Munera Tiberii Duri – Meridies – Das Wagenrennen

  • Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus Minor
    Augenscheinlich war sein Anverwandter geneigt, an diesem Tage in spielerischer Weise die Kapazitäten ihrer beider in der Kenntnis des Rennsportes zu messen, obschon beide doch ihre Wahl auf rein emotional-ästhetischen Erwägungen basieren hatten lassen. Nichtsdestoweniger akzeptiert Manius Minor jene Provokation in freudiger Weise und kaum hatte Fusus seine Intonation der Fangesänge vollendet, stimmte der jüngere der Flavii, seinem timiden Naturell völlig zuwiderlaufend, in den Jubel der Russati ein:
    "Russata! Russata!"
    , ehe er in den Augenwinkeln seinen Vater erblickte, der, wie es seinen Gepflogenheiten entsprach, auch im Angesichte eilender Pferde einer marmornen Statue gleich Gravitas uns Dignitas verströmte, sodass der Knabe sich seiner eigenen Obliegenheiten erinnerte und augenblicklich schamvoll verstummte.


    Vergnügt lacht Fusus auf, als Gracchus Minor sich seiner Euphorie anschließt und in einen kleinen Wettstreit zu ihm tritt. "VENETA! VENETA!" versucht er seinen Gefährten zu übertönen, ohne dessen plötzlichem Verstummen eine besondere Bedeutung beizumessen. Auch stört er sich selbst nicht im Mindesten an jeglicher um ihn herum präsenten Gravitas geschweige denn dass er diese zum Anlass nähme, sein eigenes Verhalten zu überdenken. Allzu sehr geht er in der tobenden Stimmung des Circus Maximus auf und lässt sich von ihrer Brandung tragen. Voller Freude funkeln seine braunen Augen und die Falten seiner Toga sind inzwischen größtenteils außer Form geraten. (Letzteres ist ein Umstand, welcher seine unweit postierte und diesbezüglich zu äußerster Perfektion gedrillte Leibsklavin in eine gewisse innere Unruhe versetzt. Sie besitzt indes die Einsicht, während des noch laufenden Rennens - und des damit verbunden andauernden un-gravitätischem Verhaltens ihres Herrn - keine sofortigen Maßnahmen in Sachen Re-Arrangement zu ergreifen.)


    Als der blaue Wagen ein weiteres Mal an ihren Plätzen vorüberzieht, hält es Fusus nicht mehr auf dem seinen und er springt applaudierend auf. "Hamiris! Fahr schneller!" gibt er 'seinem' Fahrer einen laut gerufenen und doch in seiner Nützlichkeit eher fragwürdigen Rat mit auf den Weg in die sechste Runde. "Seht ihr!? Seht ihr...?!? Er holt auf! Er holt auf!" spricht er in seinem Überschwang auch die anderen, größtenteils gesetzteren Flavier an und klatscht begeistert in die Hände.


  • Das Rennen näherte sich seinem Ende. Auch die sechste Runde führte Proteneas sicher an und beendete sie mit noch immer gefälligem Abstand vor dem Rest des Feldes.


    Amasis kam wieder dicht an Tanco heran. Der wilde Außenseiter tat sein Möglichstes, um den zweiten roten Wagen davon abzuhalten, schaffte es aber nicht, ihm den Platz zu versperren. So waren beide Wagen dicht hinter Sotion; Tanco auf der inneren Bahn, Amasis direkt neben ihm, als sie über die Ziellinie fuhren.
    Und direkt neben ihnen, sehr zur Überraschung des gesamten Publikums, fuhr Lusorix! Der Jüngste des gesamten Rennfeldes hatte geschickt eine Lücke genutzt und sich so nach vorne gebracht. Während hinter ihm Hamiris und Oxtaius gegeneinander gekämpft hatten und darum gerungen hatten, den verzweifelten Phytocles zu überholen, hatte Lusorix sich herausgehalten und gewartet. Als es dann soweit war und Phytocles den beiden Wagen dahinter die Rennbahn so versperrt hatte, dass sie nicht vernünftig vorbeigekommen waren, hatte Lusorix seine Tiere heftigst angetrieben. An allen drei Wagen war er auf der Außenbahn vorbeigerauscht und befand sich nun auf Augenhöhe mit Amasis und Tanco, die bislang nur zu zweit um den dritten Platz gekämpft hatten, mit der Aussicht auf den zweiten.
    Allerdings konnten ihm weder Hamiris noch Oxtaius dahin folgen. Beide hingen nach wie vor hinter Phytocles fest.

