Beiträge von Marcus Claudius Marcellus

    Als die Vororte der ewigen Stadt in Sicht kamen und man dann am Horizont auch langsam die großen Gebäude erkennen konnte, sandte Marcellus ein Dankgebet an die Götter. Er hatte die Schnauze gestrichen voll von Pferden! Seit drei Wochen waren sie nun unterwegs und war der Hinweg noch der aufregende Beginn eines Abenteuers gewesen, welches er mit seinem eigenen Gepäck, seinem eigenen Pferd und seinen Bediensteten begonnen hatte, so war der Rückweg einfach nur eine nicht enden wollende Tortur an deren Ende unweigerlich stand, dass er seiner Familie, allen voran seiner zynischen Schwester und seinem Großvater, den er doch eigentlich beeindrucken wollte, berichten musste wie schief sein närrisches Unterfangen gegangen war. Anstatt nach Germania zu reisen und die wilden Lande an der Grenze zu erleben, war er noch hier in Italia, gerade am Rande der Berge, von Räubern überfallen, ausgeraubt, festgehalten und fast getötet worden. Nein, er hatte genug von all dem hier...


    Der einzige Lichtblick war seine Begleitung. Er mochte Eldrid sehr gerne und hatte während der Reise viel mit ihr geplaudert. Ja, er mochte sogar sagen, dass sie so etwas wie Freunde waren. Seit ihrer Flucht hatte sich einiges ereignet. Mehr schlecht als Recht waren sie nach Mediolanum gekommen. Bis dorthin hatte man ihm seinen Namen nicht wirklich geglaubt, oder vielmehr hatte man damit nicht viel anfangen können. Nirgendwo hatten sie mehr Hilfe erhalten als Nahrung und ein Dach über dem Kopf, selbst eine kleine, römische Garnison war nicht willig gewesen ihn zumindest nach Mediolanum zu bringen, oder ihm ein Pferd zu überlassen! Marcellus Vertrauen in den Wert des eigenen Namens hatte einen Knacks bekommen. In Mediolanum aber war es besser gewesen, denn dort kannte er immerhin mehrere Menschen! Unter anderem hatte er einen alten Freund der Familie aufgesucht, welcher ihn natürlich erkannt hatte und welcher dann endlich dafür gesorgt hatte, dass Marcellus wieder standesgemäß unterwegs sein konnte! Er hatte sich und auch seiner Begleitung neue Kleidung gekauft. Eldrid war nun gekleidet wie eine Römerin der Mittelschicht und Marcellus hatte sich ebenfalls mit recht bescheidener Kleidung begnügt. Sämtliche Kleidung musste immerhin noch einer langen Reise standhalten können. Wichtig waren also vor allem gute Schuhe und zwei dichte, lange Mäntel gewesen. Ebenso Decken und natürlich: Zwei Pferde. Mit dem Geld des Bekannten hatte Marcellus sich nun kein so gutes Pferd kaufen können oder auch wollen, wie er es gewohnt war. Normalerweise taugten für ihn nur die besten Pferde, wohingegen dieser große Fuchs hier eher auf einen Acker als unter einen Sattel gehörte. Trotzdem mochte er das treue Tier irgendwie auch und überlegte es zu behalten.


    Von Mediolanum also waren sie dann los geritten. Zwanzig Meilen pro Tag, manchmal mehr manchmal weniger. An den Abenden hatten sie meistens recht einfache Gasthäuser aufgesucht und am nächsten Tag war es weiter gegangen. Bei sich hatten sie einen recht muskulös gebauten Sklaven, eine weitere Leihgabe des Freundes aus Mediolanum. Jenem Mann schuldete Marcellus nun sicherlich schon... er hatte keine Ahnung. Eine Menge Geld wohl, wobei es relativ war, was man als "eine Menge" bezeichnete.


