Beiträge von Iunia Matidia

    Matidia nickte lächelnd und schaute dabei zur Seite, als ihr Bruder den Stadtführer nochmals erwähnte. "Ja, ein Decurio, ebenfalls von der Ala, hat mir ein paar Dinge gezeigt.", sagte sie halblaut, denn auch sie hatte das Gespräch nebenan mitbekommen. Dabei nickte sie Stilo zu. Sie hatte sich vorgenommen, damit weitaus offener zu sein, doch jetzt, als es soweit war, wusste sie nicht so recht, wie sie ihrem Bruder so eine Sache mitteilen konnte. Mit Mutter hätte sie so etwas vielleicht besprechen können, aber auf die konnte sie gerade nicht bauen.


    Als Tacitus sich dann zu ihr lehnte und ihr sein Lob ins Ohr flüsterte, wurden ihre Wangen deutlich röter und erneut schossen ihr ein paar Tränen in die Augen. Sie wollte sich bedanken, doch sie hatte einen Kloß im Hals. Einerseits, weil sie das Lob zu schätzen wusste und es wirklich viel wert war, wenn es von ihrem großen Bruder kam, andererseits, weil es eben wirklich keine so leichte Zeit gewesen war. Und diese nun, endlich, vorbei war. "Ich... bin.. so froh, dass du da bist.", flüsterte sie schließlich erstickt zurück.

    Es war vielleicht ein exklusiver Ort und eine seltene Ehre, dass sie diesen betreten durfte, doch als Ziel für einen solchen morgendlichen Ausflug erschien es ihr dann doch ein wenig ungewöhnlich. Aber sie war bereit, sich überraschen zu lassen und daher auch neugierig, was Sabaco vorhatte.

    Durchaus interessiert betrat sie den Innenraum und schaute sich um, doch bei der Leiter wurde ihr doch etwas anders. Sie verzog den Mund, sichtlich wenig begeistert, doch war sie auch entschlossen, den Mann nicht zu enttäuschen. Was, für sie, ein wahrhaft großer Schritt war!

    "Es wird gehen. Nimm bitte mein Tuch mit.", sagte sie ihm und reichte es ihm bevor er hinaufstieg. Die Leiter wackelte ihr etwas zu sehr, und als er oben angekommen war, trat sie ihrerseits zu jener, hielt diese in den Händen, atmete tief ein und machte sich dann an den Aufstieg, wenn auch deutlich behutsamer als ihr Vorgänger. Daher merkte sie auch nicht, dass sie beinahe mit ihm zusammenstieß, als er sich wieder über die Öffnung beugte und einen Fuß neben eine Sprosse setzte, was sie zum Wanken brachte.

    Matidia war dennoch beeindruckt von dem, was ihr Bruder in Rom erreicht hatte. Nun, nicht direkt der Augustus hin oder her, er verkehrte auf jeden Fall in sehr gewählten Kreisen und hatte Erfolg. Das brauchte er nicht kleinzureden, was er zwar nicht tat, nur weil er realistisch war, aber er durfte ruhig ein wenig stolz sein. Seine Art war so anders als Matidias, dass es sie jetzt schon in den Fingern juckte, ihn zu einem kleineren Gefühlsausbruch zu reizen, aber vielleicht sollte sie ihr Wiedersehen nicht überstrapazieren. "Vater wäre sehr stolz auf dich." Aber das wusste er sicher selbst.


    "Natürlich zeige ich dir gerne die Stadt. Zumindest das, was ich davon kenne.", lächelte sie. Das wäre sicher interessant, mit ihm! "Für Details wirst du Scato fragen müssen." Sie zögerte kurz. "Eventuell kenn ich auch einen Stadtführer.", wagte sie sich vorsichtig vor. Es wäre vielleicht eine unverfängliche Gelegenheit, Sabaco vorzustellen.

    Dass Tacitus wenig Emotion zeigte, verwunderte sie wenig, er wusste ja letztlich, weshalb sie immer noch hier war. Daher nickte sie nur nachdenklich auf seinen Vorschlag. "Ja, das wird das Beste sein." Hoffnung hatte sie indes aber wenig.

    Von der domus kommend, war der Ritt zwar einerseits schön, aber es war auch trotz warmer Kleidung und des Tuches, sehr kalt zu dieser Stunde. Matidia vermisste ihre Heimat in diesen Stunden, wo die kalten Tage sich eben doch sehr in Grenzen hielten.

