Beiträge von Marcus Aelius Callidus

    Ja, ich meinte die Buchseite. :)


    Ich habe mir jetzt mal Alföldy, Bleicken und vor allem auch Kienast dazu durchgelesen...und ein weiteres Büchlein, das mir gerade in der Quere stand, weiß gar nicht mehr, was das war.
    Ist sehr interessant...Es ist nicht so, dass Augustus diese zwei Sorten von Rittern "einführte", sondern vielmehr so, dass er ausschließlich die Ritter erhob und das Staatspferd verlieh. Es gab in der Kaiserzeit ja auch keinen Censor mehr, der das hätte durchführen können. Die Ritter ohne besagtes Staatspferd waren eher ein Überbleibsel aus rpublikanischer Tradition. Klar, dass Augustus den Stand nicht einfach reformieren und teils abschaffen konnte. So bestand neben den eigentlichen Rittern, die jetzt ernannt wurden, weiterhin ein ordo equester a censu, der jedoch keinerlei Bedeutung hatte, keine Rechte, keine Pflichten, keine wirkliche Ernennung. Es waren diejenigen, die sich weiter "als Ritter sahen", weil sie ja den alten Zensus erfüllten. Das waren ja insbesondere die Provinzialen und betuchte Leute der italischen Landstätte aus dem Stand der Dekurionen. Aber wie gesagt, die hatten eigentlich keine Bedeutung und ihnen stand ja wohl auch nur noch das Recht zu, die vorderen Plätze der Theater zu besetzen.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde dieser republikanische Ritterstand aber inm Laufe der Zeit komplett von den kaiserlichen Ernennungen abgelöst, ich glaube, schon unter Tiberius. Daher ist in Bleickens Verfassungs- und Sozialgeschichte der Kaiserzeit auch keine Rede von ihnen.

    > Als Freund von Pferden werden dir sicherlich auch die Wagenrennen zusagen. Der princeps wird deine Zusage auf seine Einladung zudem mit großer Freude aufnehmen. <


    Mit einem Schmunzeln nahm Callidus die Frage des Gastes auf.


    > Die Wohnräume des Palatin verfügen durchaus über größere Bäder. Neben dem Stadion des Domitianus, wo die equirria stattfinden, wirst du die prächtigen Thermen des Nero sehen, sie liegen genau zwischen den Säulengängen des Pompeius und dem Pantheon. Hinter dem Pantheon befinden sich die kleineren Thermen des Agrippa. Wenn du einen Besuch der Bäder wünschst, um deren Architektur zu bewundern, lässt sich dies sicher einrichten.
    Die Konstruktion entspringt unseren Heitzungssystemen. Die Böden thronen auf Bogenkostruktionen aus Ziegeln, die unter dem Boden ein Gangsystem von Hohlräumen schaffen. An einer Feuerstelle im unteren Geschoss wird die heiße Luft in diese Gänge geleitet, sodass der Fußboden sich erwärmt und damit auch das Wasser. Du solltest jedoch Sandalen tragen, die Böden im caldarium, sind äußerst heiß. <

    Viel mehr Anliegen hatte Callidus auch gar nicht, so dass er sich bei Prudentius Balbus verabschiedete.


    > Es war nur mein Anliegen, dich über die Umstände der equirria zu unterrichten, damit sich die Garde darauf einstellen kann, Prudentius Balbus. Ich werde mich dann wieder meinen Aufgaben widmen. Vale. <


    Nachdem der Aelier sich freundlich verabschiedet hatte verließ er die Wache wieder, um in den Gängen des Palastes zu verschwinden.

    Callidus war noch einige Zeit vor dem Eintreffen des Kaisers im Stadion angekommen, um sich mit den Offizieren der garde zu unterhalten. Die Plätze waren alle gut angeordnet worden und so saßen die Gäste, insbesondere die zu ernennenden zukünftigen Tribunen, auf der Tribüne neben der Loge zur Rechten des Kaisers.
    Callidus hatte darauf Acht gegeben, dass alle durchgelassen wurden und ihre Plätze erhalten hatten. Nachdem er sich von der Vollständigkeit der Gäste überzeugen konnte, begann auch schon das Rennen, das er aus dem Hintergrund in einer Ecke der Tribüne beobachtete. An Spannung stand es den großen Rennen der factiones mit ihren berühmten Fahrern in nichts nach, nur dass es eben weniger professionell erschien.

