[Cenatio] der Villa Urbana des Marcus Helvetius Commodus, Raum III EG

  • Commodus schien die Brasse sehr zu mögen genau wie schon bei den Sepiastücken. Es war deutlich zu merken das alles aus dem Meer bei ihm hoch im Kurs stand.


    Doch war dieser Gang ja nur ein kleiner Teil des Menüs und dementsprechend die Brasse recht klein. Daher die Zeit nicht so lang bis sie verspeist war und abgetragen wurde.


    "Das trifft sich sehr gut bezüglich deiner Männer. Ich weiß nicht ob du es wusstest aber ich bin seid kurzer Zeit Architectus des Curator Rei Publica. Einige Formalitäten und Vermessungsarbeiten sind noch nötig aber es gibt ein Stück Straße, mehrere Meilen lang, zwischen Roma und den Albaner Bergen, welches dringend überholt werden muss. Bei den Legionen ist es ja üblich das man die Milites für solche Arbeiten heran zieht. Wie sieht es aus, siehst du eine Möglichkeit deinen Männern da körperliche Ertüchtigung zu ermöglichen und den Fachleuten unter Ihnen Arbeiten wie z.B. Vermessungen von einzelnen Abschnitten und dergleichen zu delegieren?"


    Derweil wurde der nächste Gang, der Hauptgang, herein gebracht.
    Es war ein ein kleines Wildschein an der Schwelle vom Frischling zum jungen ausgewachsenen Tier. Das Schweinchen war von Außen, offenbar an einem Drehspieß über offenem Feuer kross gebraten und hatte eine ordentliche Kruste. Es wurde mittig zwischen Commodus und Crispus abgestellt. Zwei Sklavinnen nahmen sich anschließend jede ein scharfes Messer und setzen diese zeitgleich an den Flanken des Tieres an. Sie schnitten es auf und es quollen aus dem Inneren des Tieres die Füllung heraus. Diese bestand aus kleinen Würsten, Waldpilzen und Zwiebeln in einer dunklen Soße. Der Teller auf dem das Schwein angerichtet war hatte dabei einen ausreichend hohen Rand so dass es keine Sauerei gab.
    Die Sklavin bei Crispus fragte:
    "Was darf ich dir auftun Herr?"


    Commodus ließ sich von der anderen Sklavin, ordentlich von der Füllung und das Filetstück von seiner Seite des Schweins herausschneiden und auftun.



    aus der

  • Interessiert betrachtete Lucius das aufgetragene Wildschwein. Es roch köstlich und als es aufgebrochen wurde, zeigte sich auch noch eine aufregende Füllung - so ein raffiniertes Gericht hatte er schon seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen!
    "Von allem etwas!"
    befahl er daher der Sklavin, bevor er sich wieder dem Gespräch widmete.
    "Es dürfte kein Problem sein, ein paar Soldaten abzustellen. Die Cohortes Urbanae sind zwar zahlenmäßig nicht so stark wie eine Legion, aber wir dürften ausreichend Ingenieure für eine Straßenreparatur vorrätig haben. Am besten, du schreibst eine offizielle Anfrage - ich kümmere mich dann darum, dass du die passenden Leute bekommst!"
    Formell musste der Präfekt das zwar abnicken - aber so wie der Petronier ihn kannte, würde er Pegasus informieren und dann tun, was er für angemessen hielt.

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  • Die Sklavin tat wie geheißen und trug dem Petronier auf. Anschließend bot sie noch einen kräftigen Rotwein zu dem Gericht an, hatte den bisher getrunkenen Wein aber auch noch griffbereit.


    Auch Commodus ließ sich ordentlich auftragen und wechselte auf den schweren Rotwein.
    "Das hört sich gut an. Anhand deiner Formulierungen schließe ich jetzt das auch du es für sinnvolle Beschäftigung für deine Männer hältst. Welche ist denn deine Einheit? Sie werden ja sicherlich ähnlich wie bei einer Legio durchnummeriert sein oder?"


    Commodus genoss ein zwei weitere Happen vom Wildschwein bevor er noch fortfuhr.


    "Ich werde dazu sicherlich noch weitere Männer anheuen zum arbeiten. Vielleicht kann man von denen im Anschluss sogar ein paar rekrutieren. Oder sind die Urbaner im Moment voll besetzt?"

