ob der Mann ihm den Kopf abreißen wollte. Nebenbei füllte sich Corvinus Mund immer noch mit Blut von seiner Zunge.
    Der Legionär der auf ihm saß hatte es geschafft sein Knie auf Corvinus einen Arm zu stellen. Mit der einen freien Hand hielt er Corvinus Arm fest und mit der anderen schlug er ihm immer wieder ins Gesicht. Beim Schlag eben gerade hatte Corvinus gespürt wie seine Nase gebrochen war. Eine Weile versuchte Corvinus seinen Arm unter dem Knie zu befreien aber merkte das dies nicht funktionierte und wie die Schläge ihn Stück für Stück "müde" machten. Nicht mehr lange und es würde Schwarz um ihn herum werden.
    Alwina ging ihm durch den Kopf und die Tatsache das an der Stelle seiner Centurie der Einbruch passiert wurde, etwas was ihn Traurig und Wütend zu gleich machte. Sie hatten ihm auch keine Chance gelassen, nur wenige Veteranen und was noch alles. Er würde Alwina nie wieder sehen.... da fiel ihm der Dolch ein dem Alwina ihm geschenkt hatte. Da er etwas länger war als ein Pugio hatte Corvinus ihn anders als ein Pugio befestigen müssen und daher war er nicht an der Stelle an der quasi jeder ein Pugio hatte. Plötzlich ließ er den nichtschlagenden Arm des Gegners auf ihm los, was diesen kurz verwirrte und zog den Dolch. Mit einem Schwung und aller Kraft die er noch hatte stach er zu. Der Mann riss seinen Oberarm och aber der Dolch ging durch die Hand durch und fuhr über´s Auge in den Kopf des Mannes. Was ihn schreiend nach hinten fallen ließ wobei er Corvinus Gladius aus der Schulter verlor.
    Nun wieder beide Hände frei schaffte Corvinus es den einen Arm des Legionärs auf dem er lag etwas anzuheben und ihm mit der anderen den Dolch in die Achsel zu rammen. Der Griff wurde schwächer und schließlich ließ er mit toten Augen los.


    Ächzend stemmte Corvinus sich hoch, konnte sehen das Fuscus ähnlich zugerichtet seinen Gegner besiegt hatte und griff sich den immer noch schreienden Gegner der auf ihm gesessen hatte.
    Er stemmte ihn hoch und warf ihn schreiend und zappelnd über die Schanze.
    Dabei brüllte er Blut spuckend:


    "Victor Roma, Victor Secunda!"


    Anschließend erfolgte der Pfiff mit dem dann nun die jüngsten seiner Leute vorne standen. Leute wie Madarus, Regulus usw.

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