  • Sehr zur Freude der roten Anhänger kämpfte Amasis verbissen weiter und schien dabei auch noch die nötigen Reserven zu haben, um seine Kontrahenten unter Druck zu setzen. Während vorne Proteneas weiter souverän führte und damit für eine positive Grundstimmung sorgte, bekam Amasis nun für jedes gelungene Manöver und jede gewonnene Radlänge frenetischen Beifall von den Rängen - zumindest auf den Plätzen, auf denen Anhänger der Russata saßen. Wobei nur noch die allerwenigsten saßen, denn alle anderen hatten sich längst erhoben, um ihre Helden zu feiern.


    "Steht auf, wenn ihr Rote seid! Steht auf, wenn ihr Rote seid, ..."


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  • Zitat

    Original von Spurius Purgitius Macer
    Sehr zur Freude der roten Anhänger kämpfte Amasis verbissen weiter und schien dabei auch noch die nötigen Reserven zu haben, um seine Kontrahenten unter Druck zu setzen. Während vorne Proteneas weiter souverän führte und damit für eine positive Grundstimmung sorgte, bekam Amasis nun für jedes gelungene Manöver und jede gewonnene Radlänge frenetischen Beifall von den Rängen - zumindest auf den Plätzen, auf denen Anhänger der Russata saßen. Wobei nur noch die allerwenigsten saßen, denn alle anderen hatten sich längst erhoben, um ihre Helden zu feiern.


    "Steht auf, wenn ihr Rote seid! Steht auf, wenn ihr Rote seid, ..."


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    Alleine schon um sehen zu können war auch Varus aufgestanden und beobachtete genau das Rennen. Weniger um den Sieger, der wohl sehr wahrscheinlich aus dem Rennstall der Russata kommen würde, zu beobachten. Viel mehr um vor allem die freien Fahrer zu beobachten. Die Praesina sollte ja demnächst auch wieder mitmischen und brauchte dazu gute Fahrer.
    Ein bisschen ließ er sich allerdings von der jubelnden und anfeuernden Masse um sich herum anstecken. Er sang zwar nicht mit aber ein bisschen anfeuernd klatschen tat er doch.

  • Eben noch dachte Sedulus, würde es Hamiris schaffen sich ein klein wenig absetzen zu können, doch in der 6. Runde wurde er eines besseren belehrt. Allerdings war noch eine Runde zu fahren, und es gelang ihm vielleicht noch ein kleines Wunder.


    Fast hätte es geklappt, habt ihr gesehen...


    Deutete Sedulus auf die Rennbahn hinab.


    Hamiris, hol das Letzte aus den Pferden heraus, du schaffst es!


    Rief Sedulus zum Fahrer der Veneta hinab, als dieser vorbei geschossen kam.
    Wenn er wenigstens noch ein, zwei Plätze würde gut machen können.



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  • Auch wenn der Fahrer der Russata immer noch in Führung lag, blieb Sotion an im dran und ließ den Decima sowie alle Anhänger der Aurata nach wie vor auf einen überraschenden Sieg hoffen. Erneut brannten daher die Anfeuerungsrufe für den Aurata-Fahrer auf.


    "SO-TI-ON! SO-TI-ON! SO-TI-ON! SO-TI-ON!"




    CIVIS
    SODALIS FACTIO AURATA - FACTIO AURATA

  • Die lauter werdenden Anfeuerungsrufe der goldenen für ihren Fahrer Sotion konnten die Anhänger in dieser heißen Schlussphase nicht unbeantwortet lassen, so dass sie umgehend wieder ihren altbekannten und liebgewonnnen Schmähgesang gegen die Aurata anstimmten.


    "Ihr seid nur ein Ponyrennverein, Ponyrennverein, Ponyrennverein!"