    Zum Glück war sie abgelenkt von der Umgebung und ihrer Begleitung, die manch einer vielleicht als unpassend beschrieben hätte, aber auch wenn Sabaco objektiv vielleicht ein deutlich raueres Bild als die meisten edlen Römer abgab, hatte er es ihr angetan, und vielleicht genau aus diesem Grund. Er war anders als die meisten Männer, die sie getroffen hatte, und das gefiel ihr eben. Sie fühlte sich ein wenig, als hätte sie etwas gefunden, was sie niemals gesucht hatte, und dieses Gefühl sorgte dafür, dass sie in der letzten Woche oft wach gelegen hatte und manchmal auffallend verträumt durch die domus geschwebt war. Von den blutrünstigen Geschichten der Umgebung ahnte sie vielleicht etwas, wollte davon aber sicher nichts wissen, schon gar nicht in diesem Moment. Sie vertraute darauf, dass Roms Macht, zur Not in Form von Publius Matinius Sabaco, die Barbaren zurückschlagen würde, wann immer es nötig war. Ein wenig naiv, sicher, aber wie sollte es denn anders sein?


    Sie hatte keine Ahnung, wohin es gehen würde, daher beobachtete sie schweigend, und solange man nicht mehr nur zu zweit war, sagte sie erst recht nichts, sondern ließ sich vom Pferd helfen um Sabaco dann zu folgen, wohin immer er sie brachte.

    Sie nickte Stilo zu, als dieser sich vorstellte. Sicher würde es noch ausreichend Gelegenheit geben, auch mit ihm zu sprechen, sie war natürlich auch daran interessiert.

    Bei den Worten ihres Bruders lächelte sie, und erneut schossen ihr Tränen in die Augen. Es war so unerwartet, aber so wichtig, dass er hier war, egal, wie lange man sich nicht mehr gesehen hatte! Seine Nähe tat jetzt schon gut, und er würde sich um alles kümmern. Ganz bestimmt, auch wenn er so ein vielbeschäftigter Mann war. Offensichtlich kam er wirklich nach ihrem Vater, was einerseits natürlich gut für die Familie war, andererseits war sie natürlich auch froh, dass er sich diese Zeit genommen hatte. Es rührte sie gar, wenn er sogar solche wichtigen Kunden hatte! "Der Augustus? Ich bin beeindruckt, großer Bruder!", grinste sie und nickte.

    Ja, er war nun hier, und sie nahm die Einladung dankend an.

    "Danke.", sagte sie und setzte sich, diese Bewegung nun deutlich anmutiger und damenhafter als alles, was sie bisher so gezeigt hatte. Die vielschichtige Verwirrung nahm keine Überhand mehr, sie wusste sich wieder zu benehmen und konnte die römische Frau sein, die sie sein sollte.

    "Nun, ich hatte dir ja bereits das Wichtigste berichtet. Man hat mich gut aufgenommen, es geht mir gut, ich habe... Die Stadt ist interessant, aber sicher.", Dass sie jemanden kennengelernt hatte, verschluckte sie doch erst einmal, auch wenn dass ihrer Fassade einen kleinen Riss bescherte. Man musste ja nicht mit der Tür ins Haus fallen!
    Ohnehin war das nächste Thema wichtiger: "Mutter... Geht es leider immer noch nicht viel besser. Sie ist selten bei Sinnen und ihre Wunden wollen nicht so recht heilen." Ein Transport nach Rom erschien immer noch unmöglich, aber es stand mittlerweile leider auch schlimmeres im Raum. Bedrückt schaute sie zu Boden und suchte nach Tacitus' Hand, um sie sanft zu drücken. Wären sie bald allein?

    Ja, Matidias Bruder war der Ältere, aber eben auch ruhiger und klügere. Das gab sie gerne zu, er war eben außergewöhnlich klug, das bedeutete ja nicht, dass sie nicht auch klug sein konnte. Zudem las er gerne und viel und wusste sicherlich alles, was man so wissen musste, das zumindest war ihre Hoffnung, und da er nun hier war, würden sich viele Dinge klären. Natürlich konnte auch er ihre Mutter nicht wieder gesund machen, aber das musste er ja auch nicht, solange er hier war und sie nicht mehr alleine.

    Er löste die Umarmung und schaute sie warm an, Matidia lächelte und wischte sich eine Träne weg, als ihr klar wurde, dass es ja noch Fremde hier gab. Andererseits, sie durfte sich ja freuen bei so einem Anlass, oder?

    "Ach, es half ja nichts.", meinte sie, Bezug nehmend auf den Überfall. Die Barbaren kamen auch über den Fluss, wie es schien, wenn sie wollten. Aber ja, er hatte recht. Wie so oft.

    "Es stimmt. Alles ist so viel kleiner. Aber..." Sie schaute zu Scato, dann an ihm vorbei und dachte dabei auch an Sabaco. "Es gibt auch sehr gute Menschen hier. Scato zum Beispiel! Ohne ihn..." Sie führte es nicht weiter aus, was geschehen wäre, aber man mochte sich denken, wie verloren sie dann erst gewesen wäre.

    "Entschuldigt... Stilo,richtig? Freut mich, dich zu treffen, Vetter!" Sie nickte ihm zu, lächelte, ein wenig unbeholfen. Den ihr noch fremden Mann hatte sie bislang kaum wahrgenommen, aber wenn er mit Tacitus reiste, musste er ja auch halbwegs anständig sein.

