Beiträge von Herius Claudius Menecrates

    Da Menecrates mit Centurio Octavius ein ausführliches Gespräch hinsichtlich Auftreten und korrektem Verhalten beim Militär geführt hatte, lag seine besondere Aufmerksamkeit auf der Umsetzung. Seine Erwartungshaltung konnte er nicht leugnen, ebenso eine gewisse Skepsis. Es würde Zeit und positive Erfahrung brauchen, bis der Disziplin gewohnte Claudier von seiner eigenen Einheit überzeugt war.
    Befehle hörte er bei seinem Eintreffen nicht, obwohl die hätten weithin schallen müssen, da ja nicht jeder Miles eine freie Sicht auf die Hinzukommenden besaß. Immerhin unterbrachen alle die Arbeit und standen bewegungslos. Irgendetwas musste also kommuniziert worden sein.


    "Salve Iulius", grüßte Menecrates Avianus, der zeitgleich eintraf. Er warf einen flüchtigen Blick auf seinen Tiro, dann schaute er wieder Richtung Baustelle. "Ich schätze es, dass du pünktlich erscheinst und ich komme auch gleich zur Sache. Vorher muss ich aber noch etwas regeln."


    Sein Blick erfasste Octavius. Er unterließ es, auf den Centurio zuzugehen, weil dies seinen eigenen Grundsätzen widersprochen hätte. Damit allerdings war klar, dass sein Tiro Zeuge der Unterredung werden würde.

    Wie dem Centurio der für die neue Station eingeteilten Truppe mitgeteilt, sollte heute eine Besprechung vor Ort stattfinden, bei der nicht nur die aktuellen Komplikationen - wie der Hauseinsturz unweit des Bauplatzes - besprochen, sondern auch Absprachen für die unmittelbar bevorstehende Besänftigfung der Genii Loki getroffen werden sollten. Menecrates wollte außerdem sowohl Iulius Caesoninus als auch seinen aktuellen Tiro Iulius Avianus einweisen. Zur verabredeten Stunde traf er am Bauplatz ein. Schon von weitem erkannte er das emsige Treiben der Männer.


    Ad
    Senator Lucius Iulius Centho
    Casa Iulia
    Roma





    Ich grüße dich, Senator Iulius,


    und hoffe, dass die Kunde von deiner Rückkehr nach Rom den Tatsachen entspricht. Ganz sicher haben es die Götter gefügt, dass du ausgerechnet zur Weihung meines Bauprojektes, der Station in der Subura, wieder durch unsere Hauptstadt wandelst.
    Es wäre mir eine große Freude, wenn du nicht nur der Weihung beiwohnst, sondern mit deiner langjährigen Erfahrung als Augur der Besänftigung der Genii Loki deine Unterstützung gewährst. Hiermit ergeht die Einladung an dich mit der gleichzeitigen Bitte, dich ANTE DIEM VI ID APR DCCCLXIX A.U.C. (8.4.2019/116 n.Chr.) an der Station einzufinden.



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    gez. H. Claudius Menecrates





    Ah, Menecrates ging ein Licht auf. Die Sicherungsmaßnahmen waren durch den Einsturz in Mitleidenschaft gezogen worden.
    "Gut reagiert", antwortete er. "Das hat vermutlich ein Chaos im Viertel verhindert. Sicherheit muss höchste Priorität haben."


    Über die abschließende Frage des Offiziers musste Menecrates nicht lange nachdenken.
    "Antreten ist nur bei einem offiziellen Appell vonnöten. Ansonsten gilt für alle Situationen, wo ein ranghöherer Offizier hinzukommt, dass sämtliche Handlungen eingestellt werden und Haltung angenommen wird. Dem geht ein Befehl voraus. "Milites, state! Oculus ad prosam! Optio/Centurio/Praefectus Urbi/der Kaiser adest!" Der Hinzukommende bestimmt den weiteren Ablauf. Entweder er passiert nur den Ort, dann löst der Ranghöchste der Zurückgebliebenen im Anschluss das Stillstehen wieder auf. Wenn der Vorgesetzte bleibt, entscheidet er, wie es weitergeht. Sinn des Ganzen ist eine Respektsbezeugung inklusive der Demonstration von Ordnung, Koordination und Systematik."


    Menecrates glaubte nicht, dass Fragen dazu bestanden, gab dem aber dennoch Raum für den Fall der Fälle.
    "Wenn das alles war..." Er blickte fragend und wartete auf eine Reaktion, bevor er fortfuhr. "Dann... abite!"

