Beiträge von Titus Decimus Varenus

    Also waren meine 40 Sesterzen gut investiert. Fast wär dem Titus ein schmutziges Lachen entwichen, aber er blieb weiterhin konzentriert. Irren ist menschlich, mein Guter. "Nicht, weil ich Decimus heiße und auch nicht, dass mein Onkel als Triumphator in Rom empfangen wurde. Decimus Livianus? – Ist sein Sohn nicht Tribun der persönlichen Garde vom Imperator?" , antwortete er mit einer Gegenfrage. "Vielmehr meine Fähigkeiten, die dich überzeugen werden und um das Ganze zu untermauern, habe ich dieses Empfehlungsschreiben." Er überreichte dem Procurator das Papyrus.


    An den
    Procurator a rationibus
    Potitus Plennius Flamininus
    Kaiserliche Finanzabteilung




    Werter Procurator,


    mein Vetter Titus Decimus Varenus, welcher um eine Anstellung in Deiner Abteilung ersucht, ist ein ehrenhafter Bürger Roms, Angehöriger des Ordo Equester, Neffe des Triumphators Decimus Meridius. Er ist eng verwandt mit dem langjährigen Procurator a cognitionibus Marcus Decimus Mattiacus, sowie den ehemaligen Procuratores a libellis Senator Lucius Decimus Martinus, Senator Gaius Decimus Maior und Eques Quintus Decimus Mercator.
    Titus Decimus Varenus achtet und ehrt die römischen Tugenden über alles. Seine Tochter Messalina wurde kürzlich zur Discipula im hohen Haus der Vestalinnen auserwählt.


    Zudem verfügt Decimus Varenus über ein großes Talent für das Finanzwesen. Bisher hat er dieses als erfolgreicher Geschäftsmann in seiner Heimatstadt Genua ausgeübt. Nun strebt er danach, seine Befähigung und Erfahrung in den Dienste des kaiserlichen Hofes zu stellen. In diesem Sinne ist er für die Aufgaben eines Primicerius a rationibus vorzüglich geeignet. Ich versichere Dir, werter Procurator Plennius, dass Du seine Einstellung nicht bereuen wirst.


    Vale bene


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    Tribunus Cohortis Praetoriae



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    ANTE DIEM VIII ID MAI DCCCLXII A.U.C.

    "Purpur steht mir aber nicht gut." Bisher. Er wollte damit den Schein trügen, dass ihm dieses Vorhaben nicht weiter interessiere, sondern jeglich bemüht war nur eine Tätigkeit nachzugehen. Ohne Moos nix los. Diese Divise war auch einem Titus bekannt und er verfolgte wie jeder guter Römer das Ziel, sein Vermögen zu vermehren, manchmal eben mit jedem Mitteln was sich bot. Aber das hatte niemanden zu erfahren, schon gar nicht seine Familienmitglieder. Allein Flavus war ihm bereits ein Dorn im Auge, - die Neugier die ihm umgab.


    "Innerhalb der Familie.", nickte er nur widerwillig zu. Die Frage die sich anschließend stellte, inwiefern weit ging Serapio´s Vorstellung der Familie, meinte er auch die Griechen? Titus richtete sich allmählich wieder auf, die krumme Haltung an der Brüstung tat seinem Rücken nicht gerade gut, er merkte seit einiger Zeit, dass seine Knochen nicht mehr die jüngsten waren. Ein Greis sei er noch nicht, aber auch kein Jüngling wie Flavus.


    "Meinungsverschiedenheiten?" Flavus hatte also seine Drohung war gemacht. Titus dachte nämlich, dass es leere Worte waren, die Flavus von sich gab und er Manns genug war, selbst für seine Ansichten einzustehen, als weinend zu wem anderen zu laufen. Ein Plappermaul und eine Petze, dass fehlte gerade noch. "Ach, Serapio. Das war gar nichts. Flavus hatte sich nämlich über meine Tochter aufgeregt. Messalina ist jung, gerade in der Pubertät. Du weißt doch wie kleine Mädchen sind, oder nicht? Wir waren doch alle mal in dieser Lage. Also in der Pubertät, nicht ein kleines Mädchen.", scherzte er um geschwind das Thema at acta zu legen.

