Beiträge von Spurius Purgitius Macer

    Tatsache, ist bei mir auch so. :D Spontan würde ich das auf einen Fehler in der Forensoftware schieben, denn eine logische Erklärung dafür sehe ich nicht. Aber vielleicht finde ich später ja noch was.

    Dem Gebet an Iuno folgte eines an Pluto und Proserpina. Absichtlich richtete Macer seine Worte an beide, denn Albina und er hatten einst auf einer phantasievollen Orgie eben jenes Götterduo vorkörpert. Damals, bei den Meditrinalia, irgendwo in einer Villa in Trastiberim. Bei Macers bekannt schlechtem Gedächtnis fast ein Wunder, dass er sich daran noch erinnerte und das sogar durchaus klar. Vermutlich sprach er gerade deshalb zu diesen beiden Göttern sehr vertraulich, akzeptierte letztlich ihre Entscheidung, Albina in die Unterwelt aufzunehmen und bat um eine ruhige Reise für seine Frau, nicht ohne auch hier die angemessenen Opfer im Rahmen der Trauerfeier zu versprechen.


    Es folgten noch weitere kurze Gebete an die Geister seiner Verwandten, die Geister des Hauses und auch die Geister der Gens Tiberia. Mehr als einmal legte Macer zwischenzeitlich Weihrauch nach und als er sich schließlich vom Altar abwandte, wurde ihm erst bewusst, dass er offenbar eine ziemlich lange Zeit vor dem Altar verbracht hatte. Jedenfalls stand sein Verwalter bereit um ihm mitzuteilen, dass Albinas Leichnam gewaschen und neu bekleidet worden war und somit bereit war, mit dem Ablegen der Münze für den Fährmann auf ihrer Zunge endgültig für die Reise in die Totenwelt vorbereitet zu werden. Macer nickte, suchte eine besonders blanke Münze aus der Geldtruhe heraus und trat an Albinas Totenbett. Erneut konnte er seine Tränen kaum zurückhalten, aber trotzdem schaffte er es, auch diese rituelle Handlung in Würde hinter sich zu bringen.


    Inzwischen trafen auch die ersten Klienten, Verwandten, Nachbarn und Freunde ein, die von dem Ereignis gehört hatten. Auch an Klagefrauen hatte man gedacht, die die Tote beweinten. Ein klein wenig Stolz auf seine pragmatische Planung konnte sich Macer indes nicht verkneifen, als er sich der Vorteile der kürzlich erfolgten Erweiterung seiner Casa bewusst wurde: Während die verstorbene Albina im ersten Atrium aufgebahrt und betrauert wurde, sollte im zweiten Atrium die Freude über die Geburt der Tochter vorherrschen. Wer das Haus betrat, kam an der Trauer um die Hausherrin nicht vorbei. Doch nach dem Ende der Trauerzeit würde man sie in einer Prozession hinaustragen und zurückbleiben würde die Freude über ein kleines Mädchen. Ja, es war eine sehr schwere Geburt gewesen, aber Macer wollte nicht zulassen, dass das Leben deshalb genauso schwer wurde.

    "Ich denke, man muss in dieser Diskussion berücksichtigen, dass ein naher Angehöriger eines amtierenden Kaisers immer einen gewissen Vorsprung darin hat, die nötigen Qualitäten zu erwerben und zu beweisen", ging Macer zunächst auf das Verhältnis zwischen dynastischer Nachfolge und qualitätsgetriebenem Auswahlverfahren an. "Wenn ein junger Mann als Erstgeborener eines Kaisers quasi von Geburt an auf seine kommende Rolle als Nachfolger seines Vaters vorbereitet wird, dann ist es schließlich sehr wahrscheinlich, dass er frühzeitig die nötigen Einblicke und Lehren bekommt, die ihn zum bestmöglichen Kandidaten machen. Sollte ein Kaiser jedoch keinen Sohn haben oder sollte es diesem aus welchen Gründen auch immer versagt sein, die nötigen Qualitäten zu entwickeln, dann würde ich als seinen Nachfolger nicht einfach denjenigen bevorzugen wollen, den das Los bestimmt - sei es durch tatsächlichen Losentscheid oder durch das Los der Geburt - sondern denjenigen, der den Ansprüchen des Kaisers an seinen nicht vorhandenen Sohn am nächsten kommt", führte er dann weiter aus. "Von daher wäre es mir recht gleich, ob Vescularius Salinator einen eigenen Sohn als bestmöglichen Nachfolger in seinem Sinne erzieht oder einen Mann durch Adoption oder Testament zu seinem Nachfolger bestimmt, der die nötigen Qualitäten aufweist", ging er dann auf die letzte Frage ein und unterschlug dabei bewusst die Option, dass ein geeigneter Nachfolger auch aus einem Bürgerkrieg hervorgehen konnte und dann ebenfalls seine Zustimmung finden würde.