  • Rotwein mochte der Petronier noch weniger als Weißwein - aber auch das wollte er nicht zugeben, weshalb er sich den nächsten Wein kredenzen ließ. Er wusste schließlich, dass es da gewisse Konventionen gab, was man wozu trank - auch wenn er diese Konventionen zu Hause nie beachtete.
    "Ich kommandiere die Cohors XII."
    erklärte er und schnappte sich eine kleinere Wurst, um sie komplett in seinem Mund verschwinden zu lassen. In Mogontiacum hatten sie auch gerne schwere, fettige Speisen gegessen und Würste waren wohl eine Art Spezialität - Lucius hatte selbst in Rom kaum Würste in germanischer Qualität gefunden, wie seine Mutter sie gemacht hatte!
    "Wir sind momentan noch dabei, unsere Verluste durch den Sklavenaufstand aufzustocken - insofern ist es keine schlechte Idee, wenn man ein paar fähige Leute gewinnt."
    Die Cohortes Urbanae waren generell eine sehr beliebte Truppe, sodass es grundsätzlich nicht an Rekruten fehlte - aber festzustellen, wer wirklich fähige Leute waren, war ein rationaler Auswahlprozess. Da konnte die Erprobung durch den Straßenbau sicherlich nicht schaden!
    "Wann planst du die Sache zu beginnen?"
    Er schnabulierte ein Stück Kruste, die kross zwischen seinen Zähnen krachte, als er sie sorgfältig kaute.

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  • "Die XIIte also...werde ich mir merken", kommentierte Commodus zunächst und nickte dann zustimmend bei der Einschätzung das man durch den Straßenbau vielleicht die Guten und die Schlechten auseinander halten konnte.


    Er bekam den Eindruck das dem Petronier die Würstchen besonder gefielen.


    "Mir scheint die kleinen Würstchen scheinen dir besonders zu schmecken. Es sind zwei verschiedenen drinnen. Einmal welche mit Ziegenfleisch, welches ich persönlich am liebsten mag von den Landtieren. Die anderen sind aus Eselfleisch. Wenn die Tiere schlachtreif sind lasse ich immer einige von Paxos importieren und ein Metzger der meinem Verwandten gehört die Wurst dann hier her. Wenn du erlaubst lass ich dir die Tage welche in die Castra liefern?"


    Commodus nahm einen kräftigen Schluck Rotwein und antwortete dann auf die letzte Frage.


    "Nun wo ich weiß das ich deine Unterstützung habe ist es meine Absicht gleich morgen die ersten Schritte in Angriff zu nehmen. Ich werde einen Termin beim Curator machen und wenn du erlaubst im Gespräch erwähnen das von deiner Seite Unterstützung zugesagt ist. Anschließend würde ich dann in einem ersten Teil mit einigen Vermessern den genauen Umfang der nötigen Arbeiten vor Ort feststellen. Danach ein weiterer Termin beim Curator um quasi den offiziellen Auftrag zu bekommen. Danach denke ich sollten die nächsten Schritte die benötigten Arbeitskräfte anzuheuern bzw. dir mitzuteilen wann wie viele wo gebraucht würden. Dann fehlt eigentlich nur noch das Material und es kann losgehen. Was hältst du davon?"

  • Ziege und Esel? Lucius hatte nicht vermutet, dass die Wurst von solchen Viechern war - er kannte vor allem Schwein, Rind und Wild als Fleischproduzenten, in Germania vor allem Wild und Schwein. Wenn er an so einen Packesel dachte, kam ihm das Fleisch beim Kauen gleich ein bisschen zäher vor.
    "Natürlich."
    bestätigte er trotzdem mit halbvollem Mund und schluckte herunter - er musste ja zugeben, dass sie gut schmeckten, da war es unlogisch, wenn er jetzt ablehnte. Außerdem waren sie ja umsonst.


    "Das Vorgehen hört sich gut an. Du kannst mich gern erwähnen und ich kann dich auch im Organisatorischen unterstützen. Ich habe vor ein paar Jahren schon die Getreideflotte aus Alexandria organisiert - da dürfte eine Baustelle kein Problem sein!"
    Die Sache mit der Getreideflotte damals war seine bisher größte Leistung - auch wenn er damals natürlich nicht allein gearbeitet hatte, sondern die Annona-Verwaltung in Aegyptus und Italia ihn dabei unterstützt hatte. Trotzdem war er stolz darauf und wollte, dass sein neuer Verbündeter wusste, was er drauf hatte.