    Dann schaute sie wieder zu ihrem Bruder. "Was macht ihr hier?"

    Kein Wunder, dass Matidia im Moment so unordentlich gekleidet war, denn sie war ja gerade erst aufgestanden. Und befand sich hier an einem Ort, den sie tatsächlich für den Moment als ihr Zuhause bezeichnete, auch wenn dies ja, trotz allem, irgendwie nur vorübergehend sein sollte. Dafür verweilte sie zugegeben schon recht lange in Germania und fühlte sich hier auch ziemlich wohl.

    Natürlich war das hier keine Feier, der Kommentar war richtig, sogar in der Hinsicht, dass Mogontiacum es sicherlich nicht mit Rom aufnehmen konnte, was es selbstredend aber auch nicht versuchte. Dennoch passte ihr der Einwand nicht, und ihre feinen Augenbrauen verengten sich ein wenig mehr. "Dann verlegt eben ... das was ihr hier macht.", murmelte sie grummelnd, zupfte ihre Tunika zurecht und rieb sich indessen mit einem nackten Fuß über die andere Wade, da es tatsächlich ein wenig frisch wurde, so abseits der Liege.


    Als Scato die Sache dann förmlich aufklärte, verharrte sie in der Bewegung, eine Haarsträhne, welche sie notdürftig hinter ein Ohr zurück schieben wollte, in der Hand, starrte ihren Bruder mit großen Augen an und ihr Unterkiefer klappte hinab, was ihrer Erscheinung den letzten Rest an römischer Anmut nahm. Möglich, dass sie hier irgendwelchen Erwartungen nicht entsprach, aber sie war eben auch eine unbeaufsichtigte junge Frau, die hier in der letzten Zeit mehr oder weniger hatte tun und lassen können, was sie wollte. Es hatte nicht immer ihre besten Verhaltensweisen hervorgebracht.

    "Tacitus?", wiederholte sie und schaute kurz zu Scato, der sich aber wohl keinen Scherz erlaubt hatte. Dann sah sie wieder zu ihrem Bruder, den anderen Mann, Stilo, ignorierte sie unhöflich, aber vielleicht verständlicherweise. "Du bist hier?"


    Damit hatte sie nicht gerechnet, und plötzlich wurde ihr wieder bewusst, wie einsam und verlassen sie sich hier auch schon gefühlt hatte, wie alleine sie mit ihrer immer noch siechenden Mutter gewesen war, und wie sehr sie sich an eine ihr bekanntere Umgebung gewünscht hatte, oder zu jemandem, den sie kannte oder gar vertraute. Ja, sie hatte Scato, der wirklich viel getan hatte, und natürlich auch andere Bekanntschaften und mehr, aber das hier, ihr Bruder, war etwas anderes. Natürlich hatte sie ihn lange - ewig - nicht mehr gesehen, sie wusste nicht, wie er als erwachsener so war, und war somit vielleicht auch eigentlich ein Fremder, aber er war ihr Fleisch und Blut und versprach ein Gefühl von Sicherheit, welches sie vermisst hatte. Natürlich konnte sie das sehr gut überspielen, aber gerade bekam diese sorgsam aufgebaute Mauer um ihr Inneres ein paar Risse.

    Ohne abzuwarten oder zu zögern eilte sie, erneut höchst undamenhaft, auf den Bärtigen zu, und schlang ungefragt ihre Arme um ihn um sich an ihn zu drücken. Tacitus war schon immer ein Mann des Geistes gewesen, darum war er ja auch nach Alexandria gegangen, während Matidia ihrem Herzen folgte, eventuell manchmal etwas zu sehr, weil sie es sich eben leisten konnte. Seine recht kühlen Worte eben unterstrichen das, aber der jungen Frau, die in diesem Moment wieder deutlich mehr wie ein Mädchen aussah, war das egal, denn in ihren Augen standen Tränen und sie genoss die brüderliche Nähe. "Danke.", sagte sie leise mit belegter Stimme nah an seinem Ohr.

    "Was habe ich Somnus getan, dass er Menschen schickt, die mich stören?" Das von Matidia gehaltene Schläfchen war offensichtlich gestört worden, und diese war höchst ungehalten über die Störung, wie man unschwer hören konnte. In ihrem cubiculum ruhend, erholte sie sich von den wichtigen Dingen, die das Tochterdasein so mit sich brachte, und es gefiel ihr, offensichtlich, ganz und gar nicht, das man sie störte. Was aber keinen Unterschied machte zu einer Störung am Abend, Mittag oder Morgen.

    Seufzend legte sie sich eine Tunika um und spazierte in die Richtung der Geräusche, das Tricilinum, es war ja direkt nebenan.

    Natürlich war es erneut Scato, dieser umtriebige Kerl, der dort etwas zu tun hatte, und er hatte dieses Mal sogar zwei Freunde mit sich gebracht. Der eine hatte sogar einen Bart, was ihr nicht passend erschien, modisch war es zumindest nicht. Sie warf ihm einen missbilligenden Blick zu.

