Balneum

  • Mit einem Schmunzeln sah Callista wie zögerlich Witjon ins Wasser steig. Anscheinend mochte er heißes Wasser genausowenig wie scharfes Essen, beides gefiel ihr persönlich gut. Für einen Moment genoß sie einfach das Bad und wusch sich das gesicht, um etwaige Schminkreste nun endgültig zu eliminieren, dann machte sie auch ihr Haar nass, dass nun dunkelbraun aussah und sich fächerartig auf der Wasseroberfläche verteilte. Witjons Frage ließ sie kurz nachdenken. "Ich habe noch nicht viel gesehen und kenne nur den Garten, den Stall und dein Zimmer. Ach und in der Küche war ich gestern, als ich dort die Münze platziert habe." Sagte sie sachlich und war fast versucht die Schultern zu zucken. Wie sollte sie beurteilen ob es ihr hier gefiel, wenn sie sich noch gar nicht wirklich auskannte. "Allerdings fühle ich mich wohl, alle sind sehr nett zu mir. Mit etwas Zeit komme ich bestimmt sehr gut zurecht." Eine mehr als höfliche Antwort, die sie da sagte, aber sie wußte es nicht besser zu formulieren. Hoffentlich hatte er keinen ausgelassenen Freudentanz erwartet, sowas würde er nämlich von ihr niemals sehen.

  • Witjon schmunzelte schief zurück. Seine Frau fand es offenbar amüsant wie er sich in diesem Wasser für sie quälte. Natürlich würde er keinen Schmerzenslaut von sich geben! Während sie sich wusch, schaffte er es bald den ganzen Oberkörper ins Becken zu legen, ohne vor Hitze einen Schock zu bekommen. Ab da konnte er es dann auch genießen und lehnte sich entspannt zurück. Lässig wandte er sich dann der Prudentia zu. "Dann wird wohl eine kleine Hausführung vonnöten sein, damit du dich demnächst hier nicht ständig verläufst," scherzte er wohlgelaunt. "Es freut mich, dass du dich hier auf Anhieb wohl fühst. Ich möchte mein Weib nicht in eine unglückliche Ehe zwingen. Aber ich glaube wir können alles andere als unglücklich miteinander sein, nicht wahr?" Seine Worte waren offen und ehrlich. So war er und so würde er ihr gegenüber immer sein. Er schenkte Callista ein aufmunterndes Lächeln und gab ihr einen Kuss. Dann stellte er eine Frage, die Witjon schon seit Längerem auf der Zunge brannte. "Sag mal, was lernt eine junge Frau eigentlich, wenn sie nach römischer Tradition erzogen wird? Ich meine...unsere Frauen lernen Kochen, Waschen, Nähen, oft auch Dinge wie Heilkunde oder womöglich sogar Töpfern und Flechten." Er schaute seine Frau nun erwartungsvoll und ahnungslos zugleich an. Er wollte sich nicht blamieren und sie beleidigen, wenn er sie fragte ob sie denn auch Handwerkerarbeiten - wie eben etwa Flechten oder Töpfern - beherrschte, wollte sie aber auch nicht als nutzloses Anhängsel abstempeln, das man nur zum schön aussehen und Eindruck schinden auf Anlässe oder Feiern mitnahm und das ansonsten zur Befriedigung der fleischlichen Gelüste des Mannes und die Erhaltung der Nachkommenschaft zuständig war.
    Etwas unsicher beobachtete er also die Mimik seiner schönen Prudentia, deren rotes Haar jetzt nass wurde und an ihrem Körper klebte, was Witjon gefiel. Es gefiel ihm ebenso gut, wie wenn ihr Haar vor Schweiß an ihrem Körper klebte, der vor lauter Anstrengung durch ihre nächtlichen Aktivitäten ausgelöst wurde. Generell stand Witjon auf diesen Rotschopf und freute sich wie ein kleiner Junge, dass er so eine schöne Römerin zur Frau gegeben bekam. Ebenso stellte er erneut fest, dass Callistas Augen zum Stauen schön waren und einen wunderbaren Glanz aufwiesen, der den Duccier dazu brachte verträumt zu starren. "Hatte ich dir schon einmal gesagt wie wunderschön du eigentlich bist?" fragte er daher begeistert. Seine Hand wanderte auf ihren Oberschenkel und wollte so seine Zuneigung stärker ausdrücken.

  • "Eine Hausführung wäre wirklich sehr hilfreich, danke. Und vielleicht wäre es nicht schlecht, wenn du mich nochmal in Ruhe allen vorstellst. Besonders deine Mutter und Schwestern habe ich gestern kaum sprechen können. Ich würde ihnen gerne irgendwie sagen, dass das mit dem Brautraub eine römische Tradition ist und sie sich nicht sorgen soll. Sie hat so traurig ausgesehen und den ganzen Weg geweint."


