Beiträge von Cnaeus Flavius Lucanus

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    Original von Lucius Flavius Furianus
    Wir können doch nicht die ganze Linie in den Ordo Senatorius erheben, wenn davon einer mal vom Kaiser erhoben wurde und es zum Vigintivier geschafft hat. [...]


    Zudem berechtigt dies ja eine ganze Linie, falls diese Vererbung nie aufhört, die Familie dem Ordo Senatorius anzugehören, wenn auch der, der diesen Ordo für die Familie erbracht hat, schon seit 300 Jahren im Elysium weilt. Und das ist ja auch nicht Sinn und Zweck der Sache.


    Soweit ich das sehe, ist es zumindest historisch, daß - unter einer Voraussetzung - "die Sache" nicht aufhört: nämlich unter der Voraussetzung des Census. Heißt: wenn ein Zweig seine Finanzen in Ordnung hält und nicht durch den Census fällt, erbt der Enkel vom Sohn vom Vater vom Großvater usw. den Stand. Vorausgesetzt, das Vermögen ist für alle lebenden Angehörigen des Zweiges, der dem ordo angehört, groß genug, damit jeder die finanziellen Voraussetzungen erfüllt.


    Der ordo ist - wieder historisch - außerdem nicht im geringsten an eine politische Betätigung gebunden. Wie man das im IR handhaben will, ist natürlich eine andere Sache.


    Am Rande sei bemerkt, daß historisch *)zur Bekleidung des Viginitivirats keine Zugehörigkeit zum ordo senatorius zwingend notwendig war, wir haben genügend Namen von XXvirn, die dem Ritterstand oder einer patrizischen gens entstammen.


    *) Ergänze: vor allem in der Principats- und später Kaiserzeit, aber auch in der republikanischen Ära.


    Singe den Zorn, o Göttin, des Ianitors Acanthus,
    Ihn, der entbrannt den Menschen unnennbaren Jammer erregte,
    ...


    ... wenn er dürfte, wie er wollte. Zum dreihundertsiebenundzwanzigsten Male nahm sich Acanthus vor, sein Versetzungsgesuch bei dominus Manius Flavius Gracchus einzureichen, immer wieder kam etwas dazwischen. Zum Beispiel: Gäste.


    "Ja?" steckte der Ianitor seinen Kopf zur Tür hinaus.

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    Original von Kassandros
    Ja "einfach mal so..." und das soll noch auf ein Studium vorbereiten? Man soll auf systematisches wissenschaftliche Arbeiten vorbereitet werden. Darf ich fragen was es darauf für eine Note gab und wie lang das "Referat" war? Gossensprache und "schmutzige Ausdrücke" gibt es heute übrigens auch auch noch. Warum war ich nie auf die Idee gekommen die im Deutschunterricht vorzutragen?


    Also ich würde da die Kirche doch im Dorf lassen. Ein Kurzreferat, daß Schülern das "aha"-Erlebnis vermittelt, daß nicht alle Römer so gequollen wie Cicero oder Tacitus geredet haben, sondern daß Menschen zu allen Zeiten Menschen waren (mit allen Lüsten und Früsten) ist eine Menge wert und entfacht, wenigstens für Augenblicke, das Interesse am Lateinischen.


    Und da der Referent ganz offensichtlich Quellenstudium betrieben und Quellen im Original präsentiert hat (eine Übung, die nicht jeder Student im Hauptseminar leisten kann), können wir durchaus Wissenschaftlichkeit attestieren. :D

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    Original von Artoria Medeia
    [...] Wie schon erwähnt, selbst im CD sind die Frauen nicht mehr gerne gesehen. So die Message, die man in letzter Zeit bekommen hat.


    Hierzu noch: wie ich schon an anderer Stelle deutlich gemacht habe, ist es ein Unding (schon um der Heiligen Historizität Willen), daß Römer-IDs nicht wenigstens einem Kultverein oder -collegium angehören. Daß gilt auch analog für weibliche IDs (und hier besonders und ausnahmslos für alle IDs der Oberschichten). Bedingt aber auch, daß sich rein weibliche Kultgemeinschaften (z. B. für eine Diva) konstituieren und nicht nur die männlichen Gruppen wie die Flamines etc. Beachtung finden.

