Beiträge von Faustus Decimus Serapio

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    "Du brauchst doch nicht etwa moralische Unterstützung?" frotzelte ich, klopfte Aculeo auf die Schulter – aber vorsichtig, denn der Faltenwurf seiner Toga war ein Kunstwerk, das ich nicht zerstören wollte.
    "Nein, ich melde dich nur kurz im Officium an. Viel Erfolg wünsche ich!"


    Das tat ich: "Der Curator kalendarii Germanicus Aculeo zur kaiserlichen Audienz."
    Darauf überließ ich Aculeo das Feld. Später würde ich mit Valentina besprechen, wann es ihr am besten passte, ihn zu uns einzuladen.

    Mir war das ein oder andere Gerücht zu Ohren geweht, Aculeo habe gewisse finanzielle Schwierigkeiten. Doch er machte den Eindruck, dass Fortuna ihm wieder zulächelte, und ich gönnte ihm das. Die Rivalität, die unsere Familien so lange gepflegt hatten, war für mich mittlerweile eher zu Folklore verkommen – denn unser beider Gentes hatten, so wie ich das sah, die große Glanzzeit hinter sich... während neue, prestigehungrige Familien sich aus der Bedeutungslosigkeit erhoben hatten und nun um Macht und Einfluss am Palatin buhlten.
    "Valentina geht es gut. Sie ist so richtig aufgeblüht als Hausherrin, und hat die Zügel fest in der Hand." Nur Nachwuchs war eben noch nicht zu verkünden. Und uns – naja. Messalinas Tod war in der Öffentlichkeit nicht zu erwähnen, so blieb ich vage. Dass ich in Trauer war, das sah man, wenn ich im Dienst war, nur am längeren Bart (und da hätte man auch denken können, ich eifere unserem Kaiser mit seiner eleganten graecophilen Bartpracht nach.)

    "Gut. Die hispanischen Trauben sind exzellent geraten, letztes Jahr, und auch über die Olivenernte konnten wir uns nicht beklagen. Ach, und beim Equus October bin ich wieder mal mitgefahren. Habe den zweiten Platz gemacht, mit einem kyrenaeischen Gespann..."
    So plaudernd erreichten wir das Officium Imperatoris.

    Gavius kehrte rasch zurück, ohne Akten und mit einem Ausdruck größter Verblüffung.
    "Er kommt, Tribun, er kommt selbst."
    Ich runzelte die Stirn. "Wer, er?"
    "Der Stadtpräfekt."
    Erstaunt erhob ich mich. Da nahten schon Schritte. Unwillkürlich richtete ich das Schriftstück, das ich eben vor mir liegen hatte, parallel zur Tischkante aus, da war er bereits eingetreten.
    "Salve, Präfekt Claudius!" Ich führte die Faust zur Brust. Die persönliche Anrede dann, das Mitgefühl darin, das machte es mir schwer, professionelle Gefasstheit zu wahren.
    "Danke." antwortete ich knapp, fühlte meine Wangenknochen mahlen. Mein Blick heftete sich auf die Akten, gierig zu erfahren was sie beinhalteten. Dass Senator Claudius Menecrates, Stadtpräfekt, Patrizier, des Kaisers Stellvertreter in Rom... mir diese höchstpersönlich hierher getragen hatte, das war ein unerhörtes Ereignis!!
    "Aber das wäre doch nicht nötig gewesen..." protestierte ich schwach, ließ Gavius wegtreten und rückte Claudius schnell einen Stuhl heran, damit der ehrwürdige Greis sich ausruhen konnte.
    "So brisant also."

    Eines schönen Tages, als ich soeben die Wache am Haupttor inspiziert hatte, erschien dort ein alter Bekannter. Ein Miles überprüfte gerade dessen Einladung, während ich selbst auf den Besucher zuging und ihn begrüßte.
    "Salve Germanius Aculeo! Wieder im Herz der Welt, wie ich sehe."
    Hatte der Germanicer eigentlich immer schon so gut ausgesehen, oder hatten die letzten Jahre ihm diesen markig-verwegenen Zug verliehen? Oder lag es an der eleganten Eques-Toga?