    Callidus überlegte, ob ihm einer der Namen besonders aufgefallen war, doch dem war nicht so.


    > Die zu ernennenden Männer sind dem Volk teils bekannt und keiner von ihnen hat die Aufmerksamkeit in besonderer Weise auf sich gezogen, so dass man damit rechnen müsste, dass das Volk ihm Hass entgegenbringt. Dahingehend sehe ich keine herausragende Gefahr, Prudentius Balbus. <


    Nein, selbst die bekannteren Männer Roms würden eher das Wohlwollen des Volkes genießen; Octavius Detritus hatte seine Ämter unauffällig aber gewissenhaft verrichtet, Der genannte Tiberier war von angesehenem Stand und als ehemaliger Militär sicher beliebt.

    Callidus nickte und lächelte.


    > Caecilius Crassus ist noch immer in Hispania, ja, ich erwarte schon seine Rückkehr, um ihn aufsuchen zu können. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich mit den Männern hier die richtigen Ansprechpartner habe, princeps praetorii.
    Es geht um die equirria. Der Augustus wird an diesem Tage nicht nur die Ernennung der Militärtribunen vornehmen und in der Öffentlichkeit stehen, was allein schon seiner besonderen Sicherheit bedürfte, nein, er teilte mir mit, dass er sich die Begleitung des Prinzen Acuma, Sohn des Decebal, wünscht. Jener wird auf der Tribüne in seiner unmittelbaren Nähe sitzen, so dass dem Abkömmling dieses verschlagenen Volkes die besondere Aufmerksamkeit gelten sollte, ohne dass er sich der Gastfreundschaft entzogen fühlt. <

    Callidus grüßte den nahenden Mann ebenso freundlich zurück und öffnete auf das zeitgleiche "Herein" dann auch die Tür zur Stube der Wachen.


    > Salve, mein Name ist Marcus Aelius Callidus, magister officiorum des princeps. Ich wünsche den obersten für die Sicherheit des Augustus zuständigen Offizier zu sprechen. <


    So schaute er etwas ratlos zwischen dem Mann, der da seines Weges gekommen war, und dem im officium hin und her.

    So langsam fiel die Anspannung von Callidus, der gegenüber dem Gast zunächst unsicherer gewesen war.


    > Der Kaiser entschied in seiner Weisheit die Ernennungen der Tribunen mit den Feierlichkeiten der equirria ANTE DIEM III KAL MAR DCCCLVII A.U.C. (27.2.2007/104 n.Chr.) zusammenzulegen. Dieses Fest ist Mars gewidmet und stellt im Jahr den Auftakt der Wagenrennen dar. Es ist ein Fest, das das Volk liebt und das alten Traditionen entspringt. Daher findet es auf dem campus Martius statt.
    Ich bin mir sicher, dass du großen Gefallen an den Rennen finden wirst, es ist gewiss ein beeindruckendes Spektakel. Du hast bereits Wagenrennen verfolgen können? <


    Natürlich spielte Callidus auf diese Roms an, denn woanders sonst könnte man solch ausgefallene Rennen beobachten? Die Arenen der Provinzen waren meist deutlich kleiner und vermochten allein duch die Entfernung zu Rom vermutlich nicht den wahren Flair aufzubringen, wie Callidus meinte, auch wenn er Italia nie verlassen hatte.


    Sim-Off:

    macht doch nix :)

    Callidus nickte.


    > Ganz recht, ich bin der durch unseren Kaiser neuernannte magister officiorum <


    Dann durchsuchte er die Papyri und Schreibtäfelchen der letzten Tage und war froh, dass er sich eine persönliche Ordnung geschaffen hatte, die ihm schnell weiterhalf. Eine tabula wies dem magister officiorum, dass der Kaiser das Gespräch mit dem Konsular in seinem officium wünschte, so dass er diesen auch direkt und anstandslos dorthin führte.