    Nur ungern erinnerte Callista ihren Mann daran, doch sowas empfand sie als sehr wichtig. Sie konnte es nicht leiden der Grund dafür zu sein, dass es seiner Familie schlecht ging. Sowas musste direkt am Anfang korrigiert werden, sonst würde es auf ewig ein Thema zwischen ihnen sein. Und sie wollte sich ja gut mit seinen Verwandten verstehen, die jetzt zu ihrer Familie geworden waren. Als er davon sprach, sie nicht zwingen zu wollen musste sie freudlos lächeln. Im Grunde blieb ihr keine Wahl und selbst wenn das hier eine unglückliche Ehe gewesen wäre, hätte sie es sich nicht anmerken lassen. Ihre Erziehung und ihre strenge Selbstbeherrschung hätten es nicht erlaubt, dass sie sich schlecht benahm, vor allem gegenüber jemanden der Balbus so wichtig war. Auch wenn ihr Onkel Witjon nicht persönlich kannte und auch nicht selbst ausgesucht hatte, war die Verbindung zu den Ducciern unheimlich wichtig. Also, egal was Witjon tat, sie würde immer eine gute Miene dazu machen. Soviel stand für sie fest. Allerdings sah sie es nicht ein, ihm das auf die Nase zu binden, er sollte schließlich nicht auf dumme Ideen kommen ( :D ).


    Er setzte sich neben sie und sie angelte sich zwei der Krüge, die wohlriechende Tinkturen und Öle enthielten und entschied sich dann, sich zu waschen. Allerdings tat sie das nur ganz schnell, in dem sie aufstand, sich einseifte, ordentlich schrubbte und sich dann wieder hinsetzte. Es war herrlich den Schweiß und die anderen Körperflüssigkeiten der vergangenen Nacht (und des Morgens ^^ ) abzuwaschen und sie fühlte sich gleich viel besser. Sie erwiderte seinen Kuss und setzte sich neben ihn, wo sie vorher schon gesessen hatte.


    "Das ist immer ein wenig unterschiedlich, generell kriegt jedes römische Mädchen natürlich eine ihrem Stand entsprechende Schulbildung, lernt lesen und schreiben und oftmals auch noch eine oder zwei weitere Sprachen. Ich spreche Latein und Griechisch. Dann gibt es natürlich einige handwerkliche Dinge, allem voran das Weben. Mein Hochzeitskleid habe ich zum Beispiel ganz alleine gemacht, so ist es Tradition. Ich kann aber auch Kochen und kenne mich etwas mit Heilkunde aus, aber nicht gut. Aber ich kann kranke Menschen pflegen. Manche lernen auch ein Musikinstrument, aber generell ist die Lyrik höher angesehen als die Musik. Daher lesen die Mädchen viel und ich persönlich lese auch sehr gerne."


    Viel mehr hatte sie in Mantua ja sowieso nicht zu tun gehabt. Jedenfalls hatte Witjon sicherlich diesen Eindruck von ihr gehabt am ersten Tag, als sie darüber gesprochen hatte, dass ihm die Casa manchmal zu eng wurde und er gerne draußen war.


    "Und natürlich lernt man alles, was man später im Eheleben braucht, also das Organisieren eines Haushaltes, wie man mit Sklaven umgeht, manchmal auch Rechnen, damit man Einkaufen kann und die Ausgaben überblickt. Dazu dann wie man mit Kindern umgeht, obwohl das in den meisten Fällen eine Amme und dann eine Erzieherin übernimmt, wenn es ein Mädchen ist. Einen Jungen erzieht selbstverständlich der Vater."


    Witjon schwieg einen Moment und sah sie nur an, dann grinste er und machte ihr zum wiederholten Male ein Kompliment. Und zum wiederholten Male lief Callista rot an, was sich nun nicht mehr verbergen ließ und sie lächelte schüchtern. Sie mochte es, dass er sie so attraktiv fand, auch wenn sie nicht genau wusste, was sie darauf erwidern sollte. Stattdessen griff sie nach der Seife und lächelte ihn an. "Komm ich wasch dir dein Haar, dreh dich um." Sie wartete, bis er ihr den Rücken zuwandte und machte sein Haar nass, danach rieb sie das Öl hinein und begann, seine Kopfhaut zu massieren. Sie wusste genau wie schön sie selbst es fand, wenn Vodafonis das getan hatte und da er in eine andere Richtung guckte würde es ihr leichter fallen weiterzusprechen. Denn sie hatte eine Frage und wusste nicht recht, ob sie die so einfach stellen wollte. Obwohl, im Grunde war es eigentlich gar keine Frage, mehr eine Tatsache und das machte es noch schwerer sie zu formulieren.


    "Du, Witjon? Ich habe mir überlegt, wenn es dir nichts ausmacht, dann … uhm … also … ich … eigentlich."


    Sie seufzte und biss sich auf die Unterlippe. Denn obgleich ihr diese Sache wichtig war, schaffte sie es nicht es einfach zu sagen. Es dauerte einen Moment, bis sie sich soweit gesammelt hatte, einen neuen Versuch zu wagen. Ihr Finger machten weiterhin kleine Kreise und sie sah mit abwesendem Blick, wie es begann zu schäumen.