    Ich finde, die Leute sind selbst dafür verantwortlich, wenn sie in Stereotypen verfallen ... "geschlechterspezifisch" hier im IR-Oberschicht ist weiblicherseits das Faible fürs Einkaufen, vornehmlich von Klamotten (ich sage nur: "Guccius"), männlicherseits die ebenso IR-klassische Abneigung davor.


    [Natürlich wissen wir so gut wie nichts - gelinde gesagt - über die Frauen in der Antike, weil die Frauen, die in der Literatur beschrieben wurden, ebenso bildhaft grob charakterisiert wurden, wie die Männer. Fehler, Laster, Vorzüge und Tugenden finden wir meist nur als "Typen" - und können kaum den atmenden Menschen dahinter vermuten.]


    Unsere IDs "leben" (wenn sie auch keine Atemluft verbrauchen), aber wie sie leben, dafür sind die Spieler dahinter verantwortlich. Das Gemäkel an gesellschaftlichen Schranken (CH-Regelung usw.) und Zwängen aller Art zeigt mener Meinung nach nur, wie phantasielos manche Spieler das Leben ihrer IDs leben. Wo ist hier die lebenspralle "femme fatale", wo die resolute Matrone, vor der selbst Konsuln kuschen, weil sie sie schon als Rotzlöffel kannte ... ?


    Tatsächlich interessant ist, daß die weiblichen Sklaven-IDs weitaus "freier" agieren als ihre freien Geschlechtsgenossinnen - und es gibt viel mehr weibliche Sklaven als weibliche Römer, jedenfalls in der quantitativen und qualitativen Wahrnehmung in den Haushalten (Ausnahmen wie immer ausgenommen).


    Das Leben ist das, was man daraus macht.


    Und zum "Historikerwahn": in jedem Menschen steckt ein kleiner oder großer Klugscheißer, der ab und an mal an die Luft will. Wenn Spieler um "Historizität" ringen und Bücher wälzen, bevor sie ihre ID husten lassen, sollte man es ihnen nachsehen. Und wenn Spieler spielen wollen und der Historizität 'was husten', dann auch.

    "Salve, domina Domitia Domitilla", begrüße ich die Priesterin strahlend aber ein wenig außer Atmen. Ich verneige mich. "Aurelius Corvinus, es freut mich, Dich zu sehen. Ich hoffe, es geht Dir gut."


    Das Ferkel ist inzwischen aufgewacht und schnüffelt erstmal mißtrauisch und verschlafen herum, schaut blinzelnd zwischen Domitilla, Corvinus und mir hin und her. "Wie? Ah, ja, natürlich, Domitia Domitilla, vielen Dank. Ich hatte mich nach camilli und Tempeldienerinnen umgesehen, aber die Vorsteherin hätt' das Schweinderl gerne selbst. Kann sie haben, ich lupfe es von meinem Unterarm und lege es ihr dann mit beiden Händen in ihre Arme wie ein kleines Menschenkind oder eine Welpe.


    "Es wäre mir eine Ehre, den cultus Iunonis beitreten zu können", setze ich freundlich hinzu, während wir die Stufen zum Tempel hinaufgehen.


    "Aurelius Corvinus, wer wird der Opferherr bei dieser Zeremonie sein? Gibt es ein besonders zu berücksichtigendes und drängendes Anliegen an die Himmelskönigin? Oder soll das Opfer allgemein pro salute populi Romani erfolgen?"

    Ich denke, die Altersgrenze, daß man Leuten echt 'was allgemein Neues zum Thema erzählen kann, liegt etwa um 14. Trotzdem, natürlich, "Jugendschutz" (wer schützt eigentlich die >18 vor den <18?).


    Im übrigen haben wir heute im Vergleich zu "den alten Römern" das Rad auch nicht neu erfunden. Alles schon dagewesen, insofern nicht mal spezifisch Neues zu berichten. (NB: fragt Martial.)

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    Original von Marcus Tiberius Magnus


    Deine Gens: Gens Flavia Hierzu bitten wir dann den Sim-Off-Verwalter der Gens Flavia, Manius Flavius Gracchus, um seine Stellungnahme.


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    Original von Manius Flavius Gracchus, 16.03.2008 20:35


    Absent für die kommenden zwei Wochen.

    Es ist eine Kunst, pünktlich zu sein. Die meisten Menschen sind entweder zu früh da, oder zu spät, also im Grunde jedesmal unpünktlich. Pünktlichkeit, welche die Höflichkeit der Patrizier ist, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu erscheinen. Also: "auf den Punkt", das dramatische Moment einer kurzen Weile mit einberechnet.


