Beiträge von Aulus Furius Saturninus

    Widerwillig nahm sie ihr fein mit roten Rosen gestrickte Seidentuch aus der Tasche.


    "Wenn es sein muss. Dir zuliebe. Aber nur dir..."


    Bevor sie das Tuch los lies. Ging sie in sich und schloss ihre Äuglein. Bitte Favonius, lass mein Tüchlein vom Winde getrieben, einfach hinab auf dem Boden fallen.

    Ich schaute dem militärischen Gepränge zu, den Männern mit ihren Schwertern, welche diese meine patria, auf der nur Eisen zu gedeihen schien, so groß und mächtig gemacht hatten; spürte die Präsenz des Mars Ultor in den altüberlieferten Riten


    .... da fiel mir etwas Kleines, Weiches, Duftiges in den Schoß wie ein Gruß aus elysaeischen Gefilden.

    Ein Seidentüchlein war es, mit Rosen bestickt. Es duftete ganz zart und fein wie die Anemonen im Furischen Hortus im Frühjahr.

    Sicherlich stammte es aus weiblicher zarter Hand.

    War es verloren gegangen oder mit Absicht geworfen? Der Kontrast zum Schauspiel der Entsühnung der Waffen ließ mich lächeln, und ich behielt es in meiner Hut, um es seiner Eigentümerin später zurückzugeben.

    Ich schaute Tiberius an, und war immer noch froh, nur einen zu sehen und nicht etwa zwei Tiberiusse.

    "Aber natürlich!", ging ich begeistert auf seine provokante These ein: "Genau dies hat der göttliche Octavianus Augustus sagen wollen mit seinen letzten Worten: Acta est fabula, plaudite! Mit der Kraft eines Schauspielers die Tugenden hochhalten, auch wenn die Politik ein schmutziges Geschäft ist! Du hast in meinen Augen ganz recht mit dieser Beobachtung, und wir sollten ein Werk über die Janusköpfigkeit des Staatenlenkers verfassen. Jede Untat zum Wohle der res publica ist legitim, und doch muss Tugend sie stets verschleiern! Ob wir sie als mos maiorum oder sonst wie bezeichnen."

    Ich war nun so weit, die Fruchtstücke mit einem Holzstäbchen aus meinem Becher zu fischen:

    "Die Kaiser, die dieses doppelbödige Schauspiel nicht beherrschten, nennen wir schlecht; diejenigen, die gut darin sind, die guten Kaiser.", behauptete ich.


    Ich hatte auf Serapio geachtet, der abgesehen von seiner markanten Erscheinung der Ranghöchste von uns Fahrern war und natürlich seine Anhängerschaft dabei hatte, und da berührte das Tuch den Boden und meine edlen Rösser Minos und Malachit stürmten los, als ich die Zügel locker ließ.

    An die Menschenmenge hatte ich sie mit Hilfe der furischen Sklaven gewöhnen können, aber eben nicht an das Donnern der
    eisenbeschlagenen Räder links und rechts von ihnen, und das wilde Trappeln von Hufen; mit dem Staub hatten wir Glück, da es immer noch leicht nieselte.

    Ausgerechnet mein parippus* Minos wurde nervös, und trachtete mit der Kruppe auszuscheren, ich berührte ihn mit der Gerte am Hinterteil: „Hooooo“; da zog schon Tubertus an mir vorbei, sein Mantel flatterte. Ich wusste, dass der Kerl ein Fuhrmann war, und dachte bei mir, dass er während seiner Arbeit wohl ähnliche Geschwindigkeiten vorlegte und die braven Bürger Romas nicht schlafen ließ!

    Da folgten auch schon der Senatorensohn mit seinen Rappen und der Prätorianertribun gleichauf; doch beunruhigen tat mich das nicht, wusste man doch, dass ein Rennen erst am Schluss entschieden wird.

    Schon kam die erste Kurve, und ich versuchte aufzuholen, in dem ich sie so eng wie möglich nahm; ich spürte die vibrierende Achse unter den Füßen, wurde so abrupt langsamer, dass ich das Gefühl hatte, in der Luft stehen zu bleiben, dann feuerte ich Minos und Malachit an:“
    "Via, meine Schönen, Via! Lauft!“, und ich ließ ihnen nun freieren Lauf, so dass ich langsam aber sicher wieder schneller wurde.


    Sim-Off:

    * Handpferd

    ** Danke für das Posten der Ergebnisse von PhaseI, hatte ich schon fast wieder vergessen=)

    Heute war das Kennlernen der Mitarbeiter der Administratio angesagt.