    "Könnt ihr eure Feier nicht an einen anderen Ort verlegen?", sagte sie müde und zeigte dabei unbewusst eine nackte Schulter zuviel, weil sie sich unachtsam ankleidet hatte.

    Matidias Blick auf seinen Kommentar war durchaus ein wenig skeptischer, denn im Gegensatz zu dem, was ihre große Klappe vermuten ließ, war sie weitaus weniger erfahren, als es vielleicht vermutet wurde, und konnte einzig ihr Selbstbewusstsein ins Felde führen. Und natürlich war sie froh, dass Sabaco wenigstens die Etikette berücksichtigte, denn auch wenn es früh war und sie gerne mit ihm zusammen war und es genoss, ein wenig unernst zu sein, wollte sie natürlich nicht, dass jemand anders sie so sah.


    "Ich bin gespannt.", sagte sie also recht neutral und vielleicht auch enttäuschend, wenn man eine durchtriebene Römerin erwartet hatte, aber mehr wusste sie dazu nicht zu sagen, denn die Doppeldeutigkeit war ihr in ihrem Alter natürlich bekannt. Allerdings, sie war auch nicht gar so abgeneigt, was das anging, denn sofern sie das beurteilen konnte, war Sabaco ein sehr stattliches Mannsbild, und sie eben eine neugierige junge Frau!

    Also schlag sie ihre Arme um seinen Oberkörper, als er sich vor sie setzte und das Pferd sehr sanft antrieb. Und durchaus war sie dabei so mutig, ihren Oberkörper zumindest behutsam an seinen Rücken zu schmiegen, denn die pure Manneskraft vor ihr war durchaus sehr verlockend! "Es ist schön, dass du da bist.", sagte sie mit zarter Stimme in sein Ohr. "Mein Decurio."

    "Gymir ist ein zuverlässiger Kamerad", erklärte Sabaco, während er Matidia Zeit ließ, sich mit dem imposanten Hengst bekannt zu machen. "Sonst würde er nicht mein Schlachtross sein, sondern in der Wurst enden", fügte er mit einem Grinsen hinzu. Es verbreiterte sich, bis sich die Narben um seinen Mund spannten, als Matidia ihm sagte, er müsse die Zügel übernehmen. Das würde er, in jeder Hinsicht, so wie es gut und richtig war.


    Nicht ganz zufällig hatte er bei einem Stein auf Matidias Rückkehr gewartet, wie sie an Römerstraßen manchmal bewusst platziert waren, um das Aufsteigen eines Pferdes ohne helfenden Reitknecht zu ermöglichen. Da die Gens Iunia wohlhabend war und manchmal Besuch zu Pferd empfing oder selbst ausritt, war dieser Stein vielleicht nicht zufällig in der Nähe der Porta ihres Wohnhauses platziert. Sabaco hielt Matidia die Hand hin, um ihr beim Aufsteigen zu helfen.


    Gymir war heute nicht mit dem schweren Ledersattel, sondern nur mit einer dicken Wolldecke gesattelt, was wohl schon verriet, dass Sabaco nicht vorhatte, zu Fuß vorweg zu trotten. Nichts geschah zufällig an diesem Abend ... oder an den Tagen zuvor. Alles hatte seine Richtigkeit.

    Klare Entscheidungen, das gefiel ihr. Aber das wusste sie ja auch bereits von ihm, daher lächelte sie ihn an.

    Sie nickte und ging zu dem, in der Tat, bewusst platzierten Stein hin, stellte sich gerne ein wenig zu sehr hilflos an, damit Sabaco ihr an die Hüfte fasste und ihr hinauf half, und steckte dann, im richtigen Moment, ihr Hinterteil hinaus, damit er eben etwas zu sehen hatte. Wenn Matidia etwas konnte, dann wusste sie sich zu verkaufen, und sicherlich würde Sabaco sehen können, was ihn da erwartete mit ihr, wenigstens oberflächlich. Und die Römerin war da wirklich sehr lieblich anzusehen!

    "Ohne einen Sattel..." Sie schaute zu Sabaco. "Das wird sicher wild.", und Ihre Brustwarzen verrieten, wie sie das fand.

    Das, was Matidia hauptsächlich durch den Kopf ging, während sie sich umkleidete, war, dass sie gespannt war. Der Ausritt, es war spannend, wohin es gehen würde, und vor allem ob Sabaco nun eines oder zwei Pferde hätte. Das machte durchaus einen Unterschied, denn erstens konnte sie zwar ein wenig reiten, aber es war eher etwas, was sie als junges Mädchen des Spaßes halber getan hatte, als dass eine römische Frau so etwas üblicherweise tat, und zweitens mochte es dann wiederum sein, dass man zu zweit auf einem Pferd säße. Was ihre Gedanken in ganz andere Richtungen lenkte, die mit dem Anstand einer römischen Frau wenig zu tun hatten, sie aber auch ein wenig nervös machten.