    Als ich den Brief von Aurelius Corvinus bekommen hatte, machte ich mich gleich auf den Weg und schaute mir den Tempel an. Meinen Dienst vielleicht immer auf der Arx zu verrichten, hat mich gleich in Aufregung versetzt: diese Aussicht - sprichwörtlich!


    Da mir das Treppensteigen leichter fällt als der jungen Bache, die ich mit Eicheln und Milch gefüttert hatte (der kluge Priester baut auch hinsichtlich der geschmacklichen Vorzüge seines Opferfleisches vor), habe ich das "Säule" - natürlich bei dem "Säulen-Lieferanten" meines Vertrauens erworben - auf dem Arm, als ich, jeweils zwei Stufen auf einmal nehmend, die arxwärts emporstürme. Wind zerrt an meinem frischgewaschenen Haar und an meinem neuen Gewande, unter dem ich mein Opfermesser gegürtet habe.


    Zu Iuno, der Moneta, schlich
    Luca, den Dolch im Gewande.
    Ihn schlugen die Priester in Bande:
    "Was willst du mit dem Dolche? sprich!"
    - "Ein Säule opfern, verstehste mich?"


    Das Körbchen mit Wein, Weihrauch und Gebäck baumelt an meinem Ellenbogen, auf dem sich das Säule gemütlich gemacht hat.


    "Salve!" rufe ich und winke mit meinem freien Arm.

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    Original von Marcus Aurelius Corvinus
    "Gern geschehen, Flavius", erwiderte ich und erhob mich ebenfalls, nur um danach etwas verwirrt dreinzusehen. "Helena?" Leichtes Misstrauen schlich sich in meinen Blick. "Du kennst sie?" War mir da etwas entgangen? Auf der Meditrinalia war der junge Bursche nicht zugegen gewesen, und bei der Saturnalienfeier war Helena nicht mitgekommen... "Ich werde sie gern grüßen, wenn du mir verrätst, woher ihr euch kennt", entgegnete ich alsdann und sah den Flavier aufmerksam an.


    "Unter den genau kontrollierten Bedingungen von Druck, Temperatur, Volumen, Feuchtigkeit und anderen Veränderlichkeiten wird der Organismus tun, was ihm gefällt."


    Eigentlich hatte ich eine Verabschiedung erwartet, aber Aurelius Corvinus - oder habe ich etwas getan, was ihm nicht gefällt? "Ich, äh, habe Aurelia Helena auf dem Markt kennenlernen dürfen, als mein Onkel Aquilius und ich eine, äh, einen Inspektionsrundgang machten. Er war so freundlich uns einander vorzustellen." Aurelius Corvinus wollte wissen, woher wir uns kennen. Also: daher. Daß daraus ein ganzer Tagesausflug wurde, nun, das ist eine andere Geschichte ...

    'Alles, was mir in die Hände gefallen ist', würde ich am liebsten antworten. Aber das ist wahrscheinlich ein wenig zu detailliert, im Moment.


    "Naja, Historiographen, wie Asinius Pollio, Velleius Paterculus, Sallustius, Herodot, Thukydides oder Xenophon. Natürlich Cicero, seine Schriften zum Staat, den Pflichten und über die Natur der Götter, seine Reden. Dann Varro, Vitruv, Religion und Architektur, Lucretius über die Natur und Manilius' astronomica und querbeet 'was von Plinius Maior." Naturgeschichten sind zwar fade, aber es steckt immer wieder interessanter Klatsch in den Nebenbemerkungen. "Mit Vergil habe ich lesen gelernt, dann Homerus und Ennius - und natürlich Lucanus. :D Seneca ist auch spannend, aber der Mann ist mir unsympatisch, ehrlich gesagt."


    Er war ein Schleimscheißer und Opportunist, ehrlich gesagt.

    "Nicht vielleicht Hispania?" hackte ich nach. "Nicht, daß ich Dir für den Proconsul Flavius Furianus eine Empfehlung schreiben würde ... aber wenigstens ist es besser als Germanien. Wer will den da schon hin?" Gleich, ob als Militär oder Zivilist - nicht umsonst heißen schlechte Träume ja Alp-Träume, weil sie von hinter den Alpen kommen.


