Villa Aurelius Ursus| Nuptiae ab Manius Tiberius Durus et Aurelia Flora

  • Veleda hielt sich zusammen mit Lysandra im Hintergrund. Sie hatten heute nicht viel zu tun, seit Flora fertig war, hatten sie sich zurückgezogen. Die Gäste wurden von den Haussklaven hervorragend bedient. Veleda kam sich leicht überflüssig vor. Aber so hatte sie wenigstens Zeit die ankommenden Gäste zu begutachten. Wieder einmal musste sie feststellen, dass der zukünftige Gatte von Flora jedes Mal wenn sie ihn sah, wieder gealtert war. Veleda fragte sich gerade ernsthaft, ob er die Hochzeitsnacht durchstehen oder gar überleben würde. Was wäre eigentlich, wenn er vor dem Vollzug der Ehe das Zeitliche segnet? Hätte die Ehe dann bestand oder würde man sie als nichtig erklären?


    Ob der Alte überhaupt Kinder zeugen konnte? Er hatte ja noch keine Erben, was nicht gerade für seine Zeugungsfähigkeit sprach. Natürlich würde man das dann wohl der armen Flora anlasten. Denn der feine Herr würde sicher nicht zugeben, dass sein kleiner Römer nicht im Stande war Kinder zu zeugen.
    Die arme Flora sie wusste doch gar nichts von Männern, was wäre wenn der im Bett ein Totalversager war und nicht seinen Mann stehen würde… Veleda konnte nur hoffen, dass die Frauen des Haushaltes die Ärmste Flora auf alles vorbereitet hatten.


    „Lysandra?“ flüsterte sie. „Was ist wenn der Alte keinen… na du weißt schon… also wenn er …“ Veleda lief knall rot an…“also wenn sein kleiner Mann nicht steht. Hast du Flora drauf vorbereitet? Nicht das die ärmste denkt, es ist ihre Schuld.“ Veleda trat nervös von einem Fuß auf den anderen.

  • Durch Musas lange Vorbereitung traf Galeo mit seinen Begleitern etwas verspätet zur Hochzeit ein. Als er der Sänfte entstieg und sich umsah, stellte er jedoch mit Erleichterung fest, dass zwei weitere adlige Familien soeben eintrafen. Sein Blick schweifte zu den Sklaven am Eingang, niemand würde klopfen müssen. In der Zwischenzeit hatten claudische Sklaven seiner Gattin aus der Sänfte geholfen. Er gab ihr mit einem Nicken zu verstehen, dass sie nun gemeinsam der Porta entgegenschreiten konnten.


    Sie wurden ins Atrium geleitet. Wie selbstverständlich folgten ihnen die mitgebrachten Sklaven. Es würde sich automatisch ergeben, ob sie in einem separaten Raum untergebracht wurden oder zu Dienstzwecken weiter an der Seite ihrer Herrschaften weilen würden.


    Galeos Blick schweifte über die Anwesenden. Er kannte sicherlich viele nur vom Namen, weil er nur zeitweise in Rom lebte. Auch das Hochzeitspaar war ihm nicht von Angesicht bekannt, aber er hoffte, dass er zumindest die Braut anhand der Kleidung erkennen konnte.



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    Musas Blick hing ebenfalls an den Gästen, bevorzugt jedoch an den weiblichen. Sie prüfte die Aufmachung, nahm Anregungen in sich auf und stellte zufrieden fest, dass sich die Zeit ihrer Vorbereitung gelohnt hatte. Die aufwendig gelegte Frisur gehörte zu den imposantesten und ihre Tunika sowieso. Doch heute fühlte sich Musa besonders schick: Sie trug ein besonderes Subligaculum unter dem Festkleid und bildete sich ein, alle könnten ihr das Besondere ansehen.

