Beiträge von Ein Nauarchus der Flotte

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    Wachsoldat Classis Misenensis



    "Salve, kannst du dich ausweisen. Sicherlich ist verständlich, das wir nicht jeden hereinlassen können, der sich als neuer Tribun vorstellt, vorallem dann wenn uns nicht berichtet wurde, das wir einen solchen zu erwarten haben."


    Eine freundliche, aber bestimmte Antwort. Noch dazu sah man äußerlich keinen Anhaltspunkt, das es sich tatsächlich um einen lang gedienten oder überhaupt gedienten Soldaten handelte. Wenn dann würde sich der Neue wohl aus der Kleiderkammer der Classis bedienen müssen. Ein Service, der für jeden Soldaten kostenpflichtig war. Die einen stotterten es über ihre Dienstjahre ab, die Anderen vorallem die Offiziere steckten das Bar dem Schatzmeister hin. Doch das waren Dinge, die der Wache nichts angingen. Sie sorgte nur dafür, das kein Gesindel im Stützpunkt herum lungerte oder unrechtmäßige Personen rein kamen.


    Dem Sonnenschein folgten einige Tage des Trübsinn. Die Wolken verschleierten dabei nicht nur den Himmel, nein auch der Vesuv blieb versteckt. Den Männern beim Turm kam das gelegen, jenen die das Baumaterial ranzukarren hatten eher nicht, denn die Wolken pressten auch Wasser heraus, das die Wege aufweichte und für die Karren somit ein ernsthaftes Problem erzeugte. Trotzdem mußten die Arbeiten weiter gehen. Sie sollten bald abgeschlossen sein, denn für die am Bau beteiligten Nautae gab es neue Aufgaben.


    Das schon bald eine Fügung der Götter jene aufgeschobenen Aktionen beschleunigen würde, konnte heute noch keiner wissen.


    Die Steinmetze räumten hindes in der Gegenwart ihr Werkzeug zusammen, ließen einen Karren beladen und zum städtischen Lager fahren. Sie selbst mußten noch einen Umweg über den Stützpunkt der Classis nehmen, denn ihr Lohn wollte abgeholt werden. Für die Innenausbauten war die Classis wieder selbst verantwortlich. Es würde kein Luxus geben, aber wenigstens einige Pritschen, die Platz für acht Schläfer hatte. Ein paar Stühle dazu und einen Tisch. All das aus Holz gebaut und spartanisch. Weiterhin ein Regal und einen Schrank und natürlich eine Leiter, um auch den Turmspitz erklimmen zu können. Außerdem würden sie noch ein Geländer oben auf dem Ausguck bekommen, damit die Sicherheit gewahrt blieb. Auch wenn der fallende Wachposten eher der unachtsame Kamerad war, so blieb es doch Aufgabe der Baumannschaft, selbst jene Soldaten vor dem Abfall zu schützen. Einen Beinschutz brauchte es bei diesem Turm ja nun wirklich nicht, war doch weit und breit keine Fremde zu sehen.


    Für die Abnahme des Beobachtungsposten wurde am nächsten Tag der Tribun erwartet...

    Sim-Off:

    Das selbstständige entwickeln einer Geschichte ist gewollt. Ab nächsten Monat wird es sonst noch ruhiger unter dem Banner der Classis, also nur zu. ;)


    Es war nunmal nicht so, das sie hier ein rießiges Projekt der Classis am Laufen hatten, aber es schien dem Tribunen Hadrianus wichtig zu sein. Dieser ließ sich verdächtig oft auf dem Hügel blicken und machte sowas wie eine Kontrolle der Arbeiten. Antonius kam das merkwürdig vor vorallem aus dem Gedanken heraus, das er diesen Turm als völligen Schwachsinn für die Seefahrt und deren Navigation wegen fand. Doch er war ein stilles Arbeitstier. Er fragte nicht, er ließ die Männer schuften. Und jene hatten allen Grund langsam erschöpft zu sein, denn neben dem unermütlich guten Wetter, brachte der Tribun Hadrianus mit jedem neuen Besuch auch neue Wünsche mit. Mal waren die Mauern zu dünn, im nächsten Blickwinkel der Steinbau zu kurz sodas der gerade begonnene Dachaufbau gleich wieder entfernt werden durfte. Irgendwann schien dann das Bauwerk aber endlich hoch genug zu sein -Antonius hatte schon befürchtet sie sollten den Leuchtturm Alexandrias nachbauen- und sie konnten damit beginnen den Wachabschnitt in Holzbauweise auf den Ring des Turmschaftes zu setzen. Dazu brauchten sie Holz. Gutes und festes Pinienholz. Mit ein paar Äxten bewaffnet, gings dann auch los in einem kleinen Waldstückchen -immerhin zwei Miles entfernt- das Holz zu schlagen. Dann zu entästen sowie auf mitgenommene Ochsenkarren aufzuhiefen...