    Obwohl also Marcellus niemals gedacht hätte dass er so ein Jammerlappen war, wollte er gerade eigentlich nichts anderes als ein warmes Bad, ein wenig Komfort, vielleicht eine Sklavin die ihm die Schultern massierte und danach ein weiches Bett und... hach.


    "Wir sind da. Dort vorne, das ist Rom!" es hatte natürlich nun nicht den Effekt, den man sich vielleicht vorstellen würde. Es war nicht so, als hätte er nun Eldrid, die Barbarin, aus den Wäldern Germaniens gepflückt und direkt vor die ewige Stadt gesetzt. Sie war gewissermaßen langsam an Rom heran geführt worden. Sie kannte Mogontiacum, sie kannte Mediolanum und sie hatte auch andere römische Städte gesehen. Der Anblick Roms mit seinen großen Tempeln, seinen abertausenden Häusern, seinen Mauern und Säulen war also nichts vollkommen neues für sie. Aber trotz allem war Rom einfach anders, es war... riesig. Und dabei so wunderschön.

    Es fühlte sich gut an ihre Nähe zu spüren, einfach die Nähe eines Menschen mit dem man sich gut verstand, der kein Fremder oder Feind war, sondern... ein Freund? Sie waren zusammen aus diesem Elend geflohen und das, so fand jedenfalls Marcellus, verband sie doch ziemlich. Dazu kam noch, das konnte er nicht bestreiten, dass er sie dass er sie aufgrund ihrer Herkunft faszinierend fand. Schon immer hatte er sich für das interessiert was jenseits der nördlichen Grenzen lag, für das wilde ungebändigte Land, für die Menschen dort... Sie stammte von dort, aus diesem Land. Es war ihre Heimat. Wenn er sie zurückbringen würde, würde auch er dieses Land kennen lernen. Zumindest ein wenig. Aber bis es soweit war dauerte es noch. So richtig wusste Marcellus ohnehin nicht wie er das alles bewerkstelligen sollte.


    Er lächelte bei ihren Worten. "Mein Zuhause ist noch ziemlich weit fort. Aber wir werden reiten, sobald wir die nächste Stadt erreicht haben." was sie wohl denken würde sobald sie Rom sah? Rom war der Mittelpunkt der Welt. Es war die größte und prächtigste Stadt die jemals gebaut wurde. Wie würde das auf sie wirken, die nur das wilde Germanien kannte?


    "Lass uns weiter gehen. Wer weiß ob die nicht immernoch nach uns suchen." sagte er dann und sah sich um. Bald würde es dämmern und es wäre gut wenn sie noch einige Meilen hinter sich bringen würden bis es hell war. Marcellus war sich ziemlich sicher, dass sie nach ihm intensiv suchen würden, spätestens wenn ihr Anführer zurück käme. Also mussten sie sich sputen. Leider war ihm nicht bewusst in welcher Richtung nun als nächstes eine Ansiedlung zu erwarten war, also würden sie einfach nach Süden laufen. Immer weiter und weiter, bis sie die Berge hinter sich hätten und auf irgend eine Form der Zivilisation stießen.

    Als ihr leises Schluchzen an sein Ohr drang und sie danach zu sprechen begann, tat Eldrid Marcellus unglaublich Leid. Es schmerzte ihn sich vorzustellen wie das alles für sie sein musste. Verschleppt aus ihrer Heimat, gefangen gehalten und die Aussicht vor Augen als Sklavin zu enden... das ganze über Wochen hinweg. Und nun war sie frei und alles was sich ihr eröffnete war ein Weg noch weiter von Zuhause fort, sowohl tatsächlich wie auch sinnbildlich. Sie bekundete, dass sie mitkommen würde und es war ihm klar, dass sie kaum eine andere Wahl hatte. Hier, alleine und auf sich gestellt, würde sie sterben oder auf schlechte Menschen treffen.