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  • Zitat

    Original von Iullus Flavius Fusus
    Vergnügt lacht Fusus auf, als Gracchus Minor sich seiner Euphorie anschließt und in einen kleinen Wettstreit zu ihm tritt. "VENETA! VENETA!" versucht er seinen Gefährten zu übertönen, ohne dessen plötzlichem Verstummen eine besondere Bedeutung beizumessen. Auch stört er sich selbst nicht im Mindesten an jeglicher um ihn herum präsenten Gravitas geschweige denn dass er diese zum Anlass nähme, sein eigenes Verhalten zu überdenken. Allzu sehr geht er in der tobenden Stimmung des Circus Maximus auf und lässt sich von ihrer Brandung tragen. Voller Freude funkeln seine braunen Augen und die Falten seiner Toga sind inzwischen größtenteils außer Form geraten. (Letzteres ist ein Umstand, welcher seine unweit postierte und diesbezüglich zu äußerster Perfektion gedrillte Leibsklavin in eine gewisse innere Unruhe versetzt. Sie besitzt indes die Einsicht, während des noch laufenden Rennens - und des damit verbunden andauernden un-gravitätischem Verhaltens ihres Herrn - keine sofortigen Maßnahmen in Sachen Re-Arrangement zu ergreifen.)


    Als der blaue Wagen ein weiteres Mal an ihren Plätzen vorüberzieht, hält es Fusus nicht mehr auf dem seinen und er springt applaudierend auf. "Hamiris! Fahr schneller!" gibt er 'seinem' Fahrer einen laut gerufenen und doch in seiner Nützlichkeit eher fragwürdigen Rat mit auf den Weg in die sechste Runde. "Seht ihr!? Seht ihr...?!? Er holt auf! Er holt auf!" spricht er in seinem Überschwang auch die anderen, größtenteils gesetzteren Flavier an und klatscht begeistert in die Hände.


    Ein Oval ohne Beginn und ohne Ende, ein Rundherum und Rundherum, ein Pferdegespann, ein Wagen, ein Wagenlenker, das nächste Gespann, der nächste Wagen, der nächste Lenker, ohne Beginn und ohne Ende, ein Kreislauf in andauernder Wiederholung - nichts anderes war dies Wagenrennen für Gracchus Maior, welcher nicht etwa voll Gravitas zwischen den Seinen saß, sondern letztlich in großer Suspense, ob der andauernden, rasanten Bewegungen im Inneren des Arenenrundes keinen Fokus, keinen Fixpunkt fand, sondern rastlos mit seiner Aufmerksamkeit zwischen den verschiedenen Gespannen hin- und herpendelte. Es drängte ihn danach, schlichtweg die Augen zu schließen, die Ohren gar mit dazu, um das fortwährende Geplärr und Gebrüll der verschiedenen Anhängerschaften aus seinen Sinnen auszuschließen, welchem auch Minor und Fusus sich hatten angeschlossen. Russata, Veneta, Aurata, Rot, Blau oder Golden - was machte es für einen Unterschied, welche Farbe ein Gespann trug, wenn doch letztlich dieses Phänomen der Wahrnehmung kaum für Schnelligkeit oder Geschick würde sorgen können? Farben im Allgemeinen sollten dem Schönen gehören - der Natur oder der Kunst, der Emotion allfällig noch -, doch nicht solch trivialem Geschwindigkeitsüberschwall, geschweige denn der zweifelhaften Lyrik der Factio-Sympathisanten.
    "In der Tat"
    , kommentierte Gracchus darob recht nüchtern den Enthusiasmus seines Neffen und wandte sich seinem Sohn zu.
    "Wieviele Runden sind es noch?"