    "Ich weiß, dass ist unüblich aber ich würde ganz gerne selber stillen. Also, unsere Kinder meine ich. Wenn du nichts[SIZE=7] dagegen hast heißt das natürlich …![/SIZE]"


    So selbstsicher sie auch angefangen hatte, so leiser und zaghafter wurde sie zum Schluss. Sie wollte es nicht wie eine Bitte klingen lassen aber es hatte doch genau so geklungen. Vielleicht fand er den Gedanken, dass sie durchs Stillen schlaffe Brüste kriegen würde ja abstoßend, denn genau das war der Grund warum die meisten (reichen) Römerinnen eine Amme hatten. Sie sah fragend und besorgt seinen Hinterkopf an und hoffte, er würde zustimmen. Ihr lag viel daran. Soviel.

  • Er nickte. "Gut, dann führe ich dich im Laufe des Tages mal herum und stelle dich auch vor. Du sollst ja nicht als Fremde in diesem Haus wohnen." Die Worte, die seine Mutter betrafen, erzeugten dann allerdings den ihm bereits wohl bekannten Kloß im Hals. Er wusste, dass er seine Sippe vor der Hochzeit völlig unzureichend informiert hatte und schämte sich deswegen nicht unwesentlich. Ihm wurde sofort unbehaglich zumute und runzelte die Stirn. "Öhm...ja...das müssen wir ihnen allerdings erklären. Es war ein fataler Fehler meinerseits, sie nicht richtig darüber aufzuklären. Das müssen wir auf jeden Fall wieder gut machen, sonst hinkt uns die Geschichte noch jahrelang hinterher." Witjon sprach genau das aus, was seine Gattin gedacht hatte. Die nickte ihrerseits zustimmend.


    Dann wusch sich Callista kurz, während Witjon einfach da saß und sie dabei bewunderte. Zwischendurch tauchte er den Kopf unter um seine Haare schonmal nass zu machen und tauchte blubbernd wieder auf, was die Prudentia zum kichern brachte, weil er dabei eine total alberne Grimasse zog. Dann antwortete sie auf seine Frage und er hörte aufmerksam zu. Sie konnte also auf Lateinisch und Griechisch lesen und schreiben. Sie kannte die große Literatur der römischen und griechischen Schriftsteller. Sie konnte Kleider weben, kochen und Kranke pflegen. Ob sie selbst ein Instrument beherrschte, das ließ sie nicht durchblicken. Aber wenigstens wusste Witjon jetzt, dass er dieser Frau nicht nur Schmuck, Kleider und Geschirr schenken konnte, sondern auch Bücher, um sie zu erfreuen.
    Was dann kam, freute ihn umso mehr. Sie konnte einen Haushalt führen, mit Personal umgehen - das Wort 'Sklaven' kam ihm meist ebenso wenig über die Lippen wie Lando - und wusste ihrer beider Kinder zu erziehen. Allerdings, das gab der junge Duccier zu, hatte er erwartet, dass eine Frau aus dem Hause Prudentia diese Dinge beherrschte. Alles andere hätte ihn enttäuscht.


    Callistas Verlegenheit, ausgelöst durch sein Kompliment, brachte Witjon zum Grinsen. Er fand es einfach so niedlich, wenn sie so schüchtern war und er sie verlegen machte. Deshalb drehte er sich auch bereitwillig um und ließ sich auf ihr Verlangen hin von ihr die Haare waschen. Oder besser gesagt: Den Kopf massieren. Denn genau das tat seine Frau dann. Ein wohliges Gefühl breitete sich auf seiner Kopfhaut aus, während ihre Finger kleine kreisförmige Bewegungen beschrieben. Er entspannte sich zusehends und kommentiere ihr plötzliches Gestottere zunächst nur mit einem genüsslichen Brummeln.


    Und dann hörte er etwas, das ihn aus seiner Entspannung riss. Er drehte sich abrupt um und runzelte verwundert die Stirn. "Hmwas?" Er musste erst einmal selbst ihren Satz in Gedanken wiederholen, so sehr hatte sie am Ende genuschelt. Dennoch glaubte er alles richtig verstanden zu haben. "Ist es bei römischen Müttern etwa nicht normal, die Kinder zu stillen?" Er schaute seine Gattin verblüfft an. Sie schaffte es doch immer wieder, ihn zu überrumpeln. Aber mit einem Blick auf ihre Oberweite verstand er warum Römerinnen das wohl taten. "Aha. Lass mich raten. Sie lassen die bereits erwähnten Ammen stillen, um ihre Brüste hart und wohlgeformt zu bewahren?!" Witjon fand diese Idee gar nicht so abwegig. Aber irgendwie war es doch befremdend, dass diese Mütter ihre eigenen Kinder nicht stillen wollten. Nur um der Schönheit Willen? Welch Grausamkeit. Wobei, wenn er so darüber nachdachte...wieso nicht bis ins hohe Alter noch eine knackige Ehefrau genießen dürfen? Sollte er sein Vergnügen etwa der Ernährung seiner Brut hintenan stellen? Beinahe tief in Gedanken versunken zog Witjon eine Augenbraue nach oben, während die andere nach unten wanderte. Dann nahm seine Mimik milde Züge an. "Nah, das Stillen wird dir erlaubt sein. Keine Bange." Und mit gespieltem und einer Spur echtem Bedauern fügte er noch hinzu: "Schade nur um deine Straffen Brüste..." Ein Grinsen konnte er sich letztendlich aber doch nicht verkneifen. (:D)

  • "Natürlich werden römische Kinder gestillt!" sagte sie entrüstet und fügte dann erklärend hinzu. "Die Sklavinnen, die ein Kind behalten dürfen und auch alle, die es sich nicht leisten können, stillen ihr Kind natürlich selber. Aber du hast Recht, reiche Römerinnen geben ihre Kinder gerne ab zum Stillen und auch zum Erziehen. Sie wollen ihren Körper so hübsch und so jugendlich erhalten wie es geht."