  • Zitat

    Original von Veleda


    [Blockierte Grafik: http://i687.photobucket.com/albums/vv232/Aine_photos/Lysandra1.jpg%20]|Lysandra


    Um Flora und Prisca einen Augenblick zu gönnen, schlüpfte Lysandra lautlos mit dem anderen Sklaven aus dem Zimmer. Sie gesellte sich zu Veleda und ließ den Blick über die Gäste und die Hausherren schweifen. „Das ist nicht meine Aufgabe“, antwortete sie auf die Frage der Mitsklavin. „Solche Gespräche übernimmt in der Regel die pronuba. Also Prisca“, erklärte sie und verschwieg, dass Flora nicht ganz so unerfahren war, was diese Dinge anging, wie es den Anschein hatte. Jetzt wäre ohnehin ein ungünstiger Zeitpunkt, dies zu erwähnen. „Hoffen wir einfach, dass diese Hochzeit ohne Skandale über die Bühne geht.“


    ~~~


    Schließlich hatte sie ihren Bräutigam lange genug warten lassen. Zumal erneut ein Sklave herein platzte und ihr mitteilte, dass immer mehr Gäste eintrafen und man die Braut bereits sehnsüchtig erwartete. Es war ihr wohl nicht vergönnt, noch einen Augenblick das alberne unbeschwerte Mädchen zu sein. Kurz tauschte sie einen letzten vielsagenden Blick mit Prisca aus, ließ dann diese noch ein letztes Mal an ihrem flammeum herum zupfen, ehe sie sich dann einen Ruck gab. Ein wenig flau wurde ihr schon und ganz leicht machte sich dann doch Nervosität in ihr breit. Schließlich gab sie sich innerlich einen kleinen Ruck.
    Möglichst würdevoll betrat sie schließlich das Atrium und bewegte sich selbstsicher auf ihren Bräutigam zu. Sie hatte ein hübsches Lächeln aufgesetzt.

  • Ob es ausser ihm eigentlich noch viele Menschen in Rom gab, die regelmäßig an den Hochzeiten ihres eigenen Vaters teilnahmen? fragte sich Ahala, als er, wieder einmal auf den letzten Drücker, in einem Pulk weiterer höchst wichtiger Gäste in der Villa Aurelia eintraf. Nicht nur, dass sein alter Herr eine derart beeindruckende Taktzahl beim Ehelichen vorlegte, er schien sich auch jedes Mal noch etwas Besseres abzugreifen, und das, obwohl er sich eigentlich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Ganz der vorbildliche angehende Jungpolitiker schritt Ahala würdevoll durch das aurelische Atrium, nickte und lächelte verbindlich mal nach links, mal nach rechts und erspähte schließlich unmittelbar neben seinem herausgeputzten Senior seine liebe Cousine Septima. Meine Güte, hatte er auf deren augenscheinlich nach wie vor höchst appetlichen Anblick lange verzichten müssen! Auf den ihres Gatten Aurelius Ursus natürlich auch, aber da der Legat nicht ansatzweise so angenehm in Ahalas Auge lag wie seine Gattin, richtete dieser seinen Augenmerk zunächst einmal auf Septima, natürlich nicht, ohne seinen Vater mit der gebührenden Artigkeit zu begrüßen.


    "Salve Vater, ich wünsche dir alles erdenklich Gute für diesen Tag." Und für die Nacht natürlich auch, aber das verkniff Ahala sich dann doch lieber, zumal er es vorzog, sich seinen Senior nicht in ausnahmslos jeder Situation vorzustellen. "Und Septima, meine Liebe. Wie schön, dass wir uns auch mal endlich wieder sehen. Ich hoffe, du hast nicht vor, dich noch einmal monatelang in Mantua zu vergraben. Salve, Ursus, wie lange kannst du denn in Rom bleiben?." wandte er sich dann mit einem aufrichtig erfreuten Lächeln seiner Cousine und danach deren Mann zu.

  • Selbstverständlich hatte sich auch Lepidus zu den Feierlichkeiten eingefunden und passiette schließlich mit einer handvoll Sklaven die Porta und wurde umgehend ins Atrium geleitet.
    Viele der hier anwesenden waren Lepidus nicht unbekannt und auch den Jubilar hatte Lepidus bei all den Menschen schon ausmachen können.
    Lepidus ging auf ihn zu, da im Moment noch etwas Ruhe vor dem Sturm zu herrschen schien.
    >Sei mir gegrüßt Patronus. An deinem großen Tag heute wünsche ich dir alles erdenklich Gute und vor allem den Segen der Götter,<
    Große Reden schwingen wollte er heute nicht, schließlich war der heutige Tag für zwei andere Menschen bestimmt.