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  • Varia verfolgte das rennen unten im Oval, aber im Gegensatz zu den meisten hier hatte sie keinen Blick für die Wagenlenker, nein die Pferde waren es, die ihre Aufmerksamkeit erregte.
    Es waren wirklich schöne Tiere dabei. Pferde ja Pferde, welche Amazone kannte sie nicht damit aus, Varia hatte ja praktisch auf dem Rücken eine Pferdes gelebt, wenn sie unterwegs waren. Auf ihr treues Tier hatte sie sich immer verlassen können.
    Einige der Tiere waren vielversprechend, jedoch schienen einige Wagenlenker die Kraft der Tiere nicht beherrschen und somit nicht in Geschwindigkeit umsetzen zu können...
    Varia fand es eine Verschwendung... Wagenrennen, sollte sie doch lieber Reiter auf die Pferde setzen und diese dann in einem Rennen... So was, ja da hätte sie wohl Freude dran gehabt, aber Wagenrennen?
    Sie bewunderte einfach weiterhin die Pferde, die die pure Kraft ausstrahlten... Bei der Göttin, dieser Sotion sollte die Pferd doch einfach laufen lassen... ihnen Leine geben, dann würde sie den vor ihm liegenden schon noch einholen.
    Varia schüttelte den Kopf, nicht so fest anziehen, das bremst doch nur …. ja wenn sie könnte würde sie ihm das jetzt auch zubrüllen, so aber bleiben es nur Gedanken.

  • Erfreulicherweise betraf die Fehlsicht des jungen Flavius lediglich den Nahbereich, sodass er durchaus imstande sich sah, die Rennbahn in voller Pracht zu erkennen, die Kopf-an-Kopf-Rennen der Athleten zu verfolgen und auch die Zählung der Runden im Auge zu behalten, sodass er recht deutlich erkannte, dass sein Favorit die Spitze des Feldes mit größter Leichtigkeit auch vor dem nahenden Ende des Durchganges verteidigte, während Fusus' Blauer als überaus abgeschlagen zu bezeichnen war. Obschon er nun von lautstarkem Support absah, blickte er so wie gebannt hinab, weshalb die parentale Anrede ihn recht unvorbereitet traf und ihn nötigte, erneut sich durch einen Blick auf die güldenen Delfine der Spina abzusichern, ehe er erwiderte:
    "Noch eine, Vater."
    Ob des komfortablen Vorsprungs von Proteneas blickte er dann auch hinüber zu seinem Vater, welcher einen in gewissem Maße perturbierten Eindruck erweckte, weswegen Manius Minor sich abrang, dies direkt zu thematisieren:
    "Geht es dir gut, Vater?"

  • Achtzehn? Das war ja schon steinalt! Atticus hätte sie jünger eingeschätzt, jetzt war er dann doch zwar nicht im mindesten beeindruckt, aber doch überrascht. Und noch immer am Zweifeln, wozu Poesie auch in ein paar Jahren nützlich sein sollte.
    “In ein paar Jahren bin ich Eques. Ich weiß nicht, ob mein jeweiliger Kommandant dafür Verwendung hat...“, verbalisierte er dann doch einmal seine Bedenken.
    An das Ende dieses Rennens wollte er lieber gar nicht denken. Es war nur noch eine Runde, und er war wirklich drauf und dran, zu gewinnen! Was machte er denn dann? Wenn er sie wirklich küsste, dann, dann... er wusste ja noch nicht einmal, wer das war! Und wenn sie schon so alt war, war sie auch sicherlich verheiratet! Vielleicht hatte sie sogar schon Kinder...
    “Erlaubt dir dein Mann eigentlich, dass du mit wildfremden Männern Wetten abschließt und sie küsst?“ versuchte er, ein wenig zu sticheln, um dahinter seine eigene Unsicherheit zu verstecken. Vielleicht bekam sie ja jetzt ein schlechtes Gewissen oder sowas und kniff am Ende des Rennens. Oder ein Wunder passierte und Proteneas erlitt jetzt noch Achsbruch....

  • Von ihm gestichelt, typisch Bruder. Er wollte nicht zugeben, dass Vera auf den richtigen gesetzt hatte. „ NEIN, der - R-O-T-E- gewinnt.“ Wild entschlossen ihn zur Not ins Ziel zu schreien, machte sie mit ihrer Ruferei ungebremst weiter. „RUSSATA ! RUSSATA!“ Und schwenkte ihr frisch erworbenes rotes Tuch. Ein Schluck vom verdünnten Wein unterbrach ihr Tun. Was riefen die denn jetzt? Mit den Schmähgesängen kam sie nicht ganz klar. „ Commodus, was rufen die da? Ponnyrenn….“ Eilig wie ihre Frage, war gleich wieder die Zuwendung zu Ihrem Sieger. „ Proteneas! Russata! Proteneas! Russata.“ Erfreut klatsche sie in die Hände, als sie den zweiten Roten aufholen sah. Die Roten waren IHR Rennstall. Ein leichter Boxer an Commodus Schulter. „ Sieh hin! Mein Rennstall gewinnt!“ wild winkte sie mit ihrem Tuch und fieberte weiter mit. " 20 Sesterzen, dass die Roten unter die ersten drei kommen." herausfordernd sah sie zu ihrem Bruder.