    "Gut Männer. Diese Handwerker werden Material brauchen, um den Turm errichten zu können. Dort drüben seht ihr die Ochsenkarren kommen." Günstigerweise kam auf einem Hochweg wirklich gerade eine Handvoll Knechte mit den Ochsengespannen von einer Villa Rustica gezogen. So schien es fast wie die Faust auf's Auge zu passen, was der Nauarchus Antonius anpackte. Offenkundig half ihm jedoch Gaius Zufall dabei. "Ihr werdet die Karren unten beim Steinbruch laden, sie hierher begleiten und wieder abladen. Die Handwerker sagen euch an welche Stelle die Brocken müssen. Außerdem seit ihr für den Zement zuständig. Ihr werdet die Zutaten aus den Amphoren da und da mischen und ihr werdet das Wasser dafür aus einem Zisternenbrunnen der Aquaria Augusti holen. Einfach den Weg dort drüben rauf, an der Gabelung links abbiegen, nach fünfzig Meter nochmal links und dann seht ihr den aufgesetzten Wasserspeicher schon... Noch Fragen?"

    Zitat

    Original von Echion
    Gut es war nicht das was ich mir vorgestellt hatte. Aber ich wusste ich musste mich in Geduld üben und warten bis mir andere Aufgaben zugewiesen worden wären. Bei dieser Aufgabe konnte ich aber immerhin meinen Körper in einen Zustand bringen der wahrscheinlich auf hoher See sehr von nutzen sein konnte. So sagte ich:


    "Ja Optio." und nickte bereit zu dieser Aufgabe.


    Im selben Augenblick wurde die Tür rüde aufgeworfen und der Flottenoffizier Antonius stürmte herein. Ihm schien diese unübliche Aufgabe zu gefallen. Im Schlepptau befanden sich schon zwei Dutzend Nauta, jetzt schien er einen weiteren Mann zugesprochen zu bekommen. Er stemmte die Arme in die Seite und blickte seine Schaar an. "So dann haben wir ja erstmal alle zusammen." Ohne die anwesenden Optionen zu beachten, winkte er alle Mann hinaus. Das Officium war für einen solchen Ansturm einfach zu klein. "Formiert euch. Wir ziehen zum Bauplatz, damit ihr sehen könnte, was wir wo und wie vor haben. Danach werdet ihr eingeteilt. Na los, los Männer! "

    Der Platz war ideal, um auf das Meer hinaus zu blicken. Man konnte die gesamte Bucht überschauen. Hatte zur Linken den Vesuv als bedrohlich aufsteigende Grenze, zur Rechten die Stadt Misenum und darunter den Militärhafen. Blickte man ins Land sah man zuerst die unzähligen Olivenbäume. Weinreben und kleinere Ackerflächen. Was man vom kargen, in diesen Monaten staub bedeckten Boden aus nicht sehen konnte, war ein Anwesen, dessen Größe keine Bescheidenheit offerierte. Für den angekündigten Zweck war der Turm völlig unnütz, denn auch ohne ihn konnte man Miles weit hinaus auf die See blicken und eher tat der Horizont mit den Wellen des Meeres verschwimmen, als das das Auge noch weiter sehen konnte, war es einige Meter höher. Doch den Männer, die heute hier angetreten waren, um einen Beobachtungsposten zu erbauen, stand es nicht zu dumme oder garnicht so abwägige Fragen zu stellen. Sie hatten einfach das zu tun, was man ihnen befehligte.