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  • Commodus bemerkte das zögern bei seinem Gast. Ein kleines bisschen amüsierte ihn das. Er kannte diese Reaktion nur zur genüge.
    Er persönlich hasste Schweinefleisch in allen Versionen wo man den dem Schwein eigenen Geschmack schmeckte. Also Würstchen, geräuchert oder anderweitig verarbeitet, waren in Ordnung. Aber beim Gedanken an ein Stück Schweinefleisch wurde ihm übel.
    Rind mochte er zwar sehr gerne fand es aber unpassend es seinem Geschmack und exquisität zu rauben und es in Würstchen zu verarbeiten. Das er Wild mochte sah man ja an der Tatsache das die Würstchen in Frischlingen serviert wurden.
    Natürlich konnte sein Konsum von sämtlichen Fleischsorten nicht mit dem von Früchten des Meeres mithalten, als jemand der von einer Insel stammte wohl auch kein Wunder.


    "Du darfst natürlich nicht denke das die Esel deren Fleisch für die Würstchen hergenommen werden noch viel Ähnlichkeit mit den Packeseln der Legion haben. Sie sind viel kleiner und...weicher. Wirken fast wie Ponys. In den Sabiner Bergen züchte ich meine. Es gibt sie aber auch noch an anderen Stellen!"


    Für die Ziege und ihr Fleisch hätte er noch eine viel größere Lanze brechen wollen und können. Doch er wollte dieses Thema nicht zu sehr auswalzen.


    "Meinen Respekt. Diese Aufgabe ist von höchster Wichtigkeit und sicher auch Größe. Ich will gar nicht wissen wie viele Schiffe dafür benötigt werden. Mir schwirren schon die Zahlen wenn ich nur die Anzahl der Säcke lese die von meinem Gut auf Ilva nach Rom gebracht werden. Wenn ich dann bedenke was für ein verschwindend kleiner Anteil das an der nötigen Versorgung hat. Schon Wahnsinn was Roma zur Versorgung braucht. Du hast auf jeden Fall Recht das da die Organisation einer Baustelle etwas ist was du wahrscheinlich mit verbundenen Augen schaffst. Darf ich dich mit so einer einfachen Aufgabe dann überhaupt noch belästigen?"


    Er nahm einen Schluch Wein.


    "Ich bin neugierig. Wie viele Schiffe braucht Rom pro Tag? Oder wenn das nicht in Schiffen sondern in einer anderen Einheit bemessen wird...Säcke Getreide vielleicht. Wieviel braucht es davon?"

  • Lucius hasste es, durchschaut zu werden - und diesmal schien sein Gastgeber geradezu seine Gedanken gelesen zu haben. Natürlich wusste er, dass das nicht möglich war - irgendetwas musste ihn verraten haben, wahrscheinlich seine Mimik! Er musste wirklich lernen, sich besser im Zaum zu haben!


    Deshalb ging auf die Eselssache lieber nicht ein, sondern wandte sich den Rückfragen zur Getreideflotte zu - mit diesem Thema hatte er sich so intensiv beschäftigt, dass er sich sicher darin fühlte.
    "Natürlich, es muss ja nicht immer so ein Großprojekt sein!"
    antwortete er zuerst einmal geschmeichelt - er mochte es, wenn man ihn respektvoll behandelte.
    "Aus Alexandria trifft die Getreideflotte zweimal pro Jahr ein. In Säcken und Schiffen lässt sich die gelieferte Menge natürlich nur sehr unbestimmt beschreiben, denn das sind sehr relative Größen - ein Sack kann ja alle möglichen Größen haben und ein Schiff ebenfalls. Die Aigyptiai, mit denen die Getreideflotte das Getreide liefert, sind wohl die größten Schiffe der Welt - sie können Ladungen bis zu 50 Talenten transportieren!
    Den Tagesverbrauch kann ich auch nicht nennen - sicherlich lässt sich auch kaum kontrollieren, wer wie viel Getreide nach Rom importiert. Die Getreideflotte aus Alexandria liefert aber zweimal jährlich je etwa zehn Millionen Modii - der exakte Wert schwankt natürlich je nach Ernte und Verlusten beim Transport. Wenn wir rechnen, dass die beiden Flotten ungefähr ein Drittel des Jahresbedarfs Roms decken, dann sind das also..."