    "Ich begleite ihn selbst hinein." sprach ich zu dem Miles, der sich eben dazu anheischig machte. "Irgendwas, was du abzugeben hast, Aculeo?" Ich warf einen Blick auf die Einladung, um zu sehen, wo es hinging. Oh, interessant, vielleicht würde Aculeo bald in der Kanzlei dienen.


    Als wir das Tor hinter uns gelassen hatten, und quer über einen der Höfe des Palastkomplexes gingen, setzte ich freundlich zu plaudern an.
    "Wo hast du dich eigentlich herumgetrieben, es ist ja ewig her? Du musst unbedingt zur uns zur Cena kommen, Valentina wird sich unheimlich freuen, dich mal wieder zu sehen."
    Erst einen Wimpernschlag später fiel mir auf, dass es vielleicht nicht so rasend klug war, den feschen Verflossenen meiner Gattin zu uns einzuladen... angesichts unserer eher unkonventionellen Ehe.

    Beneficiarius beim Cornicularius


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    Der Gardesoldat Gavius Gilla, Beneficiarius tribuni, erschien beim Cornicularius des Stadtpräfekten, trat nach Aufforderung ein, grüßte militärisch und beflissen.
    "Salve Cornicularius Octavius! Beneficiarius Gavius, hier im Auftrag des Tribuns Decimus." Man kannte sich in der Principa, lief sich ständig über den Weg, doch Gavius gab sich immer sehr korrekt. (Manche fanden ihn schleimig.)
    "Mein Tribun wünscht Einblick in die gesperrten Ermittlungsberichte zum Mord an der Virgo vestalis maxima."


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    Christianos ad leonem


    Eine Rekrutierungsreise zur Classis von Ravenna lag hinter mir – eine wenig ergiebige, leider, denn auch wenn wir gerade einen hohen Bedarf an Frischfleisch hatten, so galt es doch die Maßstäbe der Garde zumindest einigermaßen zu wahren.
    Bei meiner Rückkehr dann hatte ich von der Ermordung Messalinas erfahren. Ich war schockiert, noch mehr als jeder Römer es sein musste, denn bevor sie die heiligste Frau des Imperiums geworden war, war Messalina meine kleine Nichte gewesen, ein liebes Mädchen, das sich fantasievolle Flechtfrisuren machen ließ und nur Pferde im Kopf hatte.
    In den vier Wänden der Casa Decima trauerte ich um sie, in der Castra jedoch verschloss ich all dies in mir und strebte nur danach, Messalina die Vergeltung zu verschaffen, die ihrem jungfräulichen Schatten zustand.


    Da hatte ich in der Vergangenheit noch zur Mäßigung gegenüber den Christianern geraten, bei Manius' Konsil zum Decretum christianorum und dann sogar gegenüber dem Kaiser, da hatte ich noch versucht, diese Brut differenziert zu betrachten, hätte nicht für möglich gehalten, dass sie ein solches ultimatives Verbrechen verüben würden. Jetzt wollte ich die Schweinebande einfach nur noch allesamt den Löwen vorwerfen!
    Nur eines drang durch meinen bitteren Zorn: die Erfahrung, dass die Christianer trefflich dazu taugten, ihnen alles mögliche in die Schuhe zu schieben – darum suchte ich fürs erste Gewissheit, darüber, was denn nun wirklich geschehen war.
    Erst Gewissheit. Dann die Löwen.


    Die Urbaner hatten bereits tüchtig ermittelt. Ich sandte meinen Beneficiarius nach den Berichten und vertiefte mich derweil in die Erkenntnisse, die Centurio Octavius Maro zusammengetragen hatte.

    Nach dem Tod der Messalina und des Varenus


    "Divi parentes, Schatten der Ahnen..."

    Ich kniete mich vor den Hausaltar und fachte die Glut der Räucherpfannen an, legte die Opfergaben bereit.