    Sie hatte keine Angst, aber natürlich Respekt vor Pferden, so, wie es auch vernünftig war. So ein großes, starkes Tier mochte ruhig erscheinen, aber man wusste nie, wozu es fähig war oder womit man es reizte. Im Grunde erinnerte es sie ein wenig an Sabaco, weshalb sie zwar zu dem Pferd hinüber ging und ihm nach kurzem Beschnuppern eine Hand auf den Hals legte, aber dabei auch den Mann musterte.

    Als er den germanischen Gott erwähnte, wurde sie deutlich skeptischer. "Hoffentlich reitet uns dieser Barbarengott nicht in den Rhenus.", meinte sie, nicht einmal ganz unernst, schaute dann aber wieder zu Sabaco. "Als Kind ein paar Male. Aber länger nicht mehr. Du wirst die Zügel übernehmen müssen.", antwortete sie ihm dann, und war sich keiner Doppeldeutigkeit bewusst.

    Falls Sabaco plante, sie jeden Morgen zu so einer unmenschlichen Zeit zu wecken, würde er sich wohl recht bald etwas anderes wünschen. Nun, natürlich konnte Matidia sich auch die gewissen Vorzüge, die so etwas mit sich brachte, recht gut vorstellen, aber sicherlich wollte sie nicht jeden Morgen zu einer Zeit aufstehen, zu der sich eigentlich nur Sklaven von ihren Schlafstätten erhoben haben sollten, um ihr einen möglichst angenehmen Vormittag zu bescheren. Zumindest war dies das Leben, welches die junge Frau im Grunde wollte und kannte.


    Entsprechend schaute sie auch eher skeptisch, als er einen zweifelhaften Vorzug der Kälte pries. Wollte man denn wirklich, dass die Menschen zusammenrutschten? Mit jedem? Nein, sicher nicht. Klar, sie drückte sich gerne an die starke Brust des Mannes vor ihr, aber es gab soviel Gesindel… Nein, Danke. Es war aber zu früh und nicht der richtige Moment, um sich dabei auf eine Diskussion einzulassen, die ihm am Ende nur seinen falschen Gedankengang zeigen würde. In einem Anfall von Milde verzichtete sie gerne darauf und legte sich stattdessen das Tuch um.



    Es war Sabaco anzusehen, was er dachte und wollte. Immerhin war auch ihr klar, dass er nicht ohne triftigen Grund so früh hier sein mochte, es drängte ihn vermutlich. Das war ein gutes, wenn auch vorhersehbares Zeichen, immerhin war er ein Mann. Alles Andere hätte sie wohl enttäuschen sollen.


    Sie schmunzelte daher wissend und warf sich noch einmal kurz in Pose, da immerhin dieser Moment ihnen gehörte und er gerne sehen durfte, was ihn erwartete. Immerhin wusste sie selbst das nicht direkt, aber das musste er wiederum nicht wissen.


    „Natürlich. Ich ziehe mich um.“ Sie verabschiedete sich vorerst mit einem Nicken und kehrte in ihre Kammer zurück, wo sie eine Sklavin herbeirief, die ihr behilflich war, ihre Frisur eilig zu richten und mit einem Mantel zu Sabaco zurück zu kehren, nachdem er gebührend gewartet hatte.


    „Ich bin soweit.“

    Tatsächlich war der Anblick, der sich dem Soldaten bot, keiner, der für seine Augen gedacht war. Natürlich war Matidia nicht unbedingt unschicklich gekleidet, und sicher sah sie so vielleicht sogar noch ein wenig natürlicher und besser aus, als nach einer Stunde bei der ornatrix und in sorgsam gelegter Kleidung, aber es war eben unerwartet und zu spontan. Sie lächelte dennoch, denn sie freute sich, ihn zu sehen. Es war definitiv ein Glücksfall, Sabaco hier getroffen zu haben, denn er machte das Leben nördlich der Alpen erträglich und ließ sie ihre eigentlich eher missliche Lage vergessen. Vermutlich könnte er ihr sogar helfen, was den weiteren Transport und die Sicherheit ihrer Mutter anbelangte? Es wäre auf jeden Fall etwas, was ihr nochmals imponieren würde.

    Sie ließ sich umarmen und schlang auch ihre Arme um ihn, drückte ihn an sich. So groß und stark, er fühlte sich gut an, auch, wenn ihr wirklich kalt war, so früh am morgen. Es bestand natürlich die Möglichkeit, ihn an ihr Lager einzuladen, aber das wäre wohl selbst in Mogontiacium ein kleiner Skandal. Die Idee gefiel ihr trotzdem und sie sah ihn nachdenklich an, als er sprach, mit den Gedanken gänzlich anderswo.


    „Es ist auch schrecklich kalt in diesem Land!“, stellte sie leicht wütend fest, und niemand würde das bei ihrem Ton leugnen, selbst wenn die Sonne den Rhenus austrocknen würde. Warum konnten diese Barbaren nicht einfach im Süden wohnen? Es würde alles einfacher machen und dann wären sie sicher auch weniger … barbarisch? Vermutlich waren sie einfach nicht schlau genug, um das zu verstehen.

