Oh Mist.. *sich zutiefst schämen tu* zwischen Togen und Tuniken besteht natürlich ein großer Unterschied. Ich wollte lediglich auf die von ihr getragenen heissgeliebten Kleiderfarben deuten.
Beiträge von Tilla Romania
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Clara schenkte ihr eine ungekannte Aufmerksamkeit, die sie ganzganz selten nur von anderen Menschen bekam. Sie verfolgte Claras Benehmen und nahm ihre Bewunderung für ihr Pferd wahr. Tilla lächelte, strich dem Pferd über den Rücken und legte den Kopf schief, als sie das Angebot hörte. Vorsichtig nahm sie ihr die Tafel aus der Hand und schrieb was neues auf. Was ist ein Esel und Kuh?? Über Hunde und Katzen sprechen? Gerne!! Fragend sah sie Clara an... reichte ihr die Tafel zurück.
Den Tisch frei räumen für Briefe schreiben? Hmm.. und wo sollten die Tiere dann hin? Tilla nahm sie nacheinander vom Tisch und stellte sie unter dem Tisch auf, so hatten sie quasi ein 'Dach' überm Kopf. Es sah interessant aus, wie sie da so regungslos standen.
Achja.. das Haare kämmen. Tilla erhob sich und holte den Spiegel herbei, welchen sie Clara reichte. Den Kamm hatte sie aus den Bad mitgebracht. Ich fang schon an. Spontan stellte Tilla sich neben Clara auf, umfasste ein knapp Büschel Haare und kämmte es vorsichtig aus. Ganz so wie Aurelia Prisca es ihr beigebracht hatte... jetzt der nächste Büschel. Und einmal rundum Haare auskämmen an Claras Hinterkopf vorbei. Es dürfte kaum geziept haben. Forschend sah sie Clara an. Alles in Ordnung? gebärdete sie.
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Tilla hab ich auch schon farbige Togen tragen lassen, zum Beispiel tannengrün, dunkelblau, moosgrün, kirschrot, mausgrau... schlichte Kleidungsstücke ohne Verzierungen oder mit eingefassten kontrastfarbigen Saumrändern... schwarzen oder braunen Ledergürtel nicht zu vergessen...
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Es, das Auskratzen ihrer pusteligen Haut tat arg weh, das spürte Tilla, wenn sie es schaffte eine Blase aufzukratzen und diese deren Füllung hinauslaufen liess. Da... wieder eine geschafft, der Schmerz wurde größer. Da fingen andere Hände die ihrigen ein. Tilla war schon allein durch das Herumwälzen in Cadhlas Bett ziemlich geschafft, leistete einige Momente lang erbitterten Widerstand und ergab sich schwer atmend. Wer war das, der sie festhielt?? Sie wollte es wissen. Unbedingt! Stumm aufstöhnend kämpfte sie gegen das Fieber, gegen das Verlangen sich zu wehren und wundzukratzen, öffnete letztendlich die Augen und sah ein dunkles Gesicht, welches von hellen Haaren umrahmt wurde.
Mit jedem Blinzelschlag wurde das unscharfe Bild etwas schärfer und setzte sich zu einem vollständigen, ihr gut bekanntem Gesicht zusammen. Mit 'C' fing der Name an. Caelyn? Nein, das war Cadhla! Tilla versuchte ein Lächeln zustande zubringen, doch sie war zu k.o. Nicht mal das schaffte sie jetzt! Es juckte verführerisch auf ihrer Haut... sie würde so gerne weiterkratzen. Dafür liefen ihr ein paar Tränen aus den Augen, die das Gesicht vor ihr wieder verschwimmen liessen. Ein Anlass unter Cadhlas Haltegriff ruhig liegenzubleiben. Tilla wandte den Kopf ab, um die Tränen am Kopfkissen wegzuwischen. Für Cadhla hatte sie noch keine Namensgebärde erfunden. Wenn sie doch nur sprechen könnte... Wasser, maman. hauchte sie stimmlos wie sie es im Zelt des Zauberers getan hatte, blinzelte Cadhla erschöpft an. Sie war nicht alleine. Ein gutes Gefühl. Was sie im Fieberschlaf gebärdet hatte, wusste sie nicht mehr, eher fühlte die Schwäche ihres Körpers.