    Zitat

    Original von Manius Iulius Avianus
    „Ich habe nur am Rande etwas davon gehört als Iulius Antoninus und mein Vater darüber sprachen. Ich bin aber nicht ganz im Bilde. Ich war mit meinem Vater verreist. Ich bin mir aber sicher das man mich schnell auf Stand bringen kann.“ Er sah den Nomenclator an den dieser hatte ja sicher so einiges mitbekommen. Damit würde er den Consular nicht belästigen wollen. „Nun ich mag noch jung sein aber das traue ich mir durchaus zu.“ Sagte er und hatte das erst mal das Gefühl das die Ausbildung mit der sein Vater ihn gestrizt hatte zu was nütze war. So war schon mal das Architekturstudium nicht für die Katz. „Eine Hilfe wäre sicher nicht schlecht, an wen soll ich mich da wenden?“


    Der junge Mann besaß ein gutes Gespür. Die Rennsituation bot zwar eine günstige Gelegenheit für das Einfädeln von Vorhaben, eignete sich aber weniger für ausführliche Absprachen. Menecrates liebte es aber auch im Normalfall direkt und schnörkellos.
    "Wir besprechen alles vor Ort. Ich treffe mich in zwei Tagen mit mehreren Personen am Bauplatz der Station. Er befindet sich am Rand der Subura, wenn man aus Richtung der Castra kommt. Erscheine dort zur ersten Stunde. Wir werden die Weihung besprechen und gleichzeitig die Maßnahmen für den ersten Bauabschnitt."
    Menecrates nickte noch einmal. Da sich die Wagen für den zweiten Vorlauf formierten, wollte er sich wieder auf den Wettkampf konzentrieren.

    Die Schilderung versetzte Menecrates nur zum Teil in eine bessere Informationslage und er versuchte zu ergründen, wo das Missverständnis lag. Immerhin freute er sich über die Aussage, der Trupp würde nicht pfuschen.

    Sim-Off:

    Ich versuche mal den Spagat zwischen deinem Post und der Tatsache, dass ich beim Ausspielen des Baufortschritts noch nicht mal bei den Grundmauern angelangt bin. Der Abriss ist gerade abgeschlossen.


    "Was genau meinst du mit Einsturz in der Nähe? Ist es das angrenzende Gebäude oder eines vom Bauplatz entfernt?" Die Information war neu und nicht unerheblich. Handelte es sich um das angrenzende Gebäude, wäre eine Baubegehung fällig, um zu klären, ob sie mit Abstützungen auskamen oder ein zusätzlicher Wandabriss auf sie zukam.
    "Du sagst, es wurde bereits ausgebessert?" Er rieb sich das Kinn. Es half nichts, er musste die Angelegenheit vor Ort prüfen.


    "Am besten, wir treffen uns morgen gleich zu Beginn des Tages auf der Baustelle. Dann kannst du mir auch zeigen, wo du Trupps hinverlegt hast. Außerdem besprechen wir die Weihung des Bauplatzes. Ich möchte nicht versäumen, die Genii Loki zu besänftigen."

    Menecrates nickte zustimmend und aufmunternd. Er freute sich über den engagierten Factiozuwachs und konnte einmal mehr nicht verstehen, warum die Weißen kein Interesse hatten.


    "Prima, dann muss ich mich ja wieder einmal um so gut wie gar nichts kümmern." Er schmunzelte, dann wandte er sich der Nachfrage zur Station zu. An dieser Stelle wurde er ernst. Obwohl er täglich vor Ort weilte, differierten die Angaben Dritter mit seinen eigenen Einschätzungen zum Baufortschritt. Es kursierten Meldungen über Baumängel, von denen er ebenfalls nicht wusste, was er von ihnen zu halten hatte. Entweder handelte es sich um Missverständnisse oder um verschiedene Gemäuer, denn es konnte kein Mangel an einer Stelle vorliegen, die real noch nicht errichtet war.
    "Die dir zugedachte Rolle wäre die Mitgliedschaft in einer Baukommission, die ich zur Überwachung des Vorhabens einsetzen möchte. Ich bin zwar täglich vor Ort, aber verständlicherweise nicht den gesamten Tag. Mir entgehen wichtige Details und ich bin außerdem der Meinung, dass mehrere Augen mehr sehen können und wie so oft auch aus anderen Blickwinkeln. Das Projekt ist wichtig für die Stadt, es muss zügig abgewickelt werden und gelingen."

