[Officium I] Legatus Augusti pro Praetore

  • Furius stoppte tatsächlich vor Kimon. Er starrte den dürren Mann durchdringend an. Natürlich war der Impuls ihn zu packen und aus dem Weg zu nehmen, präsent, dermaßen präsent, daß er begann sich Sorgen zu machen.

    Wo käme er denn hin wenn er hier Scribas demolierte.

    Das hier ist Appius Aqulius Bala,...der Caesar,...du läßt ihn augenblicklich durch,...

    Er hauchte ihm noch zu und das pronto,...der Caesar wartet ungern und ich...übrigens auch.


  • Kimon sah mit schläfrig wirkenden Augenliedern und völlig unbeeindruckt auha,...f den etwas zu euphorischen Praetorianer. Auch nur so ein soziophatischer Grobian. Natürlich wußte er wer Caesar war. Er kannte ihn aus der Villa Aemilia.

    Der Caesar war als Junge und junger Mann oft in der Villa. Natürlich hatten sie keinen Kontakt. Wie auch, er war Sohn eines Haussklaven und Bala,...naja,...ner

    Aber jetzt,...hah,...Mein Caesar,...Kimon verbeugte sich formvollendet, ...willkommen in Germania,...darf ich bitten?

    Er öffnete die Türe verhalten aber absolut. Er hoffte Nepos befand sich in einer unmöglichen Situation. Seine Augen blitzten den Praetorianer frech an.

    Ach, das Leben hatte durchaus seine Momente.

  • Was für ein Honk! In Roma würde sich das kein Scriba trauen. Furius fragte sich ob es an seinem Gemüt nach der Schlacht oder am allgemeinen Sittenverfall lag. Warum war er genötigt grob zu werden? Warum erzitterte dieser magere Hänfling nicht bei seinem Anblick und erfüllte schnurstraks seine Wünsche?

    Er atmte tief ein wandte sich zu Bala um und nickte ihm zu. Sicher wollte dieser alleine mit dem LAPP reden, was ihm Gelegenheit gab endlich einmal 5 Minuten mit sich alleine zu sein um die ganze Scheiße der letzten Stunden abzustreifen. Gegenüber vom Officium befand sich das Atrium der Regia, er hatte bereits eine Bank erspäht, von der aus er die Türe im Auge hatte und nicht allzuweit entfernt war.

  • Bala erwiderte das Nicken des Prätorianers. "Ich werde allein hineingehen." Was nun zu tun war, wusste Terentius Furius selbst, es bedurfte keiner Befehle für jede Kleinigkeit.


    Bala trat ein, hinter ihm schloss man die Tür. Einen Moment umfing ihn Stille. Als ranghöchstes Mitglied des Trosses oblag es Bala, dem Legatus Augusti pro praetore die Nachricht vom Tod des Subpraefectus zu überbringen. Insofern wäre das eine normale dienstliche Angelegenheit, müsste er dabei nicht dem Vater des Toten in die Augen sehen. Zuerst sollte der Mann sich aber von dem Schrecken erholen, dass der Caesar in seinem Officium stand, ehe er einen noch viel derberen Schock erleiden musste.


    "Salve, Legatus Aemilius", grüßte Bala und klang dabei weniger unfreundlich als sonst, blickte eine Spur milder drein. Man kannte sich und er brauchte nicht auszusprechen, wer er war.

  • Nepos saß an seinem Schreibtisch als die Türe aufging. Er sah genervt auf und sah,...nichts...doch den mageren Arm von...Kimon.

    Er hatte diesem Nichtsnutz gesagt, daß er vorerst nicht gestört werden wollte. Groll wuchs in ihm hoch, genährt durch die Zustände am Limes, den schleppenden Aufbau der XXII. Es kotzte ihn im Moment so ziemlich Alles an.

    Er ergötzte sich Augenblicklich an seiner Version Kimons Bestrafung. Die Verrottungsgruben dürften inzwischen recht saftig sein.

    Doch es war nicht Kimon der da durch die Türe kam. In der ziemlich schäbigen Rüstung eines Praetrianers trat ein älter gewordener Bala in sein Officium. Verwirrt und ein wenig konsterniert erwiederte er dessen Gruß.

