Eine Insula nahe der Porta Raudusculana

  • Ah. Secundus war mit seinem Freund Titus also verwandt. Er nickte bei der Erklärung zu den Familienverhältnissen. Das hatte er schon vermutete, und so wie es aussah, war er in der Tat Feuer und Flamme für seine Schwester. Er selbst war auch schon oft mal sofort Feuer und Flamme für ein Mädchen gewesen, aber da waren seine Interessen eher niederer Natur gewesen. Aber eine adelige Dame aus senatorischem Haus bekam man eben nur gegen das Eheversprechen in sein Bett, so war das eben. Natürlich war seine Schwerster hübsch, das würde er nie bestreiten. Aber er hatte sich den Bauch der Mutter mit ihr geteilt und sah sie dementsprechend mit anderen Augen. Drusilla hingegen sah er, wie sie war. Schon damals, als er ins Hafenbecken gesprungen war, um ihren Onkel aus dem Brackwasser zu ziehen. Aber so sehr sie auch begehrenswerte war, sie war tabu. Sein Vater würde bestimmen, wenn er heiratete, und eine Patrizierin zu vögeln wie eine Gerberstochter aus der Subura, eine der unzähligen Animierdamen in einer Taberna Vinaria oder eine Sklavin war ausgeschlossen.


    „Oh du scheinst schwer entflammt zu sein. Ich hoffe, es ist nicht nur ein Strohfeuer.“ Es wäre seinem Vater sicher recht, aber wer konnte schon sagen, ob Secundus, wenn er so schnell verliebt war, nicht morgen in eine andere unsterblich verliebt war? „Wenn du aber solch erstes Interesse hast, sag: Was sind deine Ambitionen für die Zukunft, sieht man von meiner Schwester ab? Meine Schwester hat sicher kein Interesse an einem Mann mit Hang zum Militär.“ Auch wenn ihre Interessen hierbei wohl nachgeordnet waren. Aber ihr Vater hielten große Stücke auf sie, wegen ihrer Vernunft und ihrem Bemühen, es ihm recht zu machen. Eben anders als Manius zu seinen war hier schon ein Vorteil. Manius konnte sich vorstellen, dass sein Vater Aviana da ein Mitspracherecht einräumen würde. Ein wenig kam er sich schäbig vor, so direkt vor Avianas Augen und doch quasi hinter ihrem Rücken, da für sie nicht hörbar, zu sprechen. Den Es stand Manius nicht zu, zu verhandeln. Aber wenn ein Verwandter von Secundus oder er selbst zu seinem Vater kamen, um deswegen vorzusprechen, würde dieser Manius sicher befragen. Und dann würde er Rede und Antwort stehen müssen. Da war es sicher klug, jetzt schon mal vorsichtig ein paar Erkundigungen einzuholen.

  • "Nun mein Lieber ich werde den Rat unseres Herrn und Kaisers nachkommen und ein Legiat annehmen. Dies dient als Vorbereitung, dazu um in den Senat zu gelangen.

    Es ist mein fester Wunsch und Wille das Haus Aemilia wieder dort zu platzieren, wo es dereinst zu finden, zur Rechten und zur Linken , Seiner Majestät.

    Ich werde bevor ich es antrete, Deinem Vater einen Ehrenbesuch abstatten und jenen offiziel um die die Hand seiner Tochter bitten.

    Ich versichere Dir und auch deiner Schwester es handeldt sich nicht um ein Strohfeuer.

    Es mag sein, das ich impulsiv und mit den Sitten Rom nicht gerade wohl vertraut, jedoch ich bin kein Schürzenjäger."

    Secundus hatte sehr leise, fast flüstern geantwortet, jedes Lächeln war aus seinen Gesicht verschwunden, er blickte Ernst umd nicht zu sagen schon fast Eisig.