    Die Schicksalschläge waren hart über meine Gens gekommen. Zurückgekehrt von einer Rekrutierungsreise, hatte ich das Haus in Trauer vorgefunden. Messalina, einst meine kleine Messalinilla, die erste der Vestalinnen, ermordet – ich war fassungslos. Dass einer die Hand gegen sie erheben würde, die reinste und hehrste Jungfrau, die Verkörperung des Heiles und des Friedens mit den Göttern – es war ein Frevel jenseits des Denkbaren, und obwohl ich im Laufe meiner Soldatenjahre nun wirklich in so manch tiefe menschliche Abgründe geblickt hatte, so sträubte sich weiterhin etwas in mir, es zu glauben, dass dies wirklich geschehen war. Messalina, erstochen.
    Als wäre dies nicht genug, so hatte der Tod auch ihren Vater, meinen Vetter Varenus mit sich gerissen. Varenus und ich hatten uns nie gemocht, ich fand ihn pedantisch, er mich abnormal, nichtsdestotrotz waren wir familiär verbunden gewesen.
    Ich war wie benommen von den harten Schlägen und flüchtete mich ins Handeln – vollführte die Riten, beruhigte die Sklaven, nahm Trauerbekundungen entgegen (unter vielen anderen hatte uns ein wohlgesetztes, ehrlich klingendes Schreiben von Furius Saturninus erreicht), und nutzte meinen Rang, um zu versuchen zu verstehen, was da geschehen war.
    Natürlich ließ ich auch Haar und Bart wachsen, und trug nur noch schwarz. (Ja, ich verzichtete sogar darauf, mir von Narzissus weiterhin das Grau der Schläfen überfärben zu lassen. Meine Trauer war ehrlich, und schob auch meine sonst nicht gerade unbeträchtliche Eitelk... - will sagen, meinen ausgeprägten Sinn für Ästhetik - in den Hintergrund.)


    "Divi parentes, Manen und Laren, Schatten der Voreltern, dies sei euch dargeboten wie es euch gebührt."
    Räucherwerk, Kräuter, zerkrümelt zwischen den Fingern ließ ich auf die Glut rieseln, und Weihraukörner.
    "Beschützt unsere Gens... die, die von uns noch übrig sind... beschirmt uns vor Unglück und Not und vor den schwarzen Schwingen des unzeitigen Todes."
    Aus einem Krug goss ich weiße Milch in eine Schale auf dem kleinen Altar, aus einem anderen goldenes Olivenöl.
    "Varenus, mein Vetter, Messalina, meine liebe kleine Nichte..." Für mich war sie das immer geblieben, auch wenn sie es formell nach der Captio nicht mehr gewesen war. "möget ihr euch auf den elysäischen Felder wiederfinden, möget ihr glücksselig eingehen in die Ewigkeit, möget ihr ohne Groll hinabsehen auf uns, uns die wir unsere Leben hier noch um ein weniges fortführen."
    Einen dritten Krug nahm ich zur Hand und goss einen exzellenten Falerner in eine Vertiefung vor den Ahnenbildern.
    "Auf euer Wohl."
    Zwei Tonfiguren hatte ich anfertigen lassen, die ich nun zu den Ahnenfiguren hinzustellte – eine würdevolle bärtige für Varenus, und eine züchtig in Vestalinnentracht für Messalina. Noch einmal nebelte ich alles mit Weihrauch ein.
    "Messalina, Messalinilla..."

    Ein Erinnerungsfetzen driftete durch meinen Geist, ich erinnerte mich daran, wie ich einmal neben meiner kleinen Nichte auf einem Steg am Teich gesessen hatte, das war in unserem Domus calamis gewesen, wie sie damals mit ihrer Bestimmung gehadert hatte, wie niedergeschlagen sie gewesen war, weil ihr ein Opfer nicht geglückt war, und wie ich versucht hatte, sie zu trösten. Lange... lange war das her. In den darauffolgenden Jahren war sie hineingewachsen in ihre hohe Würde.
    "...sei versichert, dass ich alles tun werde, um deinen Tod zu rächen. Die Vergeltung, die dir zusteht, die sollst du bekommen!"


    Dies schwor ich, weil es das war, was sie verdiente, und so verharrte ich, kniend, während sich der Räuchernebel lichtete. Mir war sehr einsam zumute, und einmal mehr wünschte ich mir, die Verantwortung für meine Gens nicht alleine schultern zu müssen, die Würde und Bürde, unsere Ehre zu wahren und zumindest einen Rest des alten Glanzes zu erhalten, mit jemandem teilen zu können, wünschte, meine Schwester wäre noch hier, oder mein Vater. Gleich darauf versagte ich mir diese Schwäche. Ich war nun der Pater familias, war Tribun der Garde, musste handeln anstatt herumzujammern.