    Im Moment standen oder besser saßen nur die angeforderten Handwerker herum und wunderten sich, das die Sonne schon so hoch stand, aber noch kein Trupp der Classis die Anhöhe erklommen hatte. Wollte man wirklich zur größten Hitzezeit mit der Arbeit beginnen? War die Siesta in Gefahr? So langsam wurden die Männer unruhig. Die immerzu brennende Sonne hatte zudem ihre Wassersäcke bedrächtlich geleert...

    Optio Publius mußte in die Liste schauen, denn der Zwanzigste war wirklich schon lage her. Doch dann fand er den abgelegten Zeichensatz recht flott. "Ja Tribun der Cursus Publicus hat dieses Schreiben am Zwanzigsten gebracht und nein der Quästor wurde seit dem noch nicht gesehen. Aber vielleicht ist er auch an einem anderen Hafen eingeschifft." Vermutungen hatte der Optio ansich nicht anzustellen. Er merkte das spät und biss sich auf die Zunge. Ein Schmerz huschte durch die Mimik.







    Die Aufgabe war etwas für richtige Männer. Sie sollte täglich viel Einsatz fordern und dazu dienen Schweiß zu produzieren. Ihr Sinn war freilich nicht ganz abzuschätzen, aber das Kommando hatte sich sicherlich etwas dabei gedacht. So war es an dem Offizier seine Schäfchen einzusammeln und an die Arbeit zu gehen ohne weitere dumme Fragen zu stellen. Hier bekam er schonmal eine Handvoll zusammen. Den Rest würde er in den Baracken finden. Vielleicht fünfzig Soldaten, zehn Ochsenkarren nebst Treibern und Lenkern sowie ein paar Handwerker aus dem Ort Misenum sollten für die Aufgabe langen. "Wir errichten auf der Hügelkette oberhalb vom Stützpunkt der Classis einen Bepo*. Er soll schnellstens einsatzfähig sein, aber nicht aus Holz, sondern aus Stein gebaut werden. Dazu haben wir bei der Classis einen eigenen Steinbruch. Von dort nehmen wir uns ein paar Metze mit und ihr, also du und deine Kameraden habt die ehrenvolle Aufgabe die Brocken auf Karren zu laden, dann wieder runter und sie dahin zu bringen wo die Handwerker sie haben wollen. Alles klar?" Abschätzend betrachtete der Optio sein Gegenüber. "Der Nauarchus Antonius kommt gleich, er sammelt draußen paar Burschen ein."



    *Beobachtungsposten





    Ad
    P' Vescularius Salinator
    Praefectus Urbi
    Rom - Provincia Italia



    Heil dir Praefectus, es grüßt Dich das Kommando der Classis Romana,


    wie schon im vorherigen Schreiben gebeten, möchte sich die Classis verstärken. Es ist sicherlich vermessen zu glauben Rom könne Tribune hervor zaubern. Im Grunde hoffen wir positiv davon zu hören für die neue Schifffahrtsaison ab dem Frühjahr achthunderteinundsechzig auf einen weiteren Tribun setzen zu können. Derweil laufen die turnusgemäßen Aufgaben der Classis ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die üblichen Störfaktoren des Binnenhandels auf dem westlichen Mare Internum werden gering gehalten.


    Das kriminelle Potenzial der Stadt Rusaddir jedoch verlangt nach etwas Größerem. Wie bereits in der Vergangenheit angemerkt blüht in diesem Bereich besonders die Piraterie. Zwei Verbände sind in dieser Region gebunden und machen erfolgreich Jagd auf Kaperfahrer. Jedoch scheinen sie wie Pilze aus dem Boden zu schießen. Ohne eine Provinz übergreifende Mission, die auch den Legatus Augusti pro Praetore Numerius Virginius Tricostus mit in die Pflicht nimmt, wird es uns nicht gelingen das Treiben der Piraten und Schwarzhändler gänzlich zu unterbinden. Uns fehlen die Befugnisse an Land zu operieren. Rückzugsräume der Kriminellen müssen ausgehoben, Potenzial vernichtet werden.


    In Hoffnung auf eine baldige Antwort,
    verbleibe ich in Vertretung des Praefectus Classis, P' Decimus Magnus



    Misenum, ANTE DIEM III NON SEP DCCCLX A.U.C.