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Dann waren sie da. Tilla drückte die Tür auf und schob sie mit dem Fuß hinter sich wieder zu. Nun war sie quasi nur angelehnt, aber das war sicher nicht schlimm? Sie konnte nicht weiter drüber nachdenken, lächelte bei dem erneuten Lob immer ein bisschen mehr und entdeckte auch das Regal. Aha.. da hatte Brix also noch eines besorgen können. Ihr Blick flog zurück zu dem Tisch voller Tiere. Ach herrjeh.. die hatte sie ganz vergessen.. aber Clara schien nicht einmal ärgerlich zu sein, sie ausgepackt vorzufinden. Tilla führte Clara zum Korbstuhl neben eben diesem Tisch unterm Fenster, rückte noch schnell das Rückenlehne-Kissen zurecht, bevor die ältere sich hineinsetzte. Warte kurz... Kurz hob sie die Hand, suchte die Tafel und kehrte wieder zu Clara zurück. Ja.. die Tiere sind toll.. so scheen niedergemalt. Ich habe ein eigenes Perd. Da... ich mag es und die da auch. Pieps, Miau, Wau-Wau. Rechtschreibfehler waren immer noch drin. Tilla reichte die Schreibtafel an Clara weiter, zog ihr Saturnaliengeschenk das Pferd aus dem Beutel, zeigte auf Maus, Katze und Hund. Weiss-Bauch-blau-Rücken Delphine schien Clara nicht dabei zu haben. Langsam kniete sie sich zu Boden, richtete den umgefallenen Esel wieder auf.
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"Oh, es freut mich, dass Du bereit bin, mir das Haar zu kämmen... Gut, nun lass uns gehen, Tilla... ich bin bereit..."
Tilla steckte Kamm und Bürste ein, sowie eine kleine Dose, die ein wenig Creme enthielt. Dann komm... Ich bin da. forderte sie die Ältere auf, reichte ihr wie vorhin ihre Hände und zog sie vom Hocker hoch. Zu Clara aufschauend wartete sie, ob diese gut auf ihren Füßen stand und ging nach deren positiven Zeichen auf die Tür zu. Tilla lieh ihr zusätzlich noch ihre Schulter, damit sie wirklich sicher neben ihr herging. Sie war schwach.. das war seltsam. Woher das auf einmal hergekommen war? Noch nie hatte sie Helena oder gar Prisca aus der Wanne helfen müssen. Mit ruhigen Bewegungen öffnete Tilla die Tür und führte Clara mit langsamen Schritten hinaus und zu ihrem Zimmer zurück. Du hast schöne Kleidung. Schön weich. meinte Tilla zur Ablenkung, um Clara den Weg nicht so lang erscheinen zu lassen. Sie musste schliesslich nicht drauf antworten. Gang runter. Und Links. zeigte sie die Richtung an, damit Clara ein bisschen Bescheid wusste.
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Abermals blieb er stehen. Tilla traute ihren Augen kaum, als sie sein Winken wahrnahm. Sie sollte zu ihm kommen? Sie umklammerte ihr Messer ein bisschen mehr und trat mit kleinen Schritte zu ihm. Tilla achtete darauf einen genügenden Abstand zu ihm zu haben, versuchte seine Hände im Auge zu behalten.
"Hilft nu' ma' nix: ich kann Dich nich' ab un' Du häls' mich sicher für'n Arsch. Müss'n aba trotzdem mitananda auskomm'n. "Heute noch un' wohl auch die näxt'n Jahre. Wir ham's geklärt un' nu' müss'ma arbeitn, denn dazu sin' ma hier."