    Ein trockenes Schaben erklang, und aus einer Nische in der Mauer schlängelte sich unser Hausgeist, eine stattliche Äskulapnatter. Sie glitt zu der Opferschale, ließ ihre Zunge flackern und tat sich an der Milch gütlich. So wusste ich, dass das Opfer angenommen war.

    Danke für die netten Begrüßungen und die vielen Infos! =) Die Berichte sind ja cool, die wird Serapio sich mal besorgen.


    Hat denn jemand Einwände dagegen, wenn ich - dank flexibler IR-Zeit - noch eine Szene anfange, in der wir unsere Tempelschänder-Christen mit dem Leichnam der unbekannten Christin konfrontieren? Könnte ja zu deren Identifizierung beitragen.


    Armer Gracchus, so viel zu tun. 8o Wenn das Spiel stockt, oder es einfach zu viel Arbeit ist, finde ich es völlig legitim, Zeremonien auch grob zusammengefasst (oder aus der Perspektive eines Zuschauers, der nur einen kleinen Teil des Geschehens mitkriegt) zu schreiben.

    Ich versuche gerade mit Serapio wieder ans Spielgeschehen anzuknüpfen, aber ich hab doch einiges verpasst, und wollte mich mal erkundigen, bei SL und Mitspielern, wie der Tod der Virgo Vestalis Maxima gehandhabt wird, bzw. die Folgen davon. Sie war ja Serapios Nichte, zumindest vor der Captio.

    Wie ich das verstanden habe, ist an die Öffentlichkeit gedrungen, dass sie von einer christlichen Attentäterin ermordet wurde/worden sei? Ich würde davon ausgehen, dass so etwas an den Grundfesten der Pax deorum rüttelt, in der Stadt Panik und Vergeltungsmaßnahmen auslöst usw? Und noch für mein Verständnis - soll ich davon ausgehen, dass sie bereits bestattet wurde, auch wenn es nicht explizit ausgespielt wurde? Oder ist ja noch etwas geplant? Das wäre dann ein Staatsbegräbnis, nehme ich an? Oder besteht Interesse daran, dass ich dafür einen Thread eröffne, wo man sie zu Grabe tragen und betrauern kann? Fragen über Fragen.:D

    War das alles? Hatte er nichts anderes zu sagen?! Da war ja nicht mal der allerspärlichste Versuch, mich zu halten. Oder gar, um mich - um uns - zu kämpfen.
    "Das Ende?" wiederholte ich wie ein Echo. "Ende? Von Ende habe ich nichts gesagt, ich habe gesagt, ich will dich nicht verlieren, du hast dieses Wort benutzt: Ende."
    Wie eine Statue des Iuppiter Optimus Maximus, so kühl und scheinbar unberührt stand er vor mir, marmorne Noblesse, erhaben über die profanen Gefühle, die Sterbliche wie mich umtrieben. Dass es in seinem Inneren anders aussah, das konnte ich mir schon denken, dafür kannte ich ihn gut genug, trotzdem brachte mich diese überlegene Fassade seit jeher schon auf die Palme.
    "Sag du's mir!"
    Jäh trat ich auf ihn zu, umgriff seine Schultern, wollte ihn schütteln, um irgendeine ehrliche Reaktion aus ihm heraus zu holen.
    "Manius! Mir... mir wäre doch das nicht passiert, wenn zwischen uns alles in Ordnung wäre! Bonadea, ich hab's doch nicht darauf angelegt. Du bist... du warst immer..."
    Impulsiv zog ich ihn an mich, spürte die Vertrautheit, die Bande, die uns verflochten, den Widerhall der alten Leidenschaft, und zugleich die abweisende angespannte Härte seiner Schultern, die mich abprallen ließen, ganz so als hätte ich tatsächlich versucht, eine Iuppiter-Statue zu umarmen.
    "Mit ihm ist einfach alles auf einmal wieder... unglaublich leicht und..."
    Das schlechte Gewissen erstickte meine Stimme. Ich räusperte mich, versuchte konfus, mich zu verteidigen.
    "Verdammt, es ist ja nun auch nicht so, als hättest du nur immer Augen für mich gehabt und dich nicht auch anderweitig zerstreut! Sciurus war dir doch, viel, viel mehr als nur ein Bettgefährte! Und... und deine Senatslehrlinge... einer attraktiver als der andere...! Diesen Seius, diesen flamboyanten Schönling, den hast du dann ja auch unverzüglich bei dir einquartiert!"