    Dass sein Vetter ihn nicht in Stich lassen würde, erfreute Titus umso mehr.


    "Du hast natürlich Recht. Die verharren auf ihren Posten, und gewähren ungern andere eine Chance. Sie haben Angst, selbst irgendwann ohne einen dar zu stehen. Ich werde sie schon zu überzeugen wissen, auch solch jemand hat seinen Schwachpunkt, Serapio." Klang ja so, als ginge es um Leben oder Tod. "Mattiacus, aber auch die anderen Decimi, die am Kaiserhof ihren Dienst getan haben. Ihre Namen sollten auch den Bürokraten im Gedächtnis geblieben sein.


    Ja, Primicerius a rationibus ohne Ironie!"


    Titus schwang seine rechte Hand in die Luft, um sie dann sofort ruckartig fallen zu lassen.
    "Eques? Vielleicht, - eigentlich nicht. Hier in Rom? Jeder fünfte trägt Purpur.", meinte Titus überspitzt. "Wunderbar, und danke, Serapio. Du bist nicht nur ein wahrer Decima, sondern ebenso ein Vorbild für viele andere, außerhalb der Familie." Auf die Frage hin, wieso Titus gerade ihm in der Castra besuchte, wobei er doch Soldaten nicht gerade Willkommen hieß, folgte nur ein Schultern zucken. "Ah, bevor ich es vergesse, solltest du mal wieder außerhalb Rom sein, was ich und die Familie nicht hoffen. Solltest du vielleicht überlegen, die Hausherrenrollen einem anderen zu übertragen." Er meinte natürlich sich selbst. "Flavus, sollte sich voll auf seine angestrebte Laufbahn konzentrieren können." Nett umschrieben, ohne direkt zu zeigen, dass er Flavus dafür als ungeeignet hielt.

    Titus kam ohne Umschweife direkt zum Punkt.


    "Indem du mir ein Empfehlungsschreiben aufsetzt. Niemand wird einem Tribun widersprechen, besonders dir als Sohn eines ehemaligen Legaten nicht." Titus verschränkte seine Arme, um sich dann selbst an die Brüstung anzulehnen. "Ich verfolge keine militärische Laufbahn, dazu wäre ich auch zu alt.", schmunzelte er. "Am Kaiserhof zu dienen, sollte eine gute Wahl sein, auch wenn die derzeitigen Umstände, hinderlich sein können. Mich treibt es nicht wieder eine Provinztätigkeit nachzugehen, etwas in meinem Leben, muss sich nach der Niederlassung in Rom ändern.


    Ich habe den Posten des Primicerius a rationibus ins Auge gefasst. Erbsen zählen ist schon immer eine Leidenschaft von mir." Besonders, wenn die Erbsen in seine eigene Tasche flossen. "Was meinst du?", die Frage war rein rhetorisch. Denn wenn Serapio ablehnen sollte, hätte sich Titus trotzdem beworben.

    Der Procurator war ganz nach seinem Geschmack, ohne Schleim oder sonstige gespielte Höflichkeiten, kam er direkt zum Kern, der Anwesenheit von Titus.
    "Mit dir reden. Ich suche eine Anstellung, direkt unter deiner Führung. - Wie ich hier so blicke, scheint der Kaiserhof, nicht gerade mit ausgiebigem Personal zu dienen." Ob es den Tatsachen entsprach, wusste Titus nicht, aber irgendwelche Behauptungen aufzustellen war ihm wohl bekannt. Eventuell könnte er Glück haben, da durch die aktuelle schlechte Lage, viele Rom verlassen hatten. "Und hineingelassen hat mich einer deiner Torwachen. Er meinte, du hättest Zeit mich zu empfangen, in Verbindung mit einer Anstellung." Auweia, das war nun wirklich gefährlich, aber der Prätorianer würde bestimmt im Notfall lügen, weil er sonst Gefahr laufen würde, von der Bestechung her, selbst in die Zelle zu wandern. "Dem Prätorianer war wohl bekannt, dass viele Decimi am Kaiserhof gedient hatten.", fügte er so beiläufig an.