    Sie beobachtete sein Mienenspiel und konnte seine Beweggründe nicht verstehen, allerdings reichte es ihr aus, dass er es ihr erlaubte. Sie hatte eine Theorie dazu, was mit von fremden Frauen gestillten Kindern geschah und dass sie nur aufgrund dieser Tatsache viel schwächlicher waren. Und Schwäche hatte sie bei ihrer Mutter genug erlebt, die auch nicht von ihrer eigenen Mutter sondern einer Sklavin gestillt worden war und das nicht mal besonders lange. Allerdings hatte Pulchra Callista gestillt und, weil sie nicht riskieren wollte zu schnell nochmal schwanger zu werden, das sehr lange. Und soweit ging es Callista ja gut - sie war nicht krank und bettlägerig wie ihre Mutter. Und irgendwann hatte sich der Gedanke gebildet, dass dies zusammenhing. Also stand fest, sie wollte auch ihre Kinder stillen. Selbst wenn an der Idee nichts dran war, einen Versuch war es wert. "Außerdem möchte ich sie nicht irgendeiner Fremden anvertrauen." meinte sie aus ihren Gedanken heraus und bedachte nicht, dass sie den ersten Teil ja nur gedacht hatte. Als er aber schlußendlich grinste, begriff sie, dass er sie wohl nur foppen wollte. Etwas, dass ihr immer noch schwer fiel zu erkennen. Doch sie lächelte und versuchte wieder etwas unbeschwerter zu wirken. Er hatte es erlaubt, aus welchen Gründen war doch egal.


    Also nickte sie nur und begann wieder seinen Kopf zu massieren, wartete aber nicht bis er sich erneut umdrehte sondern rückte nur einfach ein Stück näher an ihn heran. "Gefällt dir das?" fragte sie leise, weil sie nicht wollte, dass das Gespräch schon änderte. Obwohl ihr sein Brummeln eigentlich schon Antwort genug war. Sie lächelte ihn schelmisch an und übte etwas mehr Druck mit ihren Fingern aus.

  • Abwehrend hob er die Hände, als Callista ganz empört eine Erklärung des Stillverhaltens römischer Eltern abgab. "Ist ja gut, ich bin ja schon ruhig!" Er warf ihr einen entschuldigenden Blick zu und lehnte sich dann wieder an den Beckenrand, um zu entspannen. Callistas Gedanken zum Thema Kinder ließ er zunächst völlig unkommentiert. Erstmal Kinder kriegen, dachte er. Dann konnte man immer noch über ihre Erziehung und Umsorgung reden.


    Witjon spürte erneut die Nähe seiner Frau und seufzte leise. Die Kopfmassage tat ihm gut und das tat er dann auch kund, als sie ihn fragte. "Es ist wundervoll, danke." Er lächelte, was Callista natürlich nicht sehen konnte. Da kam ihm ein interessanter Gedanke. "Sag mal...was machst du jetzt eigentlich, wo du keine Sklaven mehr hast. Also...die dir die Haare machen, dich massieren, dich waschen, schminken...und sowas. Dafür sind Sklaven doch da, oder?" Jetzt hatte er mal die Gelegenheit mit einer Römerin über Sklaverei zu reden, warum diese nicht nutzen?

  • Callista hielt in ihren Bewegungen inne. Darüber hatte sie sich noch gar keine Gedanken gemacht - zu sehr hatte die Hochzeit als solches ihr Handeln bestimmt und ihren Kopf sowieso. Dabei war klar gewesen, dass sie die geschätzte Ägypterin Vodafonis nicht mit in die duccische Casa bringen konnte sondern diese wieder mit ihrem Onkel nach Rom mitgehen würde. Sie seufzte leise. "Sklaven sind für so ziemlich alles da. Ich habe von reichen Familien gehört die einen Sklaven haben, der nur und zwar wirklich nur dafür da ist morgens die Vorhänge auszuziehen. Mehr nicht. Er tut sonst nichts anderes als die Herrschaften zu wecken." Die Prudentia kicherte vergnügt und schüttelte den Kopf, Römer hatten manchmal schon sehr seltsame Anwandlungen. Dann wurde sie wieder ernst. "Was das waschen und so angeht, das geht auch in der städtischen Therme. Ich werde mich erkundigen müssen wann dort Frauenbadetage ist. Natürlich kostet mich das dann etwas..." Sie ließ den Satz ausklingen um ihm nicht das Gefühl zu geben, dass er dafür zu bezahlen hatte. Lieber redete sie weiter. "Was das fertig machen angeht und vor allem, wenn ein Fest oder offizieller Anlass ansteht, ist schon eher ein Problem. Ich weiß es gibt Frauen die ihre Dienste bei sowas anbieten, aber die Frage ist doch wie gut sie sind. Vielleicht sollte ich mir eine Perücke machen lassen..." Auch hier beendete sie ihren Satz nicht. Der Gedanke totes Haar mit sich herumzutragen störte sie eigentlich nicht, nur immer ein und diesselbe Frisur, das erregte mehr ihr Missfallen. "... das einfachste wäre es wohl eine römische Freundin zu finden, dann könnte man sich die Sklavin ausleihen."