Ein kurzes Nicken ihrerseits. Sertorio zog den Karren weiter und schaffte es gleichzeitig weiterzureden. Die breiter gewordene Straße ermöglichte, dass sie nebeneinander gehen konnten. Naja.. fast nebeneinander. So ganz traute sie dem Frieden nicht. Und was hätte er ihr hinterher gerufen, wenn sie vorhin weggelaufen wäre? Bestimmt noch schlimmere Bezeichnungen.
"Erst kauf'ma die Sach'n, die nich' kühl un' feucht blei'm müssn un' keine Viecher. Denke, als erstes hol'ma Getreide, Mehl un' Gewürze. Der Rest kommt dann. Vastehste 'was von Gewürzn?"
Mit einem weiteren Nicken stimmte Tilla dem Vorgehen zu den Einkäufen zu, schüttelte auf seine Frage den Kopf. Gewürze? Nein. Niki brachte mir gerade das Teig kneten und Brotbacken bei, bevor du kamst. Überhaupt habe ich sie nicht mehr gesehen, weil du nun in der Küche arbeitest. So.. jetzt war es raus. Tilla blieb stehen, betrachtete einen großen Vogelkäfig, in dem aufgeregt herumflatternde Finken den vorbeigehenden Passanten ein Liedchen trällerten.
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Sie kann noch nicht runterspringen, weil immer noch kein Platz für dieses Vorhaben da ist. Da wurde der Karren abgestellt und sie bekam folgendes zu hören.
"Weißte, die ganze Heidschibumbeidschi-Mitleids-Scheiße kannste Dir bei mir spar'n. Die Götter ham' Dich mit ohne Red'n aufde Welt geschickt, Völlig egal, kein Grund, deswegn einen auf 'ach-ich-arma-Krüppl' zu machn.
Nach Sertorios erster Tirade überlegte sie sogar einfach jemandem auf die Füße zu treten, aber das wäre viel zu viel Aufmerksamkeit. Der Karren ruckelte weiter und wurde erneut abgesetzt. Mit immer größer werdenden lauschte sie Sertorios zweiter Tirade und konnte nicht verhindern, dass ihr Tränen über die Wangen rollten. Krüppel? So hatte sie noch niemand genannt!!
"Bei uns daheim wer'n Krüppl, wenn'se zur Welt komm' ersäuft, taugn zu nix un' fress'n nur den Arbeitern ihr Essn weg. 'S Lebn is' kein Fest, wo jeda nu' rumhängn braucht un' ma' Schmarotza mitschleifn kann. Mach'n die Aurelier vielleich' mit, diese valogne Mitleidskacke ich wär'ma dazu zu stolz, ich will kein Mitleid. Wenn ich nich' mehr kann, dann hab' ich mein Ding gemacht un' ich werd' stolz drauf sein. Is' Dir wah'scheinlich egal, bimmelst halt mit Deine Glöckchn un' wartest, daß annere springn.-- Un' wenn Du blöda Arsch nich' aufhörst, herumzuglotzn, kriegste eine inne Fresse, kla???"
Der letzte Satz liess sie einmal mehr zusammenfahren. Der ältere Mann konnte genauso gut ihr ehemaliger Herr sein! Und Sertorio verkündete auch noch, dass sie nicht sprechen konnte. Hastig wandte sie sich ab, verbarg ihr Gesicht hinter den langen Haaren. Als der Karren zum dritten Mal losruckelte und sprang sie runter. Sie wollte instinktiv eher von ihm fortlaufen! Aber sie musste ja mit ihm einkaufen gehen... Tilla hielt unter dem Umhang das kleine Messer mit dem blauen Griff fest, welches sie von Ursus zu den Saturnalien bekommen hatte, wischte die Tränen beiseite.