    Wie könnte jemand mich vergessen? Das ging mir runter wie Honig. Ach, Valentina war einfach die Beste! Wie gut tat mir das Mitgefühl meiner lieben und sanften Gefährtin. Ihre Lippen waren wie eine sachte Sommerbrise. Ich umfasste ihre Hand an meiner Wange und drückte sie, legte dann die Pfeife zur Seite und kraulte zärtlich Valentinas Blondschopf.
    "Das wünsche ich mir auch, mögen die Götter uns noch viele schöne Jahre gemeinsam schenken. Sag mir nur immer gleich, wenn ich was für dich tun kann, Liebes. Ich möchte, dass du glücklich bist."
    Vom zweisam drifteten meine Gedanken zum dreisam. Der Hanf lockerte mir die Zunge. "Valentinula, was ich dich schon lange fragen wollte.... hat eigentlich Borkan damals noch irgendwas zu dir gesagt, oder zu verstehen gegeben... bevor er gegangen ist, also, wohin er wollte oder... zu wem, oder... noch irgendwas über mich, oder sonstwas...?"
    Immer mal wieder fragte ich mich, ob Borkan wirklich der gewesen war, der er vorgab zu sein. Als hätten ihn die Götter gesandt, so perfekt war unser Zusammentreffen gewesen... oder eben, als hätte jemand ihn gezielt auf mich angesetzt. (Auch bei Kyriakos hatte ich mir schon diese Frage gestellt, aber den konnte niemand auf mich angesetzt haben, ich selbst war in Wirbel des Satyrentanzes auf ihn zu gegangen. Es könnte höchstens jemand im Nachhinein versuchen, ihn gegen mich einzusetzen - darum war es gut, dass er nicht wusste wer ich war.)

    Schön, dass ein frischer Wind hereinweht!
    Hier ein paar Infos und Gedanken zur Garde im Spiel, ungeordnet und sicherlich nicht erschöpfend, über die Jahre ist ja viel zusammengekommen. (Die Darstellung im IR ist bewusst nicht 100% konform mit dem, was aus der Historie überliefert ist, Spielbarkeit geht im Zweifelsfall vor.)


    1.FAQs von mir, aus dem alten Privatforum kopiert und etwas aktualisiert:


    Allgemeines zur Darstellung der Prätorianergarde?
    Eine Eliteeinheit darstellen, ohne dabei ins Powergaming zu verfallen, dass ist in meinen Augen das wichtigste beim Garde-Spiel. Die Prätorianer sollten tough und kompetent erscheinen - sie sind ja wirklich "die Besten der Besten" - aber eben nicht wie Superhelden, eher mit einem kleinen Augenzwinkern gespielt.
    Sie sollten sich natürlich auch nicht auf der Nase herumtanzen lassen, sondern wenn ihnen jemand blöd kommt konsequent reagieren. Ihre Aufgaben effizient erledigen, aber ruhig auch mal bestechlich sein, ruhig auch mal arrogant.
    Die Speculatores sollten natürlich gut informiert dargestellt werden, (wobei es bei privaten/heiklen Infos besser ist bei den Betreffenden vorher per PN nachzufragen).
    Die Einheit sollte auch einen starken Korpsgeist haben, und jeder der ihr angehört sehr stolz darauf sein.


    Was sind die Aufgaben der Garde?

    Aufgaben simon: alles was die Sicherheit des Kaisers + seiner Familie betrifft, alles was sich gegen ihn und seine Herrschaft richtet, oder richten könnte. Leibgarde, Geheimdienst, Geheimpolizei, Eskorte, Botenritte, Aufklärung, besondere Kampfeinsätze.
    Ausserdem: italiaweit die Verfolgung schwerer Straftaten, jenseits der 100 Meilen um Rom innerhalb derer die Stadtkohorten zuständig sind.