  • Hach.. war das herrlich wieder in Glabrios starken Armen zu liegen und den Geschmack seiner süßen Lippen auf ihren Lippen zu schmecken. Verliebt bis über beide Ohren sah Sontje ihn strahlend an. "Was für eine Überraschung!! Ich freue mich so!!" sprach sie verliebt und wurde durch Callistas entsetzten Stimmenklang unsanft in die Realität katapultiert. Die Tür öffnete sich noch einmal. Witjon oplatzte herein.. auch das noch!!! Allmählich wurde sie sich ihrer nassen Hemdchen bewusst.


    "Aber wieso denn...? Das ist mein Glabrio!" Fest umgriff sie seine Hand und blieb standhaft bei ihm stehen. "Wir haben uns auf der Hochzeit kennengelernt!" War das auf Callistas oder Elfledas Hochzeit gewesen? Egal! Es galt hier etwas zu erklären. "Dann verloren wir uns seltsamerweise aus den Augen und kommen gerade wieder zusammen. ich meine, das ist doch toll, dass er zurück ist! Oder findet ihr das nicht toll?!" Sontje bemühte sich alles in Lateinischer Sprache zu erklären! Vielleicht hatte sie das eine oder andere Wort im Satzbau oder in Grammatik falsch zusammengesetzt oder ausgesprochen und die anderen nahmen es daher in anderer Bedeutung oder Zusammenhang auf. "Glabrio kann nichts dafür.. und ich auch nicht! Wir mögen uns!" Die junge Duccierin meinte das zufällige Zusammentreffen an diesem heiklen Ort beziehungsweise den Pfeil im Herzen.

  • Ein Sklave nur um die Herren zu wecken? Witjon zog die Augenbrauen hoch und kommentierte diese Eigenheit mit Schalk in der Stimme. "Hört sich ziemlich dekadent an. Ich hoffe so etwas erwartest du später nicht auch. Sklaven gibt's bei uns nämlich nicht." Er grinste leicht und hörte dann weiter zu was seine Frau zum besten gab. Zum Thema Thermen ließ Callista ihn erst gar nicht antworten, daher beschloss er erst auf ihre Worte einzugehen, wenn sie komplett geeendet hatte. Nachdenklich rieb er sich die Nase, denn es schien wirklich ein Problem für Callista zu sein ohne Sklaven leben zu müssen. "Also ich denke, dass Sveija auch einen Teil des Frisierens und der Körperpflege übernehmen könnte. Das sollte kein Problem sein, immerhin muss Elfleda gelegentlich auch schick hergemacht werden, was sie bestimmt auch nicht immer ohne Hilfe hinbekommt." Wenn Witjon an mancherlei ausgefallene Haarpracht dachte, die er schon gesehen hatte, war er um ein weiteres froh als Mann einen schlichten - in seinem Falle mittelkurzen - Haarschnitt zur Schau tragen zu können. "Aber wenn du eine Freundin unter der römischen Oberschicht der Stadt findest, werde ich auch nichts auszusetzen haben. Ich kann es nur befürworten, dass du nicht nur in der Casa dein Leben verbringst, sondern auch Kontakte zu anderen Familien knüpfst." Diesmal drehte er seinen Kopf, so dass Callista sein aufmunterndes Lächeln sehen konnte. Er wusste, dass es ihr viel bedeuten würde auch mit Römern verkehren zu können und mit ihnen zusammen womöglich auch römische Traditionen und Sitten zu pflegen. Denn das kam in der Casa Duccia eindeutig zu kurz - was nicht anders zu erwarten war.

  • "Danke." sagte sie schlicht und lächelte ihn zaghaft an. Es war zwar nicht so, als würde sie unbedingt die Casa verlassen wollen, aber es zeugte von seinem Vertrauen in sie, dass er ihr das erlaubte. Die scheue Römerin hätte es keinesfalls schlimm empfunden ihre Zeit hier zu verbringen, war das doch genau, was sie gewöhnt war. Seine Bereitschaft allerdings, sie die Ausbildung zu Ende machen zu lassen und auch Freundinnen zu finden, die nicht zur Familie gehörten, ehrte sie. Es machte sie froh, einen so netten und verständnisvollen Mann zu haben und ihre Augen glänzten vor Glück. "Kennst du denn eine Familie hier in Mogontiacum, die in Frage käme? Bisher habe ich noch keine andere Römerin meines Alters hier entdecken können."


    Sein Haar war fertig, fand Callista, und schöpfte etwas Wasser mit einer Kelle, während sie mit der freien Hand seine Augen vor dem seifigen Wasser schützte, das jetzt an ihn herab ran. Es dauerte etwas, aber dann war der Dreck und die Seifenreste rausgewaschen. "Sauber!" sagte sie und grinste.

