[Schiff] Impetus

  • Was sollte es? Er würde auf jedem Schiff nachfragen, ob jemand einen Linos kannte. Wie sollte er sonst seinen Kumpel finden? Dabei schoss es Charislaus durch den Kopf, dass es vielleicht verboten war, ein Schiff einfach zu betreten. Oder das man ihm eins über die Rübe hauen würde und ihn in den Frachtraum werfen würde. Er wäre eine willkommene Arbeitskraft und das aus eigener Dummheit.


    Also musste ein neuer Plan her. Vor das Schiff stellen und nach Linos rufen. Ja dass ging gefahrlos, hoffte Chari und testete es gleich an der Impetus aus, vor der er stand.


    "Linos? Befindet sich ein Linos an Bord? Hört mich wer?", rief er so laut und freundlich wie möglich. Immerhin konnten sie auch etwas nach ihm werfen und Seeleute waren als raue Raufbolde bekannt.

  • Kaum merklich zuckte ich zusammen, hatte da nicht wer hinter mir meinen Namen gerufen? Ich blieb stehen, schaute mich um, reckte mich, doch sehen konnte ich natürlich nichts. Fortuna wäre mir auch mehr wie gut gesonnen gewesen, hier den Rufer zu sehen. Nicht nur die Menschen verdeckten mir die Sicht, sondern auch das womit sie beladen waren. Kisten, Ballen, Krüge, in allen Farben und Größen. Ich schaute mich um und entdeckte sorgfältig aufeinander gestapelte Kisten, die wohl noch auf den Abtransport warteten. Schnell war ich nach oben geklettert und schaute in Richtung der Impetus. In weiter ferne konnte ich sieh erkennen, doch dort einen einzelnen Menschen
    herauszusehen, das war unmöglich.

    Kurz entschlossen kletterte ich wieder von dem Stapel hinunter und marschierte in Richtung Schiff. Jetzt hieß es aufpassen. Irgendwann fing ich mit dem Rufen an. Mal war es ein „Charislaus“, dann ein „Chari“. Bald erschien mir, dass man ein langgezogenes Charislaus am besten heraushören könne. Einen wiederholten Versuch startete ich.

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    SCRIBA PERSONALIS - HERIUS CLAUDIUS MENECRATES

  • Charislaus schaute sich suchend um, als jemand seinen Namen rief und das gleich mehrfach. Das konnte nur Linos sein, nein dass musste Linos sein! Hektisch nach seinem Freund Ausschau haltend folgte Chari den Rufen. Die meisten der Umstehenden waren größer als er und er musste sich immer wieder auf die Zehenspitzen stellen, um nach Linos Ausschau zu halten.


    "Linos? LINOS? Hier bin ich!", rief Charislaus und winkte.


    Chari lief der Stimme weiter entgegen und dann sah er ihn endlich, Linos!


    "Linos!", rief Charislaus erfreut und erleichtert zugleich und rannte auf seinen Freund zu, dabei musste er einige Schlenker und Ausweichmannöver hinlegen, um nicht mit den unzähligen Passanten und Seeleuten zusammenzustoßen, die ihn noch von Linos trennten. Dann stand Chari endlich vor ihm und grinste breit.


    "Da bist Du ja! Ich hatte schon befürchtet Du hättest es Dir anders überlegt, oder wärst schon abgereist. Schön dass Du da bist", grinste Charislaus von einem Ohr zum anderen und klopfte auf seine Tasche. "Alles dabei und ein bisschen mehr".

  • „Chari“, stieß ich erleichtert aus. "Ich hatte solche Angst du könntest wieder nach Hause gehen, weil ich selten dummer Kerl doch vergessen hatte dir den Namen des Schiffes zu nennen. Es hätte aber auch sein können, dass du doch keine Erlaubnis von deinem Herrn bekommen hättest. Doch nun komm gehen wir an Bord.“



    Endlich es war geschafft wir waren auf der Impetus. Schnell warf ich einen Blick auf mein Gepäck, alles lag noch an Ort und Stelle. „Wie können dann“, grinste ich den Kapitän an.