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Eine Hand war plötzlich bei ihr, strich über ihr verschwitztes Gesicht und erwähnte sogar die Möwen. Sie lächelte schwach zurück, erhaschte einen kurzen Blick auf Hektor. Warum sah er so besorgt drein? Von anderen Händen wurde sie angehoben und fand sich in Sivs Armen wieder. Tilla hatte kaum Kraft, sich gegen das eklige Getränk zu wehren, was ihr da eingeflöst wurde. Um nicht zu ersticken, schluckte sie es mit großem Widerwillen, verzog das Gesicht, um ihren Unmut kundzutun. Erschöpft allein vom Trinken und dem Kampf gegen das Fieber, schlief Tilla wieder ein. Das Fieber sank kurzzeitig. Tilla entspannte sich in der kurzen Phase so sehr, dass sie ins Bett pinkelte. Trotz des Urins, drehte sie sich in kleinen Schritten auf dem Bauch herum, kauerte sich zusammen. Der heissgemachte Stein wärmte die nasse Stelle wieder auf, da war es gar nicht mehr so schlimm im Nassen zu liegen.
Das Fieber stieg in den nächsten Stunden wieder an und sorgte dafür, dass Tilla mehr oder weniger regungslos im Bett lag. Ihre Lippen wurden wieder trocken. Manchmal hustete Tilla auf. Vom eigenen Geräusch geweckt wurde sie halbwegs wach und drehte sich in eine andere Lage. Die Bettdecke machte die Bewegungen mit, knäuelte Tillas kleinen Körper ein. Im Fieberschlaf gefangen merkte Tilla nicht wie der Morgen verging und der Mittag sowie der Spätnachmittag kamen. Es war schwer so ganz allein gegen das Fieber zu kämpfen.. Tilla zehrte von ihrer Kraft, die immer weniger wurde, je länger das Fieber dauerte. Kurz nach Sonnenuntergang des zweiten Tages machte sich ein juckender Hausausschlag auf ihrem Körper breit.. sogenannte Fieberbläschen. Innerlich wimmernd und jammernd kratzte Tilla die Bläschen, die sie erreichen konnte, auf und wälzte sich mehr als sonst auf ihrer Liegestatt herum, drohte zuletzt sogar hinauszufallen.
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Ein Bein aus der Wanne.. zwei Beine aus der Wanne.. zählte Tilla ab und zog Clara auf den Hocker hinunter. Mit dem Fuß angelte sie noch ein Laken herbei und legte es ebenfalls um Clara herum, da die Ältere darunter nass und nackt war.
"...Danke Dir, Tilla, ohne Deine Hilfe wäre ich hier verloren... Ich glaube, wir gehen lieber in mein Cubiculum, ich möchte mich hinlegen..."
Mit zwei Laken bedeckt quer durchs Haus? Die Frau überraschte sie immer mehr! Schweigend blickte Tilla sie an, schüttelte kurzerhand den Kopf. Bleib sitzen. Du bist nass. erinnerte sie Clara, löste ihre Stütze, als sie sich der Nähe zu ihr bewusst wurde. Bitte warte. Daraufhin hockte sie sich vor ihr nieder, um ihre Füße abzutrocknen und ihr das Schuhwerk anzuziehen.
"Tilla, kannst Du mir die Haare kämmen, oder soll ich Caelyn fragen, die hat ja schon eine gewisse Erfahrung, mit meinem Haar..."
Langsam aufstehend meinte Tilla langsam gebärdend. Ja, ich kann. Haare kämmen. Auch im Schlafraum. Du besser abtrocknen und anziehen. Dann Schlafraum und hinlegen. Sie rubbelte Claras Körper ganz vorsichtig trocken, reichte ihr ein Kleidungsstück nach dem anderen, zupfte die Falten heraus. Danach kletterte sie auf den Hocker unter den Regalen, pustete die Kerzen aus und stellte sich neben Clara auf, bereit sie zu stützen. Ich hier. gebärdete Tilla aufmunternd lächelnd.
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Ob du dich daran verbrannt hast oder nicht... ob ich zu dünngewachsen bin oder nicht.
Ein Avatar ist schliesslich nur ein Bild, welches das Aussehen des Charakters, den ich als Player spiele, 'verbildlichen' soll.
Mir wurde sogar noch in meiner Anmeldung geholfen, mein Avatar einzusetzen. Somit wurde es anerkannt und gut ists.