    Zitat

    Original von Manius Iulius Avianus
    Manius nickte und bestätigte. „Ja Consular, heute nur als Gast.“ Er hatte auch schon seit einiger Zeit kein wirkliches Rennen mehr gesehen. Er war mit seinem Vater auch viel zu viel unterwegs gewesen als das er Zeit dafür gehabt hätte. „Aber Pläne kann man ja auch so schmieden.“ Konnte er sich ein Feixen nicht verkneifen. „Was mich aber heute zu Dir führt ist, dass ich gerne noch mal wegen eines Tirocinium Fori bei dir vorstellig werden wollte. Wenn du mit meiner Arbeit bei den Vorbereitungen für das Rennen zufrieden warst.“ Grade dämmerte Manius das er dieses Gespräch wohl besser in einem etwas privateren Rahmen hätte führen sollen. Aber er war eigentlich des Rennes wegen hier, doch er hatte die Gelegenheit beim Schopfe packen wollen als er den Consular entdeckt hatte. Und der war ein vielbeschäftigter man wer wusste schon wenn sich wieder die Gelegenheit bot.


    Seine Vermutung, dass Iulius vorwiegend aus privaten Gründen diesem Wettkampf beiwohnte, bestätigte sich. Menecrates wusste nur nicht mehr, welche Factio der Iulier favorisierte. Die Frage nach der Fortsetzung des Tiro Fori überraschte ihn keineswegs, nur musste er sich jetzt doch der Dienste seines Flüsterers bedienen. Er warf einen Blick zum Nomenclator und der raunte den Namen ins Ohr. Centho und Antoninus waren Begriffe, Avianus würde er sich noch einprägen müssen.


    "Ja, ich war sehr zufrieden und ja, es spricht nichts gegen die Wiederaufnahme." Er wandte sich seinen hilfreichen Begleitern zu. "Iulius Avianus setzt ab", er blickte fragend zu Iulius, "meinetwegen sofort sein Tirocinium Fori bei mir fort." Er erwartete eine Eintragung, bevor er sich wieder Iulius zuwandte. "Ich bin aktuell verstärkt bei der Errichtung der neuen Station eingebunden, bei der mich dein Verwandter bereits unterstützt hat. Ich könnte dort unter anderem eine Baukontrolle gebrauchen. Traust du dir sowas zu? Eine Hilfe könnte ich dir zur Seite stellen und selbstverständlich bin ich täglich als Ansprechpartner vor Ort."

    Menecrates zeigte sich angenehm überrascht, als der Centurio in zwar gelockerter, aber trotzdem ordentlicher Haltung fortfuhr. Er nickte zufrieden nach dessen Versicherung, die gewünschte Liste zu liefern, weil er glaubte zu hören, dass diese zügig kam.
    In der Folge erging der Bericht, dessen Inhalt ergiebig war. Bevor Menecrates darauf einging, äußerte er ein Lob. Er hielt es stets so, Zufriedenheit ebenso zu zeigen wie Missstimmung. Weder schob er das eine noch das andere in den Vordergrund. Gute Arbeit und Einstellung wurde belohnt, Schlampigkeit kritisiert.


    "Dein Bericht zeigt mir mehr als nur Fakten auf. Er lässt mich wissen, mit welcher Leidenschaft du deinen Posten ausübst, dass du dir Gedanken machst und wie gründlich du bist." Er nickte, was Anerkennung ausdrücken sollte, verweilte dann aber in Schweigen, weil er sich das Gehörte nochmals durch den Kopf gehen ließ.
    "Fangen wir vorne an", begann er schließlich. "Von welchem statisch bedenklichen Haus sprichst du? Von der Taverne, wo es die Schlägerei gab oder von unserem Bauobjekt? Letzteres ist - soweit ich weiß - inzwischen gänzlich abgerissen, eben weil die Statik es nicht erlaubt hat, einzelne Wände zu erhalten." Er wusste nicht, welche Renovierung Octavius ansprach. Vielleicht sprachen sie von verschiedenen Gebäuden oder unterschiedlichen Zeitpunkten.
    Auf die Antwort wartete er nicht, weil er sofort den nächsten Punkt erörtern wollte.