    Durchaus eine mutige Entscheidung ohne zu wissen worum es ging. Aber es war ebenfalls eine gute Tat, wollte ein Nauta in Erinnerung bleiben. Der Optio hinter dem Schreibtisch zur Linken winkte den jungen Burschen zu sich heran. "Weißt du auch schon worum es geht?" Ohne von seinem Gegenüber abzulassen holte er eine Liste hervor. Dort waren schon etliche Namen aufgeschrieben. Nun konnte ein weitere kräftige Hilfe hinzu kommen.







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    Wachsoldat Classis Misenensis



    Schon weit vom Tor entfernt, hatte man den Zug wahrgenommen. Das er sich dem Stützpunkt näherte war schnell klar gewesen und ein Augenpaar ließ jene kleinen Pünktchen, die schnell immer größer wurden nicht mehr aus den Augen. Erst als man die Wache ansprach, wurde jedoch klar, um wen es sich handelte und wesswegen man den Flottenstützpunkt am Rande von Misenum aufsuchte. Die Wache blieb nüchtern in ihren Worten: "Salve, Duccia Venusia, Frau des Praefectus Decimus Magnus. Der Praefectus ist in seinen Gemächern. Der Truppenarzt bei ihm. Möchtet ihr euch frisch machen bevor ihr allein ohne die Kinder zum Praefectus Magnus geht." Es sollte nicht anmaßend klingen, aber bestimmt. Noch immer wütete eine Krankheit in dem Decimus und es mußte davon ausgegangen werden, das er befähigt war andere Menschen anzustecken. Kinder waren dafür immer besonders empfänglich.


    Die Wache konnte nicht wissen wie es um die Informationspolitik in der decischen Familie bestimmt war. Man ging davon aus, das die Ehefrau zeitig über den Gesundheitzustand ihres Mannes informiert worden war.


    "Salve Probatus." während sich die anderen vierzehn Augen wieder senkten -es gab wirklich nichts zu sehen, das die Aufmerksamkeit verlangte-, blickte Gaius den Probatus an. Zum Praefecten wollte er also, naja soweit würde er nicht kommen. "Tribun Hadrianus teilt die frisch gebackenen Soldaten ein. Geh zu ihm durch. Er hat schon den ganzen Vormittag damit zu tun und so wie ich ihn kenne, will er endlich fertig werden. Ihr kommt aber auch alle schön kleckerweise... na los!" Optio Gaius scheuchte den Mann ins Officium des Tribunen.






    "Herein!" schon komisch. Die Tür war nie verschlossen und rege begangen. Heute aber schien sowas wie eine Urlaubspause zu sein und kaum einer kam zur Principia. Drinnen fand man das mal richtig Klasse. Für Soldaten und jene die es mal werden wollten, war die Situation aber weniger verständlich, weil sie nun vor einem Tor standen, das sich nicht wie üblich ständig öffnete und schloss, so das sie selbst auf den Gedanken kommen konnten, das der Eintritt frei war.


    Acht Optio's saßen in diesem Officium und verfassten Schriften, Befehle. Hielten sich an die Befehlskette und gaben Weisungen an die Stützpunkte heraus. In diesem Moment schauten acht Augenpaare zur Tür. Fast so als hätte der Kaiser persönlich dran geschlagen...





    Ein äußerst verdutztes Gesicht folgte, denn man hatte die Schreiber heut Morgen nicht informiert, das eine Verabschiedung aus dem aktiven Dienst anstand. Soviel war aber auch wieder nicht zu tun, das die Offiziere das vergessen konnten. Doch aller Müh des Nachdenkens folgte doch ein Funken des Entgegenkommens. Schließlich konnten sie diese Situation hier sowieso nicht allein klären, brauchten dazu einen der Tribunen, denn... "Hm soso, tja der Praefectus ist nicht da, aber ich kann dich zu Tribunus Hadrianus vorlassen, damit er sich deinem Anliegen annimmt." Agil erhob er sich und trat an die Tür, die zum Officium des Tribunen führte. Dort klopfte er kurz an, lauschte, um schließlich zu öffnen, den Kopf durch die Tür zu stecken, kurz ein paar Worte fallen zu lassen, eine Gegenfrage beantwortete, dann mit den Schlultern zuckte, erneut etwas von sich gab und schließlich die Tür ganz öffnete. "Du kannst jetzt hinein gehen..." Dies sprach er umgekehrt zu Optio Classicus.