  • Zitat

    Original von Helvetia Vera
    Von ihm gestichelt, typisch Bruder. Er wollte nicht zugeben, dass Vera auf den richtigen gesetzt hatte. „ NEIN, der - R-O-T-E- gewinnt.“ Wild entschlossen ihn zur Not ins Ziel zu schreien, machte sie mit ihrer Ruferei ungebremst weiter. „RUSSATA ! RUSSATA!“ Und schwenkte ihr frisch erworbenes rotes Tuch. Ein Schluck vom verdünnten Wein unterbrach ihr Tun. Was riefen die denn jetzt? Mit den Schmähgesängen kam sie nicht ganz klar. „ Commodus, was rufen die da? Ponnyrenn….“ Eilig wie ihre Frage, war gleich wieder die Zuwendung zu Ihrem Sieger. „ Proteneas! Russata! Proteneas! Russata.“ Erfreut klatsche sie in die Hände, als sie den zweiten Roten aufholen sah. Die Roten waren IHR Rennstall. Ein leichter Boxer an Commodus Schulter. „ Sieh hin! Mein Rennstall gewinnt!“ wild winkte sie mit ihrem Tuch und fieberte weiter mit. " 20 Sesterzen, dass die Roten unter die ersten drei kommen." herausfordernd sah sie zu ihrem Bruder.


    Commodus konnte ein kurzes Lachen nicht mehr verkneifen. Natürlich war es kein auslachen sondern viel mehr ein Lachen der Freude das Vera sich so amüsierte.
    "Wenn das Varus hört und sieht wie du sein Haus mit roten Schals der Russate pflastest.... herrlich!"


    Ganz wie unter erwachsenen Männern reichte er ihr die Hand um die Wette dingfest zu machen, verbunden mit gut gelaunten Lächeln.
    "Das halt ich!"


  • Die letzte Runde! Nun galt es!


    Amasis hatte nun endgültig genug von dem rücksichtslosen Neuling neben sich. Er hatte sich taktisch klug neben ihm positioniert und zeigte ihm nun, wie man einen anderen richtig abdrängte! Er zwang seine Pferde näher an Tancos Gespann, so dass sich die Wagenräder der beiden berührten. Funken stoben aus, als die eisenbeschlagenen Radkappen aneinander rieben. Die Pferde schnappten nacheinander. Und doch drängte Amasis sein Gespann weiter gegen das von Tanco. Weitere Funken stoben, als auch die andere Seite nun die Felsmauer berührte. Verzweifelt peitschte Tanco auf seinen Kontrahenten ein, aber dieser ließ sich nicht beeindrucken und hielt weiter dagegen. Schließlich passierte das, was Amasis angepeilt hatte, und mit einem infernalischen Krachen brach eines der Räder. Teile des Holzrades flogen wild durch die Gegend und Tanco konnte sich nur noch panisch am Rand seines Wagens festklammern und die Pferde zügeln. Wenn er aus dem Wagen fiel, würden die nachfolgenden Gespanne ihn einfach überrollen, und er wäre schwer verletzt oder tot.


    Lusorix wich den Radteilen geschickt aus. Sein Wagen machte nur einen kleinen Hüpfer, dann war er aber auch an der gefährlichen Stelle vorbei. Phytocles allerdings erwischte es nicht ganz so gut. Auch wenn er sich sehr bemühte, nun konnte er Hamiris nicht mehr hinter sich halten! Der blaue Wagen schoss an dem goldenen vorbei und Hamiris gab seinem Gespann die Peitsche! Mit großen, ausgreifenden Bewegungen holten seine Tiere auf.