    Mein Haar glänzte noch nass von Nardenöl, meine Toga war strahlendweiß, und ich hielt mich etwas im Hintergrund, um die Leute zu beobachten, wobei ich aber nur meinen Vorgesetzten Cornelius Lentulus (Pedant – besser ihm nicht auffallen ), Sergius Collega ( hatte offensichtlich nicht mein Posten gewollt, war also keine Gefahr, und ein möglicher Freund) und Fabius Torquatus (da bestand offiziell kaum Verbindung, weshalb ich abwarten würde, ob er mich überhaupt kennen wollte) näher kannte.


    Palastsklaven boten kleine Erfrischungen an, und ich nahm ein paar Mandeln, da ich nicht gerade mit vollen Backen kauen wollte, falls mich jemand Wichtiges ansprach, und einen Becher Wein.


    Ein wenig lauschte ich der Musik. Die linke Lyraspielerin erinnerte mich an Thalia, die belesene Hetäre, die mich während meines Studiums in Athen so ausgenommen hatte; die gleiche weiße Nackenlinie, das gleiche etwas mutwillige Kinn. Ach, Thalia…

    Ich versuchte den Blick der fidicina zu erhaschen, aber konzentriert war sie auf ihr Spiel, die liebliche Kreatur.


    Da ging schon ein Raunen durch die Menge, der Caesar Augustus war wohl gekommen. Ich riss den Blick von dem Mädchen los, straffte die Schultern und wartete, ob er etwas sagen oder sich unter die Amtsträger mischen würde.

    Große Hoffnungen gesehen zu werden machte ich mir nicht; ich war ohne einflussreichen Patron. Sonst hätte ich mich an den halten können, und er hätte mich vielleicht dem Caesar Augustus vorgestellt.

    IN NOMINE IMPERII ROMANI ET IMPERATORIS CAESARIS AUGUSTI

    ernenne ich

    Titus Decimus Varenus


    mit Wirkung vom

    ANTE DIEM XI KAL DEC DCCCLXX A.U.C. (21.11.2020/117 n.Chr.)



    zum

    Primicerius A Libellis


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    Ich grinste auch: „Ich bin nicht nicht nur Plebs, sondern griechischstämmig obendrein; für die patres nicht einmal existent
    würde ich sagen. Ich bin freilich auch kein Soldat.

    Aber was deine letzte These angeht:
    Wenn ein Staatsmann nicht den Zweck verfolgt, im Aristotelischen Sinne tugendhaft zu sein, kann er jederzeit die virtus sozusagen über Bord werfen und rein utililaristisch handeln?"

    Ich hoffte, ich hatte Tiberius recht verstanden:

    "Sollten die Tugenden nicht aber unabhängig von der menschlichen Sichtweise als ideae Platonicae, wie Cicero sie nennt, existieren und sich jeder, auch der Geringste darauf berufen können?

    Und muss der Princeps nicht deshalb gerade zwingend der verständige und tugendhafte Augustus sein, an dem sich seine Mitbürger und der ganze orbis terrarum jederzeit orientieren können?


    Ich trank noch mehr von unserer Erfindung. Die Mischung der Süße und des Alkohols berauschten mich und stiegen mir ganz schön zu Kopf. Sie brachten neue Gedanken hervor, die ich Morgen vermutlich schon wieder vergessen haben würde.

    Hallo, ich hätte zwei Fragen bzw Bitten :

    Könnte man den Procurastempel für die Kanzlei so übernehmen, dass ich ihn jederzeit für Urkunden etc. übernehmen kann?

    Momentan muss ich ihn als Datei hochladen, aber das sieht nicht so aus, wie es sollte.

    Und es wäre für die Kanzlei eine große Hilfe.

    Danke


    Zweitens: wenn ich mit dem Handy hier bin, komme ich nicht auf die Rubrik "Themen der letzten 24 Stunden"

    Könnte man das so machen, dass sie irgendwie oben steht?

    Was Klatsch und Tratsch angeht, bin ich auch dafür, dass sowohl positives als auch negatives über andere IDs "eingereicht" werden darf, negatives aber immer nur nachdem der Betreffende sein ok dazu gegeben hat.

    ich finde das schwierig zu unterscheiden.

    Ein Beispiel. Ich würde das Gerücht streuen:" Caesar Bala ist auf Brautschau", das könnte dazu führen, dass mehrere junge Damen den Caesar anspielen, was ziemlich in das Spiel der ID eingreift.

    Ist so etwas jetzt negativ oder positiv?

    "Deus ex Machina", sagte ich spontan, und da das doch etwas schräg klang: "Oder eher Tiberius ex Machina", meinte ich, mich auf diese Theaterstücke beziehend, in denen unerwartet ein Gott erscheint, um die Probleme der Protagonisten zu lösen:

    "Entweder hält man den Coriolanus in Reserve, um ihn plötzlich auftauchen zu lassen, wenn keiner damit rechnet, oder man möchte ihn beschützen. Oder verbannen. Vielleicht auch von jedem etwas. Ich kenne die Interna nicht. Da ich meine Jugend außerhalb Romas verbracht habe, weiß ich nicht mal so genau, was dieser Verus eigentlich für eine Rolle gespielt hat. Eine hässliche, nehme ich jetzt nur mal an."