    Dennoch fiel es Marcellus unglaublich schwer nichts für sie tun zu können. Ihre Trauer rührte ihn tief in seiner Brust und schließlich blieb er stehen um sich zu der jungen Frau umzudrehen. Nun, wo sie sich etwas im Gesicht gewaschen hatte, wirkte sie sehr viel hübscher als noch in der Höhle. Sie hatte ein rundes Gesicht, eine kurze, leicht nach vorne stehende Nase und schöne Augen. Ihr blondbraunes Haar hing ihr in zerzausten Locken den Kopf hinab und eine dieser Strähnen nahm er nun und strich sie hinter ihr Ohr. Ihre Augen waren tränennass und glitzerten noch vor Feuchtigkeit. Ihr Blick wirkte gebrochen und verzweifelt. Dann nahm er sie in den Arm und drückte sie fest an sich.


    "Ich verstehe deinen Kummer. Aber sei dir sicher, dass ich kein schlechter Mann bin. Ohne dich wäre ich niemals aus dieser Höhle entkommen. Ich werde dich nicht im Stich lassen. Du musst dich weder um Unterkunft, noch um Nahrung sorgen." begann er. Ihre Nähe fühlte sich gut an, durchaus auch für ihn tröstlich nach all den traumatisierenden Erlebnissen der letzten Wochen.


    "Und sobald ich eine Möglichkeit finde, werde ich dich persönlich in deine Heimat bringen. Das verspreche ich dir bei meinem Ahnen." setzte er dann noch hinterher. Er wusste nicht wie er das machen sollte und vielleicht wäre es ihr ja auch lieber einfach bei irgend einem Händler mit zu reisen? Marcellus wusste es nicht, aber was er wusste war, dass er selber sie nicht einfach so irgendjemandem mitgeben wollte. Er würde danach nie erfahren ob sie gut angekommen war und würde ihn dieses Wissen jemals loslassen? Nie zu wissen wie es ihr ging, ob sie als Lohn für ihre Hilfe tatsächlich ihre Heimat wieder sehen durfte? Oder ob sie von einem zwielichtigen Händler nicht doch irgendwohin verkauft worden war? Eldrid war ihm wichtig und er würde zu seinem Wort stehen. Durch ihre Hilfe hatte sie sich diese Bemühungen verdient!

    Interessante Diskussion,


    wieso haben die Römer eigentlich um das Jahr 100 immer noch so sehr auf große Legionen voller Fußsoldaten gesetzt? Wenn man sich die Landkarte ansieht und eine Liste historischer Schlachten, dann hatten die Legionen nicht wirklich viel zu tun. Und für kleinere Gefechte war doch die Reiterei viel besser geeignet.


    Wieso hat man nicht früher, wie das ja dann in der Spätantike auch passiert ist, mehr auf Reiterei gesetzt?

    Hallo,


    ich muss mich Livineia leider anschließen. Mir gefällt nicht, was ich heute und die letzten Tage hier so gesehen habe, ich möchte mir erst einmal in Ruhe überlegen ob ich noch Energie in dieses Forum stecken möchte.


    Ich schreibe das hier in vollem Bewusstsein der Tatsache dass ich nicht weiß was hier hinter den Kulissen vorgefallen ist. Aber was man eben mitbekommen hat gefällt mir nicht. Unsauberer Ton gegenüber einem Spielleiterkollegen, unfreundlicher, bloßstellender Abschied desselbigen, danach offensichtlich eine Sperre des Accounts und zuletzt heute Abend das Löschen unliebsamer Threads und Postings von verwirrten Mitgliedern...


    All das raubt mir leider die Motivation mich hier noch weiter einzubringen, zumindest im Moment.


    Das gilt natürlich auch für meine zweite ID Lucius Aurelius Laevinus. Mir tut das besonders für meine Mitposter sehr leid!