    Der Tribun runzelte die Stirn und verstummte - das war doch eine etwas unfangreichere Rechenoperation: 20 Millionen waren ein Drittel, also 60 Millionen der Gesamtbedarf, geteilt durch 365 Tage machte...
    "54790 Modii pro Tag. Wenn wir annehmen, dass ein Sack ungefährt 5 Modii hat, sind es also 10958 Säcke Getreide - gerundet also etwa 11000 Säcke. Oder wenn wir es in Thalassia, den etwas kleineren Schiffen der Navicularii rechnen..."
    Diese Schiffe hatten ein Fassungsvermögen von etwa 50000 Modii...
    "etwas mehr als ein Schiff. "
    Er lächelte zufrieden - seine Rechenkünste ließen ihn selten im Stich!

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  • Commodus war jetzt zwar keine Null in Mathematik, sonst wäre eine Tätigkeit als Architectus wohl auch kaum möglich gewesen, aber so umfassend, vor allem im Kopf und ohne Tabular für Notizen und Zwischenergebnisse, wie die des Petroniers waren sie nicht.


    "Ich bin wirklich beeindruckt. Sowohl von deiner Fähigkeit das alles mal so eben auszurechnen als auch von dem was dein vorrechnen aussagt. Das sind doch wirklich ungeheure Summen oder? Wird dir dabei nicht Angst und Bange? Ich hab mal ein Buch gelesen. Der Autor darin stellte die These auf das bei städtischen Gesellschaften...und als eine solche kann man Rom jawohl ziemlich sicher bezeichnen. Die Stadt ist ja definitiv nicht in der Lage sich aus dem eigenen Umfeld zu versorgen.... Jedenfalls lautete die These das in so einer Gesellschaft das ausbleiben von absolut 3 Mahlzeiten pro Person die Unruhen losgehen und spätestens bei 9 die Apokalypse beginnen würde. Ganz so weit würde ich nicht gehen, die Menschen, jedenfalls ist es in allen Haushalten die ich kenne was natürlich nicht sooo viele sind. Die Menschen haben jedenfalls ja immer noch für einige Tage Vorräte zu Hause. Aber wenn die dann aufgebraucht sind und es auf den Märkten nichts mehr gibt...
    Was meinst du dazu?
    Gerade wenn man in diesem Bereich tätig ist muss man über dieses "Damoklesschwert", wenn ich mal aus Ciceros "Tusculanae disputationes" ausleihen darf, doch nachdenken.
    Oder wenn die Getreideflotte unterwegs ist...geht da nicht andauernd der sorgenvolle Blick zum Himmel. Man stelle sich einen Sturm vor der die Flotte vernichtet.....",


    Commodus nahm noch ein letztes Stück war dann mit seinem Gang fertig. Die Sklavin räumte bei ihm ab. Die andere wartete noch bis auch Petronier ein Zeichen gab fertig zu sein. Dabei blieb sie ihm Hintergrund um nicht den Eindruck zu erwecken er müsse sich jetzt beeilen.

  • Natürlich schmeichelte es Lucius, dass der Helvetier seine Rechenkünste lobte - auch wenn das wohl die Fähigkeit war, für die er in seinem Leben am häufigsten gelobt worden war. Außerdem natürlich von seinem Alten, der das für nutzlose Philosophiererei gehalten hatte...