    "Was deine Sorge um den Einfluss des Senats betrifft, stimmt ich mit dir überein, dass der Kaiser den Rat des Senates nicht ignorieren sollte", ging er dann auf den anderen Aspekt des Gesprächs ein. "Das gehört für mich gleichsam zu den notwendigen Qualitäten eines geeigneten Nachfolgers, dass er sich den Ratschlag des Senates zu Nutze zu machen weiß und im bewussten Umgang mit den verschiedenen dort vorherrschenden Meinungen zumindest geschult ist."

    Zitat

    Original von Phaeneas
    Ich präzisiere: Umgangssprachlich haftet einem "schon" gerne etwas wertendes an, vor allem in geschichtlichen Zusammenhängen.
    ("Ach, die hatten das damals schon - hätte ich ja nie gedacht!")


    Ich weiß zwar nicht, was an einer solchen anerkennend staunenden und somit positiv wertenden Formulierung falsch oder schlecht sein soll, aber das zu ändern ist kein Problem.


    Vorschläge für weitere Zeilen sind übrigens auch willkommen. ;)

    Macer hätte seinem Gegenüber nun vorhalten können, dass er seine Frage schlicht nicht beantwortet hatte. In einer Senatsdebatte hätte er dies möglicherweise auch getan, aber hier bei einer Plauderei in entspannter Atmosphäre verbot sich ein solches direktes Vorgehen natürlich von selbst. Zumal der Tiberier auch einige Aussagen getätigt hatte, die Macer durchaus erstaunten, so dass er dort viel lieber einhaken wollte. "Die Qualität eines Kaisers spielt für dich tatsächlich eine untergeordnete Rolle, weil sich diese schwer messen lässt?" fragte er daher nach. "Das halte ich für eine sehr interessante Sichtweise. Ich nehme an, daher rühr auch deine anfänglich geäußerte Besorgnis um die Rolle des Senates? Siehst du den Kaiser eher als Repräsentanten, der sich in allen inhaltlichen Dingen durch den Senat beraten lässt, so dass es auf seine eigenen Qualitäten gar nicht ankommt, so dass man ihn dann tatsächlich nötigenfalls per Los bestimmen kann? Würde dies die Rolle des Kaisers nicht zu einer völlig anderen machen, als sie derzeit ist?" schlossen sich gleich noch einige Fragen an. Macer fand diesen Gedanken tatsächlich so neu, dass er nicht einmal spontan entscheiden konnte, ob dies ein guter oder ein lächerlicher Gedanke war. Vielleicht war es auch Hochverrat so zu denken oder aber in guter augusteischer Tradition.

    "Keine Sorge, du wimmelst mich nicht ab. Und selbst wenn, ich hab's ja nicht weit bis nach Hause" scherzte Macer und begab sich zur Zimmertür, wo er sich an den Türrahmen lehnte. "Falls es dich interessiert: Die Latrine ist sozusagen am anderen Ende der Casa, also wieder zurück, am Triclinium vorbei und dann links. Und falls du morgenfrüh aufstehst, bevor ich wach bin, lass' dir ruhig schon von der Küche weiterhelfen, wenn du Hunger oder Durst hast", gab er dann noch ein paar letzte praktische Tipps, da sich sein Cousin ja weder mit der Architektur des Hauses noch den Gepflogenheiten in selbigem auskennen konnte.