    Dass der Weg der Germanin wohl nicht nach Rom führen würde war Marcellus natürlich bewusst gewesen und so sah er sie verstehend, aber auch ein wenig ratlos an während sie ihre Worte und Bedenken formulierte. Ja, sie wollte zurück nach Germanien, offenbar hatten die Kerle sie irgendwie von dort verschleppt. Aber Mogontiacum war weit fort und Marcellus wüsste nicht was er nun für sie tun könnte.


    Erst einmal gingen sie nun weiter. Marcellus sah zu der jungen Frau hinüber und dachte nach. Es stimmte, dass er ihr etwas schuldete. Ohne sie wäre er nicht entkommen.


    "Natürlich weiß ich, dass Rom nicht dein Ziel ist. Nur leider kann ich im Moment nichts für dich tun." begann er. Natürlich, er war der Spross einer sehr alten, angesehenen und auch reichen Familie. Das war es dann aber auch. Er selber hatte gerade quasi nichts von Wert bei sich und seine (nicht ganz unberechtigte) Hoffnung war es dass sein Name ausreichen würde um ihn bei dem Magistrat der nächsten Siedlung Hilfe finden zu lassen. Er würde seinen Namen nennen und dann sicherlich Hilfe bei seiner Rückreise nach Rom erhalten. Immerhin konnte er versichern jegliche entstandenen Kosten decken zu können. Spätestens in Mediolanum hatte er dann Kontakte die er persönlich kannte und die ihm weiterhelfen würden.


    Was er aber nicht tun konnte war, ihr einfach so mit dem Versprechen einer fernen Belohnung eine Eskorte nach Germania Superior zu beschaffen. Und diese würde sie brauchen, denn als junge Frau ohne Geld konnte sie nicht einmal hoffen bei einem Händler oder dergleichen mitkommen zu können.


    "Deine Heimat ist weit fort von hier, das weißt du selber. Du brauchst Schutz wenn du dorthin reisen möchtest. Ich kann dir keine bewaffnete Eskorte bieten die dich hin bringt, ich kann dir nur anbieten dass du mit mir kommen kannst." in Rom könnte er vielleicht etwas für sie tun. Er könnte die Kontakte, den Namen und das Geld seiner Familie nutzen und einen Händler finden der nach Mogontiacum reiste und sie mitnehmen würde.

    Schwer atmend sah sich Marcellus wieder und wieder um. Nichts war zu sehen und es war auch nichts zu hören. Wo waren diese Kerle? Müdigkeit überfiel ihn trotz der Anspannung in der er sich befand. Auch ihn hatte diese Flucht mitgenommen und sein Atem ging schwer und stoßweise. Gleichzeitig war ihm auch bewusst dass es noch nicht vorüber war. Sobald der Morgen graute würden die Banditen noch intensiver suchen, sicherlich auch zusammen mit ihren übrigen Spießgesellen. Sie mussten hier weg und bis zum Morgen möglichst viel Distanz zwischen sich und diese Räuberbande gebracht haben.


    Er sah zu der germanischen Sklavin hin und schmunzelte bei ihren Worten. Dann ging er zu dem Bach, kniete sich hin und schöpfte von dem eiskalten Wasser um sich Gesicht, Hände und Unterarme gründlich zu waschen. Das kalte Nass vitalisierte ihn und am Ende trank er noch einige Schlucke. Dann sah er wieder zu Eldrid hin.


    "Mein Plan ist doch aufgegangen. Sie sind weg. Sie waren viel zu betrunken um uns zu verfolgen." sagte er überzeugt. Gut, es war knapp gewesen. Es war Glück gewesen, dass er den einen Wächter am Höhleneingang hatte überwältigen können und eben gerade hatten sie noch mehr Glück gehabt. Trotzdem, sie waren erst einmal frei und das allein zählte.