  • Während Durus auf seine Braut wartete, kamen bereits die ersten Gäste ein - darunter die Flavii, ein ihm kaum bekanntes Paar und überraschenderweise sogar sein Sohn - er kam normalerweise immer zu spät, sodass es doch von seinem Respekt zeugte, dass er sich diesmal Mühe gegeben hatte.


    "Salvete, ich freue mich, dass ihr alle erschienen seid!"


    begrüßte er jeden und jede, wobei er erstaunt feststellte, dass der kleine Flavius ein wenig zugenommen hatte.


    Dann endlich war es so weit: Versteckt hinter dem Flammeum erschien sie in ihrer Tunica recta, sodass der alte Tiberier einen Moment daran denken musste, dass sie quasi genauso wie seine erste Braut aussah. Er begrüßte sie mit einem Lächeln und sah dann kurz zu den "Gastgebern", ob die Zeremonie direkt losgehen würde.

  • Eine der Pflichten eines Patrons war es selbstverständlich, bei der Hochzeit seines Klienten aufzutauchen - das hieß, wenn der Klient nicht weit weg war und auch einigermaßen bedeutend für den Patron. Und es war unbestritten eine der angenehmeren Pflichten, da er - der Patron - nicht im Mittelpunkt stand, sondern sich amüsieren konnte. Und freilich Kontakte knüpfen. Und die neuesten politischen Entwicklungen erörtern. Politiker bleibt Politiker.


    Also wurde - spät, denn das galt ja als besonders vornehm - eine Sänfte vorgeführt, mit dem Ehepaar Vinicius darin. Einige Momente später ließen sich beide in die Villa führen und vom Nomenclator ankündigen.

  • An der Art wie Tiberius Durus begrüßt wurde, erkannte Galeo die männliche Hauptperson des Festes, die er zwar vom Namen kannte, aber nie zuvor getroffen hatte. Als er und seine Frau Musa begrüßt wurden, sprach er Tiberius Durus seine Glückwünsche aus. Musa schloss sich ihnen an, lächelte höflich, suchte aber kurz darauf mit Blicken die Räumlichkeit ab, um die Dame das Tages zu finden.


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    Der Senator Tiberius verweilte nicht lange, denn jeder Gast wollte einen persönlichen Gruß erhalten, daher standen Galeo und seine Gattin bald wieder umringt von Gästen, tauschten das eine oder andere Wort und grüßten von weitem ihren Verwandten Lepidus.

  • Zitat

    Original von Manius Tiberius Durus


    Als sie das Atrium betrat drehten sich so einige Köpfe zu ihr herum. War ja auch kaum verwunderlich, schließlich war sie die Braut und ohne sie gäbe es keine Hochzeit. Zumal jeder der Gäste wenigstens einen kurzen Blick auf sie erhaschen würde, um dann darüber urteilen zu können, ob sie denn eine gute Ehefrau sein würde. Als ob man das mit einem einzigen Blick beurteilen könnte, aber das hielt die Klatschbasen ja nicht davon ab, sich darüber das Maul zu zerreißen. Jeder Anlass für Klatsch und Tratsch war ihnen recht, besonders wenn doch diese Eheschließung einen delikaten Hintergrund hatte. Man hatte nicht vergessen, dass dem Bräutigam seine erste Frau abhanden gekommen war.
    Hübsch lächelte sie in die Runde, begrüßte die Gäste höflich und wartete dann geduldig an der Seite des Tiberius darauf, dass es beginnen würde. Auch wenn sie sich vorgenommen hatte ihren Ehrentag wenigstens ein kleines bisschen zu genießen, wollte sie diesen Tag dann doch irgendwie schnell hinter sich bringen.

  • Nun strömten immer mehr Gäste in das Haus. Ursus überließ die erste Begrüßung Durus, denn der war ja die Hauptperson. Doch danach begrüßte er, mit seiner Frau an seiner Seite, die Gäste natürlich ebenfalls. Die Flavier waren die ersten. "Flavius Gracchus, wie schön, Dich zu sehen! Claudia Antonia, es ist sehr lange her, doch Du hast Dich wahrhaftig nicht verändert." In der Tat war sie immer noch eine sehr schöne Frau. Und der Sohn war schon so groß! Es dauerte vermutlich nicht mehr sehr lange, bis er seine Bulla ablegte und sich der politischen Laufbahn widmete.