    Macer blickte zufrieden, als sein Cousin zwar nicht in überschäumende Freude ausbrach, aber mit dem Cubiculum doch zufrieden schien. Alles weitere würde man dann in den nächsten Tagen und Wochen ganz nach Bedarf regeln können. "Scheue dich nicht, mich oder meinen Hausverwalter anzusprechen, wenn es dir an etwas mangelt", bot er an. "Er wird auch wissen, wo man was am besten besorgen kann", wies er noch auf einen unschlagbaren Vorteil hin, den so ein Hausverwalter hatte.


    Und tatsächlich sprach Licinus dann auch gleich von selber an, dass er sich in Rom wohl nicht mehr perfekt auskannte. "Schau' dich auf dem Forum um!", gab Macer dann die wohl naheliegendste aller Empfehlungen. "Und dann ab in eine der großen Thermen und dann wirst du zumindestens wissen, was in Rom so aktuelles Gespräch ist." Danach überlegte er kurz, ob es noch besondere Orte zu empfehlen gab. "Baulich hat sich nicht viel getan in letzter Zeit. Valerianus war dahingehend kein besonders aktiver Kaiser."

    "Da sind wir schon", schmunzelte Macer, als er bemerkte, dass sein Cousin ganz in Gedanken versunken beinahe einfach weiter gelaufen wäre. "So groß ist meine Casa dann doch nicht, dass der Weg vom Triclinium bis ins Cubiculum eine weite Reise wäre", setzte er noch hinzu und öffnete dann die Tür. Zum Vorschein kam ein zweckmäßig eingerichteter Raum, in den durch ein kleines Fenster ein wenig Licht gefallen wäre, wenn es nicht schon dunkel gewesen wäre. Ein Bett, eine große Truhe, ein Tisch, ein Leuchter, ein Kohlebecken zum Heizen. "Ich hoffe, es genügt deinen Ansprüchen? Die Möblierung können wir sicher noch deinen Bedürfnissen anpassen. Ist ja noch etwas Platz hier" erklärte er dann und ließ seinen Cousin erst einmal in Ruhe einen Blick in den Raum werfen, während der Sklave rasch den Leuchter entzündete.

    Macer ließ den Wein mit recht viel Wasser verdünnen, denn es sollte ja kein Gelage werden, sondern nur eine kleine Erfrischung zur Anregung der Diskussion. Auf die Ausführungen des Tiberiers hatte er dann auch gleich zwei Erwiderungen. "Je größer und weitläufiger die Familie ist, umso wahrscheinlicher ist es natürlich, dass es jemande gibt, der einen dynastischen Anspruch geltend machen wird. Die Gesetze der Logik sagen uns sogar, dass es früher oder später mehrere weitlufige Verwandte geben wird, die einen nahezu gleichberechtigten Anspruch haben, falls dem Herrscher selber ein Sohn fehlt. Wie willst du in diesem Fall entscheiden? Jenen zum Kaiser machen, der nach dem Stammbaum der nächste berechtigte ist? Oder doch lieber jenen, der einen geringeren Anspruch hat, aber beispielsweise die bessere Ausbildung genossen hat, das passendere Alter hat, selber schon männliche Nachkommen hat oder was sonst noch geeignete Qualitäten sind?" Er machte eine rhetorische Pause und sprach dann weiter, ohne die in den Raum gestellte Frage zu beantworten. "Welches Verfahren auch immer man wählt, der Auslöser eines Bürgerkriegs wird stets sein, dass jemand die Ergebnisse dieses Verfahrens für nachteilig für Rom hält. Kennst du ein Verfahren, welches nicht nur eine eindeutige Wahl trifft, sondern auch jene mit den größten Vorteilen für Rom?"