    "Wir müssen weiter gehen. Den Fluss entlang, er wird uns ins Tal führen und irgendwann zu einer Siedlung. Dort nenne ich meinen Namen und man wird mir weiterhelfen. Diesem Gesindel jage ich die nächste Garnison auf den Hals und wir beide werden zurück nach Rom reisen." führte er auf. Gerade der Punkt mit den Soldaten war ihm ein Anliegen. Natürlich gab es im nächsten Kuhdorf keine Garnison oder Stadtwache, aber in der nächsten größeren Ansiedlung würde er den Magistraten die Lage schildern und dann würde man diese Bande jagen und zur Strecke bringen.


    "Erst einmal müssen wir uns nun aber beeilen. Sobald es hell wird werden sie vielleicht wieder nach uns suchen und bis dahin müssen wir weit fort sein. Du kannst noch kurz rasten, aber dann müssen wir los!" er betrachtete die junge Germanin. Es war schade, dass sie nichts zu Essen hatten, das würde ihnen nun nutzen. Von Jagd hatte er keinerlei Ahnung und sowieso hätten sie dazu keine Zeit. Auch sonst hatte er keine Idee woher man nun etwas essbares bekommen könnte. Sie mussten wohl einfach durchhalten. Als er auf der Suche nach Abenteuer Germanien als Reiseziel auserkoren hatte, hatte Marcellus nicht damit gerechnet diesseits der Alpen solche Entbehrungen erdulden zu müssen. Er hatte genau genommen gar nicht mit solchen Entbehrungen gerechnet.


    Grimmig dachte er an sein Pferd, an den schönen Gladius den er sich in Rom gekauft hatte, an seine gesamte Habe und auch an seine Begleiter die nun tot waren. Widerliches Raubgesindel...

    Er spürte recht deutlich wie sie fiel denn mit einem Mal war ihre Hand sehr viel schwerer und zog ihn nach unten. Ein kurzer Blick reichte dann auch schon aus um ihm dies zu bestätigen und im selben Moment in welchem er sich nach ihr umblickte, stolperte auch er im rutschig-nassen Laub und fiel auf den Rücken. Sie rutschten und fielen einige Meter weit, ehe er mit dem Rücken gegen einen Baumstamm prallte und spürte wie die Germanin relativ weich von seinem Körper gestoppt wurde.


    Viel Zeit sich zu besinnen hatten sie nicht, denn Marcellus hörte ihre Verfolger. Sie fluchten und schrien und Marcellus konnte hören wie sie hinter ihnen her polterten. Ein kurzer Blick zeigte ihm dann auch einige Gestalten die ebenfalls den Hang herunter stolperten und rannten.


    "Komm schon, komm Eldrid. Wir müssen weg!" rief er und zog sie wieder nach oben nachdem er sich selber aufgerappelt hatte. Wieder liefen sie den Hang hinab und Marcellus konnte die Banditen hinter sich rufen und rennen hören. Mindestens einer von ihnen fiel laut fluchend ebenfalls hin.


    Sie erreichten den Fuß der kleinen Senke und liefen diese dann in Richtung Tal entlang. Hinter ihnen hörte er einen der Banditen ebenfalls in der Senke ankommen und ehe er sich versah spürte er eine Hand an seiner Schulter, die ihn herum riss. Marcellus drehte sich mit, verpasste dem Kerl einen Faustschlag ins Gesicht und sah zu wie er nach hinten taumelte. Die Geister der Männer mochten nach dem Schreck nun wieder etwas klarer sein, aber dennoch waren ihre Sinne noch getrübt von den Unmengen Wein die sie sich eingeflößt hatten.


    Offenbar wurden sie nun nur von drei der vier Gestalten verfolgt, der letzte war sicherlich zurück geblieben und bewachte das Lage. Jedenfalls konnte Marcellus zwei weitere Halunken sehen die hinter ihnen her waren, die allerdings auch noch ein gutes Stück weg waren. Der eine Kerl der sie eingeholt hatte war mittlerweile umgekippt, offenbar hatte Marcellus ihn gut erwischt.