    Titus wartete bis auch der letzte Soldat von dannen war, und blickte hinaus. "Ein schöner Ausblick, Serapio. Rom ist wirklich eine schöne Stadt." Er sah weiterentfernt einen Mann der seinen Karren an der Castra vorbei schob. "Wie winzig doch die Römer von hier oben erscheinen, gar wie Ameisen." Dann blickte er Serapio direkt in die Augen. "Nun, die Situation meiner persönlichen Familie war nicht geplant, zu überstürzt haben wir unsere Wahlheimat verlassen. Und du weißt doch wie ich Untätigkeit verabscheue. Ich bin kein Däumchen Dreher oder Rosenpflücker, verstehst du? Ein Mann wird daran gemessen, was er tat und nicht wie er seine Freizeit verbringt. - Meine Familie soll darunter nicht leiden.


    Und hier in Rom vom Erfolg gekrönt zu sein, verlangt einige gute Beziehungen und du Serpio, bist eine gute Wahl. Seh dich an, ein Tribun der schwarzen Garde." Er machte eine Pause, um Serpio zu Wort kommen zu lassen.

    Oh. Dann werde ich mal eintreten. Er öffnete die Tür, trat ein und verschloss sie sofort hinter sich. Ungern hätte er Dritte am Gespräch teilhaben lassen wollen.


    "Salve, Procurator Plennius. Ich bin Titus Decimus Varenus." Nach getaner Begrüßung ging er näher an den Procurator heran, aber ohne die persönliche und soziale Distanz zu beschneiden. Dann streckte er ihm die Hand entgegen und wartete auf eine Reaktion von seinem Gesprächspartner, es wäre unhöflich gewesen, einfach fortzufahren. Auch wenn es nicht Titus Art war, sich an solche Floskeln zu halten, stand er hier jedoch einen wichtigen Diener des Imperiums gegenüber. Vor allem aber sein eventueller zukünftiger, Chef.

    Titus war recht überrascht wie schnell doch der Einlass funktionierte. Militär eben. Doch die Leibesvisitation war ein Akt, auf die er gerne verzichtetet hätte. Seine Frau würde er auf keinen Fall hier erscheinen lassen, weil die Soldaten bestimmt ihren Spaß und an ihr herumfummelt hätten. Er folgte somit dem Prätorianer und schaute sich dabei ausgiebig um, genug Informationen zu sammeln war nie verkehrt, auch wenn sich viele von ihnen als unnütz herausstellten.


    Er wurde von dem Prätorianer gebeten hinaufzusteigen, unglaubwürdig blickte er nach oben und sah Serapio stehend. Also folgte er der Anweisung, nicht weil er Respekt vor dem Soldaten hatte, sondern weil es schlecht für die Akustik wäre, wenn die beiden von unten nach oben geschrien hätten, um sich zu begrüßen.


    Oben angekommen. "Salve Serapio, freut mich, dass du etwas Zeit erübrigen konntest. Ich denke, wenn ich das hier so betrachte, bist du reichlich beschäftigt."

    Titus betrachtete weiterhin das Treiben zwischen den anderen Familienmitgliedern. Er war jedoch nicht bemüht teilzuhaben. Er wusste auch gar nicht, was er direkt gesagt hätte. Außer wie schön das Wetter war. Auch wenn es die Familie Decima, war er der einzige Anwesende der Linie von Livius Decimus Hispanicus. Selbst Flavus wies einen anderen Großvater auf wie auch Seiana und Serapio, nur die beiden waren die einzigen eng miteinander verwandten. Ganz geschweige von Catus, den er bisher noch gar nicht gesehen hatte und auch nicht wusste, was er hier eigentlich getrieben hat. Vielleicht war er ein Angestellter der Familie Decima oder auch nur ein Fremder, der etwas anzubieten hatte, eventuell für Unterhaltung zuständig war. Ein wenig Musik würde auch Titus gefallen, besonders aber den Kindern und seiner Frau. Die Kleinen tranken und speisten weiterhin, sie hatten riesigen Hunger wie fast jeden Tag. Titus fragte sich deshalb, ob es normal war oder doch nur an Rom lag, einer Stadt. Nicht wie Genua, wo sie herumtollen konnten. Seine Frau hingegen aß gar nichts, wobei sie es nötig hatte, so dürr war sie in letzter Zeit. Er küsste seine Frau und nahm ihre rechte Hand, damit er sie gut festhalten konnte. Er blickte wieder zu den anderen und es fiel ihm auf einmal ein Thema ein, dass er gern mit Serapio besprochen hätte, aber nicht hier. Sondern später, irgendwo, wo die beiden ungestört wären. Titus hatte nämlich vor sich beim Kaiserhof zu bewerben und er brauchte dafür ein Empfehlungsschreiben, zu mindestens hörte er davon. Das unterschied Rom von einer kleinen Stadt, nichts ging ohne Beziehung.