    Direkt darauf kam schon Tiberius Ahala, der Sohn des Bräutigams. "Salve, Ahala. Leider nur einige Tage, ich darf meine Pflichten als Kommandant nicht so lange vernachlässigen. Du darfst uns aber gerne einmal besuchen kommen. Wie sieht es überhaupt aus? Keine Lust, ein Militärtribunat zu machen?" Noch wußte Ursus nichts von den Plänen seiner Frau, deshalb waren seine Worte auch ganz unbedarft herausgerutscht.


    Aus den Augenwinkeln sah er weitere Gäste eintreten, doch mitten aus einem Gespräch zu entschwinden, wäre nun auch unhöflich. Claudius Lepidus... den hatte er ja ewig nicht gesehen. Vinicius Hungaricus, der Bruder seines Patrons, mitsamt Gattin. Ob Lucianus auch kommen würde?


    Das Haus füllte sich, immer mehr Menschen kamen. Es erfüllte Ursus mit Stolz, ihnen allen das schöne Haus vorführen zu können. Septima hatte ganze Arbeit geleistet und es wunderbar eingerichtet und für die Hochzeit dekoriert. Doch für die Begrüßung blieb wenig Zeit. Das Opfer würde gleich beginnen. Es war alles bestens und sorgfältigst vorbereitet. Eigentlich fehlte nur noch ein Wink des Bräutigams, um das Geschehen in Gang zu setzen. Die Braut erschien. Flora war wunderschön, die perfekte Braut. Sie würde Durus keinen Kummer bereiten und die Ehre der aurelischen Frauen wiederherstellen.

  • Sein Patron erhielt - wie auch Flavius Gracchus und seine Familie - einen besonders herzlichen Gruß. Ebenso war überraschend auch Appius Cornelius Palma, ein mehrfacher Consular, eingeladen worden. Ihn hatte man auf den Feiern der Tiberier wohl noch nie gesehen, doch scheinbar schien der alte Tiberier ihn diesmal auf die Gästeliste gesetzt zu haben.


    Nachdem alle Anwesenden begrüßt worden waren, sah er prüfend zu seiner Braut - ihre Reaktion konnte er unter dem Schleier eher erahnen als erkennen - und sah zu Ursus. Es war Zeit für die Auspizien, die man einholen musste. Dafür hatte der alte Tiberier einen seiner alten Amtscollegae aus dem Collegium Augurum eingeladen.


    "Lasst uns beginnen: Zuerst lasst uns die Götter befragen, ob dieser heutige Tag geeignet ist für unsere Eheschließung! Favete linguis!"


    Aemilius Pansa, der Augur, trat mit gewichtiger Miene hervor. In der heutigen Zeit kam es selten vor, dass die Patres familias, die zugleich oberste Magistrate und Priester ihrer Familien waren, die Auguren befragten. Für einen Pontifex pro Magistro war dies jedoch wohl besonders angemessen, zumal er selbst zu den Auguren gezählt hatte.


    Es würde ein Auspicium ex quadrupedibus durchgeführt werden, sodass man sie auch innerhalb des Hauses einholen konnte. Da es darüber hinaus privat war, konnte man auf die Errichtung eines Zeltes oder die umständliche Einrichtung eines Templum verzichten.


    "Ich wünsche, den Willen des Iuppiter Optimus Maximus zu erfahren, ob es ihm gefällt, dass diese Hochzeit zwischen mir, Manius Tiberius Durus, und Aurelia Flora abgehalten wird hier in diesem Hause."


    sprach Durus die alte Formel. Der Augur murmelte die notwendigen Formeln und zeichnete mit seinem Lituus Bereiche in den Himmel, die das Auftauchen des Vierbeiners klassifizieren sollten...

  • Etwas verspätet, wenn auch nicht gänzlich zu spät, hatte auch Albina in Begleitung ihres Gatten die Villa betreten. So war zwar keine Gelegenheit für eine persönliche Begrüßung geblieben, aber immerhin würde sie die Zeremonie selbst nicht verpassen.


    Angemessen des Anlasses hatte sie sich in eine ihrer besten Tuniken gehüllt, die mit ihrem dunkelblauen Stoff die ohnehin blauen Augen ihrer Trägerin noch unterstrich. Das dunkelbraune Haar war in einer aufwendigen Frisur in Locken hochgesteckt worden und mit einem goldenen Haarreifen versehen. Lächelnd stand sie nun in der Reihe der Gäste, grüßte hier und dort mit einem leichten Nicken Bekannte, die des Grüßens wert waren. Dabei hatte sie ihren Arm wie selbstverständlich unter den ihres Gatten gehakt, der heute wie auch sonst eine sehr gute Figur abgab.