Hin und wieder erfreue ich mich an Lob, was für ein hübsches Mädel ich bin. -
Ich verstehe
"In Exilium" insofern,
dass der Player mit seinem Chara eine Pause macht, quasi sowas wie 'in Urlaub fahren lässt', damit der Chara nach diesem 'Urlaub erholt und ausgeruht' wieder ins Sim-On einsteigt.Ist das richtig?
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Ursus und Luca gingen zu den Herrinnen und schienen sich prima zu unterhalten. Traurig wandte Tilla sich ab und biss endlich in ihr Fladenbrot. Ja, du lernst schnell. erwiderte Tilla zu Siv und lächelte scheu Minna zu, die sich auch soetwas nahrhaftes wie sie zusammenstellen wollte. Plötzlich stand Fiona wieder in ihrer Nähe. Tilla verschluckte sich fast und versteckte sich hinter Sivs Rücken. Ohohoh.. Minna fragte Fiona nach ihrem alten Kleid. Und noch wer kam auf die Gruppe zu. Das war ja Severus. Fröhlich sah er nicht gerade aus. Jul? Tilla kaute und schluckte. Juli? Hm? Sie sah ihm nach und zuckte mit den Schultern. Fionas Stimme ertönte und erzählte eine etwas andere Geschichte, wie ihr Kleid denn nass geworden war. Verdutzt lugte Tilla hervor, entdeckte noch ihr nettes Schmunzeln. So kannte sie es aber gar nicht.. sonst war man doch böse auf sie anstatt nett und freundlich. Immer noch verdutzt dreinblickend blickte sie zu Siv auf, versuchte anhand ihrer Mimik abzulesen, ob sie irgendetwas mitbekommen hatte. Anscheinend nicht.
Und nun unterhielt sich die Ältere mit den anderen. Die Saturialienfeier verderben wollte sie Siv nicht, nur weil sie sich wegen vorgeschobener Müdigkeit an sie anhängte. Hm.. und nun? Tilla zog sich wieder hinter Sivs Rücken zurück, biss vom Imbiß ab und kaute. Am besten verzog sie sich von hier... sie hatte genug zum nachdenken bekommen. Tilla ging in die Hocke, krabbelte unter den Tischdeckenverhangenen Buffett-Tisch, steuerte das andere Ende an und kam hinten wieder raus. Ah schon besser.. hier waren viel weniger Leute anwesend. Dabei passierte sie Straton, kreuzte Hannibal und entdeckte das blonde Mädchen (Dido). Tilla musterte sie kurz und lief weiter. In der Nähe des Eingangs lagerten die abgelegten palla der weiblichen Gäste. Eben in der Nähe dieser Garderobe zog Tilla sich auf eine leerstehende Kline zurück und kuschelte sich in eine hinuntergefallene palla. Nachdem sie aufgegessen hatte, legte sie sich hin und betrachtete den aufgehängten Schmuck. Dunkelrote Bänder mit immergrünen Zweigen darin schmückten hier die Wände, verziert waren diese noch mit zusätzlichen Schleifen und daran herabhängendem Naschwerk in kleinen Beutelchen. Sie war satt, ihr war warm.. ein Zustand geradezu wie geschaffen für den kommenden Schlaf.
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Zum Glück ist es gerade nicht so voll auf den Straßen, die sie zum Markt führen, sonst würden sie mit dem sperrigen Ziehkarren nimmer so schnell voran kommen. Tilla trägt wieder ihre moosgrüne Tunika, die sie unter einem langen dicken Umhang verbirgt, weil es schnatterkalt ist. Schnatterkalt deshalb, weil die Ledersandalen nicht gerade warm halten. Das nächste Mal könnte sie einen kleineren Stein mitnehmen und im Wasser erhitzen bevor sie außer Haus geht. Trotz des dicken Umhangs, frierend und zitternd folgte sie Sertorio hinterher, bedacht darauf ihn nicht zu verlieren. Die linke Schnur der Ledersandale beginnt sich zu lösen.