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    SODALIS - AUGUSTALES

    Klient - Lucius Annaeus Florus Minor

  • Als Secundus das Rätzel löste, klatschte sie ein wenig und lachte freundlich. Es ging heute wirklich flott mit den Rätzeln. Normalerweise gab es immer ein paar Fehlversuche, aber heute scheinen alle Rätzelknacker hier versammelt zu sein. Gut, aber besser als eine trübe Stimmung aufkommen zu lassen.
    Als Caius sie dann für das Organisieren lobte, ging das natürlich runter wie Öl: Balsam auf ihre Seele, wenn man so wollte. Immerhin hatte sie den Abend alleine organisiert. "Danke Spurinus, ich habe mich bemüht und ich hoffe, dass der Rest noch in deinem Sinne sein wird. Ich habe noch ein paar Höhepunkte für den Abend geplant." Sagte sie und lächelte in die Runde und strich sich über die Haare und eines der Bänder, das mit einer Nadel gesichert war. Sie trug zwar wie Aviana heute keinen Schleier, aber natürlich war bei ihrem Aussehnen nichts dem Zufall überlassen worden. Ihre Ornatrix hatte heute wieder ziemlich gelitten und hatte sich eine Schimpftrade anhören müssen, auch wenn sie nichts dafür konnte. Aber eigentlich mochte Drusilla sie, aber gerade wenn es ums Schönmachen ging, verlor sie ab und an die Fassung.

  • Das nun auch Secundus ein Rätsel gelöst hatte, zeigte ihr doch, dass er sich nicht nur dem Stupfen Trinken hingeben wollte. Und da auch sie nicht gewillt war, schon am frühen Abend die Zügel, was das Trinken anging, fahren zu lassen, war sie nun der Meinung, dass alle ihren Kopf mal wieder etwas anstrengen sollten. Natürlich waren geistige Beiträge gefürchtet und langweilten die, die sich nur zuschütten wollten. Aber sie war die Königin. Da sie alle kannte außer Secundus wusste sie, dass alle der Aufgabe gewachsen sein würden. "Alle sagen auf Koiné ein Zitat eines Dichters oder Philosophen auf und erklären, was sie denken, das der Dichter oder Philosoph damit gemeint hat. Das Thema lautet Glück." Sie und Secundus würden sich also jetzt die geistigen Ergüsse der anderen gönnen können.

    Aber für alle sollte das keine große Hürde sein. Drusilla mochte wie sie Poesie. Und wenn Manius und Caius bei ihrem Aufenthalt in Athen in den letzten Wochen nichts gelernt hatten, dann konnten sie ihnen auch nicht helfen.

    Aber Manius und Caius sprachen beide genau wie Drusilla Koiné und Attisch fliesen wie viele in der Oberschicht, mal sehen, was sie daraus machten.

  • Nun, da Caius seine Cousine kannte und wusste, dass sie Tragödien mochte, hatte er nicht lange nach einem Zitat suchen müssen. Denn als sie unlängst in Athen waren, hatte Aviana einen Text von Sophokles gekauft. Und Caius wusste, dass Aviana diesen Literaten sehr mochte. Er stand also auf und machte wie im Theater Gebärden zu seinem Einwurf. „Das weitaus schönste Glück ist das Plötzliche!“ Begann er auf Koiné das ja seine Muttersprache war. „Ich denke, Sophokles wollte uns damit sagen, dass wir uns über Dinge, die wir nicht erwartet haben, am meisten freuen. Denn wenn wir ein Geschenk bekommen, das uns ein Freund von einer Reise mitgebracht hat, weil er es sah und an uns gedacht und es für uns gekauft hat. Dann freuen wir uns über die Geste des Schenkers uns gegenüber. Oder wenn uns einfach ein Glück zuteilwird, mit dem wir nicht gerechnet haben.“ Er hoffte mal, dass er das jetzt so halbwegs gut erklärt hatte.


    Sim-Off:

    Wenn ich mich recht entsinne, wurde es schon oft so gehandhabt, dass andere Sprachen kursiv geschrieben wurden. Darum hier Koiné.

  • Hm Aviana würde das sicher nicht gefallen, zumal der Aemilius aufgrund seiner Geburt eben nicht zum Militär musste. Manius war sich sicher das Aviana ein Priester oder ein Pontifex oder gar ein Mann der Ambitionen als zukünftiger Flamen hatte würde haben wollen. Aber wenn Vater entschied dann würde sie tun was er wollte. Dann sah er Secundus noch mal an, er war doch sicher schon mal ein paar Tage älter als er warum wollte er so spät noch ein Tribunat wenn er doch nicht musste? „Warst du schon mal Tribun?“ Vielleicht wollte er ja noch mal Nachlegen. Wenn es nach ihm ging dann würde er auch noch mal gehen und dafür auf dass 20 Männercollegium verzichten. „Nun was den Platz deiner Gens angeht den macht euch sicher keiner streitig. Wenn ich mich recht erinnere stellt eure Familie schon seit mehr als 300 Jahren Consulare. Aus welchem Zweig der Aemilii stammst du?“


    Was er nun sagte war wirklich nicht abzustreiten. „Nun Impulsiv, das stellt dir hier sicher niemand in Abrede.“ Sonst war er der den man mit diesem Attribut in Verbindung brachte. Zu oft dachte er nicht nach und tat einfach und oft bereut er es. Aber das hier war wirklich eine Klasse für sich. Sich bei einer Frau nach ein paar Minuten mit Ehegedanken zu tragen das war sicher eine andere Liga als das was er so abzog.