    Titus hatte von Flavus erfahren, dass es sinnig wäre, sich ein Patron zu suchen, um in Rom Fuß zu fassen, vor allem nicht fortlaufend unten herum zu Tümpeln. So entschloss er sich Serapio aufzusuchen, der ja mittlerweile wieder in Rom verweilte, und er auf Anhieb die beste Wahl gewesen war. Da er den Prätorianern angehörte. Was könnte besser sein, als diese Männer, die dafür bekannt waren, für den Imperator zu sterben? Aber auch weil Titus nichts Besseres einfiel, zu unbekannt war er noch, niemand anderes in Rom hätte ihm vermutlich geholfen.


    An Castra Praetoria angekommen.


    "Salvente, Prätorianer! Ich bin Titus Decimus Varenus, ein Verwandter von Tribun Faustus Decimus Serapio, ich bitte zu ihm geführt zu werden." Titus war schon mit den Gedanken bei der unvermeidlichen Leibesvisitation. Vor allem hatte er eine Abscheu gegenüber der Uniform, allen Uniformen.

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    Helvetia Esquilina, Ehefrau


    Barbaren? Die Kleinen erstreckten sich regelrecht, Männer mit solch langen Bärten waren ihnen bisher unbekannt, nicht einmal der Einsiedler in Genua konnte solch einen Bart vorweisen. Titus bemerkte als guter Vater, dass die Kinder den Witz nicht ganz verstanden, und es so wörtlich genommen hatten. Also beschloss er die Lage etwas aufzulockern. "Immerhin sparen sie sich die Sesterzen für den Barbier.", scherzte er.


    Serapio schien stets bemüht zu sein, jedem freundlich gegenüber zu treten, dass gelang ihm ohne weitere Schwierigkeiten, vor allem wirkte es nicht überspielt, sondern sehr warmherzlich. Das gefiel Titus, auch wenn er in einem Punkt nicht im Einklang war. Denn er sah sich selbst als Hausherr, zu dominant war Titus, dass er nur wenigen Vorrang gewährte. - Flavus war eine Ausnahme, da er selbst meinte, dass er nur kurzfristig Hausherr sei, was sich nun bewahrheitet hatte.


    "Ja, Messalina wird sich bestimmt freuen."


    ~~~Nachdem sie etwas gegessen hatten.~~~


    Verwundert blickte er zum Geschehen seiner zwei Verwandten, die es sich auf die Knie legten. Würde er sie nicht kennne, könnte man denken, die beiden wären ein Paar. Titus umarmte auch seine Schwestern, aber so herzlich wie es die beiden taten, jedenfalls in seinen Augen, kannte er nur von sich und seiner geliebten Frau.


    "Ja, auf die Familie!" Er und seine eigene Familie, darunter auch die Kinder erhoben ihre Becher.

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    Helvetia Esquilina, Ehefrau



    Titus sah sich das Geschehen zwischen Flavus und Serapio genau an, auch wenn er nichts hörte, konnte er jedoch einige Gesten deuten. Nicht so prickelt fand er, nach so kurzer Zeit, dass Flavus wieder seinen Hausherr-Status verlor. Er hatte es ihm gegönnt und vermisste bereits die Bemühungen von Flavus sich Respekt zu verschaffen, - Anerkennung zu finden. Irgendwie spaßig war das nämlich schon. Aber es werden noch anderen Bereiche geben, in denen sich Flavus gegenüber Titus behaupte müsse.