Auf den Lippen kauend fragt Tilla sich, ob sie den Sklaven um einen kurzen Stopp bitten soll, entscheidet sich aber anders und springt kurzerhand in den Karren hinein. Sich rasch niederkauernd lupft sie den Umhang und beeilt sich die Schnur wieder festzubinden. Dadurch, dass sie so gut wie still sitzt, wird ihr endlich warm. Um so besser für ihre klammen Finger, die sich immer noch beeilen die Schnur wieder festzubinden. Dumpf klingelt ihr Glöckchen unter dem Umhang hervor. Fertig! Nur gerade ist kein Platz frei, um unbeschadet wieder auszusteigen. Fest zieht sie den Umhang um sich, wartete auf eine passende Gelegenheit, um den Karren wieder leichter zu machen.
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Wie alles weg? Tilla verstand nicht, trat bei seiner schnellen Umdrehung noch ein Stückchen zurück. Schnell bewegen konnte er sich auch... und schon griff er zur Tafel. Wie lange brauchte er denn zum lesen? Tilla kaute auf den Lippen, blieb unschlüssig stehen und nickte. Fertigmachen? Aber klar... und überlegte, wieviel Schonfrist sie noch hat bevor es losgeht. Sertorio hantierte mit den Töpfen und kam dann auch schon auf sie zu. Tilla nickte und liess Sertorio an ihr vorbeigehen. Ihn möchte sie lieber nicht in ihrem Rücken wissen. Ein kurzer Blick durch die Küche noch.. die Schreibtafel lässt sie liegen, damit auch jeder der sich in der Küche aufhält weiss, wo Tilla hin ist.
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Seit der neue Sklave da war, hatte Niki nicht mehr nach ihr verlangt, sodass neuerdings das Aushelfen bei den täglichen Vor- und Zubereitungen wegfiel. Tilla fiel es sichtlich schwer, nicht mehr in der Nähe der gutmütigen alten Köchin sein zu dürfen Von daher schlich sie sich zwischendurch, wenn sie eine dienstfreie Minute hatte, zum äußeren Küchenfenster, kletterte die Efeuranken hinauf, die teilweise das Fenster verbargen und spähte durch eben diese Ranken in die Küche hinein.
Außerdem schien Sertorio viel mehr zu können und ein umfangreiches Vorwissen mitgebracht zu haben was die Kochkunst anbetraf. Die Küchengerüche zogen nur so an ihr vorbei und waren für das eine oder andere sehnsüchtige Aufgrummeln ihres immer hungrigen Magens verantwortlich. Irgendwie schaffte sie es einzurichten, dass sie ihre Mahlzeiten aß, wenn Sertorio nicht gerade in der Nähe war. Wenn sie tief in sich hineinhörte, machte ihr das grummelige, barsche Wesen des Sklaven Angst. Der Tätowierer war unlängst da gewesen.. zu gut konnte sie sich an die eigenen panikerfüllten Stunden unter den Händen dieses Mannes erinnern. Vom Krach zwischen Niki und Sertorio hatte sie dank dem Tratsch der aurelischen Sklaven gehört.
Und jetzt musste sie mit ihm einkaufen gehen, so lautete der heutige Dienstplan. Tilla kämpfte mit ihrer Angst. Langsam stiess sie die Tür zu culina auf, lauschte dem Hantieren der Töpfe und stiess nach mehreren Atemzügen ihre Glöckchen am Gürtel hörbar an. Die Tafel hatte sie schon vorbereitet und legte diese in Sichtweise von Sertorio ab, bevor sie sich wieder mit schnellen Schritten zur Tür zurückzog. *Salve. Zeit für Einkaufen auf dem Markt. Schiebekarren mitnehmen. Niki sagt: Einkaufsliste hast du.* Wenige Worte.. aber viel Information. Recht scheu dreinblickend wartete Tilla auf seine Reaktion.