    Die Frage, die dann aber angerissen wurde, war dem Petronier ein bisschen zu spekulativ... dass nach drei Mahlzeiten - also 1-2 Tagen - oder spätestens nach 3-4 Tagen die Apokalypse ausbrach, war erstens ziemlich unpräzise und zweitens hatte er keine empirische Grundlage, die das bestätigte oder verneinte.
    "Naja, die Flotte bewegt sich sehr umsichtigt. Es ist unwahrscheinlich, dass sie komplett untergeht."
    erklärte er schließlich und dachte kurz nach.
    "Einzelne Verluste sind aber durchaus üblich, das ist richtig. Aber die Getreideflotte liefert wie gesagt nur ein Drittel des Bedarfs Roms, das heißt weitaus mehr Getreide kommt aus Italia, anderen africanischen Provinzen und aus dem Rest des Imperiums. Aegyptus ist sicherlich der wichtigste Lieferant, aber er ist kurzfristig nicht unersetzlich - im Zweifelsfall kann Rom auch Tribute erhöhen oder der Kaiser aus seinem Privatvermögen Getreide anderswo aufkaufen und nach Rom bringen."
    Er wischte sich seine Finger an der Serviette ab - auch er war fertig.
    "Trotzdem ist es natürlich eine große Verantwortung, da hast du Recht. Man denkt aber nicht die ganze Zeit daran, abgesehen davon ist die Flotte ja ein großes Unterfangen mit verteilten Verantwortlichkeiten und Aufgaben, sodass man sowieso nie allein an alles denken kann und muss. Aber Angst ist irrational, denn sie beruht auf Unwissenheit über die Zukunft, wie Epikur sagt."
    Ein echter Epikureer hätte gleich dazu sagen können, wo das stand - Lucius war aber kein großer Auswendiglerner, auch nicht bei der Philosophie-Vorlesung, die er in Alexandria besucht hatte.
    "Deshalb lasse ich davon nicht mein Handeln bestimmen. Dinge, die ich nicht wissen kann, muss ich nährungsweise erfassen und berücksichtigen. Dinge wie einen Sturm kann ich aber nicht vorhersehen und wenn, kann ich unmittelbar nichts dagegen unternehmen. Ich musste mich also allmorgendlich auf die erfahrenen Kapitäne verlassen, ob der Himmel nach Sturm aussah oder nicht und je nach dem auslaufen oder nicht. Den Himmel anstarren hilft weder dem Fortkommen der Getreideflotte, noch mir."

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  • Commodus war rechtschaffend abgefüttert, auch wenn er vielleicht gewollt hätte aber es war einfach kein Platz mehr für auch nur ein Stück vom Schwein oder dessen Füllung.
    Der Gang wurde abgetragen und Commodus wusste das es einen kleinen Augenblick dauern würde bis der nächste kam. Ganz mit Absicht eingebaut um etwas Zeit zu gewinnen Platz im Magen zu bekommen.
    Deshalb aber auch weil er es einfach gerne tat philosophierte er weiter


    "Du hast sicherlich vollkommen Recht bei deinen Argumenten keine Frage. Jeden Tag und nahezu andauernd geben wir ja das Heft aus der Hand und andere handeln für uns oder in unserem Auftrag. Wir haben nur die Möglichkeit sie vorher genau auszuwählen und den oder die richtige für den Auftrag auszuwählen.
    Ebenso hat Epikur natürlich ebenso Recht mit seiner Aussage.
    Doch gleichzeitig auch wieder nicht vollkommen Recht.
    Angst mag irrational sein aber sie kommt erstens zweifellos vor, ich möchte behaupten bei jedem von uns irgendwann einmal. Mein Vater und seine angesiedelten Veteranen sagten und sagen immer das es viel wichtiger ist wie man mit der Angst umgeht. Lässt man sich von ihr lähmen oder nimmt man sie an...setzt sie vielleicht sogar ein. Es gibt viele Kämpfer, soweit ich weiß, die sagen sie würden ohne Angst nicht mehr kämpfen. Denn die Angst würde sie viel mehr schützen als jeder Harnisch.


    Zurück zu kommen auf die Getreideflotte würde ich sagen bedeutet das. Man sollte die Flotte nicht fahren lassen wenn man weiß das die Wahrscheinlichkeit von schlechtem Wetter und Stürmen besonders groß ist. Man sollte viel Zeit und Sorgfalt darauf verwenden die richtigen Kapitäne ausfindig zu machen.
    Und man sollte darauf vorbereitet sein das mal ein Schiff, ein Teil der Flotte oder vielleicht sogar die ganze Flotte nicht ankommt...."

  • Dass man sich auf andere verlassen musste, war wirklich ein Jammer - Lucius hasste es, seine Arbeit irgendwelchen Leuten anvertrauen zu müssen, von denen er nicht sicher war, wie zuverlässig sie waren.