    Na war ja klar dass jetzt hier das geistige Geschick auf den Prüfstand kam. Aber gut er wollte hier auch nicht wie der geistlose Klotz dastehen. Auch er stand auf als Caius geendet hatte und tat nun so wie in einer Theateraufführung. Nicht soll dich das Glück zu Hochmut verleiten, noch das Unglück dich zu seinem Sklaven machen. Nein, wie das Gold im Feuer, bleibe, der du bist, und rette dir dein eigenes Selbst. Nun ich denke Euripides meint hier das wir uns weder auf unserem Glück ausruhen noch bei Unglück Trübsal blasen sollen. Oder anders gesagt Kopf hoch es geht weiter.“ Das war ja auch schon so oft seine Devise gewesen. Also nicht der Text von Euripides der war ihm zu sperrig. Aber Kopf hoch, es geht weiter, das war oft sein Standpunkt.


    Sim-Off:

    Da schließe ich mich an Koiné schräg.


  • Naja, dann war sie wohl jetzt an der Reihe. Nachdem Caius und Manius sich schon im Theatermanier gebärdete hatten, wartet sie ab, bis Manius wieder auf der Kline saß. Dann stand sie auf und auch sie gestikulierte zu ihrem Text, den sie aber nicht auf der gemeine Zuge, sondern in glasklarem Attisch vortrug. "Wer ist glücklich? Wer gesunden Leibes, vom Schicksal begünstigt und mit trefflicher Seelenbildung ausgerüstet ist. Thales von Milet sagt uns damit dass Seele und Leib gleichermaßen wohlgefällig seinen müssen und der Zuspruch der Götter nicht fehlen dürfen, um glücklich zu sein. Ein kräftiger Körper ..“ Dabei saß sie Manius herausfordernd an. "ist nichts ohne geistige Schätze." Natürlich versuchte sie damit in die gleiche Kerbe zu hacken wie Aviana, aber Manius sah eben auch unfassbar aus. Und auch wenn Aviana scheinbar nur an geistigen Freuden Gefallen zu finden schien. Spürte Drusilla immer wieder, wie sie bei etwas völlig profanem wie einem kräftigen Männerkörper weiche Knie bekam. Zum Glück konnte keiner ihre Gedanken lesen und an Aviana schickte sie noch ein verschmitztes Lächeln und Nicken: alla, ich helfe dir bei deinem Bruder.

    Sim-Off:

    Attisch :P

  • Secundus sah und hörte zu , aber da war noch die berechtigte ,wenn auch misstrauische Frage, zu welchen der Zweige der Aemila er gehörte.

    Er beschloss es zu umschreiben. So antwortet er Avinius leise als jener geendet.

    "Zum patrizischen Zweig selbsredent! Lepius ist mein Onkel, Nepos mein Vater, Lepius Pius und Nero sind meine Vetter. Hoffe die Antwort genügt."

    Nun lächelte er auch wieder.

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  • Aviana war sehr zufrieden mit dem Vorgehen, denn alle hatten mit einem schönen Zitat brilliert. Grade bei Caius Vortrag strahlte sie wie ein Honigkuchenpferd. Sophokles augenscheinlich hatte er sich gemerkt, dass sie letztens in Athen extra nach seinen Schriften Ausschau gehalten hatte. Und auch ihr Bruder Manius zeigte, dass auch er nicht seine Erziehung vergessen hatte. Auch bei ihm strahlte sie, und als dann Drusilla in feinstem Attisch vortrug und ihr der Seitenhieb an Manius gelungen war. Freute sie sich. Sollte er doch ruhig merken, dass es besser war, seinen Geist zu verfeinern. Das stände ihm als Senator in Wartestellung eh besser zu Gesicht. Als alle geendet hatten, viel ihr auf, dass Secundus keinen der Vorträge auch nur mit einem Nicken gewürdigt hatte. Na gut. Vielleicht waren literarische Beiträge wirklich nicht so seins. Das war ja in der Tat bei vielen so. Sie allerdings nickte sie allen Vortragenden nochmal zu. "Vortrefflich! Danke an euch alle." Stellte sie noch mal ihre Zufriedenheit mit dem Dargebotenen dar. Das war ihre Vorstellung von einem Abend, auch wenn er gelegentlich von einem kleinen Schluck unterbrochen wurde. "Wie wäre es nun mit einer Gesprächsrunde. Secundus da wir andere uns kennen, solltest du ein Thema vorschlagen."