    Sie öffnete das Paket und entfaltete dann das Tuch. Zunächst war der Blick fragend, aber nicht kritisch, doch schnell war sie begeistert. Natürlich hatte sie ähnliche Stoffe schon gesehen, allerdings machte dieses Wissen das Tuch nicht schlechter, sondern es ließ sie eher zu schätzen wissen, welchen Wert es hatte. Matidia ließ den einfachen Verpackungsstoff fallen, nahm das Tuch in beide Hände und fühlte es, roch daran und legte es sich dann probeweise einmal um die Schultern, wobei sie sich vorher einmal vor dem Mann vor sich strecken musste, was sie aber gar nicht so wahrnahm. Das Tuch war wunderbar weich, warm und ja, der Geruch gefiel ihr ebenfalls.

    Ihre Augen leuchteten. „Ich danke dir, Sabaco! Es ist wunderschön. Möchtest du mich darin durch die Stadt führen?“, fragte sie mit leicht weichen Knien und wäre ihm überallhin gefolgt.

    Arbeit war ein Luxus, den Matidia nicht hatte, und hier im hohen Norden hatte die junge Frau auch sonst nur sehr wenig Beschäftigung oder soziale Kontakte. Nachdem sie sich also ausreichend, natürlich nur für sich selbst, über ihre eigene Dummheit geärgert hatte, bis sie zu dem Schluss gekommen war, dass sie durchaus das Richtige getan hatte, und nun eben durchhalten musste, sorgte sie dafür, dass sich um die Casa Iunia und ihre Mutter in dieser Woche wirklich äußerst gut gekümmert wurde. Ein ausreichender Zeitvertreib, auch wenn sie auf dem Weg ins Lager der Soldaten immer wieder nach Sabaco Ausschau hielt, auch wenn sie nicht wirklich wusste, wo sie nach ihm zu suchen hatte. Er war ein Soldat, da war er doch sicher dort irgendwo in der Nähe, oder?


    Sonderlich erfolgreich war sie damit nicht, also bereitete sie sich auf das Treffen vor, ließ sich in der Therme die Körperbehaarung schmerzhaft zupfen, schlief viel und war am entsprechenden Tag dann doch sehr aufgeregt. Für den Mittag hatte sie eine ornatrix bestellt, die ihr eine Frisur machen sollte, denn sie wollte ja für den Abend gerüstet sein. Denn natürlich würde das Treffen mit dem Mann am Abend stattfinden. Oder? Wie denn sonst? Klar, man hatte keine Stunde vereinbart, woran Sabaco selbst schuld war, mit seinem Kuss, aber Matidia war einfach davon ausgegangen, dass er erneut abends vorbeischauen würde. Eventuell im Laufe des Tages. Aber keinesfalls schon morgens, in der Früh.


    Das große Leid war, dass die Dienerschaft hier in Mogontiacum nicht denselben Standard hatte, wie daheim in Rom. Ihre Mutter war ebenso nicht hier, und auch sonst anscheinend niemand, so klar war das nicht, als an diesem Morgen jemand an die Tür klopfte. "Macht mal jemand auf?", rief sie unmotiviert und leicht genervt von ihrem Lager, obwohl sie nun ja ohnehin schon wach war. Doch nichts rührte sich, sodass die junge Dame sich erhob und sich eine warme Tunika überwarf. Es war kalt in Germanien, und sogar sie lernte dazu.


    Es dauerte dann nicht mehr lange, bis sie an der Porta war und die Tür recht zügig aufriss. Kalte Luft strömte schnell hinein, und dennoch hatte sie keine Zeit, ihre relative Blöße, dank der Kälte noch exponierter, zu bedecken, denn ihre Augen wurden groß, als sie den Mann dort sah. "Sabaco! Du? Jetzt?", stieß sie hervor, lächelte dann aber, mehr als nur erfreut.

    Natürlich Rom. Was kam denn nach Rom? Lange nichts, und dann irgendwann andere Städte, Mogontiacum und Tarraco waren da sicher eher nicht auf den oberen Plätzen, aber natürlich war ein persönlicher Bezug auch sehr wichtig. Für jemanden, der in Rom aufgewachsen war, wie Matidia, war die Frage aber nicht wirklich diskutabel, das sollte klar sein, ob er nun der Mann war oder nicht. So eine Reise sagte ja auch viel über den Stand aus, und wer wollte schon als Hinterwäldlerin gelten? Natürlich würde die junge Frau das dem Mann vor sich nicht so direkt sagen, dafür war er ihr jetzt schon zu sympathisch. "Klingt so, als wäre es für uns gemacht.", befand sie schulterzuckend und im vollen Ernst zu seiner Erzählung der Casa Matinia. Leicht zufriedenzustellen mit dem Allerbesten, eine sehr einfache Grundregel im Umgang mit Matidia.