    Hin und her gerissen zwischen all den Emotionen, die in diesem Augenblick in seinen Kopf schossen, fiel es Macer schwer, mit stoischer Gelassenheit die Rituale zu befolgen, die die Tradition sowohl für den Fall der Geburt als auch für den Fall des Todes vorsah. Dass eine junge Frau auf dem Kindbett starb war beileibe nichts Neues und auch Macer hatte schon von vielen solcher Fälle gehört, kannte auch die besondere Belastung, die dies für den Hausherren und Vater bedeutete - und doch war es etwas völlig anderes, wenn man selber davon betroffen war. Leise schluchzend drückte er seine neugeborene Tochter an sich und beugte sich dann zu Albina herunter, um ihr den Totenkuss zu geben. Vielleicht war es dafür schon längst zu spät und ihre Seele war schon entwichen, aber vielleicht war sie ja auch schon aufgefangen in Form ihrer Tochter. Letztertes war eine Vorstellung, die Macer durchaus ein wenig beruhigen konnte, während er seiner verstorbenen Frau sanft die Augen schloss.


    Danach kam ihm zu Gute, dass ein frischgebackener Vater direkt nach der Geburt ohnehin nicht viel mit seinem neuen Kind zu tun hatte. Statt es der Mutter in den Arm zu legen, blieb jetzt nur die Amme. Macer war fast dankbar, dass diese eine wahrhaft beruhigende Routine auszustrahlen schien und ganz offensichtlich nicht zum ersten Mal eine solche Situation erlebte. So konnte Macer ganz langsam durchatmen, die ersten Emotionen abklingen lassen, seinen Verwalter zu sich zitieren, erste Anweisungen sowohl für die Bekanntgabe der Geburt als auch für die Durchführung der Totenrituale geben und dadurch irgendwie versuchen, Herr der Lage zu werden, wie er es als Hausherr wohl einfach sein musste in dieser Situation, auch wenn ihm die Tränen noch immer ganz unsenatorisch über die Wangen kullerten.


    Während sich die Hausangestellten nun um Kind und Leichnam kümmerten, lenkte Macer seine Schritte fast automatisch zum Hausaltar. Gedankenversunken reinigte er sich, brachte Kohle zum Glühen, legte Weihrauch auf, betrachtete die verschiedenen Götterfiguren auf dem Altar. Albinas Figuren waren darunter, vor denen sie oft für eine glückliche Geburt gebetet hatte - vergeblich. Das Leben war eben nicht vorherbestimmt durch die Menschen. Traurig betrachtete Macer den aufsteigenden Weihrauch und wusste nicht, zu wem er zuerst beten sollte. Danken für die Geburt oder um einen sicheren Weg uns Reich der Toten bitten? Er begann spontan, in leisem Gemurmel, mit einem Dank für die Geburt. Nicht ganz zufällig waren für dieses Ereignis Opferkuchen und Blumen bereitgehalten worden, so dass Macer diese nun mit tatsächlicher Dankbarkeit an Iuno übergeben konnte. "Iuno, Schutzgöttin der Frauen, Behüterin der Mutterschaft, Göttin des Heims, größte aller Göttinnen. Stellvertretend für Albina stehe ich hier um dir zu danken für die Geburt unserer Tochter. Für deinen Schutz, der es ermöglicht hat, dass Albina eine gesunde Tochter zur Welt bringen konnte. Ich bitte dich, beschütze auch sie, damit sie eine bemerkenswerte Frau wird, so wie es Albina eine war. Führe ihre Wege, so dass sie eines Tages einen Mann so glücklich machen wird wie Albina es mit mir getan hat. Und wenn ich auch darum bitten darf: Gewähre ihr, dass sie die Geburt ihres ersten Kindes überlebt. Bis es soweit ist, werde ich dir jedes Jahr, zur Widerkehr des heutigen Tages, ein Opfer darbringen, das größer sein wird als die bescheidenen Gaben, die ich dir heute darbringen kann."