    Widerstand rief allerdings die Bemerkung zur Angst hervor, weshalb er den Kopf schüttelte.
    "Angst mag für einen einfachen Soldaten wichtig sein."
    Das hatte ihm der Alte auch beigebracht - die Soldaten mussten ihren Centurio mehr fürchten als den Feind!
    "Aber ein intelligenter Offizier ist durch seine Rationalität allein vorsichtig - für ihn ist Angst nur ein Hemmnis in der objektiven Beurteilung der Lage. Natürlich darf er auch nicht überheblich sein, sonst schätzt er die Lage ebenfalls falsch ein. Aber ich bleibe dabei: Angst ist nur etwas für Menschen, die eine Situation nicht rational beurteilen können und sich deswegen auf ihre Instinkte verlassen müssen."
    Das ganze ließ sich natürlich auch auf den Fall mit der Getreideflotte anwenden:
    "Also würde ich sagen, dass es logisch ist, dass das Wetter unberechenbar ist und man deshalb umsichtig vorgehen muss. Einzuberechnen, dass ein Schiff nicht ankommt, ist Sache von Wahrscheinlichkeiten - nicht von irgendeinem unbestimmten Gefühl."
    Da Rom jedes Jahr Getreideflotten auf den Weg schickte, gab es ja glücklicherweise genügend empirisches Material, das der Petronier damals studiert hatte - und seine Vorgänger bei der Organisation hatten ja auch schon Kapitäne organisiert, die jedes Jahr unter Vertrag genommen wurde... insofern musste man ja auch nicht jedes Jahr das Rad neu erfinden!

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  • Sie hatten unterschiedliche Ansichten das war recht deutlich. Aber dennoch nichts worüber man sich streiten konnte. So fand Commodus.
    Das Essen wurde abgetragen und es folgte ein Zwischengang.


    Vor Commodus und Crispus wurde ein flacher Teller mit jeweils 6 frisch geöffneten, also 12 Hälften, Austern gestellt.


    Commodus schien sich sehr auf diesen Gang gefreut zu haben seinem Gesichtsausdruck zu schließen.


    "Muscheln finde ich im allgemeinen sehr gut aber diese hier habe ich vor einiger Zeit entdeckt. Sie stammen aus einer Bucht nördlich von Aleria an der Ostküste von Corsica. Ich finde sie haben eine...haselnussartige Note. Wirklich lecker!"

  • Der Petronier beschloss, dass er die Diskussion gewonnen hatte, als Commodus sich nicht mehr weiter dazu äußerte. Als "Preis" kam allerdings ein Gang, dem er wenig abgewinnen konnte - er war nie ein großer Freund von Meeresfrüchten gewesen und fand Austern eklig. So viel Kultiviertheit hatte der Alte ihm dann doch nicht vermitteln können.


    Anstatt sich also zu bedienen, fragte er überrascht:
    "Wie kommen frische Muscheln denn von Corsica bis hierher?"
    Er hatte schon einmal gehört, dass reiche Leute Eis aus den Bergen schlagen ließen, um Nahrungsmittel zu kühlen - aber von Corsica bis hierher war es ja doch eine ganz schöne Schiffsreise...

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  • Commodus schien was die Vorliebe für Meeresfrüchte das komplette Gegenteil von Crispus zu sein. Jedenfalls wanderten in schneller Folge die ersten Tiere in seinen Mund.


    Falls Crispus tatsächlich keines seiner Schalentiere essen würde dann, fänd Commodus das zwar ziemlich ungewöhnlich aber würde sich darüber keineswegs ärgern. Es standen auch immer noch genug vom "Fingeressen" auf dem Tisch so dass sich Crispus auch noch an etlichen anderen Dingen bedienen konnte.


    "Nun...", Commodus schlürfte eine weitere Muschel aus.


    "...am besten lebendig. Es gibt zwar die Möglichkeit sie mit Eis gekühlt zu transportieren aber das ist sehr sehr aufwendig und sehr sehr teuer. Ein findiger Grieche hat es mir mal auf Paxos gezeigt als er uns Muscheln geliefert hat. Sie wachsen ja an den Stellen am besten wo der Pegelstand stark schwankt. Das ist im Meer rund um Paxos allerdings nicht der Fall. Aber auf Corsica z.B. Dort werden die Muscheln in so...Gitterkisten auf Ständern gezüchtet die im Meer stehen. Wenn die Muscheln dann reif sind nmmt man so eine Kiste und hält die Tiere ständig unter Wasser bleiben sie frisch. Noch besser ist es wenn sie während der Überfahrt dann außen am Schiff hängen. In Ostia dann verladen auf ein Tiberschiff. Wenn du möchtest sag ich Esther Bescheid und sie nennt dir den Händler am Hafen von dem wir kaufen. Der mit den corsischen Muscheln. Aber kann es sein das du Muscheln nicht so besonders findest?"