    „Komm wir bringen unseren Kram unter Deck und genießen dann das Auslaufen aus dem Hafen“, wandte ich mich an Charislaus.

    Ich konnte es noch immer nicht fassen, der Chari und ich auf großer Fahrt. Noch konnte ich das hier genießen, die Sorgen würden früh genug kommen.

    "Hoffentlich wirst du nicht Seekrank", kam es besorgt von mir, denn plötzlich musste ich an Makro denken, der immer hier auf dem Schiff grün im Gesicht wurde.

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    SCRIBA PERSONALIS - HERIUS CLAUDIUS MENECRATES

  • "Was? Wann wir können, sage immer noch ich!" Das ohnehin derbe Gesicht des Kapitäns verfinsterte sich. "Eins sage ich euch: Wer mir auf die Bohlen kotzt, schrubbt die täglich bis zum Zielhafen. Labert mich nicht voll, stellt keine Fragen, lasst nichts rumliegen, steht nicht im Weg!"

    Er hielt inne, um zu überlegen, ob er etwas vergessen hatte, dann winkte er ab. Weitere Regeln konnte er jederzeit aufstellen.


    "Haltet nicht Maulaffen feil, räumt den Kram hier weg. Ich brauche Platz!" Er meinte Linos' Gepäck.

    Schnaufend wandte er sich an seine Mannschaft.
    "Los, ihr faulen Säcke. Ich will ablegen. Taue lösen, Anker lichten, Segel setzen!"

    Den Rhythmus für die Ruderer gab ein anderer vor und auch erst dann, als die Ruder nicht mit mehr mit der Kaiwand kollidieren konnten.

    "Steuerbord voraus!" Die Schiffsnase wandte sich Richtung Süden und bald nahm die Impetus an Fahrt auf.

  • Charislaus machte eine wegwerfende Handbewegung und musste dann lachen.


    "Ach was, ich hatte schon Angst Du wärst gar nicht gekommen oder wir würden die ganze Zeit aneinander vorbeilaufen. Ich hätte Dich genauso gut nach dem Namen von dem Schiff fragen können. Daran habe ich gar nicht gedacht, ich war viel zu aufgeregt was unser Abenteuer angeht. Jetzt sind wir beide hier und alles ist gut Linos. Beim nächsten Mal sind wir schlauer. Mein Herr war sehr freundlich und er hat mir die Erlaubnis ausgestellt. Er hat sich gefreut, dass ich seinem Vorgesetzten damit einen Gefallen erweisen kann. Ja genau, lass uns an Bord gehen, ehe wir noch das Schiff verpassen. Dass sollten wir besser nicht erklären müssen", grinste Charislaus gut gelaunt und folgte Linos an Bord des Schiffes.


    An Bord wurden sie von einem Bärbissigen alten Mann empfangen, der Charislaus auf Anhieb sympatisch war. Er erinnerte Chari an Terpander, immer am Grummeln und am Nörgeln aber mit dem Herzen am richtigen Fleck. Verschwörerisch zwinkerte Chari Linos zu, damit dieser Bescheid wusste. Der brummige Dicke meinte es nur gut, damit niemand über Bord ging und alle sicher ankamen.


    "Wird gemacht, keine Sorge", stimmte er dem fremden Koloss freundlich zu und wandte sich wieder an seinen Freund.


    "Nein ich glaube ich werde nicht seekrank. Mit Sicherheit weiß ich das nicht Linos, ich war noch nicht auf See. Der große Herr erinnert mich stark an unseren Terpander, er ist auch immer derart von Sorgen zerfressen, dass er den ganzen Tag oft nur brummelt. Lass uns schauen wie das Schiff beidreht. Ich bin so aufgeregt. Wie lange glaubst Du sind wir unterwegs?


    Warum setzten wir jetzt schon die Segel, hat der Mann es so eilig? Hast Du Ahnung von der Seefahrt Linos? Ich werde versuchen mir so viel wie möglich von unserer Reise zu merken. Dann haben wir Zuhause später etwas zu berichten", freute sich Charislaus und klopfte auf die Reeling.


    "Komm wir schauen ins Wasser", bat er Linos glücklich.

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