    Während sie noch über die Zukunft nachsann, wurde sie von der Gegenwart überrumpelt. Sabaco drückte seine Lippen einfach auf die ihren. Zwar zog er sich rasch wieder zurück, aber nur, um sie anzugrinsen. Das war zu viel für die junge Dame, die von der Welt und den Männern noch nie so viel erfahren hatte, wie in diesen letzten Tagen in Germania. Mit offenem Mund starrte sie den Decurio an und wich einen Schritt vor ihm zurück. "Das... Aber..." Sie blinzelte. Falls man ihr an diesem Abend anmerkte, dass sie eben doch nicht so viel Erfahrung hatte, wie sie es gerne vorgab, dann jetzt, als es ernst wurde. Vor allem, weil ihr Körper ihr sagte, dass es ihr gefiel, ihr Bauch voller Schmetterlinge zu sein schien und nur ihr Kopf Einwände hatte. "Das war nicht erlaubt.", sagte sie, schmunzelte dabei aber, auch wenn es ein wenig an Selbstsicherheit verloren hatte. "Gute Nacht, Decurio.", sagte sie rasch, und legte den Rest der Strecke zur Casa allein zurück. Ob unbewusst oder nicht, zog sie ihre Tunika dabei enger um sich, was dafür sorgte, dass der Mann hinter ihr die runden Formen ihres Hinterns nur umso besser unter dem Stoff erblicken durfte. Vor der Tür wandte sie sich nochmal herum, hob eine Hand, bevor sie im Haus verschwand, die Tür hinter sich schloss, sich dagegen lehnte, sich auf die Unterlippe biss und die Augen schloss. Was für ein Abend. Und nun? Eine Woche? Wie dumm war sie nur! Wie konnte sie nur auf eine Woche kommen? Was sollte sie morgen, was sollte sie bis dahin nur machen?

    Matidia nickte artig, als Scato wieder sprach. Sie war nicht freiwillig hier, es war nicht einmal geplant gewesen, daher fiel es ihr erstaunlicherweise leichter, mit den Umständen zurechtzukommen, weil es eben Schicksal war und nichts, was sie hätte beeinflussen können. Immerhin, man war wenigstens in Mogontiacium und nicht in irgendeinem Barbarendorf. Wobei Letztere ja auch durchaus hier anzutreffen waren. „Ich werde einiges zu erzählen haben, sobald wir wieder daheim sind.“ Sie ging noch immer davon aus, dass ihre Mutter bald gesund werden würde und man die Reise fortsetzen könnte.



    Als Scato dann von der Krankheit, von diesem Fieber erzählte, wurde sie sehr hellhörig, denn natürlich kam ihr auch dabei sofort ihre Mutter in denn Sinn. Was, wenn sie ebenfalls daran erkranken würde? In ihrem geschwächten Zustand wäre das sicher eine Katastrophe!


    Zunächst machte Matidia sich wirklich große Sorgen, doch später erklärte der Mann ja, dass man die Kranken nun heilen könne. Das war gut. Man würde sich ja vermutlich bevorzugt um eine Frau wie sie kümmern, wenn nicht, würde Matidia dafür schon sorgen! „Es ist vielleicht doch keine so gute Idee, dass meine Mutter sich mitten im Lager der Soldaten aufhält?“, überlegte sie laut. Natürlich bewegte diese sich dort nicht, aber die Krankheit war dort ja vorhanden.



    Als Scato von ihrem Bruder berichtete verschwanden diese Bedenken aber zunächst, denn von Tacitus zu hören war sehr erfrischend und keine Alltäglichkeit. Bei ihm liefen die Dinge sehr rund, wie es schien, und es klang so, als würde er Vaters Erbe antreten. Was kein Wunder war, denn: „Er ist mein Bruder, ich habe nichts anderes erwartet.“, sagte sie und meinte das durchaus ernst. Es wäre schon sehr verwunderlich, wenn ihr Bruder ihr nicht ähnelte, sondern seinen Kopf nicht einzusetzen wüsste. Dennoch war es schön, eine Bestätigung zu hören. „Danke.“, meinte sie halblaut, als Scato den Gruß weiterleitete.



    Nur halblaut, da Scato ihr kleines verhaspeln wohl mitbekommen hatte und nun darauf einging. Das ließ sein Grinsen vermuten, und nachdem sie sich kurz ärgerte, dass ihr so ein Fehler unterlief, sie sich dann kurz ertappt fühlte und schließlich ebenfalls lächeln konnte, antwortete sie. Es war ja kein Geheimnis und sollte es auch nicht sein! „Ein Mann.“, erklärte sie, falls das nicht klar war. „Ein Decurio, der mich ins Theater ausgeführt hat.“ Sie war durchaus stolz, dass sie so schnell so etwas erlebt hatte, und man sah ihr sicherlich am Glanz ihrer Augen und dem Strahlen ihres Gesichts an, dass das Theater dabei recht nebensächlich gewesen war.