    Wenig überraschend fuhr Proteneas als erstes über die Ziellinie. Hinter ihm folgte Sotion souverän und beständig. Auch wenn sein Wagen einige Kratzer nun abbekommen hatte, blieb Amasis auf dem dritten Platz, nur knapp vor Lusorix und Hamiris, die zeitgleich ins Ziel kamen. Dahinter folgte dann der wenig glückliche Phytocles, der lediglich noch den bislang unbekannten Oxtaius noch besiegen konnte. Tanco war auf der Strecke stehen geblieben und verfluchte die Götter und die Welt, so kurz vor einem veritablen, dritten Platz ganz ausgeschieden und nun als Letzter angekommen zu sein.


    Auch wenn Proteneas der Sieger war, deutlich am meisten feiern und jubeln tat der junge Lusorix, der dem geteilten vierten Platz mit Hamiris offensichtlich mehr Freude zuteilte als so manch anderer dem ersten. Und für sein erstes Rennen hatte er sich durchaus wacker geschlagen.

  • Lucia lebte noch in einer Zeit, wo es ihr wenig ausmachte jünger als ihre 18 Jahre zu wirken. Tatsächlich würde sie diese Eigenschaft vermutlich erst in zehn Jahren richtig zu schätzen lernen, momentan machte sie sich darum nämlich kaum Gedanken. Grade war sie vielmehr hin und hergerissen zwischen dem Rennen, dessen vorletzte Runde eben endete, und dem amüsanten Gespräch mit dem Jungen hier. „Vielleicht als Marschgesang? Wenn sie den richtigen Rhythmus haben.“ Lucia konnte ihren eigenen Vorschlag nicht ernst nehmen und kicherte albern.


    Dann wurde der junge wieder frech! Lucia war wieder so überrascht, dass sie ehrlich erwiderte: „Ich bin nicht verheiratet.“ Leicht verspätet schob sie die Tatsachen ignorierend nach: „Und ob du deinen Kuss bekommst ist noch nicht raus!“ Den Vorsprung würde Proteneas sich wohl kaum mehr nehmen lassen… Sie wandte ihre volle Aufmerksamkeit für die letzte Runde der Rennbahn zu. Was den Zuschauern da geboten wurde, ließ Lucia die Luft anhalten. Hamiris kämpfte sich tatsächlich nach vorne! Dieser Neuling war in seine Schranken gewiesen! Und der Gewinner war … natürlich … Proteneas. Trotzdem stimmte Lucia erleichtert in den Jubel mit ein. Sie seufzte befreit: „Den Göttern sei Dank, nicht Letzter!“ Entweder vierter oder fünfter, genau hatte Lucia das nicht sehen können aber zumindest nicht Letzter. Und was für eine Aufholjagd! Wenn der Blaue nur schon früher so losgelegt hätte! „Was für eine Runde!“, sprach sie begeistert zu dem Jungen. Die Sache mit dem Kuss, die hatte ja noch ihre Zeit, erst musste sich gefreut werden!

  • Zitat

    Original von Manius Flavius Gracchus Minor
    ...
    "Noch eine, Vater."
    Ob des komfortablen Vorsprungs von Proteneas blickte er dann auch hinüber zu seinem Vater, welcher einen in gewissem Maße perturbierten Eindruck erweckte, weswegen Manius Minor sich abrang, dies direkt zu thematisieren:
    "Geht es dir gut, Vater?"