    Ansonsten gilt für alle - das Palasttor im Auge behalten, und sich da per NSC (oder wenn es gerade passt auch per eigener ID) um die Besucher kümmern. Als Prätorianer bekommt du auch Zugang zum Handbuch für den Kaiserhof, da drin steht nach welchen Kriterien du sie reinlassen/wohin schicken kannst.

    Wenn der Kaiser/die kaiserliche Familie auftaucht, dann passt es auch immer gut, NSC-Wächter auftreten zu lassen. (Auch wenn man davon ausgehen kann, dass sowieso fast immer welche da sind, auch ohne es jedesmal zu betonen, kann man hin und wieder dran erinnern.) Zitat Vibius Vespa: Quasi die Palastwache, welche in Spielfilmen immer so schön als Statisten dabei stehen.


    Wie sehen die Prätorianer aus?
    Innerhalb des Pomeriums werden seit der Herrschaft von Kaiser Aquilius Waffen und Rüstungen wieder verdeckt getragen. Ob unter Toga (ist überliefert, erscheint aber arg unpraktisch) oder unter Paenula.
    Waffen und Rüstungen im Pomerium nur offen bei Paraden, oder wenn Unruhen niedergeschlagen werden, oder sonst bei Action-Einsätzen. Außerhalb, also auch in der Castra, wie gehabt. Die schwarzen Rüstungen, auch wenn sie nicht belegt sind, bleiben, weil stylish und im kollektiven Hollywood-geprägten Image verankert.
    Generell im Spiel als Markenzeichen die Farben schwarz und violett, das Symbol Skorpion.


    Wie kommt man zur Garde?
    Im Spiel rekrutiert die Garde traditionell von anderen Einheiten, Soldaten, die sich besonders ausgezeichnet haben und/oder über besondere Qualifikationen verfügen, die eben benötigt werden. Besonders gerne von den Stadtkohorten oder von renommierten Legionen. Man kann davon ausgehen, dass die Neu-Prätorianer heftig geschliffen werden und sich beweisen müssen, bevor sie voll in die Mannschaft aufgenommen werden.


    Ein gutes Buch dazu?
    Ein Buch, das ich empfehlen kann, ist aus der Osprey Military-Serie: "The Praetorian Guard". Dünn aber voll von konkreten Infos, die meisten anderen Bücher beschäftigen sich ja eher mit der Geschichte der Garde.


    Wie ist das mit den Reitern bei der Garde? Ist man da nicht im Spiel eingeschränkt?
    Bei uns im Spiel gilt:
    Die Reiter der Garde, die Equites singulares, sind Teil der Garde, genauso wie eine Legionsreiterei Teil der Legion ist.
    Die Equites singulares haben ihre Unterkünfte in der Castra praetoria. (Und nicht, wie wohl historisch, in einer Castra equitum auf dem Caelius. Die Castra equitum kann gerne als zusätzlicher Aussenposten im Spiel vorkommen, aber nicht als Hauptquartier, das wird sonst unnötig kompliziert.)
    Die Männer der Reiterei sind in ihren Turmae organisiert und untergebracht. Sie werden je von Decurio und Duplicarius kommandiert. Sie sind aber nicht mit ihrem Pferd verwachsen, und übernehmen trotzdem sowohl berittene Aufgaben, als auch Aufgaben zu Fuß. Je nachdem was eben (simon) gerade auf dem Dienstplan steht, bzw. je nachdem was sich (simoff) gerade im Spiel an spannenden Möglichkeiten bietet.
    Auch wenn sie zu Fuß im Einsatz sind, werden sie weiterhin von Decurio und Duplicarius befehligt.


    Die Garde soll respektiert werden, bedrohlich wirken. Wie ist es, kann ich im Spiel einfach so Leute festnehmen?
    Simon besteht für Prätis und CU formell das Kriegsrecht permanent, sie können jeden verhaften der ihnen blöd kommt. Zumindest solange es keine hochgestellten Personen sind.
    Simoff ist verhaften immer eine heikle Sache. Weil man dem anderen Spieler damit halt ne Menge Kontrolle über seinen Charakter und sein Spiel entzieht. +Man ist dann ganz klar dafür verantwortlich, dass der Spieler im Kerker auch gutes Spiel geliefert bekommt und nicht nur öde dahindämmert. +dass er eine Möglichkeit bekommt, seinen Charakter wieder frei zu bekommen. Das gehört alles dazu.
    Darum ist willkürlich/leichtfertig verhaften nicht in meinem Sinne. Ich würde das nur dann machen wenn ein Charakter sich arg danebenbenimmt - und/oder, klar, natürlich auch wenn der betreffende Spieler da Lust drauf hat das mit seinem Charakter zu spielen.