    Kühl war es in der Tat, daran hatte auch die Römerin sich noch lange nicht gewöhnt. Vermutlich würde das auch so schnell nicht passieren, jeder normale Mensch würde Wärme der Kälte vorziehen, alle Anderen waren logischerweise Barbaren oder neidisch, und jeder wollte gerne in der Position des Römischen Reichs sein, das allein erklärte ja schon alles, zumindest für Matidia, und darauf kam es ja am Ende an, nicht wahr?

    Tatsächlich war die Kälte ihr aber gerade egal, Matidia war vielleicht glücklich, zumindest aber äußerst zufrieden und sehr beschwingt nach diesem Abend. Dennoch spürte sie die gefallenen Temperaturen natürlich, man sah es ihr wohl auch an, sei es an der Gänsehaut oder gar unter ihrer Tunika. Auf seine Erklärung hob sie eine Braue. "Die sollte wohl eher nach Rom führen.", stellte sie fest. Nicht, dass sie dieses Tarraco nicht auch mit einem eventuellen Ehemann besuchen wollte, aber Rom war Rom, da kam man nicht drum herum.


    Seine Antwort auf ihre eigentlich Frage brachte sie dann aber dennoch kurz zum Überlegen. Sie hatte Zeit, so gut wie immer, außer sich um ihre Mutter zu kümmern, was andere für sie übernahmen, gab es kaum etwas, was sie hier tun konnte. Dennoch durfte sie dem Mann hier das nicht zeigen, immerhin wollte sie ja eine ehrbare, beschäftigte Frau sein. "Wie wäre es also in genau einer Woche?", gab sie nach etwas zu langem Grübeln an. "Das könnte ich einrichten." Wenn es Sabaco ernst war, würde es eine harte Zeit bis dahin werden, aber sie würde es sicher wert sein für ihn.

    Gerne nahm sie den angebotenen Platz an und setzte sich anmutig, legte die Hände auf ihren Oberschenkeln über einander und schaute gar zauberhaft aus. "Mich interessiert fast alles. Ich kenne mich mich hier noch nicht gut genug aus.", erklärte sie und das war die Wahrheit. Alles konnte interessant sein, man wusste ja nie, wem man so über den Weg lief. Wer hätte gedacht, dass sie sich nun schon wieder für einen Soldaten interessieren würde?

    "Was schreibt mein Bruder? Und was hat es mit diesem Fieber auf sich?" Unwillkürlich schaute sie auf ihre Hände, überprüfend, ob diese vielleicht irgendwie anders, krank, aussahen, bevor sie Scato wieder anschaute. "Mir? Mir geht es gut! Ausgezeichnet! Das hier ist zwar nicht Rom, aber ... Man hält es aus." Sie lächelte wissend. "Ich habe schon interessante Mä... Leute getroffen."

    Matidia folgte ihrem neuen Beschützer, Krieger und Verehrer durch die nächtliche Stadt, welche ihr unbekannt war. Es war ein seltsames Gefühl, zumal, abseits des Theaters, mit der Zeit immer weniger Menschen unterwegs waren und man dann irgendwann allein war. Allein mit ihm, mit Sabaco, sie, als ehrbare junge Frau, unverheiratet. Riskant war es, keine Frage, aber genau das, was sie mochte. Zumal es ihr, hier, so weit fort von Roma, auch egal war. Sie war ihr eigener Herr, und ihre Mutter hatte andere, weitaus ernste Sorgen.


    Sie dreht sich zu ihm und ließ den Moment noch etwas wirken. "Natürlich.", stellte sie fest. "Hast du da Zweifel gehabt?" Sie hob eine Braue, schmunzelte aber auch. Natürlich wollte sie einen selbstbewussten Mann, aber sie wusste auch, dass er wissen musste, wie begehrt sie war. Nur dann konnte er ihren Wert zu schätzen wissen. Sie klopfte ihm mit einer Hand auf die Hüfte. "Zeigst du mir deine Stadt?" schlug sie direkt etwas vor.

    Dass er sie küssen wollte war nicht überraschend. Das wollten sicher viele, und Matidia erwartete im Grunde nichts anderes. Allerdings fühlte es sich heute Abend anders an, und sie war nicht berechnend, sondern ehrlich. Das war neu für sie, aber es störte sie nicht. Denn sie konnte gar nicht so genau darüber nachsinnen, sondern es passierte einfach! Und ihrem Körper nach, ihren schmerzend harten Brüsten und dem Kribbeln in ihrem Bauch, machte sie hier keinen Fehler, sondern das einzig richtige.

    Sie war ein wenig enttäuscht, dass er sie nicht an sich zog, aber dafür war sie denn eben doch zu unbedarft. Sie wusste schlicht nicht um das Problem eines Mannes, wenigstens nicht in diesem Moment, es war ihr nicht bewusst.


    Dennoch war sie nur ein wenig verstimmt, als sie ihm folgte.