    Eine weitere Runde enervierende Zermürbung der Geschwindigkeit, und doch sehnte Gracchus, dass diese noch ein wenig würde andauern, denn so zuwider das Ausharren der Zeit ihm war, in welchen die Wägen ihre Bahnen zogen, um so grässlicher gestaltete zumeist sich noch der finale Einzug der Gewinner in das Ziel, wenn die Meute ungezügelt ihren Emotionen freien Lauf ließ - bisweilen gar die Gewinner und Verlierer noch in den Rängen aufeinander losgingen. Doch ehe Gracchus sich geistig weiter für diesen Moment konnte rüsten, stellte Minor seine Frage, welche in diesem Augenblicke ihn allzu sehr seiner Mutter lies ähnlich sein - nur dass Antonia diese selbstredend nicht mit einem fragenden 'Vater', sondern 'Manius' hätte abgeschlossen -, welche die Gabe hatte gehabt, zu jeder Zeit in sein Innerstes und seine Gedanken blicken zu können und mit solchen und ähnlichen Nachfragen ihn in Verlegenheit zu bringen.
    "Ja ... ja, selbstredend"
    , antwortete er darob ein wenig zu schnell.
    "Ich war nur etwas in Gedanken und ..."
    , geriet er alsdann ins Stocken, da auf dem Fahrbahnoval zwei Wägen sich ineinander verkeilten, zuckte deutlich zusammen als das Krachen eines der Räder durch den Circus hallte. Indes, außer dass die hernach fahrenden Wägen an jenem des bedauernswerten Tanco vorbeizogen, geschah nichts weiter ehedem der Sieger des Rennens feststand und der Applaus der Menge einsetzte.
    "An wel'her Position ist nun dein Favorit?"
    wandte Gracchus sich schlussendlich ein wenig lauter im Versuch das Jubilieren zu übertönen wieder seinem Sohn zu, hatte er doch keine Acht darauf gehabt, welches der von Minor favorisierte Wagen gewesen war, nicht einmal welcher Factio er war zugetan, hoffte indes, dass sein Sohn sich nicht eben den Letztplatzierten - oder gar den Ausgeschiedenen - hatte erwählt.

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  • Das Rennen ging weiter und an der Spitze tat sich - durchaus erwartungsgemäß, musste man sagen - relativ wenig. Solide führte Proteneas das Feld an und verschwand vielleicht auch gerade aus genau diesem Grund aus dem Blickfeld des Iuliers.
    "Dieser Tanco und auch Oxtaius machen ein gutes Rennen.", musste Dives noch nach der gerade absolvierten fünften Runde anerkennen. Dabei schaute er zu seiner Frau, die nur wenig begeistert zu sein schien. Aber war das ein Wunder? Wieder konnte Hamiris für die Veneta nur als Letzter die Runde beenden und blieb damit also auch weiterhin hinter den factiolosen Tanco und Oxtaius und sogar dem Außenseiter Lusorix! Dessen Name hörte der stellvertretende Factioführer der Veneta am heutigen Tag nämlich gänzlich zum ersten Mal.
    "Ahm...", seufzte der Iulier und blickte von seiner Frau weiter im Publikum herum. "Wenigstens haben die Fans noch nicht aufgegeben und feuern Hamiris weiter an.", erklärte er - weiterhin ohne eine Antwort zu erwarten - und entdeckte, nicht wissend, dass es sich um ebendiese handelte, auch die flavische Gesellschaft. Ein kurzes Lächeln glitt ihm über sein Gesicht bei der Begeisterung zweier dieser herausgeputzten jungen Männer: Sie waren nicht zuletzt Zeugnis und Beweis für die noch immer bestehende rot-blaue Fanfreundschaft.


    Als Dives seine Aufmerksamkeit wieder auf die Gespanne richtete, befanden sich die Fahrer bereits in der finalen Runde. Und da kam... da kam von GANZ HINTEN... kam da...
    "Siehst du, wie er fährt?? Siehst du wie er fährt?! Fausta, sieh!", wurde der Iulier bei diesem Anblick nun selbst ganz euphorisch. "Guck, der wird noch... der kommt noch... Und..? - ACH!", fluchte er letztlich, nachdem nur hauchdünn Amasis vor Hamiris blieb. Und damit musste man trotz des dritten Platzes des Roten wohl auch feststellen, dass jener heute nicht seinen allerbesten Tag erwischt hatte. Oder lag es vielleicht auch ein wenig an der Taktik des Fahrers, den man vor dem Rennen eigentlich durchaus berechtigt auch hätte sogar auf dem zweiten Platz sehen können?
    "Naja, wenigstens einen Möchtegern-Goldie geschlagen.", nickte der Iulier letztlich anerkennend und nicht unzufrieden mit der Leistung des blauen Auriga. So applaudierte er dann pflichtgemäß den Fahrern.