  • Caius freute sich natürlich über seinen Einfall, denn er schien seine schönen als auch kluge Cousine gefallen zu haben. Denn sie strahlte über das ganze Gesicht als er Sophokles zitierte. Natürlich war sie begeistert von allen Redebeiträgen, aber das störte ihn nicht. Nachdem er sich wieder gesetzt hatte wand er sich wieder an Drusilla. „So welche Art Höhepunkte hast du denn noch für uns? Ich denke, bis jetzt können wir uns nicht beschweren. Caius war schon sehr gespannt, was, wenn es schon so angekündigt wurde, wohl noch folgen würden.

  • Ach herje, herjemine, da hatte die kluge Aviana, ja etwas angestellt. Ausgerechtnet er, Secundus, solle ein Gesprächsthema vorschlagen.

    Er begann zu grübeln, Militär, würde den Knaben wohlgefallen, den Mädeln weniger, bei Blumen und Tieren wäre es ungekehrt, seine Arbeit, zu langweilig als Thema, so entschloss er sich ferne Länder zu wählen.

    "Nun denn die schöne ,wie kluge Avinia, wünscht das ich ein Thema zur Gesprächsrunde beisteuere. Dann soll es so sein! Ich schlage das Thema ferne Ländern vor!"

    Triumphirend blickte er ín die Runde und beobachte die Gesichter, welche Reaktion abzulesen waren.

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  • Nach ihm stand nun Drusilla auf und trug ihr Zitat vor, natürlich in feinster Manier, und wenn sie ihn nicht bei ihrer Erläuterung gezwiebelt hätte, hätte Manius über ein Detail hinweggesehen. „Schwesterlein, ich komme leider nicht um hin. Obschon Drusilla natürlich trefflich vorgetragen hat. festzustellen, dass sie die Aufgabe nicht erfüllt hat. Den du hast gesagt, dass das Zitat Koiné vorgetragen werden sollte, und das war Attisch, wenn ich mich nicht täusche. Ich fürchte das du ihr eine Strafe auferlegen musst.“ Manius grinst durchtrieben. Drusilla hatte versucht sich mit seiner Schwester zu verbünden, um ihm vorzuwerfen, dass Muskeln nicht alles waren, aber die meisten Frauen fanden sie gut. Deswegen flogen die meisten auf Gladiatoren und nicht auf Philosophen, wenn sie die Wahl hatten. Einer der Gründe, warum er mit einem Gladiator trainierte. Wobei Caius nicht die gleichen Anlagen wie sein Vater zu haben schien, denn Antoninus war ein Schrank und Caius war drahtig und schnell. Mit seinem kleinen Einwurf musste Aviana Drusilla zum Trinken verurteilen, denn da hatte er keine Zweifel. Aviana nahm ihr Königsamt so ernst wie alles im Leben. Manius hingegen konnte oft fünf Grade sein lassen.


    Wie Manius feststellen musste, blieb seine Frage, ob Secundus schon mal Tribun war, unbeantwortet. Und auch die Antwort nach dem Familienzweig beantwortet Secundus sehr schnippisch, wie Manius fand. Es war doch nur eine höflichkeitsfrage gewesen. Naja, gut, wer konnte schon ahnen, welche Halsmaus Secundus über die Leber gelaufen war.


    Auf Avianas Vorschlag hin sollte Secundus ein Thema vorschlagen und das, was er vorschlug, passte ja perfekt. Denn sie hatten ja jetzt eine Zeit in einer der hintersten Provinzen verbracht. „Wie weit soll es denn sein?“ Sagte er grinsend in dem Wissen, dass sie hier einige Punkte machen konnten, wenn Secundus nicht Germanien, Arabien oder gar Indien meinte.