    "Los Eldrid, lauf so schnell du kannst. Wir müssen weg!" mit diesen Worten schob er sie dann auch schon weiter, dieses Mal sollte sie alleine laufen, dann waren sie bestimmt schneller. Einfach laufen und nicht umdrehen. Jeder dieser drei Kerle war bewaffnet und Marcellus hätte keine Chance gegen diese Halsabschneider.


    Und so hetzten sie weiter die Senke entlang, welche irgendwann in ein etwas breiteres, bewaldetes Tal mündete in dessen Mitte ein kleiner Bachlauf war. Sie rannten und rannten so lange, bis sie diesen Bachlauf erreichten, an dessen Ufer es einiges an Unterholz gab. Marcellus lotste seine Begleiterin dort hin, drehte sich dann schwer atmend um und... er sah nichts mehr. Wie lange waren sie gelaufen? Unmöglich könnte er das nun noch sagen aber offenbar hatten die betrunkenen Männer nicht mit ihnen mithalten könen. Oder? Oder war es noch zu früh sich zu freuen?

    Germanien, ja so wie er vermutet hatte. Sein Blick schweifte mehrmals zwischen ihr und den Männern am Feuer hin und her. Einer der Kerle begann nun damit ein Lied vorzutragen und die anderen klatschten dazu in die Hände. Marcellus schmerzten die Ohren von dem barbarischen Gesang. Was für Gestalten das genau waren konnte er nicht sagen. Irgendwelcher Abschaum der sich in Roms Grenzgebieten aufhielt, vermutlich stammten diese Männer von irgend einem merkwürdigen Bergvolk ab.


    Nachdem Eldrid ihm den Namen ihres Stammes mitgeteilt hatte und fragte wie es nun weiter gehen würde, sah der Patrizier wieder zu ihr hin. Er sah ihr tief in die Augen.


    "Mein Name ist Marcus Claudius Marcellus, von der Gens Claudia. Ich werde kämpfen und wenn es der Wille der Götter ist, dann werde ich stolz und aufrecht meinen Ahnen gegenübertreten. Bleib hinter mir, dann wird dir nichts geschehen." sagte er also und blickte ihr noch einen Moment weiter in die Augen. Er hatte seinen Entschluss gefasst. Er würde nun eine Münze werfen und sein Schicksal in die Hand der Götter geben. Entweder entkam er als aufrechter Mann dieser Gefangenschaft, oder er würde sterben! Weder Folter noch Tod würden ihn dazu bewegen diesen Barbaren seinen Namen zu nennen!


    Ein letztes Mal betrachtete er sich die Höhle. Er sah zu den anderen Gefangenen hin, blickte zum Feuer mit den Feiernden Banditen und zum Ausgang mit dem Wachtposten. Jetzt war die Stunde gekommen um zu handeln. Wenn er jetzt diese Gelegenheit nicht ergriff war sie vielleicht verspielt und würde nie wieder kommen. Jederzeit könnten die übrigen Mitglieder der Bande zurückkehren. Nein, er musste jetzt handeln!


    Er holte seine freien Hände hinter dem Rücken hervor und knotete seine Fesseln an den Füßen auf. Ruhig und mit langsamen Bewegungen. Er sah wie Eldrid es ihm gleich tat. Ob sie ebenso zu ihren Göttern betete wie er zu seinen?


    Dann erhob er sich. Sie befanden sich im Schatten, am Rande der Höhle und weder hatten sie die Aufmerksamkeit der Banditen am Feuer, noch würden diese genau sehen können was im Schatten bei den Gefangenen vor sich ging. Marcellus achtete nicht auf die übrigen Gefangenen, sondern schlich sich langsam am Rande der Höhle entlang bis er dem Ausgang so nahe war wie es ging. Als nächstes musste er ins Licht treten. Der Feuerschein erhellte den kurzen Gang nach draußen und obwohl der Wachtposten eher nach draußen denn nach drinnen spähte, würde er Marcellus doch sehen können wenn dieser sich nur einen Augenblick zu lange Zeit ließ.