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    PRAECEPTOR - SCHOLA ATHENIENSIS
    DECURIO - OSTIA
    VICARIUS PRINCIPIS FACTIONIS - FACTIO VENETA

    ir-senator.png Iulia2.png

    CIVIS
    DECURIO - OSTIA
    INSTITOR - MARCUS IULIUS LICINUS
    IUS LIBERORUM
    VICARIUS DOMINI FACTIONIS - FACTIO VENETA

    Klient - Marcus Vinicius Hungaricus


  • Obschon die Weise der Reaktion Manius Minor nicht recht versicherte, dass Manius Maior vollkommen wohlauf war, so nötigte ihn doch die finale Runde, jenen Kasus für einige Augenblicke ruhen zu lassen, um den Ziellauf der Quadrigae zu verfolgen. Folgte sein Auge noch dem Gespann des Proteneas, so erweckte doch jenes Duell zwischen Amasis und Tanco schlagartig seine Appetenz, ließ ihn mitfiebern (selbstredend aufs Neue für den Russata-Auriga) und erschreckt zurückweichen, als das Rad des Außenseiters barst und es schon schien, als verlöre jener nicht lediglich die Position, sondern auch das Leben. Kaum war jene Szenerie verflogen, kreuzte Proteneas schon die Ziellinie und ohrenbetäubender Jubel der Russata-Anhänger bestimmte das Rund des Circus.


    Erst nun blickte er wieder zu seinem Vater, dessen Worte schier unter dem Krach der Fangesänge unterzugehen drohten, sodass der Knabe sein Haupt jenem entgegenzuneigen genötigt war, um das Gesagte rezipieren zu können.
    "Proteneas!"
    , replizierte er artig und deutete mit dem Finger auf das rot gestrichene Gespann, welches langsam zum Halten kam.
    "Der Sieger!"


    Dann neigte er sich etwas weiter nach vorn, um auch den ausgelassenen Fusus fixieren zu können, dessen Favorit in jenem Rennen gewissermaßen als erster Verlierer ins Ziel eingefahren war. Mit einer entsprechenden Plaisir ob der augenscheinlich irrtümlichen Wahl seines 'Neffen' kommentierte er dessen Abschneiden mit ironischem Verve:
    "Wie mir scheint, hast du auf das falsche Pferd gesetzt, mein lieber Iullus!"

  • Sedulus drückte dermaßen fest die Daumen, so das diese schon zu schmerzen begannen. Erst als Hamiris das Ziel passiert hatte, ließ er sie wieder los.


    Ha, seht ihr. Hab ich euch zu viel versprochen? Hamiris wäre ja sogar fast noch Dritter geworden. Der wird noch sage ich euch.


    Lächelte der Senator und Chef der Veneta seine Begleiter an. Er konnte wirklich zufrieden mit dem Ausgang des Rennens sein. Mehr hätte man von Hamiris wohl nicht erwarten können, schließlich stand dieser erst am Anfang seiner Karriere.
    Allerdings würde die Veneta noch weitere Fahrer benötigen, denn auf einem Bein konnte man bekanntlich nicht stehen.


    Und zur Feier des Tages, gebe ich einen aus.


    Die Männer um Sedulus herum lächelten freudig und murmelten diverse Danksagungen. Aber zuerst ging es noch zu den Stallungen um Hamiris zu seinem Rennen zu gratulieren.



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    Original von Spurius Purgitius Macer
    Die lauter werdenden Anfeuerungsrufe der goldenen für ihren Fahrer Sotion konnten die Anhänger in dieser heißen Schlussphase nicht unbeantwortet lassen, so dass sie umgehend wieder ihren altbekannten und liebgewonnnen Schmähgesang gegen die Aurata anstimmten.


    "Ihr seid nur ein Ponyrennverein, Ponyrennverein, Ponyrennverein!"


    [Blockierte Grafik: http://img301.imageshack.us/img301/4836/russata2cx.gif]


    Nach einem beinahen Doppelsieg für die Russata stimmte Varus mit in den Jubel der Anhänger dieser Factio in dessen Mitte er saß ein.
    Nach ein wenig Beglückwünschung nach links und recht, tat er dies schließlich auch bei seinem Patron.
    "Glückwunsch zu dieser überzeugenden Vorstellung Patron. Beim nächsten Mal wird die Praesina aber wieder mitmischen und dann wird es eng werden mit solch einem überlegenem Sieg!"

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