  • Spitbübisch grinste Secundus.

    "Liebe Freunde, es ist nicht meine Schuld, das unser Imperium Romanum die Welt umspant. Nehmen wir also also jene. Mag ein jeglicher etwas besteuern."

    Eigentlich hatte Secundus es sich hut überlegt, den etwas über ferne Länder wusste doch jendere, es könnte also spannend werden.

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  • Oh ja, welche. Das wollte sie natürlich noch nicht verraten, aber sie lächelte Spurinus an. "Oh lass dir doch die Überraschung nicht verderben. Sei versichert, es ist etwas, das vor allem den Männern gefallen wird." Sagte sie Spitzbübisch an Spurinus gerichtet.


    Drusilla viel auf, dass Secundus sich dezent versuchte zurückzuhalten. Wollte er seine forsche Art von eben noch wieder etwas kaschieren? Dann aber, nachdem Aviana schon Beifall bekundet hatte, fuhr ihr Manius in die Parade. Den Seitenhieb schien er ihr nicht durchgehen zu lassen. Aber dass er kritisierte, dass sie ihr Zitat nicht in bloßem Koiné, sondern auf Attisch vorgetragen hatte, war schon etwas unverschämt. "Frechheit Manius, du solltest dich schämen. Attisch ist ja wohl das Bessere von beidem. Homer verfasste seine Epen in Attisch." Sage sie hochnäsig. Attisch war die Hochsprache der Klassiker und Koiné nur die allgemeine Verkehrssprache im ganzen Osten.

  • Caius war nun sicher nicht jemand, der mit der Brechstange nachfragen würde, denn er würde es ja nun offenkundig heute noch im Laufe des Abends erfahren. Deswegen nickte er Drusilla zu, als diese auf die Überraschung hinwies.


    Oh, ha! Manius schien sich den Seitenhieb von Drusilla nicht gefallen lassen zu wollen. Aber die Art und Weise, wie er nun das Gefecht weiterzuführen gedachte, beeindruckte Caius. Es war klar, dass ihn die beiden Damen auf dem Kicker hatten und auch gemeinsam gegen ihn agierten. Warum war Caius nicht klar? Gut, dass Aviana ihren Bruder aufzog, war schon sehr lange so. Aber warum Drusilla Aviana immer Schützenhilfe leistet, verstand der nur soweit, dass er meinte, dass sich die beiden aus Freundschaft beistanden. Nun aber schob Manius Aviana vors Loch. Den im Grunde hatte Manius Recht und Aviana hatte gesagt, die Aufgabe sei in Umgangssprache zu absolvieren. Gut. Der Unterschied zum klassischen Attisch war marginal. Aber in dem Manius, dieses Fass aufmachte, trieb er einen Keil zwischen die beiden Frauen. Sehr interessant. Mal sehen, wie Aviana aus der Nummer rauskam?


    Secundus hatte recht, denn das Reich war nun mal so groß, wie es war. Konnte man bei Britannien zum Beispiel von einem anderen Land sprechen? Es war eine andere Provinz, aber sie gehörte zum Reich. Im Grunde war eine Reise von Britannien nach Ägypten oder Lusitania nach Cappadocia eine Inlandsreise. Überall das gleiche Recht, das gleiche Geld, die gleiche Verwaltung. So stellte sich Caius das vor. „Secundus zum Thema ferne Länder finde ich nicht, die ferne macht es, sondern die Fremde. Damit sind wir schon mal etwas präziser im Thema, oder findest du nicht? Ich selbst war mit Manius Aviana, Tiberius und ihrem Vater jetzt in Caesarea in Cappadocien. Obwohl es zum Römischen Reich gehört und nach unseren Gesetzen regiert wird, ist es uns, die wir in Rom geboren sind, recht fremd. Nun, du sagtest, du warst lange nicht in Rom und dir ist hier alles Fremd. Ist das nicht faszinierend, dass das Fremde immer vom Blickwinkel abhängt?“


  • Secundus überlegte und nickte dann.

    "Mein lieber Spurinus, Du hast natürlich recht. Es ist der Blickwinkel auf das Gewohnte.

    Ein Einwohner von , sagen wir von Augusta Treverorum, wird Stein und Sein schwören das er den einzig wahren römischen Lebenstil vetritt.