  • Witjon nickte nur leicht und ging vielmehr auf ihre Frage ein. Kannte er überhaupt irgendwelche Familien, in der sie nach Freundinnen ausschau halten konnte? Ah, da viel ihm jemand ein! "Aber ja. Quintilia Valentina zum Beispiel. Ich habe sie lange nicht gesehen oder etwas von ihr gehört. Aber sie ist eine ehrbare Frau, freundlich und entstammt einer ordentlichen Familie. Über ein paar Ecken sind wir glaube ich sogar mit ihr verschwägert." Er musste überlegen, wer noch gleich der Übeltäter war. "Ein gewisser Quintilius Ma...nus? Er muss ihr Onkel oder Großonkel gewesen sein." Zu weiteren Worten kam er nicht, denn jetzt spülte Callista seine Haare aus, was sie sehr gewissenhaft tat. "Vielen Dank. Und was ist mit deinen Haaren?" Er drehte sich um und grinste zurück. "Die dürften ja auch eine gründliche Wäsche nötig haben."

  • "Quintilia Valentina? Weißt du zufällig ob sie mit einem Quintilius Valerian verwandt ist? Das wäre wirklich ein Zufall, denn den kenne ich. Er ist ein Klient meines Onkels." Callista überlegte und zog dann ein enttäuschtes Gesicht. "Aber selbst wenn. Ich kann ja nicht einfach hingehen und an ihre Tür klopfen und sie bitten, meine Freundin zu sein. Sowas gehört sich nicht!" Sie seufzte kurz und leise und glitt wieder etwas tiefer ins Becken, bis ihre Schultern unter der Wasseroberfläche waren. Bei Marsus Frage schaute sie auf. "Oh, das mach ich gleich schnell selber." Sagte sie beiläufig, nicht daran denkend, dass er das vielleicht für sie übernehmen wollen würde.

  • Überrascht sah der junge Duccier seine Gattin an. "Aber ja, genau so ist es! Sie ist seine Schwester. Unfassbar wie die verschiedenen Familien miteinander verzweigt sind." Witjon schmunzelte. Die nächste Bemerkung Callistas amüsierte ihn. "Naja, du könntest zum Beispiel ein kleines Festessen veranstalten und Valentina einladen. Zum Beispiel gerade aus dem Grund, dass du Valerian kennst. Wenn dann die Damen des Hauses teilnehmen und Valentina, seid ihr ja schon eine große Runde." Er zählte die junge Frauen auf: "Du, Elfleda, Eila, Valentina und nicht zuletzt Sontje. Sveija würde natürlich als Hilfe zugegen sein und bei der Vorbereitung und beim Servieren der Speisen helfen." Da kam ihm noch eine wunderbare Idee. Begeistert rief er aus: "He, und wenn du ganz feine Gesellschaft bevorzugst, kannst du meiner Meinung nach sogar die Gattin des Viniciers einladen. Wie hieß sie noch?" Witjon meinte das völlig ernst und sein Gesichtsausdruck ließ auch keinen anderen Schluss zu. Er fand seine Idee klasse. (:D)
    Dass seine Frau mal wieder nicht mitbekam, dass seine Frage einen viel tieferen Sinn hatte, ließ Witjon leise seufzen. "Nein du Dussel. Ich frage, weil ich sie dir waschen möchte. Wo hast du denn deinen Kopf?" Er lachte und schöpfte Wasser auf ihr Haar, bis es wieder kletschnass war. Dann griff er zur Seife und schäumte ihr Haar ebenso ein wie sein eigenes zuvor. Zuhörend massierte er dabei Nacken und Kopfhaut.

  • "Ach so" sagte sie leise und lächelte entschuldigend. Sein Lachen war ihr unangenehm, weil sie sich so dumm vorkam und war froh, dass sie ihm nun den Rücken zuwandte. Denn dann war es einfacher für ihn ihr Haar zu waschen, was sie niemals erwartet hätte. Ihr Haar war lang und dicht und es benötigte etwas Geschick, nicht allzu viele Knoten herein zu machen. Sie hoffte er würde darauf Rücksicht nehmen und hätte ihn am liebsten darauf hingewiesen. Allerdings wäre ihr das sehr unhöflich vorgekommen und daher war sie lieber still, Knoten konnte man ausbürsten, auch wenns zwickte. Warum also seine nett gemeinte Geste direkt ausbremsen!? Sie versuchte sich lieber zu entspannen und die Massage zu genießen. Und es galt immer noch das Gespräch weiterzuführen. Callista dachte einen Moment nach.