    Marcellus dachte an seine Vorfahren, an seine Schwester und an alles was ihm wichtig war im Leben. Er dachte an Rom. Er war ein Römer und jeder Römer war ein Kind des Mars! Er würde nicht verlieren! Mit einem schnellen Schritt war er aus dem Schatten heraus. Es folgten weitere schnelle Schritte und dann war er bei dem Wächter.


    "Heda, was...?" brachte dieser noch hervor, ehe Marcellus mit seinem ganzen Gewicht gegen ihn prallte, ihn gegen die Wand der Höhle drückte und mit der rechten Hand nach dem Dolch des Mannes angelte. Es folgte eine ziemliche Rangelei. Der Räuber stieß Marcellus von sich, dieser hielt ihn fest und zog ihn mit sich, dann fielen sie zu Boden und Marcellus spürte den stinkenden Kerl über sich, er spürte die Muskeln des Mannes und hörte seinen Atem. Er stieß ihn von sich und dann fand seine Hand den Dolch am Gürtel. Er zog ihn heraus und ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken stieß er die Klinge bis zum Heft in die Brust seines Gegners. Der stieß ein Röcheln und einen keuchenden Schmerzensschrei aus und rollte auf den Rücken. Doch Stille war nicht.


    Die anderen Räuber am Feuer hatten den Kampf bemerkt und als Marcellus seinen Blick wieder in die Höhle richtete, sah er vier dunkle Gestalten vor dem Hintergrund des lodernden Feuers, die irgendwas Schrien und sich schnell auf ihn zu bewegten. Weg, er musste weg und das schnell! Er blickte sich nach der jungen Germanin um, griff nach ihrer Hand und zog sie mit sich. Er hatte keine Ahnung wo sie waren, nur das ein bewaldeter Hang direkt vor ihnen lag. Ohne weitere Zeit zu verlieren stürmte er, mit Eldrid an der Hand, den Abhang hinunter...

    Zitat

    Original von Sisenna Iunius Scato
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    Mit Verlaub, das klingt nun ein bisschen unfreundlicher als ich es für ein Mitglied der Spielleitung angemessen finde. ;)


    Habe ja hiermit nichts zu tun, aber so etwas finde ich nicht in Ordnung.


    Vale,
    Marcellus

    Eine der wichtigsten Aufgaben eines Sim-Off Verwalters ist es doch zu entscheiden ob neue Spieler aufgenommen werden, oder?


    Könnte man das nicht so regeln das, wenn sich ein neuer Spieler für die Gens bewirbt und der Sim-Off Verwalter in dieser Zeit nicht da ist, die anwesenden Spieler abstimmen ob der Neue aufgenommen wird?

    Die Fesseln lösten sich! Bei Jupiter, Fortuna und Felicitas!!! Wenn er erst einmal wieder in Rom war würde er ein Opfer bringen. Eines für Vater Jupiter, eines für die Göttin des Glücks und eines für die Laren der Gens Claudia. Quälend lange Minuten hatte er die Finger der jungen Frau an seinen Handgelenken gespürt hatte gespürt wie sie sich bemühte und dann endlich war da dieses erlösende Gefühl gewesen, mit welchem sich die Fesseln lockerten. Der Triumph der ihn durchflutete war kaum zu beschreiben!


    Schwer und heftig schlug sein Herz, schwer und heftig ging sein Atem. Niemand hatte etwas bemerkt. Die vier Räuber am Feuer zechten und der eine am Tor schielte in die Nacht hinaus. Es war geschafft, seine Hände waren frei und sein Schicksal lag nun in seiner Hand, Gedeih oder Verderb, darüber würde nun er bestimmen!


    Er atmete einmal tief durch.