    Ihr Blick wanderte zu ihrem Vetter, der in der Zeit, in der sie vom jungen Mädchen zur gestandenen Dame geworden war, alt georden war. Sie wusste nicht so recht, ob sie das Mädchen, das er heiratete bedauern sollte. Nicht, weil sie in Charakter und Stellung ihres Mannes nicht eine vorzügliche Partie gemacht hatte, sondern vielmehr aufgrund des großen Altersunterschiedes. Neugierig beobachtet Albina das weitere Geschehen.

  • Auch wenn Macer wusste, dass spätes Erscheinen durchaus die vornehme Stellung eines Gastes unterstreichen konnte, wäre es ihm durchaus Recht gewesen, wenn sich seine Frau ein kleines bisschen mehr beeilt hätte. Aber da er heute ohnehin nur das angeheiratete schmückende Beiwerk war, während seine Frau in direkter verwandtschaftlicher Beziehung zum Bräutigam stand, enthielt er sich jeglichen Kommentares und genoss die ganze Situation mit einer gewissen Gelassenheit. Immerhin sah Albina dank der umfangreichen Vorbereitung wieder einmal traumhaft aus und etwas besseres, als eine perfekte Dame an seiner Seite zu haben, konnte Macer bei so einem gesellschaftlichen Anlass wohl kaum passieren.


    Da die Zeremonie gerade begonnen hatte, konnte er sich auch diverse Begrüßungen und warme Worte für die anderen Gäste für später aufheben und grüßte genauso wie Albina nur mit einem dezenten Nicken hier und da ein bekanntes Gesicht. Mehrere Senatoren erblickte er und Vertreter aller wichtigen patrizischen Familien. Eine durchaus erlesene Auswahl der Prominenz, die Rom zu bieten hatte.

  • Natürlich erschien auch Nigrina mit ihrem holden Gatten zu dieser Hochzeitsfeier. Sextus' Cousine und sein Patron, es war selbstverständlich, dass er kam, und es war ohnehin selbstverständlich, dass sie zu einer solchen Feier kam. Sehen und gesehen werden, das immerhin war es, was zählte, und gerade nachdem Nigrina in der letzten Phase der Schwangerschaft und den ersten Wochen nach der Geburt es zwangsläufig für besser gehalten hatte, sich zurückzuziehen, war es umso schöner, sich jetzt wieder zeigen zu können. Und wie sie sich zeigen konnte – dank eines ausgeklügelten Plans, der einiges ihrer Zeit in Anspruch genommen hatte, und strengster Disziplin war sie zumindest angekleidet wieder vorzeigbar, auch wenn sie freilich ein Kleid trug, das ihr zusätzlich noch schmeichelte.
    Sextus also an ihrer Seite, der dort hervorragend hin passte, wie sie fand, gerade bei solchen Gelegenheiten – immerhin gab er eine beeindruckende Figur ab, das konnte niemand leugnen, selbst wenn sie nicht neben ihm war –; und dazu der Winzling daheim bei seiner Amme, der sich dort heute gerne die Seele aus dem Leib schreien konnte, wenn er wollte, denn solange sie hier war, bestand nicht einmal ansatzweise die Gefahr, dass sie das auch nur für Momente ertragen müsste; und sie selbst, verheiratet, ein Sohn, und wieder in einer Form, für die sie sich nicht zu schämen brauchte: ja, das war eine Bilanz, die ihr gefiel.


    Und so betraten Sextus und Nigrina die Villa des Legaten, begrüßten hier einige Verwandte, nickten dort einigen Bekannten zu, und warteten den Beginn der Zeremonie ab.

  • Zitat

    Original von Claudia Antonia


    An diesem Tage hatte es im Cubiculum des jungen Flavius eine minderschwere Dramatik präsentiert, als der Knabe sich für eine geraume Zeit schlichtweg dem Tragen der Toga Praetexta verweigert hatte mit dem Hinweis auf deren Inpraktikabilität. Erst die beschwichtigenden Reden sämtlicher Bediensteter und der Verweis auf den Kummer, welchen er durch die Zurückweisung des römischen Staatskleids seinen geliebten Eltern bereiten mochte, hatte ihn letzten Endes widerwillig sein Plazet abgerungen, weshalb er nun in eben jener Montur sich inmitten seiner Eltern präsentierte, während seine Schwester zu Hause von Ammen gehegt wurde.