    Macers Verwalter trug den gesiegelten Vertrag sorgfältig ins Tabularium seines Herrn und verstaute ihn bei den anderen Verträgen im Schrank. Den regelmäßigen Geldeingang würde er ab nun überwachen und seinem Herrn melden, wenn der Klient zu weit in Rückstand geriet mit den vereinbarten Zahlungen. Aber Sorgen machte er sich darüber erst einmal nicht. Ein angehender Ritter sollte wohl mit Geld umgehen können.

    "Worauf stützt du diese Auffassung?", erkundigte sich Macer und lehnte sich mit einem ganz leichten Lächeln zurück. Urplötzlich hatte er Spaß an dieser Debatte gewonnen und Lust darauf, sie weiter zu führen. "Wir blicken zwar schon auf mehrere Generationen einer kaiserlichen Herrschaft zurück, aber alles in allem doch auf nicht mehr als ein gutes Dutzend Herrscher. Einige davon werden rückblickend als erfolgreich und vorbildlich bezeichnet, andere tragen kein positives Andenken mit sich. Einige sind aus einer Dynastie heraus an die Macht gekommen, andere durch Adoption, wieder andere durch Umsturz und Bürgerkrieg. Sind wir wirklich schon in der Lage, bei so vielen Beispielen, unter denen sich kaum zwei oder drei gleichartige finden lassen, Schlüsse zu ziehen, die uns Empfehlungen geben können? Sind nicht die Dinge, denen wir überzeugt aus guter Tradition folgen, auf sehr viele größere Zahlen von guten Beispielen gestützt?" warf er einige Fragen in den Raum. Mit einem Handzeichen orderte er Wein und Wasser, da das Gespräch nun wohl doch etwas länger dauern konnte. "Ich bin kein Philosoph und auch kein Historiker, musst du wissen. Ich mache mir nur meine eigenen, bescheidenen Überlegungen und nehme nicht einmal an, dass ich es dabei schaffe, alle Fakten und Faktoren zu kennen und zu berücksichtigen."

    Auch wenn das Warten sich zog kam dann irgendwann doch der Verwalter mit einem entsprechenden Vertrag, den der Klient seines Herrn nur noch zu siegeln brauchte. Auf einer zweiten Tafel hatte er noch einmal die Lage und Beschreibung der Parzelle festgehalten, damit der neue Besitzer sie auch finden würde, wenn er sie in Augenschein nehmen wollte.


    Sim-Off:

    Angebot steht schon seit Wochen in der WiSim. Greif' zu. ;)

    "Sein Sohn ist mit ihm verstorben, so dass seine Erwähnung schlicht nichtig ist", erinnerte Macer an das, was der Tiberier kurz vorher im Gespräch noch selber aufgeführt hatte. "Dass er danach als nächsten Nachfolger einen Vertrauten gegenüber einem weitläufigeren Verwandten bevorzugte, finde ich ansich nicht weiter bemerkenswert. Immerhin wurde er selber erst durch Adoption Sohn des Divus Iulianus. Man darf diesen gewichtigen Unterschied, ob es sich um einen Adoptivsohn handelt oder nicht sicher nicht kleinreden, aber trotzdem bleibt die Tatsache, dass er damit nicht der erste ist, der Blutsverwandtschaft zugunsten anderer Vorzüge hinten an stellt", analysierte Macer die Entscheidungen aus seiner Sicht. "Ob dies eine richtige Entscheidung war, wird sich weisen müssen. Das Format eine Divus Iulianus hat Salinator meine Erachtens noch nicht erreicht. Wie wollen wir da beurteilen, ob ein Verwandter die bessere Wahl gewesen wäre?" stellte er dann als Frage in den Raum, da er den Eindruck hatte, dass der Tiberier durchaus gewillt war, die Vorzüge und Nachteile verschiedener Männer zu diskutieren.

    Macer sah die Wahl seiner Lektüre zugegebenermaßen weit weniger philosophisch, aber er konnte der Ansicht seines Cousins durchaus zustimmen. "Ja. Immer nur dasselbe lesen macht auf Dauer wohl auch schlicht keine Freude, denke ich", pflichtete er bei.