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"Ach, Tilla, es ist so gut, dass Du so schnell kommen konntest ..., nein, es ist nicht alles in Ordnung ... ich bekomme hier keine Luft mehr, bitte gib mir dieses Laken da und hilf mir aus der Wanne ... alleine schaffe ich nicht ..."
Verwundert sah Tilla die Besucherin an, griff nach dem Laken und trat näher. Ich helf euch raus. Den Blick auf Claras nackten Körper vermied sie, einfach weil sie der Meinung war, dass es sich nicht gehörte. Mit einem bedachten Handgriff, nahm sie Clara den Becher ab und stellte ihn beiseite. Sich mit Knien und Oberschenkeln, für guten Stand gegen die Wanne lehnend, reckte sie Clara ihre Hände entgegen.
Kommt, ich ziehe... und auf drei hoch. gebärdete Tilla langsam, klopfte schon mit dem Fuß hörbar bis drei. Angespannt stemmte sie sich gegen die Wanne und brachte Clara dazu sich auf den nackten Wannenrand zu setzen. Die Frau mit einem Arm umarmend und stützend legte sie ihr mit dem anderen Arm das Laken um, damit es die Wassertropfen aufsaugen würde. Nur noch die Beine rausheben.. dann auf den Hocker. schlug Tilla vor, wunderte sich zwar immer noch und beschloß wie vorhin schon wie immer zu helfen.
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Tilla lächelte und nickte. Si. Sie mögen mich. erwiderte sie strahlend und folgte Hektors Blick, der zum Strand schaute. Eine weitere Erleichterungswelle durchströmte Tillas mittlerweile frierenden Körper. Die Erwachsenen hatten es geschafft und waren heil am Strand angelangt. Ich wollte doch nur helfen. Nicht mitansehen, was geschehen soll. fügte sie hinzu, liess das Amulett los.
Bei Hektors Worten hob sie den Kopf, erwiderte das Lächeln, welches sie von ihm bekam. Mutig? Joar... so kann man es auch nennen. Offenbar bekam sie einen neuen Namen. Eine Gebärde hatte sie dafür nicht. Atlanterin. Das klang gut. Stimmt doch auch. erwiderte der Mann im Ohr. Das stumme Mädchen konnte kaum mehr aufhören zu lächeln. So sehr freute sie sich, dass alles gut ausgegangen war. Sie klammerte sich an Hektor fest, der sie inzwischen aus dem Meerwasser heraus trug, sah den Delfinen zu. Eure Hilfe kam gut an. Wenn sie aus dem Wasser sprangen, konnte man die helle Unterseite sehr gut sehen. Tilla winkte den Meerestieren zu. Nichts zu danken. kam es zurück.
Ich habe nichts weiter dabei. Nur das was ich anhabe. gebärdete sie, senkte den Kopf, betrachtete ihre nasse Kleidung und die mit Wasser vollgesaugten ledernen Sandalen. Ganz schön blöd, ne? kommentierte sie den traurigen Anblick ihres Schuhwerks, strich sich die dunklen Haarsträhnen aus dem Gesicht. Nahm die Blicke der anderen Sklaven wahr und senkte den Kopf. Tapfer? Ich? Ich wollte doch nur helfen. wiederholte sie zu Hektor gebärdend. Sich wieder außerhalb des eisigen Wassers befindend kam ihr die schwarze Flosse, der wilde Ritt auf Luna, die Begegnung mit den Delfinen, der kurze Augenblick unter Wasser wie ein Traum vor. Scheu sah sie zu den Erwachsenen auf, die sie vor dem cetus hatte retten wollen. Wagte nicht ihre Hände zu rühren, bevor sie angesprochen wurde. Hielt sich mit gesenktem Kopf an Hektor fest. War alles nur ein Traum gewesen? Die nasse Kleidung, die tropfenden Haare bewiesen ihr das Gegenteil.