    Nicht wenig erstaunt war Manius Minor zudem, einer neuerlichen Heirat eben jenes alten Tiberius beizuwohnen, bei dessen erster augenscheinlich nicht lebenslänglichen Bindung er die Ehre des Trägers der Hochzeitsfackel innegehabt hatte. Nun indessen erschien es ihm, als sei der Consular seither signifikant gealtert, sodass seine physische Erscheinung geradezu Furcht induzierte, was ihn, wenn sein Alter es ihm zwar versagte, zwischen den Gewändern seines Vaters Schutz zu suchen, doch dazu veranlasste, bei seiner Begrüßung eine gewisse Distanz zu waren.


    Erfreulicherweise war diese dessenungeachtet recht kurz und rasch schritt die Feierlichkeit fort, als ein Augur auftrat, um den alten Brauch der privaten Auspicia zu vollziehen, welchen der Knabe bereits im öffentlichen Raum während der väterlichen Praetur wiederholt Zeuge geworden war, selbst wenn es sich in jenen Fällen stets um andere Formen gehandelt hatte.

  • Zitat

    Original von Manius Tiberius Durus


    Nun gab es wirklich kein entkommen mehr. Selbst wenn der Augur irgendwelche schlechte Zeichen sehen würde, würde man die Hochzeit wohl kaum verschieben oder absagen oder gar diese Verbindung lösen. Wie es so üblich wäre in solchen Situationen wurde einfach gelogen und der Augur ausreichend dafür bezahlt, dass die Deutung der Zeichen ja positiv ausfallen würde. Im Grunde wurde der Rat des Auguren nur eingeholt um den Traditionen Genüge zu tun.
    Dennoch war sie neugierig welche Vorzeichen der Mann erkennen mochte, unter welchen Vorzeichen diese Ehe geschlossen werde würde und ob die Götter nicht doch irgendwelche Einwände hatten. Für sie würde sich wohl ohnehin die Bedeutung entziehen, denn die Formeln die der Priester sprach und die Dinge die er da an den Himmel mit seinem lituus zeichneten ergaben für sie keinen Sinn. Für das geschulte Auge eines Auguren sicherlich. Also würde sie warten müssen, bis dieser geendet hatte und den Willen der Götter verkündete.

  • [simoff]Da der einzige Augur zur Zeit verhindert ist, kürzen wir das hier ab ;)[/sim-off]
    Der Augur vollzog die Rituale und einer seiner Diener trat heran, um zu verkünden, er habe einen Fuchs am Tempel der Iuno auf dem Capitolium gesehen. Aemilius Pansa hörte aufmerksam zu und blickte dann zufrieden drein.


    "Auspicia fausta! Die Götter befürworten diese Verbindung und diesen Ort!"


    Zufrieden neigte Durus sein Haupt, wohl wissend, dass es mehr als unwahrscheinlich war, dass der Fuchs tatsächlich an dieser Stelle aufgetaucht war - aber das war ja die Eigenschaft von Auspicia. Nun wurde es Zeit, den Ehevertrag zu verlesen und beiderseitig zu unterzeichnen.

  • Wie es üblich war, hatte man den Ehevertrag bereits auf einem kleinen Tisch ausgebreitet. Es stand auch bereits Schreibgerät bereit, damit sie diesen direkt unterzeichnen konnte. Ein wenig mumlig war ihr dann doch zu Mute. Schließlich besiegelte ihre Unterschirft die Ehe. Die darauf folgende Zeremonie war nur ein rein formeller Akt. Dies wäre die letzte Möglichkeit Einspruch zu erheben, doch auch wenn sie nicht gerade glücklich war, fügte sie sich und setzte, nachdem das Schriftstück einmal verlesen worden war, ihre Unterschrift darunter. Nun war sie offiziell verheiratet, auch wenn noch ein Opfer folgen würde und Prisca ihnen symbolisch die Hände zusammen binden würde.