    Was ist simon gerade los bei der Garde? Aktuelle Spielideen?
    - Der aktuelle Praefectus Praetorio hat beim Kaiser erreicht, dass die Garde um zwei Kohorten aufgestockt wird. Es wird also derzeit auf Teufel komm raus rekrutiert, trainiert, gebaut.
    - Die Augusta ist in der Garde von früher her recht beliebt, und es gibt sogar einen geheimen Bund, der sich verschworen hatte, ihren Sohn auf den Thron zu bringen. Der Zirkel wurde allerdings verraten und vom PP zerschlagen, zudem ist ihr Sohn verstorben. Evtl. sind noch Verschwörer übrig, die nun den Caesar die Schuld am Tod seines Halbbruders geben.
    - Von Verus damals etabliert: ein Pluto-Kult innerhalb der Garde, der mit seltsamen männerbündischen Ritualen dem Gott der Unterwelt selbst huldigt...
    - Serapios Plot: Geheimdienstliche Aktivität in Nabatäa, um die Provinz wieder zum Klientelkönigreich zu machen und zu verhindern, dass sie unter parthischen Einfluß fällt
    - ein Evergreen: Christenverfolgung


    Zwei Gardepräfekten oder einer?
    Historisch gab es solche und solche Zeiten. Ich plädiere dafür, sich im Spiel auf einen PP zu beschränken, um es nicht unnötig kompliziert zu machen.



    2. Einige Charaktere in der Garde:


    Der Praefectus Praetorio, Caius Heius Vibulanus, NSC mit eigenem Account:
    garstiger General, mehr zu ihm hier:
    Caius Heius Vibulanus

    Ich hatte ihn u.a. geschrieben, habe aber aktuell nicht die Zeit ihn zuverlässig zu übernehmen. Ich denke, dass ein so mächtiger NSC kein Selbstzweck ist sondern vor allem dazu da sein sollte, das Spiel zu bereichern. Der Vorteil, wenn der PP ein NSC ist, ist natürlich dass er von der SL übernommen und/oder weitergereicht werden kann.


    Tribun Nero Laetilius Blasio, NSC mit Tabulariumseintrag:
    Altgedient, mit allen Wassern gewaschen, hat alle Umbrüche in der Garde gut überstanden. Im Auftreten kühl, blasiert, sehr (sehr!) gepflegt.


    Tribun Faustus Decimus Serapio, meine ID:
    Tribun der 3. Kohorte. Parthien-Veteran. Hat eine verruchte Vergangenheit als PP unter dem Despoten Vescularius Salinator. Gilt wahlweise als Scherge der Tyrannei oder als aufrechter(wenn auch erfolgloser) Verteidiger Roms gegen Salinators Bezwinger Cornelius Palma, Mörder der Ulpier. Wurde unter Aquilius rehabilitiert und wieder eingesetzt, dann verschollen, dann wieder aufgetaucht, dient seitdem wieder als Tribun. Manche sagen, seine Zeit ist endgültig vorüber, andere sagen er wartet nur auf den richtigen Moment um Heius abzusägen. Liebt Feldartillerie.


    Centurio Marcus Octavius Maro, SC:
    Centurio der dritten Centurie der dritten Kohorte


    Centurio Q. Marius Musca, Uralt-NSC von mir:
    Evocatus, Centurio in der 3. Kohorte, Speculator. Alter Kamerad Serapios, ebenfalls Parthien-Veteran. Schmal, kritisch, grauhaarig, analytisch, hört sich gern reden.


    Centurio C. Paeonius Durus, NSC:
    Centurio der fünften Centurie der dritten Kohorte. Gilt als harter Hund, ist aber total bestechlich.


    Optio Quinctius, NSC:
    Custos armorum und Konstrukteur, stets dabei das Waffenarsenal innovativ zu optimieren...


    Tribun Tantasius, NSC:
    Hat ein dunkles Geheimnis...