    "Während der Bauphase können wir nichts weiter anbieten, als den bisher üblichen Streifendienst in der Subura zu verrichten. Sämtliche Pläne einer weiterführenden Sicherung des Viertels sind erst nach dem Bezug der Station umsetzbar. Davon sind wir leider weit entfernt. Die Aufräumungsarbeiten sind abgeschlossen. Ich rechne zwar damit, dass der Rohbau zügig Fortschritte machen wird, aber der Innenausbau wird sich ziehen. Wichtig in dieser Phase ist es, die aktuell gewonnenen Erkenntnisse in Berichten festzuhalten, damit sie nicht verloren gehen. Wir können nach dem Bezug der Station dann ohne Verzögerung an die Arbeit gehen, weil der Vorlauf parallel zur Bauphase stattfindet." Er dachte nochmals kurz nach.


    "Die Devise Furcht und Schrecken findet keine Anwendung. Alleingänge von übereifrigen Miles müssen im Ansatz verhindert werden. Dafür bürgen und haften die Vorgesetzten. Aktuell und mindestens bis zum Bezug der Station verwalten wir den Status Quo."

    Zitat

    Original von Manius Iulius Avianus
    Als Manius den Mann wahrnahm war er nun doch froh das es soweit schon mal geklappt hatte. War ja durchaus nicht immer so.
    „Sage dem werten Consular Claudius das ich in der Tat ein Anliegen an ihn habe.“ Er war in der in Versuchung der Boten gleich zu folgen. Er blieb aber dann doch noch einige Schritte von dem Claudius entfernt stehen bis dieser von dem Boten informiert ihn zu sich winkte. „Salve Consular Claudius.“ Begann er erst mal die Begrüßung.


    "Salve Iulius!" An die Familie erinnerte sich Menecrates ohne Zweifel, nur beim persönlichen Namen war er sich plötzlich unsicher. An Gesichter hingegen konnte sich der Claudier noch nach Jahren erinnern, bei Namen haperte es schon immer. "Ich kann mich an unser Wahlkampfrennen erinnern." Damit meinte er seines, dessen Organisation Iulius damals unterstützte. "Ich gehe einmal davon aus, du bist heute ausschließlich als Gast hier oder schmiedest du Pläne?"

    Die Ausführungen beinhalteten das, was Menecrats erfahren wollte, also hörte er aufmerksam zu. Als Octavius endete, atmete der Praefectus einmal tief durch, dann schritt er hinter seinen Schreibtisch und setzte sich. Nach wenigen Notizen auf einer Wachstafel blickte er wieder auf.


    "Wir werden die Grundausbildung auf neue, bessere Füße stellen." Seine Vorstellungen würde er in einer Stabsbesprechung erörtern, doch der Centurio sollte vorinformiert sein. "Das betrifft die neue Generation an Tirones. Ich erwarte umgehend eine Liste derer, die ihre Ausbildung Stand heute abgeschlossen haben."

    Sim-Off:

    Ich möchte Sebastianus ernennen können.


    "Gut, kommen wir zum eigentlichen Thema." Wieder atmete er einmal durch, dann entschied er, den Centurio aus seiner straffen Haltung zu nehmen. "Movemini! Beginne mit deinem Bericht über die Subura." Er lehnte sich zurück und schaute erwartungsvoll.

    Zitat

    Original von Manius Iulius Avianus
    Ah der Claudius hatte ihn bemerkt und hatte ihm zugenickt und das war mach mal mehr als man bei so wichtigen Personen erwarten konnte. Manius entspannte sich ein wenige da er nun die Hoffnung hatte das man ihn doch zu einem Gespräch bitten würde. Obwohl das mit dem zunicken keinesfalls klar gewesen wäre. Vielleicht hatte der Claudius ihn auch nur zu verstehen geben wollen das er ihn erkannt hatte. Aber es brachte nichts sich darüber den Kopf zu zerbrechen. In Rom war Geduld eben eine Tugend und wenn man manche Dinge zu forsch anging misslangen sie schnell.


    So wand auch er wieder den Blick in Richtung der Wagenlenker um wenigstens einen Blick auf das Rennen zu erhaschen. Leider war der Anblick für einen in Blau gekleideten nicht grade das was man erbaulich nennen konnte. Denn sie hatten heute nur einen Fahrer im Feld und der war nicht grade auf der Gewinnerspur. Trotzdem hob Manius den Arm und feuerte den blauen Lenker lauthals an. Denn ohne die Unterstützung der Fans konnte er ja wohl kaum wenigsten auf einen Startplatz im Finallauf hoffen.


    Zwischen den Runden blieb etwas Zeit, sich abzulenken und die Emotionen herunterzufahren. Menecrates schickte einen seiner Begleiter zu Avianus und ließ nachfragen, ob der ein Anliegen hatte, weil er sich doch recht zielstrebig den Weg zum Claudier gebahnt hatte. Des ausnehmend guten Verhältnisses zu den Iuliern wegen bot Menecrates diesem die Gelegenheit zu einem Austausch, sollte Interesse bestehen.

