Tilla blieb nicht lange auf dem Kletterbaum sitzen. Sicher, sie war traurig darüber, dass so viele auf einmal weggingen und dass sie die nächsten Nächte mehr oder minder alleine in den Schlafräumen der weiblichen Sklaven verbingen würde. Köchin Niki und die Sklavin Dina waren zwar noch da. Aber das war nicht dasselbe wie mit Siv oder Hektor zusammen zu sein. Langsam kletterte sie runter und schlug abermals den Weg zurück ins Haus ein. Ihre Füße trugen sie in den Schatten der Säule, wo sie sich zusammenkauerte und abermals die eine oder andere wehmütige Träne verdrückte. Sie saß zu weit weg, um alle und alles verstehen zu können, aber anhand der Gesten und Mimiken konnte sie sich einiges zusammenreimen.
Als Hektor hinausging war sie versucht ihm nach draussen nachzulaufen. Leones massiger Körper würde sie daran hindern. Außerdem kam gerade Besuch, der laut und merkwürdig und komisch daher redete. Immer noch vom Gedanken besessen sich richtig von Hektor zu verabschieden, zog sie die ledernen Sandalen aus, liess sie hinter der Säule liegen. Leise und langsam erhob sie sich und schlich dem Eingang näher und näher. Der Besuch irritierte sie und sie war zu spät. Leone setzte sich gerade auf den Schemel. Auf den Lippen kauend hielt Tilla inne, versuchte eine Idee herzukriegen, wie sie Leone von der Tür weglocken konnte. Ablenkung schadet den meisten nicht. Nur wie und woher bekam sie Ablenkung her? Tilla bekam den Hauch einer Ahnung, dass in der Villa Aurelia nichts mehr so sein würde wie vorher.