    Ich bin mal wieder vom RL absorbiert worden und muss bei meinen Postingpartnern zerknirscht um Entschuldigung bitten. Wenn ich einmal gedanklich raus bin aus dem Spiel, dann brauche ich immer eine ganze Weile, um mich wieder rein zu versetzen.
    Leider werde ich auch in den kommenden Monaten nicht wirklich mehr Schreib-Muße haben. Ich überlege noch, ob ich Serapio wieder auf eine Mission im Geheimdienst seiner Majestät schicke... pro: die Abwesenheit ist dann simon stimmig... contra: der Wiedereinstieg danach ist unkomplizierter, wenn die ID noch in Rom ist.

    "Nicht mehr als sonst auch." winkte ich ab. Gab es doch zersetzende Kräfte in unserem Imperium, die niemals ruhten.
    Manius' Fingerspitzen streiften die meinen. Ist das alles? Das halbschräge Lächeln um seine Mundwinkel griff nach meinem Herz, zugleich fühlte ich mich wie in Bande geschlagen. Wir waren wie Schauspieler, die immer wieder die gleiche Szene spielten, so eingefahren, dass wir nie vom Fleck dabei kamen. Ich ließ den Wein in meinem Glas kreisen, ein roter Strudel.

    "Wir müssen da raus," hörte ich mich mit einem Mal dringlich sagen, hob die Augen zu seinem Antlitz. "Manius, weißt du noch wie wir gebrannt haben? Du hast dem Vipernkaiser die Stirn geboten für mich. Ich dich trotz Proskription versteckt. Oder... die Briefe! Jeder deiner Briefe, über das Mare Nostrum, damals über die lachende Hyäne... war wie eine Welt für mich. Wir waren bedingungslos, elementar, eine Naturgewalt! Und jetzt... jetzt takten wir unsere spärlichen Treffen fein säuberlich im Kalender ein, zwischen Senatspflichten und Gardedienst und Familiencena! Wir haben uns verstellt vor der Welt, so lange und so gründlich, es ist uns bis ins Mark gedrungen, es erstickt, es lähmt, ich hasse diese verdammte Routine, wir verlieren uns, am Ende gibt’s gar nichts mehr zu verstecken!"
    Meine Finger bebten, als ich das Glas abstellte, eine Bewegung auf Manius zu machte, dann wiederum innehielt und ihm erblassend gestand:
    "Ich habe... ich wollte... muss dir sagen... jemanden kennengelernt. Er geht mir unter die Haut."

    "Ach..." Genießerisch ließ ich den süßen Rauch aus meinem Mund quellen, legte den Arm um Valentina und fuhr ihr träge durch das Blondhaar. Für gewöhnlich bemühte ich mich redlich, meine liebe Frau nicht mit meinen Befindlichkeiten zu belasten – sie hatte es ja so schon schwer genug mit einem wie mir – doch in dieser Zwischenstunde war mir die Zunge gelöst.
    "Ich habe nur mal wieder so einen Blödsinn geträumt, von früher. Kennst du sowas auch... Träume die immer, immer wieder kommen? Als hätte irgendwas sie... festgehaftet in meinem Kopf. Manche sind wie eingefroren, immer gleich, andere wandeln sich mit den Jahren......"
    "Ich träume oft von Lucullus. Hab ich dir eigentlich schon mal von ihm erzählt...? Er war ein Kamerad von mir, bei der Prima... ein Freigeist... ein Spötter, sub aquila hatte ihn nur wohl nur eine unglückliche Liebschaft verschlagen. Er hatte... nicht viel Halt. Wir kannten uns gar nicht so lange, aber damals... damals war alles so unheimlich intensiv, als würde ein Tag soviel zählen wie sonst hundert. Er ist vor Edessa gefallen. Und kurz davor... kurz davor, als der Boden schon bebte von... deren Kavallerie... sagte er zu mir, dass wir uns dann auf der anderen Seite sehen würden. -
    Ich habe so viele Kameraden verloren. Aber Lucullus... manchmal frage ich mich, ob er tatsächlich irgendwo sitzt und wartet auf mich, noch immer genauso jung wie an den Tag...? Nein, ich glaub's nicht wirklich. Sicherlich überdauert etwas von uns, aber nicht die Gestalt, eher... ein Seelenfunken..."