    ~ PACTUM NUPTIALIUM ~


    Wir, Manius Tiberius Sohn des Manius Durus, Consul der Stadt Rom, Senator und Pontifex pro Magistro, und Aurelia Flora, Tochter des Barrius Aurelis Scipio, schließen hiermit öffentlich und entsprechend den Mores Maiorum unsere Ehe nach dem Gesetze.


    Wir legen hiermit fest, dass diese Ehe sine manu sein soll, sodass Aurelia Flora in der Gens Aurelia verbleibt und ihre Dos im Falle einer Scheidung zurückerhalten soll. Diese Dos beläuft sich auf eineinviertel Salti Ackerland mitsamt dem darauf stehenden Gehöft und allen darauf befindlichen Gebäuden, westlich von Tarentum.


    Wir legen hiermit fest, dass Aurelia Laevina im Falle des Todes ihres Gatten von diesem ihre Dos zurückerhalten soll, dazu ein Geschenk von MM Sesterzen.


    Wir legen hiermit fest, dass im Falle einer Scheidung wegen Untreue der Ehefrau diese ihrem Gatten zur Auslösung der Dos M Sesterzen zu geben hat.


    Aurelia Flora

    ANTE DIEM XVI KAL IUL DCCCLXI A.U.C. (16. Juni 2011)

  • Durus überflog rasch den Vertrag - selbst er war genau der gleiche wie bei Aurelia Laevina. Nur die Namen hatte Lukios beim Aufsetzen ausgetauscht. Er griff nach dem Wachs und ließ es auf den Vertrag tropfen und drückte seinen Siegelring hinein. Zur Sicherheit schmierte er daraufhin noch rasch seinen Namen daneben.


    Fehlte noch die Verewigung des Tutors oder Vaters - soweit Durus wusste, war Floras Vater jedoch nicht anwesend, sodass vermutlich Ursus noch sein Zeichen setzte, ehe man den Vertrag laut verlesen würde.

    ~ PACTUM NUPTIALIUM ~


    Wir, Manius Tiberius Sohn des Manius Durus, Consular der Stadt Rom, Senator und Pontifex pro Magistro, und Aurelia Flora, Tochter des Barrius Aurelis Scipio, schließen hiermit öffentlich und entsprechend den Mores Maiorum unsere Ehe nach dem Gesetze.


    Wir legen hiermit fest, dass diese Ehe sine manu sein soll, sodass Aurelia Flora in der Gens Aurelia verbleibt und ihre Dos im Falle einer Scheidung zurückerhalten soll. Diese Dos beläuft sich auf eineinviertel Salti Ackerland mitsamt dem darauf stehenden Gehöft und allen darauf befindlichen Gebäuden, westlich von Tarentum.


    Wir legen hiermit fest, dass Aurelia Flora im Falle des Todes ihres Gatten von diesem ihre Dos zurückerhalten soll, dazu ein Geschenk von MM Sesterzen.


    Wir legen hiermit fest, dass im Falle einer Scheidung wegen Untreue der Ehefrau diese ihrem Gatten zur Auslösung der Dos M Sesterzen zu geben hat.


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    Aurelia Flora

    ANTE DIEM XVI KAL IUL DCCCLXI A.U.C. (16. Juni 2011)

  • Mit kleinem Gefolge, erschien Faustina fast schon etwas zu spät. Im Grunde war dieses später Erscheinen, etwas was sie geniesen wollte. Denn jetzt wo alles anwesend war, was in Rom zur besseren Gesellschaft gehörte, wollte sie zeigen, das sie sich verliebt hatte. Letztlich um ihren Onkel Durus etwas unter Druck zusetzen. Macer war nicht von Adel und die Gens Tibiera von uraltem. Als echter Römer hatte Durus sicher andere Pläne, als seine, wenn auch nicht senatorische Nichte, mit einem Plebejer zu verheiraten. Um Onkelchen einen kleinen Tritt zu verpassen, hatte sie Macer vorgeschlagen, mir ihr gemeinsam die Feierlichkeiten zu besuchen. Mal davon abgesehen, dass es Flora etwas aus der Schusslinie nehmen würde. Was tut man nicht alles für die beste Freundin.


    So wartete Faustina, in eine wunderschöne dunkelblaue Seidentunika gehüllt. Miit edlem Geschmeide behangen, perfekt frisiert und geschminkt wartete Faustina auf Macer.

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