    Er hatte damit gerechnet, daß der Caesar hier irgendwann auftauchen würde, jedoch war es nicht die übliche Vorgehensweise dies auf die jetzige Weise zu tun. Er umrundete seinen Schreibtisch und trat auf den Caesar zu.

    Salve Caesar, ...nun,...ich bin ein wenig,...nun...überrascht dich hier und in diesem ...Zustand zu sehen,...ich werde dir sofort Quartier in meinem Haus, ein paar Sklaven und Speisen darbieten. Es war ein Unding ihn in diesem Zustand zu sehen.

    Er klatsche in die Hände und rief nach Kimon,...wo war diese achtbeinige HämorrhoidenHämorrhoide schon wieder...??!

  • Bala hob die Hand, um den Aemilier zu bremsen in seinem Tatendrang, verstimmt, da dieser es wagte, offen seinen mangelhaften hygienischen Zustand anzusprechen. Der Caesar war der zweitmächtigste Mann des Reiches und erwartete, dass er in jedem ihm genehmen Aufzug an jedem Ort erscheinen konnte, ohne dass jemand Anstoß daran nahm. In Anbetracht der Umstände verzichtete er darauf, dies zu verbalisieren.


    "Später, Aemilius, zuerst sprechen wir. Mein Zustand hängt damit zusammen, dass wir auf der Reise von Barbaren überfallen worden sind. In diesem Zusammenhang muss ich dir leider mitteilen, dass auch dein Sohn, Subpraefectus Alae Aemilus Bassus, Teil des Trosses war, der angegriffen wurde. Dein Sohn hat überaus tapfer gekämpft und war dabei ein Vorbild und Ansporn für seine Soldaten."


    Er ließ eine Pause und schluckte alles herunter, was er sonst noch über die Situation sagen wollte. Aemilius Nepos hätte durch nichts eindrücklicher vor Augen geführt bekommen können, dass seine Arbeit, die Grenze zu sichern, mangelhaft erledigt worden war, als durch jene Botschaft, welche nun folgten. Die Ironie war grausam, doch die Götter hatten entschieden.


    "Aemilius Bassus hat in jenem Kampf seinen sterblichen Körper verlassen, um an der Seite der Helden über die elysischen Felder zu wandern. Er hat dem Namen seiner Familie alle Ehre gemacht. Rom trauert mit dir um deinen Sohn, Aemilius."

  • Derweil nahte von draußen Nero. Obwohl er sich beeilt hatte, war es ihm nicht gelungen, vor dem Tross bei seinem Onkel einzutreffen, weil er bei der Post hatte nach seiner Kiste sehen wollen. Kronos sei dank war sie bereits vor ihm eingetroffen und er nun wieder in Besitz einiger Münzen. Nun war es Zeit, Onkel Nepos zu besuchen. Natürlich hatte Nero sich trotz der Konfrontation mit den Offizieren in den Kopf gesetzt, bei der traurigen Botschaft anwesend zu sein, damit sein Onkel nach dem Verlust des Sohnes gleich den passenden Trost in Gestalt des Neffen vor Augen haben konnte. Dass der Caesar sich vorgedrängelt hatte, war nichts, wogegen er etwas unternehmen konnte, doch sich ins Blickfeld des Onkels zu bringen im rechten Moment, lag noch innerhalb der realisierbaren Möglichkeiten.


    Kaum war der stinkende Prätorianer fort, baute Nero sich vor dem dürren Sklaven auf, welcher die Porta bewachte - und zückte eine Goldmünze. Das war doch Kimon ... Nero erinnerte sich. Ein Sklave der besonders unangenehmen Sorte, den er längst in die Minen verkauft hätte, doch irgendeine Sentimentalität schien Nepos dazu zu bringen, die garstige Gestalt in seinem Umfeld zu dulden und sich gar von ihr bedienen zu lassen.


    Nero mochte Kimon nicht, doch blieb er diesem gegenüber freundlich. "Salve, Kimon. Lange Zeit ist es her. Lässt du mich durch?", fragte er und ließ die Münze funkeln. "Mein Onkel bedarf der Gegenwart eines Jemanden, der ihn versteht."


    Damit lehnte er sich weit aus dem Fenster, denn wie es im Inneren von Nepos aussah, verstand niemand - vielleicht nicht einmal Nepos selbst. Und doch war eine gewisse charakterliche Ähnlichkeit zwischen Onkel und Neffe nicht zu leugnen.

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