    Langsam schlendern wir im Bogen über die Wege wieder in Richtung Haus. Das Hauptessen dürfte bald fertig sein, ich habe lange zwischen einem großen Kalamar im Ganzen, gefüllt mit Schnecken, und einem Hasche aus Krokodil und Krustentieren geschwankt, dann aber doch lieber, naja, soll ja eine Überrschung werden ... :)


    "Aber Ägypten ist auch nicht übel, sieht man von den Katzen ab." Katzen sollen göttlich sein. Warum nicht gleich Kühe?

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    Original von Titus Aurelius Ursus


    Ich lächele leicht: "Na, hoffen wir, daß Du beim Militär auch Gelegenheit hast, Deiner Leidenschaft zu frönen ... wo wirst Du denn hinversetzt?"


    Wahrscheinlich Mantua oder Rom, wehe ihm, wenn nach Hispania! Dann ... bin ich jedenfalls neidisch. Langsam fröstelt's mich dann doch, irgendein Dämon scheint mir im Nacken zu sitzen und mir kalt gegen den Hinterkopf zu blasen.


    Sim-Off:

    Hier gehört's hin. :) Versuche mal, abzubiegen - mußt ja weg ... :(

    Zitat

    Original von Marcus Aurelius Corvinus
    So schnell, wie der junge Flavier die Themen wechselte, konnte man gar nicht reagieren. Etwas lahm entgegnete ich daher: "Dann wünsche ich dir viel Glück bei deinem Unterfangen. Ich werde mir die Rennen sicher nicht entgehen lassen."


    Livius Pyrrus klapperte schräg hinter mir mit einigen Wachstafeln, murmelte aber eine Entschuldigung für die Störung, als ihm die Stille auffiel, die sich kurz ausgebreitet hatte. "Ich werde heute noch einen Brief an den Vorsteher der Iunopriester schicken. Vermutlich kannst du in einer Woche mit einer Rückmeldung meinerseits rechnen, spätestens. Zeitpunkt und Ort für die Prüfung werde ich dir, wie gesagt, dann schriftlich mitteilen."


    Und da sagte der Igel zum Hasen: 'Ich bin aber schon da.' Ist's nicht Vorrecht der Jugend, Springinsfeld zu sein, denn alt werden wir alle schon von alleine, warum also vor der Zeit erlahmen? Obwohl natürich im Umgang mit Bürokratie und denen, die darin sich eine Parallelwelt zur richtigen geschaffen haben, das Motto zu beachten ist: 'Wir sind hier auf der Arbeit und nicht auf Flucht'. Trotzdem hab' ich's natürlich eilig, Priester zu werden, nicht nur wegen der Pfründe, aber nein ...


    "Ich danke Dir herzlichst für Deine Mühen" sage ich, während ich mich erhebe. :) "Und grüße bitte ebenso, nein: noch herzlicher, so das möglich ist, Aurelia Helena. Ich freue mich sehr, wenn ich sie alsbald wieder sehen würde." Ach, Helena. Täglich schaue ich von den Mauern Troias herba, ob Du nicht in einem Nachen an die Küste Ilions kommtst ... trippelseufz

    Na, dann ist ja alles gerichtet. Jetzt muß ich nur endlich etwas dafür tun, die letzten Wochen waren kaum ergiebig, was das Schreiben betrifft. Warum, bitte, kann nicht irgendein scriba einem die Gedanken lesen und dann das Gedachte zu Papier bringen? Alles schon da - nur noch nicht auf dem Papier!


    "Gut, rector, sobald ich fertig bin, werde ich wieder vorbeischauen und Dir das Manuskript zur Durchsicht geben. Danke Dir."


    Sim-Off:

    Die dissertatio wird ein erweiterter und bebilderter Artikel in der Wiki. Dort dann einsehbar und kritisierbar. :)

    Zitat

    Original von Lucius Flavius Serenus


    Ein Grinsen spielt auf meinen Lippen. Soso. "Es wäre mir neu, daß Neffen überhaupt ein Taschengeld bekommen, aber egal, nur herein ihr Drei in die gute Stube." Komischer Knirps.


    Ich halte die Tür weiter auf und mache eine einladende Handbewegung. Die Tür zu meinem eigentlich Schlafzimmer ist glücklicherweise geschlossen, dahinter schaut's nicht ganz so präsentabel aus. In etwa wie auf meinem Schreibtisch, wo sich die Wachstafeln und die Papyri stapeln und eine Sammlung von halbleer getrunkenen Saft- und Wasserkaraffen und Bechern stehen.