    "Eldrid, woher stammst du?" fragte er dann, ihre Fragen erst einmal bewusst ignorierend und begann nun ihre Fesseln zu lösen. Mit seinen nahezu freien Händen ging das nun deutlich besser. Er ertastete ihre schlanken Handgelenke und machte sich langsam und vorsichtig daran den rauen Strick aufzuknoten. Die Fesseln an den Füßen würden zuletzt kommen, denn wenn sie jemand dabei sah wäre sofort klar dass etwas im Busch war. So wie es jetzt war, konnte er die Hände erst einmal hinterm Rücken lassen.


    Vom Feuer her erklangen laute Geräusche, als die Männer begannen mit ihren versoffenen Kehlen ein Lied zu singen. Marcellus hingegen sann auf Rache und sein Blick schweifte immer wieder düster durch die Höhle. Wenn die Kerle nur noch ein bisschen mehr soffen, dann wäre es fast schon einfach. Den einen Räuber am Tor würde er überwältigen können und die vier Betrunkenen würden ebenfalls kein Problem darstellen. Er betete nur inständig darum dass die retlichen Banditen nicht zurückkehren würden!

    Immerhin zierte sich die Kleine nicht lange und wollte auch erst einmal nicht lange überzeugt werden, sondern machte sich recht unvermittelt daran mit den Händen nach seinen Fesseln zu suchen. Wo auch immer sie her kam, sie hatte bestimmt mehr praktische Erfahrung mit Gewalt und Brutalität als er und somit war ihr diese Situation hier auch nicht ganz so fremd wie ihm. Alleine die Tatsache, dass er sich hier in der Gewalt irgendwelcher Gesetzloser befand und dass sein Leib oder gar sein Leben in Gefahr waren war so gänzlich neu für ihn, dass er es noch immer nicht ganz begreifen konnte. Sein Leben war bisher bestimmt gewesen von Luxus, Zivilisation und Bildung, die einzige Form der Gewalt die er kannte waren ungefährliche Übungskämpfe und Gladiatorenwettkämpfe, welche er stets von einem gemütlichen Sitzplatz aus beobachtet hatte, mit Wein und Oliven zu seiner Verfügung.


    Aber sein Leben war eben auch bestimmt gewesen von Geschichten und Vorstellungen. Von Traditionen und Erwartungen die er selber an sich hatte und von denen er glaubte dass auch seine Ahnen sie an ihn hatten. Er stammte aus einer Familie welche die Geschicke Roms seit Jahrhunderten beeinflusste. Sie waren verwandt mit den ersten Kaisern und seine Ahnen ließen sich bis zur Gründung Roms zurückverfolgen! Seine Vorfahren hatten geholfen Rom zu erbauen und sie hatten das nicht nur mit ihrem Schweiß, sondern auch mit ihrem Blut getan. Wenn er nicht der Verweichlichte Nachkomme von größeren Vorvätern sein wollte, dann musste er heute seinem Namen Ehre machen!


    "Wenn wir es hier heraus schaffen, dann werde ich dir helfen Eldrid. Du wirst dann unter meinem Schutz stehen." bestätigte er ihr. Natürlich würde er ihr helfen. Was die anderen Gefangenen anging, die meisten schliefen vor Erschöpfung oder blickten geistesabwesend umher. Sie schienen noch schlechter dran zu sein als sie beide und ehrlich gesagt wüsste Marcellus nicht was er für die tun könnte. Nein, die junge Frau würde er mitnehmen, das verlangte der Anstand, aber die anderen mussten für sich selber sorgen.


    "Sie haben mich überrascht. Heute werde ich sie überraschen." antwortete er dann also grimmig und entschlossen auf ihre Frage hin. Marcellus spürte ihre Finger an seinen Handgelenken und sein Herz begann noch schneller zu schlagen. Bitte Götter, Jupiter, Mars, Venus... wer immer gerade auch zusah... Gebt das diese Germanin die Fesseln lösen kann, gebt mir diese Gelegenheit mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen! Er begann stumm zu beten.