    "Ja, es würde vielleicht Sinn machen ein kleines Fest zu geben. Aber zu welchem Anlass? In den nächsten Tagen steht kein religiöses Fest an, mir fiele da spontan nur an, dass man nach den Wahlen hier in Mogontiacum zusammenkommt. Vielleicht eine Cena? Tritt eigentlich jemand aus deiner Familie an? Dann könnte man einen eventuellen Wahlsieg als Anlass nehmen. Vorausgesetzt, dass die Römerinnen mit mir feiern wollen." Sie überlegte laut und achtete dabei darauf nichts zu sagen, was entweder zu forsch oder zu dumm wirken konnte. Sie wußte noch nicht vieles über die neue Stadt, in der sie nun lebte und über die neue Familie, die sie so schnell ins Herz geschlossen hatte. Und das war Grund genug sie nervös zu machen, immerhin war es erst der erste Tag nach der Hochzeit und sie hatte nicht vor, sich zu schnell unbeliebt zu machen, in dem sie etwas unhöfliches sagte. "Die Frau heißt Licinia Minor, glaube ich. Sie waren auf unserer Hochzeit gestern, richtig?"

  • Witjon bemühte sich, Callistas Haare ohne große Verknotungen zu waschen, und hatte damit auch Erfolg. Währenddessen ging er auf ihre Fragen und Ideen ein. "Nach den Wahlen, ja das ist gut. Von uns tritt nur Ragin an. Er kandidiert zum Magistratus. Ich bin mir sicher, dass wir einen Wahlsieg feiern werden." Ragin hatte sich im Ordo bisher gut präsentiert und in der Bevölkerung gab es ohnehin genügend Leute, die einen Duccier wählen würden, allein weil sie in duccischen Betrieben arbeiteten. "Aber ich bin mir sicher, dass die Römerinnen mit dir feiern wollen werden, immerhin bist du auch Römerin. Und dazu noch von einer nicht unbedeutenden Gens."
    "Achja, Licinia. Ja, sie waren da." Ja. Unglaublich, dass sie beide erst seit der gestrigen Nacht verheiratet waren. Witjon schmunzelte. Die Nornen schiene ihm im Grunde genommen doch nicht so abgeneigt zu sein. Einen Augenblick lang saß er nur da und massierte ihren Kopf. Die Stille wurde nur unterbrochen von einem lauten Knurren. "Hm. Wir sollten vielleicht etwas essen gehen."

  • "Ja, ja vielleicht hast du Recht. Vielleicht mache ich wirklich ein kleines Fest. Nichts großes oder besonderes. Am liebsten nur eine kleine Cena zusammen. Ich hab noch nie ein Fest gegeben." Obwohl es sicherlich interessant werden würde die germanischen und römischen Frauen der Stadt zusammen an einen Tisch zu bringen. Ob sich die anderen Römerinnen überhaupt darauf einlassen würden? Sie war in Gedanken und nickte daher, als er übers Essen sprach. Richtig hungrig war sie allerdings nicht, obwohl schon soviel Zeit vergangen war, seit sie aufgestanden waren.


    "Klingt gut. Schließlich ist es Teil der Zeremonie. Und danach geb ich dir dann dein Geschenk." Sie lächelte sanft und drückte ihm zaghaft einen Kuss auf die Wange.

  • Da war Sontje wieder. Diese Frau, in die er sich verliebt hatte. Nach der Zeit, in der sie getrennt gewesen waren, fühlte es sich soo gut an, ihre Lippen auf seinen zu fühlen. Und ihr fast nackter Körper an seinem liess Schauer der Freude und der Erregung durch Glabrio laufen.
    Zu spät wurde ihm bewusst, warum er hergekommen war. Es hiess, Abschied zu nehmen. So fasste er sich schliesslich ein Herz, behandelte die Dame wie eine Dame und den Mann wie einen, mit dem er sich nicht anlegen wollte.
    "Verzeiht, meine Dame! Ich werde Sie nicht weiter belästigen."
    Dem Germanen in der Türöffnung warf er nur einen kurzen Blick zu. Lieber nicht auf ihn einreden.
    "Sontje! Können wir draussen reden? Nein, Du wirst Dich erkälten und Dir noch den Tod holen!"
    Noch einmal holte Glabrio tief Luft und musste schlucken, dann brachte er endlich die Worte heraus, die er sich zurechtgelegt hatte. Er sprach so leise, dass die anderen Anwesenden wenigstens so tun konnten, als hörten oder verstanden sie nicht, was er zu sagen hatte. Aber im Augenblick war es ihm reichlich egal, was sie dachten. Das hier und jetzt war viel wichtiger.
    "Sontje, ich hätte nie geglaubt, dass - gerade mir - das so schnell passieren könnte, aber ich habe mich wohl in dich verliebt. Aber ich muss jetzt los... ich werde nicht nach Rom zurückkehren, sondern eine Reise in den Osten des Reiches machen, die ich schon lange geplant habe und die mir immer wichtiger vorkommt. Ich fürchte ich bin nicht in der Lage mit meinem Leben hier alleine klar zu kommen. Dort habe ich... sozusagen Geschwister und Lehrer, die mir helfen werden, Antworten auf meine Fragen zu finden. Aber ich werde wieder kommen! Und ich werde Dich suchen. Aber warte nicht auf mich, lebe Dein Leben... und vor allem: bitte verzeih mir! Ich wollte nicht Dein Herz brechen wie man sagt. Nimm dies!"
    Er hängte Sontje eine Kette mit einem Fischanhänger aus Wurzelholz, den er auf dem Markt gefunden hatte um den Hals. Tränen stiegen Glabrio in die Augen. Er küsste Sontje auf die Stirn. Eigentlich hatte er jetzt vorgehabt, nun zu gehen, aber es war zu schwer. So umarmte er sie nur wortlos und hielt sie fest in seinen Armen, während eine Träne langsam seine Wange herunterlief.