    Ich schenkte Torquatus einen kurzen Blick. Er hatte mir nicht gesagt, warum er plötzlich die Tiberii wieder ausgraben wollte. Wenn er wollte, dass ich mitdachte, wäre ein Fingerzeig hilfreich.

    Ggf. wäre eine Kombination sinnvoll, ergo dass der Ticker Überschriften/Themen der Acta Diurna aufgreift, sofern diese gegeben sind, und ansonsten Überschriften verkündet, die theoretisch darin stehen könnten.

    Das finde ich auch sinnvoll.


    (. Obwohl die Römer Tratsch liebten und die Kuckuckseier sogar bei Historikern auftauchen. )


    An eine mögliche Instrumentalisierung hatte ich tatsächlich nicht gedacht.

    ich auch nicht. :hmm:

    Tratsch sind aber auch Neuigkeiten, die nicht stimmen müssen.

    Wie ist das nun gemeint? Müssen die Neuigkeiten wahr sein oder darf man Gerüchte streuen?


    Es sollte doch gerade keine Acta Diurna sein, oder?

    Ich bin weiterhin fuer den Namen Miscellanea, um den eher inoffiziellen Charakter zu betonen. ;)

    Oder soll das Teil einen deutschen Namen bekommen?

    Dann wäre "Vermischtes" die Übersetzung.

    Ich setzte mich, räusperte mich und begann:

    " Salve Procurator

    Die Tiberii dürften für sich alleine schon eine Ecke im Hades reserviert haben, soviele Tote und Verschollene findet man in ihren Reihen. Aber in der Tat habe ich drei Tiberii gefunden, die noch am Leben sind.

    Nummer Eins: Aulus Tiberius Ahala Tiberianus wohnhaft: Roma, ein Sodalis der Arvales Fratres übrigens.

    Nummer Zwei: Eine Tiberia Stella, wohnhaft in Roma, um die Zwanzig und unverheiratet. Eine Tochter des Tiberius Verus. Der Caesar Augustus hat sie empfangen und zwar fast genau vor einem Monat.

    Der dritte jedoch ist der Grund dafür, dass ich nichts Schriftliches verfassen wollte:

    Ein Marcus Tiberius Coriolanus*, tatsächlich auch ein Verussohn und im Standesregister der Patrizier auch eingetragen.

    Er wird als Centurio Einsatzgebiet Cappadocia geführt. Nur dass alle Vorgänge diesen Offizier betreffend unmittelbar vom höchster Stelle gezeichnet sind und damit ein Entscheidungsvorbehalt auf diesen Vorgängen liegt."

    Ich selbst hätte nicht gedacht, dass ein Tiberius Verus überhaupt noch Söhne hatte. Ich nahm einmal an, dass der Caesar Augustus auch nicht umbedingt wünschte, dass Cnaeus Fabius Torquatus oder meine Person über den Verussohn Bescheid wussten. Nur - es war schon so viel Zeit vergangen. Der Mann in dieser fernen Einödprovinz tat mir fast schon leid: Hier waren Schutz und eine Art Verbannung beinahe das Gleiche.



    Sim-Off:

    * Mit dem Spieler abgesprochen

    Änderungsgrund: wurde darauf aufmerksam gemacht, dass Saturninus offiziell nichts von Torquatus' Besuch bei Tiberia Stella weiß;), also führt er sie mit auf.

    Ein Kanzleibote gibt folgendes Schreiben ab:

    Ich ließ den Brief in eine zweite Hülle mit der Adresse der Domus Curtilia stecken und schickte einen Kanzleiboten los, da Post an die Konsule an ihre Privatadresse ging.

    AD

    Consul Iullus Curtilius Victor

    Haus des Konsuls

    Roma



    Lucius Annaeus Florus Minor also, hmmm, den Namen würde ich mir merken.



    >>> Haus des Konsuls

    Der Wein war von besserer Qualität als das Wasser, weshalb ich relativ viel trank. Aber die Worte meines Gegenübers machten mich noch viel misstrauischer: Schlendrian! Meinte er mich?

    Abschrecken ließ er sich zumindest nicht. Ich sah ihn schon im Geiste vor mir, wie er triumphierend lächelnd meinen Schreibtisch bezog und irgendwo seine Topfpflanze aufstellte.

    Aber verhindern konnte ich es nicht.

    Also winkte ich Evandros, einen der Scribae, zu mir:

    "Bitte bring Iullus Sergius Collega sogleich in das Officium XXI zu Procurator Titus Cornelius Lentulus, damit er seinen Termin nicht verpasst.", sagte ich etwas spitz.

    Der Schreiber nickte nur: "Bitte mir zu folgen.", sagte er.


    >>> Officium XXI