Mit respektvollem Nicken grüßte Stilo den Priester des Mars, der sich sogleich daran machte, auch Cimber und Zmertorix zurück zur Carruca zu rufen. Während die drei ihren Weg durchs Unkraut bahnten, sammelte Stilo ein Taubenpärchen samt seines Nests ein. Taubenkäfige hatte er stets bei sich, so auch heute, und sie waren, bis auf wenige, befüllt. Ohne einen Vorrat der schwarzen Brieftauben, die er leidenschaftlich züchtete, ging Stilo nirgendwo hin.
Bald darauf trafen sich alle an der Carruca.
Stilo war froh, als seine Leute wieder bei ihm waren. Dass Sabaco fehlte, ihr Maskottchen, wie sie ihn nannten, missfiel ihm jedoch. Wo blieb der Mann? Stilo hoffte, dass ihm nichts zugestoßen war. Was musste der Kerl auch den ganzen Weg von Hispania reiten, anstatt sie mit dem Schiff zu begleiten. Jedoch wollte Stilo nicht länger warten. Wenn Sabaco etwas zugestoßen war, konnte er es nicht ändern. Er hatte kurz für sich sein wollen, um seiner Schwester zu gedenken und die notwendigen Briefe zu verfassen, doch nun war es auch wieder genug. Bestattet war Seia Sanga ja längst. Stilo hatte in den Stunden seiner Einsamkeit einen gewichtigen Entschluss getroffen und gedachte diesen schnellstmöglich in die Tat umzusetzen.
"Brechen wir auf nach Roma. Es gibt eine wichtige Angelegenheit zu klären. Meine Neffen sind nunmehr Vollwaisen und die wenigen lebenden Mitglieder der Gens ihres Vaters sind irgendwo in der Weltgeschichte verstreut oder verschollen. Die beiden sind zu jung und zu ..." Schwierig? "... zu jung eben, um ohne Vater und Mutter auszukommen. Ich will nicht, dass sie auf die schiefe Bahn geraten und möchte ihnen anbieten, sie zu adoptieren. Es ist mir eine Herzensangelegenheit und ich hoffe, dass ihr mir nachseht, dass ich die Trauerfeier und alles andere darum verschiebe."
Damit stiegen sie ein und die Reisegesellschaft machte sich auf den Weg nach Roma, ohne dass Stilo das Grab seiner Schwester besucht hatte. Das sterbende Haus blieb still und leer in Mantua zurück mit all seinen Erinnerungen, den schönen wie den schmerzlichen, die bald zusammen mit dem Elternhaus von Scato und Fango vom Unkraut überwachsen sein würden.
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