    Da er selber langsam auch gesättigt war, hatte er keine Schwierigkeiten damit, das Mahl bald aufzuheben. Er hätte zwar auch noch Nachspeisen servieren lassen können, aber er wusste auch, dass eine Reise müde machen konnte. "Wann immer du möchtest. Ich kann mir denken, dass du dich ausschlafen möchtest. Dann zeige ich dir wohl jetzt einfach mal dein Cubiculum?", schlug er vor.


    Sim-Off:

    Mach' dir einfach selber einen Thread für dein Cubiculum auf. ;)

    Leider war Macer ein denkbar schlechter Gesprächspartner, wenn es um Familiengeschichten und Verwandtschaften ging, zumal wenn es nicht seine eigene Familie betraf. Dementsprechend schaute er auch etwas dümmlich aus der Toga, als sein Gegenüber endlich auf den mutmaßlichen Kern des Gesprächs kam. "Ja. Das heißt, nein", gab er erst einmal zur Antwort, bis er seine Gedanken geordnet hatte. "Also, ja, der Name sagt mir etwas. War er ein Bruder des Divus Iulianus? Das mag sein, da bin ich mir nicht ganz sicher. Mein Gedächtnis für solche Dinge ist nicht sonderlich gut, musst du wissen", gab er mit einem entschuldigenden Lächeln offen zu. "Daher weiß ich auch nichts über seinen Verbleib. Wenn ich mich korrekt erinnere, spielte er aber bei der Nachfolgeregelung ohnehin keine Rolle, weil es nach Valerianus eine testamentarische Erbfolge gab", fuhr er dann fort. Auch diesmal schwang ganz leicht eine Frage mit in seiner Stimme, auch wenn er sich hier eigentlich schon sehr sicher war, dass Salinator per Testament eingesetzt worden war. Das war schließlich noch nicht so lange her.

    Das Gespräch entwickelte sich zwar nicht unbedingt in eine Richtung, die Macer zu Beginn erwartet hatte, aber immerhin bewahrheitete sich seine Ahnung, dass die harmlose Ankündigung doch in ein recht ernstes Gespräch münden würde. Nicht unbedingt etwas, was Macer vom Stil der Gesprächsführung her gefiel, aber auch nichts, über das er sein Missfallen allzu schnell artikulieren würde. Stattdessen konzentrierte er sich auf die Inhalte, die ja nun auch wirklich alle Aufmerksamkeit verdient hatten.


    "In verstehe um ehrlich zu sein deine Frage nicht ganz, denn die Nachfolge des Divus Iulianus war doch klar geregelt und ist auch entsprechend dieser Regelungen eingetreten", antwortete er dann und blickte sein Gegenüber fragend an. Er konnte sich zwar denken, dass der Tiberier auf die weitere Nachfolge anspielte, aber jener wusste sicher auch genauso gut, dass jeder Kaiser zwar seinen Nachfolger, aber nicht seinen Nachnachfolger bestimmen konnte.

    "Ja, deswegen frage ich ja", schmunzelte Macer. "Von punischen oder aramäischen Werken nennenswerter Größe habe ich nämlich noch nichts gehört. Aber auch mit den griechischen Autoren kenne ich mich eher mäßig aus, muss ich zugeben", führte er dann aus. "Es sind dann eher die römischen Autoren, die ich zu lesen pflege. Historiker vor allem und dort hinsbesondere die militärischen, aber gerne auch gute Reden oder auch die eine oder andere technische Abhandlung", zählte er dann seine Vorlieben auf. Wobei Vorlieben etwas übertrieben war, denn abgesehen von den genannten Kategorien laß er ziemlich wenig. Bei einem Schluck Wein dachte er dann darüber nach, ob er überhaupt so etwas wie ein Lieblingswerk hatte. "Ein Werk, was mir besonders wichtig wäre, gibt es glaube ich nicht. Zumindest fällt mir spontan nichts ein", gab er dann zu.