    In jungen Jahren wäre Menecrates sicherlich impulsiver gewesen, als Braecus unerwartet als Erster die Ziellinie des ersten Vorlaufes überquerte. Er feierte das Ereignis mehr innerlich ab, doch wer ihn kannte, konnte das Leuchten in seinen Augen deuten. Es brauchte Momente und etlichen Händeschüttelns, bis die überschüssige Energie und Freude sich normalisierten und beherrschbar wurden. Konzentriert und kontrolliert verfolgte er später den Start des zweiten Vorlaufes.
    Syennesis, der Chaot der Praesina schlechthin - uneinschätzbar, unbelehrbar - übernahm die Führung. Doch etliche Runden hieß es zu bestehen, insofern hoffte Menecrates vor allem darauf, möglichst viele Praesinafahrer im Endlauf zu sehen. Sein Herz klopfte.


    Er dachte über Caesoninus' Vorschlag nach, nicht lange, aber intensiv. "So machen wir das! Wir vergeben zusätzliche Prämien. Wir beratschlagen im Anschluss an die Wettkämpfe, welchen Platz und welche Weiterentwicklung wir in welcher Höhe honorieren wollen. Ich bezahle das aus meiner Tasche."
    Geld spielte für Menecrates keine Rolle und er wollte Caesoninus' unbeeinflusste Vorschläge hören, denn wenn die Gefahr des Zuschusterns im Raum stand, könnte dies die Antworten verändern.

    Menecrates schmunzelte, während der Ausführungen. Iulius war ambitioniert und schlug teils ungewöhnliche Wege vor, die in Richtungen strebten, die Menecrates gefielen.
    "Wegen der Claudia musst du dir keine Gedanken machen. Ich besitze einen kurzen und zudem guten Draht zu unserem Kaiser" , räumte er ein, bevor er auf den Hauptantrieb einging.
    "Versuch dein Glück mit einer Einladung! Selbst wenn du keine Zusage bekommst, wird die Geste in Verbindung mit deinem Namen sicherlich Beachtung finden und mit etwas Glück auch im Gedächtnis des Kaisers bleiben."


    Er lächelte nochmals und nickte aufmunternd. "Ich für meinen Teil bin sehr zufrieden mit dir, was deiner Karriere hier wie dort sicherlich förderlich ist." Menecrates meinte die Factio und darüber hinaus die politischen Pläne seines Gesprächspartners.
    Plötzlich kam ihm eine Idee.
    "Du möchtest dir doch einen Namen machen, richtig? Ich wüsste da noch eine Gelegenheit - sofern dir das liegt. Wir errichten gerade eine Station in der Subura. Das Projekt ist neu und besitzt die Unterstützung des Kaisers. Nie zuvor gab es derartige Anstrengungen, mehr Sicherheit in das Armenviertel zu bringen. Wer sich dort hervortut, wird stadtbekannt. Denk einfach einmal darüber nach."

    Er erkannte das Bemühen und hätte zufrieden sein können, fühlte sich aber in seiner Frage nicht verstanden.
    "Kein Widerspruch ist klar. Es gilt, Befehle zu befolgen. Aber welche Einzelanweisungen erhalten die Soldaten hier, damit sie sich korrekt verhalten, wenn sie auf einen Ranghöheren treffen?" Er lockerte die Haltung und fuhr fort.


    "Du hast meines Wissens deine Ausbildung hier absolviert. Was wurde dir diesbezüglich mit auf den Weg gegeben?"
    Wenn es in diesem Punkt haperte, wo dann noch? Inzwischen hinterfragte Menecrates die gesamte Grundausbildung, zumal das Exerzieren auch nicht nach seinen Vorstellungen abgelaufen war.
    Sämtliche Tribuni hingegen verhielten sich korrekt, allerdings entstammten sie anderen Einheiten. Petronius kam von der Classis, die Menecrates im Grunde nicht mal hoch bewertete. Iulius Antoninus diente lange bei der Garde und in der Secunda. Die Auflistung bei den Stabsoffizieren ließ sich beliebig fortführen. Menecrates pflegte Kontakt zu weiteren Gardeoffizieren, die im Rang mit Octavius vergleichbar waren. Auch diese besaßen ein anderes Auftreten.