    Als dann Serapio auf seine Familie zukam, standen alle auf, aus Höflichkeit und Respekt vor einem Prätorianer. Wobei Titus, diese Uniform, vor allem die Einheit in der sich Serpio befand, überhaupt nicht mochte, man hörte Dinge, dass diese Männer in Schwarz, unschuldige Leute verhafteten, quälten und über Leichen gehen würden, um ihren Kaiser zu schützen. Auch Titus war loyal, aber anders, er kannte seine Grenzen, und hättte nie ohne Grund oder auf Anweisung, die er nicht mit sich vereinbaren konnte, einen Mord verüben. Somit hoffte er, dass Serapio solche Aktionen verwehrt geblieben war.


    "Salve! Serapio, es freut mich und meiner Familie, dass du uns in deinem Hause Willkommen heißt und dass wir von deinen Sklaven bisher gut versorgt wurden, zu gut.", scherzte er, um die Äußerungen über seine Frau etwas zu verdrängen. Sie war schön. Wohl wahr. Ein Glücksgriff, die ebenso von körperlichen Unversehrtheiten verschont geblieben war. Er war es gewohnt, dass die Männer sich nach ihr sehnten und er jedes Mal, sich im Zorne halten musste, um nicht wem Schaden zuzufügen. Eifersüchtig war er, so richtig eifersüchtig.


    Seine Frau sagte nichts. Sie war es gewohnt oft zu schweigen, - sie wollte auch nicht. Dafür fragte eines der Kinder. "Onkel Serapio, bist du ein Soldat? Hast du schon viele getötet?" Die Kleinen sahen bisher nur wenige Männer in Uniform, denn Genua blieb bisher verschont, erst als sie nach Rom gekommen waren, hatten sie jeden Tag mindestens zehn Soldaten gesehen."Und nein, wir haben die anderen Kinder noch nicht gesehen.", erwiderte eines der Kinder anschließend und blickte ganz ungläubig seine Mutter an, als hätte sie einen Sagenerzähler zugehört, der Wahrheit nicht von Unwahrheit unterscheiden konnte. Denn sie hatten wirklich bisher keine anderen Kinder, außer denen von den Sklaven gesehen. Mit den Sklavenkindern selbst durften sie nicht spielen, Titus hatte es ihnen untersagt.


    "Ja, wir sind sehr stolz, aber das hätten wir nicht ohne deine Schwester Seiana geschafft, sie hatte Messalina sehr unterstützt. Trotzdem hätten wir sie heute gern bei uns gehabt. Bestimmt wirst du sie demnächst sehen und sofort erkennen. Sie ähnelt ihrer Mutter sehr.", sagte Titus; blickte anschließend zu Seiana, die in den Raum hereingetreten war und ihm nur flüchtig grüßte. Er konnte es verstehen, ihren Bruder hatte sie lange nicht gesehen, wer würde nun die beiden stören wollen? Zum anderen kannte er Seianas Charakter, - nahm er zu mindestens an. So wandte er sich vorerst zum letzten Mal an Serapio.
    "Wenn du erlaubst, würden wir etwas speisen.", lächelte, kniff sein rechtes Auge zu und zuckte ein wenig mit dem Körper Richtung Seiana. Als Anspielung, dass er sich ihr widmen sollte.

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    Helvetia Esquilina, Ehefrau



    Er, seine Ehefrau und deren Kindern wurden von einem Sklaven informiert, dass ein großes Familientreffen im Hause bevorstand.
    Als der Zeitpunkt gekommen war, gingen allesamt in das Triclinium und nahmen Platz.
    Titus hatte seine Frau nicht alleine gelassen, da sie bisher kaum jemand kannte, geschweige gern hier war.
    Die Phase der Depression war noch nicht überwunden. Einzig allein die Nächte mit ihrem Mann, munterte sie auf.
    Somit schaute er sich nur um, und nickte Flavus freundlich entgegen. Serapio hatte er bisher noch keines Blickes gewürdigt, die Uniform seines Verwandten dämpfte nämlich den Anlass dazu.