  • Mit freudig strahlenden Augen sah sie Glabrio an und hörte ihm aufmerksam zu. Er hatte sich in sie verliebt! Seine Worte lösten ein erneutes Auffliegen der flatternden Schmetterlinge in ihrem Magen aus. "Ich habe mich auch in dich verliebt!" erwiderte Sontje lächelnd und streichelte mit den Fingerkuppen über seinen Nacken. Der Glanz und das Strahlen in ihren Augen verschwand mit jedem Wort ein wenig mehr. Er musste los.. er musste verreisen! Und dann auch noch in den Osten! "Antworten auf welche Art von Fragen? Frage mich doch! Ich kann dir helfen diese zu lösen!" entgegnete sie protestierend.


    Glabrio erklärte sich nicht weiter und forderte von ihr ohne ihn weiterzuleben "Oh Glabrio!" flüsterte Sontje. Er küsste sie abermals und nahm sie in seine starken Arme auf. Der dicke Kloß im Hals machte sich in Sontjes Kehle breit. Ihre Lippen zitterten, es kullerten die ersten Tränen über ihre Wangen. Oh, wenn sie doch früher Bescheid gewusst hätte über seine künftigen Pläne! Dann hätte sie sich vielleicht nicht so rasch verliebt und ihn zappeln lassen können, bevor sie ihm ihre Gefühle zugab. Aber jetzt war es zu spät mit 'hätte' und 'können'.


    "Glabrio!" Langsam löste sie ihre Finger von seinem Nacken und streichelte den Wurzelholz-Fisch. Eng an ihn gekuschelt blieb sie bei ihm stehen und suchte seinen Blick. "Ich werde deinen Wunsch erfüllen... mein Liebster!" versprach sie und versuchte unter Tränen zu lächeln. "Alle Zeit der Welt... wenn es sein soll werden wir uns wieder finden! Ich werde dich vermissen... ich verzeihe dir!" Ganz langsam bewegte sie ihren Kopf zu seinem hin und küsste ihn zärtlich auf die Lippen. Der eine oder andere Schluchzer unterbrach den Kuss, der am besten ganz lange dauern sollte.. oder noch besser wäre es wenn die Zeit stehen blieb!

  • "Ein sehr sinnvoller Teil der Zeremonie," grinste Witjon und streckte seiner Frau die Wange extra hin, als er ihren Kussmund sah. "Du machst mich neugierig," fügte er auf das versprochene Geschenk bezogen hinzu.
    Nachdem Callistas Haare dann ausgewaschen waren, half Witjon ihr aus dem Wasser und reichte ihr eins der bereitliegenden Trockentücher. Sie trockneten sich (auch gegenseitig :D) ab und gingen dann zurück auf's Zimmer - Witjon ins Handtuch gewickelt, Callista etwas schüchterner bereits in eine frische Tunika gekleidet, was den jungen Duccier schmunzeln ließ. Später erschienen beide ordentlich gekleidet - Witjon nun in Hemd und Hose, mit dem für Germanen obligatorischen Gürtel; seine Frau in leichtem, hübschem Gewand - zum Frühstück, das mit der restlichen verkaterten Festgemeinschaft begangen wurde.

  • Nein, diese Fragen konnte sie ihm nicht beantworten. Wehmütig schmunzelnd schüttelte Glabrio den Kopf. Er konnte in Sontjes Augen sehen, dass wahr war, was sie sagte. Seine Gefühle wurden erwidert. Das machte die Trennung nicht gerade leichter. Aber sein Entschluss stand fest!
    Obwohl es schwer für Sontje war, sicher genauso schwer wie für ihn, hielt sie ihn nicht auf. Er war ihr sehr dankbar dafür.
    Es war so schon schwer genug. Immerhin würden sie sich nicht im Streit trennen müssen. Voller Dankbarkeit erwiderte den ewigen Kuss - und brach ihn schliesslich doch. Ein letztes Mal schaute er Sontje in die wunderschönen Augen, wischte ihr mit der rechten Hand eine Träne aus ihrem Gesicht und malte ihr mit dem Daumen ein Kreuz auf die Stirn. Dann küsste er die Stelle nach kurzem Zögern und drehte sich abrupt um um den Raum zu verlassen. Als er den Flur hinuntereilte ließ er die Tränen endlich laufen. Sein Pferd war gepackt, der Brief an Loki und Eila abgeliefert, nichts lag nun mehr in seinem Weg. Er schaute nicht zurück, bis er Mogontiacum weit hinter sich gelassen hatte. Erst nach Stunden klang der strahlende Schmerz in seiner Brust nach, den er dort seit der Trennung von Sontje fühlte. Doch ein Druck in der Herzgegend blieb und Glabrio wusste, dass er nicht weggehen würde, bis er zu Sontje zurückgekehrt wäre. Auf schmerzhafte Weise trug er sie so von nun an im Herzen mit sich, wo auch immer der Wind und der Wille des Herrn ihn hintrieben...

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