  • Woher ahnte der Helvetier nun schon wieder, dass er Muscheln nicht mochte? Heuchelte man mit so einer Nachfrage nicht eigentlich sogar Interesse? Obwohl er natürlich richtig lag - was sollte man auch an Lebewesen finden, die man aus dem Meer fischen musste, um sie dann aufzubrechen, damit man ein bisschen glibberige, salzige Masse bekam. Da lobte Lucius sich doch ein Schwein, das man zwar schlachten musste, damit aber ungleich mehr Fleisch erhielt, dazu noch wohlschmeckendes!


    "Nein, Austern sind nicht so mein Fall."
    gestand er deshalb schließlich - es gab ja eigentlich keinen Grund, das zu verheimlichen - es gab ja auch Patrizier mit uraltem Stammbaum, die bestimmte Dinge nicht mochten!
    "Wie man sie transportiert, finde ich aber interessant. Muscheln direkt in Kisten zu züchten und sie dann lebend zu transportieren ist wirklich eine findige Idee."
    Im Grunde wie bei Schweinen oder Rindern - die wurden ja auch lebend nach Rom getrieben, sodass sie frisch verarbeitet und verkauft werden konnten!
    "Und da schmeckt man Unterschiede, ob sie aus Paxos oder Corsica kommen?"
    Lucius hatte keinen besonders feinen Gaumen - er konnte Rind von Schwein unterscheiden und hatte auch festgestellt, dass verschiedene Fischsorten unterschiedlich schmeckten. Eine zielgenaue Zuordnung fiel ihm aber immer schwer - er konnte noch nicht einmal Weine nach ihren Herkunftsregionen differenzieren!

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  • Wäre es um Wild gegangen, um Rind-, Schweine- oder irgendein Fleisch von einem anderen Landtier wäre Commodus wahrscheinlich nie darauf gekommen ob sein Gast dieses gern mochte oder nicht.
    Aber bei Fisch und Meeresfrüchten kannte er sich aus. Da sah er, seiner Meinung nach, jedem sofort an ob er er es mochte, liebte, gleichgültig war oder hasste.
    Ob seine Meinung dann immer stimmte war dann eine ganz andere Sache.


    Das der Petronier keine Austern mochte fand Commodus jetzt nicht schlimm...eher unverständlich. Aber jedem das Seine. Commodus erinnerte sich auch daran das sein Gast aus Germanien kam. Da gab es so gute Dinge wie Austern, Pulbo und andere Meeresfrüchte sehr wahrscheinlich auch nicht.


    "Ja die Idee ist wirklich gut! Auf Paxos sowie im ganzen östlichen Mare Internum ist die Muschel- und Austernzucht sehr schwierig bis unmöglich. Es bedarf einen starken Tiedenhub dafür. Da bleibt nur der Wildfang was sehr aufwendig und langwierig ist und selbst dann kaum Erträge bringt. Aber von Corsica und aus Gallien gibt es jede Menge. Ich bin kein Fachmann und könnte sicherlich nicht alleine am Geschmack erkennen, so wie es auch beim Wein manchen Menschen möglich ist, woher er kommt. Aber den Geschmack der corsischen Austern...der ist besonders und den schmecke ich heraus. Koste doch eine vielleicht fällt es dir auch auf und du kommst auf den Geschmack!"

  • Dieser Raum befand sich im gleichen Zustand wie zur Zeit als Varus noch alles gehört hatte. Commodus hatte die meisten Räume verändert und umdekorieren lassen. Teilweise sogar den Grundriss verändert. Aber hier fand er konnte alles so bleiben.

  • Auch das kleine Esszimmer gefiel Chrysogona ausgesprochen gut. Es war einfach eingerichtet und dekoriert, doch zeigte es einen praktisch veranlagten Hausherren.
    "Ich nehme an, du isst meist hier und nicht in dem großen Triclinium, oder doch?", fragte die Griechin.

  • Commodus lächelte


    "Du kannst mich schon ganz gut einschätzen. Wenn ich im Haus esse dann eigentlich immer hier. Nur wenn die Anzahl der Gäste die Anzahl der Plätze hier übersteigt geh ich in das große Triclinium. Wobei ich den meisten Gästen die Kunstwerke dort nicht vorenthalte."


    Commodus sah kurz zu der Feuerstelle


    "Die wenigen Tage wo es mal sehr kalt ist bringt das offene Feuer dort auch einen sehr großen Gewinn für das Vollbefinden. Auch ich bin dazu nicht davor gefeit wie glaube ich die meisten Menschen und könnte stundenlang ins Feuer schauen und es beobachten. Geht es dir auch so?"

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