    Natürlich wird ein Einwohner Vindobonas , Londiniums, Augusta Vindelicorums, Alexandrias oder eben Cesareas dergleichen schwören.

    Der Römer an sich jedoch , wird empört abwinken und sagen, alles nur Abklatsch. Halt eine Sache der Ansicht.

    Doch sollten wir uns nicht auch fragen was ist denn eigentlich die Roman Cultura, der Via Romana?"

    Nun denn sollte sich die andren bei Spurinus beschweren, er Secundus hat ein unverfängliches Thema anheblten, jener wollre anscheinend eine Grundsatzdiskusion.

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  • Aviana hörte den Einwand ihres Bruders und leider hatte er Recht. Andererseits war sie absolut nicht bereit, die Freundin für diesen Einwand zu opfern. Aviana war nicht blöd und wusste, worum es bei diesem Einwand von Manius ging. "Ich würde gern sagen, dass du Unrecht hast, aber ich kann es nicht. Aber ich befürchte, dass auch ich Schuld auf mich geladen habe. Denn natürlich hätte ich wissen müssen, dass Drusilla es nicht würde lassen können, einen Vers auf Attisch vorzutragen. Ich gebe dir also Recht und werde die Strafe gemeinsam mit ihr teilen. Drusilla es tut mir leid, drei Cyathii Ex!" Führte sie nur doch etwas länger aus als sie es geplant hatte. Sie griff nach einem Becher und stürzte dann auch noch die anderen Beiden um die drei Cyathii mit Drusilla zu teilen. Wenn schon die Jungs vorhin sich mit Ravilla solidarisiert hatten, dann stand ihnen als Damen das ja wohl auch zu.


    Was nun das Thema anging, schien es nicht schlecht gewählt. Caius Standpunkt war nicht mal so unvernünftig. Sie war zwar in Rom geboren, aber teilweise auf dem Land aufgewachsen. Es war immer eine Sache des Blickwinkels.

    Secundus vertrat die gleiche Ansicht, wie es scheint, auch wenn er es mit seinem Vergleich etwas kompliziert ausgedrückt hatte. "Secundus wie mir scheint, seid ihr einer Meinung und ich will euch beiden Recht geben. Es ist immer eine Frage der Perspektive. Was nun den römischen Weg angeht. Sagt mich nicht umsonst. Wenn du nach Rom kommst, tu es, wie es die Römer tun. Den römischen Weg kann man schlecht beschreiben. Das, was es hier gibt, gibt es nirgends wo anders. Rom ist eben Rom."


    Sim-Off:

    Sorry die Feiertage


  • Eine Art kleiner innerlicher Triumpf überkam ihn, als seine Schwester einräumte, dass er Recht hatte. Ha da war er mal gespannt, die Aviana da rauskam? Aber dann fellte sie natürlich wieder ein salomonisches Urteil Bona Dea wie öde. Aber gut, wenn sie denn dann bei drei zur Strafe tranken, war das ja immerhin schon was. Er nickte seiner Schwester und dann Drusilla über seinen Becher schauend wohlwollend zu. „Sehr weiße Schwesterlein, sehr weiße.“ Sagte er anerkennend.

    Dann überraschte ihn Caius mit einem sehr guten Einwand. Secundus aber fragte nach dem typisch Römischen, was seine Schwester zu beantworten versuchte. „Ich würde sagen, man merkt das in Rom auch daran, dass die Römer viel höheren Ansprüche hat. Als ich Tribun bei der zweiten Legion war, gab es Spiele für die Legion, und ja, das war nett. Aber damit hätte man sicher keinen Römer hinter dem Ofen vor oder, sagen wir, in eines der Theater gelocken. Oder wenn du mal in Mogontiacum bist, auch da gibt es ein Forum und das Angebot mag einen Provinzler beeindrucken, aber selbst das Angebot in Mantua oder sagen wir Misenum ist um Längen besser. In Rom kann man sagen, bekommt man alles, aber auch wirklich alles.“ So viel zu seiner Sicht zum römischen Weg. Allein schon die Mänge machte es unmöglich, eine Stadt wie Mogontiacum mit seinen paar Einwohnern mit Rom zu vergleichen, wo eine Million Menschen lebten. Selbst Ostia hatte vielleicht fünfzigtausend Einwohner, und mit Ausnahme von Städten wie Alexandria oder Antiochia war Ostia im Vergleich zu anderen Städten eine Metropole.

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