    > Der Kaiser wird dich erwarten. Folge mir bitte! <

    ...und so sehr es auch sein Ziel war sich mit Quarto zu unterhalten, so hatte Vinicius Lucianus sich dennoch - wohl in Gedanken versunken - beim magister officiorum anmelden lassen, in dessen Person er zwar einen Aelier vorfand, was zu diesen Zeiten im Palast weniger schwierig erschien, aber eben wohl nicht den, den er wünschte. Callidus erhob sich, als der Konsular eintrat, und grüßte diesen.


    > Konsular Vinicius Lucianus, sei gegrüßt! Was kann ich für dich tun? <


    Als er diesen zu Zeiten seines Ädilats aufgesucht hatte, war Callidus mit einem Mantel bekleidet gewesen, so dass er hoffte, dass der Vinicier ihn nach der langen Zeit und dem falschen Namen nicht mehr erkennen würde.

    Merkwürdig, in der Verfassungs- und Sozialgeschichte von Bleicken steht nämlich das genaue Gegenteil. Auch woanders ist davon nix zu lesen...wer soll diese Ritter ohne Staatspferd denn ernannt haben? Warum hatten sie kein Pferd? Das stammt nämlich schon aus der Republik.
    Wäre toll, wenn du mir ´ne Seite angeben könntest, dann kann ich das die Tage mal durchlesen.

    Callidus lächelte der Verwandten zu. Da er in der schola weder einen Geheimbund noch den Staatschatz vermutete, auch wenn die Kassen der Schule äußerst gut gefüllt waren, würden die "Geheimnisse" wohl weniger aufregend ausfallen.
    Dann lauschte er dem Senator Avarus, während er eine Traube aß.


    > Gewiss nutzen nur wenige überhaupt die Möglichkeit der dissertatio. Daran wäre zu arbeiten. <


    Wie unangenehm, dass ihm just in diesem Moment einfiel, dass auch er noch immer nicht seine Arbeit komplettiert hatte, obwohl diese bereits begonnen in seinem Raum lag.


    > Der Name des Rates sollte für die Schule passend und dennoch nicht anmaßend wirken. Ich tendiere daher vielleicht zum consilium doctorum. Es impliziert eher den allgemeinen Gelehrtenstatus. <

    > Natürlich liegt es im Interesse des princeps, dass es seinen Gästen wohl ergeht, kümmert er sich um diese doch ebenso vorsorglich wie um den römischen Staat. So wird er auch deine Teilnahme an den equirria schätzen. <


    Dann nickte Callidus dem Daker ebenso zurück.


    > dicitur: "munus obtinere", ja <


    ... erklärte er den lateinischen Ausdruck dafür.


    > Das Amt ist sicherlich ein ehrenvolles, da es vom Augustus selbst vergeben wird und er dem dieses Amt Bekleidenden damit sein Vertrauen ausspricht. Ein verantwortungsvolles ist es, da man dieses Vertrauen nicht enttäuschen sollte. Das Wort des Kaisers ist umzusetzen, wie es auch vor Gericht als Gesetz gilt. <


    So erklärte der Aelier, nicht ohne hochnäsigen Stolz.

    > Nein, natürlich nicht, mein Kaiser. Das Volk soll selbstverständlich an jenem Tag auch an den Ernennungen durch dich teilhaben! Ich werde dafür sorgen, dass die Tribunen Plätze nahe der kaiserlichen Loge haben werden. <


    Sim-Off:

    Oh, hab mich wohl missverständlich ausgedrückt. Die Einladungen waren ja zu Beginn des Gespräches verschickt und ich über die möglichen Absagen schon informiert. War so geplant, die hier einzubauen, sonst wär´s zeitlich eng geworden und ich hätte noch mal kommen müssen. Und da Gespräche mit dem Kaiser ja ... langatmig sein können :D , hab ich es hier einbringen wollen.

    Mit der Liste in der Hand begab sich Callidus zu seinem Schreibtisch, um damit zu beginnen die Briefe an die zukünftigen Tribunen zu verfassen. Einige Namen kannte er, darunter natürlich seinen Freund Detritus, bei dem er mit Freude feststellte, dass dieser für ein Tribunat berücksichtigt wurde; und auch der Name des Aureliers war ihm ein Begriff.