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Zuerst einmal anklopfen. Tilla gab ihren Glöckchen einen Stups als zusätzliches Zeichen, dass sie es war, die auf dem Flur vor der Tür stand. Mit Bedacht schob sie die Tür auf und schob sie hinter sich wieder zu, damit ja auch keine Wärme nach draußen entfloh. Es war schön angenehm warm... hier drinnen. Und duften tat es immer noch. Sie entdeckte die Frau im Zuber badend, aus einem Becher trinkend. Tilla stupste ihre Glöckchen noch einmal an und bemerkte die Kleider auf dem Boden. Langsam trat sie vor, sammelte sie allesamt ein und legte sie auf einen der Hocker ab. Jetzt erst traute sie sich zu fragen, strich sich vorher die Haare hinter die Ohren zurück. Alles in Ordnung? Ihr Blick ruhte auf Claras Mimik, suchte aber nicht deren Augenkontakt auf.
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Luna warf sie ins eiskalte Wasser. Tilla sank unter dem heftigen Schwung erst einmal unter und versuchte sich wieder an die Oberfläche raufzustrampeln. Da waren die Leiber, die die Flossen trugen. Wieso haben die einen hellen Bauch? fragte Tilla sich und fühlte sich von ihnen unwiderstehlich angezogen. Bevor sie irgendwie nur handeln konnte, zog sie jemand nach oben zum Licht. Dank Hektors Griff kam Tilla prustend wieder an die Oberfläche und fand sich sogar oben drüber in seinen Armen wieder. Zitternd und hustend klammerte sie sich an Hektor fest, schlang die Beine um seine Taille. Auf Hektors Worte schüttelte sie den Kopf. Eine dunkle Wolke schob sich vor die Sonne, der Wind liess ihre nasse Kleidung knattern. Nein, mich kriegt ihr nicht.
Sie wandte sich bibbernd um, sah ganz gebannt die Flosse an. Wir haben es geschafft. Er wird gehen. Tilla runzelte die Stirn. Aber hallo? Hatte sie einen kleinen Mann im Ohr sitzen? Hektor drückte sie fest an sich, sprach ihr sogar Mut zu. Immer noch konnte sie den Blick nicht von der Flosse abwenden. So schwarz glänzend sah sie nicht mehr aus... eher etwas heller. Gehörte sie zu den Leibern, die sie gesehen hatte? Wird alles gut? dachte Tilla zaghaft und bekam prompt eine Antwort. Si. Kurz sah sie Hektor an, der die Augen geschlossen hatte und beugte sich vor, so gut es eben ging, Richtung Flosse, die an Geschwindigkeit zu nahm. Anstatt ein cetus sprang etwas viel freundlicheres aus dem Wasser heraus. Tilla starrte das Wesen an, konnte den Sprungwind spüren und spürte nicht viel später die Wasserspritzer, die es mit der Landung im Wasser auf sie und Hektor verteilte.
Was ist mit den anderen? Ihr Amulett fühlte sich seltsam heiss an, als ob es Wärme durch ihren frierenden Körper schicken wollte. Schau hin. Abermals drehte Tilla sich in Hektors Armen um, suchte die Wasseroberfläche nach Aquilius und Prisca ab. Tilla atmete tief ein und aus, stupste Hektor an und deutete immer wieder auf die Flossen. Schau nur. Sie helfen mit!!! gebärdete sie, mit dem Amulett und der wieder hervorkommenden Sonne um die Wette strahlend. Denn da waren noch mehr Flossen, die eine andere schwarz glänzende abdrängten, sich bemühten den cetus wieder aufs offene Meer hinauszudrängen. Danke. Tilla ergriff ihr Amulett mit einer Hand und umarmte Hektor. Der Nacken kribbelte nicht mehr. Die ganze Anspannung in ihr legte sich. Hinter sich hörte Tilla die Stute Luna schnauben, die ebenso nass war wie sie war. Der Wind, der immer stärker aufgefrischt war, die Wellen aufgepeitscht hatte, legte sich. Beinahe einer Flaute gleich. Der Geschmack von geschlucktem salzigen Meerwasser war ekelhaft. Tilla schluckte, legte ihren Kopf auf Hektors Schulter. Bis bald.