    Das mit den Sklaven ist ein grundlegendes Problem. Titus machte keine Anstalten das zu ändern, wieso auch, er stand mitten im Leben, er wusste was er wollte. Das musste Flavus erst noch lernen.
    "Flavus, wir werden sehen."


    Er lächelte seinem Gegenüber an und ging dann selbst, um nun endlich mit seiner Frau zu amüsieren. Die nämlich bereits ausgezogen war, im Bett mit halbaufgeschlagener Decke liegend wartete, um sich mit ihren Mann im Reich der Liebenden zu tummeln, unter Aufsicht von Gott Anteros.
    "Wir sehen uns.", sagte er zum Schluss und verschwand.

    Nach einigen Minuten und in Begleitung des Prätorianers, in Gedanken vertieft, erreichte er das Ziel. Bevor er jedoch anklopfte,
    richtete er nochmal seine Tunika, fuhr mit der rechten Hand über sein Haar und fasste sich schließlich mit der linken Hand ans Kinn.
    So, auf geht’s. Er klopfte an und wartete, um hereingelassen zu werden.

    Als Flavus näher kam, ging Titus weiter auf ihm zu, somit er den fremden Atem spüren konnte und stellte sich links neben ihn, streckte seinem Arm hinter dem Rücken von Flavus aus und umfasste mit der rechten Hand deren Schulter. Dann rüttelte er ihn ein wenig.


    "Mensch, Junge. Die Hoffnung ist doch nicht ganz verloren, aus dir wird wohl noch ein gestandener Mann." , scherzte er. "Du hast gewonnen, sei der Hausherr. Nur lass mir zwei Dinge sagen. Wenn du ein erfolgreicher Politiker werden möchtest, solltest du wie bisher hartnäckig bleiben, aber gelassen. Denn das Verhalten deutet auf eine Schwäche hin und diese würde gewiss ausgenutzt werden. Du möchtest doch nicht als Verlierer in die Geschichte eingehen, oder?" , vollzog eine Denkpause.


    "Weiterhin steht es dir nicht zu, über meine Familie zu urteilen. Hab du erst einmal selbst Frau und Kind." Bevor er sich wieder von Flavus löste, klopfte er ihm auf die Schulter und sagte: "Flavus, lach mal wieder."

    Er hatte den Köder gefressen, was für ein Glück. Hätte nämlich auch in die Hose gehen und Titus wegen Bestechung gegenüber einem Soldaten verhaftet werden können.


    "Natürlich!"


    Zufrieden ließ sich Titus vom Miles durchsuchen und übergab ihm dabei die 40 Sesterzen, so dass es niemand anderes mitbekam, ganz unauffällig. Eine Durchsuchung hatte somit auch seine Vorzüge, ohne jeglichen Verdacht Dinge austauschen zu können. Wie einfach es doch ist, für jemanden, der zum Beispiel den Kaiser ermorden möchte, sich Zutritt zu verschaffen.


    Sim-Off:

    Kannst du mir bitte mitteilen auf welches Konto (Staatskasse I, II oder Cohortes Praetoriae) ich die 40 Sesterzen überweisen kann?

    Bevor Titus aus Hörweite war, vernahm er die Worte von Flavus. Daraufhin ballte er seine Faust und ging geschwind einige Meter zurück.
    "Die Erziehung meiner Kinder, geht dir überhaupt nichts an! Ebenso hätte ich von dir erwartet, dass du dein Mann stets und nicht heulend zu Serapio oder Seiana rennst! Wolltest du dich nicht als Hausherr beweisen?" Touché. " Also kläre es hier und jetzt!" Titus war innerlich sehr wütend, wenn er nicht ein Familienmitglied gewesen wäre, hätte er für Flavus Leben nicht garantieren können. Zu der Äußerung wegen den Sklaven, fiel Titus nur Folgendes ein:
    "Seit wann können Tier wem füttern? Füttern nicht Menschen die Tiere? Benehmen sich nicht Menschen schlimmer wie Tiere?" Immerhin töten sich Menschen willkürlich, um Dinge wie einer Thronfolge. Tiere hingegen, töten andere Tiere um zu überleben.