    Auftreten und Außendarstellung hatte selbst Octavius hoch bewertet, als es darum ging, wie sich die Urbaner in der Subura präsentieren sollten. Rangniedrige lernte von Ranghöheren, aber welches Vorbild stellte Octavius dar? Menecrates besaß den Schliff der Prima - ein extrem hohes Niveau - und bisher ging er in der Annahme, dass die Stadteinheiten mindestens gleiches Niveau wie die Legionen hielten.


    "Ich trage eine Toga und keine Uniform. Nichtsdestotrotz führe ich hier das militärische Kommando. Ich unterstelle nicht, dass dies nicht bekannt sei, will es nur noch einmal klarstellen."

    Der Centurio trat ein und redete los. Wieder einmal standen Menecrates die Nackenhaare zu Berge, denn schon mehrfach war es ihm aufgefallen, dass in dieser Einheit weitgehend der Grundschliff fehlte. Mit Ausnahme der Tribunen, an deren Auftreten nichts zu kritisieren war, mangelte es den Offizieren oft an Haltung, an militärischem Gruß, an Zack und an den einfachsten Abläufen zwischen Vorgesetztem und Untergebenem. Der Praefectus Urbi hatte sich das einige Male angesehen und schweigend gefallen gelassen, weil es anfangs wichtigere Dinge gab, aber heute reichte es ihm.
    Er erhob sich aus seinem Stuhl, trat hinter seinem Schreibtisch hervor und verschränkte die Arme.


    "Glaubt er sich hier in einem Verwaltungsgebäude oder gar einem privaten Gespräch zu befinden?!" Menecrates blickte streng, ja unwillig. Erst Momente später fuhr er fort. "Vor dem Bericht der Subura möchte ich einen Bericht darüber, welche Einzelanweisungen die Soldaten hier erhalten, damit sie sich korrekt verhalten, wenn sie auf einen Ranghöheren treffen."

    Normalerweise sah sich der Praefectus nicht zuständig für die Berichterstattungen von Optiones, aber wenn es um die Subura ging, wollte er alle Informationen aus erster Hand. Ein wenig gedulden musste sich Octavius trotzdem, denn wer ohne Termin vorsprechen wollte, kam selbstverständlich nicht sofort und häufig genug gar nicht an die Reihe.
    Irgendwann verließ ein Tribun das Officium und Menecrates signalisierte dem Vorzimmermiles, Octavius vorzulassen.

    Menecrates besaß selten einen Tunnelblick und obwohl ein Wettkampf wie dieser sehr gut zu den Ausnahmen hätte zählten können, bemerkte er im Augenwinkel, wie jemand auf ihn zusteuerte. Da der grüne Fahrer Braecus jedoch gerade angegriffen wurde und um seine gute Position zu fürchten war, verließ sich der Praefectus Urbi auf seine Soldaten und schaute erst dann zur Seite, als sich ein günstiger Moment ergab. Er erkannte den jungen Iulier auch ohne, dass ihm jemand dessen Identität hätte zuflüstern müssen. Immerhin befand sich jener junge Mann einmal unter den Fittichen des alten Claudiers.
    Menecrates grüßte mit einem Nicken und wandte sich wieder dem Renngeschehen zu. Sollte Iulius ein Anliegen haben, wäre nach dem Zieleinlauf noch die Gelegenheit für ein Gespräch.

    Auch wenn Menecrates etwas verspätet eintraf, seine Männer wurden rechtzeitig losgeschickt, um das Spektakel abzusichern. Der Praefectus Urbi hingegen hatte nochmals sämtliche Anträge und Einreichungen durchsehen lassen. Zum Glück wusste er in seiner Funktion als Dominus Factionis, wo das Rennen stattfand und dass überhaupt eines stattfand. Zwar forderte das Gesetz kein Genehmigungsverfahren für öffentliche Rennen, aber allein wegen der Abstellung von Soldaten wäre ein Hinweis auf das Vorhaben hilfreich gewesen. Die Sicherheitsmaßnahmen an den feststehenden Feiertagen ließen sich deutlich einfacher planen.


    Eine kleine Eskorte begleitete den Praefectus zu seinem Platz. Er nickte zum Gruß in die Runde, denn eine verbale Verständigung musste wegen der Geräuschkulisse zwangsläufig scheitern, und setzte sich. Sein Blick suchte das Teilnehmerfeld ab und gewahrte den Vertreter der Praesina an höchst komfortabler Position.
    "Sieht besser aus als beim Trainingsrennen", rief er Caesoninus zu, bevor er sich auf den Fortlauf des Rennens konzentrierte.